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wschmbenage: „Illustrierte Sonnfagsjcitung
38. Iahrqanq
Fulda, Montag den 16. Januar 1911
Erstes Blatt
j» 12.
Deutscher Reichstag
die erst» Lesung des Etats.
des
Lnzelyenr Vie ef* fpalngt prtttzeUe oöet kni Kann 15 Pt-. BeQancnöttpetttjrlU P?6.. bei wieder, hoinngen rotrb fntfpt, Eoban gewährt.
rtdg. Stengel (fit) beantragt, den Abg. v Kröchrr durch Zurui ,um Prältdeuten zu wählen.
Abg. Hirsch-Berlin ^Soz.): Ich ergebe Wider- spruch. (Lachen rechts.)
Es eriolgl somit Zettetwahl.
Präsident ». »rScher: Es find 213 gültige Stimm- zettel abgegeben worden. Befchlußfäoig ist das Haus aber nur, wenn 222 Mitglieder anwesend sind. DaS Haus ist allo nicht belchtublähia.
Die nächite Schung wurde aus 1‘2. lö Uhr anberaumt mit der Tagesordnung: erite Leiung des Elais Die Wahl deS PrLsrdemen findet alto heute nicht statt.
Nach Wiedereröffnung der Sitzung begann
der zuletzt dem Hauke nicht mehr angehörte, aber lange Jahre hindurch das Lllene Mitglied war.
Auf der Tagesordnung steht dre Wohl deS
fprang bann aber wild empor, lief von ihr fort und brach, als sie ihn nicht mehr hören konnte, in laute Klagen aus.
.Nein, nelnl rief er, „es kann nicht sein ... Die da oben haben bereits sieben Tage daran arbeiten können uns zu erreichenI . . . Aber freilich, es liegen Berge und Felsen von Erdreich undSteinkohlen zwischen uns. Wir sind im Schoße der Erde lebendig begraben. . . Wnen auch! ich an ihrer Stelle hätte hundert Felsen weggeräumt und hundert Berge durchbohrt, um so viele Menschenleben zu retten, ja selbst um dies eine holde Geschöpf, ohne zu fragen, wessen Kind sie ist . . . Und ihr dort oben, wie ost seit ihr in euren Nöten zu mir gekommen, und niemals umsonst! Nun aber, da ich euer bedarf, geht ihr, kaltblütig die Pfeife rauchend, über das Grab, das mich lebend einschlleßt... Ihr nennt euch Menschen, aber — eure Freunde laßt ihr hülflos verschnmchten? Sei es drum! Ich bin ein Mann und kann sterben!"
Dann warf er sich wieder auf die Knie und beugte sich über Grace, die bewußtlos dalag.
„Aber mein Kind? O Gott, erbarme Dich meines Kinde«!" fuhr er betend fort .Steh, ich flehe Dich an! Sich, wie entsetzlich dies alles ist und wie ungerecht! Eben erst hat sie den Vater gefunben, beginnt erst zu leben .. für sie iffS noch nicht Zett, zu sterben. Und dann weißt Du ja, daß sie nur herkam, um den Baker zu retten . . . und weißt, daß des Himmels Seyen frommen Kindern durch Dein heiliges Wort verheißen ist. Sie sollen lange leben auf Erden, nicht wie Uebettäter vertilgt werden."
Wieder sprang er ungestüm auf, rannte in dem engen Raum hin und her und streckte die Arme zum Himmel empor; selbst Burnley, obwohl seine Geistesklarheit getrübt war, erschrak und kroch bet Seite vor dem VerzweiflungSauSbruch dieser starken Seele.
