30 19.
- Dienstag de« 24. Januar Mi
tt JaDtoewg.
«fuldaer W Zeitung •
2. Blatt
Druck W1S Verlag btt gtibatt attitubtudttt? hr Selb«
_____ .. - ■■ . J ■ -! -■----- J>
Aus Oberhesien u. ö. hefi. Aemtern. ‘ △ Marburg, 23. Ian. 1911. In der hiesigen Klinik starb gestern abend der infolge eines Sturzes von der Leiter in der hiesigen Taperen-
Amt Geisa und Umgebung.
(:) Geisa, 22. Januar 1911. In der letzten EchwurgerichtSfrtzung wurde die Dienst- magd G. aus Kranlucken, die beim Scheuern des TanzsaaleS ihres Dienstherrn ein 10 Mark» Stück gefunden und für sich verwendet hatte, zu 8 Mark Geldstrafe verurteilt. Ferner wurden die landw. Gehilfen H. und vier Genosten aus Wiesenfeld, die einen Einwohner aus Geismar mit'Knüppeln beworfen und ihm dadurch einen Bruch des Nasenbeins beigebracht haben, zu je 14 Tagen Gefängnis und Tragung der Kosten verurteilt. Außerdem wurden sie zu einer an den Verletzten zu zahlenden Geldbuße von 85 Mark verurteilt. Non der Anklage des Betrugs wurde der Pferdehändler G. aus Geisa frei- gesprochen.
* Geisa, 23. Jan. 1911. Wie der hiesige Ge» meindevorstand bekannt gibt, ist der auf den 2. bezw. 1. Februar fallende hiesige Schweine- Markt aulgehoden.
(0 Geisa, 23. Jan. 1911. Die letzte Versammlung des hiesigen Vorschubvereins scheint noch Anlaß zu einer gerichtlichen AuSeinander- setzung zu geben. In der Sitzung wurde ein Schriftstück verlesen, das geeignet war, den Kredit der Firma Hohmann u. Co. zu schädigen. Im Zusammenhang damit wuroe der Zweite Vor- Hußverein in Vacha genannt, der aber erklärt, an der ganzen Sache vollständig unbeteiligt zu sein. Auch »er Aufsichtsrat des hiesigen Vorschußvereins schreibt, ht der Krevilangelegenheit Hohmann u. Co. weder rine Erkundigung eingezogen noch veröffentlicht zu haben. Die Teilhaber der Firma Hohmann u. Co. Mollen nun klagend vorgehen. Aus den Ausgang darf man gespannt sein.
* Oechsen, 23. Jan. 1911. Für den Bau tiner öffentlichen Bahn von hier nach Wenigentaft hat die Gemeinde-Vertretung 30,000 Mark bewilligt, die Nachbar»Gemeinde GehauS sür dieselbe Strecke lOOo alt.
* Tiefenort, 24. Jan. 1911. Von den 544 Schul- lindern sparten im Jabre 1910, rote die.Eisenacher Zeitung' wiiteilt, 445 Kinder 3140 Mark, also ein Kind durchschnittlich rund 7 Mark.
• Hausen, 23. Jan. 1911. Dem Betrieb übergeben wurde unsere Wasserleitung, die mit einem Kostenaufroande von 24 000 Mark erbaut worden ist.
Aus dem Nachbargebiete.
» Frankfurt, 23. Jan. 1911. In der Weißfraueu» ftraße auf dem Terrain des alten Weißfrauenklo sterS, stieß man bei den Ausschachtungsardeilen für ein Geschäftshaus aus einen dicken Sandstein- plattenbelag. Beim Durchschlagen förderte man Reste srühgotifcher Skulpturen zu Tage, und als man weiter grub, eine vollständige Figur in totem Sandstein, die offenbar einen Bischof bat» stellt: Die Statue ist vollkommen erhalten, nur die Hände sind abgeschlagen. Ferner entdeckte man an jener Stelle Fialen-, Konsot- und Kapitelstücke, eine Engelsgestalt mit Flügeln usw. Vermutlich handelt es sich bet dem Fund um einen Aliarausbau oder wm ein Grabmal, das vielleicht mit einer dem Kloster nahestehenden Persönlichkeit in Verbindung zu bringen ist. Wahrscheinlich ist die Figur etwa um 1400 entstanden.
