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MIXooch »en IS. Januar

58 3ahra«ig.

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2. Blatt.

Druck und Verlag -er Fuldaer Actiendruckerei t« ' >a

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deine Partei und was willst du felbft? Wollt ihr Mitarbeiten cm der Erhaltung und Pflege der nationalen Güter? Oder wollt ihr das Gemeinwohl hintanstellen, um eurer Rechthaberei und eurer Herrsch­sucht zu stöhnen?

Nun mögen die Gegner den sogen, schwarzblauen Parteien soviel übles nachreden, wie ste nur zusam­menphantasieren können: eines muffen sie als sonnen, klare Tatsache bestehen lass«: die Konservariven und das Zentrum arbeiten nach besten Kräften für daS Baterland. Nicht im Hetzen, Agitieren und De­monstrieren, sondern in der positiven Tätig­keit für Reich, Staat und Volk suchen sie ihre Ehre und ihre Zukmrst.

Wer sich rühmt, ebenso national oder noch natio­naler zu sein, der möge sie im Wettstreit der posi­tiven Arbeit zu übertreffen suchen. Das beste Festgeschenk für die Nation ist eine Arbeitsge­meinschaft auf möglichst breiter Basis, die von selbst zur Abwehr der vemeinenden, umstürzlerischen Kräfte führen wird.

In Lied und Wort das deutsche Reich zu feiern, ist gewiß gut. Mer cs gibt noch etwas besseres: die Reichstreue durch die Tat zu erweisen, den nationalen und patriotischen Sinn wirksmn werden zu laffen.

An ihren Früchten muß man die Vaterlandsliebe der Deutschen erkennen.

Reparaturen werden unter Garantie prompt und billigst aus

welcher klipp und klar die Idee anregt, die Nutznießer der höheren kirchlichen Beneflzie« Ungarns, die zum Teile sehr große Dotationen haben, mögen aus eigener Initiative darüber schlüssig werden, wie ein zu 6e- stimmendeS Maß ihrer Einkünfte, dem Geiste der Kirche und der Zeit entsprechend, in größerem Um­fange gemeinnützigen, sozialen, kulturellen und ande­ren ähnlichen ZwÄen zugsivendet werden könne. Die Anregung des auf der Höhe der Zeit stehenden und vom kirchlichen Geiste durchglühten Bifchof ist wohl in einigen Grauer Kreisen auf Widerstand gestoßen, sie wird jedoch von mehreren Bischöfen geteilt und erweckt zustimmenden Widerhall in den Kreisen des Kuratklerus. Auch der katholische Volksverein steht in dieser Hinsicht auf der Seite des Bischofs Pro­haska und beabsichtigt noch im Laufe dieses Monats Massenversammlungen seiner Ortsvereine gegen die Säkularisation zu veranstalten.

Hans ScherpInS, Uhrmacher, Kanalstr. 46, am Gemüse«

_____rung.

Die Kinder gedeihen vorzüglich dabei ii. leiden nicht an

Aus dem Nachbargebleie.

[] Poppenhausen (Kr. Gersfeld), 17. Januar 1911. Auf eigenartige Weise hat hier ein wertvolles Pt erd eines Gastwirts seinen Tod gesunden. Einem feiner Knechte, welcher Holz mit einem Schlitten geholt hatte, waren die Pferde an einer steilen Straße durchgegangen. Unterwegs hatten sie den Schlitt n verloren, ge­rieten dann in einen nahe am Dorf gelegenen Teich zu Fall und zwar so, daß das eine Pierd auf das andere zu liegen kam. Es ist zwar noch heimgelauien, aber bald darauf verendet.

* Lnnterbach, 16. Januar 1911. In einem kleinen Orte des Vog Isberges wollten ein Metzger­lehrling und ein Einwohner ein Schwein schlachten, aber durch mangelnde Kenntnis des Handwerks brachten sie das Tier nicht gleich tot. Als es nämlich geschlagen und gestochen war, erholte es sich wieder aus seiner Betäubung und lief, davon. Nachdem die beiven es wieder in einem Garten eingetangen hatten, wurde es noch­mals durch mehrere Schlöte betäubt und dann mit heißem Wasser i'iberbrüht, wobei es noch nicht vollständig tot gewesen fein soll. Die Täter wurden von der Gendarmerie zur Anzeige gebrockt.

