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$ten«t«g den 31. Januar J9U.
58 Japtaang.
* fuldaer W Leitung •
2. Blatt.
vrnck und Verlag »er Fuldaer SetienbrnCerel in Fulda.
Reklame«- und Anzeigenteil.
{frih* die Allerkleittsten^
tretet der einzelnen Vereine brachim in wohlgesehten und ansprechenden Reden treupatriotische Gesinnung und Gefühle der Verehrung und Liebe zu Kaiser und Herrscherhaus zuin Ausdruck. Der einmütige und begeisterte Verlauf der ganzen Feier zeigte deutlich, welcher tiefe Fonds patriotischen und monarchischen Geistes noch in uns Deutschen wohnt und hoffentlich auch in Zukunft bleiben wird trotz sozialdemokratischer rmd demokratischer Verhetzung.
♦ Fritzlar, 30. Jan. 1911. Der in Frankenberg festgenommene Bandit, der zwei Frauen von hier am Büraberg überfiel, ist ein Schlosser aus Siegen mit Namen Wilhelm Kottenbach. — Der Arbeiter Peter Faupel von hier, der schon seit längerer Zeit von der Staatsanwaltschaft gesucht wurde, ist in einem Orte Süddeutschlands verhaftet und heute hierher transportiert worden. F. Hai sich wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt!, begangen auf einer Festlichkeit in Haddamar, zu verantworten.
♦ Wabern, 28 Jan. 1911. Mit einer bei den hiesigen Verhältnissen geradezu unglaublichen Einstimmigkeit wählte die hiesige Gemeinde den Domänenpächter Hch. Rover hier anstelle des von hier vet- zogmen Direktors der Zuckerfabrik Dr. Kohler in die Gemeindevertretung. — Der am 1. Dezember v. I. hier begonnene 1. Kursus der Wander- haushaltungsschule des Kreises Fritzlar fand am Sonntag seinen Abschluß. Es haben 19 Schülerinnen teilgenommen.
man keine Mühe haben, es den Kleinen zu geben, die dabei an Gr« wicht zunehmen, eine gesunde Gesichtsfarbe bekommen und frisch und fröhlich werden.
Verlangen sie ab.r ausdrücklich Scotts Emulsion und weisen Sie Mchahmungen unbedingt zurück.
Amt Geisa und Umgebung.
A Geisa, 30. Jan. 1911. Gestern hielt hier die Sattler-, Tapezierer- und Dekorateur- Innung für den vierten Verwaltungsbezirk eine Versammlung ab, in der der Jahres- und Kaffenbericht erstattet und der Haushaltungsplan für das kommende Jahr beraten wurde. Der bisherige Vorsttzende Köberich - Vacha wurde wiedergewählt. Außerdem wurde eine notwendige Statutenänderung vorgenommen.
♦ Stadtlengsfeld, 30. Jan. 1911. Das Wohnhaus des Gerichtsvollziehers Herrn Hirschfeld in der Amtsstraße ging, laut „Eisenacher Zig.", mit Nebengebäuden für 37 000 Mark in den Besitz der Firma K l a a t über. Die Firma will auf dem Häuserkomplex ein modernes Geschäftshaus errichten.
* Oechsen, 29. Jan. 1911. Wenn zur jetzigen Zeit anderwärts die Landwirte sich ausruhen, so ist hrer ein großer Betrieb von Steinfuhren ru beobachten. Die Bauern verdienen gegenwärtig ein hübsches Geld durch Anfahren von Basaltsteinen. Mancher Rain, der Jahrzehnte dem Basalt als Lagerstätte diente, wird frei gelegt. Die Besitzer dieser Grundstücke werden, teils gegen ihren Willen, von diesen platzversperrenden Steinen befreit. Zum Straßenbau der Gewerkschaft Heiligenmühle sind sie gerade recht.
Aur Oberhessen u. d. Hess. Aemtern.