* Kassel, 23. Jan. 1911. Eine Schuhmacher- Zwangs-Innung wird laut Verfügung des Regierungspräsidenten am 1. April in Kraft treten, nachdem die Mehrheit der jetzigen freien Innung sich für eine Zwangs-Jnnung ausgesprochen hat. — Einem vor dem Holländischen Tor wohnenden Ge- siügelzüchter wurden nachts 60 wertvolle Hühner vergiftet. Die Tiere gingen alsbald ein.
iabrik vor ewigen Tagen verunglückte Arbeiter Johannes Ochs aus Wehrda.
*, Marburg, 23. Jan. 1911. In dem jetzt erschienenen ordentlichen Etat balanziert in Einnahme und Ausgabe das Gaswerk mit 359000 Mark (Ueberschuß 72000 Mk.), das Wasserwerk mit 131000 Mk. (Ueberichuß 6->450 SIL), bai Elektrizitätswerk nut 108600 Mark (Ueberschuß 10992 Mark). Die Steuern sind in gleicher Höhe vorgesehen wie im vorigen Etat, also mu 170 bezw. 192 Prozent.
(*) Ans dem Kreis Frankenberg, 23. Jan. 1911. Sonntag, den 29. Januar, nachmit'aas 3 Uhr, findet im Müller'schen Gasthause zu Böhl eine Sitzung des landwirtschaftlichen Vereins statt.
C Schröck, 22. Jan. 1911. Heute fand im Saale der Gastwirts Rau eine öffentliche Ver- tammlung christlich organisierter Bauarbeiter statt. Herr Gewerkschafrssetretär Schleicher, Frankfurt, behandelte in einftü dtger Rede die Ausgaben des Verbandes und forderte die Anwesenden aus, für d» christliche Geroerkicbait neue Mitglieder zu werben. DaS sei besonders hier notwendig, wo noch manche dem Verband nicht angehörten.
* Fritzlar, 23. Jan. 1911. In dem Konkurs der Zementwaren-Fabrik Bechtel & Bie- dendors wurde am Donnerstag eine Gläubiger- Versammlung abgehalten, in der man der Annahme eures auf 2O°/o Abfindung gehenden Zwanasver- gleichsvorschlags zustimmte. Dadurch ist die Möglichkeit geschaffen, das für unsere, an Industrie so arme Stadt immerhin wertvolle industrielle Untcc- nchmen zu erhalten. Es wird unter anderer Firma werter betrieben werden.
0 Amöneburg, 23. Jan. 1911. Die Turn- und Spielverern'gung Marburg-Ktrchhain hält ihre nächste Bertammlung am Mittwoch, den 25. es. Mts. tm Hotel Maus in Kirchhain ab. Herr Turnlehrer Fischer-Marburg wird sprechen über „Turnen und Spiel aus dem Lande". Auch Nichtmilglieder sind eingeladen.
vermischtes.
♦ Zwei jugendliche Selbstmörderinnen haben in Halle durch Ertränken den Tod gefunden. Die beiden elegant gekleideten Mädchen irrten eine Zeit lang am Ufer der Saale hin und her und stürzten sich dann plötzlich in den Fluß. Die Leichen sind von dem fttömenden Wasser sorlge rrhrt worden und konnten noch nicht gefunden werden. Wahrscheinlich find die Unglücklichen erst kurz vorher in Halle ehigetroffen.
• Böswillige Störungen einer Televhonlinie. In der Nähe des Bahnhofes von le Bourget sind 35 Drahte der internationalen Telegraphenlinie Paris— SoissonS zerschnitten.
♦ Bon einem plötzlichen Tode wurden in Eilenburg der 49jährige Gastwirt August Leipnih und die 56jährige Eheftau des WeißgerberS Kutscher ereilt Ersterer verschied infolge eines Herzschlages beim Skatspick in seiner Gaststube, und letztere auf offener Straße, als sie sich mit anderen Frauen über den Tod des Gastwirts Leipnitz unterhielt. Mit den Worten: „Wenn ich doch auch einmal einen so schönen Tod hätte!" sank sie zusammen und Ivar tot.
