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" Tuldaer

den. Die Steueranschläge find im Gespräch weit ge­ringer, kaum % des Anschlages im Regulativ. Der Grund dafür ist wohl der, daß der jeder Gemeinde bei der Haupffteueserteilung auferlegte Steuerbetrag mit dem geringeren Anschlag aufgebracht werden konnte.

zählt etwa 750 000 Einwohner. Die Abhänge des Hochlandes nach dem Meere hin sind reichlich bewäs­sert. Das Klima ist dem des ägyptischen Süden ähnlich. In dem Land wird vor allem Kaffe« produziert. Es ist dies der bekannte Mokkakaffee, der ehemals über Mokka, heute meist über Hodeida und Aden exportiert wird. Allerdings verirren sich die besten Sorten des Yemenkaffees selten genug unver­fälscht nach Europa. Meist schon in Aden wird der Demenkasfee mit andern schlechteren Sorten gemischt. Die Arbeit beim Anbau und der Ernte des Kaffees leistet der Araber selbst natürlich nicht. Dafür sind Reger und Hindus und vor allem die Frauen da. Merkwürdigerweise trinkt der Dementi nur selten Kaf­fee. Er liebt mehr einen Aufguß aus Kaffeehülsen (Jscher). Die Kaffeeausfuhr aus Demen geht in den letzten Jahren etwas zurück, was wohl an den schlech­ten Hafmverhältniffen des Landes und den ewigen Unruhm liegt. Außer Kaffee werdm noch Datteln, Gummi, Harze, Tabak, Weihrauch, Balsam u. a. ausgeführt. Der Handel mht hauptsächlich in den Händen von Indem.

Die Hauptstraße des Landes ist der Weg von dem Hefen Hodeida nach der Hauptstadt im Jnnem des Landes Sana Der Weg steigt allmählich an. Ueber- all Anpflanzungen in Terassenform. 1400 Meter hoch findet man die erstm Kaffeestauden. Sana hat infolge seiner ungeheuren Höhenlage (2250 Me­ter über dem Meere) ein fast gemäßigtes Klima Es gedeihen dort Obst, Gemüse and Wein. Sana hat etwa 50 000 Einwohner, von denen ein Siebtel Juden sind. Die tückische Besatzung betrug bisher 3000 Mann. Die Stadt macht im ganzen einen guten Ein­druck mit mehrstöckigen Häusem, ansehnlichen Basa- rm und Geschäftshäusern, Schulen und Moscheen. Ein großes städtisches Krankenhaus verdient beson­dere Erwähnung. Auch eine tückisch-arabische Zei­tung gibt es in Sana Die einzcknen Rassen halten streng auf die Trennung von dm andern, die durch die Gliederung der Stadt in eine Araber-, Juden- und Militär-(Vor-)stadt schon äußerlich scharf betont wird. Die hemitischm Juden sind zumeist sehr arm.

Im offenen Land, wo von der Türkmherrschast noch nicht viel zu verspüren war, herrfchm die Schecks unumschränkt über ihre Stämme. Hier bei diesen dürste auch für die türkische Operationsarmee trotz ihrer Stücke der Kernpunkt im Kampfe liegen. Die Araber sind mit dem Kleinkrieg ganz vorzüglich ver­traut und habm eine genaue Kmntnis des schwieri­gen Geländes vor dm regulären Tmppm voraus. Auch wird die Verproviantierung der Armee ihre un­geheuren Schwierigkeiten haben. Die junge Tückei dürfte mit der Bewältigung dieses Aufstandes ihr« Generalfeuerproben bestanden haben, und die Alttür-, ken müssen dann wohl endgiltig ihre Hoffnungen be­graben.

M 28.

