38. Jahrgang
Fulda, Samstag den 4. Februar 1911
Erstes Blatt
28.
Deutsches Keich
nahm
keine Zustimmung.
** Das persische Parlament hat am Donnerstag ohne Debatte der Anstellung von fünf Ä m e r i k a n e r n als Finanzratgebern zugestimmt.
* Unruhen in Mexiko. In New-York t|i | eine Meldung aus Mexiko eingelaufen, der zufolge gestern 1000 Revolutionäre unter Führung des Generals OroSco die Stadt Juarez angegriffen haben. Man vermutet, daß ein s chwerer blutiger Kamps stattgesunden habe, da reiterlose mit Blut bedeüie Pferde über die Grenze nach den Vereinigten Staaten flüchteten. Die Dächer der Häuser waren von einer zahl- reichen Zuschauermenge bedeckt, die dem Kampf um Juarez zusahen. Die Lage ter Stadt ist so ernst geworden, daß der Konsul der Vereinigten Staaten in Juarez einen Befehl an alle amerikanischen Bürger ergehen ließ, die Stadt so schnell wie möglich zu räumen. Es heißt, daß die Regierungsgebäude von den Regierungslruppen unterminiert wurden, um im Falle größter Geiahr diese in die Lust sprengen zu können. Hundert Soldaten sollen bei dem Versuch, die 80 Meter lange Brücke gegen die Revolutionäre zu halten, getötet worden sein. Die Brücke wurde schließlich von den Aufständischen genommen.
Men des Apostels der Deutschen und des Ober- Hirten der Diözese der Turm unseres beugen Glaubens sichlbar, gekrönt von dem Zeichen der Erlöiung im Strahlenkränze. Zu Fußen des Gottes- Hauses schmiegen sich die Wappen der Oblaten und der Franziskaner. Das Ganze wird von einem hübschen Pflanzenornament umrankt. Die vortrefflich ausgeführten Fen karten sind zum Preise von 10 Pfg. pro Stück, 3 Stück 20 Pfg., käuflich. Dre Franziskaner werden uns als Festgabe unter dem Titel .Von Fulda nach Iapan" mit einem eingehenden, reich illustrierten Reisebericht der am 14. August 1910 in das japanische Missionsgebiet entsandten Patres erfreuen. Die sehr interessante Schrift wird voraussichtlich zum Preise von 20 Pfg. abgegeben werden können. Der Verkauf der Fest- Postkarten und des Reijeberich es erfolgt zugunsten der Miffionen.
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totales.
Fulda, den 4 Februar 1911.
. Missionsfest.
Zur Ergänzung unseres gestrigen Berichtes über die kirchliche Feier im Dom sei noch folgendes bemerkt: Die beiden Volksgesänge am Schluß der heutigen Abendandacht um 71/» Uhr und der Schlußandacht morgen nachmittag 4 Uhr stehen im Fuldaer Gesangbuch, und zwar steht das Lied: »Wir smd im wahren Christentum", das heute abend gesungen wird, unter Nr. 181 zum Evangelium, das Lied: »Fest soll mein Taujbund immer stehen" unter Nr. 184 zum Evangelium; da die betreffenden Lieder seltener gesungen werden, ist die Mitnahme eines Gesangbuches tätlich.
Preußischer Lauvtag.
Abgeordnetenhaus.
Sitzung vom 3. Februar 1911.
(♦) Die nächste Sitzung der Stadtverordneteii-Ver- sammliing findet am Montag, den 6. Februar, abends i/»8 Uhr, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Mitteilung von Eingängen. 2. Neuwahl eines Stellvertreters des Stadtverordneten • Vorstehers, nachdem Herr Fritz das Amt niedergelegt hat. 3. Desgleichen Eriatzwahl zum Finanz - Ausschuß. 4. Schiedsmanns-Ersatzwahl (Kapp). 5. Freigabe, und Löschilngsurkunde (Singer). 6. Antrag auf Ermäßigung der Lundarkeitsstenern für ein Pano- rama (Reich). 7. Entwurf zu der Ordnung betr. die Erhebung von Lustbarkeitssteuern (Rang und Vollmer). 8. Entwurf zu der Ordnung betr. die kaufmännische Fortbildungsschule (Eschwege und Singer). 9. Etotsberatung: a) Kaserne (Eschwege), b) Waisenhaus (Kapp), c) Spar- und Vorschuß- kaffe (Plapperi), d) Stadtschloß (Büttner), e) Stadt- (aal (Büttner), f) Friedhof (Rübsam), g) Wasserwerk (Weber), h) Schlachthos (Rübsam), i) zu den Barititeln sämtlicher Etats (Sauer).
