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't. OlUll.

vruck be» reibetr Zttiterrecerei m Selbe.

— Fuldaer Leitung. «•

VeuNkder Reith.

*• Recht schön gesprochen, wo bleiben aber biet Taten? Dir Reichskanzler Hai in seiner Er- toiberung an die Kampfansage des Zentrums auch zum Frieden zivischen den Katholiken und Protestan­ten, die doch „Sohne eines Volkes" seien, gemahnt; beide seien in allen Schickungen des national rn Le­bens auf Gedeih und Verderb zusammengeschmiedrt. — Za, weshalb behandelt man denn dann beide so ungleich? Weshalb sollen die Protestanten die Herren, die Katholiken die Knechte sein? — „Möge uns das Geschick vor der Wiederkehr von Zuständen bewahren, in denen um des Glaubens willen die Glieder des Volkes- einander entfremdet werden", rief Herr von Bethmann-Hollweg aus. — Und doch macht man die Katboliken, „um des Glaubens wil­len", zu Staatsbürgern zweiter Klaste, was auf alle Fälle keine Sicherung gegen „Entfremdung" ist. —

* T" Regie«unq und die vaugrweivttchr Knie Der gtcB* Rampi tm Baugewerbe, Der für das nächste Frühjahr erwartet wird, hot die Regierung deieils j.tzt zu einer Vermillelungsattion v ra laßt. Dr. Trenner (Sißndien), der bei Der Beilegung der Differenzen im Jahre 1909 beioorirat, ist vom Reich-amie des Innern ersucht worden, sofort Ber- mitielungsoeiHandlungen zwischen Arbeitgebern und Ar eitnenmern em«uleiten — Auch in den Kreisen der B.'ieiliglen stehl man baldigen Be> Handlungen freundlich gegenüber, doch ist die Hoffnung auf früh« zeiliqes Zustanvetommen des neuen Vertrages heczlich gering, oa bte Gegensätze zu groß find.

Ausland.

** Kanadas Eintreten für Englands Flotten- polittk. Der kanadische Premierminister Borden legte dem Parlament ein Geletz vor, das die verwendbaren Seestreirkräfte des britischen Reiches vergrößern soll. Er schlage deshalb vor, daß Kanada dem König 7 Millionen Pfund Sterling 1140 Millionen Mark) s ü r drei Dreadnoughts gebe, welche die größten und stärksten Schisse werden sollen, die man für Geld haben und mit Hilfe der Technik bauen könne. Sie sollten in England gebaut und der Admiralität zur Verfügung gestellt werden.

Ter Ausbau der amerikanischen Flotte. Dem Kongreß der Vereinigten Staat:« ging der Jahres­bericht des Marinesekretärs Meyer zu, der die Schaf­fung eines „Ausschusses für nationale Verteidigung" befürwortet. In dem Bericht wird mit Bezug auf die Neubauten von Schiffen erklärt, daß die Ver- einigten Staaten in wenigen Jahren, falls das gegenwärtige System von zwei Schlachtschiffen jähr­lich nickt geändert werde, von der zweiten auf die vierte Stelle in der Ruhe der Nationen sinken wür­den. „Eine Gesamtzahl von 4 1 Schlachtschif­fen mit einer entsprechenden Anzahl von anderen Kriegs, und Hilfsschiffen ist nach der Meinung des Marinesrkretärs das Wenigste, was die Vereinigten Staaten nötig haben, um ihren Beziehungen zu den anderen Weltmächten eine sichere Grundlage zu geben. General Board schlagt vor. daß der Kongreß für eine Vermehrung der Flotte durch folgende Neu­bauten sorg:. 4 Schlachtschiffe, 2 Schlachtkreuzer, 16 Torpedobootszeistörer, ein Torpedobootszerstörer- Tender, 2 Transportschiffe, ein Munitionsschisf, 6 Unterseeboote, ein Nnterseeboots-Tender, ein Mate­rialschiff. 2 Kanonenboote 2 Hochseeschleppdampfer, ein Trockendock, ein Versuchsdock für Unterseeboote.

Ans dem Nachbaraeblete.

