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38. Jahrgang
Fulda, Dienstag den 10. Januar 1911
Erstes Blatt
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Reichstagswahlvorbereitungm.
der Grubenarbeiter aus den anderen Bezirken teilneh-
Verlag der Lnttaer Ak» flenbraderd 11 gutta gaufptcd}« Nr. 4.
Xesetgee: »le efit» fpattigepetttzdleote» der». Kam 15 pfg. SeNaMenbttpetttzette pfg.. *d wieder»
Holungen wird entjpt. Rabatt gewährt.
Vetautw. vedalteur
LO.:». wetun woch-nbeiiag--„Illustrierte Sountagrzeitung
men sollen. Die Grubenarbeiter des Bezirkes HewS haben he-ute beschloffcn, ebenfalls in den Streik zu treten; dieser Beschluß soll zwar einer nochmaligen Prü- fimg unterliegen, es kann aber nicht bezweifelt werden, daß sich die Arbeiter auch hier für den Generalstreik aussprechen werdm. Es kommen hierbei 6000 Mann in Betracht. Die Ausstandsbewegung hängt hauptsächlich mit dem ^stündigen Maximalarbeitstag zu-
Wahlbewerber der Epigonen eines Waldeck und emes Eugen Richter werden könnte!
bloß einen tschechischen und zwei polnische Minister erhallen. Die übrigen sind Deutsche.
** Verschärfung des belgischen Bergarbeitemusstandes. Der Verband der Bergabeiter des Beckens von Lüttich hat einstimmig beschlossen, an dem Streik festzuhalten und ihn mit allen Konsequenzen durchzuführen. Es wrirde beschlossen, am kommenden Donnerstag 11 Uhr in Lüttich eine Massendemonstration zri veranstalten, an der sämtliche Grubenarbeiter aus dem Deckm von Lüttich, sowie Vertreter
♦ Generalversammlung des Evangelischen Bundes. Die 24 Generalversammlung des Evangelichen Bundes, die ursprünglich in Erfurt abgehalten werden sollte, wird nach neueren Beschlüssen vom 5. bis 8. Oktober in Dortmund stattfinden
sammen, der seit dem L Januar dieses Jahres theoretisch in Geltung ist, in Wirklichkeit aber zumeist überschriten wird. Die Zechenbesttzer wollen die halb- tündtge, sogenannte große Pause je nach Bedarf von einer Stunde auf die andere verlegen können, während dir Arbeiter eine bestimmte Zeit dafür festgelegt miss« wollen. Der zweite Punkt betraf die Abzüge, die erhoben werden, wenn die Bergarbeiter ohne genügende Entschuldigung fehlen. Ein dritter Punkt war, daß die Grubenbesitzer von den Arbeitem ver- angen, daß unter gewissen Umständen eine Verlänge- mng der Arbeitszeit über die gewöhnliche Dauer hinaus Platz greifen könne. Der vierte Punkt betraf die Förderer, die im Falle der Notwendigkeit durch Av- beiter ergänzt werden sollen Hier verlangen dies Bergarbeiter, daß kein Arbeiter angestellt wird, der über 32 Jahre alt ist.
** Seinen Einfluß in Marokko in besonders nachhaltiger Weise zu festigen, schickt sich Frankreich an. AuS Tanger wird dem „Echo de Paris" gemeldet, daß der marokkanische Finanzminister El Mokri demnächst in Paris einen Vertrag über eine neue Anleihe im Betrage von 40 Millionen unterzeichnen werde. Die Bürgschaft für die Anleche bilde die sogen. Robbsteuer, die umgestaltet werden solle. 20 Mill, würden zur Schuldentilgung und der Rest für die Truppen des Sultans und für öffentlich« Arbeiten verwendet werden. — Auf diese Weis« wird Frankreich die Finanzen Marokkos und damit daS Land selber gänzlich in seine Macht bringen.