V Zu Ehren des hl. Rabanus Maurus, (f 4. Fe- brnar 856), des Gründers der alten Gelehrtenschule zu Fulda, wurde heute (an seinem Todestage) in der Aula des Priesterseminars in Gegenwart des Hochwürdigsten Herrn Bischoses, des Domkapitels, des Profefforenkollegiums der Fakultät und einer Anzahl Herren aus tem Welt- und Ordensklerus eine Festatademie abgehalten. Im Mittelpunkt der Feier stand das Andenken an den hl. Anselmus von Canterbury, (f 21. April 1109), dessen 800jähri- ger Todestag im Laufe des vorigen Jahres an vielen katholischen höheren Bitdungsanstalten festlich begangen worden war, und den zu verherrlichen auch die Fuldaer philosophisch-theologische Fakultät als ihre Pflicht ansah, da er, demselben Benediktiner- orden angehörig .wie Rabanus Maurus, durch seine gelehrten philosophischen und theologischen Schriften auch auf die alle Fuldaer Gelehrtenschule mächtigen Einfluß ausgeübt hat and noch heute in der kalho- llschen Philosophie und Theologie als der „Vater der Scholastik", als der Bahnbrecher für die selbstständige Spekulation der Philosophie des Mtttel- alters und für die katholische Philosophie und spe- kulative Theologie der ganzen Folgezeit in Ehren genannt wird. Dementsprechend behandelte Herr Minorist Alexander Werthmüller aus Dipperz „Leben und Bedeutung Anselms von Canterbury für Philosophie und Theologie", während Herr Minorist Franz Joseph Beier von Meindroth über den »ontologischen Gottesbeweis des hl. Anselm" sich verbreitete. Beide Vortragende ernteten ob ihrer gediegenen und gründlichen Darlegungen vielen Beifall. Das Orchester leitete die Feier hochfestlich ein durch den Einzugsmarsch der Gäste in die Wartburg aus »Tannhäuser" von Richard Wagner und schloß dieselbe wirksam ab durch das Vorspiel zu „Jngeborgs Klage" von Rudolf Veuskens (Alumnus des hiesigen Priester- feminars aus der Diözese Hildesheim). Der Männer- chor sang die stimmungsvolle „Abendfeier am Meere" von M. Weer th. Der Hochwürdigste Herr Bischof
* Berlin, 3. Febr. 1911. Der Kaiser uefiern im Schlöffe die Vorträge des Generalstads- chefs v. Mollke und des Chefs des Militärkabinetts v. Lyncker entgegen. — Ter Kronprinz ist von Lucknow nach Kalkutta gerefft, von wo er dann den Rückweg nach Ägypter nehmen wird.,— Der deutsche Botschafter in Tokio hat dem Mikado in einer Audienz das Bedauern des deutschen Kaisers ausgedrückt, daß der geplante Besuch des Kronprinzen in diesem Jahre ausbleiben müsse. Die Gründe werden hierfür aus japanischer Seite vollauf gewürdigt. Der Gesandte gab der Hoffnung Ausdruck, daß der Kronprinz im nächsten Jahre das LerÄumte iiachholen werde. — Finanzminister Lentze ist an Influenza erkrankt.
** Die Zuziehung der Lehrer zumSchöffen- ,rtb Geschworeneil-Dienst. Zur zweiten Letung bes Gerichtsversaffungs-Gesetzes haben die Kon- ieroatioen (29 Mitglieder der Fraktion) die Ratio-
Aus Kirche und Schule.
•(*) Fulda, 3. Febr. 1911. Die Soziale Konferenz (UnilaS) tagt nicht Dienstag, sondern schon Montag 114 Uhr in der ,Harmonie". Wegen wichtiger Besprechungen wird um zahlreiche Beteiligung gebeten.
* Frankfurt, 3. Febr. 1911. Die Einführung des neuen Direktors der Liebfrauenkirche, Pfarrer Joses Andreas Fuchs, fand gestern während des Hochamtes in feierlicher Weife statt.
Aus -em Nachbargebleie.
