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Aus dem Nachbargebieie.
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„Gewiß, man sollte in diesem Sinne sogar etwas weiter ausgreifen; lassen Sie mich ein wenig nachdenken, Sir', sagte Monkton, indem er überlegend an
Tange.
* Mainz, 25.Jan. 1911. Bei dem Preis» Wettbewerb für den Neubau einer Sy na- qoge sind 133 Pläne einqeaangen. Die beiden ersten Preise von je 2500 Jk erhielten die Architekten Gras in Stuttgart und 41 enzel in Dresden; den dritten Preis von 1000 Jt Fuß & Dtlsch in Düsseldorf. — Die 78jährige Frau Stefan hantierte vor dem Ofen, als ihre Kleider Feuer singen. Die Frau erlitt so schwere Brandwunden,' daß sie kurz nach ihrer Einlieferung in das Krankenhaus starb.
JV6 21.
Donnerstag 26. Januar 191b
58 Jahrgang.
angestellren-Tag emberusen werden. Der Bundesrat kann dis Milte Fedrnor seine Beratungen beend« haben, lo dah noch vo, ilblauf des Februar die Vor» legung des Gesetzentwurfs an den Reichstag z» «q warten ist.
zuwmdend, „heißen Sie wirklich Monkton, oder liegt hier ein Verkennen der Persönlichkeit vor?"
„Sir", entgegnete der Heuchler demütig, „ich war, als ich in der bewußten Angelegenheit hierher kam, nicht darauf gefaßt, daß ich um der Vergangenheit willen zu leiden haben würde. Ja, Sir, ehe ich er- wcch wurde, hieß ich Leonhard Monkton, und machte diesem Namen Schande. Aber ich bereute, und als ich in bett anderen Stand eintrat, ließ ich die ganze Vergangenheit, auch meinen Namm hinter mir. Ich war Commis bei jenem Manne, und —" hier vergaß er seine singende Sprechweise — „gleichzeitig befand sich Ihr Sohn. Walter Clisiord, in dem Geschäft. War es nicht so, Mr. Bartley?"
„Saften Sie mich aus dem Spiele", entgegnete Bartley „Ich werde nichts sagm oder tun, was Jhnm bienen unb Oberst Clifford unangenehm sein könnte." __
„Geben Sie der Wahrheit die Ehre, ohne an die Folgen zu denken", sagte der Oberst.
„Gut denn", gab Bartley widerwillig zur Antwort. „Allerdings arbeiteten beide in meinem Comptoir, und dieser Mensch hier bestahl mich."
„Eins nach dem andem", fiel Monkton ein. „Habe ich Sie vielleicht nm zwanzigtausend Pstmd bestohlen, wie Sie Mr Walter Clifford?"
Seine Stimme klang schneidmd. schnell merkte Monkton, daß er unüberlegt gesprochen und zuviel gesagt hatte. Er zog es deshalb vor, eine Entgegnung des Obersten Clifford nicht erst abzuwarten und als zudem die Gardine des kleinen Zimmers sich öffnete und zwei feuersprühende Augen sichtbar wurden, verlor Monkton vollmds die Fassung und tote em gesessener stürmte er an Oberst Clifford wrbet aus dem. Hause ungeachtet der draußm stehenden Grubenarbeiter.' Diese fielen, sobald Monkton ins Freie trat, über ihn her und mißhandelten ihn schwer. In seiner Droschke fuhr man den Ueberfallenen in die „Schwarzbraune Kuh", wo er, krank und mit großen Schmerzm in den zerschlagenen Gliedern, gebettet werden mußte Fortdauernd stöhnmd, wortkarg und teilnahmslos gegen seine Umgebung lag er den ganzen Tag über da.
(Fortsetzung folgt.)
