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4. Blatt.

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* Statt Monopol — Berständignng.

Unter dieser Ucberschrist schreibt Abg. Erzberg:r (m Stuttgarter „Deutschen Volksblatt": Die Zahl der (Gegner des Petrolenm-Nionopols wächst. Tie Aussichten des Entwurfes sind im Reichstage keine großen: nne feste Mehrbeit für den Regierungsent­wurf ist nicht vorhanden, ob sie sich bilden wird, ist sehr fraglich.

Die Bedenken gegen dos Monopol Witzen sich zu in den Sätzen: die Konsequenzen für den Bergbau werden schnell kommen,' das Petroleum kann nicht billiger werden als heute; di: Mineralöle würden verteuert werden; der deutsche Konsum ist ohne oder gegen die Standard Oü Gr. kaum oder nur mit gro­ßen Kosten zu decken, die Petroleum flotte der Stan- dard Lil Co., die heute unter der deutschen Flagge segelt, gehl an England über; int Kriegsfälle ist die durch das Monopol cintreteicde rastlose Ausnützung der europäischen Quellen sehr bedenklich, während das Reich deute auf mindest-ns toter Monate Vorrat aus Amerika hat und als Reserve Galizien und Ru­mänien anschen kann. Gegen diese Leitsätze der Be­denken wird sich nichts Turtt,schlagendes lagen lassen; si: dürfen jedenfalls kaum widerlegt werden können. Wozu dann ober das Monopol, das auch zu Reibun­gen mit den Vereinigten Staaten führen kann? Höhere Einnahmen des Reiches zu erzielen, ist ja nicht sein Zweck, wie man allseitig versichert; das Petroleum trögt auch genug schon zu den Reichs­lasten bei, zumal :ö das Sicht der ärmeren Kreise in den Großstädteit und des platten Landes ist. Gas und Elektrizität tragen weit weniger Reichslasten als das Leuchtöl. Als ein neues Steucrobjekt soll dieses darum auch nicht angesehen werden, etwaig: lieber» schlisse sollen zu sozialen Zwecken verwendet werden. Der erste soziale Zweck auf diesem Gebiete besteht aber darin, daß man billiges Leuchtöl erhält; einem Zweck, den auch der amerikanische Lieferant ni: aus dem Auge läßt, denn er kann sein Petroleum nicht trinken, er muß es verkaufen. Man kann auch nicht beweisen, daß Amerika seine natürliche Uebermacht zur gewalttgen Preissteigerung ausgenützt habe; die Vergangenheit sagt anders. Mag man gegen die Standard Oil Co. und ihre Tochtergesellschaften sa­gen, tvas man will, das Urteil eines der ersten deut­schen Industriellen bleibt doch wahr: „Hier ist die beste Verkaufsorganisation der ganzen Welt geschaf­fen word:n." Tatsachen muß man immer aner­kennen.

Soll nun ober gar nichts geschehen? Würde man gemäß den wiedeiholten Beschlüssen des Reichstages ein Kartellgksetz haben, dann wäre es ein leichtes, gegen alle etwaigen P ebergriffe privater Monopole einzuschreiten. Wenn di: Regierung heute ein sol­ches vorlegt, kann sie auf ein» große Mehrheit rech- neu und hat dann genügend Vollmachten zum Schutze des deutschen Konsumenten in der Hand. Ein solches Gesetz könnte auch in dies'.m Winter gut verabschiedet werden; andere Staaten haben schon längst Kartell- gesetze. Daneben ließe sich Dauerndes und Gutes durch eine private Verständigung der drei großen Gruppen erzielen,, nur ncüßt: die Regierung die Führung in die Hand nehmen und sich in den Ver- trägen gewisse Rechte sichern lasten. Solche Ab­machungen könnten umfassen: Vertragsdauer auf 5 bis 10 Jahre mit genügender Garantie, niedrige Einheitspreise für ganz Deutschland mit Begren- zung der Schwankungen, keine Ausdehnung des Kannenaeschäftes, Freilastung des Mineralölhandels für die Tetaillisten usw. Damit würde das deutsche Volk gesichert sein, wirksam gesichert sein vor jeder Hebert eitentng, viel bester als durch jedes Monopol. Wenn die Vorlage zu diesem Ziel führt, hat sie ihren Zweck auch erreicht.