* Schotten, 30. Jan. 1911. Das Dörfchen Rüdingshain beherbergt eine eigenartige Sehenswürdigkeit: 5 Brüder im Greisenalter, deren Lebensjahre zusammengezählt die respektable Summe von 390 ergeben. Diese 5 Gebrüder Müller, ein paar rechte urwüchsige ober- hessische Gestalten, sind körperlich und geistig noch frisch und gesund.
* Frankenberg, 30. Jan. 1911. Der älteste Einwohner unserer Stadt, dcr ehemalige Lo> - geiber Kaspar Finkeldcy, wurde am Samstag zu Grabe getragen. Der körperlich und geistig noch sehr rüstige Mann hat ein Alter von 93 Jahren erreicht.
* Riebelsdorf (Sc. Ziegenhain), 30. Jan. 1911. Während im größten Teile des hiesigen Kreises seit vielen Jahren das Zu sam m e n l e gun g s verfahren durchgeführt ist, steht die hiesige Gegend dieser zeitgemäßen Einrichtung ablehnend gegenüber. Zwecks Bekämpfung und Widerlegung bestehender Vorurteile hielt deshalb Herr Oekonomiekommiffar Dr. Ebersbach aus Treysa einen Vortrag über „Vorteile der Zusammenlegung", der die zahlreich erschienenen Zuhörer überzeugte und den Antrag auf Veckoppelnng der hiesigen Feldmack zur Folge haben wird.
* Kirchhain, 29. Jan. 1911. Die Arbeiten zur Herstellung eines Entwurfs für eine gründliche und zeitgemäße Ausgestaltung unseres Ohm- flnsses schreiten, dem Vernehmen nach, rüstig vor- wäcks, sodaß wohl bald damit an die Oeffentlichkeit getreten werden wird. Der Enhpurf soll an Großzügigkeit nichts zu wünschen übrig laffen. die neuesten Erfahrungen der Wafferbauiechnik, der Ent- und Be- wüfferungsanlagen, Vorfluteinrichtungen usw. sollen hier zur Anwendung in Aussicht genommen sein. Somit wird nun den Bewohnern des Ohmtales bald der wichtigste Wunsch, der viele Jahrzehnte hindurch mit an erster Stelle gestanden hat, sich erfütten. Gewiß hat cs lange, sehr lange gedauert, bis der Plan aut Ohmregulierung soweit gekommen ist, aber er wird nun kommen und das ist die Hauptsache, und dafür iverben die Bewohner des Ohmtales, die so viel durch die rückständige Verfaffung des Fluffes haben ertragen müffen, von Herzen dankbar sein.
-)(- Allendorf, Sr. Kirchhain, 30. Jan. 1911. In besonderer Weise wurde in diesem Jahre dahier der Geburtstag unseres Kaisers gefeiert. Unter den Klängen der hiesigen Musikkapelle war der Kckegerverein am Morgen zum Gottesdienst gekommen und wohnte wohl vollzählig demselben bei. Am Abend bewegte sich ein stattlicher Lampionszug, der von sämtlichen hiesigen Vereinen gemeinschaftlich veranstaltet war, durch die Sttaßen des Ortes. An denselben schloß sich ein solenner Festkommers, an dem sich über 100 Männer und Jünglinge beteiligten. Der-
Märkte.