** König Alfons in Marokko. Bet seiner Landung in Melilla wurde König Alfons von Spant« von der Menge lebhaft begrüßt. Stuf afrikanischem Boden bewillkommneten die Behörden und der fron» zösische General Toutöe den König. Nach Beiwohnung des Gottesdienstes vollzog der König die feierlich« Einweihung des Denkmals für die Gefallenen aus dem Feldzug im Rif.
„Mr. Brahani ist nicht Ihr Gatte", gab der Advokat ruhig zur Antwort. „Dieser andere ist e8. Außerdem habe ich kürzlich von Verhältnissen Kunde erlangt, die ich vorläufig weder Ihnen noch Mr. Monk- ton Mitteilen darf ... Jedenfalls werden Sie nicht daran zweifeln, daß mir Ihre Interessen am Herzen liegen."
„Nein, daran kann ich nicht zweifeln", erwidette Lucie schnell, indem sie dem Advokaten die Hmid reichte. ,
„Gut", sagte er, „dann lassen Sie sich durch mich bestimmen, den Mann zu sprechen."
„Rein, das will ich nicht", antwortete sie. „Ich weiß, daß ich keine gute Frau bin, aber den Wunsch, es zu sein, habe ich immer gehabt und will nicht länger falsches Spiel treiben." Von diesem Entschluß ließ sie sich durch keine Vorstellung abbringen.
Unverrichteter Sache kehrte der Advokat zurück, und als Monkton am folgenden Tage bei ihm vorsprach, sagte er ihm, zu seinem Bedauern müsse er ihm mitteilen daß Mr. Braham krank und von Sorgen bedrückt'sei. Die Dame sche sich deshalb außer Stande, ihn zu treffen; sie wäre jedoch bereit, ihm jedes in ihren Kräften liegende Opfer zu bringen — nur eine Zusammenkunft wäre unmöglich.
„Ich aber besiehe darauf", antwortete Monfton; „etwas anderes verlange ich nicht."
Der Sachwalter suchte ihn umzustimmen; er erklärte sich sogar bereit, ihm eine Summe vorzustrecken, um seiner Klientin weitere Belästigungen zu ersparen.
Ader Montton ließ sich nicht bewegen.
„Es handelt sich um eine Angelegenheit, die weder sie noch ich mit einem Driten besprechen können. UebrigenS bin ich Ihn« für die Auskunft dankbar, die Sie mir gegeben hab«. Die Dame kann, wie Sie mir fagen, ihren Makler nicht verlassen Gut, ich weiß, wo sie zu finden ist." Mit diesen Wotten griff er nach seinem Hute. _
„sRein, ich bitte Sie, tun Sie das nicht", bat Mr. Mddleton. „Lass« Sie mich noch einmal mit her Dame sprechen; sie hat inzwtschm Zett oehabt. die Sache zu beschlaf«/
— Marburg, 9. Jan. 1911. Der Bauernbund erklärt, daß die Unterstützung von G e r l a ch S und des deutschsozialen Kandidat« Rupp bei den kommenden Reichstagswahlen vollständig ausgeschlossen sei. — In einet un Restaurant Jesberg abgehaltenen Versammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins ist Jakob Diehl, Vorsitzender des
Erschekni tllgllch mit ggnolfw 6tr $oww* gnb Jtiertage. Wertet NshrNcherKezngrvret« •Dne Bringer lob» und veßeSgettinKüdaso- Wie aurwärtr l-Sv M.
Zeitung
monawiage: „Zuldaer Seschlchkblätter"
erhalten.