Der Stand der mrtteldentsche« Kleinbauern.

Bon Kuno Waltematb. *)

Romantiker beklagen den Untergang der alten Sitten aus dem platttzn Lande. Unendlich gleichför­mig werde das Aussehen der deutschen Bauern, eine und dieselbe Tünche überziehe sie alle.

•) Diese Ausführungen drucken wir auS einem Auf­sätze Kuno Wattemath'S ob, .Der Stand der mittel­deutschen Kleinbauern", im Novemberhest der,Preußischen Jahrbücher'. Der Auftay ist der wetteren Lektüre wert. Er ift ein Lobgesang auf Den mrtteideuttchen Bauern tm Speziellen und auf die deutschen Im Allgemeinen.

Unpolitische Aettläuse

N. Berlin, 28. November 1912. (Nachdruck verboten.!

Ultimo, d. h. am letzten Tage. Gewöhnlich meint man damit den letzten Tag des Monat S. Es braucht aber nicht gerade der 30. oder 31. zu sein, sondern der Termin, an dem die Spekulation cm de,r Börse aufgerechntt und geregelt werden sollen, wird nach der Börsenordnung für einen passenden Werktag am Monatsschluß festgesetzt.

Für manchen ist der Ultimo ein dies irae, dies illa. ein Tag des Zornes und des Schreckens, ein Gerichtstag, an dem er sich verantworten muß für all' die kühnen „Geschäfte", die er im Lause des Monats gemacht. Er Hai zum Ultimo gekauft, well er dachte, daß die Papiere steigen würden: jetzt muß er das Ge­kaufte abnchmen, auch wenn die Sachen inzwischen viel billiger geworden sind. Od:r er hat Papiere ver­kauft. die er" noch gar nicht hatte, weil er dachte, sie würden im Lause des Monats billiger werden. Arn Ultimo muß er das Verkaufte liefern zu dem verein- barten Preise, auch wenn die Sachen inzwischen teu­rer gewordci' sind. Wenn nun auch der Gegenpart von "der wirklichen Lieferung absieht, so muß doch die „Differenz" zwischen dem vereinbarten Preise und dem Uttimokursc bezahlt werden. Also G e l d ist not­wendig am Ultimo. Wer nicht genug Geld hat, muß borgen und für das geliehene Geld Zinsen zahlen. Wenn der Geldbedarf stark steigt und die Geldbesitzer sich zurückhalten, so erhöht sich der Zinssatz. So ist auch diesmal das Geld teurer geworden. Am Mitt­woch wurde für Ultimogeld bis zu 6% Prozent gefor- bett. Die Nachfrage nach Leihgelb ist also stärker, als das Angebot. Das scheint zumteil daran zu liegen, daß ängftlid)c Kapitalisten ihr Gell) von den Ban­ken und aus den Sparkasten zurückziehen. Auch in der Marokkokrisis von 1911 wurden solche Erschei­nungen des Mißtrauens beobachtet. Damals kam es bekanntlich sogar zum Sturm auf einzelne Sparkas­sen. Vor solcher Amgstlichkeit kann man nicht drin­gend genug warnen. Es ist nicht wahr, daß das Geld in Deiner Tasche oder in Deinem Schrank sicherer aufgehoben sei, als bei der Sparkaste. Auch wenn cS