.Menschen und Engel empören sich dagegen!" schrie Hope in wahnfinnigem Schmerz. .Kann eS denn seins Können Himmel und Erde mhiy Zusehen, wenn so Entsetzliches geschieht? Sind die Mensche» ganz Undank?"
ift ent fein eben günstig, ein Beweis wieder einmal, bafc untere Finanz» und WirtichailsvoliNk richtig ift (Sehr richtigI tm Zentrum.) Hofienlllch wird das neue Sleuergeietz die Aufhebung der Steuer, z u > ch l ä g e bewilligen, die lediglich em Ptovr- (oitum dartzellten. Wir hofften dringend, baß be- Ianders tn der Riese u v erwalluu g der Eisen- bahnen die Feiiigung des Vertrauens der Beamten und Arbeiter weiter erstrebt und aus dem Weg» der Fürsorge kür di» Arbeiter und Beamtrn rüstig fortgeschritten wird. Zum Bergetat möchte ich die «ukwertiamkeit der zuständigen Stelle auf die Ber- bälintffe an der Saar hrnweiien, daß sich dort unter den Arbeitern eine gewisse Mißstimmung bemeti» bat gemacht bat. Ber den Domänen ist der Verwaltungsetat viel z» groß, wenn auch dre Noiinenichäsen nöttaten viel Holz zu verlausen, erichernt uns die Ein- nahmeftergerung beim Forstwesen um 10 Millionen viel -u hoch. Da die gegen Die Maul» und Klauenseuche ertafienen Maßregeln nicht nur den einzelnen Landwirt, londern die ganze Fleischversorgung betreffen, wären ihnen Beihilfen zu gewähren. Zum Erat der Justizoerwallung möchte ich den Wunsch auslprechen, daß die sogenannten Riesenprozesse nicht allzu sehr in die Länge gezogen würden. Mit der Abtrennung der Medizinalwesens vom Kultusministerium sind wir einverstanden. Emer erheblicheren Berücksichtigung als bisher bedarf das Fünorgewesen. Gegenüber dem
I Kuliusminmer möchte ich den Wunsch auslvrechen, daß der Unt»rr,chtsplan in den Volksschulen
1 ruhiger und stetiger weiden möge. Es werden da zu I viel Neuerungen eingelührt. Besondere Fürsorge bedarf
Die schulentlassene Jugend. Hauptlache ist für sie I oi» Festigung von Religion und Sitte. Vereine» die I hierauf hinwuken, müssen staatlich unterstützt werden. I (Bestall im Zentrum.> Leider haben die Gegenlätze in I unterem geistigen Leben sich immer mehr verschärft. I Für Weluion und Monarchie zulammenzu'lehen, und I bas T>erntende nach Mö lichleit auszulchalten, das ist I Der Wuntch, den meine Freunde an die Spitze unlerer
Preußischer Lauvtag
Abgeordnetenhaus.
Sitzung vom 14. Januar 1911.
Präsident v. Kröchet eröffnete die Sitzung um H1.15 Uhr und gedenkt oet seit oet letzten Sei non verdorbenen Mitglieder, auch des Abg. Szumann iPole),
Ein Ton wie der Schlag des Hammers auf eine Kirchenglocke erklang von außen, scheinbar aus wettet Ferne.
Dem Manne, der sich eben wie EliaS so heftig gegen seinen Schöpfer aufgelehnt, und wie jener die Langmut seines Schöpfers erfahren sollte, schien dieser Ton vom Himmel niederzuschallen. Zitternd wie ein Blatt im Winde stand er still und lauschte; aber der Klang wrederholte sich nicht.
.Ach!" sagte er traurig zu sich selbst, .ich habe Phantasien wie mein Kind."
Trotz dieser Annahme ergriff er den Hammer, stürzte nach dem Hintergründe der Halle, schwang sich auf einen daliegenden Kohlenblock und schlug mit aller Kraft an die Kohlenader, die sich chm zu Häup- ien hinzog. Erst tat er zwei Schläge mit langer Zwischenpause, bann drei Schläge rasch hintereinander.
Grace vernahm es und versuchte voll Erstaunen, sich mtt aufgestützten Händen in die Höhe zu richten.