0 Zwei konseivative Landtagsabgeorduete ge- stoibeu. ^Der Landlaasabg. Rittergutsbesitzer von Neu man«-Hanseberg ist gestern im Atter von 71 Jahren gestorben. Er vertrat den Wahltreis Königsberg i. d. Neumark; das Mandat ist im- beflr-ttener konservativer Besitz. An dem gleichen Tage starb der Abg. M e y e r-Bieleseld. Er vertrat den Wahlkreis Herford-Halie-Bielefcld seit dem Jahre 1903 im Abgeordnetenhaus und auch während der 11. Legislaturperiode im Reichstag. Er war 'am 24. Oktober 1840 zu Steiuhagen i. W. geboren, erlernte das Malerhondwerk, nahm an den Kriegen von 1864, 1866 und 1870/71 teil und war seit langen Jahren Vorsitzender der Handwerkskammer und des Ausstchtsrats der Gewerbebank Bielefeld.
+ Beterammnnterstiitzung. Im Etat der Eisen- dahi.verwaliung für 1911 findet sich, wie der „Tag" erfährt, im Kapitel 23 eine Mehreinstellung von 450000 Ml. Mit diesem Betrage soll allen den- jeniren p msionierteu Eisendahnbeamten, die auZ"dem Pnvateisenbahndienst übernommen worden
Gefährten zu räch«, nahm aber für den Augenblick, nachdem er die gegenwärtige Lage der Dinge geprüft hatte, den finster« Plan wieder auf, dm er vor langm Jahrm am Tage seiner Verhaftung in BarÜey's Kontor gefaßt hatte.
Möglicherweise hat der Leser, dessen Ausmerksam- keit durch so viele verfchiedmattige Vorgänge in Anspruch genommen worden ist, diesen Plan vergessen. Das Folgende wird jedoch dazu dimm, die Erinnerung wieder aufzufrischen.
Monkton telegraphiette an den Sachwalter der Mrs. Braham, verlangte eine sofortige Unterredung mit der Dame und gab die Stunde des Zusammenttef- fens an.
Der Advokat begab fich persönlich zu ihr und fand sie in tiefer Bekümmernis. Ohne ihm zu seiner Mtt- tellung Zett zu lass«, bettraute sie ihm ihre Sorgm und sagte ihm, daß sie für den GessteSzustmid ihres Gatt« fürchte. Er könne nicht schlaf«, stöhne die ganze Recht und spreche tagsüber gar nicht mehr.
Zu jmer Zett warm auswärtige Papiere in uner- toarteter Weise teils gestiegen, teils gefall«, und der scharfsinnige Advokat erriet sogleich, daß der Papier- maller auf eigene Hand spckuliert und Verluste erlitt« hab« würde.
„Verehrte Frau", sagte er, „das hängt sicherlich mit Börsengeschäften zusammen und Ihr Gatte wird sich wieder zurechtfindm. Wir müssen jetzt ober von andern Ding« sprech«, die augenblicklich zu erledig« sind." Darauf teilte er ihr Monkton's Botschaft mit
Ihre Nerv« warm schon in großer Erregung, diese Ncchricht gab ihn« den letzten Stoß. Sie weinte und zitterte, bekam Krämpfe und oerficherte, daß sie Montton unter keiner Bedingung seh« wolle. Er hätte sie nie geliebt, wäre nie ihr ein so treuer Freund gewes« wie Jonathan Braham. „Nein", sagte sie «blich ,„wmn er Geld braucht, so mögm Sie meine Schmucksachen nchrnen und verkaufen; ich aber will, da mein Gatte unglücklich ist, treu an seiner Seite steh«."
„Sprechen Sie mit ihr", erwiderte Monkton finster, „und wenn Sie ihr Freund sind, so stellen Sie fich dies eine Mal auf die Sette des Gatten. Ich werde Sie künftig nie mehr belästig«."
„Ich bin ihr Freund', sagte der Advokat, „und Sie können mir glauben, daß ich auch für die Zusammenkunft bin. Moll« Sie heute nachmittag um 4 Uhr wiederkommen?"
„Einverstand«!" antwortete Montton und ging.
Das Benehm« des Advokat« war ihm auf gefallen. „Möchte wissen, was er beabsichtigt?" sagte Monk- ton zu sich selbst.
Der Advokat begab fich in großer Eile zu seiner Klimtin und fand sie in Trän«. Sie gab ihm ein« rssfenm Brief.