. Mit der eljatz-lothringMen Ber- faiinngsreform
wird der Reichstag sich heute in erster Beratung be
schimpfen dürfen — vorausgesetzt nur, daß es gegen das Zentrum ging. Unb bie Haltung der Straßburger Regierung bei ben letzten Demo«- strationSumzügen der Sozialdemokratie, wo die Polizei dem Zuge voranschritt und die Absingung berüchtigter franzositchm Lieder ausdrücklich genehmigt wurde, wird gewiß — mit Ausnahme vielleicht oon Baden — m Alldeittschland ebenso wenig Verständnis finden. Ganz besonders möchten wir wünschen, baß bas kolonisatorische Wirken der elsa ß-lo thrm- gischen Regierung, die Art ihrer Bemubun- gen, die reichsländische Bevölkerung mit den neuen Verhältnissen auszusöhnen und zur Reichstreue zu erziehm, einmal kritisch geprüft werde. Es ist leider nicht zu leugnen, daß Einheimische und Em gewanderte sich heute noch vielfach als zwei fremde Völker gegenüberstehen. Wie das kommt, dafür weckt z B folgende Tatsache einiges Verständnis. Früher kapitulierten viele Elsaß-Lothringer, in der Hoffnung, dann in ihrer Heimat als Militäranwatter Anstellmig zu finden. Es ist wohl kein Ztveifcl, daß gerade die Besetzung zahlreicher BeamtmsteNen mit Einheimischen geeignet gewesen wäre, die reichsländische Bevölkerung mit dem Reiche innig zu tierbtn- bn. Es war so weit, baß sämtliche in Betracht kom- kommmbe Stellen mit einheimischen Milttäranwar- tem hätten besetzt werden können. Da kommt ein Ufas daß 50 Vrozcnt der Stellen den Angehörigen der im Reichslande stationierten Truppenteile Vorbehalten sein sollten. Natürlich kamen in der Praxis fast nur preußische und zwar protestantische Beamte zur Anstellung, und die weitere Folge war ebenso natürlich, daß die Zahl der Kapitulationen von Elsaß-Lothringern immer geringer wurde Man verlangt mit Recht von der elsaß- lothringischen Bevölkerung, daß sie loyal, reichstreu gesinnt sei. Wer man will es ihr nur zu oft verdenken, daß sie in erster Linie an ihrer engeren Heirat hängt. Wer nimmt es dem Preußen, dem Bayern usto übel, daß et in erster Linie Preuße und Bayer, erst in zweiter Linie Reichsangehöriger ist. Dann soll man das gleiche dem Elsaß-Lothringer nicht zum Vorwurf machen. Aber anstatt setn Heimaisgefühl zu stärken, ihm seine Wohnung in dem großen Hause deutschen Reiches lieb und angenehm zu machen, hat man — mit mehr ober weniger Absicht — vielfach ihm nad; Möglichkeit seine Wohnung
- nicht g-außnt. Wenn sie stch i . ^lr Errichtung einer solchen sind neuer*) bavon ausgehen muffen, daß das | ^s, nachdem die Verhandlung mit Frankfurt a M. zum Anschluß an die Frankfurter Kläranlage weg« der hohen Forderungen der Stadt Frankstnt cnbgük, tig abgebrochen sind, Erhebungen über die Kosten im
Die Tränen, die ich einem alten Soldaten erpreßt habe, brennen mir ins Herz. Ich liebe seinen Sohn nicht mehr und werde die Sache jedenfalls nicht weiter verfolgen. Sie, mein Herr, haben sich aber eine Menge Mühe und Auslagen in der Angelegenheit gemacht, und ich bezweifle nicht, daß Oberst Clifford bereit sein wird, Sie zu entschädigen So überlasse ich Ihnen denn'alles Weitere und keine Macht der Erde soll mich bewegen, auch nur noch einen Schritt zu tun."
Monkton schrieb schnell einige Worte auf eine seiner Karten und händigte diese der Dame ein, indem er sehr ruhig sagte:
„Es scheint mir allerdings, daß Sie nicht imstande sind einer Auseinandersetzung dieser Irt beizuwohnen. Bitte, fassen Sie sich und gehen Sie. Ich kenne Ihre Wünsche und Ansichten über Die Angelegenheit in diesem Augenblick besser als Sie selbst und werde danach handeln."
Die Dame gina unb begab sich nach der „Schwarz- braunen Kuh", wohin Monkton sie durch die auf seine Karte geschriebenen Worte sandte.
