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„Das Wesen der höheren Instru­mentalmusik bestellt darin, in Tönen auszuspiechen, was in Worten unaussprechbar ist.4*

5673 Reh. Wagner.

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Einflusses in Deutschland muß notwendigerweise nach Inner Zeit ju schweren religiösen Kämpfen zwischen den beiden christlichen Konfessionen führen. Solche Kämpfe würden eine verhängnisvolle Bitterkeit für beide Teile werden, weil der deutsche Protestant in diesem Falle niemals die Neberzeugung würde los werden können, daß sein deutsch-katholischer Mitbürger aushöre, deutscher Patriot und Anhänger des neu geeinten Vaterlandes zu sein, sobald er vor die Mahl: Kaiser oder Papst? ge­stellt werde.

Aus diesen Gründen hoffen wir, daß der Deutsche Reichstag der Aushebung des Jesuitengesetzes so lange em energisches Nein entgegensetzen wird, dis die pro­testantische Kirche nach weiterer Ausbildung ihrer Ge- meindeverfaffung und befferer Organrsation ihrer geistigen und materiellen Kräfte widerstände '.Higer geworden ist, als .i diesem Augenblicke. Ja, wir möchten an die deutschen Mitglieder des Jesuitenordens die eindringliche Bitte richten, für jetzt aus ihre Zulaffung in die deutschen G'cnzen zu verzichten. Sie würden durch dieses allerdings große persönliche Opfer den besten Beweis dafür liefern, daß ihnen als Kmder deutscher Erde der religiöse Friede des Vaterlandes höher steht, als ihre berechtigtsten persönlichen Wünsche und als die Macht­ansprüche des römischen Papsttums." (Hessische Post, Kassel, 1. März 1891. Nr. 59.)

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* Ter wahre Grund der Jesuitenangft: Feigheit!

Die protestantische Generalsynod e von Kassel hat, wie f. Zt. mitgcteilt, ebenfalls ihr Spruch! em gegen die Aushebung des Jesuitengesctzes ausgegeben und sogar jeder Milderung, wie sie die bayerische Auslegung der bundesrätlichen Verordnung enthielt, ihr Velo entgegengesetzt. Warum? Aus Sorge vor einer „Schädigung des Volkslebens*. Der Grund ist etwas dunkel. Zur Klärung dürfte eine andere protestantische Stimme aus Kassel beitragen, welche zwar schrot 20 Jahre alt ist, aber den Reiz einer offenen und ehrlichen Sprache auch heute noch nicht verloren hat:

„Was die Entscheidung für eine etroai. • Zulaf- sun g des Jesurtenordens in die Länder des Deulichen Reiches angeht, so läßt sich dagegen vom rem menfchltchcn Standpunkte aug ganz und c« nichts -in wen den. Nachdem man die über e anderen Ordensgenossenschaslen verhängte Verba: ng aufge­hoben, sollte man gerade den dem neu Jesuiten den Wiederemtritr in ihr Vaterland verbieten? Mit welchem Rechte? Die Jünger Loyolas sind, rein menschlich gekommen, nicht bester, aber auch nicht schlechter als Die Angehörigen aller übrigen katholischen Orden. Die über sie verbreiteten Gerüchte, daß sie lügen, heucheln, tur Erreichung ihres Zweckes lein Mittel für schlecht ce ug halten, treffen am sie durcdauS nicht mehr zu, ats auf oen gesamten Stand der kathol. Ordensgeistlichkett. Was über dreien Punkt von der großen Menge ge- faber wird, ist längst als unbegründetes 91m» men Märchen oder ni.ndestens übertriebene B e t • leumbung von allen Kundigen — Protestanten ebenso rote Katholiken — anerkannt worden. Wir wollen ohne Rücksicht eingestehen: die protestantische Kirche in Deutschland ist zu einem Kampfe unter gleichen Bedmgunoen der katholischen Kirche gegen­über nicht sta.k und noch nicht entwickelt genug. Ihr diesen Kampf aufzudrängen oder sie auch nur der Möglichkeit eines Kampfes mit der vierzehn Jahrhunderte älteren Nebenbuhlerin aussetzen, hieße unter den obwaltenden Berhältnisien nichts anderes, als dis protestantische Kirche als Kirche dem Untergang preisgeben. Darrn beruht eben der besondere sitt­liche Wert, zugleich aber auch die Schwäche der protestantischen Kirche als gesellschaftliche Institution: Der evangeliich-protestantische Glaube ist vorwiegend Sache persönlicher Ueberzeugung eines jeden einzelnen und Deshalb im einzelnen sehr verschiedenartig; daher die verschiedenen Sekten der protestantischen Kirche. Die katholische Kirche dagegen ist nicht nur der sichtbare Aus­druck einer Religtonögeuossenschaft, sondern auch eine mächtige g-sellichaftiiche Institution, Deren Satzungen sich jeder Gläubige ohne weiteres fügt . . .

