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Xus Vberheffen u- den heff. 21$intern.

* Mcrbnrg, 16. Nov. 1912. Tie seit Jahren ge- führten BerhandluiMn wegen Errichtung einer Gtitcrverladestelle und Erbauung einer Ueberführung am Südbahnhof gewinnen jetzt greifbare Gestalt. Tie Kosten werden sich Fiskus, Stadt und Kreis teilen. — Ter Magistrat hat sich noch nicht endgültig über denBezugvonFletsch schlüssig gemacht, vielmehr wird noch eine Kommts- sionssitzung diescrhalb stattfinden. Dagegen bat der Magistrat beschlossen, Fleischverkaussstände auf dem Wockcnmarkt einzurichten. ,

X Kirchhain, 16. 2)jov. 1912. Als Bezirks- brandmeister für den Bezirk I d:r Gemeinden Amöneburg, Hozhausen, Mardorf und Roßdorf ist an. stelle des seitherigen Bezirksbrandmcisters Gebhardt der Ortsbrandmeister Kalkbrenner in Amone- bürg bestellt worden.

* Trehsa, 16. Nov. 1912. Zum Mitgliede des Kreistages wurde der seitbcrige Vertreter, Bürger- meister Wiegand, nahezu einstimmig wieder- gewöhlt. „ ,

* Riederurf, 16. Nov. 1912. Heute früh brach bei dem Landmann Otto Feuer aus, das in kurzer Zeit die umliegenden Gehöfte ergriff, sodaß nach kaum 2 Stunden bereits 3 Häuser und mehrere SSeunen in Asche lagen. Wodurch das Feuer entstanden ist, weiß man nicht. Die Abgebrannten sind versichert. Die Feuerwehren der umliegenden Ortschaften waren schnellstens zur Stelle, konnten^ aber erst um 10 Uhr Herr des Feuers werden. -

Jfä 265.

rüonkaq 18. November 1912.

Mus Kebd.

Roman von Fritz Ewald- Erstes Kapitel«

£oiales.

Fulda, 13. Nov. 192‘2.

f St. 8lisabcth?lag. Bon jeder wurde auf dem Frauenberg das Feil der hl. Elisabelh, der ersten putschen Terziacm und Patron n der Ordensprovmz, tut bewndcrer Fkierltchkett gehalten. Für dreies Jahr jat der Hochw. Herr Bischof zugeiagl, am morgrgen Feste der Heiligen das Ponufilalamt zu da len. r hochwürdigire Herr wird um /«9 Ui)t o« en» oortal feiert ch empfangen. Wahrend des Antleidcns Inqt der C or die Terz, worauf dann gegen 9 Uhr oas Ponlifitalanit beginnt. Rach dem Evangelmm

* Hönebach, 16. Nov. 1912. Der Landwirt Ker­sten stürzte in der Scheune auf die Tenne herab und brach beide Beine.

* Dorndorf, 16. Nov. 1912. Die noch vielfach ver­tretene Ansicht, daß man ein gutes Geschäft machen könne, wenn man bei einer Vernehmung als Zeuge möglichst hohe Zeugengebühren verlangt, hatte den Taglöhncr Schröder ans Oberzella auf ^ie An­klagebank gebracht. Er war als Zeuge bis gegen mittag hiergehälten worden und verlangte nun 'einen ganzen Tagelohn mit der Begründung, am Neubau- Her chemischen' Fabrik m Dorndorf, wo er arbeite, sei ein Ersatzmann für ihn eingestellt worden und er selbst könne auf seinem Posten am Nachmittage nicht mehr arbeiten. Tas Gericht stellte Ermittelungen an, und cs stellte sich heraus, daß der Angeklagte überhaupt unentschuldigt gefehlt batte und ein Er- sotzmann nicht gestellt war. Ta dem Angeklagten die Zeuacngebühren in der verlangten Höhe noch nicht gezahlt waren, lautet die Anklage itiu auf versuchten Betrug, und er konnte von Glück sagen, daß er nur mit der vom Vertreter der Anklagebehördc bcantraa- ten Geldstrafe von 6 Mark davonkam.

- 2. Aalt.

Druck der eutocer MditttontCftei m «u’ta.

Fast wie im Traum folgte Minor der voranschreiten, den Freundin, — mechanisch erwiderte sie die Grüße ringsum, rind zuckte fast erschrocken zusammen, wenn irgend ein oberflächlicher Bekannter ihnen mit ganz banalen Worten entgegentrat: es wurde ihr sichtlich schwer, den unzähligen Fragen und Phrasen des be­drängenden Menschenknäuels bis in die Garderoben hinein stand zu halten, welcher unaufgefordert feine Ansichten ausdrängte, und während des Enthüllens in Mäntel und Schals stehenden Fußes Kritik übte. Sie atmete förmlich erleichtert auf, als sie die Hallen des Konzcrlsaalek mit der geschwätzigen Menschen­fülle hinter sich hatten und durch die sternenklare Win­ternacht unbelebteren Straßen zneiltem

Oberst von Danhoff öffnete seiner Tochter selbst die Tür, als er EllinorS Schritt auf der Treppe hörte. Er war ein kräftig gebauter Sechziger, mit dem un­verkennbaren Wesen des alten Offiziers a. D. und dem aus der Militärzeit entnommenen, etwas kurzen Tonfall beim Sprechen.