Bon außen erklangen zwei leichte Schläge wie ouS meilenweiter Entfernung, obwohl diese in Wahrheit kaum zehn Fuß betrug; dann kamen drei Schläge rasch hsiitereinander.
„Die Antwort auf mein Signal!" schrie Hope in gellendem Tone. „Kind, hast Tu e8 gehört? .. . Es war eine Antwort! — Gott Dank! — Gott Dank! — Gott Dank!"
Er sank auf die Knie und weinte wie ein Kind; im nächsten Moment aber war er. glühend vor Freude und Hoffnung, an der Seite seiner Tochter und umfaßte sie mtt beiden Armen.
.Raffe Dich auf!" flehte er. „Wehre Dich nur wenige Minuten noch! Tod, ich trotze dir — mtt Vaterhänden entteiße ich btt mein Kind!" Bei diesen Worten riß er Grace mtt überraschender Kraft in seinen Armen in die Höhe, und nun begann auch sie, von heftiger Erregung unterstützt, ihre Schwäche zu besiegen. n , ..
„Ja, ich will leben!" tief ste aus „Sehen ffc Dich! O die wackeren Männer! Hörst Du, hörst Du wie eifrig sie arbeiten, Ein Rettungsheer kommt zu unserer Hilfe herbet ... Der Gott, an dem Du gezweifelt hast, sendet e», und ein Held führt es an."
(Stfenbabnmtntfter u. Breiten buch: Ich bin veranlaßt woroen, mtd) übet öte Möglujstett eines Ausstandes oer Etkendahnangesteiiten zu äußern. Es ist au6eioi6enthdi wichtta, festzuuellen, daß di» rrvudlttanische Regierung Frankreichs em Streilrecht öer Estenbahner nicht anerkennt, wer! es sich um das Staatswohl handelt. Aut dies m Standpunkt heben rott von lebet, wobt unter Zustimmung aller bürget« heben Parteien. (Bestall rechts und im Zlr.i Der Streit bet Snenbabner roäre also unaeletzltch, und die Regierung wird darüber wachen, daß ber Gent bet OrdnungswidtigkeU nicht entzieht. Wit nehmen auch Rücksicht auf bi« ichroere Lag» ber Angestellten. Die Arbeitet erkennen untere Füttoige auch an. Wenn sich biefer Geist immer mehr und mehr verbreitet, sind wir vor llebettaschungen rote in Frankreich sicher. (Lebst Bestall.)
RultuSminifter v Trott zu Solz: Di» katholischen Professoren an staatlichen Schulen haben den Moder« nifteneid nicht zu leisten. Die Beziehungen zwischen Den Bischöfen uns den kalyoNfchen Fakultäten werden daher nicht geändert. Die Fakultäten biben bi» zu> tüchtigen Geistlichen au-, bringen sie aber auch auf Den llniverfitäten ut Berührung mit anberen Menschen. Es kann nicht erwünscht fern, daß bie katholischen Theoloaen ihre Ausbildung lediglich in den geistlichen Anstalten erhalten, tondetn es ist wüntche swerl, baß diese Ausbttdung gelebtem tn einet Weite, die ein Zusammenkommen und einen Meinungsaustausch mit den Vertretern der anbiten Fakultäten ermöglichen. Darum haben auch Männer w. Paulsen und Harnack sich für Die Beibehaltung Der katholisch-theologischen Fakuliäten ausgesprochen. Soll aber diese ,(alultät ihren Zweck erfüllen, so muffen sie mit ber katholischen Glaubens« lehre im Einklang stehen. (Zurufe: Schöne Ansichten!)