() Herbstein. In unserer Pfarrkirche wurden durch den Herrn Pater Vikar vom Frauenberg in Fulda in der Zeit vom 8.—15. Januar sog. apo­logetische Borträge gehalten. Die sehr zahlreichen Besucher dieser Vorträge lauschten mit der größten Ausmerksa ukeit den Worten des Predigers — ein Beweis, daß solche Vorträge in unserer Zeit auch bet Leuten, die auf dem Lande leben, ein großes Interesse wachrusen. Auch der Empfang der hl. Sakramente, namentlich von seilen der In.,end, ließ nichts zu wünschen übrig. — Zn in Schluß dieser Veranstaltungen wurde eine Versammlung des kath. Votksvereins abgehalten, in welcher der Herr Pater vor überaus zahlreicher Zuhörerschaft „die Arbeit im Lichte des Christentums" behandelie.

Ms. Kassel, 16. Jan. 1911. Laut Beschluß des Oberlandesgerichts-Präsidiums werden im Jahre 1911 im Landgerichlsbezirk Kassel vier Schwurgerichtsperioden stattfinden, und zwgr sind die Anfangstermine wie folgt angesetzt: 6. März, 19. Ium, 9. Oktober und 4. Dezember. — Im Landgerichlsbezirk Hanau werden nur drei Schwurgerichtsperioden abgehalten werden, und zwar sind hierfür folgende Anfangstermine vorgesehen: Montag den 13. Februar, Montag den 19. Juni und Montag den 16. Oktober. — Im Landaerichsbezirk Marburg finden eben­falls drei Schwurgerichtsperioden statt und sind die Anfangs'ermine wie folgt: 6. März, 19. Juni und 6. November.

Deutsches Reich.

□ lieber die innere Kolonisation, die bekanntlich auch in der Thronrede eingehend gewürdigt worden ist, liegt jetzt eine Art Denkschrift vor in Gestalt dec Nachweisungen über die Verwendung der dafür be­stimmten Fonds. Die Ostpreußische Landgesellschaft hat im Etatsjahr 1909 sieben Güter mit 3279 Hektar für 2 948 500 Mark zur Aufteilung angekanft. Das Angebot von Gütern war nach dem Jahresbericht der pommerschen Ansiedlungsgesellschaft geringer als in den Vorjahren, nämlich 72 Güter mit 35 217 Hektar gegen 138 Güter mit 58 381 Hektar im Jahre 1908. Die Nachfrage nach Anstedlerstcllen war reger, die Ansiedler stammten meistens aus der Gegend der be­siedelten Güter Die Ansiedlung von Arbeitern ging auch im Jahre 1909 in Pommern nicht in dem er­warteten Maße vorwärts. Die Zahl der Anträge der Grundbesitzer ist nach wie vor gering. Die ivirt- schaftliche Lage der Ansiedler ist durchweg zuftieden- stellend.

4- Eine Urbersicht der Entschließungen der Re- ßiertmg auf Beschlüsse des Abgeordnetenhauses aus der 21. Legislaturperiode ist dem Abgeordnetenhause zu,gegangen. Von allgemeinerem Interesse sind fol­gende Entschließungen: Das Abgeordnetenhaus hatte geivünscht, Volksschullehrer in denjenigen Fällen, in denen sie als Zeugen über amtliche Wahrnehmungen geladen sind, Reisekosten nach § 14 der Gebührenordnung für Zeugen zu gewähren. Nach der Antwort der Regierung ist in Aussicht ge­nommen, bei dem vom Rcichsjustizamte deobsichtig- ten Verhandlungen über die Revision der Gebühren­ordnung für Zeugen und Sachverständige eine nähere Prüfung dieser Fragen anzuregen. Zur Beseitigung der Schäden in den durch das H o ch w a s s e r von 1909 besonders schwer betroffenen Provinzen Sachsen, Hessen-Nassau, Westfalen, Hannover und Rheinland sind unter entsprechender Heranziehung der Kommunalverbünde insgesamt 1232 000 Mark, und zwar 938000 Mark ohne Auflage dec Rückgewähr unb 294000 Mark in langfristigen zinsfreien Dar­lehen, aus Staatsfonds außeretatsmäßig zur Ver. ügnng gestellt worden. Damit ist die staatliche Hilfs- oftion im wesentlichen abgeschlossen. Den Petitionen um Anrechnung von Hilfslehrerdienstzeit siezw. Wartezeit der Oberlehrer auf ihr Besoldungs­dienstalter konnte nach nochmaliger Erwägung der Staatsregierung nicht enffprochcn werden.

vermischtes.