„So sind die Frauen, Sir", sagte Monkton. „sobald sie Ihnen nicht mehr gegmübersteht, sondern allein über ihre unglückliche Lage nachdenkt, ist sie doch weder Fräulein, noch Frau, noch Witwe, wird sie gewiß unzufrieden sein, wenn ich nicht eine Entschädigung für sie ausgewirkt habe."
„Die hat sie jedenfalls zu fordern", erwiderte der Oberst ernst.
„Besonders, wenn sie den Mund hält", fügte Monkton hinzu.
„Gleichviel, ob sie schweigt oder nicht", fuhr der Oberst fort. „Wie soll man die Sache überhaupt noch geheim halten, da Sie dieselbe bereits meiner Schwiegertochter mitgeteilt haben und eine Trennung von meinem Sohne unvermeidlich ist. Die Entschädigung muß ftattfinben, wäre es mich nur, um den Verbrecher zu bestrafen."
Hansabund und Reichstagswahlen.
Hansabund nichts weiter als eine schutztruvpe Liberalismus zur Besorgung der Wahlgeschafte mentlich des Freisinns ist, stand für jeden Einpchttgen von vornherein außer Frage. Auch dte Nattonauibe- ralen haben sich von Anfang an für den Gelchack des Hansabundes begeistert, weil sie von feiner Unterstützung für die kommenden Wahlen gleichfalls vorteile erhoffen. Nun stellt es sich heraus, daß bei der Entscheidung zwischen einem nationafiiberalcn und einem freisinnigen Kandidaten die „Neutralität de-- Hansabundes keineswegs gesichert ist. In einer in. Darmstadt abgehaltenen Versammlung des Hansabundes war der freisinnige Führer, Kommerzienrat Langenbach, so neugierig, an den Berliner Vertreter mehrere Fragen über das Verhalten des Bundes bei der Entscheidung zwischen Freisinn unb Nationalliberalismus zu stellen; insbesondere wollte er toi||en ob der Bund in Darmstadt, wo der Freisinn dem ohnehin von der Sozialdemokratie stark bedrohten national- liberalen Abg. Dr. Osann einen Gegenkandidaten entgegenstcllt, nicht dem Freisinn gegen Dr. Osann
hatte keine Furcht, von ihnen erkannt zu werden, denn er hatte jeden Zug des veröffentlichten Signalemmts aus seiner äußeren Erscheinung vertilgt; aber schon ihr Anblick unb der Gedanke an das Strafgericht, das sie über seinen toten Mitschuldigen hatten ergehen lassen, flößte ihm Entsetzen ein. Schm trat er vom Fenster zurück und trug Sorge, demselben von jetzt an den Rücken zu kehren.
„Ich glaube, daß Sie Recht haben, Sir, und daß man die Frau mit einigen tausend Pfund schadlos halten mutz", stihr er fort. „Sie wissen, daß sie Entschädigungsansprüche erheben und ein wahres SW pflost-r an dem Leibe Ihrer Familie werden konnte Als unparteiischer Mann glaube ich indessen, sie wird sich, bei billiger Abfindung, dazu verstehen, das Geheimnis zu bewahren und selbst ihren Mädchennamen wieder anznvehmen."
Währmd Monkton diesen vermittelndm Vorschlag machte, schlug Bartley die Vorhänge eines der Nebenzimmer zurück unb wollte eben mit seinem Kontrakt in der Hand eintreten, als er eine betanme stimme vernahm. Halb daran, halb an den dünnen Lippen erkannte et feinen Mann.
„Monkton! Was macht bet Schurke hier?" rief et.
" Monkton", entgegnete der Oberst, „bet Mann heißt nicht Monktonj sonbern M-redith unb ist Geistlicher."
„Bartley musterte den so Bezeichneten mißtrauisch, aber Monkton begegnete seinen Blicken mit vollkommener Ruhe. Währenddem überreichte ein eintreten- bere Diener dem Obersten einen Zettel von Grace, welcher folgende Zeilen enthielt:
„Mein Vater war Trauzeuge. Der Bräutigam wat aber nicht unser Walter, sondern, soweit er sich erinnert, der andere Kommis, Leonhard Monkton, welcher Mr. Bartley bestahl und einen Teil des Geldes in unseres Walters Taschen praktizierte, um ihn zu verderben. Papa rettete Walter damals. Lassen Sie den Menschen nicht entwischen."