«- Zuwaer

Gewiß haben solche Liebhaber in mancherlei Hin­sicht Recht. Die Volkstrachten sind fast verschwun- d:n, die alten Feste werden nicht mehr gefeiert oder haben allen Sinn verloren, die Hausbauten des Alten bekommen mehr und mehr eine ausgesprochene Aehn- lichkeit. Ülber diese Erschetnungen sind schließlich doch nur Aeußerlichkeiten, die dem Tourist:n unangenehm auffallen mögen oder dem Großstädter, der auf dem Land spazieren geht, aber ohne entscheidend zu -ein für die Beantwortung der Frage, ob die Sondcreigen- tümlichkeitm unserer ländlichen Bevölkerungen wirk- lich der Gleichmachung verfallen sind oder nicht. Wer gründlicher forscht, dem erschließt sich die Erkenntnis, daß sämtliche Gaue Deutschlands ihre bäuerliche Eigenart in der Tiefe konserviert haben. Keine land­schaftliche Agrikultur unseres Vaterlandes gleicht in ihren ökonomischen und sozialen Einrichtungen ben anderen. Wenn ein neuer Riehl aufstehen würde, um uns die Eindrücke seiner Wanderzüge vorzusübren, so hätte er uns ein farbenreiches Gemisch zahlloser Produktionssysteme und Wirtschaftsformen innerhalb der detttschen Landwirtschaft zu vergegenwärtigen.

Slber ein solcher Riehl ist beutzutag: eine Unmög­lichkeit. Nur ein landwirtschaftlicher Fachmann oder wenigstens gedieaener Kenner der Landwirtschaft ver­mag in unsere- Zeit sich und anderen über die Wesens- Verschiedenheit der Agrikulturen in den einzeln-n deut­schen Gebietsteilen Aufschluß zu geben. Wohl besitzen wir eine große Anzahl Veröffentlichungen über länd­liche Fragen, die aber außerordentlich zerstreut sind und gewöhnlich nur di: Landwirtschaft eines einzelnen Gaues ins Auge fassen. Fern liegt chnen der Ge- sichtsvunkt, welcher der meinige ift, bie Beziehungen der Gaue untereinander, sowie die Eigenart eines jeg­lichen Gebiets nt erfassen. Ein rechtes Glück für mich ist gewesen, daß durch die Gründung der deutschen Landwirtschaftsgesellfchaft ein Organ geschaffen wurde, welches ein Vergleichen der vrovinziellen Agri­kulturen unter sich g'waltici erleichterte, und so mög­lich machte, Liebt und Klarheit zu Verbretten.

Biclleickt das allermeiste Lob verdient das Jahr- buch der Gesellschaft, das geradezu ein Reservoir des agraritoer ^iflens in seiner Totalität geworden ift. Tas läßt si auch wieder von dem vorliegenden 26. Band des Jahrbuchs sagen. In Bezug auf das Thema, welches ich mir hier gesteckt habe, enthält es eine ganze Reihe von Berichten über die Landwirt- schäft in den mitteldeutschen Gebieten. Es kommen in Befrackt die beiden Hesten, Nastau und Thüringen, sowie Waldeck.

Es handelt sich um Länder von scharf eigenartigem agrarischen Wesen. Am meisten ähnelt dasselbe dem­jenigen der Rheinvrovinz oder der gebirgigen Teils von Sachsen, Schlesien und Westfalen Ader es fehlt der Reichtum an mineralischen Schätzen, die diese Länder zu Zentren der Industrie macht, infolgedessen auch ihr agrarisches Aussehen von Grund aus g än­dert worden ist. Wir seben nt beiden Hessen und auch in Thüringen rablreiche Gebirgsrüge vor uns, zwischen denen sich breitere od"r schmälere Täler er­strecken. Tie Höben sind mit dem prächtigsten Wald aeschnttickt, die Täler und auch sehr häufig die Ab­hänge stellen einen herrlichen Fruchtaarten dar. Das Ganze ist eine Augenweide, ob der Wanderer nun im Mai kommt, wenn das helle Grün der Buchenwälder und das dunkle Grün der Tannen wundervoll kontra- stiert mit dem schneeigen Weiß und dem Rosa der Obstbäume, oder ob er im Somme'- umherzieht, um sich überall an dem bunten Teppich b-y Felder im Tale und an den Hängen zu ergötzen oder die Bracht des golbgell^it Weizens zu bewundern. Es kehlen hier im großen und ganzen die Heiden und Moore, die wir int Osten und Nordwesten wie int Süden unseres Vaterlandes so reichlich ftitden, und ebenso bie bürten Kieferwälber der Sandgegenden. Wenn die Gebirgszüge sich zu kleineren oder größeren Hoch- Plateaus verbreiten, stoßen wir auf ein Gemenae von herrlichstem Hochwald, sowie von Acker- und Weide­land. Allerdinos vermag es nicht in gleich hohem Grad-- das menschliche Aua» tu erfreuen wie die Täler und Hänge. Denn sein Klima ist rmth und tritt der Ausnutzung des Boden hind-'rl'ch entgegen. In den höheren Laaen kann weder Weizenbau betrieben wer­ben noch die Kultur der edleren Gartenfrücht:. llnb auf den höchsten Laaen, wie tm Westerwalde vermag selbst der Roggen nicht tu gedeihen, er hat der Weide­wirtschaft Platz gemacht.