Wir sind deshalb weit davon entfernt, der katho­lischen Kirche oder dem katholischen Glauben einen Bor­wurf zu machen. Dergleichen wäre einfach lächerlich, Tatsachen gegenüber, die im innersten Wesen der Katho­lizismus ihre gerechtfertigte Begründung finoen. Den- noch, gerade weil wir gegenüber Der religiösen Hebet- zeugung Der deutschen Katholiken die möglichst größte Rücksicht geübt wissen wollen, muffen wir wünschen, daß unsere katholischen Mitbürger auch voll und ganz ihrer Eigenschast als deutsche Staatsbürger gedenken. Ein roei» ierss Vordringen des Katholizismus und des päpstlichen

JVo 269.

Samstag 25. November 1912.

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mo- Vorsicht bei Verpfändung von Versicherungs- polizen. Für Tarlehns- und andere Schulden wer- den sehr oft Lebensversicherungsanfprüche verpfändet. Vor einer Verpfändung mutz, wenn sie rechtsgültig sein soll, die betreffende Versicherungsgesellschaft in Kenntnis gesetzt werden und ihre Genehmigung er­teilen Eine gewisse 8. entnahm von einem Offizier D. ein Tarlehn von 15 000 Mk. und gab diesem zur Sicherheit eine Polize in gleicher Hohe unter Zustim­mung der Gesellschaft; L. trat also seine Rechte an der Versicherung an D- ab. Nach einigen Jahren be­zahlte 3. feine Halbsahresprämte von 3,0 Mk. nicht, er wurde vergeblich gemahnt, und nti" erklärte die Gesellschaft die Versicherung für erlöst... D. ver­klagte danach die Gesellschaft auf Schadenersatz, da er noch 9800 Mk. von L. zu fordern habe, und die Gesell­schaft verpflichtet gewesen sei, ihm als Pfandglaumger von dem drohenden Verfall der Polize wegen Pra- mieurückstandes Anzeige zu machen, damit er selbst •’üentL einspringen könne. Das Landgericht Berlin und auch zuletzt das Reichsgericht hat eine solche Ver- Pflichtung jedoch nicht anerkannt. Die Gesellschaft sei nicht einmal zu einer Mahnung an den Ver­sicherten verpflichtet gewesen! Die Verpfandung der Polize an D. habe der Gesellschaft keinerlei andere Verpflichtung auferlegt, als im Vertrage vorgesehen sei — Wer also in gleicher Weise eine „Sicherheit m Händen hat, tut gut, sich regelmäßig zu erkundigen, ob die fälligen Polizegebühren rechtzeitig bezahlt sind, resp. den Beweis hierfür zu verlangen, andernfalls könnte eines Tages seine sonst bombenfeste Sicherheit nicht mehr einen Heller Wert besitzen.

* Der Verbrauch des Pferdefleisches hat im Deut- scheu Reiche erheblich zugenommen; allein im Berlin wurden in den ersten zehn Monaten dieses Jahres über 10000 Pferde geschlachtet. C wa 30 neue Roßschlächtereien sind in der Reichshaupt- stadt entstanden, während zu gleicher Zeit dieselbe

Anzahl Rind- und Schweineschlächtereien einging. Tie Pferde, die in Deutschland geschlachtet werden, stammen sämtlich aus dem Jnlande.

— Unterschied. Köchin (zur jungen Frau, welche ihr die orthographischen Fehler im Küchenbuche ver« bessert): „Sehen Sie, gnädige Frau, das ist der Unterschied zwischen uns beiden: Sie wiffen, wie's geschrieben wirb, und ich weiß, wie's gekocht wird.*

- toNichihmungen weise man zurück.“ ———— VerelBlgti Qeni. Werke flttiesgesgilsdiaft. Abt. Lanolin-Fabr. Mar.iniK en i ei de.