' Frankfurter Getreidemarktbericht vom 30. Jan. Am heutigen Montag-Markt war Landwetzen besser gefragt und konnte infolgedessen auch im Preise an« Neben. Fremde Weizen waren sehr ruhig. Fortgesetzt ante Ernleberichle aus Argentinien drücken die Pr.tse, io daß die Mühlen nur wenig Kauflust zeigen. Land- loqgen ist schlank vertäuslich. Die Roggenmühlen sind vollauf beschäftigt und bleibt auch die Nachträge nach fremden Roggen eine gute. Gerste ist in guten Quält- täten gesucht und teilweise über Notiz bezahlt. Fulter- gerste vom Au-lande höher offeriert. Mais nur wenig verändert, Mehl war beule ebenfalls mehr gefragt, das Angebot der ,weiten Hand hat erheblich nachgelassen, so daß die Mühlen nut kleinen Untergebnen leicht verkaufen könnten. Die Weizenpreife sind jedoch im Be hältnis zu den Mehlpreisen zu hoch und dürste daher vorläufig mit billigere» Mehlpreisen nicht zu rechnen fein. Futterartikel waren ruhiger, die Preise etwas maller. Es notierten: Weizen, hiesiger und Wetterauer 20.30 - 20.50 Mk, auf dem Lande abgeholt 19.50 19.75 Mk., kurhessischer 20 40 —20.50 Mk. norddeutscher 00.00-00 00 Mk., ruf,sicher Nicolaiefs 21.75—22.25 M., Saxonska 21.50—22.00 M., Ulfa 21 75-22.75 Mk., Taganrog 21.75—22.50 Mk., La Plata 22.25—22.75 Mk., rumän. 22.00—22.50 Mark, Walla Walto 00.00—00.00 M — Roggen, hiesiger, 15.90 bis 16.10 Mk., auf dem Lande abgeholt 15.00—15.25 Mk., Pfälzer 16 00—16.25 M. russischer 16.75—17.00 M. rumänifcher 1675—17.00 Mk. — G erste hies. 19.00 bis 19.25 Mark., Pfalzer 18.50—19.25 Mk, fränkische 18.50—19.00 Mk.. Riedgerste 19 00-19 25Mk.,ungarische 21.00-23.00 Mk., Futteraerste 13.00-13.25 Mk. — Hafer, neuer, hiesiger u. Wetterauer 16.25—17.25 Mk., kurhess. 16.25 17.50 Mk.. vayer. 16.25—17.50 Mk., La Plata 17.00—17.50 Mark, russischer 16.75—18.00 Mark. — Mais (Mixed) 13 90- 14.10 Mark, Donau» maiß 14.25—14.50 Mark, La Plata 14.25—14.50 Mark, Odessa 14.50—14.75 M., Einquanline 16.50—17 00 Mk. - Alles per 100 Kilo netto, effektiv loko hier. — Mehl: unverändert. — Es notieren nach Qualität. Weizenmehl, hiesiges, 9tr. 0 30.50—31.00 Mk., füdd. Nr. 0. 30.50-31.00 Mk., hiesiges Nr. 1 28.50 29.00 M. füddeulsches Nr. 1 2* 50 - 29.00 M, hiesiges Nr. 3 25.50 26.00 M., süddeutsches Nr. 3 25 50—26.00 M.. h:csiges Nr. 4 21 50—2 .00 M, süddeutsches Nr. 4 21 50-22.00 M. — 'Roggen mehl, hiesiges, Nr. 0 23.50 bis 23.75 M., do Nr. 01 22.50—22.75 iw., do. Nr 1 21.50—21 75 M. Alles per 100 Stil o inklusive Sack loko t)ier. Futterartikel: unverand. — Weizenschalen 10.25 bis 10.50 M , Wetzenkleie 9.75—10.00 M., Roggenkleie 9 75—10.00 M., Weizen-Fuktermehl 12 75—00.00 M Biertreber, getrocknet, 12.25—12.50 M., Malzkeime 11.95-00.00 M., Rapskuchen 12.25—12.50 M., Palmkuchen 12.10—12.30 'ML Alles per 100 Kilo netto effektiv loko hier bei Abnahme von 10 900 Kilo.
• Frankfurter amtliche Notierungen der Biehmarkt- preise vom 0. Jan. Auftrieb: 1172 Ruwer, 310 Ochfen, darunter Oösterrch., 30 Bullen, 888 Färsen u.Kühe, 317 Kälber, 200 Schme, 1882 Schweine, leine Ziegen. Preise iür 1 Zentner: Rinder: A. Dd)fen: a. vollfieischige, ausgeulästete höchsten Schlachl wertes höchstens 6 Jahre alt l Lebendgeivichi) 49—5:1 Mark, (Schlachlgewichy 88—91 M., b. iniiflc steischige nicht ausgemästete und
MW
eao Surihetm, »en i>. Sto». 190-.