Braham war vollständig zu Grunde gerichtet und nmßte überdies etwas getan haben, das er nicht ein« gestehen wollte. So war er denn nach Amerika geflüchtet und wies Sude an, alles, was sie an Geld im Hause find« sollte, in Besitz zu nehm«. Außerdem gab er ihr dm Rat, das Mobüiar sofort zu verkauf«, ehe andere Befchlag darauf leg« konnten. Mit einem Worte, der Mann war in seiner Angst wie von Sinn« und schien für den Augmblick nur für die eigene Sicherheit besorgt zu sein.
Der Advokat suchte Lude nach Kräften zu tröst« und redete ihr aufs neue zu, Montton die verlangte Zusammmkunst zu bewillig«.
Meinetwegen", gab sie müde zur Antwort. „E» ist vergeblich, ihm widerstehen zu wollm; lass« Sie ihn hierherkomm«.'
Der Advokat war bagegen.
„Das überleg« Sie noch', sagte er; „es scheint mir besser, ihm nicht mitzuteilen, daß Sie arm und verlass« sind. Er muß Ihr Kommen tote eine Gunst ansehen — aber jedenfalls komm« Sie. Ganz leise will ich Ihnen auch berhyucn, daß Monkton wett mehr für Sie tun kann, als Braham je wieder könnte und würde. Darum, wenn es irgend möglich ist, widerstreb« Sie ihm nicht."
(Fortsetzung folgt)
Ein gefährlicher Geheimnis.
70] Ronan in zwei Bänd« von Charles Re ade.
Aus den erst« Blick bot das Arbeitsfeld ein Bild heiterer Geschäftigkeit. Kleine weiße Schlafzelte für die fremd« Arbtiter waren auf dem Rasen errichtet, 'und vor der „Schwarzbraunen Kuh" befand« fich zwei schneeige Erfrischungszelte. Das Wirtshaus war im Besitz eines Backofens und großer Kessel, aus den« die Wirtin mit Hilfe der ihr zugeteilt« Weiber die Tische unablässig mit reicher, kräftiger Nahrung versorgte, wie fie der alte erfahrene Soldat Oberst Clif- ford für die Leute verlangte. Die Wirtin gab sich Mühe, die angemessene Betrübnis zur Schau zu tra= gen- aber ihre Freude über das gute Geschäft, das sie 'machte und zu dessen Erledigung sie alle ihre Energie und Geschicklichkeit aufbot, schimmert« verräterisch durch dir trüben Mimen.
An der Kohlengrube sah es fteilich anders aus. Die armen Frau«, der« Angehörige da unten lebend oder tot begrab« lag«, trieben fich dm ganzen Tag in der Nähe der beiten Fahrschachte umher, drückt« die Schürzen an die Augen und hört« nicht auf mit ängstlich« Fragen. Ihre Todesangst wuchs, ihre Hoffnung« wurden schwacher und schwächer, als ein Tag nach dem antern verfloß, während die Arbei- ftt in dem engen Raume, der ihnen angewiesm war, viel zu langsam für die eigenen Wünsche und die Gebete derer, die auf das Endresultat warteten, vorwärts kamen. Es war ein edler Wettkampf zwischen den zwei Abteilungen der mtt dm Rettungsarbeitm beschäftigt« Männer, und wir werd« später eine kurzr Beschreibung desselten geb«. Da jedoch auf bicfeTO Gckiete innerhalb ter nächst« sechs Tage Nichts neues vorging, wollm wir die chronologische • • J>er Ereizn^e festhalten; wir komm« daher auf «n keckes Unternehmen zurück, das im Verlauf dieser in Angriff genommen wurde.
Monkton und Bartley war« jetzt erklärte Feinde. Habgier hatte fie zu Bundesgenossen gemacht, Verbrechen und Reue hatte sie wieder entzweit. Montton 'gelobte, sich in späterer Zeit an seinem abtrünnig«
Ztadtveror-neten-versammlung
△ Fulda, 10. Januar 1911.