X Kerzell, 3. Febr. 191L Sonntag den 5. Febr. d. Js. nachmittags 8 Uhr, findet im Saale des Herrn Gastwirt Diegetmann dahier eme G e n e r a l v e r s a m m- lang der Rothemanner-Darlehnskasfe statt. Auf der Tagesordnung flehen außer den gewöhnlichen Ergänzungswahlen zum Ausstchlsrat ein gewiß sehr zeitgemäßer Vortrag des Herrn Direktors Schopp, mann: »Rindvtehzucht mit besonderer Beruckuchtigung der Milchleistung", sowie ein Antrag des Vorstandes zwecks Errichtung einer Sterbekaffe unter den Mitgliedern. Auch verbindet der Verein mit dieser Beriamm- tung die Feier des Geburistags Sr. Mazestät, bet welcher die musikalischen Kräfte der Kaffe ihr Beste- leisten werden. Unsere benachbarten Raiffersenbrnder md herzlichst eingeladen.
(*) Neuhof, 3. Febr. 1911. Heute nacht ist der Direktor des hiesigen Kaliwerkes, Hugo Cron- aeger, im 37. Lebensjahre nach längerem Leiden einem Schlaganfall erlegen. Der so früh Verstoß bene stand dem Kalibergwerk seit Mitte 1905 als tatkräftiger Leiter vor; sein Tod weckt allgemeine Teilnahme. _
* Eiterfeld, 3. Febr. 1911. Dem praktischen . Arzt Dr. Teschauer ist der Charakter als Sanitätsrat verliehen worden.
* Schlitz, 3. Febr. 1911. Bei schönem Frost- weiter sand am Mittwoch die Trauung der Gräfin Marie mit dem Hauptmann tm K. B. Generalstab, Graf v. Luxburg statt.
--- Rönshausen, 3. Febr. 1911. Unser Ort hat seit Neujahr elektrisches Licht. Der hierzu ersorderliche Strom wird in der Mühle des Herrn Theodor Mehler erzeugt. Bis jetzt haben über zwanzig Ortsnachbarn elettrischen Anschluß; weitere folgen noch. Besonders wohl- tätig wird dieses gänzlich ungefährliche Licht in den Ställen, Scheunen, Kellern und Fruchtdöden empfunden, da durch eine elektrische Flamme doch eine ganz andere Helligkeit erzeugt wird, als durch den flackernden Schein einer stiefmütterlich gepflegten Slallaterne. Die praktische Anlage sowie die solide, saubere Montierung deS gesamten Elektrizitätswerkes macht dem Unternehmer, Herrn Elektrotechniker Krumme zu Fulda, alle Ehre.
[:] Hilders (Rhön), 3. Febr. 1911. , Sein 47 Stiftungsfest beging am gestrigen Feiertage der, hiesige katholische Bürgerverein m aUhn- gebrachter Weise. Während des feierlichen Hoch- amtes sang der Kirchenchor eine vierstimmige liesse, und die Mitglieder des Vereins gingen in großer Anzahl zur gemeinschastlichen heil. Kommunion. Bei der abends im Saale des Hohmann'schen Felsenkellers stattgehabten Familieneier begrüßte der Präses, Herr Psarrer Breitung, die Vereinsange- yörigen aufs herzlichste. Daraus folgte das fünf- aktige Trauerspiel »Rudolf von Schwaben" vom Beiiefiziaten I. I. Krieg in Fulda. Sämtliche Mitspieler gaben ihre Rollen mit großem Verständnis wieder, sodaß alle Zuhörer mit der gespanntesten und lautlosesten Aufmerksamkeft folgten. Besonders effeftvoll wirkte die künstlerisch angesertigte Szenerie des Stückes, die ein Vetter untere? Herrn Pfarrers.der
..1 Zur Beruhigung des Publikums sei mitgeteilt, - auch daß in der Sakristei des Domes eine Abteilung der Sanitätswache bei etwaigen Unfällen bereit-
kanerbischos Msgr. Hofmann, früher Apostol. Vikar von Südschansi (Chma) wird heute nachmittag in Fulda e.ntreffen.