Sa mein S0i.ter.feti Milla M pdaleto von Geburt an lehr fort und IchwäqUch roar und außer Muttermilch nicht« vertragen wollte, io habe ich eS tchon vvn ieineut 3. Monat an Scotts Emutnon nehmen l Ifen, u 6 »war tn nur nan, kleinen M.ng n (V Saffeeläffcl voll', te och regelmäßig. Die« bat der Kleinen lehr gut «etan und He überreichend gekrüstigt, la da» fte he le u tt 6 M naten i: P und wiegt, durchaus träilig ist unb alles, was man irr, deut Atter an gern Ifen, zu essen gibt, 111)111 rinunleOchUalt und gut verträgt. Labet tft der Appetit ce’ »inBes auch em s hr «mer. (SS tl meine Uebe'.;eaguna, daß Scans (Smulfton ’ür (vtche Kinder etne große Moh.lat ist, uro tt werde sie allen Müttern, roo ich kann, entpfebUtt. , ( ef.) Rosa Scholl Ein Hauplvorzug von ScottS Emulsion ist ihte- leichle Äertaulichkeik, ein Punkt, der besonders dann in Betracht kommt, wenn es sich um ein Kräftigungs« mittel handelt, das man den Allerkleinsten gibt. Da das Präparat außerdem wohlschmeckend ist, wird
Aus dem Nachbargebiete.
* Wolfhaqcn, 30. Jan. 1911. Das Ergebnis der Volkszählung war folgendes: Be- ■ wohnte Wohnhäuser 4396, unbewohnte 87; männliche Einwohner 11,52*’, weibliche 13,122, zulammen 24,642; im Jahre 1905: männliche 11,435, weibliche 13,049, zusammen 24,484, Hegen 1905 mehr 15^ Personen.
* Göttingen, W. Jan. 1911. Die Amtskette für unfern Oberbürgermeister Calsow, die ihm vor zwei Jahren bei Anwesenheit des Kaisers verliehen wurde, ist jetzt eingetroffen. Die Herstellung hat so lange gedauert, weil Untersuchungen über die Form des Stadfwappens nöttg waren. Die Kette ist in modernem Stil, aber in Anlehnung en die Formen unseres Rathauses gehatten.
* Mainz. 30. Jan. 1911. En. a LO.OOliQuadrat- suß Baugelände für Villen hat die Reichs- toiit; iffion in den letzten Tagen verkauft. Sicherem Vernehmen nach wird beabsichtigt, noch in diesem Jahre aus dem Gelände hinter dem Stehp.nT eine Anzahl von Einfamilienhäuser zu erbauen und -,n mäßigen Preisen zum Verkauf zu stellen. — In der Rheinischen Bierbrauere> entstand in der Rächt zum Sonntag ei - Schadenfeuer. Die Rellung-arbeit war ziemlich gefahrvoll, da man über Dächer Hirn eg an die Brand- slä! e Heran mußte. Der Beirieb wurde nicht ge- siör : der Schaden, etwa 100,000 A, ist durch Ve> sicherung gedeckt.