Samstag den 4. Zebruar 191t

38. Jahrgang.

3. Blatt.

Drnck und vertag der zutdaer Aetiendrmkerel in fittlba

terstützt werdm die chinesischen Behördm in Chardin von dm fremben Konsuln, besonders vom dmtschm Konsul. Da die Kulis der Mandschurei, die bei ihrer großen Unreinlichkeit für die Pch empfänglicher sind als die Europäer, an der Bahn und dm Quarantäne- stationm vorbei nach Südm vorzudringm drohen, Hal der Kriegsminister Iintschang durch ein stackes Sol­datmaufgebot die so oft verspocketr Große Mauer sper- ren lassen. Die Mauer tut wieder einmal, hmer zum Besim der ganzm Menschheit, den Dienst, dm sie wohl dm Chinesen in vergangenen Jahrhunderten oft geleistet hat. Sie schützt die Kulturgebiete des Sü­des vor dem Hereinbrechm der kulturzerstörmdm Seuche des Nordens. Neben Iintschang sind am eif- rigften in den militärischen Maßregeln gegen die Pest fein Generalstabschef Tfaitao und der Chef der Ma­rine Tsaihsün, beides Brüder des Prinzregenten. Mit der durch die Umstände gebotenen Rücksichtslosigkeit werdm die versmchten Häuser abgesperct und alle Habe der Erkranktm verbrannt.

Wie weit die Pest auf ihrem Todeszuge schon vorgedmngm, ist schwer zu sagm. Nach ziemlich zu- veckäfligm Meldungen reicht sie nördlich schon bis Mandschurija, der Station, wo die Wege nach dem Südm und dem Osten, nach Charbin und nach Wla- diowoswk, sich scheiden. Nach Südm reicht sie bis zum deutschen Pachtgebiet. Doch wird allseitig zuge- aeben, daß Kiautschou noch seuchenftei ist. Auch in Schanghai ist die Pest noch nicht. Von einem lieber« springen über die koreanische Grenze bei Antung nach Korea und Japan hat man nichts gehöck, was aber lei der Schweigsamkeit der Japaner über innere An­gelegenheiten nicht wundernimmt. Die Amerckaner befurchten mit Recht die Einschleppung der Lungen­pest durch die nach Seattle und San Francisko ver- stachteten Bobakselle. Auf Betreiben des New Dock Herald hat die amerikanische Regierung Befehl gege­ben, die Schiffsladungen nötigenfalls zu verbrennen.

Größer als für Amerika scheint übrigens die G e- sahr für Europa wegen der Sibirischen Bahn. An der Grenze her Mandschurei, in Mandschurija, hat die russische Regierung einen erstm Militäckordon gegen die Pest gezogen. Ein zweiter liegt fünf Ta­gereisen Eisenbahnfahrt zurück bei Irkutsk. Wer infi­ziert in Mandschurija die Sibirische Bahn besteigt, wird in Irkutsk pestkrank in die Jsolierhauser ge­bracht. Man darf danach darauf verträum, daß die russische Regierung dem Weiterverbreiten der Pest energisch entgegentreten wird. Hat sich die Pest erst irgendwo ein -en netjo bunte jedeLuttezu ipal tommen

Ein Wort der Anerkennung gebührt den im Seu­chengebiet tätigen Aerzten. Rur vereinzelt sind sie vor dem drohmden Gespenst ausgerissen. Im Gegenteil strömen massenhaft junge Aerzte, Pfleger und beson­ders Pflegerinnen ins Pestgebiet. Die Belohnungen, die die chinesische Regierung auf ihre Tätigkeit gesetzt hat ,kann sie dabei nicht reizen, so. sehr es anzuecken- nen ist, daß die Chinesen den ruhmvoll auf dem Felde der Ehre Gefallenen kriegerische Ehren zu erweisen versprechen und für die Hinterbliebenen sorgen wol­len. Wer aus diesem Kampfe für die Menschheit nicht siegreich, aber wenigstens imgeschlagen zurückkehck, dem baut mau zwar keine Triumphbogen, ihn schmückt fein Ordensstern und nicht der Glanz einer golb- strotzeuden Uniform. Aber etwas Besseres folgt ihm: das Bewußtsein, wie wenige ein Wohltäter der Menschheit gewesen zu sein, es folgt ihm die Aner­kennung der Mitlebenden.

