Schöne
4 Zimn-MohMg zu vermieien. Zu erfragen in feer Exped. d. Ztg. [45
einer dortigen Firma 10 000 Mark erhielt, um einen Wechsel in Mainz einzulösen, mit dem Betrage verschwunden.
* Heiligenstadt, 31. Dez. 1910. Das soeben bekannt gewordene Ergebnis der Viehzählung im Kreise Heiligenstadt überrascht nicht wenig. Während sowohl die Gehöfte mit Viehbestand als auch die Zahl der vichhaltenden Haushaltungen eine Zunahme aufzuweisen haben, ist die Zahl der Rinder um 576 und die Zahl der Schafe gar um 1362 zurückgegangen. Nur bei Pferden war eine Zunahme um 44 und bei Schweinen eine bedeutende Vermehrung (um 4848) zu verzeichnen. Die Schafzucht auf dem Eichsfelde, die einstmals in hoher Blüte stand, geht immer mehr zurück. An dem weiteren beträchtlichen Rückgang innerhalb der letzten fünf Jahre trägt das Auftreten der Schafräude die Hauptschuld. Um stch dm scharfm behördlichen Bestimmungm bei Schaf. raube nicht unterwerfen zu brauchm, geben die Landwirte die Schafzucht lieber ganz auf.
* Vom EichSfelde, 31. Dez. 1910. Das Neueste auf dem Gebiete der Dereinsgründ-ungen dürste gewiß ein „Verein zum Schutze gegen Einbrüche" sein. Die wiederholt vorgekommmm Ein- bruchsdiebstähle habm in Beuren (Kreis Worbis) die Veranlassung zur Gründung eines solchm Vereins gegeben. Vorsitzender ist der Ortsschulze. Der neue Verein, dem sofort 29 Mitglieder beitraten, erhebt 50 H Jahresbeitrag. Er bezweckt, bet vockom- menben Diebstählen deren schnellste Aufklärung durch gute Polizeihunde usw. Die dadurch entstehendm Soften trägt die Vereinskafse; diese gewährt den be- stohlenen Mitgliedern auch eine Entschädigung, wenn die vorhandenen Mittel es erlauben. Die Mitgliedschaft zu dem Verein bietet also auch eine Art Ein- bruch-Versicherungl
* Aschaffenburg, 31. Dez. 1910. Im Untermain, kreis tritt mit dem 1. Januar ein Arbeit snach- weisverband in Kraft. In Alzenau, Amorbach, Klingenberg, Miltenberg und Obernburg werden Arbeitsämter neu errichtet, die mit dem Amt in Aschaffenburg Hand in Hand arbeiten. Die unent» zeitliche Vermittlung erstreckt sich auf Handwerker, gewerbliche und landwirtschaftliche Arbeiter, männliches und weibliches Dienstpersonal, sowie Lehrlinge. — Hier starb der älteste Einwohner der Stadt, Fischermeister Christoph Schram, im 97. Lebensjahre. Im Oktober war es ihm noch vergönnt, bei verhältnismäßiger Rüstigkeit mit seiner Ehefrau die eiserne Hochzeit zu feiern. — Nicht geringe Aufregung tzat es vorgestern hervorgerufen, als der Viehmarkt plötzlich polizeilich geschlossen wurde, weil bei einem Transport aus Laudenbach bei Karlstadt die Maul- und Klauenseuche sestgestellt wurde.
vermischter.
* 750 Millionen zu versteuern. Am 31. Dezbr. ist die Reichs bank mit rund 750 Millionen in die Steuerpflicht gekommen, gegen 618 im Vorjahre, waS eine Reiordziffer gegenüber allen früheren Ausweisen bedeutet.
♦ Das neue Zeppelin-Luftschiff „Ersatz Deutschland" trifft in Düsseldorf Mitte März ein und bleibt dort bis zum Sommer 1912. Die Stadt wird die bisher nur gemietete Luftschiffhalle auf der Golzheimer Heide ankaufen.
** Ein preußischer Milikäraeroplan erschien gestern nachmittag über der Stadt Magdeburg in einer Höhe von etwa 200 Meter. In dem Flugzeug befanden sich zwei aktive Offiziere, die in Jüterbog am Nachmittag zu einem Fernflug nach Magdeburg aufgestiegen waren. Die Landung erfolgte glatt. Die Entfernung beträgt etwa 140 Kilometer.