ältere ausgemästete (Lebendgew? 44—48 M., (Schlachtg.) 80—87 M., e. mäbig genährte sunge, gut genährte ältere (Lebendgew.) 41-43 At., (Schlachtgew.) 75-79 Mark, d. gering genährte jeben Alters (Lebendgew.) 00-00 M., (Schlachtgew.) 00-00 M. L Bullen: a. vollfleischtge, ausgewachsene höchsten SSIachtwertes (Lebendgew.) 45- 47 Mark, iSchlachtgew.l 75—78 M., »>. vollsteischige jüngere t Lebendgewicht) 40—42 Mark, (Schlachtgew.1 66-70 Mark, v. mäßig genährte jünger« und gut genährte ältere Lebendgewicht) 00 - 00 Mark, (Schlachtgew. 00—004«.,d. genug genährte Lebendgew.) 00-00 Mk., (Schlachtgew.) 00 -00 M. 6. Färsen und Kühe: a. voltfletjchige, au9gemäftete_ Färsen höchsten Schlachtwertes (Lebendgew.) 42—47 Mark, (Schachtgew.) 75—84 M., b. vollsieischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren (Ldgew.) 40—45 Mk, (Schlachtgew.) 74—81 M., c. ältere aus» gemäftele Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen (Lebendgew. 1 36—40 Bk-, «Schlachtg.) 69-77 Mark, d. mäßig genährte Kühe und Färsen Lebendgew., 24—29 Mk., (Schlachtgew.) 48-i,8 Mk e. gering genährte Kühe und Färsen (Lebendgew.) 21 — 36 M., (Schlachtgew.) 48—52 M. D. Gering genährtes Jungvieh «Fresser) (Lebendgew.) 00—00 M„ lSchlachtgO (.00 - 00 Mk. Kälber: a. Doppeleuder sein sie Mast (Lebendgew.' 00—00 Mk., (Schlachtgew.) OO—00 Mk. b seinste Mast- (Vollnnlchmast) und beste saugkalber (Lebendgew.) 56—60 3)«., (Schlachtgew ) 93-1)1 M. e. mittlere Mast- und gute Saugkälber (Lebendgew.) 52—55 Mk., (Schlachtgew.) 88-93 Mk.^ d. genüge Saugkälber (Lebendgew., 50—51 Mk., (Schlachtgew.) 85- 86 Mk. Schafe: a. Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Lebendgew.) 39-40 Mk, (Schlachtgew.) 82—84 M., b. ältere Masthämmel und gut genährte Schafe (Lebendgewicht) 00- 00 Mk, (Schlachtgewicht) 00—00 Mark, c. mäßig genährte Hammel und Schafe (Merz-Schafe (Lebendgewicht) 00 —OOMk., (Schlachtgw.) 00—00 Mk, d. Marsch,chafe oder Riederungsfchafe (Lebendgew.) 00-00 Mk, (Schlachtgew.) 00—OO Mk, Schweine: a. Fettfchweine über 3 Zentner Lebend- gewicht (Leb.-Gew.)51.00-53.00 M., (Schl.-Gew 65-66 Mark, b. vollflei,chige Schweine über 2*i« Ztr. Lebend- gewicht (Lddg.) 5100-52.50 Mk, (Schlachtgew.) 646)0— 65 Mark, c. vollsteifchige Schweine über 2 Zir. Lebendgewicht (Lebendgew.) 50.00— 53.00 M., (Schlachtgew.) 60.00 65.00 M, d. vollfieischige Schweine bis zu 2 Zir. Lebendgewicht (Lebendgew.) 51.00—53.00 2)r, (Schlachtgew.) 64.00 - 66.00 ML, e. fleischige Schweine «Lebdgew ) 48.00-49.50 Mk, (Schlachtgew.^ 60.00—62 Pjark, f. Sauen (Lebendgew.) 00.00 Mk, (Schlachtgw.) 00 Mark. — Das Rlnbergeschäst wickelte sich m Ochsen gedrückt, sonst lebhaft ab; gute Ochsen gesucht und bester verkäuflich. Es wird ausverlaujt. Der Kälberhandel verlies flau. Der Geschäftsgang m Schafen war glatt. Der Schweinemarkl war belebt. Kälber, Schafe und Schweine werden geräumt.
Aus Airche und Schule.