△ Rückers, 6. Dez. 1912. Wenn jemand Bei feuchter Witterung von hier zum Bahnhof Flie­den muß, so weiß er tatsächlich nicht, wie er dorthin gelangen kann, ohne durch Schmutz und Schlamm waten zu müssen. Rückers, ein Ort von ca. 900 Einwohnern, hatte früher einen ziemlich festen Bahn- Hofsweg; infolge des Bahnumbaucs und dcx Be- feitigung der Bahnübergänge wurde der frühere Weg schon mehrmals verlegt. Während des Um­baues hatten wir überhaupt keinen Bahnhossweg, und jeder mußte zusehen, wie er dorthin kam. Bor ungefähr ly2 Jahren hat nun die Eisenbahnverwal­tung für die Rückerser über den Bahnkörper einen Nebergangssteg angelegt, der ca 14 000 Mk. 'ostete Gerade dieser Uebergang wird von den Ein- wohnern hier als sehr lästig und unangenehm ge- fitnben. Die vielen Stiegen auf und ab zu steigen, ist für ältere Leute eine Plage und im Winter bei Glatteis sehr gefährlich. Früher konnten die Leut: auch ihre Sachen am Bahnhof beguem mit einem Hanbwcrgen abbolen, das ist bei dem Ueberführungs-

steg gänzlich ausgeschloffen. Die Ueberführuna fft somit geradezu :in Verkehrshindernis. Niemand kann sich erklären, toanim uns die Eisenbahn diese Ueberführung gebaut hat. Ta sich an dieler Stelle selbst eine Unterführung befindet, hätte die Eisen- bahn praktischer die Ueberführung weggclaffm und statt dessen den bestehenden Feldweg (Holweg) chauf- siert und ihn bis zur Straße Schweben-Rückers auf eine Strecke von etwa 800 Meter ausqcbaut. Dann hätte Rückers einen schönen Bahnhofsweg erhalten, und man brauchte nicht das ganze Jahr durch Schmutz und Schlamm zu waten, um zum Bahnhof zu ge­langen. Neuerdings will uns die Eisenbahnverwal- hing dadurch entgegenkommen, daß sie an dem er­wähnten Feldweg entlang einen Fußpfad onlegen la^en will; jedoch weigern sich die Fliedener Land­wirte, ihr Land dafür herzugeben. Setzt nun die Eifenbahnverwaltung die Enteignung des (Selänbeä durch und baut den Fußwea, so ist damit die Ver- kebrSfrage absolut nicht gelöst. Das einzig Richtige wäre, den Uebergang wieder zu entfernen und die Straße in der angegebenen Weise auszubauen. Wie würden die zahlreichen in s -rankfurt beschäftigten Arbeiter von hier dieses Projekt begrüßen, die jetzt b"i Nacht und Nebel leben Samstag und Sonntag den Weg von und zur Bahn gehen müffln.

♦ .Hersfeld, 6. Dez. 1912. Dieser Tage hat man das eh 'malige Torwörterhaus am Johannes- tor niedergelegt. Die Beseitigung war nötig im In­teresse des Verkehrs. Mit der Entfernung des Hau­ses ist wieder ein Wahrzeichen aus Hersfelds Ver­gangenheit geschwunden.

♦ Hanau, 6. Dez 1912. In der Stadtverord- netensitzung wurde die Errichtung eines Volks­schulneubaues an der Aepfel-Allee für 500 000 Mark bewilliat. Ferner wurde das Gebalt d:r Schul­diener im Endbetraa aus 1850 Mark erhöbt.

♦ Frankfurt, 6. Dez. 1912. Für den Neubau und die Ansstathingsergänzung einer Kaserne für eine fahrende Abteilung F ; l d a r t i l le r i e nebst Regimentsstab sowie einer Regimentsoffizierspeis:- anstalt in Franksurt wird im neuen Heeresetat, wie bereits kurz mitgeteilt wurde, die zweite Rate (1. Ban rate) in Hohe von 50 000 Mark gefordert.

