Zeitung «
, Tuldaer
wir ohne Unterschied auf die bisherigen offen ausgezeichneten billigen Preisen
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Plagen wird.
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* Si geht 8 in her «rfom-Xfirtet Au» Saloniki wird der .Köln, ßtii/ gemeldet: DK Absicht der Negierung, einige öffentliche Äemter in der Provinz mit Nichtmodammedanern zu besetzen, bat bei den jJtobammeöanem, besonders bei den Beamten, Er« re ung hervorgerufen. Dadurch wird bei den nicht- mohammedanischen Elementen ein sehr pemlicher Eindruck hervorgebracht. Plan beiütcbtet unter ioichen Umständen, daß die vom jun cksirknchen Komitee unt-rnommene Versöhnungsarbeit ersoig- los bleibt.
BrMoljvrrsirich
Bet flufSlierrnt. S&erförfterei Schack«.
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Mittwoch den 18. Januar, von mittags 1 Uhr ab
kommen im Gasthaus zu €tf« weisvach nachstehende Hölz« zum Verkauf:
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letzten Helte der .Sozialistischen Monatshefte" (26. Heft 1910) der Religion gegenüber eine roefent« itrb günstigere und freundlichere Stellung ein, als ionft die Sorialdemokratie ei zu tun pflegt. Er kommt in seinen Ausführungen zu dem Ergebnis, .daß die Religion denn doch etwas anderes als ein Phantom, daß sie vielmehr eine machtvolle soziale Realität ist, mit der sich der Sozialismus noch in anderer Weise auseinanderzusetzen hat, als daß er sie zur Privatsache des einzelnen macht.' Müller egründet eingehend seinen Standpunkt. Wir heben
au» seinen Ausführungen folgendes hervor:
68 ist ferner ein nicht wegiulengnendes Faktum, vab die Bestrebungen zur pratlifchen BerwirlUchuna özmliftncher Ideale innerhalb tlemerer Gemeinscbasten, wie wir sie zu Dutzenden in Den noroamerttanildier Beriuchen, tommuniüiiche Kolonien zu schaffen, vor uns habe«, nur dann Erfolg auswiesen und Bestand hatten, wenn fre von ausaesprochen teligtölen Menschen getragen waren, dagegen regelmäßig Ätaefo machen, wenn fie von sietdenkerischen Sozialisten unternommen wurden. Die gememschaiis- brldende Krau sozialistifcher Ideale ist offenhar allein nicht ausreichend; sie mu« durch eme tiefrel'giöie lieber,eugung verstärkt werden. Auch wo innerhalb unterer Geielllchäst der Bertuch gemacht wird, wirtschaftliche Gebilde und Organisationen zu schauen, die dazu benimmt sind, den Gedanken der g .gen'eiligen Hil,e, der gemeintamen Fürsorge zu realisieren, machen wir stets die Erfahrung, daß Erwine nur Dann errungen werben, wenn Die Gründer und Leiter außer praktischem Ge'ckick auch — bewußt oder unbewußt — starke religiöse Qualitäten besitzen: einen unerschütterlichen Glauben an Die Güte und Gerechtigkeit ihr.r Zache, eine starke Liebe zu Den Menschen, denen ihre Arbeit gilt, eine große, zu allen Oplern bereite Begeisterung. Studieren wir näher dm Urtprung der verichiedenen toüaten Bewegungen, die tu irgendeinern Zweig des geseüfchaitlichen Lebens bie Idee cer B,ud r- lichkest, der menfchlichcn Sokdari-S» zu verwirklichen trachten, so stoßen imr in der Regel au; religiü-: geartete Per' önlrchtekten als täte U>Heber. Große Gedanten werden nur in - einen H?r j«n geboren Utto entfalten sich nur in den Kopien von Meoschrit, Die ihr Leben nicht für sich, sondern für eine za-ii •iu6ettialb ihrer periönltdten Jnlerefsenfp,äie liegende Sache leben . . . Ohne Opfer an Kraft und Geuind- bei., an Geld und eie t, ohne Hingabe, ohne B geme- rung und ganz unintereisterte Liebe gehl eä dabei nicht ab. Mit dem Klassen- und Maksenintei esse allem lasset! sich soziale Institutionen, Werke und Solidarität nicht schaffen.