* Das g-srorene argentinische Fleisch hat nach Den amtlichen Berichten des österreichischen Ackerbau- ministerS in Wien nur geringen Antiang gefunden Die letzte Sendung ist zum erheblichen Teil unverkauft geblieben. Das Fleisch sagt wegen seines eigenartigen Geschmacks dem Publikum nicht zu.
* Der dänische Motor schöner „Anim Luise" ist in der Nahe von Sylt ein Raub der Flammen geworden. Die Mannschaft konnte sich in Boote retten und ist bei Hörnum gelandet.
* Das Cholrtajahr in Rußland. Nach der amtlichen russischen Statistik sind in Rußland im vergangenen Jahre 216 048 Personen an der Cholera er.rankt und 100953 Personen gestorben. Die Zahl der wirklichen Erkrankungen und der Todesfälle ist sicher bedeutend größer.
* Der Moskauer Milliardär Erwin, der den Spitznamen „König von Khiwa" fü ,tte, ist gestorben. Er begann ferne Laufbahn als Hausknecht, erwarb durch Monopolisierung des Ausfuhrhandels nach den zentralastatischen Provinzen Khiroa und
Ein gefährlicher Geheimnis.
80] Roman in zwei Bänden von Charles Reade.
„Und er verließ vor etwa vierzehn Jahren Ihr Haus und Sie verloren ihn damals eine Zett lang aus den Augen?" fang Monkton weiter.
„So ist es."
„Er trat damals als Komptorist in dem Geschäft SRr. Robert Bartley's ein?"
„Das bezweifle ich"
, „Ich fürchte, Sir, daß dies ein Abschnitt seines Lebens ist, den er vor Ihnen geheim hielt", seufzte Motckton musikalisch. „Er verheiratete sich damals mit einer Dame namens Lucie Monkton."
„Wer hat das gesagt? Es ist eine Lüge!" rief der Oberst.
„Ich fürchte, es ist die Wahrheit", entgegnete der ssimste, singende Geistliche. „Ich bin mit der Dame ^bekannt, sie ist eine sehr achtbare Frau, und hat mit den Trauschein gezeigt."
„Den Trauschein!" rief der Oberst erblaffend.
„Ja, Sir, und es ist sogar nicht daS erste Mal, daß ich von dem Umstände in vertraulicher Welse Gebrauch mache. Mrs. Walter Clifford, die eine sehr £^’e^9e 8rau ist, und es aufgegeben hat, sich über L^-^laffenheit zu grämen, bat mich schon früher, bk Tatsache einer jungen Dame, Miß Mary Bartleh, rnttzateilen. ^zch tat es und zeigte Ihr auch den ®Veriet darüber sehr in Verzweiflung, mü Ktoat' denn man sagte, sie sei
KSrtSi L verlobt. Ich erklärte Miß
Bartleh, daß hier weder Eifersucht noch Steinbfelin. lett oder Bitterkeit mitspiele, sondern daß man nur Jarnttf ausgehe, sie vor einer ungesetzlichen Eheschließung zu schützen, welche sie zu Grunde richten und Mr. Walter Clifford straffällig machen würde"
„Oberst Clifford wurde sehr blaß und sagte mit harter, heiserer Stimme:
„Fahren Sie fort, Sir!"
„Nun, Sir, ich glaubte damals, die Sache sei zu .Ende, und ich hätte durch die Mitteilung, die mir sckbst höchst unangenehm war, das junge Mädchm
gerettet und den Absichten Mr Walter Clifford's entzogen. Ich sage: ich glaubte und hoffte das. Jn- deffen scheint es jetzt, als habe die junge Dame meine Warnung in den Wind geschlagen and Ihren Sohn dennoch geheiratet. Mrs. Walter Clifford hörte es in Derby und natürlich ist sie erstaunt darüber und, wie ich fürchte, auch etwas erzürnt."
„Ehe wir weiter gehen, möchte ich doch den Trauschein sehen, den Sie, wie Sie sagen. Miß Bartleh gegeigt haben", bemerkte der Oberst.