♦ Saalfeld '(Thüringen) , 26. Jan. 1911. Am lebten Sonntag wurde der bisherige Siadckaplan tn Astlsaffmburg, Herr Hock, als Kuratus in S a a l f e l d eingeführt. Damit ging ein lang gehegter Wunsch der Saalfelder katholischen Gemeinde mit zirka 450 Seelen (65 Schulkinder) in Erfüllung Saalfeld erhielt seinen ersten katholischen Priester seit den Tagen der Reformation. Eine schlichte schone Kirche in roinantischem Stile war bereits in den Jahren 1905/06 durch den Kuratus in Pößneck, der bislang Saalfeld mitpastorierte, erbaut worden. Periodischer Gottesdienst war indes schon als mehr 20 Jahre in Saalfeld resp. Unterwallenborn bei Saal- fckd gehalten worden, und zwar, da Pößneck einen eigenen Geistlichen erst 1903 erhielt, durch den Mis- flonspsarrer in Rudolstadt. Durch Die Besetzung von Saalfeld hat der sechste Geistliche seinen Einzug gehalten in das Gebiet, welches vor 35 Jahren der Geistliche von Rudolstadt allein zu pasiorieren hatte, und das Teile von vier Diözesen umfaßt: Rudolstadt (Paderborn), Gera (Dresden), Weida und Neustadt a. Orla (Fulda), Pößneck und nunmehr Saal- seld (Würzburg). Wenn man bedenkt, daß jetzt noch einzelne dieser PfarrÄeu über die Grenzen eines Fürstentums hinausreichen (Gera: für das ganze Fürstentum Reuß j. L. und Teile von Sachsen-Alten- burg Rudolstadt: für das ganze Fürstenttim Schwarz- burg-Rudolstadt, Teile von Sachsen-Altenburg und Weimar), so kann man sich eine Vorstellung machen, wie beschwerlich vor noch nicht allzu langer Zeit die Pastoratton in Thüringen sich gestaltete, zumal die Berkehrsgelegenheit erst in den letzten Jahren bester geworden ist. Möge die Tätigkeit des ersten Kuratus in dem Saalfeld der Fabriken eine ebenso gesegnete sein wie die Tättgkeit der Franziskaner und der Benediktiner in dem mittesiRerlichen Saalfeld mit feiner Kaiserpfalz (Ruin: Hoher Schwarm)! Von der Blüte des katholischen Lebens in Saalfeld jur Zeit des Mittelalters gibt noch jetzt vor allem die prächtige gotische Johaimeskirche aus dem 15. Jahrhundert beredtes Zeugnis. Zeugnisse christlicher Kunst findet man oder konnte man ehedem finden in den meisten Stadt- und auch Dorflircben Thüringens; ste stamm- ien fast ausschließlich aus der Schnitzerschule der Saalfelder Benediktiner, einer der berühmtesten des Mittelalters. Die BenedMnet-Abtei Saalfeld wurde in den Bauernkriegen zerstört und an ihrer Stelle das heutige herzogliche Schloß erbaut. Politisch hat Saalfeld den häufigen Besttzwechsel der Thüringischen Städte mitgemacht. Bemerkenswert ist, daß es unter dem Erzbischof Hanno von Köln zeitweilig diesem Kurftirsteniume angegliedert war.
6colt8 ISmulflon wird von uns auSiebNeßllch im iroßeii ver« kauft und zwar nie lo’» nc ch @en>td)t ob« Maß. sondern ritt in vtrst-a-Uen Ctlglrcinafdten In Karton mit unserer Echutz», mark« (Fiicher mit dem Darsch), Scott u. Botvn«, iö. uu b. H. graukfucl a. M.
SellanileUe: ssetnsler me6t»tncl»tiebertrar 1MV, prima. Bltncttn 50,o, nnterphLSvhortAsaurer «alt 4,3. untetpholpOo-tR« iauceS Natron 2,0, prt'v. Tragant s,o, fetnft« acab. «Summt >ul». 8,0 beitill. 1LQ er 129,0, «ilohol 11,0. Hierzu aromatisch, Dmulflon mit Zimt, . anbei- und GcinltheriaSl le o Tro»en.
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Ilk WkW Lilie WA GalSasee.
1] Roman von Erich Friesen.
1.
Tiebzehu Jahre ist ste alt. Und kastanienbraune, goldig schimmernde Locken hat sie. Und ein Paar tiefblauer, wie von innen heraus erhellter Augen. Und eine gertenschlanke, biegsame Gestalt von wundersamer Grazie.
Wer? . . .
Lttia Baletti in Gardone. Die „weiße Lilie vom Gardasee" — wie ste in der ganzen Umgebung heißt.