P. Augustin Nachtwey, der in der morgigen Fe st Versammlung im Stadtsaal das Referat über Teutsch-Südwestafrika übernimmt, ist bereits durch seine vor einigen Jahren in verschiedenen Städten Deutschlands — auch in unserer Stadt — gehaltenen Miffionsvorträge bekannt. Er wirkte zehn Jahre als Miffionar in Deutsch-LÜdwestatrika 1901—1908 stand er als Apostolischer Prasekt an der Spitze der apostolischen Präfektur Nieder-Cim- bebasien (der nördlichen Halste der Kolonien). Er
In der Fortsetzung der dritten Beratung über den tatftijetat empfiehlt „ „ . ,.___ '
Adg. Mertin-Oels (frt) im Jntereffe einer rascheren Abwickelung der Gefchäfte eine Einschränkung der Beweisaufnahme. Redner geht dann auf die Sensalions- Prozesse der letzten Zett über und betont, daß nichts so ’ebr dem Ansehen der Verteidiger schade, als das hineinziehen politischer Momente tn Me Plaidoyers. I Das Verlangen eines Redners, die Notariate vom ßtechtsanwattsamt za trennen, sei vielleicht für die großen Städte angängig; in den kleinen Städten und mis dem Lande aber müßten Notariat und Rechts- anwaltsamt verbunden bleiben. „ , . ,,
Abg. Dr. v. Campe nilb.) bringt Zweifel darüber nun Ausdruck, ob die Slrasprozeßreiorm, wenn sie in Ihrer jetzigen Gestalt verabichiedet werde, eine wirkliche Reform genannt weiden könnte. Redner geht ans den Moabiter Prozeß ein und betont, das unsere Gerichte unabhängig sind und jein sollen, auch nach oben und nuten hin. Es müsse aber unmöglich gemacht werden, daß die Leitung der Prozeßverhanolunften vom Richter auf die Parteien übergehe, und der Richter eigentlich ÄUI Abg* Pettasohn (Bp.) wünscht Vermehrung besonders der gehobenen Richterstellen und verlangt Sie- seitiaunq des Hilfsrichiertums. Den Vorschlag des Aba Böhmer, zu Schöffen und Geschworenen nur Leute der besseren Gesellschaftskreise heranzuzlehen, kann der Redner nicht befürworten.
' Abg. v TrampczynSki iPole) wünscht, das zu Dol- meischern mehr als bisher Einheimische ausgewahtt wurden. Früher fei einmal gesagt worden, aus leinen -Beamten solle wegen seiner politischen Gesinnung ein Druck ausgeübt werden. Vergangene Zeiten — vergangene Versprechen! Heute werde sogar ans Die Justizbeamten ein Druck ausgeübt. .
Juftizmmister Dr. Beseler: Aus bte Frage, inwieweit e.ne Einschräntung der gerichtlichen Bewetsauf- nähme empsehlenswert fei, will ich heute nicht etn- geheu, da ja am Montag die zuständigen Vorlagen im Reichstag zur Verhandlung kommen. Sie können die Bersicheiung entgegennehmen, daß die Justizverwaltung stets in jeder Richtung zu reformieren und zu bessern bestrebt sein wird.
I Abg. Dr. Liebknecht Soz.) preist die Sozmldemo- tratie als die erfolgreiche Bkkämpferin des Alkoho.s und klagt dann über die Beeinflussung des Richler- ficmdes. Aus d e Bloabiter Vorgänge übergehend, betont Redner, daß die Staatsamvaltschast sowohl rote die Polizeibehörde mit besonderer Vorliebe solche Leute unter Anklage gestellt habe, die organisiert gewesen seien. UebrigenS fei der ganze Moabiter Prozeß ein Hereinfall der Regierung. Der Minister ist -m Minister gegen die Justiz. (Der Präsident rügt diesen Ausdruck.) Der Juftizminlster hat sich als der Kommis des Poltzei- minlsters gezeigt. (Der Präsident ruft den Redner ,ur Ordnung.) Wir Sozialdemokraten sind die Vertreter der wahren Gerechtigkeit. (Schallendes Ge- lächter rechts.) Wir werden mit Ihnen fettig werden, und das wissen Sie.
Samstag: Weiterberatung.
gegne ich mit lebhafter Sympathie unb bin gern bereit, fie — soweit sich mir hierzu Gelegenheit bietet — auck
^Strahburger Pest". Eine gelungene Ver.
hShnuna muß fick die bekanntlich tm c'*"*”“ läge rote die,Kölnische Zeitung- eischemcnde Straß-, buraer Post- von Wetterlo's F'iouvoüiste d'Alfaee «orraine-gefallen laffen. Wettert« hat nämlich von ein"tn^ihm^ befreundeten Straßburger Geschäftsmann ein von Anfang bis zum Ende tn französischer Sprache abgesaßteS Schreiben der .Straßburger Post- erhalten, in dem bte Zeitung unter Anpreisung i ihrer allgemeinen und besonderen Vorzüge den Ge- schäftsmann um Aufgabe von Anzeigen bittet. Wettert« freut sich königlich, daß dieses in deutscher Sprache erscheinende Blatt, um von Welschlingen leichter Geld zu bekommen, auf einmal die Rot- wendigkeit empfindet, tm Elsaß die französische Sprache anzuwenden. Er versprlcht,diese Hand- --------„ ....