„Da ist er — ober vielmehr, was ich Ihnen da vorlege, ist nur eine beglaubigte Abschrift; doch können Sie natürlich auch das Original einsehen, sobald Sie wünschen."
Oberst Clifford ergriff das Papier mit fester Hand und prüfte es eingehend
„Haben Sie ckwas dagegen, wenn ich eine Ab- schrist von diesem Dokument nehme." fragte er scharf.
„Natürlich nicht", entgegnete Monkton. „Warum sollte ich Ihnen das Schriftstück nicht kaffen, befinbet es sich doch In den Händen eines Ehrenmannes."
Der Oberst verbeugte sich und prüfte bann noch einmal das Dokument.
„Ich sehe, Sir, daß hier ein Mr. William Hope als Zeuge unterschrieben ist. Darf ich fragen, ob Sie diesen William Hope tonnen?"
„Nein, ich war bei der Trauung nicht anwesend und kann deshalb nicht nach eigener Anschauung sprechen Aber wenn Sie wünschen, werde ich die Dame nach diesem Herm fragen."
„Und warum ist die Dame nicht sckber gekommen, anstatt Sie zu schicken?" fragte der Oberst mißtrauisch.
„DaS gerade fragte auch Ich. Aber sie meinte, sie würde nie den Mut dazu finden. Sie meint wohl, daß ich, als Gefftlicher und unbeteiligter Dritter, ruhiger und getaffener zu Wecke gehen würde, als sie eS könnte, und daß Ihnen dadurch möglicherweif» ein noch herberer Schmerz erspart würde."
„Das ist alles dummes Zeug. Wenn sie fldj fürchtet selbst zu kommen, so weiß sie, daß das Ganze eine Lüge ist. Bringen Sie die Dame hierher; sie soll den Beweis führen, daß ihr Matter Clifford mein
Buchara Millionen, so daß er dem Eneir von Buchara eine Millionenanteihe gewähren konnte. Nach Moskau zurückgekehrt, verbrachte er seinen Lebensabend im eigenen fürstlich eingerichteten PalaiS.
* Freisinnige Wahlpoefie. Bei ihrer Siegesfeier m Labiau-Wehtau haben die Freisinnigen, der ,Ostpr. Ztg' zufolge, nachstehendes scköne Biett gesungen, daS keines Kommentars bedarf:
„Will einer nicht wählen, ins Automobil Wird sanft er vom Schtepver geleitet.
Mit Freuden er zehnmal wohl wählen will. Wenn solche Wahliahrt bereitet
Herr Oske schmunzelt und denkt: So klavpt's. De» „HansadunbS rote» Geld" ja berappt's."
Märkte.
• Frankfurter Gelreibemarktbericht vom 23. Jan. Am heutigen Wochenmarkt war die Stimmung ab« stauend. Landweizen mußte gegen die Borwoche stark nachgebeu, mdern die Mühlen keine Raufluit zeigten. Fremde Weizen waren ebenfalls billiger, vom Auslande wurden Untergebote akzeptiert. Zudem ist die Maivsttpffahrt wieder geöffnet, sodaß an und sür sich mehr Ware herbeikommt. Roggen lag fest, da die Roggenmühlen vollauf beschäftigt und gute Kauf tust sowohl sür Landware ats auch für russische Sorten zeigen. Gerste bleibt in guter Ware gefragt. Hafer bei starker Nachfrage und anziedenden Preisen schlani verkäuflich. Ferne Qualitäten wurden bis 17,50 Ntt. bezahlt. Mais ebenialls gut genagt, Mehl unverändert. Futlerartikel fest. Weizenschalen und Wetzen- tleie knapp und von den Mühlen nur zu guten Preisen käuflich. Es notierten: Weizen hiesiger und Wetterauer 20.30 —20.50 Mk, auf dem Lande abgeholt 19.50 19.75 Mk., kurhessischer 20 40 -20.50 Mk norddeutscher 00,00—00.00 Mk., russischer Ntcolaieff 21.75-22.25 Bk., Saxonska 21.50—22.00 M., Ulfa 21.75-22.75 Mk., Taganrog 21.75-22.50 Mk., La Plata 22.25—22.75 Mk., rumän. 