Im Gegensatz tu dem geschilderten Weckst-l von Berg und Tal tragen andere Bezirk» des hier be­trachteten Landes den Charakter der Ebene. Es sind bie Gebiet«, am Rhein, am Main und an der Kinzig, fotob das östliche Thüringen mit dem Altenburger

zum Kriege kommen sollte, so tastet niemand das Vw- mögett der Sparkassen an. Viel eher ndch könnte das, was Du im Hanse hast, bei den Wirren und Tücken eines Krieges gefährdet werden. Und hast Du beit flüssigen Teil Deines Besitzes einer Bank antiertraut, so hast Du Dick dock gewiß vorher versichert, daß diese Bank auf festen Fußen steht und solide be-toaltet wird. Wenn ja, so laste Dich nicht durch einige Wölk­chen am hochpolitischen Himmel gleich ins Bockshorn jagen. Bleib im alten Gleise, das sich besser bewährt hat. Sonst richtet die Angst mehr Schaden an, als der gefürchtete Konflikt selbst. Eine Vorsichtsmaß­regel ist allerdings in bewegten Zeiten unbedingt ge­boten: solltest du dich bisher schon zu irgend welchen Spekulationen an der Börse haben verleiten lassen, so mache jetzt Stopp und laß die sämtlichen 10 Finger davon. Denn an der Börse geht es jetzt wirr und wild zu, sodaß sogar die eingeweihten Fachmänner Mühe genug hoben, um den Kopf oben und den Geld­beutel trocken zu erhalten. Wenn du da mittun willst, so ist das gerade so gescheit, als wenn ein Mann, der kein Schwimmen gelernt hat, sich in einen Stru­del stürzt. —

Der Monatsschluß bringt uns jetzt zugleich den Ultimo des Kirchenjahres. Die Adventszett ist wieder da; in vier Wochen haben wir schon Weih­nachten. Tas schönste Fest, aber für manche auch das kostspieligste Fest. Wie wird es denn dieses Jahr nri: dem Weihnachtsgeschäft, von dem die Wohl­fahrt vieler Gewerbstreibenden abhängig ist? Wird es unter der Teuerung und der polittschen Unruhe lei­ben? Wollens nicht baffen. Denn wenn auch die Zeiten ernst sind, so ist doch die Lage keineswegs so kritisch, baß roh die gewohnte Lebensweise von Grund aus ändern müßten. Zum Protzen und Verschwen­den liegt allerdings jetzt noch weniger Anlaß vor, als früher, dock wo richtig hausgehalten wirb, ba langt es doch wohl immer noch zu der üblichen Bescherung, damit die häuslich: Weihnachtsfeier und Weihnachts- freube Erbauung ins Haus bringen. Was die Fa­milie zu Weihnachten gewohnt ist, das kann sie schwer entbehren. Die herkömmliche Bescherung ist kein über- flüssiger Luxus, sondern gehört ans bie Seite der or­dentlichen und notwendigen Ausgaben. Allerdings kann man auch dabei nach Bedarf sparen, aber nicht

Leitung.