Allerlei.

— Das Glas ist ein Stoff, der ben Chemikern und Physikern desto mehr Rätsel aufgab, je mehr sie sich damit beschäftigten; die erstem geigten, daß eS ein Salz der Kieselsäure ist, obgleich es doch so wenig Salzartiges an sich hat, und die heutige phisikalischr Wissenschaft betrachtck das Glas gar nicht einmal mehr als einen eigentlich festen Körper, sondern als eine sogenannte unterkühlte Flüffigkeck von äußerster Zähigkeit, als eine mehr oder weniger gleichartig« und gegenseitige Lösung von Stoffen mit hohe« Schmelzpunkte. Wie Dr. Lang in einem in Köln gehaltenen Experimentalvortrag auseinandersetzte, ähnelt das Glas einer Flüssigkeit besonders barin^ daß es wie diese eine Oberflächenspannung besitzt Bei manchen rasch abgekühltm Gläsern ist diese so groß, daß ein explosionsartiger Zerfall eintritt, so« bald die Oberslächenhaut auch nur ein wenig durch einen Häckern Stoff geritzt wird; solche Erscheinungen geigen, wie der Vortragende vorführte, z. B. day Hackglas, das sonst ganz unempfindlich gegen Schlag und Stoß ist, und m noch höherem Maß das Bolog­neser Glas und die sogenannten Glastränen. Ferne- besitzt das Glas nicht wie die übrigen festen Körper einen genau bestimmten Schmelzpunkt, sondern eg erweicht ganz allmählich; bet gewöhnlicher Tempe, ratur befindet es sich immer in einem Zwangszustand, den es zu überwinden strebt. Einer noch weiter- gehenden Anwendung des Glases steht vor allem bej Umstand hindernd im Wege, daß es großen Hitze, schwankungen gegenüber immer noch sehr empfindlich ist. Nun haben uns die letzten Jahrzehnte ein Glal) gebracht, das solchen Temperatureinflüssen in weite,) Grenzen nicht unterworfen ist, eine Erscheinung, big darauf beruht, daß dieses Produkt sich beim Erwävi men nur sehr wenig ausdehnt. Man nennt solche!) Glas Resistenzglas, oder, da es besonders zur Hevi stellung chemischer Apparate verwandt wird, Geräts, glas. Einen Lampenzylinder, der beliebig lang,) über dem Glühlicht erhitzt wurde, kann man, wie ge> zeigt wurde, sofort in eiskaltes Wasser werfen, ohn« daß er zerspringt; dasselbe gilt für ein Oel gefülltes Gesäß, das bis auf 300° erhitzt wurde. Die Her­stellung dieser Socken bebeutet für das genannte Werk einen vollen Erfolg, der zu wettern Fortschritten ermutigt; vor allem wird es darauf ankommen, bei bis heute noch hohen Preis dieser in ihren Vorzüge» imbeftrittenen Gläser zu ermäßigen.