22.00—22.50 Mark, Walla Wall» 00.00—00.00 M. — Roggen, hiesiger, 15.80 bis 16 00 Mk., aus dem Lande abgeholt 15.00—15.25 Mk., Pstilzer 15.90-16.10 M. russischer 16.75-17.00 M. rumänischer 16.75—1700 Mk. — Gerste hief. 19.00 bis 19.25 Mark., Pfälzer 18.50-19.25 Mk, fränkische 18.50—19.00 Mk., Riedgerste 19 00-19.25 Mk., ungarische 21.00—23.00 Mk., Futteraerste 13.25-13.50 Mk. — naf er, neuer, hiesiger u. Wetterauer 16.25—17.25 Mk., kurhesj. 16.25 - 17.50 Mk., vager. 16.25—17.50 Mk.. La Plata 17.00-17.50 Mark, russischer 16.75-18.00 Mark. — Mais (Mixed) 14.25-14.50 Mark, Donau- mcns 14.25—14.50 Mark, La Plata 14.25—14.50 Mark, Odessa 14.50-14.75 M., Etnquantme 16.50—17.00 Mt. - Alles per 100 Ktlo netto, effektiv loko hier. — Mehl: fest. — Es notieren nach Qualität: Weizenmehl, hiesiges, Nr. 0 30.50—31.00 Mk., füdd. siir.0. 30.50-31.00 Mk., hiesiges Nr. 1 28.50 -29.00 M., süddeutsches 91$. 1 2(5.50 - 29.00 M., hiesiges 9h. 3 25.50-26.00 M„ süddeutsches Nr. 3 25.50—26.00 M., hiesiges Nr. 4 21.50-2 .00 M., süddeutsches Nr. 4 2150 - 22.00 M. — Noggenmehl, hiesiges, Nr. 0 23.50 bis 23.75 M., do Nr. 01 22.50—22.75 M., do. Nr. 1 21.50—21.75 M Alles per 100 Kilo inttusive Sack loko hier. Futterartikel: unveränd. — Wetzenschalen 10.25 dis 10.50 M, Wetzenklete 9.75—10.00 M., 'Jtoggentleie 9 75—10.00 M., Weizen-Futtermehl 12 75—12.75 M Biertreber, getrocknet, 1'2.25—12.50 M., Malzkeune 11.95-11.95 'M., Rapskuchen 12.25—12.50 M„ Palmkuchen 12.10-12.30 M. Alles per 100 Kilo netto effektiv loko hier bei Abnahme von 10000 Silo.
* Frankfurter amtliche Notierungen bet Viehmarktpreise vom 2<. Jan. Austrieb: 1245 Vtnder, 420 Ochlen. darunter Oösterrch., 40 Bullen, 785 Färsen u.Kühe, 260 Kälber, 342 Schase, 1872 Schweine, kckne Ziegen. Preise lür 1 Zentner: Ditnoet: A. Ochsen: a. voUfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes höchstens 6 Jahre alt < Lebendgewicht) 49—53 Mark, (Schlachtgewicht) 88—91 M., b. junge fleischige nicht ansgemüstete und nltete ausgemästete (Lebendgew.' 44 —48 M., (Schlachtg.) 80—87 M., c. mäßig genährte junge, gut genährte filtere (Lebendgew.) 39 - 42 M., (Schlachtgew.) 72—77 Mark, d. gering genährte jeden Alters (Lebendgew.) 00—00 M., (Schlachtgew.) 00-00 M. L. Bullen: i. vollfleischtge, ausgewachsene höchsten Schlachtwertes (Lebendgew.) 44- 47 Mark, (Schlachtgew.) 73 —78 M., ». nollstetschige jüngere (Lebendgewicht) 41—43 Mark, (Schlachtgew.) 68—71 Mark, «. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere <Lebendgewicht) 00-00 Mark, (Schlachtgew. 00—00M.,ä. gering genährte(Lebendgew.) 00-00 Mk., (Schlachtgew.) 00-00 M. 0. Färsen und Kühe: a. vollstetschtge, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes (Lebendgew.) 41—46 Mark, (Schachigew.) 74—83 M., b. vollsieischige, ausgemäftete Rühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren iLdgero.) 41—47 Mk, (Schlachtgew.) 76—84 M., c. ältere aus- geinäftete Kühe und roentg gut entwickelte jüngere Kühe und Für!en (Lebendgew.) 37 —40 M., > Schlachtg.)