Oberst Clifford's Augen lmchtetm triumphierend auf; aber er unterdrückte seine Erregung.
Bestellen Sie, ich würde daran denken; zetzt bin ich beschäftigt", sagte er zu dem Dienernder sich mit diesem Bescheid entfernte.
„Nun. Sir", fcmann er, sich wieder dem Ge.ttlichen
Wahlhülfe leisten will. Der Berliner Beamte des I hansabundes zog sich mit einem Achselzucken vorsichtig aus der Affäre. Um so deutlicher wurde dann ein Rechtsanwalt aus Gr. Gerau, der mit dem Austritt zahlreicher Freisinniger aus dem Hansabund drohte, wenn der Bund nicht mit aller Entschiedenheit sich gegen Dr. Osann und für den freisinnigen Kandidaten tm Wahlkreise I Darmstadt-Gr. Cer au erkläre. Nette Aussichten für die armen Nationalliberalen, die auf der emen Sette I in den ländlichen Bezirken auf die Hilfe des Bundes der Londwitte angewiesen sind und auf der anderen I Seite doch auch den großen Geldsack des Hansabundes in dem bevorstehenden Entscheidungskampt nicht I missen wollen! Daß das Z e u t r u m unter kernen Umständen auf die Unterstützung des Hansabundes I rechnen kann, auch wenn es Kandidaten aus der I Mitte des kaufmännischen Erwerbskebens anfstellt, das steht fest; denn der Bund ist ja als ein Kainpsrnstru-1 ment gegen Konservative uns Zentrum geschaffen worden, und darüber herrscht heute auch unter den I dem Zentrum angeftörenben Kaufleuten und Handwerkern, deren Betträge man gar so gern auch entge= tan hätte, kein Zweifel mehr, wohin die Rerse des Hansabundes acht. Daß aber sogar ein nahonalube= raler Politiker wie Dr. Oimn bei der kommenden Wahl die Befehdung durch den Hansabund zu gewärtigen haben soll, das entbehrt nicht der Komck und eröffnet eine merkwürdige Perspektive für bie ^uruntt. j Der Hansabund wird auf diese Weise nnt Hufe der Freisinnigen den Wahlkreis totsicher wieder der L-o- zialdemokratie in die Hände spielen.
v Da? wirtschaftliche Leben geht Weeder aufwärts' Die Statistik weist es auf den verschiedensten Gebieten na*. In ben ersten neun Monaten des laufenden Etalsiabres haben sich bie Einnahmen btr preußisch-hessischen Eis enbohnVerwaltung nünftig entwickelt, und man kann bannt rechnen, daß die Einnahmen im ganzen ®tatsjahre ben Etatsvoranschlag nm über 100 Millionen Mart übersteigen werben. Auch die Einkommen- steuer hat st* nicht mmber erfreulich entwickelt. Im Jahre 1909 ist das Einkommen der m den Städten wohnenden Steuerpflichtigen Preußen-^ gegen das Jahr vorher um 400 Millionen Mark ober rund 4 v. H-, das Einkommen der Land- beioohner dagegen nur um 100 Mill. Mark ober um 2,66 v. H. 'gestiegen. Tie Städte haben also den weitaus größeren Anteil an dieser erfreulichen Entwickelung. Wie ferner festzustellen ist, hat au*
Aus Kirche und Schule.