Montag: Wahl des Präsidiums und Fortsetzunft ber Etatsberatung.
ta"9SÄretär Dr. LiSco bittet die Frage der mildernden Umtiänbe bei Diebnahl nicht vor bei großen I
Staimuii Di- Sr««< SiiaiWrmiT« >«»«« nut innerhalb bet umfassenden etruirecbtsieform gelöst I ro.rbnb . Müller-Meiningen (Bolkso?, Kölle I lBolksp.) und Stadthagen <«oz.) schließen sich der I Beckerschen Anregung an, und loroern ipn aut, einen I etitlprechenben Antrag emzuhrrngen, wahrend Dr. Fnltrenborst (Reiormp.) einen solchen Antrag nicht °efk«bgC 8eäer.S5ln (Ztr.) will einen solchen Antrag vielleicht in ber dritte l Leiung bringen. Jetzt seien die I Varleien darauf nicht vorbereitet.
“ Abg Gröber (Ztr) beantragt statt des Frohme- schen Antrages Straflosigleit des Bettelns bei unverschuldeter Not. Das Anfprechen um Muer- stützmig kann als strafbar ja eigentlich gar nicht in I Frage kommen, sonst mochte sich ja z. B. auch der I Hanfabunb mit feinen Bettelbriefen eines Betteldeliktes schuldig.
Geheimer Rat Dr. Joel bekämpft auch diesen An- trag. Das würde nach feinen Konfequenzen ein Recht auf Betteln geben.
Nach weiterer Erörterung wirb zunächst über den Antrag Gröber abgeftnnmt, roooet sich die Notwendigkeit eines Hammelfprunges erg bt. Für den Antrag stimmen 95, dagegen 79 Abgeordnete. Das Haus ist also beschlußun, ähig.
Nächste Sitzung nach einer Viertelstunde.
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Nach E, Öffnung ber neuen Sitzung wirb zunächst oer Antrag Gröber angenommen, und mit ihm ber Antrag Frohnie; tm übrigen bleibt bet Paragraph rmv rändert. , _ „„
Beim Erpressungsparagraphen (§ 253 versucht bie Kommissionsfafsung Leut», bie einen Ber- mögensvorteil „erpressen", ohne an eine Schädigung des Vermögens eines anderen zu denken, wie es vor allein auf dem Gebiete des gewerblichen Lohnkampses ber Fall ist, vor ber Strafoerfo gung wegen Erpressung »u sichern. Es liegen eine Reche Abänderungsan- Iräae vor. „ t ., „ , .
Abg. Stadthagen (Soj.) begrunbet bie Antiäge 'feiner Partei. m ,
Abg. Gröber (Ztr.) begrunbet mehrere Anträge, bie eine Milderung der in Erpressungssachen üblichen Rechtsprechung rote auch der Bestimmungen des neuen Paragraphen bezwecken =
Geh. Rat Tischendorff bittet, bie Kommissionsbeschlüsse anzunehmen uno alle Anträge abzulehnen.
Daraus wird die Kommt,sionsfaffung unter Ablehnung aller Abänderungsanträge angenommen.
Eine Reihe weiterer foztaloeinokrcuifchet Anträge zur Novelle wird ebenfalls abgelehut, der Rest des Ge- setzes dagegen unveiändert angenommen.
Damit ist bie Vorlage erledigt. Das Haus ver- <<lSt Montag: Zweite Lesung bes Zuwachssteuergesetzes.
Sitzung vom 14 Januar 1911. ,
Der Geietzentwarf betr. bi» »"nberung beS | MilitärstrasgesetzbuchcS. Gleich,tellung des mertnar» ^rvs mtt veu Saniiä soGzieren, wird m ÖrU,et «e,ung KÄangenommen. - E- wiflt d.e Fortsetzung , veilen Beratung ber Ctrofgesetznovelle bet Jl o i • bievstahl unb ffllnnör au b.iur u< mittlere Strafen bi§ höchstens drei Monate Gelänanis etntreten lottern Die Vorlage hatte sechs Monate vorgefehen. Der Mund- raubvaraaraph. oet sich buhet nur aut Nahrungs- und Genußmittel bezieht, wird auch aut Gegenstände des bauswirtfchaftlichen Gebrauchs ausgedehnt.