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* Die Organisation der katholischen Jugend.

Eine nach verschiedener Richtung hin lehrreiche Statistik über die im Verband der katholischen Jugendvereinigung en Deutschlands organisierten Jugend veröffentlicht foeben deren G:- neralsekretariat in Düffeldorf. Danach beträgt augen­blicklich die Zahl dieser Vereinigungen 2595 mit 265 710 Mitgliedern. Die Ziffer der letzteren bezw. b»r Vereine (in Klammern) verteilt sich auf die ein­zelnen Diözesen folgendermatzen: Augsburg 1488 (26) Bamberg 1250 (16), Breslau mit der Delega- tur Berlin 12 309 (175), Köln 69 092 (515), Kulm 1550 (20), Eichstätt 500 (10), Ermland 180 (3), Frei­burg 7200 (139), Fulda 1800 (38), Gnesen-Posen 400 (12), Hildesheim 1467 (31), Limburg 4965 (71), Mainz 5925 (88), Metz 3898 (79), München-Freising 1907 (37), Münster 51768 (350), Osnabrück 7200 (75), Olmütz (preussischer Anteil) 186 (3), Paderborn 87 426 (334), Passau 385 (6), Prag (preutzischer An- tsil: Grafschaft Glay) 400 (8), Regensburg 1150 ^22), Rottenburg' 4400 (89), Sachsen (Vikariat) 1054 l),

Speyer 3545 (51), Straßburg 7816 (82), Trier 25 000 (293), Würzburg 1400 (1).

Die Statistik beweist ein sehr erfreuliches Anwach- en der katholischen Jugendbewegung. Tie letzte tatistik (von 1910) wies erst 1937 Vereine mit 194 017 Mitgliedern nach. Die katholischen Jugend- vtteinigungen haben demnach in zwei Jahren um rund 650 Vereine und 72 000 Mitglieder zugenom­men. Weit über die Hälfte der Mitglieder entfällt auf Rheinland-Westfalen (Diözese Köln 69 092 in 515 Vereinen, Trier 25 000 in 293 Vereinen, Mün­ster 51 768 in 350 Vereinen, Paderborn 37 4_'6 in 334 Vereinen Außerdem weisen noch über 100 Vereine die Diözesen Breslau und Freiburg auf. Recht schwach ist Banern vertreten (169 Vereine mit etwa 13 000 Mitgliedern), wobei allerdings der selbständige Verband der Burschenvereine nicht mit­berücksichtigt ist.

Auf j: 10 000 Katholiken kommen in den einzelnen Diözesen Verbandsmitglieder- Augsbsurg 17, Bam­berg 29, Breslau mit der Delegatur Berlin 38, Köln 219, Kulm 18, Eichstätt 27, Ermland 5, Freiburg 54, Fulda 87, Gnesen-Posen 3, Hildesheim 71, Limburg 111, Mainz 149, Metz 70, München-Freising 17. Münster 339, Osnabrück 203, Olmütz (preutzischer Anteil) 14, Paderborn, 241, Passau 11, Prag (preu­ßischer Anteil: Grafschaft Glatz) 25, Regensburg 13, Rotteuburg 60, Sachsen (Vikariat) 45, Speyer 85, Straßburg 90, Trier 195, Würzburg 24.

Wieviel noch zu tun übrig bleibt, ergibt sich dar­aus, daß auf je 10 000 Katholiken 90 bis 100 14jäh- rige katholische männliche Jugendliche kommen, eben­soviel 15jährige usw., also etwa 550—600 zwischen Schule und Kaserne überhaupt. In dem Verbände der katholischen Jugendvereinigungen sind aber erst , 107 Jugendliche pro 10 000 Katholiken organisiert. Freilich sind die großen Diözesen Münster, Pader­born, Köln, Osnabrück und Trier über diesen Ver­hältnissatz schon sehr weit hinausgelangt, und auch Mainz und Limburg haben ihn bereits überschritten; andere bleiben weit dahinter zurück. Darum mutz die weitere Gründung katholischer Jugendvereinigun­

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