71—77 Warf, <L mäßig genährte Kühe und Färien «Lebendgew.! 24—81 Mk., (Schlachtgew.) 48 —62 Ml., e. gering genährte Rübe und Färien (Lebendgew. '20-33 M.« (Schlachtgew.) 46—52 M. D. Gering genährtes Jungvteh Fresser) (Lebendgew.) 00—00 M , Schlachtg.) (itO-OO Mt. Kälber: ». Dopoelender feinste Mast (Lebendgew.! 00—00 Mk., (Schlachtgew.' 00—00 Mk. b. fetnfte Mast- (Voll milch mast i und beste Saugkälber Lebendgew.) 56—60 Mk., (Schlachtgew ) 93 - h 0 M.
mittlere Mast- und gute Saugkälber iLebendgew.) 52—55 Mk., ISchlachtgew.) 88—93 Mk., d. geringe Saugkälber (Lebendgew. 50-51 Mk^ (Schlachtgew. 85—86 Mk. Schafe: ». Maitlämmer und jünger» Maftdämmel (Lebendgew.) 38—40 Mk., (Schlachtgew. 80—84 M-, b. ältere Masthämmei und gut genährte Schafe (Lebendgewicht 31- 00 Mk., (Schlachtgewicht 74—00 Ptarf, c. mäßig genährte Hammel und Schaf» < Merz-Schafe (Lebendgewicht) 00 -0OMk.,(Schlachtgw.) 00—00 Mk., d. Marichichase ober btieverungsickase (Lebendgew.) 00—00 Mk. (Schlachtgew.) 00—00 Mk., Schweine: ». Fetttchweine über 3 Zentner Lebend* gern. (Lebendgew.) 51.50—53.50M-, (Schlachtgew 65—67 Mark, b. vollfleischtge Schweme über 2*i* Ztr. Lebend* gewtcht iLbdg.) 52 50 - 58.50 illtt., (Schlachtgew.) 65.00— 67 Mark, c. vollfleilchige Schwetne über 2 ytr. Lebend- gewicht (Lebendgew.) 51.50— 53.50 M., (Schlachtgew.) 63,00 - 67,00 M., d. vollstetschtge Schweine bis zu 2 Ztr. Lebendgewicht (Lebendgew.) 51.50—53.50 M., (Schlachtzew.) 64.00- 6(PO HL, e. steischige Schwetnt iSeb&gero.) 00.00—00.00 Mk., ,Schlachtgew.' 00.00—00 Mark, f. Sauen (Lebendgew.) 00.00 Mk., (Schlachtgw.) 00 Mark. — In Ochsen war das Geschäft gedrückt, in Bullen, Kühen und Rindern lebhaft; es verbletvt unbeöeutenber ttederftand. Der Handel in Kälbern, Schafen und Schweinen war lebhaft; es wird ntchts unverkauft bleiben.
♦ Marburg, 21. Jan. 1911. Butter per Pld. 95—100 Psg., Hühnereier p. St. 9—10 Pfg. Handkäse p. St. 12 Pfg. Käschen p. St. 3 Psg. Kochkäse p. Pfd. 44 Pfg. Käsematte p. St. 5 Big- Kartoffeln per Pfd. 0 Pfg. Kartoffeln 100 P o, 0.00—0.00 Mk. Porree p. St. 5 P'g (gelierte, p. St. 10—15 Psg. Rüben, rote, p. St. 0—0 Plg. Weißkraut p. Kopf 8-15 Pfg. Rotkraut p. Kopf 10—30 Pig. Wirsing p. Kops 15-00 P,g. Blumenkohl St. 30—60 Psg. Spinat p. Pfd. 20—00 Psg. Gänse p. Pfd. 60—70 P,g. Kraut p. St. 0 dis ,0 Pfg. Bohnen p. Psd. 00-00 Pig. Möhren p. Pak. 10—00 Pfg. Zwiebeln p. Pld. 7 Psg. Knoblauch p. Psd. 40 Psg. Meeretttg p. Pak. 10—00 Plg. Rettig p. St. 10-00 Psg. Aepsel p. Psd. 10—15 Pfg. Aepsel, Korb 0.00—0.00 Mk. Brrnea p. Psd. 20—30P,g. Birnen, Korb 0.00 — 0.00 M. Weintrauben p. Psd. 00 Pfg. Hähne p. St. 1.20 bis 1.60 Mk. Hüttner St. 1.00—1.50 Pik. Tauben^ p. St. 40—00 Pfg.