♦ Der Moabiter Krawallprozeß soll in der ersten Woche des neuen Jahres zu Ende kommen, vorausgesetzt, daß es nicht doch länger dauert. Ein Zeuge Arbeiter Ramm bekundete Freitag, Schutzleute hätten einen jungen Mann, der Bluthunde rief, zweimal mit dem Säbel geschlagen. Der Geschlagene habe nicht den Eindruck eines Arbeiters gemacht. Eine Restau- rateurfrau bekundete, die vielen von der Arbeit heim- kommenden Arbeiter hätten die Ansammlungen veranlaßt. Als die Schutzleute die Straßen räumten, war es unheimlich anzusehen, wie sie auf die Menge einhieben. Ein Zeuge Roloff erzählte, ein Kriminalbeamter habe so heftig auf Knaben losgeschlagen, daß Sein Stock zerbrach. Kaufmann Helm sprach zugun- ten der Schutzleute; die Frauen seien mit ihren Schimpfworten mitunter noch roher wie die Männer gewesen
* Neue Geschäftsbetriebe für den Haushalt. In landwirtschasilichen Provinzvereinen sprach, wie wir der ,Altm. Ztg." entnehmen, ein Berliner Herr über einen ganz neuen Plan, über die Errichtung eine Kartoffelschälfabrik. Man denkt sich die Sache so: Die 68000 Zentner Kartoffeln, die täglich in Berlin verbraucht werden, oder doch ein Teil, sollen federn fortan geschält ins Haus geliefert werden, und zwar zu demselben Preise wie bisher die ungeschälten. Die Kartoffeln sollen durch Wage» in Berlin umhergefahren werden wie durch Bolle die Milch; sie werden aus mit Wasser gefüllten Tanks verkauft, weil trocken die Kartoffel leicht verdirbt.
Dar Unternehmen will seinen Gewinn erzielen aus den Abfällen, die beim Schälen in der Fabrik heraus- kommen und die jetzt fortgeworfen werden. Lohnt ich die Sache, soll auch anderswo damit vorgegangen werden.
* An einem Tage geboren, und n einem Tage gestorben. Das Friede. Deckersche Ehepaar in Uthleben bei Nordhausen, das vor 3% Jahren seine gol- bene Hochzeit gefeiert hat, und das an einem Tage geboren war, toenn auch zeitlich zwei Jahre getrennt, ist am 22. Dezember an einem Tage gestorben, der Mann im 80., die Frau im 78. «rvensjahre; beide inb am ersten Weihnachtsfeiertag in einem Grude beerblgt worden
♦ In bet Silvesternacht entstand in TraS an der Mosel zwischen Burschen ein Streit. Der einschreitende Gendarm wurde tätlich angegriffen. Er gab darauf auS einem Revolver einen Schuß ab, der einen jungen Mann tödlich verletzte.
** Den Lohn seiner ruchlosen Tat erhielt ein Arbeiter in Rennes, der aus einer Schankwirtschaft ausgewiesen worden war und davor eine Bombe niederlegen wollte. Diese explodierte jedoch plötzlich und tötete den Arbeiter.
* Zwei russische Matrosen vom Kriegsschiff „Slava" näherten sich dem Feuerwerksarsenal in Toulon. Als sie der Aufforderung der beiden Wachtposten, stch zurückzuziehen, nicht nachkamen, gaben die Posten Feuer und erschossen einen der Matrosen.
* Traurige Weihnachten hat ein armes Elternpaar verlebt, dem innerhalb weniger Tage tückische Krankheiten fünf Kinder entrissen. In der Zeit vor und nach Weihnachten sind den Grubenschmieb Bieleschen Eheleuten in Heinrichsfelb (Kr. Sprem- berg) sämtliche fünf Kinder an Masern unb Scharlach gestorben. Das Schicksal bet tiefgebeugten Eltern erregt allgemeines Mitgefühl.
♦ Der Polizeihund im Klassenzimmer. Im Weinberghäuschen enes Einwohners in Markwerben (Provinz Sachsen) war in letzter Zeit zu verschiedenen Malen eingebrochen. Es wurde der Gendarm Schröder aus Stössen mit seinem Polizeihund „Diana" berufen. Ars der Hund die Spur aufgenommen, lief er schnurstracks zur Schule, wo fünf Knaben „verbellt" wurden, die dann auch die Einbrüche einräumten.
♦ Sonderbare Zustände wurden am Gymnasium in Birkenfeld entdeckt. Seit einer Reihe von Jahren haben sich die Abiturienten die Prüfungsarbeiten auS den Lehrzimmern gestohlen. Durch zwei Primaner, die aus Neid ihre Kollegen verrieten, kam die Sache ans Tageslicht. Mehr als zwei Drittel der Oberprima wurde sofort enllassen.