Müller erkennt hier rückhaltlos die furchtbare ;chöp erische Kraft der Religion an. Seme Aus- tührullgcn sind aber auch ein trefflicher Beleg für Die Unfruchtbarkeit des Unglaubens. Sie enthalten auch die denkbar schärfste Verurteilung der bisherige» Religionsseindlichteit der Sozialdemokratie. Müller verlangt darum eine Revision der Stellung der Sozialdemokratie zur Religion. Ob er indessen mit dieser Forderung bei den „(Se- r.offen" lurch'r ngen wirD, ist freilich eine andere Frage.
2. Blatt
Veits ewl Verlag »er $ulba« rteiiendriitkerei i# «nida
Aus dem Nachbargebiete.
K Gersfeld, 14. Jan. 1911. Die nächste Kreistags- Sitzung findet am Montag den 30. Januar, nachm. 2 Uhr, mit folgender Tagesordnung stall: 1) Endgültige Beichlußla una über die Emrichluna einer Kreiswieienbaumeist r» Hielle, 2) Wahl von 4 Sachverständigen für die Aushebung von Kraftwacien im Mobilmachunas- lalle auf 3 Jahre, 3) Wahl von 4 Miigliedetn and 4 Stellvertretern zur Ersitz-Kommission für dte Jahre 1911, 1912 und 1913, 4) Uebetnabrnt der Kosten der Rahru gsmtttel-Kontrolle aus den Kreis, 5) Anschaffung eines Polizeihundes und 6i Verwendung der im Jabre Ls98 vom Krefte angekausten früher Maul'schen Gebäude tn Kers- ieii> (Bahnhofstraße). — Die Volkszählung für den Kreis Gersfeld am 1. Dezember o. I. hatte folgendes Erg bms: 10,< 89 männliche und 11.04 weibliche, zusammen 21,1 >7 Personen gegen l 0.224 männliche und 11,129 weibliche, zusammen 21,353 Personen, im Dezember 19 5. Mithin beliägt bie Bevöikerunas-Abnahme im hiesigen Krein während der letzten 5 Jahre 216 P rsonen. Die Stadt Jul da nut 22,4i 6 Ein- r ohnetn zählt demnach 1339 Seelen mehr wie der gesamte Kreis Gersfeld.
• Volkmarsen, 12. Jan. 1911. Heule abend brannten aus Dem Siebenbürgen zwei Wohn- t)äuier, das Haus des Leo Rest und das Der Gebrüder Herdemerlen, voll äridig nieder. Dir Enl- Itehunltsurtache tit unbetaunt.
* Bad Nauheim, 13. Jan. 1911. Wegen Streik vergehens wurde der Maurer Peter Buk aus Ober-Mörlen heute vom hiesigen Schöffengericht zu einer Woche Gefängnis verurteil'. Buk hatte bet Gelegenheit des vor jährt-
M 12.
Hloitag den 16. Januar 19U M Sebra«*«.
• Wegen Ausbruchs der Maul, und Klauenseuche sst der Berliner Viehhof am Samstag gesperrt worden.
• Die Gründung eines deutschen Jndiistriemusenms ist in Berlin von hervorragenden Angehörigen Der deutschen Industrie beschlossen woiden. Rach den Mitteilungen darüber sollen umfangreiche Baulichkeiten errichtet werden, die die Erzeugst sse der deutsche > Industrie beherbergen 'ollen. Außerdem sollen Sammlungen von Bildern, ein tnumato« graphisches Thea.er und Aehntiches geschaffen werden, um die Koniume ten ständig mit allen wert« vollen Erzeugnissen betannt zu wachen. Vornehmlich soll die neue Technik dazu heraugezogen werden, um Den Pioduktwnsprozeß zu vetttiud auh*en. • Die Mittel tür den Bau und die Unterhaltung des Museums sollen durch fteiroutge Epen,en aufgebracht werden.