Richt etwa in glänzender Karosse kntschiett fie die fonnenübergluteten Ufer des Sees entlang, gefolgt bon einer Suite eleganter Kavaliere. Richt einmal in modischem Seidenfähnchen, mit spitzhackigen Schuh- che» und großem Fedechut stolziert sie die blumenumsäumte Promenade daher.
Nein. Im einfache» geblümten Kattunkleid sitzt Pe zumeist zu Haufe in ihrem nichtigen Zimmer und ftobft Strümpfe oder flickt Wäsche.
.. auch der liebliche Mädchenkopf beugt sich ^eichenmappe, während der Stift flink über E Papin fährt. Denn Lllias Traum ist es, ein- Mai nnx groß, Malerin zu werden. —
ve.ute .ein klarer heiterer Juni-Rachmittag.
ß. .em Slänzender blauer Spiegel liegt der SS Kein Wellengekräusel. Kein Wafferge-
J ^'sigeschlafen ist der ganze See, wie lächelnd in seliger Riche.
. E Ufer sich hinziehende Straße von Ma- .0«no enua.ig sprengt ein Retter. Als er die ersten ÄXtioer von Gardone erreicht, blickt er sich suchend um.
Em junger Bursche kommt des Wegs.
. ^kttcr hält seinen Braunen an und stellt an «en Burschen eine Frage
2"er niustert den eleganten Herrn von oben bis l™!. Zieht die Stirn kraus, bequemt sich aber doch, nn dem Daumen rückwärts zu deuten nach einem snscheinbaren HäuSckjen brnnten am See.
Der Reiter tentt sein Tier herum und folgt der angegebenen Richtung.
Er bemerkt nicht den mißtrauischen Blick, der unter den buschigen Brauen des Burschen hervorschießt, bevor er mürrisch weitergeht. Hört auch nicht die ihm leise nachgeschleuderte Verwünschung:
„Per bacco! Was will der vomehme Signore unten bei den Balettis?"
Hell beleuchten die Sonnenstrahlen die elegante Männergestalt, die wie migewachsen erscheint auf dem feurigen Tier, das im leichten Trabe dahintänzelt.
Jn^vischen sitzt Lilia Baletti wie gewöhnlich in dem niedrigen Wohnzimmer an einem groben Tisch am Fenster, dessen kleine, aber blitzblanke Scheibm hinausblicken auf den spiegelglatten See.
Nicht allein ist sie. Am andern Ende des Zimmers bewegt sich eine auffallend hohe, dunkelgefleidete Frauengrstalt, mit dem Abräumen des Mittagstisches beschäftigt, geräuschlos hin und her.
Sie hat etwas von der geisterhaften Anmut, der erhabenen Würde an sich, die fast jeder edlen Frau, deren Herz vom Sturm des Lebens gebrochen, eigen ist.
Jetzt wendet die Frau den Kopf nach der eifrigen Zeichnerin am Fenster.
Ihr edelschönes, aber strenges Gesicht ist bleich. Ein herber Zug liegt um den sestgeschloffenen Mund. Die dunklen Augen sind trübe wie von vielem Weinen.
„Laß jetzt das Zeichnen, Silin! Du weißt, die Stickerri soll morgen in Riva abgeliefert werden. Und auch Carlinos Strümpfe haben Löcher."
Wie aus einem Traum erwachend, hebt Lllia das zierliche Köpfchen.
„Gleich, liebe Mutter l Nur noch ein paar Striche!"
Und schon schattiert die kleine Hand wieder an dem Bernhardinerhund herum, den fie geschickt einer Vorlage nachzeichnet.
Voll mütterlichen Stolzes ruht der Blick der bleichen Frau auf dem flebreizendm Geschöpf, auf besten goldigglänzendes Gelock die hereintanzenden Sonnenstrahlen leuchtende Reflexe werfen.
Und doch findet der schmerzverzogene Mund kein zärtliches Wort. Im Gegenteil. Roch finsterer ziehen sich die dichten Brauen zusammen; noch herber wird
„Wer so tief in der gesellschaftlichen Stellung gesunken ist, wie ich, kann sich niemals wieder empor- schwingm", erwiderte sie hart.
der Ausdruck des schmalen Gesichts.