* New-York, 23. Jan. 1911. Die protestantische Eptskopal-Kirche, die etwa 3Vt Millionen Anhänger zählt, hat die Anregung zu einer Einigung aller christlichen Kirchen der Vereinigten Staaten von Nordamerika ergriffen und in diesem Sinne ein Schreiben an alle christlichen Sieden gerichtet. Kardinal Gibbons, Erzbischof von Baltimore, der auch ein solches Schreiben erhielt, hat daraus in einer Predigt in seiner Kathedrale geantwortet. Er führte darin aus, auch ihm fet Der Gedanke an eine Einigung teuer und er sehne sich von ganzem Herzen nach dem Tarr, wo es nur eine Kirche, einen Hirten und eine Herde geben werde. Aber diese Einigung könne nur dadurch verwirk icht werden, daß alle Chrfftenj ein einziges Haupt anerkennen. Christus Hades nicht mehrere Kirchen, sondern nur eine einzige gestiftet, die als sichtbare Gemeinschaft auch ein sichtbares Oberhaupt haben müffe. Das sei dr, katholische Kirche und ihr Oberhaupt, der Papst. Um die Einigung herbeizuführen, müsse man einfach dieser Kirche sich anschließen.
Ein gesahrUches Geheimnis.
82] Roman in zwei Banden von Charles Reade.
„Nur gemach, sie hat sich ja noch gar nicht geweigert", sagte der Oberst
Lucie fuhr mit der Hanb in bie Tasche unb zog ein Paket Briefe hervor. Aber sie zögerte noch immer unb fragte mit einem schüchternen Blicke auf ben gestrengen Monkton:
„Kann ich geztormgen werben, sie herzugeben?"
„Jedenfalls nicht", entgegnete ber Gefragte, „aber Sie können dieselben wohl für einige Minuten ben iHänden eines Mannes wie Oberst Clifford anver- traueit Ich bin durchaus der Meinung", fiihr er fort, „daß, wenn man Sie nicht dem Sohne dieses Herrn gegenüberstellt (was beiläufig gesagt, nicht Ihre Schuld träte), diese Briefe dem Vater vorgelegt werden müssen, damit er sich sowohl von ihrem Inhalt, wie von ber Handschrift überzeugt. Er wirb bann zu beurteilen vermögen, ob sie von seinem Sohne her- riihreii ober nicht, imb da Sie offen unb ehrlich zu Werke gegangen sind, wird er es auch tun unb Ihnen die Wahrheit sagen."
Oberst Clifford nahm bie Briefe mb überflog zwei bis brei berf eiben. Sie ^enthielten jugendlich glühende SiebeSbeteuerungeii, bie allerdings auf ben Wunsch einer ehelichen Verbindung schließen ließen, und waren in einer Handschrift geschrieben, bie ber Oberst so gut kannte wie feine eigene.
„Diese an Miß Monkton gerichteten Briefe sind bon meinem Sohne geschrieben", sagte er feierlich, unb bann, zum ersten Mal im Leben zusammenbrechend, fuhr er fort: „Gott möge ihm vergeben unb ihm und mir helfen! Die Ehre der Clifforbs ist jetzt nur noch ein leerer Schall."
Lo.eie Monkton sprang in ungeheuchelter Erregung bon ihrem Stuhle auf. Ihr besserer Engel gewann ned) einmal bie Oberhand.