• Franksurt, 6. Diz. 1912. Als gestern mehrere Kinder aus einem Teich, der zugefroren war. spielten, brach plötzlich die Eisdecke und ein vierjähriges Mädchen tauchte in den Fluten unter. Die in der Nähe weilende zwölfjährige Schülerin Stieler sprang beherzt hinzu, um der Kleinen zu helfen, die sie ge- rade noch an rinem Fuß erwischen und aus das Trockene brinaen konnte. — In der Nacht zum Frei- tag saß ein Schweizer, der wegen eines Trauerfalles in die Heimat reifen mußte, im Wartesaal des Haupt- bahnhofs, als er von zwei Leuten angtsprochen und eingefaben würbe, mit ihnen die Stadt zu besichtigen. Der Schweizer ging mit. Unterwegs wurde einge­kehrt, getrunken und gespielt. In kurzer Zeit hatte unser Schweizer fein ganzes Geld verloren; teils hatte man es ihm auch geftohlni. — Die beiden Bauernfänger blieben verschwunden.

* Rotenburg, 6. Dez. 1912. Der landrötliche Brivatgehilfe Warmbach auf dem Landratsamte hier ist mit der kommissarischen B 'rwoltung der neu- errichteten KreiS-Assitetitenstelle beim Landratsarnte beauftragt worden.

* Aus dem Kreise Rotenbura, 6. Dez. 1912. In Breitau äscherte gestern nacht ein Schadenfeuer drei Wohnhäuser mit Oekononiiegebäuden ein. Die Familie Witzel, in d.'ffen Wohnung das Feuer aus- brach, konnte nur mit knapper Not das nackte Leben retten. Die ganzen Habseligkeiten sind verbrannt. — In H o r ne I wurde Mühlenbesitzer Hollstein zum Bürgermeister gewählt.

♦ Kassel, 6. Dez. 1912. Der Metzgermeister Sch. aus Homberg führte gestern ein geschlachtetes Schwein hier auf den Fleischmarkt ein, welches das enorme Gewicht von 527 Pfund aufwies. — Als gestern ein 14jähriger Kaufmannslehrling auf dem Hauptpostamt einen größeren Geldbetrag ein­zahlte, wurde er plötzlich von einem 15jährigen Ben­gel beiseite geschoben, der von dem aufgezählten Geld 30 Mark wegnahm und damit davonrannte. Nach einer wilden Jagd auf den Räuber konnte diesem daS Geld wieder genommen werden. Es ist der Sohn eines hiesigen Wirtes. Sicherlich auch ein Opfer der Schundliteratur!

* Gießen, 6. Dez. 1912. In den letzten Sitzungen der Stadtverordneten wurden für eine zweite Zu- bringrohrleitung vom Wafferwerk Oueckborn zur Stadt 330 000 Mark bewilligt. Das Gaswerk brachte nach Abmg der Verzinsung und Schulden- tilaung einen Reingewinn von 102 422 Mark, das Elektrizitätswerk von 145 708 Mark. Das Wasser- werk erzielte einen Gewinn von 93 414 Mark. —

Am 15. Dezember, nachmittags 3 Uhr, findet im Saal des Felsenkellers eine außerordentliche Hauptver. fammlung des O b st. und Gartenbauvereins statt, in welcher als einziger Gegenstand der Tages­ordnung die neuen Stählten des Oberhessischen Obst­bauvereins beraten werden sollen.

♦ Wiesbaden, 6. Dez. 1912. Gestern hielt der Landesausschuß unter dem Vorsitz des Bür­germeisters a. D. Heuffenstamm-Franksuvt in An­wesenheit des Oberpräsidenten Hengstenberg-Kaffel eine Sitzung ab. Zur Erforschung und Erhaltung be: Denkmäler wurden u. a. bewilligt' Erhaltung der Waiibmalereien in der Kirche zu Altstadt (Oberwester. Wald) 250 Mk., des Fachwerkhauses im Klunkharts- hof in lliüdesheim 500 Mk. und des Hauses Wagner in Limburg 300 Mk. Sodann bewilligte man 1500 Mark als einmalige Unterstützung dem Verein für nassauische Altertumsfiinde und Geschichtsforschung zu den Kosten der Veröffentlichung des Werkes „Das frührömische Lager in Hofheim" von Professor Dr. Ritterschlag. Sodann nahm der Landesausschuß Kenntnis von dem Bau einer Erziehungsan- stalt für katholische mäm iche schulentlassene Fürsorgezöglinge. Man beschloß, daß die Kommission die Bauplätze noch in ir-v'ren Orten einsehen soll. Der Landeshauptmann 1 .de beauftragt, die Ver­handlungen wegen Errichtung einer Wanderarbeits- stätte zu Frankfurt im Anschluß an die bereits be. stehende weiterzuführen, ebenso die mit dem Kreise Wiesbaden-Stadt und Limburg wegen Errichtung provisorischer Wanderarbeitsstätt:«.