Land. Die Flächen am Rhem und Main, zusarn- mengefaßl unter dem Namen des Mainzer Beckens, weisen alle Arten Land auf, vom schwersten sanb, auf dem Kieserwäldchen wachsen. Doch ine ftmcht- bare Erde, geeignet zum Weizen- und Kleebau, über* wiegt dermaßen, daß das Ganze ein lombardische Tief­ebene rm Kleinen barstellt Ein Garten Eden tut sich beni Wanderer auf. Die Heiterkeit des Kümos bezwingt selbst bie Spröbigkeit des Sandbobens und macht auch ihn zum herrlichen Fruchtfeld. Wo die Ebene an die hohen Gebirgszüge stößt, an den sanften Abdachungen zum Rheine hm, erblicken Jmr eine der vornehmsten Weinprodukrionsstätten Deutschlands. Diese dehnen sich dann weiter westlich über bett Rhein- gau unb das Rheintal hin und über ganz Rhein- Hessen aus. Auf den Kämmen dec Höhen des Tau­nus ausgedehnt rster Buchenwald mit reichstem Wild- stand, der an altgermanische Zeiten erinnert, unb an den Hängen nach Süden, nach Sübwesten unb Süb- osten hin Deutschlands Weinland bar exeellenze, um­rahmt von intensiv betriebenem Obstbau! Fürwahr, ein Kontrast, wie man ihn selten antreffen wird.

Die beschriebenen Erscheinungen stehen in engster Wechselbeziehung zu den schroffen klimatischen Unter­schieden Mitteldeutschlands, dieses verhältnismäßig kleinen Gebietes. Nur 70 Kilometer liegen Rheingau unb Westerwald auseinander, aber welcher Unter­schied in den landwirtschaftlichen Kulturen! Die Apfelblüte im Rhein- unb Maingau tritt bereits zwi­schen dem 22. unb 29. April em, am südlichen Ab­hang des Taunus fällt der Termin in die Perrobe vom 29. April bis zum 5. Mai, im mittleren Nassau liegt der Zeitpunkt zwischen dem 6. unb 12. Mai, unb im übrigen Nassau, wie im Westerwald, Psiegt das be­zeichnete landwirffch. Ereignis noch später zu kommen.

Disse Gebiete sind vor allen deutschen Landen die Heimstätte der Klein- und ÜJättetbauern. Diese sozia­len Schichten herrschen. Zwar soll das nicht heißen, a 'S Land gehöre solchen Bauern. Das ginge lchon wegen des Waldes nicht an, der einen sehr großen Teil der Sandfläche ausmacht. Di: Forstwirtschaft ist fast immer ein Großbetrieb. Mette Strecken Hessens, Thüringens und Nassaus sind allo im Besitz großer Eigentümer. Dieser Großbesitz ist aber durchaus an­derer Art als im Osten. Wahrend hier Privatpersonen den Großbesitz ihr Eigen nennen, haben ihn dort Fis­kus, Kirchen, Stiftungen unb Gemeinben größtenteils in Hänben. Sowett Privat: Personen in Betracht kommen, handelt es sich gewöhnlich um alte reichs- unmittelbare Geschlechter, deren Besitz fideikommissa- risch gebunden ist. So gehören im anen Kurhesim ungefähr 38 Prozent der gesamten zur Grundst" •: veranlagten Landfläche dem Reiche, dem preußischen Siaqte, Gemeinden, Kirchen, Stiftungen, Genossen­schaften usw., ungefähr 6 Prozent Lehen unb Fibei­kommissen. Also nur 56 Prozent bes Landes fallen auf ben frei vererblichen Vrivatbesitz. Der weitaus größte Tett bes so dem freien Verkehr entzogenen Areals ist aber Walb Zum Forstlanb gehören bei­spielsweise in Kurhesfeu 80 Prozent bes unbewegli­chen Eigentums, welches bet Fiskus, bie Stiftungen, die Kirche besitzen, und 70 Prozent des fioeikommiisa- risch gebundenen Besitzes. Dem landwirtschaftlichen Großbetriebe nach ostelbischer Art bleibt also nicht viel Raum, zumal was von großen Gütern existiert, zum erheblichen Teil in kleinen Parzellen verpachtet ist.