* Der Ballon „Hildebrandt" aufgefunden. Auf eine überaus tragische Weise hat das Verschwinden des Freiballons „Hildebrandt", der seit dem 29. De­zember vor. Js. vermißt wurde, feine Aufklärung erhalten. Der Ballon ist, wie bereits gemeldet, am Montag gefunden worden unter dem Eise des Gohrensees bei Wildenbmch in Pommern, und die beiden Lustschiffer, die sich in der Gondel befun­den hatten, Rechtsanwalt Dr. Kohrs unb Prokurist Seibel aus Berlin, sind tot. Die Fundstelle des Ballons ist abgesperrt. Der Ballon und seine toten Insassen werden unberührt bleiben, bis eine Unter­suchung durch Sachverständige stattgefunden hat. Bis dahin ist es schwer, sich ein einigermaßen klares Bild über die vecmulliche Ursache der Katastrophe zu bil­den. Soviel ist jedenfalls sicher, daß dere Unglücks­ballon mit widrigen WitterungSverhälmisien zu käm-

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pfen hatte unb vermutlich nicht freiwillig nach der verhältnismäßig Kerzen Fahrtleistung von wenig mehr als 100 Kilometern von Schmargendorf aus an der pcmmerschen Grenze zur Landung gebracht wurde. Ter bekannte Berliner Aeronaut Ingenieur G e r i ck e äußert sich über die Ursache des Unfalles dahin, daß der Ballon vom Schnee niedergedrückt worden sei und daß die Sanbung vermutlich schnell und plötzlich vor­genommen werden mußte, wobei dann die Gondel in den See geriet. Dr. B r ö ck e l m a n n, der Vor­sitzende des Fahrtenausschusses des Berliner Vereins für Luftschiffahrt, sprach sich gleichfalls dahin aus, daß der Ballon vermutlich durch Schneemengen vor­zeitig niedergedrückt worden fei. Es sei nicht aus­geschlossen, daß der Führer tre dec Dunkelheit den leicht zugefrorenen und überschneitrn Waldsee für eine Wiese gehalten habe, auf der er zu landen beschloß. Möglicherweise sei auch der Ballast verbraucht und die Reißleine zur Landung schon gezogen gewesen, als es bereits zu spät war. Die Gondel sei dann durch die dünne Eisdecke hindurchgebrochen, ivährend die Hülle von der Eisdecke noch getragen wurde. Für die Insassen sei es bet dieser Situation so gut wie unmöglich gewesen, sich zu retten. — Der See ist über Nacht völlig zugeftoren. Man hat die Absicht, auf der Eisdecke eine Rinne zu schlagen, durch die der Ballon an das Ufer gezogen werden soll. Die vorläufige Un­tersuchung der Ballonhülle hat ergeben, daß sich in dem Netzwerk Zweige von Kiefern verfangen haben. Daraus geht hervor, daß der Ballon vor der Lan­dung bereits sehr niedrig geflogen und wahrscheinlich längere Zeit über den Wäldern dahingeschleift ist. Da­bei ist die Gondel vielleicht mehrere Male zur Seite gekippt worden, und die Lustschiffer haben einen Teil ihres Ballastes verloren. Damit stimmt auch überein, daß die beiden Taschen mit den Landkarten etwa fünf­zig Meter vom Ufer entfernt im Walde gefunden wur­den. Die Unfallstelle selbst liegt nur dreißig Met« vom Ufer entfernt. Würden die beiden unglücklichen Luftschiffer also nur einige Sekunden früher den Bo­den erreicht haben, so würden sie sicher mit dem Le­ben davongekommen fein. Die Leiche des Rechts- -.nwalts Dr. Kohrs wurde bereits geborgen unb an Land gebracht. Dagegen fiel die Leiche des Prokuri­sten Seibel, währenb der Ballonkorb vorwärts gezogen Imirbe, ins Wasser

* Ein sozialdemokratischer Stadtrat wurde in Meuselwitz in bet Perlon des Sozialdemokraten Heilmann dieser Tage verpflichtet. Meuselwitz ist die einzige Stadt im Altenburger Lande, die einer Soziald mokraten im Stadirate besitzt.