An bet gestrigen Sitzung der Stadtverordnetm-Vev- sammlung nahm« 22 Mitglieder des Kollegiums teil. Ter Magistrat war durch die Herr« Oberbürgermeister Dr. Antoni, die Magiftiatsmitglieder Arnd und Müller tiertreten. An der Sitzung nahm auch Herr Schlachthofdttettor Dr. & em gen und Stadti- probator Wohlgemuth teil. Dm Vorsitz führt« der stellvertretAHde Stabte er ordneten-Vorst eher Herr Fritz.
1. Mitteilung des Magistrats, ben Bezug der nm gedruckt« Stadttarte bett. Der Vorsitzmde teilt mit daß zwei Karten vorliegm, eine im Maßstab 1:6000 und eine im Maßstab von 1: 3000. Von erster« kostet das Stück 1,50 Mk., von letzter« 6 Mark. Für jedes weitere Stück ist der allgemdn übliche Preis zu zahl«.
2. Schlachthosbaurechuung. Der Berichterstatter Herr Singet gibt eine ausführliche Darstellung zunächst der Geschichte des Schlachthofbaus und der Schlachthofbaurechnung. Sodann trägt er die für die einzelnen Telle bewilligt« und verausgabte» Summ« vor, die lieberschreitung bei den einzelnen Ausgabeposten, die Art der Deckung der verausgabt« Summe. Rechnerisch findet der Refetmi an ter Rechnung nichts auszusetzen Die Rechnung habe vor einig« Monaten der Versammlung schon vov- gelegm, sei aber damals an die Kommission zurück- gegeben worden, well die nicht bireft zum Schlachthof gehörig« Straßen und die Talgschmelze in bet Rechnung mit ausgesühtt Worten feien. Diese sei« jetzt mit insgesamt 44025,33 Mk. au8gcfd,ieben. Die Straßenbaukosten sollen von ben Anliegern dngezog«
Deutscher Reich.
** Berlin, 9. Jan. 1911. Dr. Priu, August Wilhelm von Preußen, der vierte Sohn deS Kaiserpaares, der neulich sein Resetenbarexamen m Berlin beim Kammcrgericht machte, ist durch den Potsdamer Landgerichtspräfisen' als Resetendat vereidigt wotten.
-4- Die silberne Hochzeit des Fürst« Bülow. Am Montag feierten der Fürst und Mrfttn v. Bü^v in Rom ihre silberne Hochzeit. Am 9. Jan. 1886 vermählte fich der damalige Botscha'tsrat her beut- scheu Botschaft in Petersburg, Bernhard v. Bülow, in Wien mit Maria Brccadeill dl Bologna aus dem Hause ter Prineipi di Camporeale. Aus SubertusstocktrafeinherzlichesGlückwunlchtelegramm des Kaisers eilt, auch erschien Botschafter von Jaaow, um im Auftrag des Kaiserpaares dessen Glückwünsche und ein prächtiges Blmnenarrange- ment zu überreichen. Ferner sandten Glückwünsche die Großherzogin Luise von Baden, Prinz Ludwig von Bayern, der Großherwg von Mecklenburg- Schwerin, Reichskanzler von Bethmann-Hollweg. Bon der Königin-Witwe Marghertta von Italien traf ein Glückwunschschreiben und eine prachtvolle Silbervase mit Rosen ein. ferner gratulierten viele deutsche und außerdeutsche Fürstlichkeiten, darunter die Könige von Dänemark und Griechen- land, der Erbprinz von Schaumburg-Lippe und Prinz Friedrich Leopold, und Hunderte und aber Hunderte von Freunden der Bülow'schen Familie. Gestern sand ein Diner statt, an dem alle Mitglte- der der deutschen Botschaft und der preußischen Gesandtschaft beim Vatikan sowie der bayerischen Gesandtschaft tellnahmen.