£iterarii(he$.

Ernst und Scherz fürs Kindcrherz, Heft 21 und 22. Verlagsanftaft Benziger u. Co., Einsiedeln.

Gleichsam als Ergänzung zum Christkinds-Kalender erscheinen bei Benziger u. Co. alljährlich zwei Num­mern einer reizenden kleinen Kinderschrift, Betitelt „Ernst und Scherz fürs Kinderherz". Soeben kommen die neuen Heftchen auf unseren Nedaktionstisch geflogen. Wie ihre Vorgänger, enthalten auch diese viel des Guten und Schönen für die Kinderwelt. Sie seien angelegent­lich empfohlen.

Gottes-ienstordnung.

Katholischer Gottesdienst.

Sonntag, 1. Dez. (1. Advenisonnlag.) Fulda Tom. Vi6 6 und 7 Uhr hl. D-eii n, Vi7 Uhr hl. Messe und Kommunion der chnstenlehrpfl. Jünglinge tn der Marienlapeiie, 8 Uhr Ptarram! und Predigt, *'ilO Ubr Kathedralamt und Predigt. 11 Uhr Christenlehre, r/,12 Uhr hl. Mene und Preoigi, * «2 Ubr Andacht und Christen­lehre, 4 Ubr Predigt und Andacht, 7 Uh> Andacht m der Marienlopelle. — Sindtoiarrtirchc ’A6 und 6 Uhr hl. Mesten, e/«7 Uhr hl. Meise, Predcgt und Kommunton der Mitglieder des M ä n n r r a v o st o l a t e s, 8 Uhr hl. Messe und Predigt, stzlO Uhr Amt und Predigt, 11 und

etwa durch grobe Streichung, sondern durch kluge Auswahl der Gaben. Es kommt toentger auf die Hohe der Summe an, als auf bie geschickte Verwen­dung der Verfügbaren Gelder. Man kann Sachen kau- fett, bie zugleich angenehm unb nützlich sind, sodaß von den Ausgaben nur ein angemessener Bruchteil auf das vorübergehende Vergnügen fällt, während der größere Teil des Gelbes auf Dinge von bauernbem Geb-auchs- toert verwendet wird, also zur Entlastung des Haus- bubgets im nächsten Jahre beiträgt.

Gleich hinter Weihnachten kommt ber Ultimo des bürgerlichen Jahres, des Geschäftsjahres. Daun werden Rechnungen geschrieben unb müssen Rechnungen bezahlt werben. An biesem Ultimo sinb nicht bloß leichtsinnige Spekulationen, fonbern auch ganz solide Geschäfte zu regulieren. Darauf muß sich jebermaun rechtzeitig einrichten. Auch bei ben Auf­wendungen zum Fest darf er nicht vergessen, daß Neu. fahr mit feinen Forderungen vor der Tür ftebt. Zu den soliden- Geschäften, die beim Jahreswechsel ous- zn-fleichen sind, rechne ich allerdings nicht die An- schreibungen beim Krämer ober Handwerker, bie manchmal noch bis zum Schluß bes Jahres stehen bleiben. Wer biefer Unsitte noch huldigt, der sollte jetzt Schluß damit machen. Lieferungen unb Lei­stungen für bie Hauswirtschaft muß man bar bezah­len: höchstens bars ber Kredit sich auf ben laufenden Monat erstrecken. Wer prompt bezahlt» wird gut be« dient. Der bie Zahlungen verfchlepvt, schädigt nicht bloß ben Kaufmann ob. ben Handwe-ker, sondern auch sich selbst. Denn je mehr sich die Zahlungen zu Neu­jahr häufen, desto drückender wird ihre Last, desto wirrer wird die Haushaltsführung. Verteilte Aus- gaben sind erleichterte Ausgaben, und wer bar be- zahlt, reicht am besten mit seiner Geldbecke aus. Sich nach ber Decke strecken, das ist ja der wichtigste unb unentbehrlich- Kunstgriff, der uns zu einer sorgen­losen, behaglichen Lebensführung verhilft.