— Die „Elite" von Berlin. Der Höchst besteuert, in Berlin mit einem jährlichen Einkommen von 3,( Millionen Mack ist mit 144 200 Mk. zur Staatsein, kommensteuer veranlagt. Dieser Zensit zahlt ein­schließlich der Gemeinbeeinkommensteuer, Ergänzungs­steuer usw .in Berlin an Steuern täglich 1000 Mack Wie vick er außerdem noch außerhalb zu zahlen hat, entzieht sich der Kenntnis. Es soll angeblich noch ein respektabler Batzen sein. Der Zwetthöchstbesteuert, mit 2,8 Millionen Mack Einkommen zahtt etwas we­niger, nämlich 112 400 Mack Staatseinkommensteuer bet dritte mit 2,6 Millionen Mack muß 103 800 Mao Staatscinfommenfteuer blechen, der vierte mit 2 Mill Honen Mack kommt mit 80 000 Mack Staatseinkon» menfteuer davon, der fünfte hat noch 69 000 Mark, de, sechste 68 860 Mack, der siebente 67 400 Mack, bei achte 66 400 Mark, der neunte 66 200 Mack und bei zehnte 58 800M. Staatseinkommensteuer für 1470 OOfl ■ Mack Einkommen zu zaPen. Hierauf folgen noch mehrere wertvolle Mitbürger, die über eine Millio« jährliches Einkommen haben, und bann kommt dH lange Reihe der „armen" Leute, die nicht an eltu Million heranreichen, bis zu hunderttausend MaiH Einkommen herab. Sie schlagen sich recht und schlecht durch, jedenfalls immer noch besser als die anbern, die an Hundecktausend Mack nicht heranreichen. y.

Die frrldaischen Grnnssteuerord- «urrgerr aus dem 18. Jahrhundert.

(QufammengefteHt aus Grund der Akten des Marburger Staatsarchivs.)

Die Besitznahme des Hochsttsts Fulda durch welt- ficke dürften und fein Eintritt in den Rahmen grö­ßerer Staaten hatte zunächst nicht das volle Aufgeben 'einer bisherigen inneren Einrichtungen, vor allem licht das Aufgeben feiner bisherigen Steuernerfaf- hna zur Folge. Nicht einmal, als der größte Teil sesHochstifts in kurhessischen Besitz gelangt war, fan­den größere Aenderungen auf diesem Gebiete statt, «rst die 30er Jahre des verflossenen Jahrhundecks und schließlich das Jahr 1853 ließen anstelle der Lten Fuldaer Steuerordnungen neue und im ganzen tzuch modernere und den Zeiwerhältniffen entspre­chende Gesetzesbestimmungen treten.

Es gab im Fuldaischen wie in oen meisten kur- hessischen Landesteilen nur e i n e eigentliche direkte t euer deren Gegenstand wie bei der althessischm Kontribution Grundbesitz und Gewerbe („Nahrung ) inar Die Besteuerung des Gcundeigen- lums beruhte auf der Abschätzung nach dem land­läufigen Güterwert; die Abschätzung wieder auf einer großzügigen Vermessung nach dem Maße der Aussaat ' Gewöhnlich rechnete man zwei Maß Aus­saat (4,39 Kasseler Viertel) gleich einem Morgen; bei Wiesen jede Fuhre Heu Eckrag gleich einem Mor­gen. Der ermittelte Kapitalwert bildete das sogen. Steueckapital.

Die gesetzliche Grundlage für die Ab- schätzung zur Feststellung des Steuerkapitals bildete die „Instruktion bei Tarierung aller im Hochstift ge­legenen Güter, so mögen frei ober kontribuabel sein, außer herrschaftlichen Meiereien und freien Gütem, welche mit Lehn- und Fallgeld nicht offizieret sind" und die „Landessteuer-Regul", beide aus dem Jahr 1740. Streng durchgefühck toar keine von beiden. Zeit und Gewohnheit ergaben Aenderungen und Zu­sätze, wozu die in ben beiden Ordnungen vorhandenen Lücken förmlich reizten. In dieser Hinsicht war das von dem Steuerrektifikator Nick entworfene „Einfäl­tig doch nützliches Gütertaxations-Gespräch" (um 1748) vom bedeutendsten und nachhaltigsten Einfluß gewesen.