* Mannheim, ,6. Dez. 1912. Mittwoch abend wurde auf der Specke Sandhafen-Daldhof die Scheibe des Geväckwagens zertrümmert und eine Holzkassitte mit 6700 Mark Kostgeldern gestohlen. Der Täter konnte noch nicht ermittelt werden. — Der bekannte Frauenartt Dr. Jacobi wurde gestern im Waldvark erschoss:« aufae'unben.

* Aus Frauken, 6. Dez. 1912. In Bastheim verübte b'r Landwirtsohn Bauer au? unbekannten Gründen Selbstmord, indem er sich durch einen Schuß in die Schläfe tötete. Er wurde am Morgen von seinen Angehörigen im Bett tot auf tefunben. — Die öltest: und größte Föhre der Wälder in der Gegend von Burgebrach wurde auf Prölsdorfer Gemarkung gefällt. Der Waldriese war 17 Me*er hock, der dickste Umfang seines Stammes betrug fast 3 Meter. Die Krone allein lieferte über 2 Klafter Holz. — Die sechsteilige Flutbrücke über den Main bei Unteroberndorf ist nunmehr vollständig fertigaestcllt. lieber diese Brücke wird bte im näch­sten Jahre zur Eröffnung kommende Jygrundbahn Breitengüßbach-Seßlach-Dietersdors geführt. — Das Gern eindekoll?gium von Würzburg bewilligte einen einmaliaen Zuschuß von 5000 Mark und einen jährlichen Zuschuß von 1000 Mark zur Errichtung eines Sanatoriums für unbemittelte Lunaenkranke in Unterfranken. Ferner wurden zur Errichtung einer Kinderheilanstalt in Neustadt a. S. 2000 Mark bewilligt. — Der städtische Banet-H von Schweinfurt siebt für das Jahr 1913 sinen Gx. samtauswond von 193525 Mark vor gegen 177 271 Mark im Vorjahre.

Dermif(htf$.

• Au? Furcht ÖDr Stroke wegen eines geringfügigen Vergebens erschoß sich in HiIdeSheim ein im zweiten Jabre dienender Musketier des 79. Jnfant.-Regimeni».

* Die „FreiheitsgSttin". Der sozialdemokratische Tum. herein in Gruben bei Meißen veranstaltete im De- zember v. I. ein Familienvergnügen, in dessen Verlauf auch ein lebendes Bild gestellt wurde, eine Darstellung der Freiheitsgöttin. Diese wurde von einem Dienst- mädchen verkörpert; die Göttin trug eine rote Fahne und einen Schild. Die Behörde erblickte hierin ein Tra- gen republikanischer Abzeichen und erhob gegen den Maurer Hempel als Leiter des Turnvereins Anklage. Dieser wurde auch in zweiter Instanz zu 20 Mark Geld­strafe verurteilt. In der ersten Instanz beschwor da» Dienstmädchen, daß sie sich auf die Farbe der Fahne nicht mehr besinnen könne. Die Folge dieses Schwures war gegen das Mädchen eine Anklage wegen fahrlässigen FalscheideS. Das Landgericht verurteilte sie auch wegen dieses Delikts zu drei Monaten Gefängnis.