lunasweise zur Unterstützung ferner bekannten For- na{)in teil an der zweiten Okawango-Exp-ditton. deruna der Zweisprachigkeit der reichsländischen I Während des Hetero- und Hottentottenaufstandes Volksschule unb bet Förderung des Französischen stand er als Militärgeistlichet mit tm Felde. Jn- im Elsaß zu verwenden. folge fortgesetzter Anstrengungen und Arbeiten be-
jd Darmstadt, 3. Febr. 1911. Die heffifche anders während dec Kriegssahre hetiesen ihn bte
»tÄÄ s Ä b-dmg?. -- ,-ttd.mL-n «°t°,°.d-n 4. manen.it
Aenderong der Artikel 6k und der Vnjaflung «u geze, zs^rdnung des Hochw Herrn BischosZ und das Gesetz über bte Wahlkeisemteilung! aus Anlaß des Miffionsfestes eine
einstimmig angenommen. Es wird M Kollekte zum Besten der Missionen gehalten, unb nunmehr die Zweit- Kammer mit den Beschlüssen jroat im Psarramt um 8 Uhr, während des Pontt- des Herrenhauses zu beschäftigen haben. Es de- fikalamtes unb in bet Schlußandacht.
I steht begründete Aussicht, daß eine Einigung ) Festgaben zum Missionsfeste. Auch zwei Festgaben, zwischen beiden Häusern hcrbeigeführt wird und roeld)e morgen erscheinen werden, sind berufen, das darnft die Einführung des direkten. Wahlrechts Interesse am Missionswerke bei den Katholiken zu auck in Seffen zustande kommt. beleben unb zu fördern. Tie Herren Palres Ob-
auch in Hepen 8u|tu [aten in Hünfeld haben eine vornehm gehaltene
' Festpost karte in Schwarzdruck hetausgegebcn,
. die in bet Mitte bie Fuldaer Kathedrale zeigt, um-
llUSIOttO. geben von Bildern aus dem Miffionsleben und dem
empfangen, die zu einer vom Komitee zur Pflege ; bet freundschaftlichen Beziehungen zwischen ben ' protestantischen Kirchen Englanbs unb Deutschlands ' auf den 6. Februar anberaumten Beratung in London weilen wirb. Die Aborbnung wirb bem König eine Bibel überreichen, wie sie bet deutsche Kaiser von einer Abordnung englischer Geistlichen vor einigen Monaten entgegpngenommen hat. ’
* Eine Vorlage über bie Arbeiterverficherung, bie schon am 1. Januar 1912 in Kraft treten soll, will nach bet ,Vofl. Ztg.' bie englische Regierung noch in bieser Tagung bem Parlament unterbreiten. — Für ben Ban von Kriegsschiffen beabsichtigt die englische Marineoetwaltung für 1911 noch 100000 Mark mehr als im Vorjahre zu forbern. Diese Fotberung, welche mit ben deutschen Flotten- rüstungen begründet wird, findet bei der Regierung
ualliberaleu, die Wirtschastl. Vereinigung und die Sozialdemokraten Anträge gestellt, die die Zu-1 lassung der Lehrer als Schöffen beschränkende Be- stiuimung: „Volksschullehrer sollen nur zum Amte eines Schöffen bei den Jugendgerichten berufen werden," zu streichen. — In der Korrespon- denz des kachol. Lehrer - Verbandes wird mttge- 'teilt, daß bei einer Erhebung des katho . Lehrer- Verbandes über die Zulaffung der Lehrer zum Laienrichteramte alle antwortenden Vereine die Heranziehung verlangt und die Einwände reibet« | Siegt hätten, die gegen die Zuiaffung der Lehrer 1 Dorgebracht werden. Auch die General-Versamm-! lung des katholischen Lehr r-Derbandes faßte ein- 'mutig den Beschluß, dir Zulassung zum Amte der Schöffen und Geschworenen ohne Einschrän- tung zu erstreben.
♦♦ Für die Veteranen. Nachdem das Zu- wachssteuer-Gesetz nunmehr endgültig vom Reichstage angenommen ist, werden ergänzende Bestrm- erongen für die Versorgung der Veteranen sogleich in Angriff genommen werden.