^ «bg.yeäer.Söln t.rf.r) ro.U bei S»oto«eM:«W «rnh bernbe Umuänoe entfuhren und Ausichluß der Ge
Abg. v. Pappenbeim (kons.): Meine Freunde ha-1 ben mich beauftragt, an enter Stelle dem früher en preußischen Finanzmmitter, ber in biet em Haufe uns 9mal ben Etat Überreicht hat, Worte der Anerlennung zu widmen. (Bravo rechts.) Nacy ber Rede des fetzigen Herrn Finanzminiftets dürfen wir anne men,' aß er gleid e Wege und Ziele verolgt. Der uns vorgdegte Etat üehttm Zeichen einer allmählichen OefnnDung. Wn find gern bereit, daran mitzuarbeiten, die Betriebsverwaltung so auszugestalten, daß dadurch Steuererleichterungen möttich werden. Die Sätze im Etat der SteueroerroaUung scheinen mit reichlich hoch bemefien zu fein. Auch wir begrüßen es mit Freuden, daß bie steuerlichen Vorschriften schärfer durchgeführt werden, und daß in alle Berhältiiitse der Steuerzahler hinemgeleuchtet roh 6. Das irt auch unter aufrichtiger SB uni d) (Widerspruch !.), auch wenn Sie das Gegenteil behaupten. (Widettpruch -Betfall r. Eine Steuernoveile wünschen wir in diesem Iahte nicht. Gut bewährt hat sich untere Schutzmannichaft | L ““ÄI
neueste Zett bewährt. (Erneute erregte Zurufe der Unfall,m Zentrum.f -interessanteste
Sozialdemokraten.) Sie haben getan, was rott von «b^ Tr. Friedberg Mallb.). Das Jntereffanmte ihnen erwart et haben Ste taten, was der Staat von I an der Thronrede itt das, was Nicht darin steht I (du» ihnen w erwarten berechtigt war. lLebhaster Beifall, nimmung links.) Wenn wir auch mit dem Vorgänger erneute Zurufe links.! Ich bin ausdrücklich beauftragt, des Finanzministers sachlich zuwei en^nM^ übereiw hi»r II, «rfiäten bah das Verhalten der Berliner I stimmten, so ändert das Nichts an der Wertschätzung @Auhmanntoattro«brenbb« Moabmer Vorgänge ferner Perfon. (Beifall.» Die Frage des Wahlrechts «ne Ehre sitt dieselben bedeutet. (Erneuter lebhafter wird nicht mehr verfchwinden. Die Regielung kaiin r,At8 Wärm bei den Sozialdemokraten ) Em l nur mit einer Vorlage kommen, die das gleiche und Pob bei *6Lhmannf&att aug lofiatoemotratifcheni oirette ABablredft bttngL (Sehr richtig! links.» Eine I Munde roäre kein Lob denn Sie gehen ja darauf aus, I Parteiregierung macht sich tn Preußen dadurch bemer« ^en S aat u untergraben Im allgemeinen kann id) bar, daß gewisse Verwaltungsämter nur konservatw der ränakeit der einzelnen Ver- abgeflempelten Personen anvertraut werden. (Sehr roaltunaen fdH«6enflunb ä wäre m.r sehr mt^effant, richtig! l.nks. Widersprach rechts Redner erörtert Wallungen schließen uno es n'v Auch eingehend den Fall Becker-Maltzahn und erkennt an, etw°^s absäMgeMstttt strhörm. (Zuruflims^^ w V WoQbtt ,„tz mancher Mißgriffe ihre
iefmP^tförofte^Te^teriei:.) Gut, allo ich I Pflicht geiikn hctt. Das Recht zur Arbeit für die Ar- chlle^e m t der B^aupiun^aß ro r zuversichtlich in be,tswi!Iigen muß gewahrt bleiben. Rann uns der d7. ZukuÄ bllckkn kö^en. ^Bestall rechts ) E.fenbahnm,nifter dahin beruhigen, das bei uns em
I Abg. Graf Proschina (Ztr.): Den anerkennenden I Elfenbahnerttreik w,e m Frankreich unmöglich ist. Worten^ des Vorredners über ben früheren Finanz-1 (übg Liebknecht sLoz.j: Das iwrd ganz oon der Be- I Minister schließen wir uns durchaus an, und wir I Handlung der Arbeiter abhängen!) Ich wollte die hoffen daß der neue Herr Minister auf demselben I Meinung d->s Eisenbahnmiuifters Horen und nicht Ihre.