Die erstgenannte Instruktion schreibt vor: „Die ganzen, halben und Viertels Güter sollen nach bermalig landläufigem Wert und wie sie zu jetzigen Zeiten samt deren Hofraiten, Wohnhäusern, Scheunen und Stallungen verkauft werden können, angeschlagen werden ohne Rücksicht auf Frohnen, Erb zinsen und andere onera" (Lasten). Dasselbe galt für die Bei- stückc, ob Garten, Aecker, Wiesen ober dergleichen, für Hüten und Waldungen, für das Beholzungsrecht aus herrschaftlichen oder privaten Waldungen, für Fische- -eien und Jagden im Privatbesitz, für Teiche, Rott- land und Weinberge. Die Nutznießung an Gemein- jüterii sollte bei den einzelnen Interessenten mit in Anschlag gebracht, die Wohnhäuser, die nicht zu Gü- eni gehörten, nach Lage und Eckrag abgeschätzt wer­den. Mit Häusern verbundene unständige Berechti­gungen sollten gesondert, ständige mit dem Hans zu- fammen taxiert inerten. Wüste Bauplätze, die irgend- loic benutzt wurden, waren mit 5 Prozent des Biecks, sonst gar nicht anzuschlagen. — Tiefe Instruktion be­zog sich auf alles Grundeigentum außer den bireft herrschaftlichen Gütern, also auch auf die bislang freiei! und die zur Ritterschaft steuerpflichtigen Ge­markungen und Grundstücke.

Die Landessteuer-Regul gab einen MeucrveransMaguruzsrnaßiiab, der jedoch nur für die beste Landschaft des Hochstists und die Objekte vom höchsten Ertrag galt. Bei den übrigen Landschaften i ud Objekten sollten entsprechend niedrigere Anschläge i rfolgen. Die dock angegebenen Ziffern bedeuten •ilfo einen Höchstsatz des Anschlages für den Morgen oezw. für bas Objekt. Es waren angegeben für Grab- und Baumgarten 6 Klassen zu 120—20 fl. (Gulden) Steueckapital, für Wiesen 6 Klaffen zu 100—15 fl_, für Weinberge 6 Klassen zu 80—8 fl., für Gemüse- und Krautländereien 3 Klaffen z» 50 bis 30 fl., für Ackerland 6 Klaffen zu 40—5 fl., für Waldungen 6 Klassen zu 30—4 fl., für Privathnten 4 Klassen zu 40—10 fl. Steueckapital. Lehn- und Cstsre Guter und Grundstücke waren niedriger in einzelnen Klaffen veranschlagt, und zwar Gar­tenland zu %, Wiese zu %, Weinberge und Ackerland M des Anschlags freier Güter. Auch das Steuer- kavital der Nutzungen war fifiert Für Gebäude wa­ren als höchster Ansatz in Fulda 800 fl., in Salmün­ster 650 fl., für die vornehmste Bauernhofraite 150 fl., für das „geringste Häuslein auf dem Land" 30 fl. feftgelegt. Die mit Häusern verbundenen Gerecht­same Untren ebenfalls veranschlagt.

Eine Bestimmung, in welches Verhältnis zu dieser besten Landschaft und diesen Objekten die übrigen Landschaften und Objekte geletzt werden sollten, fehlte. Die inamrigfadtcn Lücken und Mängel der gesetzlichen Bestimmungen ließen der Ausführung viele Freiheit. Sie erfolgte daher in wenig übereinstimmender Weise. Das Nicksche Taxationsgespiäch, nach dem im allgemeinen die Bestmerung durchgeführt zu sein scheült, hielt sich nicht einmal in allen prinzipiel­len Punkten an die Vorschriften der Landessteuer- Regul. Die hauptsächlichsten Abweistmgrn bestanden in Folgendem: DaS Taxationsgespräch veranschlagt den Güterwert nach Futterertrag und Aussaaigroße m drei Klaffe» (gut, mittel, bös), nicht wie dar Rewllativ nach der Morgenzahl. Das Regulativ setzt werter für jebe Klasse und jedes Objekt den Steuer r*™9 ÄemCI\ das Gespräch dagegen will ßÄ uw) Pechttaxation für jede einzelne suchen. Das Regulativ kennt nur zwei Untertriebe in der Art des Besitzes, freies Burgergut und bimst, und lehnbares Bürger' gut; das Ge,präch macht drei Unterschiede, ganz srereS, lehnbares und zinsfteies und schließlich lehn- Und zinsbares Surgergut Das Regulativ erwähnt Von einer Vergütung der Abgaben am Steuerkapital nichts; da? Gespräch schreibt eine solche vor. Es werden zu diesem Zweck die Lasten kapitalisieck, indem S Lehn- und Frohndienste sp des Steuerkapitals, den Zehnten */iv desselben, für ein Malter Zins- n 100 fl , Zinshafer 50 fl. in Abzug gebracht wer-