* Der verantwortliche Redakteur des .Vorwärts , Richard Barto, wurde von Der ersten Strastammer oes Landgerichts Berlin I wegen Beleidigung der Solinger Polizei aus An lat eines Artikels über o e dortwen WahlDemonftralionen zu zwei Monaten Ge ängms und Publitationsbe ugms verurteilt. Der Lloalsanwalt halte vier Monate Ge ängnis beantragt Im Verlause Der Verhandlung wurde der Verteidiger Dr. Karl Liebknecht wegen Ungebühr zu 100 Mark Geldstrafe verurteilt. _
* Em widerspenstiger ftortbildnngsschnltr in Eos- wig sollte zur Verbüßung einer mehrstündigen Karzerura'e durch den istachtschntzmann Bachmann nach dem Ortsgeiängnis gebracht werden. Unter« wegs leistete Gabriel sehr heftigen Widerstand und veru-tzte schließlich Dem Beamten einen so heftigen Fußtntt in Den Unterleib, daß Der Mann zu Boden „ürzte und kurze Zeit darauf unter furchtbaren Qualen verstarb. Bachmann war 62 Jahre alt. Gabriel wurde verhaftet.
* Bürger und Bürgermeister. Neulich wurde der Oberbürgermeister von München nachts 2 Uhr telephonisch von einem Spaßvogel angerufen,der vom Stadtoberbaupi die Bereitstellung eines Nacht« guarliers verlangte. Das tastete dem lustigen '.Nun« chener eine Geldstrafe von 70 Mk. In Der alten Stadt Hildesheim wurde einst Der Bürgermeister um Mitternacht aus Dem Schlafe geweckt. Ja seinem Erstaunen sah er vor seinem Bett zwei ihm wohlbekannte Männer stehen, einen Hildesheimer Burger nebst seinem Sohn. Der Alle beleuchtete mit einer Laterne wohlgefällig das „geweckte" Stadt« oberhaupt und sagte zu seinem Sohn t „Kiek, Hinrich, das ,st das Recht von einem Hildesheimer '-Bürger, aaß er jederzeit feinen Bürgermeister aus Dem Schlafe wecken kann." Am andern Tage führten die -tadk« Wächter Den biederen Bürger in das Stadtgesangni». Tcr - ürgermeister hatte ihm Dazu sagen lassen, e» ,ei das 'Recht des Hildesheimer Bürgermeisters, jede« Bürger in Arrest setzen zu lassen, wenn es ihm gefiele.
* Russische Rückwanderer ans Holland, die an dv preußischen Grenze aufgehalien wurden, befinden sich noch immer in Oldenzaal, da ihnen der Landrat Bentheim den Eintritt verweigert. Einige, die über die Grenze flüchteten, kehrten bald zurück. Ihre Haltung ist so drohens, daß der Vahnvorsteher Verstärkungen der bereits zahlreich zusammengezogenen Polizei requierierte. Der russische Gesandte ist in Oldenzaal angekommen.
* Eine diebische Kammerjungfer, die alle ihre früheren Herrschaften bestohlen hatte, ward in P fr tersbnrg verhaftet. Der Fürstin Gagarin hatte sie allein für 200 000 Mark Pretiosen gestohlen,
** Ei» spannender Giftmordprozeß wird zurzeit in New York vor dem Schwurgericht verhandelt.^An- geklagt ist bie Milliouiirsgattin Laura Schenk. Frau Schenk war vor fünfzehn Jahren Dienstmädchen tm Hause des reichen Schweineschlächters Schenk. Er heiratete sie trotz des energischen Widerstandes seiner Benvandten. Im vergangenen Sommer unternahm : das Paar in Begleitung eines Freundes namens L Wolf eine Reise nach Oberammergau. Nach seiner Rückkehr erkrankte Schenk und die ältere Tochter unter 1 Vergistunaserscheinungen, und die Familie Schenk behauptete, seine Frau hätte Gift unter seine Speise« und Getränke gemischt. Der Verteidiger der Frcul ‘ Schenk dreht nun den Spieß um und will bat 1 Nachweis erbringen, daß der ältere Bruder Schenk«, 1 Alfred, den Giftmordversuch gemacht habe. Scher« selbst, der wieder genesen ist, hat es abgelehnt, im ' Prozeß als Zeuge aufzutreten. .