I m#itertn<ittbetn roiro Durch die BesserungI Herr Liebkiiecht. (&ei;r gut! und Heiterkeit.) Wie I Tex lotttVebaftlich^n Berhältnisfe md die I wert ist die Verivaltungsreform gediehenWtr ver- Sanierung der Reichssinamen ist das Über- langen m der Polenpolltik Stetigkeit und
I Haupt leichter gewoiden, und unser wirtfchaftliches > Hand. Unerquicklich ist die Frage des Mod er
Leben wird sich besonders dann günstig roetterentroideht, ntitenetdes. (Gelächter tm Zentrums An den
I roenn durch öte nächsten Reichstagswahlen der Schutz I Kultusminister stelle >ch folgende Fragen ■ I der nationalen Arbeit auch in Zukunft sichergestellt lein I Alo ernisteneid auch Geltung für die Universttätspro-
I mi h (Sehr riditia! im Rtr)' lieber den preußischen I sessoren und bezieht er sich auch auf oie weltlichen
! Miiiisterwechf el hat man sich tn weiten Streifen ! Religionslehrer? Ferner: Ist es zutreffend, daß die 11eht aufaereat unb man bat untersucht» in wieweit die I Professoren ihre Kolleghefte und Thefen den Blfchöfen I die Rücksicht auf d as Zentrum dabei rnttgewilkt! eint eichen müssend Wir wurden das für unzulässig I bat. Wir unsererseits haben uns nicht Darüber auf-1 be§ 9nnern b. Dallwitz teilt mit, daß die
Vorlage bet'. Feuerbestattung in Sotbeieiiung lei. lieber Einzelheiten ber Verwaltungsreform lönne er nichts sagen. Was die politffcheu Beamten angehe, fo haben sie sich, rote ber Reichskanzler schon früher aefagt hat, den Parteien gegenüber neutral zu verhalten. Agitatorisch sollen sie überhaupt nicht tätig fein. Der Minister stellt bann eine Bemerkung des Vorredners übet den Prozeß des Maltzahn-Becker richtig und schließt damit, daß eine neue Wahl- rechtsvorlage nicht eingebracht werben könne, bevor sich die partetpvlilifchen Berhältnisfe soweit geäußert hätten, daß eine Bernändigung wenigstens unte Den größeren Parteien möglich erscheine.
(Ein gefährliches Geheimnis.
(76] Roman in zwei Bänden von Charles Reabe. i, „Rein, nein, lieber Vater! Warum verzweifeln, so lange wir Wasser haben . . schönes Wafferi" i „Aber unfiltriert kannst Du eS nicht trinken, eS ,sst verdorben, ist giftig."
l „DaS dort nicht, lieber Vater!" antwortete Grace. i.„2)ort in der Ferne — steh doch nur! Steh, wie hell -unb schön der Fluß im Sonnenlicht schimmert. Sieh, wie die Bäume am anderen Ufer im Winde wehen, wie grün die Wiesen sind, und wie blau der Himmel. Und dort — dort — dort sind auch die weißen ^Schwäne. Ach nein! ich irre mich ... es sind nicht Schwäne, sondern Schiffe, die nach dem schönm Lande giehm, von dem Du mir erzählt hast, nach dem Lande, too es kein Leid und keine Sorgen gibt."