)( Der Reichskanzler ist wie 'alle fortge- schritlenen Männer von wohlwollender Gesinnung gegen die Presse erfüllt. Er hat diese Gesinnung neuerdings m einem Schreiben zum Ausdruck gebracht, das er an den Reichsverband der dentschen Presse richtete, der sich vor kurzem gebildet hat und hiervon Herrn v. Beihmann eine offizielle Mitteilung zugehen ließ. In der Antwort des Reichskanzlers heißt es:
Bei der außerotbentlichen Entroicklung des brutschen Zeitungswesens tft es von hohem Wett, daß dir deutsche Press« für sich selbst eine Or mufation schafft, bie für ihre Angehörigen sowohl auf dem Gebiete der Etandesvertrotung wie der roiNschaftlichen Fürsorge eine angem tzftne Wahrnehmung ihrer Jntereffen gewährleistet. diesen Bestredungen des Verbandes be«
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Verlag der Zuldaet Ak- _ , , , , , , .. tienöruderet inLulda
Monairbellage: „Zuldaer Geschichtsblatter Zenffprecher Nr. 9.
sprach baS Schlußwort unb spenbete bet Versammlung bett odethittlichen Segen.
& Der Kneippvetri» hielt gestern abend im Gasthaus „Zum Ritter-- seine Generalversammlung ab. Der Vorsitzenbe, Herr Profeflot Sanbet, gab im Jahresbericht eine Uebersicht über bas verfloffene Veteinsjahr. Der Verein zählte am 1. Dezember vorigen Jahres 77 Mitglieder, 10 Anhänger der Kneipp'schen Wasser heilmethobe würben neu aufge- nomrnen, 13 schieben aus. Die Räume bet Gieß- anstatt am Viehmaikt würben einer gründlichen Renovation unterzogen. Es würben bort 2666 Güffe verabfolgt. Tem verstorbenen Lehrer Hohmann, einem eifrigen unb in jeber Beziehung um ben Verein hochverdienten Mitgliebe, roibmeie bet Vorsitzenbe einen warmen Nachruf. Die Finanzlage beS Vereins ist nach bem Vortrage bes Kassierers nicht ungünstig. Der bisherige Vorstanb würbe so- bann burch Zuruf wiebergewählt. Zum Schluffe machte Herr Zahntechniker Kapp interessante Mitteilungen aus einer rnebizinischen Zeitschrift.
w. Von bet Strahl. Gestern nachmittag gegen i/i2 Uhr löste sich auf unaufgeklärte Weise vom Dachreiter auf bem Pult'schen Hause in bet Markt- straße ein Querbalken nebst einigen Derschalbrettern unb stürzte auf bte Straße. Glücklicherweise wurde niemanb verletzt.
IK Geschlachtet wurden im Monat Januar j d. IS. am hiesigen städtischen Schlachthofe! 10 Pferde, 69 Ochsen, 5 Bullen, 82 Kühe, 92 Jungrinder, 246 Kälber, 796 Schweine, 50 Schafe und 9 Ziegen. . . ±
[] Sport. Ein außerordentlicher Bezirkstag be8 9. Bezirks des roestdeutschen Spielverbandes findet Sonntag vormittag im BahnhofShoiel unter der Leilung des zweiten Verbandsvorsitzenden Herrn Affeffor Dr. Hoffmann aus Köln statt. An den Beratungen nehmen seiner teil der 1. Obmann des 6. Bezirks (Hessen) Herr Dülfer aus Kaffel unb ein Vertreter ( Süddentschlands, Herr Rud. L. Hetedrügge-Frankiutt. — Am Nachmittag wirb auf dem Sportplatz am Wall« roea ein intereffäntes Wettspiel zum Austraa ge- bracht. Der Sportverein »Viktoria"-Aschaffenburg mit dem in hiesigen Sportkreisen rühmlichst bekannte» Zenterstürmer Belz wird der ersten Mannschast be» 1. Fuldaer Fußballklubs »Borussia" gegenüberstehe». Die Spielleitung liegt in den Händen des Herrn Affeffor», Hoffmann-Köln.
[] Der Mannergesangverein „Winfridia" veranstaltet seine diesjährige Faftnachtsseier am Sonntag, den 12. Februar in den Räumen des Bürgervetems in Form einer tarnevalistischen Herren» und Damensitzung mit Kostümkränzchen. Aus dem urfidelen Programm wollen wir nur erwähnen die drei Theaterstücke: „Er ist mondsüchtig", die Schatten- mimomadramatif che Darstellung mit Deklamation „Der Handschuh" von Schiller un> die Schattenbilder-Panto- Mine „Der Urteilsspruch des Königs Salomon".