* Ein 107 Jahre alter Schäfer. Kürzlich wurde von der aller Wahrscheinlichkeit nach ältesten Frau Deutschlands, der 104 Jahre alten Witwe Maria Hunger in Zabrze berichtet. Run wird aus West- preußen mitgeteilt, daß stch ein männliches Gegenstück in Pronikau, Kreis Löbau, befindet. Der Greis zählt 107 Jahre unb erfreut sich noch einer beneidenswerten körperlichen unb geistigen Rüstigkeit.
♦ „Sie kommen zu spät!" rief in Trier ein junger Mann aus, als er wegen Unterschlagung von 150 Mark verhaftet werben sollte. Zugleich brachte er sich mit einem Revolver einen Schuß bei, bet ihn sofort tötete.
* Die Zahl bet Pferdeschlachtungen in Berlin ist trotz der Fleischteuerung im Jahre 1910 keineswegs größer als im Vorjahre. So gelangten im vergangenen dritten Quartal Juli bis September 1910 2298 Pferde von der Zentralgrobschlächterei aus zum Konsum. Während stch diese Ziffer im gleichen Quartal des Vorjahres nicht unroe entlief) höher, auf 2444 Pferde und zwei Esel, gestellt hatte Das ,Berl. Tagebl/ schließt daraus, daß eher der Fleischkonsum eingeschränkt wird, als daß die Bevölkerung sich dem Pferdefleisch zuwendet. In diesem Zusammenhänge mag erwähnt werden, daß Hunde- Schlachtungen m B rlin zur äußersten Seltenheit gehören. Sie kommen in Preußen in größerer Zahl eigentlich nur in Schlesien vor, wo z. B. im Regierungsbezirk Breslau im Jahre 1908 723 Hunde der Fleischbeschau unterzogen wurden.
* Karl Mays Lebens-Erinnerungen verboten. Der Reiseschriftsteller Karl May hat vor kurzem den ersten Band seiner Lebenserinnerungen erscheinen lassen, in dem er eine Art Selbstverteidigung gegen die in den letzten Jahren wider ihn erhobenen Angriffe versucht. Er gibt einen Teil der zu seinen Ungunsten behaupteten Tatsachen zu, sucht diese aber aus den Verhältnissen zu erklären oder sozusagen als verjährt hinzustellen. U. a. beschäftigt er sich in dem Buche, dem noch zwei weitere Bände folgen sollen, mit seinem alten Gegner, dem „gelben' Gewerkschastssührer Lebins, und zwar in einer Wei e, daß Lebius diese Auslassungen als Beleidigung empfand. Er ließ daher durch seinen Rechtsbeistand eine einstweilige Verfügung erwirken, durch die der Verlagsbuchhandlung bei einer Strafe von 1000 Mark für das Zuwiderhandeln im Einzelsall verboten wird, weitere Exemplare des Mayschen Werkes abzusetzen. Gegen diese Verfügung hat Atay die Anfechtungsklage erhoben.
• Bei einer Christbaumseier in bet Silvesternacht kam es in Hausham in einer Gtubenschänke zu schweren Exzessen. Zu der Chtistbaumfeier brängten sich nicht zum Verein gehörige Burschen unb eröffneten, als sie hinausgeworfen würben, ein Boin- barbement auf bie Schänke unb schossen mit Revolvern. Sämtliche Fenster bet Schänke wurden zertrümmert. Ein Steiger erhielt zwei Schüsse. 26 Personen würben verhaftet.
♦ Als Anstifter der in Zürich entdeckten Fälschung von 1000 Stuck brasilianischer 50-Milreis-Noten im Werte von annähernd V/i Millionen Mack kommt nach ben neuesten Ermittlungen ein Portugiese namens Antonio Andrabe in Betracht, bet sich zurzeit in seiner Heimat aushält Er hat mit dem in Zürich verhafteten Rentner Dold aus Wückiemberg im vorigen Jahre in Pullach bei München eine Villa bewohnt, in ber sich die beiden aber wenig aufhielten. Sie trafen jeden Tag in München mit dem verhafteten Lithographen Irl zusammen, der die Fälschung der Banknoten in Arbeit hatte. Gegen Dold wird Aus- licferungsantrag gestellt werden. — Don den beiden Züricher Postbeamten Michel und Schoop hat sich Herausgestellt, daß fte feit langem berufsmäßig stahlen. Schoops Hausleuten war es aufgefallen, daß dieser täglich viele Briefe verbrannte, die rührten von den unterschlagenen Wertsendungen her. Die Züricher Polizei hat in den letzten Tagen weitere 48 000 Francs wieder herbeigeschafft, die aus solchen Post- räubereien herrühren, darunter 6000 Fr. Spielgewinn eines Verdächtigen in Monte Carlo.