• Steckbrief hinter Lihnngtschang. Hinter einem Namensvetter des großen chinesischen Staatsmannes Lihnngtschang ist vom Amtsgericht Schmiedeberg ein Steckbrief erlassen worden. ES handelt sich um den 1878 in Tsingtau geborenen, zuletzt in KottbuS wohnhaft ge- wesen en Kaufmann Lihnngtschang, gegen den eine wegen Vergehens gegen die Gewerbeordnung verhängte Geld­strafe von 192 Mk. oder eine Haftstrafe von 14 Tagen vollstreckt werden soll. Lihnngtschang ist einer jener geriebenen Händler, die leichtgläubigen Leuten echt chme- sische „aus Marmor geschnitzte" Kunstwerke für teure» Geld aufzuschwatzen pflegen.

M 281.

Samstag 1. Dezember 1912.

• Der Sacharin-Schmuggel im Eismbahn-Fracht. verkehr scheint immer größeren Umfang anzunehmen. Ter Süßstoff kommt meist als Eilgut unter falscher Inhaltsangabe aus deutschen Orten nahe der Schwei­zer und bolländischen Grenze; die Sendungen sind nach Großberlin gerichtet und als Waren bezeichnet, die, abenso wie Sacharin, ein verhältnismäßig schweres Gewicht haben. Die Güterabfertigungen sind er­neut angewiesen worden, möglichst oft die lieberem- stimmung des Inhalts solcher Eilgutsendungen mit der Angabe im Frachtbrief zu prüfen und beim Auf­finden von Sacharin das Frachtstück zurückzuhalten und der nächsten Polizeibehörde Anzeige zu erstatten.

* „Ein Freund der Türkei". Daß das türkische Reich noch manche Sympathien genießt, die sich so­gar zu beträchtlichen Geldstiftungen verdichten, bewies eine Verhandlung vor dem 4. Zivilsenat des Reichs- Serichts in Leipzig. Dort wurde vorgestern bte ievision des Fräulein Zeidler aus Kottbus zurückge- wiesen. Es handcte sich um eine Stiftung von 100 000 Mark, die der Onkel des Fräulein Zeidler, Zöllner, der Türkei zum Bau einer Kirche testamentarisch ver­macht hatte

# Ter größte Bahnhof der Welt. Im kommenden Januar wird in Newyork der neue große Zeniral- babnhof eröffnet werden, der eine Bodenfläche von 32 Hektar umfaßt und ein Schienennetz von nahezu 60 Kilometern enthält. Beachtenswert an dem neuen Rie­senbahnhof ist der Aufbau einer neuen Stadt, die den Bahnhof selbst einschließt. Wenn man vor dem Haupt, eingemge steht, sieht man vor sich Gruppen von riesigen Wolkenkratzern, die über den Eisenbahnschienen selbst liegen. Tie VorortSzügp werden in einer riesigen Cckleife um die Station herumgeführt, so daß die ein. fahrenden Züge gleich wieder die Station verlassen können, ohne daß sie umrangiert werden müssen. Im Innern des Hauptbahnhofes befinden sich die Warte- räume, Geväckräume, InformationSbureauS. Restaurants und Erfrischungsräume, Badezimmer usw. Diese Räume umfassen eine Fläche von 2% Hektar und können, ohne überfüllt auSzusehen, 80 000 Personen aufnehmen. Die Vorhalle des Bahnboses sieht wie eine mächtige Kathe­drale aus. Sie ist 90 Meter fang, 40 breit und 45 Meter hoch und aus Marmor gebaut.

fciferartWs.

V-"»lwitnderleben. Von Johann Bendel. Zweite, verbesserte und vermehrte Auflage. (4.—6. Tau. send.) Mit 14 Illustrationen. 9. Bändchen bet „Naturwissenschaft!. Jugend, und VolkSbibliotbek". Regenburg 1912, VerlagSanstatt Bonn. G. I. Manz. Broschiert 1,20 Mk.

In gedrängter Kürze, aber in sehr anziehender Weise hat der bekannte Verfasser alles das zusammengestellt, was von dem Wanderleben der Vögel auf Grund ge­nauer Forschungen bekannt geworden ist. Es sind keine trockenen Beschreibungen, sondern herrliche, poetische Na. turschilderungen, welche im hohen Grade geeignet er. scheinen, den naturkundlichen Unterricht so anfchaultq und anregend als nur möglich zu machen. G.