△ Jemen.

Dock, wo das rote Meer und der Indische Ozean sich einander die Hand reichen, wo Abessiniens Fel­senzipfel auf der einen Seite der Meeresenge von Bab et Maudeb winken, grüßt auf der andern Seite D e- mens Hochland. Europa schaut heute beobach­tend dorthin, wo sich ein Ringen anhebt zwischen den alten freiheitgewohnten Söhnen der arabischen Wü­sten und der jungen Türkei, ein Kampf, der für beide Leben oder Tod bedeuten wird. Der Verlust Ara­biens und der hl. Stadt Mekka wird der jungtürkischen Regierung und damit der neugebackenen tückischen Konstitution der Todesstoß sein, der Sieg der tücki­schen Regimenter dagegen, die v. d. Goltz zu eiserner Disziplin erzogen, wird dm braunen Wästenhorden endgültig ein hartes Joch auferlegen.

Siemen tritt nicht erst heute ein in die große Welt­geschichte. Schon vor Jahrtausenden herrschte in die­sem Gebiet, dem Arabia felix der Alten, eine hohe Kultur. Wunderdinge werden berichtet von den Schätzen an Gold, Edelsteinen, köstlichem Holz und Spezereien, die jenes Land barg. Aus der Zeit der dock herrschenden Himjaristm (2000—1500 v. Ehr.) geben uns noch zahlreiche Stein- und Metafltafeln Kunde von der hohen Kultur jener Tage. Die Herr­schaft der Aethiopier und Perser wurde im 7. Jahr­hundert nach Christus abgelöst von den Kalifen in Mekka. Im 16. Jahrhundert fielen die Türken in das Land ein, wurden aber bald wieder vertrieben, bis im Jahre 1871 der türkische Pascha Muchtar sich in dem Lande festsetzte.

Seitdem ist Demen türkisch, wenigstens dem Namen nach. In 8er Hauptstadt Sana liegt eine tückische Besatzung, die hl. Stadt Mekka steht unter dem Schutze des hohen Padischah in Konstantinopel, über dem wichtigsten Hafen des Landes Hodeida todjt die türkische Flagge und der Muselmann kann sich rühmen, daß in seiner Stadt Mokka die edelste aller Kaffeestauden gepflanzt wird.

England ist im Südosten mit Indien Demens Nachbar und hat manchmal schon begehrliche Blicke nach diesem Bindeglied zwischen Aegypten und Jn- bien geworfen. Londons Säckel sollen gar ost den arabischen Scheiks offen gestanden haben, wenn es sich in dm letztm Jahrzehnten darum handelte, gegen ben Großherrn in Konstantinopel rebellisch zu werden. Infolgedessen konnten es die Reiterhorden Demens sich leisten, den Befehlen des Paschas in Sana zu Hohnlachen. zumal die türkische Okkupationsarmee mit 25—30 000 Mann den kriegerischen Stämmen Ara­bims nie besonders imponierte. Kluge Ausnutzung der Zwistigkeiten zwischen den einzelnen Scheiks hat bisher die tückische Herrfchast erhalten. Erft die Reorganisation des gefamten Tückenreiches, besonders das Anlegen der Steuerschraube an diese ungeban* digten Völker hat eine ernsthaft drohende Gefahr her- aufbeschworen.