ß Hope erkannte zu seinem Schrecken, daß sein armes Äinb von den holden Tmgbildern heimgesucht war, bie„ wie er gelesen hatte, dem Tode des Verschmach- > tens hin und wieder vorangehen; Tmgbilder grüner Felder und klarer Gewäffer. Zitternd betete er im .Stillen zu Gott, ihm die geliebte Tochter zu erhalten, und nicht die kaum Wiedergefundme in feinen Armen sterben zu kaffen.
> Nach einer Weile begann Grace aufs neue zu sprechen, aber diesmal war ihr Geist wieder klar. „Wie dunkel es nrtrb!" sagte sie „Ach, nun sind wir wieder in der schrecklichen Kohlengrube!" Dann aber schien neue Kraft bes Duldens über ste zu kommen, mit der das Weib sich in ben Willen ber Allmacht ergibt Sie legte die Hand auf Hope'S Schulter unb sagte tröstend: „Lieber Vater, beuge Dich dem Willen Gottes." Dann ftrerfte sie bie schwachen Arme nach ihm aus. „Küffe mich, Vater, wir muffen jetzt sterben!" fügte sie hinzu, und mit diesen festen unb ergebenen Worten ließ sie das holde Angesicht zu Boden sticken; Fntcht und Hoffnung waren für sie zu Ende.
Der Slann war jedoch nicht im Stande, sich zu beugen, wie das Weib getan. Er küßte Grace, wie ste iS verlangt hatte, legte sie sanft wieder zu Boden,
bat. Wir unsererseits haben uns nicht Darüber auf« | geregt. (Zustimmung im Ztr. Lachen linls.) Wir ivissen, daß rott nicht das parlamenlarrfche Regime haben, fonDern daß die Stone die Minister zu berufen t>at. Das ift hier auch zweifellos ber Standpunkt des Ministerpräsidenten. Wir unfercrieits wnnfchen aller« Vings, daß tm Minifterkollegium die fonfeiftonelle Minderheit in Preußen berückftchtigt rotrb. Aber an einen Zentrums Minister etwa deuten roir gar nicht, dafür find wir noch lange nicht reif (Heiterkeit) — nicht etwa so, daß wir keinen Kandidaten dafür zu stellen hätten, sondern das Reich und Preußen find noch nicht reif, einen Zentrumsminister anzunehmen. (Große Heiterkeit, Zustimmung tm Zkr.) Ich komme nun zum Etat. Der Adfchluv
frfdfriitl tiglfdf «h Insnahm» tz«r Sonu» en6 Feiertage. Dfcrtrb jährlich«
,hne Brtngerlohn unb VefieLgeld in Hulda io-
Wie auswärts l.5v HIL
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fflt die »nzeiaen: z Varzeller tn Hulda.
vertag »er Fuldaer Hfc
Monatrbeilagr: „SuIbOCT (5cfd}id}fsblätan hz. 9.
Deutsches Reich.
♦♦ Berlin, 15. Jan. 1911. Die juristische Fakultät der Unioeisitäl Königsberg hat dem Handeismtntfter Sydow den Grad eines jurifttsch-n Ehrendoktor- verliehen. Dr. Sydow ist durch verschiedene recht-« wtffenfchaftliche Publikationen bestens bekannt.
)( Eine wichtige Reform im preußischer» Ministerium bedeutet die schon durch den Etat bekannt gewordene Uebertragung der Medizi« ztnai-Abtetiung deS Kuttusmmistertums auf das Ministerium des Innern. Damit soll das Kuilusmimstertum entlastet werden. Jo einer aussührilchen Dentschrift, die dem Landtage zugegangen ist, rott6 dteie Maßnahme begründet.