* Hebet die Ursachen des Brandes auf der Brüsseler Weltausstellung Haden die vom Gericht bestellte» Sachverständigen jetzt ein ausführliches Gutachten dem Gerichtshof übergeben. Darin wird die H a u p k- schuld an der großen Ausbrettung des Feuers den Löschan st alten der Stadt zugeschrieden. Auf Grund des Gutachtens wollen, wie verlautet, ver­schiedene Aussteller gegen die Hauptstadt auf Schaden­ersatz klagen.

* Um der Weiterverbreit»»- der Pest vorzubengru, hat bte chinestiche Regierung den Passagierverkehr zweiter und brittet Klasse zwischen Mulden und Schanhaikwau einstellen lassen. Für Passagiere erster Klasse, die von Norden kommen, ist eine fünf­tägige Beobachtungszeit in Sckanhaikwan angeordnet.

* Die amerikanische Romantik treibt stets nette Blüten. In Newyork heiratete eine Bankiers­tochter einen Polizisten, der ihre durchgehenden Wagenpferde autgehalten hatte. Eine andere Miß war mit dem Kontrolleur einer Rollschuhbahn da- öongelaufen. Diesmal sagte der Herr Papa aber nicht ja, sondern holte sich feine Tochter zwück.

* Mit bestialischer Grausamkeit blendete der Kai) Kuban von Mogador den Sohn des früheren Kards Bozmaa dadurch, daß er ihm geschmolzene- Blei in die Aua« goß.

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9 Bei diesem Kleinkriege der Eifersucht, der Kurz­sichtigkeit, der Selbstsucht verdorrte natürlich mchr und mehr Mark des deutschen Lebensbaums, unb der gesamte geistige und wirtschaftliche Verkehr der deut­schen Stämme bewegte sich auf einem Jttoeau und in Zahlen, die dem Auge heute geradezu winzig, um nicht zu sagen lächerlich, erscheinen. Erst die Wie­dergeburt der deutschen Reichsherrlichkeit hat diese Wüste deutschen Volkslebens neu befruch- t e t, und im Laufe von nur 10 Jahren zu Ergebnis­sen geführt, von deren direkt packender Größe nicht nur alle deutschen Stämme, sondern die gesamte Menschheit bis zu den fernsten Erdgebieten staunend steht. Heule, wo sich der große Moment zum vierzig­sten Male jährt, der in dem glänzenden Spiegelsaale des Versailler Schlosses die Ausrufung des Königs Wilhelm von Preußen .zum Deutschen Kaiser zur Tat ioerden ließ, belebt sich oon neuem ihr Bewußtsein von der Unschähbackeit des damit Errungenen.

An uni liegt es, in treuer, und tüchtiger, zäher Arbeit das zu wahren und zu pflegen, was mit vielen Opfern an Schn>eiß und Blut errungen worden ist.

Nichts kennzeichnet aber leider die gegenwärtige Lage besser, als die Notwendigkeit, unter besonderen Anstrengungen eine „S a m m l u n g s p o I i t i k" zu »«treiben, um die genügende Anzahl von redlichen Mitarbeitern an den öffentlichen Aufgaben zu gewin­nen, eine leistungsfähige Arbeitsgemeinschaft S begründen. Und das traurige ist, daß diese Be- ebungen auch in solckcen Kreisen, die sich mit Em­phase „national" nennen, auf Spott und Widerstand stoßen. Der Sinn für das Gemeinwohl ist auch dort, wo man es kaum vermuten sollte, verdrängt und verounkelt worden durch den parteipolitischen Eigen­sinn und Eigennutz. Auch die „Nordd. Allg. Ztg." erhebt in ihrem FeftartikÄ bewegliche Mage über dies Schauspiel von „Zerrissenheit unb unfruchtbarem Ha­der" der heutigen parteipolitisch« Lage. sVergl den Leitartikel des 1. Waites.)