# Birstein, 25. Jan. 1911. Am letzten Sonntag fand im Gulmann'schen Saale eine tfceatrali' *'* musikalitche AbendUnterhaltung statt. einzelnen Theater-Aufführungen, bei denen auch) Prinzessin Alix, Erbprinz Franzi und Pnnz Ferdman» Karl mttwirtlen, ernteten reichen Beifall. Oert. Konzertmeister Soldan aus Frankfurt übertraf alle Erwartungen durch fein künstlerisch vollendete» Spiel auf der Geige, wobei ihn Mrß Baynton x>cnj hier vortreiflich begleitete. J
♦ Gelnhausen, 24. Jan. 1911. Dre WasserkrM ber Klingenmühle bei Helfersdorf soll nunmebc
Entwickelung. Wie ferner ^ltzuftellen fft, yai^ auw i ^^'ShaMer Bracht dazu verwenden
die Postverwa11ung gegen das Vorjahr bedeu- bie umliegenden Otte mit elektrischer
* Tor Hanptunsschus; fttr staatliche Pen- I • , Offenbach, 24. Jan. 1911. Für die bereits feilt sionsversicherungder Prtvatangestel.ren schreibt. I Zett geplante Erweiterung des Stabt bin
Das Erscheinen des Gesetzentwurfs über die float' beg sprach sich in feiner heutigen Sitzung auch de« tiche Pensionsversicherung hat eine Fchl f°n _-oe' | Stadtbadvorsiand aus. Der Umbau wird eine ent- sprechunqen ausgelöst, denen man es häufig ansteht' I . snerTnefrrunq der Einzelzellen von 22 auf datz die Verfasser die Begründung des und eine Erweiterung ber Schwimmbadehallen
ÄÄ-Ä2 ZV -mf-ff-n. - DI- m-uplch- sich m
die BmeauanaestelUen nickt ausgesckwssen, wie Irrtum- einem Schreiben an bie Hessische Regierung über- b e beb behauptet wurde. Dio Arbeitgeber sollen ganz I Zz erunr einigung des Matus drnch bie besonders die neue iiaft als unerträglich ansehen, aber ßeitung ber Offenbacher Abwässer in den Matn beete Arbeitgeber haben sich selbst, von Einzelstimmen r^^nert ynb bie Errichtung einer Kläranlage, abgesehen, ja noch gar nicht geäußert. Wenn sie sich I- - --- u- - ' ------i
äußern, so werden sie d.rrr" h”6thrtS .
Gesetz gerade ihren Wünschen sehr tntgegenfomml — Soierit man an Arbeitgeber denkt, die einet solchen Ber-1 sicherung überhaupt zustimmen, nicht an jene uettte Gruppej die gar nichts gewähren will, was ja heute wohl als undiskutierbar bezeichnet werden kann. Bon jenen Einzelstimmen aus Arbeitgeberkretsen naben sich übrigens einige schon sehr günstig ausgesprochen, und wlcke Stimmen wiegen zweifellos jo viel, als lausend ungünstige Stimmen, weil sie offen zugeben, was möge ltd) ist. Auch die Privatangestellten selbst und ihr- berufenen Vertretungen befleißigen sich mb en ersten Tagen einer verstänbigen Zurückhaltung. Ztte Begründung bes Gesetzentwurfs ist nur in wenigen Händen und" der Druckband von 170 Seiten natürlich nicht in wenigen Tagen so burchgeardeilet, daß ein zuverlässiges Urteil möglich wäre; außerdem müssen doch auch die zu gemeinsamem Handeln Verbundenen,^ die zugleich die Verantwortlichen sind, miteinander prüfen unb beraten. Die Stebenerkommisswn des Hanplausschusses für dte Privatangestellteit-Bersicherunä tritt tn diesen Tagen zusammen unb bald daraus wird ein großer Privat«
verekelt.
Wenn man bie Dinge so betrachtet, wird man gewiß vieles in anberem Lichte sehen. Bei ber Ver- faffungsreform für Elsaß-Lothrmgen handelt es sich nicht um die staatsrechtliche f}rage_ allein, fonbem bas ganze rrichslänbische Problem steht int Hintcr- arunbe unb deshalb ist es notwendig, auch den hier genannten Dingen bie ernsteste Aufmerksamkeit —
‘^Klrb zweifellos eine recht eingehende Debatte werden, denn die Meinungen über die vom Bundesrat gemachten Vorschläge sind sehr 6 U i 11. Eine ziemlich weitgehende licberetnftnmmmg besteht vielleicht nur darin, daß dte m emem Tetl der iS gerade in letzter Zeit 1° eifrig befürworteten Ee baS Reichsland Preuyen anzugltedern, heim ben Kaiser zum Souverän bes Retchslandes zu machen "absolitt aussichtslos sinb. Man kamt als iemlich gewiß annehmen, daß auch ^r andere, in Zlsaß-Lothringen selbst viele Freunde besitzende Plan, das Reich^nnd einem vom Bundesrat auf Lebenszeit ,ewMm Kuenten 8u unterstellen, im Bundes- rat auf Zustinumtng nicht rechnen kann. Wie der gle^sistaa sich dazu stellen wurde, ist schwer zu saaen- wahrscheinlich aber würde für bie Ablehnung inefir die taktische Rücksicht als ein sachliches Bedenken maßgebend fein. , .