' — Mißverstanden. Bauer (Der sich in em erst«
, klassiges Hotel verftrt hat): „Ich möchl' gern a Bett haben für heul' Nacht!" — .Wie teuer ? Fünf, 1 zehn, fünfzehn Marl? — .Ja, kaufa will i koansl'
— Seine Ansicht. Vater: .Mit so einem schlechten ' Zeugnis hätte ,ch mich als Junge nicht heim ge« ' traut." — Kärtchen: .Mußt du aber ein Hasenfuß gewesen sein, Vater l"
aen Maurerstreiks einem Arbeitswilligen gegenüber Die Worte gebraucht: Es tonne ihm passieren, vast ihm Die Rippen entzwei gefcblaaeu würden.
* Griesheim, 13. Jan. 1911. Gestern wurde hier der frühere Bauunternehmer Ludwig Repp auf Antrag der Staatsanwaltschaft in Wiesbaden wegen Meineids verhaftet und in das Landesge- eichtsgefänani« in Wiesbaden übergeführt. Der in die gleiche Angelegenheit verwickelte Rentner Krebiehl nnirbe auf freiem Fuß belassen.
* Mainz, 13. Jan. 1911. „Krieg den Z ft geun em", das ist die Parole, welche der besonDers in der Gegend von Mainz stark vertretene „Verband der hessischen Bürgervereine" ausgegeben hat. Der Verband ist zurzeit mit der Abfassung einer Petition an dte Staatsregierung und die beiden Ständekam- meni beschäftigt, worin um strengere Maßnahmen zum Schutze der Bevölkerung gegenüber den unerträglichen durch das herumziehende Gesindel gebeten
vermischtes.
* Eine Falschmünzerbande wurde in Weiße n- fels verhaftet. Ein Schlosser fertigte in Gemeinschaft mit einem schon oft vorbestraften Falschmünzer falsche Geldstücke an, die von zwei anderen Komplizen in Verkehr gebracht wurden. Bei einer Haussuchung wurden bei dein Schlosser ganze Säcke falscher 1 Mark-, 3 Mack- und 5 Pfennigstücke vorgefunden.
* Die Gothaer Feuerversicherungsbank auf Gegenseitigkeit wird ihren Versicherten im Jahre 1910 aus den Ueberfchüssen 73 Prozent der eingezahlten Prämien zurückvergüten
* Ter erste Versuch praktischer staatsbürgerlicher Erziehung von Schülern höherer Lehranstalten in Preußen ist in Hamm gemacht worden. Der Leiter Der Dortigen Oberrealschule hat im Interesse der staatsbürgerlichen Erhebung der Schüler bei Der Regierung Die Genehmigung zur Teilnahme Der Schüler Der oberen Klaffen an Den Stadtverord« nelensitzunpen beantragt und erhalten. Daraufhin wohnten gestern die Schüler in Begleitung des Rektors bett Verhandlungen des StadtverorDneten- 'olleaiums als ftuhöcr bei.
Ausland.