Reklamen- und Anzeigenteil.
Sin vorzüglicher Aussehen.
gditetetmf, 4. etu.ntft >901.
„Ihre Scott» ®n<utfton tft nutrem Söitnien qan, auSgfi «tarnet 6etomm<n. ®<tion eor mt ra t M» Sterne etnee lehr sichten ®<tt.if, ft«itnl.xn« m Sten wir sie be :bt»en, unk nachher lchlt» sie doch nur e« 8 tune Seit und lehr unrichtg. Sm SU er von enem gahr bet-ur sic rvt r große» Schnier en der erflen gähn, und otS dam> no bei Keuch ulten sich ei (teilte, tarn das »tnd vötltfi von Stäften. «eirchtedene Mi te, Ite rott emoenbeten, biteben ohne je. en un ete tf i e Emm» ping immer me:r juciitf D griff td> febties.itb J 6co t5 Emulsion, 'jnb 1* fre. e mich, d e* i ttan , • bab-.n. en von Stunde nu be. kam un er «tnd Ruhe, e* schisst non leibst ein und r Hifi die trive »ccht hindurch. Beim besten Woht- esi den tommt ein 8<chrr nach dem ane.re-', und u sere flerne S.nma hat cht ete verzügitch.« A '.Sseyee betammen
B(ge».) Hermann Tbiete.
Jtt allen Fällen, wo Kinder oder Erivachsene eines Kräftigungsmittels bedürfen, wird man mit Scotts Emulsionrasch und sicher zum Ziele kommen. Aus d.e Zusammensetzung ans erstklassigen Bestandteilen und deren bewährte Verarbeitung im Seott« scheu Verfahren kann man sich jederzeit verlassen. Außerdem schmeckt Marle-^mJhA Scotts Emulsion so aromatisch führ ■ - d°m Garantie» daß die Kleinen geradezu eine Vor- dst^?!2-rta!>rrnst liebe dafür haben.
Scotti Emulsion Mir» von uns nustebtieSUd) tut trotzen vertäust und ;tvar nie lo-e ni ch Leivicht oder Maß, sondern rut tu versiegelten Ortgtnalsiaschen in Karton mit unterer Schutzmarke (Fncher mH dem Dratch). Scott u. Bowne, ®. nu b. H. Aranksurl a. M.
iBeftanMeUe: ffeirrster Mediztnat-Ledertran it-o,1, prtnic. Bi,,-rin 60 o. untetp6cä$t)0itgfauret »all 4A unterploiptto-ta- aute» Sahen 1,0, pu'o. Tragant 6,o, tetnfter arab.
jäte. 2,0, dhnll. «a er 128A «ttohvt 11,u. hierzu areuratische Simt, andet- ar: «auttbertaSt je t $roo;en.
Sohn ist, und dann eift können wir ernstlich von der Sache reden."
Monkton Ivar auf diese Wendung gefaßt.
„Sie haben ganz recht, Sir", entgegnete er. „Wie hatte sie nötig, mich hierher zu schicken, da ich der Trauung gar nicht beizeMohnt. Ich lverde ihr sagen, Sie erwarteten, daß sie selbst erscheine, um die Sache persönlich autzuklaren. Wie leicht kann es ein ganz anderer Walter Clifford fehl. Wann soll ich sie Ihnen bringen, Sir, falls es mir gelingt, sie zum Kommen zu bestimmen?"
„Bringen Sie die Dame morgen, so früh als möglich."