Die notwendigsten und aussichtsreichsten ^erbes- serungsverfuche werden nach .mserer Meinung an fol- aenden be den Punkten anzusetzen haben: die erste Kammer muß eine wesentlich andere Zusammensetzung erhalten und dem Reichslande muß wenig- rten-5 eine beschränkte Vertretung im Bunde s r a te Zugestanden werden derart^daßdie^elsaß- lothringischen Vertreter bei allen das Reichsland direkt berübrenden wirtschaftlichen Angelegenheiten Be- raümgs- unb Stimmrecht erhalten Die endg'ltige Stellungnahme zu der Vorlage wirb selbswerstandlch auch davon abhängig gemacht toerben müßen, welche weiteren Aenderungen vom Reichstage zu der Vorlage beschlossen werben. Daß die Berawngen sich sehr schwiettg gestalten werben, ist nach Lage der Dinoe nicht anders zu erwarten, auf der anderen Seite darf bie Gewißheit einige Hoffnung erwecken, daß die Regierung sowohl wie mich bie Mehrheit des Reichstages den ernsten Willen haben, bem Retchs- fatbe eine Verfaftungsreform zu geben, die einen wirklichen Fortschritt bedeutet. Wenn auch nicht alle Ermattungen und Forderungen erfüllt werden, jo wirb hoffentlich doch eine annehmbare Abjchlagszah- (ng getestet werden können.
Der bevorstehenden Beratung im Reichstage wird voraussichtlich und hoffentlich auch noch eine zweite Aufgabe afftellt werden. Es ist notwendig, daß einmal vor bem aanzen deutschm Dolle die Verhältnisse, wie sie im Reichslande bestehen, eine deutliche und klare wahrbeitsgelreue Schilderung erfahren. Die Unwiffenhett, die in weitesten Kreisen Altdeutschlands über die reichslandl- schen Dinge herrscht, ist geradezu fabelhasll Man sollte es z B. kaunt für möglich halten, daß ein angesehenes Reichstagsmitglied noch vor wenigen Tagen die Forderung aussprechen konnte, es mupe iw Landesausschusse jetzt die deutsche Sprache als Verhandlungssprache eingeführt toerben — bie tatsächlich schon vor genau 25 Jahren eingeführt ist., Wenn bas am grünen Holze geschieht! Leider hat ja eine gewisse Presse sich bas „Verdienst" erworben systematisch die deutschen Leser über bie reichsländischen Angelegenheiten durch wahrheitswibrige unb tenben- ;iöse Berichte irrezüführen. Wir halten es für unbedingt notwendig, daß im Reichstage hierüber einmal ein deutliches Wort gesagt wirb. Dabei wirb es auch zweckmäßig feilt, ’ die Praxis, der St r aß - bürg er Regierumg, deren geistiger Leiter der Ilnterstaatssekretär Mandel ist, einer recht eingehenden und scharfen'Kritik zu unterziehen, insbesondere ihre Stellungnahme gegenüber bem Bloe lorrain unb der Sozialdemokratie. In Altdeutschlanb wird inan vermutlich sehr erstaunt fein, wenn einmal von diesen Dingeti recht gründlich der Schleier gelüftet wird Es ist doch sehr bezeichnend, wenn nach dem letzten Reichstagswahlkampfe Führer des nationalistischen Bloe Lorrain ihre Vertounberung darüber aus- sprerben konnten, baß sie noch niemals so sehr über Preußen unb Aktbeutschlanb hätten
„Vergeben Sie mir, o, vergeben Sie mir!" rief sie unter Tränen und bann einen vorwurfsvollen, 'drohenden Blick aus ihren bösen Dämon weckend, fithr
sie zu diesem gewendet fort:' „Ich kann nicht weiter das offene Fenster trat Hier über begegnete er den Es ist jetzt vierzehn Jahre her unb ich bin Blicken eines Trupps von Grubenarbettern, bie in ber nicht imstande, diesem Manne das Her, zu brechm. Nähe standen, unb erschrocken fuhr er zurück. Er