-V Unnötige Aufregung. Die Entlaffung von Beamten der AnsiebiungSkommisston, worüber die „Post" aus Posen berichtet hatte — es sollte sich um 20 Gutsverwalter handeln —, was von diesem Blatte als ein Zeichen bafüt gebeutet worden, „wie die Aufschiebung des Enteignungsgesetzes allenthalben schwere Besoraniffe in gut nationalen Kreisen Hervorrufe." Dazu sagen die „Posener N. Nachr.": Wie wir durch Anfrage an zuständiger Stelle erfahren, ist die Meldung in dieser Form vollständig unzutreffend Es sei allerdings einigen Gutsverwaltern gekündigt worden — bie Zahl 20 ist zu hoch gegriffen —, diese Maßnahme erfolgte aber lediglich well die bett. Arbeiten erledigt sind. In ben letzten Jahren haben dauernd Entlaffungen stottgefunden, well die Ansiedelungskommisfion darauf angerolefen fei, sparsam zu wirtschaften.
O Zkutrumsanlläge zum BereinSgesetz Dte Afigg. Kestenuch, Fleufter und Stanke haben im Abgeord* netenhause bett Antrag gestellt: die Königliche Ltaatsregierung zu ersuchen, eine Vorlage einzubringen, durch die d r unbefchräntte Gebrauch bet wallonischen,französif chen und mährischen Sprache in üffentltchen Versammlungen ianbeS» gesetzliä» gewährleistet wirb.
♦* Wenigstens ehrlich gesprochen. In einer Ver« sammlung des Berimer Fortschrittlichen Vereins proklamierte laut ,Voff. ßtg' oer Abg. Traeger ben
Sie hatte diese Worte kaum ausgesprochm, als Hope sie, tödlich erschreckmd, aus seinen Armen ließ. Die Spitzhacke seines Feindes war in voller Arbeit, ste zu verderben. Mit wütender Anstrengung schlug Burnley auf bie schwache Bassin wand los. „Sie werden mich in Stücke reißen!" schrie et habet. „Für mich ist keine Hoffnung, weder in dieser, noch in jener Welt!"
„Der Wahnfinnige!" rief Hope. „Er wird das Waffer zum Durchbruch bringen, ehe die andern zu unserer Rettung da find!" Aus Bumley zulaufend, packte er ihn, ober die Kraft der Raserei war von ihm gewichen, und nach kurzem Ringen warf ihn Burnley zu Boden. Hope sprang auf und eilte abermals auf ihn zu, war jedoch unvorsichtig, sodaß ihm der Bösewicht, der ihm mit gesenktem Kopse entgegenstürzte, einen heftigen Stoß vor die Brust versetzen konnte. AurücktWrnelnd fiel Hope auf den Rücken, fein Atem stockte; Grace flog herbei, ibn aufzurichten.
Er war auch nicht ber Mann danach ben Kopf zu verlieren. „N«h dem Kohlenkarren", stieß er hervor, „sonst find wtt des Todes!"
„Ich will die Stube ersäufen! Ich will bie Grube ersäufen!" schrie Bumley dazwischen
Hope half seiner Tochter ben Kohlenblock W erklettern, von dem schon einmal bie Rede war, von bnrt aus sprang sie in ben leeren Kohlenkarren, hob .J) von hier, stark und gewandt, wie sie war, auf den mit Kohlen gefüllten und zog selbst den Vater mit hinauf. In dem Augenblick aber als er ihr folgend noch auf ben Knien lag, gab der Teil ber Erbwand, ber das Bassin begrenzte, unter Burnleys wütend geführten Schlägen nach, ein Spalt öffnete sich etwa sechs Fuß über dem Boden, unb ein mächtiger Wasserstrahl, der Massen von Kohlen unb Erde mit sich führte, schoß daraus hervor, fuhr brüllend wie ein lebendiges Wesen auf den Kohlenkarren los, warf ihn an die gegenüberliegende Erdwand und drückte dessen Vordetfette ein. Er würde auch Grace wie eine Feder herabgeriffen haben, wäre sie nicht von den Atmm des Vaters, der noch immer neben ihr kniete, wie mtt Eifenklmmnern festgehalten worden.
(Fottfetzung folgt.)