<•* Die e-saffische Frage in der sranzüsischen Kam nicr. Der Sogialistenführcr Jaurös bekämpfte am Freitag die Politik des bewaffneten Friedens und sagte, ein Krieg, der eine Besitzergreifung zum Zwecke habe, würde scheitern. Der Sieger Preußen habe die Enteignungsgesetze scheitern sehen, durch die er Polen zu zähmen gedachte. Und betreffend Elsaß-Lothrin- gen, so fügte Jaurtzs hinzu, will ich keine unklugen Worte gebrauchen, denn ich weiß, sie wurden dort verschärfte Plackerei und Unterdrückung als Widerhall haben. Man kann zwar zwei Waldbäume durch eine Mauer trenne», aber ihre Wurzeln werden s i ch wieder vereinigen. Die Elsässer und Lothe! ".ger begnügen sich damit, in dem neuen Rahmen, in den sie gestellt sind, die Freiheit im Namen ihrer alten Triditionen zu fordern. Die Kraft ihrer Ideen erhebt uns allmählich bis zu dem Niveau, wo Versöhnungen möglich und Kriege folglich gegenstandslos und ohne Entschuldigung sein werden. Jauräs erklärte weiter, Frankreich müsse Marokko ein Beispiel her Achtung vor der Gerechtigkeit und dec Unabhängigkeit geben. Die größte Gefahr für den Weltfrieden würde in einem Zusammenstoß Deutschlands mit England liegen, aber dieser Zusammenstoß würde nur dann ftattfinben, wenn eine der beiden Nationen hoffe, Frankreich mitzuziehen in der Art, daß es berufen würde, Schiedsrichter des Konflikts zu fein und eine Art Liga der Neutralen zu bilden. Jaurtzs kam sodann auf den Plan eines allgemeinen Schiedsgerichts und sagte: „Frankreich muß seinerseits bezüglich dieses Planes die Initiative ergreifen, denn die Jahre schwinden dahin und die Erinnerungen können sich abstumpfen. Auch den Elsaß-Lothringern wird es viel leichter sein, ihre Forderungen in einer Atmosphäre des Friedens geltend zu machen."
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Am 1. April roitö Die
erste Etage in meinem Hause, Franzosen- wälvchen 11 frei, infolge Ber» fetzuna des Herrn Dtreitor» Dr. Lindner. (6788 Ludwig Ries.
Deutsches Reich.
, Der Gesetzentwurf für die Privatbeamieuver- Mtning bat, wie Die ,Tägl. RunDickau' erfahrt, am Nenaa die Unterschrift De» Kauers zur Vorlage im Bundesräte erhalten. Die Seröffeniltdjung Der Vor- laae würde abo unmittelbar beoorlieben.
-fr Auderweite Regelung der Prüfungsordnung St Xieränte. Ru Beratungen über eine ander wecke egelung Der tzrü ung-ordnung für T-erärzte wird demnä hst eine Konferenz von Vertretern Der Reiche reaieruna und Der beteiligten Bundesregierungen ftattfinden. Es handelt sich Dabet in erster timte um eine Verlängerung des Studiums an den tierärztlichen Hochfckulen von 7 auf 8 Semester.
n Aus den Reichsbetrieben. Die Beamteno er- iältniffe m den Reichszentralämtem sind in den Kämpfen zwischen Reichstag und Regierung wiederholt Gegenstand scharfer Auseinandersetzungen gewesen Insbesondere ist aus dem Zentrum heraus immer wieder verlangt worden, daß die Beamten dieser Aemter eine ihren sehr hohen Gehältern entsprechende Arbeitszeit enthalten und mit Arbeit ausfüllen. Dern- burg hatte bekanntlich seinerzeit im Kolonialamt in dieser Beziehung einige Aenderungen herbeigeführt. Daß aber trotzdem noch manches zu wünschen übrig tzleibt zeigte eine Beratung, die am Freitag in der Budgetkommission des Reichstages vor sich qing. Vom Zentrum wurde ungefragt, ob es richtig fei daß die Marine für einen Bogen Schrei bMaschinenarbeit 5 Mk. Arbeitslohn zahlen. Die Bürobeamten würden viel zu hoch bezahlt. Der Vertreter des Reichsschatzamtes bestätigte unter Höck, Höck-Rufen diese Angabe, während der Vertreter der Marine erklärte, daß dies bei dem Reichsmarineamt nicht der Fall sei. Aus die Frage, wie