„Sie wissen, Damen stehen selten früh auf: würde es Ihnen um zwölf Ilhr recht fein?"
„Gut, kommen Sie morgen mittag zwölf Uhr"
Der falsche Geistliche verabschiedete sich und flthr in einem hübschen zweispänntgen SBagen davon.
Oberst Clifford blieb in der unglücklichsten Stimmung zurück. Er, die Ehrenhaftigkeit selbst, vermochte allerdings noch nicht recht zu glauben, daß fein Sohn sich eines solchen Verrats schuldig gemacht, ein solches Verbrechen begangen haben sollte; aber er konnte sich dennoch ernster Zweifel nicht erwehren. Die Mt- tellung wm ihm durch einen Mann gemacht worden, der wirklich nicht mehr von der Sache zu wissen schien, als er sagte, und den schon fein Stand gegen den Verdacht der Parteilichkeit und Unbesonnenheit schützte. Derselbe hatte ohne Schwierigkeit eiiigewil- ligt, die Dame selbst zu bringen, und hatte die beglaubigte Abschrift des Trauscheins mit einer Einfachbett in seinen Händen gelassen, welche wie das Vertrauen eines Ehrenmannes zu einem andere« Ehrenmanne aussah. Rur ein Punkt des Schriftstückes verblüffte ihn, die Unterschrift des Zeugen William Hope. Der Name war allerdings kein ungewöhnlicher, aber schon daß ein und dasselbe Schrift, stück die Rameti Walter Clifford und William vope enchielt, rief die Befürchtung in ihm wach, der William Hope, welcher da oben in seinem Hause so schwach und krank lag, daß man ihn kaum Befragen und eine so aufregende Sache mit ihm verhandeln konnte möae lener Äeuge fein. Er schickte daher so
fort nach Mrs. Milton, um sie zu fragen, ob sich Mrs. Walter Clifford völlig wieder erholt habe.
Mrs. Milton berichtete, die junge Dame sei wieder ganz wohl und unterhalte chren Vater durch Vorlesen. Der Oberst stieg die Treppe hinauf und ließ sie herausrnsen.
„Es tut mir leid, mein Kind, nochmals aus eine so leidige Sache zitrückkommeu zu müssen", begann er. „Aber Sie find ein gutes, mutiges Geschöpf und hatten ja f» wie so die Absicht, mir früher oder späte- Jbr volles Verttauen ztt sck)enken Sie werden auch den Schnterz eines Vaters verstehen, der zum ersten Mal Ursache hat, an der Ehrenhaftigkeit seines Sohnes z« zweifeln."
„Das kann ich", entgegnete Grace. „Aber ivar ist geschehen, feit ich von Ihnen gegangen bin? Hat Ihnen jemand gesagt--Ist der Mann mit dem
Trauschein bei Ihnen gewesen?"
„Es ist also wirllich wahr?" rief der Oberst. „Er hat Ihnen das Dokument wirklich gezeigt?"
»Ja."
„Und er waritte Sie, Walter zu heiraten?"
„Ja; er sagte mir auch, Walter würde ins Gefängnis kommen, wenn ich's täte, und würde darin stcrben, denn ein Mensch von guter Erziehung hielte es immer nur kurze Zeit au“. Ach, Sir, lassen sie es niemand wissen — lassen Sie cs ein Gehetmit'.s zwischen Ihnen, mir und meinem Vater bleiben. Dieser mich Walter um meinetwillen nicht zur Rechen- schäft ziehen, und ich, obgleich er ein grausames Un. re^t an mir begangen, würde mich eher in Stücke reiften lassen, als daß ich ihn '.•erriete und ins Gefängnis brächte."
„Kommen Sie in meine Arme, Sie edles, selbstloses Wesen!" rief Oberst Clifford. „Wie soll ich Sie von mir lassen, nachdem ich Ihren Wert erkannt habe? Ader wir wollen noch nicht verzweifeln, wir ivollen kampsen bis zum Aenßersten. Nur eine Frage muß ich Ihnen noch vorlegen. Sie haben natttrlich das Schriftstück genau geprüft?"
„Was ich davon sah, genügte, um mir das Herzu brechen Ich las, daß vor einer Reihe von Iah-