Das Land ist es auch ohne das hl. Mekka schon weck, daß die Tückm ihre Armee und ihre Finanzen aufs höchste anspannm, diesen fruchtbarsim Tell des tückischm Arabiens sich zu erhalten. Las Wilajet Demen umfaßt etwa 200 000 Quadratkilometer und

---- Der Schwarze Tod in China.

MM muß in der Geschichte der mmschlichm Trüb­sal bis zum Jahre 1841 zurückgehm, ehe man ein so großes Sterben findet tote das, das im Augenblick die Mandschurei heimfucht.

Vor 70 Jahren raffte die Pest in Erserum in Hoch- ormmien in sechs Wochen 36 000 Menschen hinweg. Wer ihr Austretm war nicht so schlimm wie das hmtige. Selbst der vielberufene Schwarze Tod, der wie eine zweite Gottesgeißel von China aus über Mittel- und Kleinasien einherzog, um von dm syri- schen Häfen au8 1347 die Länder nördlich vom Mit­telmeer zu vecheerm, das große Sterbm, das Europa von 1348 bis 1350 25 Millionen Menschen gekostet habm soll, selbst die gewaltigste Plage der Mensch- hett war milder in ihrer Art als die mandschurische Lungmpest.

1841 wie 1347 handelte es sich um die Blutpest, eine durch dm Pesterreger veranlaßte Eckrankung der VerdMungsweckzmge, die durch Magen- und Darm- blutungm bei dem damaligen Tiefftande der örztli- chm Kunst meist zum Tode fühcke. Heute handelt es sich um die L u n g e n p e st. Trotz der größten Er­folge der bakteriologischen Wissenschaft und der auf sie aufgebauten Behandlung des Pestbazillus ist n o ch kein einziger Fall der mmdschurischen Lun­genpest günstig verlaufen. Alle EckrMkten, auch die Aerzte, der Franzose Mesny wie der Chinese Schuschisming, find der Smche erlegen. Prof. Kita- sato, der 1894 gleichzeitig mit dem Engländer Dersin den Pestbazillus entdeckt und der seibern das Studium des Pesterregers im bakteriologischen Institut zu To­kio zu feiner Lebensaufgabe gemacht hat, steht der neuen Erscheinungsform ratlos gegenüber. Er bestätigt zwar im New Docker Herald die von den Leitern der Pestlaboratorien in Charbin, Peking, Tientsin und sonst gemachten Angabm, daß der Erreger der Lungenpest derselbe sei wie der' der anderen Erschei­nungsformen. Bei der einfachsten Form, der durch Flohstiche von Ratten auf Menschen übertragenen Beu­lenpest wie bei bne schwereren, der in den Verdcm- ungsweckzmgen wuchernden Blutpest und der dem Typhus ähnelnden Nervmpest, und bei der schwersten, der Lungenpest, handelt es sich gleichmäßig um ben Hantel-Bazillus (dumbell shape), der wie das Turngerät sein Stäbchen durch zwei kleine Kugeln abrundet. Dem kleinen, aber für die Menschheit so gefährlichen Lebewesen gehen jetzt in Charbin, Muk- den, Peking, Tientsin, Kiautschou und in den Onaran- tönestationen Chinas Schanhaikwan und Snitschungh- ften sowie auch in Antung, der Ouara.üänestation Ja- pMs, Aerzte aller Nationen zuleibe, aber keiner hat noch ein Mittel gegen die Lungenpest gefunden ober auch nur einen einzigen Eckrankten retten kcn- nen. Die Ratten sind gegen die neue Seuche gefeit. Uebcrtragcn ist sie mich nach Prof. Kiasatos Ansicht von dem fibir. Murmeltier (Arctomis bobac), das er japanisch Taibaben nennt. Im Handel heißt das Tierfell Tarbagan. Auf die Gefährlichkeit dieses Tieres als eines Pestträgers hat übrigens nach einer Aeußervmg des Professors Chantemesse in Paris schon vor Jahren Prof, Schottelin in Stuttgart auftneck- sa mgeumcht.