„Ich wünschte. Du gäbest Dich mehr den häuslichen Arbeiten hin, als Deine Zeit mit derartigen Tändeleien zu vergeuden, mein Kindl"
Erschrocken wirst Lilia den Zeichenstist fort.'Zaghast öffnet fie ben Mund zu einer Entgegnung.
Doch Frau Jngeborg Baletti kommt ihr zuvor.
„Ich weiß. Dein Herz hängt am Zeichnen und Malen von Kindheit an", sagt sie etwas sanfter. „Aber wir sind arm und können uns folchen Lums nicht gestatten."
„Ich tauge nun einmal nicht zum Wäscheausbes- fetn und Strümpfestopfen!" seufzt das Mädchen auf, indem sie widerstrebend die Zeichenmappe schließt.
„Wenn Du nur den ernsten Willen fassen wolltest — es würde schon gehen. Auch mir kam es zuerst schwer an. Aber — der Mensch kann alle«, was er emstlich will!"
Leichte Röte steigt in LiliaS zarte Wangen. Impulsiv springt ste auf und schlingt die Arme um den Hals der Mutter.
„Ach, wenn ich doch nicht ein so erbärmlich schwaches Geschöpf wäre!" ruft sie verzagt. „Wenn ich so energisch und tatkräftig wäre, wie Du, Mutter!"
Und voll Ehrfurcht drückt sie die fchöngeformte, aber vom harten Arbeiten schwielige Hand an die
Lippen.
Schweigend streicht die Frau über das kaufe Gelock ihres Lieblings. Ein zärtlicher Ausdruck verschönt einige Augenblicke die früh gealterten strengen Züge.
Lilia aber blickt nachdenflich vor sich hin. Dann richtet sie die Augen voll Bewunderung auf die maje- stättsche Gestalt der Mutter.
„Wie ist es nur möglich, daß eine Frau wie Du es zu nichts Großem im Leben bringen konnte, Müi- terchm?"
Weggewischt ist jede weichere Regung in dem Antlitz der Frau.
Aufs neue umschlingen die weichen Mädchenarme den Hals der Mutter.
„Du Liebe, Gutei Was bist Du uns gewesen von Kindheit an! Mir und Carlino!"
Ein Seufzer entringt sich der Brust der Frau.
„Meine armen Kinder! Was wird aus Euch werden, wenn ich nicht mehr bin!"
„Aber bet Vater —* wagt Lilia schüchtern einzuwerfen. Eine abwehrende Handbewegung läßt sie sofort wieder verstimmen.
Eine Weile- verharren beide, sich innig umschlungen haltend, fast regungslos. Dann hebt Lilia schüchtern den Kopf.
„Mutter!"
„Mein Kind?"
„Darf ich noch immer nicht wiffen, wer —* Lilia zögert, um dann mit einem energischen Entschluß fortzufahren — „wer — Deine Eltern waren?"
Doch schon reut sie die Frage.
Mit einem Ruck hat Frau Jngeborg sich aus den ste umschlungen haltenden Armen befreit. Um ihre Lippen zuckt es.
„Frage mich nie wieder danach!" stößt sie erregt hervor. „Nie!! Höch Du? . . . Seit ich das Vaterhaus und die Heimat verließ und dem Manne meinet Wahl zum Altar folgte, bin ich für meine Eltern tot!"
Mt wett aufgeriffenen Augen starrt Lilia die Mittet an.
Diese aber nimmt gar keine Notiz mehr von der Tochter. Sich hastig über die Stirn streichend, als wolle sie all die trüben Erinnerungen, die nicht zur Ruhe kommen wollen, fotffcheuchen, verläßt sie, den feinen Kopf, dessen dunkle Flechten bereits Sllberfäden durchziehen, tief gesenkt, wie unter allzuschwetet Last, das Zimmer.
Fortsetzung folgt.).