'i.BBS

vQyalitcEm.

Bom Weihnachrsbüchertisch.

ii.

In den erstarrten Wäldern regen sich Sägen und Alex e und ®‘iriftbäume aller Größen treten ihre Wanderung an in Paläste und Hütten. Nicht mehr lange und fchon glimmt es am, das erste Ketzlein auf dem buntbe« hangenen Baum.

Da sehen wir irn ®elfte unfern Weihnachtstisch da­neben und fragen uns, was dort wo«! liegen soll! — Bunter Flitter vom Chrtstdaum oder hohle, vergoldete Rüste-

Sicherlich nicht. Unsere Wünsche geben nach Gegen, ständen, die uns dauernd erfreuen, bauernd nützen. Und ein folcher Gegenstand ist ein gutes Buch.- Freilich ist auch bte Zahl der guten Bücher erfreulicherweise ge­wachsen, aber damit die Wahl nicht leichter geworden Da ipringt gerne die Rwaktton mit ihren Erfahrungen ein, greift aus dem vielen Guten das Beste Herms und empfiehlt heute Die gediegenen bei Herber iu Freiburg erschienenen Buchergaben, als 6a sind:

Für öte kleinere Jugend beiderlei ®e« fchiechtS, die immer gleich fchöncn und Dabei ungemein preiswerten iDunt’etten Bändchen „Aus fernen Landen" (27 Bändchen, je 80 Pig. oder 1 M.), deren neuestes sich betitelt:, Tie Taste des weihen Bonzen", oder rteSammlung „Ktndersreude" 6 retzendeBändchen mit lurzen.ipannenden. bild end en (briählungen. je 1 M.). — Im Pteiie etwas Höger, aber mit ungesuchter Natürlichkeit zum Herten Der Jugend redend, sind die 12 reich illunnerten Bändchen von „Herders Fuaendschrisien' (je 2 Bi. bis 2 40 M >, non Denen namentlich die „Eimnerung-n eines Eieis" and , Ruiirich und Deutich" von der Gräfin Ssqu- sich unoeiminDmer Beliebtheit erfreuen. Als vor ügliches celigiöies Getchenlwerk eignet sich vor allem HttllerS ÄmOttlegenoe nut vielen neuen Bildern, in der aiößeien Ausgabe zu 8 Mark, in Der llemeien zu 180 Man.

Für etwas ältere Knaben mb Mädchen Ist e ne gan, packende und fefielnbe Lektine wie ichon *er Titel cenäts: Garrold, .Echte Jungen" 4.—Mark» fber desselben Benaffers Werk »Kieme Brauseköpfe' j3 — M>), dem sich würdig an die Seite stellt Dos eben setzt fertig getm rene Buch von Brochow: »Tante Tont und ihre Banfe" 3.- Mk.) — Mehr belehrcnben Zwecken ytien die helfen auch reich illustrierten Bändchen von Ltensberger «Im Hetltoen Land" (1.20 Mk. und .Im Ewgen Rom" (1.70 Mk.), Schilderungen dieser heiligen

Stätten für die Äugend. — Für Knaben und Mädchen bat K Holl zwei besonders geebnete Bücher erscheinen lassen: »Die Fugend grober Männer" (3.— Mk.i und soeben noch das Seiten jtüd dazu »Die Jugend großer Frauen" (3.60 Mk.»