Den Unterschied der verschiedenen Pestformen er- fläck Kitasato folgendermaßen. Jede Pesfform ist eine Blutvergiftung. Bei der mildesten Form, der durch Floh- oder Fliegenstiche auf den Menschen übertragenen Drüsen- oder Beulenpest, tritt die Blut- bcrgtftung anfangs nur örtlich auf. Die Krankheits­herde können also ausgeschnitten werben. Eine kräf­tige Natur hilft sich auch selber, indem sie in dem eingeatmeten Sauerstoff das Gegengift findet, um das Gift der Bazillen durch die natürlichen Kanäle oder die Hallt auszutteiben. Die L u n g e n p e st ist die schlimmste E r s ch e i n u n s f o o r m der Pest überhaupt, und sie ist um so schlimmer, weil das schwammige Lungcngewebe der günstigste Nährboden der Bazillen ist. Nachweislich hat sich der an Pest gestorbene chinesische Arzt Schuschisming bei einem Gespräch an dem bloßen Hauch einet pestkranken Wär­terin angesteckt. Kitasato hält auch ein Entstehen der einen Pestform aus der andern durch geeignete Zwi­schenträger für wahrscheinlich. So prophezeit er schon jetzt für Ostasien ein allgemeines Rattensterben, also einen Ausbruch der Beulenpest. Denn leider sind in dem wenig reinlichen Asien sie Flöhe noch schwerer auszurotten als in europäischen Massenwohnungeki. Und wenn die Flöhe die Pest von den Raiten nicht übertrügen, wären Fliegen und -mderc Inletten im­mer noch in Masse da. Vielleicht treten bann auch die Zwischenglieder auf, die Blutpest der Verdauungs­werkzeuge und die dem Typhus ähnelnde Rervenpest.

Jedenfalls ist die Menschheit die Pestseuche sobald noch nicht los. Geplagt davon wird sie schon seit Jahrtausenden. Athen ist daran zugrunde gegangen, da ein größter Staatsmann der von ben Schiffsvöl­kern aus Aegypten in den Piräus eingeschleppten Seuche 429 erlag. Seit man auf die gefährliche Krank­heit zu achten gelernt hat, hat matt festgestellt, daß sie in der leichtesten Form, der Beulenpest, nie aus- stirbt. Seit 1867 ist ste von Rordchina nach Kurdistan, lociter nach Hindustan, dann nach Astrachan gewan- dert, und jetzt ist sie über ihre eigentliche Heimat, Hoch- asien, in die Mandschurei eingefallen, und z,var gleich in ihrer schlimmsten Form. Den durch das Lungen­gewebe der Menschen genährten PeftbazillnS tötet keine natürliche Hitze noch Kälte. In der Mandschurei friert es im Augenblick Stein und Bein. 2000 Särge mit Pestleichen stehen in CharbvtS Chittesenstadt Fut- schiatien unbeerbigt da und verbreiten die Pesterre­ger unter die leidtragenden Angehörigen der Toten. Hacke und Spaten zersplittern auf dem felshart gefro- reuen Boden wie Glas. Da greift der mandschurische Vizekönig zu einer gegenüber der chinesischen Ahnen- verehrmtg ganz unerhörten Maßregel. Er erlaubt dem Chefarzt der Chinesenstadt, dem wackern Dr. Wu, die Leichen zu verbrennen, aber ein Aufruhr der Leid­tragenden ist die Folge, die mit den geliebten Resten der Toten auch die Pch verteidigen. Ech als Militär in Masse mit gefälltem Gewehr anrückt, ist es möglich, die Maßregel durchzusühren, die schon Hippokrates zu Perifle's Zeiten als die befte empfohlen hatte.

Man muß der chinchschen Regierung nach den Berichten der europäischen Aerzte die Aneckennung zolleti, daß sie tut, wa» in ihren Kräften steht. Un-