Nun gibt es noch einen Ultimo, von dem manche Leute ni<$)t gern reden hören: ber Ultimo unse­res irdisch en Daseins kommt, für i)en einen früher, für den anderen später, aber für alle sicher An diesem Ultimo, den ber Tod anmeldet, muß auch aufgerechnet und reguliert werden. Alle falschen Spekulationen, die wir im Leben gemacht haben, ber«

Reklamen- und Anzeigenteil.

JVs 275.

Samstag 50. November 1012

V,2 Uhr Christenlehre, 8 Ubr Rosenkran, ' Bruder, schaff. - Pfarrkirche zum heiligen ©elfte. /*7 Ubr Austeilung ber hl. Kommunion, 7 Uhr Frühmesse, 8 Uhr Hochamt mit Predigt, V.5 Uhr Christenlehre, b Uhr Andacht mit Segen. — Frauenberg. Hl. Meilen von 5 bi, 7 Ubr, 8 Ubr Rofenkranzmefse mit kurzer Predigt, 9 Uhr Hochamt. Nachm. 2 Ubr Predigt und Andacht für die Terziaren nebst Einkleic ung und Pro eßabn iime.

«astel.RN. »> Pfarrkirche zur heiligen Elisabeth kKriedrich,platz 16): 6 und 7 Ubr heilige 'Dienen mit Austeilung der heiligen Kommumon, 8 Ubr MilitLraottesbienst tauch für Zivilpersoneni, 9*» Uhr Hockam» mit Prediot, 11 Ubr Kindergoitesdienst mit Ansprache. Nachm. 2‘/. Ubr Andacht. - Werktags 6 s-,, 7*i« und 8 Ubr steil. Mellen. — Gelegenbett zur hl. Veccht vor Gönn- unb Festtagen nodmt. von 5 bt8 7 und 7*1* bis 8', Uhr, an diesen selbst von 6 Ubr mornenS an. — b) Pfarrkirche zur hl. Familie (Kölnttche Straße 5R. nabe denn Hauvtbabnhori: 7 Uir hell. Melle, 8 Uhr heilige Mesie unb Kommunion der Knaben, ‘,10 Ubr liturgisches Hochamt mu Pre- diot, 11 Ubr hl. Melle mit Predigt; abends 6 U^r »in. dacht. — An den Wochentagen 7«° und 7*» Uhr hl. Mellen. — Gelegenheit ,u beichten- Dor Sonn- und Festtagen von nachm. ',5 bis 7 Ubr. an dicken irldst von 6*/, Ubr morgens an. — Kastel-AZebl» Heide«. Pfarrkirche St. Marien (Roienkranzktrche an Neumarkri: 8 Uhr Frühmesse, ‘/>1O Uhr Hochamt mit Predigt. 11 Uhr heil. Messe mit Prebcat; nach, mittags 2 Ubr Christenlehre unb Andacht mit Segen. — An den Werktagen "V« unb 7*/* Uhr bL Meisen. — Geleaenbett zu beichten vor Sonn- unb Festtagen nachm. von 4'»—Ubr. an diesen «elb» morgend */,7 Ubr. — «astel - Rothenditmold. (Josephsktrche «ell. manche Straße 82)- 8 Uhr Frühmeste, 10 Uhr Hoch­amt mit Predigt, daraus Christenlehre. Nachmittag- 2 Uhr Eegensandacht. — Gelegenveit zu beichten: Bor Sonn- und Feiertagen nachm. 5 Uhr, an diesen selb» früh 7 Ubr. - D -'tags 7*. Uhr heil. Meise. — Kaffel-Bettenhansen. t>«/« Uhr Frühmesse, nachm. 2Vi Ubr Christenlehre und Andacht.

Eisenach. 7 Ubr Frühmeffe, 9Vi Ubr Hochamt mit Predigt und Christenlehre, nachm. 2 Uhr Segensandacht.