Für Söhne und Töchter möchten wir in vor­derster Reihe empfehlen da» gan, neue Buch »Kurze Geschichte der Weltliteratur" von Holtermann (6.20 Mk.) oder einige Bände aus der Herderlckien »Bibliothek Deutfdber Klassiker" <12 Bände iu ie 8 — Mk.) Belehrend und überaus unterhaltend sind die klassischen Reifewerke von Heittnger, .Ans Welt und Kirche" (15.— Mk.' und von Bisckios v. Keppler »üßanDeriabtten und Wallfahrten >m Orient" < 10.50 Ml. ober 12 50 Mk.) In kleineren Reisedarstellungen: »Mit Stab und Stift" (Reisebilder aus Tirol Italien und Spanten, 2.20 Mk.) und »Was ich unter Palmen fand" 'Ortentbilder, 2.20 Mki «tgt P. P. Klotz, wie man mit Genuß und Nutzen reiten kann. Rein unterballend und von höchster Spannung sind die beiden Eriählungen: Cardauns, »Der Sladttchreiber von Köln" (3.60 Mk.1 und Coloma, .Boy" (4.— Mk.) Töchtern reiferen Alter» und vorgeichritlener Bildung wird ein dmch seine EiNsachhett und ergreifende Tiefe überraschen­des Lebensbild eine hebe, wertvolle Gabe sein: »Die Geichicdte eines verborgenen Leien-" (gemeint tu das beiligmäßig verstorbene Fräulein Paula Steinbarb) von BSraemen (3.80 Ml.) — Warm empfohlen sei auch die erte »Frauenbiider- mit dem neuesten Bändchen »Her­zogin Reneia, die Mutter Maximilians des Großen von Bayern" von A. de Chrignts-Mentelberg (8 — Mt), ferner da? »Leben der seligen Morg >reia Mana Alacoque" (3.— Mk.t und »Leben Der hl. Angela Menci" von Neulee <8.80 Mark).

Auch für Erwachsene ist der Weihnachtsmarkt reichlich betebidt; zu den in ihren Werten nie fallenven Werken ter Riafftier treten neue, Die unfer ganzes Inte» reffe gefangen nehmen.

Eme ganz eigenartige Stifter-Natur, Peter Dörfler, tchilderl in fernem Buche „Als Mutter noch lebt" (3 5o Mk > Die Geschichte von der Rinbbeit eines Knaben, Bilder voll fonnentrunlener und geheimnisglühender Harden. - Eine lehr glückliche Idee war es von Feldigl, Erin leimigen aus Der Schul- unD Jugend,eit hervor­ragender Persönlichkeiten «Deren nicht weniger als 64) in rin fckmuckes Bändchen unter Dem Titel: „Sonnen­blicke ins JugenDland" <4.60 M.) zu sammeln. Dann Hat eine neue treff.>che Auswahl au« Alban Stolz „Balsam für die Leiden und Wunden der Zeil" .2.60 M.) Wagner

veranstaltet, während sich im „Rosengarten" (2.80 M.) da» Schönste aus den Schriften P Martins v. Cochem findet. In zwei Bändchen „Blütenlefe" ist da» Origt« nellne aus den vielen Schriften des gedankenreichen und bumorvollen P. Abraham a Sanela Clara gesammelt ■ Bd. I 2.80 M., Bd. II 4 80 M.X — Eine dankenswerte poetische Blütenlese relürBfer Art ist: „Religion und Poesie" von A. Piacker (3.40 M.).

Neue Lebensbilder, die den Katholiken interessieren, find: Köih, „Wilhelm Emanuel Freiherr von Retleler" <3 60 M.); Dor, ,^)ofrat Kar! Zell" (3.40 M.); von Lama, P. Wilhelm Judge S. J" (8.60 M,). — Durch den bodjinlerefjanten Briefwechsel: „Alban Stolz und die 6 Western RingSeiS" (6 SH.) werden diese uns lieben Perfönlichkeiten in ein ganz neues, reizvolles Licht gerückt.