In den verflossenen vier Jahrzehnten, namentlich jn her erster- Bismavck'scben Hölstte, ist mit dem Worte „Reichsfeind" viel Unfug getrieben worden. Je iveniger wirkliche Feinde des Reiches es damals gab, desto eifriger hängte man dieses Etikett der Reihe nach jeder oppositionellen Partei an, die gerade un- 6eenen: war. Auch die Konservativen sind von die- scm Schicksal nicht verschont geblieben. Das Zen­trum erst recht nicht, obschon es seine Arbeitswillig- kcit und Arbeitsfähigkeit zmn Vorteil des Reichs an­dauernd miss glänzendste erwies. Man braucht nur au die ftnanz- und tvirtschaftspolittschen Großtaten von 1879 «nd 1909. an das Flottengefeh und das Bürgerliche Gesetzbuch, an den Ausbau der Sozial­politik zu £rinntm.

Es würde solange Mißbrauch getrieben mit dem Titel „Neichsfeind", bis ein wirklicher Neichs- feind groß und gefährlich wurde, die Umsturz- Partei, welche die ganzen Grundlagen unferer na­tionale!. Organisation, die staatliche unb gesellschaft­liche Ordnung, den monarchischen und christlich« Sinn im Volk zu untergraben droht

Als die Gefahr hoch und höher stieg, hätte vrn rechtsivegen die ganze übrige reichs- und staats- lrcue Bevölkerung sich zusammenschließen musseic zur Verteidigung der nationalen Güter. Aber statt dessen sahen wir eine traurige Hetzgc - m e i n s chast zwischen der Sozialdemokratie und den oppositionellen Liberalen sich entwickeln, die verhäng­nisvolle Großblockpolitik sich immer weiter ausdehnen.

An diesem Gedenktage ist nichts besser angebracht, uls eine o roste Gewissenserforschung, ^eoer sollte sich die scharfe Frage norlegen: Was will

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z Vierzig Jahre deutsches Reich.

Heute am 18. Januar, sind vier Jahrzehnte bet« «offen feit bet Kaiserproklamation zu Versailles, wo besiegelt wurde, was die deut­schen Heere aus allen deutschen Einzelstaaten auf blu- ffger Walstatt in zahllosen Gefechten und Schlacht« „tt vereinten Kräften vorberettet hatten: die Eini­gung aller deutschen Stämme zu einem Reich, dem machtvollen neuen deutschen Bundesstaate.

Noch leben Zeug« genug, die eS mit eigen« Äugen gesehen haben, was .tnfer deutsches Vaterland Mt der Wiedererrichtung des Reichs bei seiner un- totgen Zersplitterung in der Welt bedeutete. Ver­urteilt zu völliger Ohnmacht, bildete e6 den Gezen- Bib des Gespöttes für alle Welt, das Objett rück- tsloser Ausbeutung der rührigeren Völker. In den schieden« deutschen Staat« standen sich die ein- zelneu, durch das Band der gemeinsam« Sprache unb Sitte und durch tausend gleiche Interessen ganz aufeinander angewiesenen Stämme .vie auswärtige Feinde und unversöhnliche Gegner gegenüber Die Regierungen und besten Staatsmänner rieben sich förmlich auf in unausgesetzten Machenschaften gegen­einander, um dem lieben Nachbar einet klein« Äer- aer zu bereiten, und ihm das Emporkommen zu er- Woeren, ihm auf Schritt unb Tritt Fallstricke zu

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♦♦ Säkularisation in Ungarn? Ein katholischer Magnat hat, wie der „Reichspost" aus Ofmburg ge­trieben wird, vor kurzem in Anwesenheit hoher kirch­licher Würdmttäger gesagt, daß die Regierung, falls die finanzielle Tragkraft des Staates und der Be­völkerung sich zur Deckung der bevorstehmden nnab- weislich« und sehr groß« Heeres- und Marinefor- jerungen als ungenügend erweisen sollte, entschloss« ei, an daS Kirchenvermögen in irgend einer Form ierangutret«. In eingeweihten Kreisen spricht man bereits davon, daß die Regierung sich mit Borer- Hebungen über die Verwendung der Ein­künfte bet Bischöfe, Domkapitel, Abteien und Propsteim der katholisch« Kirche in Ungarn befaßt Das klingt beinahe so wie Säkularisation. Auf katho­lischer Seite ist man bemüht, ihr entgegenzuwirken. So erklärt sich ein vielgenannter Weihnachtsartikel des Sttihlweißmburger Bischofs Ottokar Prohaska,