-L- Tie nationalliberale „Einigkeit" in Widersprüchen. Der Landesausschaß der nationafliberalen Panei im Großherzogtum Hessen nahm am Sonn- tag eine Entschließung an, worin er die „Zer- splittenmg der bürgerlichen Parteien nur als ver- terblid) und die Sozialdemokratie fördernd' bezeich- n-t Ter Landesausschuß würde es, so heißt es weiter, mit Freuden begrüßen, wenn bet der bevor- stehenden Reichstagswahl über ganz Hessen eine Einigung der bürgerlichen Parteien im Kampfe geoen die Sozialdemokratie als gemeinsamen Gegner ermöglicht werten tönnte und fordert die einzelnen Wahlorganisationen auf, in diesem Sinne die Ver- Handlungen über die Aufstellung von Kandidat« zu führ«. An tem gleichen Tage hielt die national« liberale Partei Württembergs in Stuttgart ihren Parteitag ab. Das Hauptstück der „Tagung tout die Rede des Reichstagsabg. Dr. W eber, der eine entschiedene Absage an alle konservativen Werbungen" empfahl. — Wenn jeder machen und tun bar, was er will, bann ist allerdings die in Kassel so laut gepriesene „Einigkeit" leicht aufrecht zu
find, und dm« als Kriegsteilnehmer nach Artikel 111 geg« die politische Rechte verwerten will, ver- deS Pensionsgesetzes vom 27. Mai 1907 ein Mehr-1 taten, daß der Landrat von Berleburg — übt» betrag an Pension zusteht (eS handelt sich um biel ta[ ist."
bekannten fünf Sechzigstel. Die Red.) dieser künftig * yuf @tofen Paul von Hoensbroech, ttellenden^Anttma^ aTL^toblt^rottten. Ä"em- verschon bei verschiedenen Parteien — die .ultra- zureichenden AntrSgm soll die Genehmigung nur montane" selbstverständlich ausgmommen — v^ erteilt werdm, wenn die Bedürftigkeit neben ter aeblich ongeklopst hat, sind nach Zeitungsmel- Würdigkeit der Antragsteller nachgewiesm ist. Alle düngen nun > ehr die Fortschrittler verfallen. Gesuche soll« mit besonderem Wohlwollen geprüft I Im Wahlkreise Osnabrück soll er für fie um werden. Damit ist ein langgehegter Wunsch ter 1 ba8 Reichstagsmandat kämpfen. Wenn diese EisenbahnpensionSre, die auS dem Privateisenbahn-1 Ncichttcht sich bestätigt, dann vervollständigt die dienst übernommen wurden, erfüllt worden. Es sei I »^.ritiliche Volkspartei den Ruhm, mildem noch hinzugefügt, daß es sich empfiehlt, die Anträge I _ .. durch die Modernistenpauken der
* Zur Fenrsprechgebühreuordnung. Zu dem Ent-1 Fall bliebe es, so bemerkt hierzu die ,Köln. Volkztg., tourf der neuen Fernsprechgebührmordnung teilt bte I ein interessantes Dokument der Entwicklung tm „Rordb. Allg. Ztg." gegenüber unrichtig«, durch die I liberalen Lager und ein Zeichen der Zeit, wenn Presse hervorgerufenen Auffassung« mit: I ein Hoensbroech, den feiner Zeit sogar die