hoch denn jetzt der Bogen bezahlt werde, erklärte der Schatz- stkretär, es handle sich um Vorgänge beim Reichsamt des Innern, über die er jetzt nicht sprechen könne. Richtig sei, daß die Schreibarbeit dem Reiche sehr feiner komme. Es werde eine wesentliche Ermäßigung t’er Sätze eintreten; die Ursache der hohen Sätze liege im festen Personensystem. Ein Privatunternehmer Tenne allerdings solche Sätze nicht bezahlen. Ein nationalliberales Kommissionsmitglied erklärt es für unerhört, daß für stenographilche Berichte ai8 der Budgetkommission Exttahonorare in Höhe von 600 bis 700 Mk. bezahlt worden seien. Von sozialdemokratischer Seite wendet man sich scharf gegen wiche Verschwendung von Reichsmitteln. Im Gegensatz dazu stehe die Entlohnung eines Familienvaters in Kiel mit 2,50 Mk. täglich. Der dadurch auf die Bahn des Verbrechens gedrängt fei. Der Schatzsekretär erklärt auf Anfrage, daß es noch nicht möglich gewesen sei, die Bürozeit einheitlich zu regeln, da das Kriegsmmisterium und das Reichsamt des Innern Widerstand leistete». In Bezug auf die modernen Hilfsmittel — Schreibmaschine, Stenographie — sei der Vürobetrieb auf her Höhe. Der Vertreter des -Zentrums erklärt, daß das Verhalten der Kanzleibeamten sich nicht mit dm Pflichten eines Beamten vereinen lasse. Von fortschrittlicher Seite wird der Antrag gestellt, die neu geforderten Stellen der drei Registratoren und vier Kanzleisekretäre zu ftreU
■di. Tas Zentrum beantragt eine Resolution, die e Einführung einer einheitlichen Arbeitszeit in den ^chSämtern und Reformierung der ganzen Büroarbeit fordert. Der Antrag der Volks« packei ward gegen eine Stimme, die Zentru m s- refolution einstimmig angenommen. — Die Debatte in der V-idgeüoimnissiorr hat bereits gute Folgen gezeitigt. Am Samstag begaben sich auf eine amtliche Emlaoung die Reichstagsabgeordneten Erz- b «rger, Racken und Dr. W eher nach Spandau, um die Buchführung der militärischen Werkstätten und die auf die Kontrolle des Oberrechnmigshsfes Bezug habenden Fragen zu studieren, die ähnlichen Refor- m e n und Vereinfachungen unterzogen werden sollen, wie dies nach der Tirpitzschen Erflärung in der Bud- gckkcmmisston vom letzten Donnerstag bei den kaifer- iichen Werftverwaltungen geplant und zum Teil bereits in Angriff genommen ist.
* Tie Schuld nn den Schwankungen des Geireidepreife. Im Hande!stet!e de? ,Bor!iner Tageblurtes leien rote folgendes:
^Die Preisbewegung des Getreidemarkte» im Jahr? liji“ unterfcbeiaet sich ganz wesentlich » on Dec des Bor^abres. Die Spekulation, die im Jahre 1906 beu Wkirenprets au- über 270 Mark getrieben bat, war nn Jahre 1910 dem Getreibemarkle rernaeblteben uno infotgedeffen waren die Preisschwankungen nicht außergewöhnlich.'
DaS Zugeständnis, daß die Spekulation den Weizenprets in die Höhe getrieben hak, und daß die Pretsskhwcmkungen nur durch die Spekulation veranlaßt werden, ist sehr wertvoll, wenn eS auch nichts yieuee bietet.
Em Sozialdemokrat über den Wert der Religion. „Der Gevoste" Dr Han» Müller nimmt in Dem
Rabatt
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Verdingung.
Die Schreiuer«,Schloster« ilttd Anstreicher «Arbeiten zum Kirchenbau tn Friesen« Hansen sollen tm Wege der öffentlichen Aurschreibung Der«, geben werden. Zeichnungen und Bedingungen können beim Architekten Walter, in Fuldaern« gesehen oder gegen Erstattung der Herstellungskosten bezogen werden. Berfchloffene und mit entiprechender Aufschrift versehene Offerten find bt» zum 3N. Januar beim kath. Pfarramt zu Die'.ersizausen einzureichen.
zriksk»httse>, 13. Jan. 1911.
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