Montag,2.Dezember. Fulda. Frauenberg. (Ae. düchtncsfeier aller verstorbenen Mitglieder, Verwandten und Wohltäter der ganzen seraphischen Ordenssamilie.) 7*1* Uhr Totenoffizium, 8 Uhr feiert. Requiem, darauf Prozeffwn zur Klostergrust.

Evangelischer Gottesdienst.

Sonntag, 1. Dezember. Fulda. Vormittags >/, 10 Uhr Superintendent Rubi (Heil. Abendmahl)', HV, Uhr Milstärgottesdienst; abends 6 Uhr Pfarrer Keßner aus Neuhof. — Landeskirchliche Gemeinschaft. Abends 8 Ubr (Buttlarstr. 17). — Biederstem. Borm. 9 Ubr Pfarrer Reich.

langen ba ihre Begleichung. Alle Künste der Ver­schiebung, die an ber Börse üblich sind, versagen ba. Ter Tob ist ber unerbittlich:, unbestechliche Zwangs­vollstrecker. Wer klug ist, ber hält diesen letzten Ab­rechnungstag immer im Auge, unb wenn ihn irgend eine Leidenschaft in eine gefährliche Spekulation locken will, so fragt er sich erst: „Wie werde ich denn das am Ultimo meines Lebens regulieren können?" Es rächt sich alle Schuld auf Erden, sagt der Dichter. Sie rächt sich ost mehrmals. Während des Lebens müs­sen wir schon schwere Zinsen bezahlen für die Tor- hetten und Ausschreitungen, die wir uns gestattet haben, und mrs dem Todesbette wird uns dann noch die ganze Schuldenliste vor die Seele gehalten. Wohl dem, der schon vor dem kritischen Ultimo sein Ge­wissen glatt stellt.

Nach unserem Lebensultimo gibt es eine Warte­zeit. die vermutlich sich recht lange ausdehnen wird. Dann kommt der allgemeine Ultimo, der jüngste Tag und das Weltgericht, bie Schlußregulierung des ganzen irdischen Lebens unb Treibens, bie endgültige Abrechnung über Soll unb Haben des gesamten Men­schengeschlechtes von Adam bis zu den letzten seiner Nachkommen. Dann sind alle Konwbücher geschlos­sen, unb im Hauptbuch ber Menschheit wird der letzt: dicke Strich gezogen, hinter dem die unabänderliche Gewinn- unb Verlustziffer erscheint. Dann beginnt bas ewige Leben, bas fein Konto und kein Risiko mehr kennt, wo es nichts mehr zu wag:n gibt, wo die Ge retteten nichts mehr verlieren und die Verlorenen nichts mehr gewinnen können.

Wenn wrr erst da drüben sind, wirb un? das ganze Nennen unb Hasten und Sorgen unb Gieren im irdischen Ameisenhaufen recht kleinlich Vorkommen. Aber vorläufig sind wir in diesen Erdentrubel hinein» gestellt unb sollen auf dem angewiesenen Posten un­sere Pflicht unb Schulbigkeit tun. Also ans Weck mit Eifer unb Tatkraft, doch zugleich mit Vernunft unb Gewissenhaftigkeit, sodaß wir an den kleinen Zwi­schenultimos unb b:m großen Schlußulnmo die Li­quidation überstehen können. Respice finem- sieh auf das Ende, beißt es in einem alten lateinischen Spruch. Man konnte eS auch übersetzen: Halte dei­nen Ultimo im Auge!

Keine Verwechslung mtt andern Emulsionen ist möglich, wenn Sie ausdrücklich Scotts Emulsion verlangen und darauf bestehen, diese zu erhalten. Der Name „ Scott" bürgt für bie Güte und f Wirksamkeit des Präparates, bas auf eine — wohl beispiellose — 37 jährige Wertschätzung zurück- blickt. Wer sich unb seinen Kindern ben Nutzen einer muftergütigen, in allen Ländern eingeführten Lebertran-Emulsion zuteil werde» laffen will, der kaufe Scotts Emulsion, denn nur diese ist nach dem eigenartigen Scottschen Zubereitungsverfahren hergestellt. Es gibt nur eine Scotts Emulsion.