Die Vorlage bringt durchweg eine Ermäßigung I nationalliberale Partei verschmäht hatte, heute der Grundgebühr um zehn Mark jährlich, und k zwar für sämtliche Netze. Ferner wird die Gesprächs- gebühr von 5 Pfg. auf 4 Pfg. herabgesetzt. Im wetteren wird nicht mehr verlangt, daß jeder Grundgebühr«- tettnehmer jährlich mindestens zwanzig Mark für 400 Ortsgespräche bezahlen muß. Darüber hinaus hat die Budgetkommisston eine gestaffelte Pauschgebühr em- gesührt, die einen sich steigernd« Rabatt gewährt. Dadurch tritt bei voller Ausnutzung eine weitere Herabsetzung der GesprSchgebühren bis auf 3 Pfennig in der letzten Staffel ein. Trotzdem wird für die den telephonischen Ortsverkehr stark benutzenden Teilnehmer eine Erhöhung der jährlich zahlbaren Vergütung eintreten, die in Anbetracht der großen Inanspruchnahme der Einrichtung als unbillig nicht bezeichnet werden kann. Von Bedeutung ist endlich, daß die Gebühr für Gespräche im Fernverkehr bei Entfernungen bis mx 20 Kilometer um zehn Pfennig herabgesetzt werd« soll. Der Entwurf ist also nicht veriehrsfemb- —,--------- ...- v-- . -
lieb. Gerade das Gegenteil ist der Fall. Die für den I Dachdeckerverbandes Frankfurt a. M., als Kandidat Mittelstand in der Preffe angeführten Gesprächszahlen I Der sozialdemokratischen Partei für den Wahlkreis gehen wett über die amtlich ermittelten Durchschnitts-1 Marbura-Kirchhain-Frankenderg aufgestellt worden, zahlen hinaus. Daß die Vorlage auf eine Bevorzugung I des stachen Landes vor den StSdt« hinauslSust, ist I —
ganz unrichtig. Nach d« amtlichen Erhebungen wer-1 «
den mindestens 66 Prozent aller Teilnehmer eine Ge- AU51UNV.
bührenermäßigung erfahren. Davon kommen 80 Proz.
auf Netze in größeren und mittleren Städten, und nur I ** Das neue österreichische Kabinett Ist trotz 20 Prozent entfallen auf kleinere Aermitttungsanstalien Qßer Fährlichkeilen endlich zustande gekommen, mtt weniger als hundert Stellen. Nachdem Mintsteipräsident von Bienerlh $ite;
+ Presse und Kurpfuschergesetz Der dem Reichs- Vertretern ber Tschechen einen Sitz im Kabinett ÄS w» Ä» S
S«,'l5dU1?h8ÄTeeel,“«bls1 telrdin/b« »lütten $atl«en «tlteku mit EtttW-d-nh-tt. Interessen der Presse veranlaßt, zu dem Entwürfe nicht milzulun. Sie blieben denn auch Sieger. Stellung zu nehmen. In einer an die gesetzgeben- Der tschechische Gras Schoenborn mürbe tn den Körperschaften gerichteten Eingabe sind eine letzte. Minute abgesägt. An seiner Stelle wird Reihe von Bedenken gegen verschiedene Entwurfs- xjn deutscher Beamter Ackerbauminister. Auch destimmungcn erhoben, die eine recht reifliche Prü- Ministerium des Innern erhält ein deutscher jung der gesetzgebenden Faktoren erfordern. Beamter. Das neue Ministerium wird demnach . । „Auch ein Landrat." Wegen Beleidtgung 1 - - - - —
des LandrateS Schröder in Verleb rg waren mehrere Herren von der Siegener Strafkammer zu erheblichen Geldstraf n verurteilt worden. Den Remsions- Antrag bezeichnete am 3. Januar der Reichsanwalt als begründet Das Urteil des Reichsgerichtes wird am 3. Februar verktndet. Jnzwisch n bri gt das ,Berl. Tagebl/ und nach ihm die liberale Presse unter den bekannten höhnischen Ausfällen mancherlei M-tleilungeu über den' Landrat unter der Ueberschrift „Auch ein Landrat". Der,Reichsboie' temerft dazu: ,,Wir haben leine Veranlassung, an' den Artikel einzugehen; wir wissen, wie stark die Bevölkerung aller Parteirrchtungen dort die Abberufung des Lanürales ersehnt. Aber wir möchten dem,B?rl. Tagebl.', da« hier den Fall des Landrates von Grimmen „übertrumpft" sieht und die Asfaire