Kümmel hat feiner vorjährigen ersten Weihnachts- gabe: „Der große Stieg 1870/71" (4 M > diesmal eine wehr heitere Ergänzung folgen lasten: „In Königs Rock 1870 71, Ernstes und HritereS au8 dem schwäbischen Garnisonsleben" (4 60 M.). Immer wieder seien Küm­mels übrige gefammelte Erzählunoen empfohlen (20 Bände zu je 2.30 M. oder 2 50 SIL) oder die billigen Werke unseres unvergeßlichen Aldan Stolz (13 Bände der Vol'.sausgabe zu 2 M. biS 3.50 M ', ferner die all- beliebten Spillmann-Romane (Der Band 2 M. in der b.Uiaen Volksausgabe, je ein Roman zu 8.50 M. biS 9 M. in Der besseren Ausgabe). Und ganz sicher macht man große Freude mtl Bischof KepvlerS vielbegehrtem Büchlein „Mehr Freud»« (3 M.). An desselben Autors zwei schönen Bälden „'lus S. st und Leben" (zu 7 50 Mark bis 9.50 M.) wird auch Der verwöhnte Seiet tiefe Befriedigung sinden. — Geistvolle Studien sind auch (ganz neu „Ter Goldgrund der Weltgeschichte" (3.20 M.> von dem bekannten Konverttien Proieffor von Ruoille und „Aus der Werkstatt Der philoRopbia perennis" 15.20 M.i untere- Altmeisteis der Pädagogik: Hoirat Wtllmann. — Beachtenswert ist auch Die neue Talchen- auscabe „Nachfolge Christi", nach Der Ueberietzung von Satlei mit Bildern von Führich neu herausgegeben von F. Keller (1.80 M. und höher).

Größere geschichtlich-literarisch-philosophische Weih­nachtsgeschenke sind: Grisar, .Luther' (50 M. oder 52L0 Mark», Baumg i:tier»$todmann, „(Soetbe" (Bd. I 12 M. oder 14 M), Baumgartners Ergänzungsband zu seiner Weltliteratur (15 M), Dantes unsterbliche Poetische Werke (4 Bände 20 M., in Pergament 30 Ai.), neu herausgegeben non Zoozmann; fer r DanteS „Gast­

mahl" (7 M.) und „Monarchie" (5.40 M.), die beiden letzteren neu besorgt von C. Sauter.

Zum Schluffe aber sei Der drei großen katholischen Enzyklopädien der Gegenwart gedacht: des süntbändigen SiaatslexikonS ,90.— Mk.), des Lexikons der Pädagogik, dessen 1. Band (14.— Mk.) soeben erschienen ist, und endlich des für kein Haus entratfamen Herberschen Konversatwns-LexikonS.

Mit den hier genannten Werken ist der Reichtum der Herderfchen Berlagswerke freilich noch lange nicht erschöpft, und wer eine größere AuSwahl zu sehen wünscht, der verlange von der BerlagShandlung (Herber, Freiburg t Br.) oder van der ihm nächst gelegenen latholijchen Buchhandlung den reich illustrierten Weih­nachtsalmanach, der gratis und franko abgegeben wird und in dem sich alles vorfindet, was nur WeihnachtS» wünsche Schöi^es erdenken können.

Aber vergiß nicht, wenn du deine Wahl getroffen hast: Bestelle bald! Denn je später du bestellt, desto eher kann der Fall eintreten, daß dein mit Mühe au-gewähltes Buch — schon auSoerkauft ist!

Die BeatuShöhle. Don Dr. W. Banberger, neu bear­beitet von Franz T f ch a u d e r , kgl. Seminar- Oberlehrer. Regensburg 1912, Verlagsanstalt norm. G. I. Manz. Hübsch illustriert. Brosch. 1,— Mk

Die Beatushöhle gehört unstreitbar zu den meist- gelesenen Büchern unserer Jugend- und Volksliteratur. Diese zeitgemäße überaus billige Neuausgabe mit herr­lichen Illustrationen kann nur freudigst begrüßt werden. Eine lebhafte, kräftige Sprache der handelnden Personen verleiht der Neubearbeitung einen viel höheren Wert Die NeuauSgade entspricht so ganz den Anforderungen, welche heutzutage von den vielen Jugendschriften-Kom- missionen an Jugendschriften gestellt werden. Ein her­vorragender Sckiiilmann bat die Neuansgabe so vorzüg­lich gestaltet, daß sie von unserer Jugend mit hohem Nutzen gelesen werden kann. Wir wünschen dem Buche, das schon in 80 000 Exemplaren in die Welt hinaus- gezogen ist, in dieser auch mit drei Kunstbeilagen ge- schmückten Neuausgabe eine wohlverdiente noch weit größere Verbreitung. Ein solches Buch kann in der Tat außerordentlich viel Segen stiften. O. H.