* Trümmer des französischen Dampfers „Norma", der seit einiger Zeit vermißt wurde, sind in der Nähe von Algier aufgefunden worden. Die „Norma", die wahrscheinlich mit Mann und Maus untergegangen ist, hatte 15 Personen an Bord.
* Ein Apparat zur Abwehr von Unterseebooten. In T o u l o n werden gegenwärtig Versuche mit einem neuen Apparat zur Verteidigung der großen Kriegsschiffe gegen die Angriffe von Unterseebooten gemacht. Es bandelt sich da um ein System von dünnen Gummireifen, die, in einer gewissen Entfernung vom Schiffsrumpf unter die Wasserlinie versenkt, in drei verschiedenen Tiefen anzubringen sind. ■ Tas System bezweckt, bei der Annäherung das Unterseeboot in einem Knoten einzuschließen und im entscheidenden Augenblick durch eine vorn Kriegsschiff ausgehende eleftrische Leitung zur Explosion zu bringen. Der Apparat ist englischen Ursprungs.
* Eine Kirche in Flammen. Sine heftige Feuersbrunst hat, wie aus Caan (Frankreich) depeschiert wird, die dortige evangelische Kirche St. Julien Maillac, die eine wertvolle Bibliothek von mehreren tausend Werken besaß, zerstört. Trotz der großen Anstrengungen, die die Bevölkerung und die Feuerwehren mach'en, konnte nichts von der Kirche und ihren Schätzen gerettet werden.
* Zur Ausnutzung der Wasserfälle bei Arendaal (Norwegen) hat sich in Christiania eine Aktiengesellschaft gegründet. Es soll eine elektrische Kraftstation gegründet werden, die bis zu 30 000 Pferdekräfte erzeugen kann, die In der Hauptsache für ein in der Nähe von Arendaal geplantes Eisenwerk bestimmt sind
* Ans Anlaß ber Maßnahmen gegen die Cholera kam es am Samstag in Tarent (Italien) zu Un - ruhen. Die dortige Bevölkerung ist erregt, weil seit dem Bestehen der Choleragefahr der Austern- verkauf verboten ist, von dem die Fischer Tarents leben. Die Menge bedrohte die SanitätSpolizei, zog vor das Rathaus, riß das Stadiwappen herab und durchstürmte unter Rusen: „Nieder mit ber Stadtverwaltung!", Scheiben und Laternen zerstörend, die Straßen bis zur Kaserne des 29. Regiments. Hier exerzierten einige Abteilungen mit geladenem Gewehr. Die Soldaten wurden mit Steinen beworfen, worauf der führende Offizier erst in die Luft und bann auf die Menge zu feuern befahl, bie nun entsetzt auseinanberstob. Auf dem Platz blieben drei Männer und ein Kind tot zurück.
* Nnterschleife beim russischen Roten Kreuz. Gelegentlich einer Haussuchung bei der Präsidentin des russischen Roten Kreuzes, ber Fürstin Lobanow Rostowsky, in Alexandrows wurden massenhaft Dokumente über Spenden aus Jelonverkäufen, besonders während des russisch-japanischen Krieges, beschlagnahmt. "Sie Fürstin Lobanow hatte eine Menge Agenten im Innern Rußlands mit Jeton- Verläufen beauftragt. Die dasür eingegangenen großen Summen flössen nur zum geringsten Teil dem Roten Kreuz zu. Der größte Teil wurde unterschlagen Gleichzeitig fand eine Haussuchung bei dem nächsten Mitarbeiter ber Fürstin, bem Eisenbahnagenten Radominski, statt. Auch hier würbe ein enormes Dokumentenmaterial beschlagnahmt.
* Eine Bande ist am Montag früh in der Nähe des Polizeikommiffariats in Arles geplatzt, hat jedoch nur Materialschaden angerichtet.
♦ Ter Ausstand ber Setzer aller Druckereien des Verbandes ber Druckereibesitzer begann am Sonntag in Heisingsors (Finnland). Dennoch erscheinen alle großen Zeitungen, bei denen von heute ab Frauen und Männer der Intelligenz als freiwillige Setzer arbeiten.
* Unsere Kolonialrichter machen mit Verbrechern nicht viel Federlesens. In Deutsch-Südwestafrika er-
fchoß im November ein Maurer Maruszik, ein Kroate den Händler Sentin auf dem Bahnhof Karibik' Ter Täter wollte von seinem Opfer um 750 Mack geschädigt fein und hatte «ms Rache befchloffen, Sentin anzufchießen. Da aber die Obduttion erwies, daß jede der drei Kugeln tödlich war, eckannte das Gericht auf Todesstrafe
Letzte Nachrichten.
e. Berlin, 3. Jan. 1911. (Telegr.) Der Großherzoglich-hessischeGksandle, F, hr. v.G a g e r n, ist heule in einer Berliner Klinik gestorben.
W. Prag, 2. Jan. 1911. Heute haben neuerliche Verhandlungen der Parteien des Landtags begonnen, um den böhmischen Landtag verhandlungsfähig zu machen. An den Verhandlungen nahmen die Führer sämtlicher Gruppen teil,
W Paris, 3. Jan. 1911. Wie be1- „Eclair" meldet, beabsichtigt die Großloge bet Freimaurer vom schottischen Ritus das frühere Kloster des aufgelösten Oblatenordens anzukaufen, um dieses in ein freimaurischen Zwecken dienendes Haus umzuwandeln. Das Kloster, das über eine Million Franks gekostet hat, wird für ungefähr 230 000 (!)' Franks feilgcboten.
W London, 3. Jan. 1911. Nach einer Blätter- Meldung aus Konstantinopel wurden die Reste der Drusen von den tückischen Truppen nach einem viertägigen Gefecht östlich von Kerak im Sandschak Hauran in die Wüste zurückgetrieben, lieber 1000 Ausständige sollen sich ergeben haben. Die Türken sollen bet den Kämpfen drei Offiziere und 104 Mann verloren haben. Die Verluste der Drusen sind nicht näher bekannt.
W. Rom, 2. Jan. 1911. Der Papst empfing eine Anzahl deutscher Arbeiter.
lV. Konstantinopel, 2. Januar 1911. Wie der' Oberfommanbierenbe meldet, wurden bei den Zusammenstößen der türk scheu Truppen mit den «us- stänbischen, welche sich weigern, bie anläßlich ber Ereignisse bei Kerak geraubten Sachen herauszugcben, achtzehn Ausständi'che getötet.
Handel und Industrie.
* Berlin, 2. Jan. 1911. Bei Eröffnung der ersten Börse im neuen Jahr war die Haltung bei ruhigem Geschäft keine einheitliche. Für heimische und russische Banken, Eisenbahnen und Schiffahrtswerte bestand bei erhöhten Kursen vermehrtes Interesse. Der Montanmarkt behielt jedoch die schwächere Haltung bei Da sich im weiteren Verlauf die Rückgänge auf diesem Gebiet verschärften, griff die schlvächere Haltung auch auf die anderen Gebiete über. Für die bis 3 Prozent betragenden Kursabschläge am Montanmarkt führte inan neben ungünstigen Situationsberichten aus der Eisenindustrie Verkäufe für einen kürzlich verstorbenen Magnaten an. Man sprach auch von Zwangs- und Selbst« exekutionen infolge des Ausbleibens neuer Käufer» schichten. Während sich die schwächere Haltung infolge Ermattung des Montanmarktes weiterhin verstärkte, blieben einige Gebiete wie Russenbankaktien und Gr Berl. Sttaßenbahn zu erhöhten Kursen gut behauptet Tägliches Geld 6% Prozent.
Briefkasten.
Beschr. Konzession. Nach dem Ministerial-Erlaffs vom 13. Mai 1892 (Minist.-Bl. 1892, Seite 228) find geschlossene Gesellschaften unb Vereine an die Polizeistunde auch bann nicht gebunben, wenn ihre Versamm- lungen in Schankwirtschasten stattfinden, vorausgesetzt, daß die benutzten Räume für bie Dauer der Versammlung dem öffentlichen Verkehr entzogen sind. Nehmen aber Personen, die weder Mitglieder noch ordnungsmäßig eingeladene Gäste sind, Zutritt ober Aufenthalt, so verliert bie Versammlung des Vereins den Charakter ber Geschlossenheit unb die Polizei kann die Versammlung wegen Eintritts der Polizeistunde schließen. iOberverwailungsgerichts-Enlscheidung vom 24. Sept. 1838 und 12. Nov. 1895.1
r. Wettervoraussage
für Mittwoch, den 4. Januar 1911:
Wenig Aenderung ber herrschenden Witterung.
Temperatur. Höchste feit gestern mittag 12 Uhri
-}-4’ Celsius; niebrigfte: —3° CelsiuS. \
Barometerstaub. Heute mittag 12 Uhr: 737 mvH gestern: 732 mm.
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