„Na, Mädel", <;f er schon von weitem, „das war doch mal ein Hochg nuß, was? Tie Mama und ich sind begeistert, und selbst unsere Jüngste hier", er deutete auf einen bildhübschen Backfisch von fünf­zehn Jahren — „schwärmt in allen Tonarten. Ich habe immer viel von dem Fritz gehalten, aber daß solch ein Talent dahinter steckt, hatte ich mir doch nicht träumen lassen, — habe ich mich gefreut, als wenns mein Junge wäre, der da oben stand, kenne ihn ja noch von der Zeit her, wo das Kerlchen kaum über den Tisch gucken konnte."

Mit mütterlicher Herzlichkeit legte Fran Oberst von Danhoff den Arm um die Schulter ihrer älteren Tochter. „Es ist mir schwer geworden durch die Uebernabme der Plätze von Rüste- Heims so fern von Dir zu sitzen. War cs nicht herrlich? Und dovvelt herrlich ans jeden! Ton Fritz EllernS cdeles Empjin- den herauSzuhören."

„Meine Kinder waren auch das emzige, was mir an dem Konzert fehlte, Leo batte sich auch irgendwo bei seinen Kameraden verkrümmelt", tadelte der Oberst. ..sollte mich übriaeus wundern, wenn er nicht

Ämt Eeisa und Umgebung.

* Geisa, 16. Nov. 1912. Die Handwerkskammer für das Großherzoaium hat die Bestimmungen über das Lehrlingswesen neu geregelt. Zu häus­lichen Dienstleistungen dürfen Lehrlmge nicht heran- gezogcn werden, e§ sei denn, daß sie im Hause des Lehrherrn Kost und Wohnuilg erhalten. Selbst dann dürfen solche Arbeiten die Ausbildung nicht beein­trächtigen. Den Schrl'Ugen ist der Besuch von polni­schen Vereinen und Versammlungen verboten. Der Lehrherr ist verpflichtet, über die Einhaltung dieses Verbots zu Wacken. Auch sonstigen Vereinen dürfen Lehrlinge nicht ohne Genehmigung chrer Lehrmeister beitreten. Wiederholte Zuwiderhandlung des Lehr­lings berecktiat den Lehrherrn zur Auflösung des Lehrverhältnisses und Forderung der Entschädigung für Vertragsbruch. Der Lehrherr ist verpflichtet, den Lehrling zunt regelmäßigen und pünktlichen Besuch der Fortbildnngs- und Fachschule anzuhalten und ihm die hierzu ersordorliche Zeit zu gewähren. — In der Versammlung des G e w e r b e v e r c in s wurde be­schlossen, die Eisenbahndirektion Erfurt um Einle­gung eines Frühznges von Salzungen nach Vacha evtl? um Anhängen von Personenwagen an den Früh­güterzug zu oriuchen, damit hauptsächlich die Arbeiter jur Arbeitsstelle Tiefenort, Merkers und Dorndorf fahren können.

* Vacha, 16. Nov.. 1912. Das Ministerium hat den Plan der Eisenbahndirektion Erfurt über die in­folge des ständig zunehmenden Güterverkehrs auf der Strecke Vacha-Äerstnngen notwendig gewordene V e r- längerung eines Kreuzungsgleises auf Bahnhof Dankmarshausen landespolizeilich geneh­migt. Zur Ausführung der Arbeiten ist eine Frist von 9 Monaten festgesetzt.

l,t ^D^Jngeudverein der -Stadtpfarrei, der im Ge- ellcnhause sein Vereinslokal hat, hielt gestern eine ordentliche Generalversammlung ab. lieber die Lntwicklung des Vereins während des ersten Jahres eines Bestehens haben wir bereits früher berichtet. Der Verein zählt, wie auch der Schwesternverein der Dom Pfarrei, gegen 200 Mitglieder, von dem mehr ils die Hälfte Handwerk bescbäftigt sind. Zwei Drittel der Mitglieder haben ihr Elternhaus in Fulda, die übrigen stammen von auswärts. Zu einer ceuerdings gekündeten Stenographenabteilung soll iun auch noch eine Musikabteilung (Streichorchester) treten. Der Vorstand wurde neu organisiert und rum Präfekten Fritz Roth gewählt. Ter Präses sprack' allen, die ihr Jnteresie an dem Verein ourch Unterstützung und Mitarbeit gezeigt haben, herz­lichen Taut. aus. Leider mußte er hervorheben, daß eine zweimalige Eingabe an die kgl. Regierung wegen eines Zuschusses aus dem staatlichen Jugendpflege­fonds bis jetzt erfolglos war; er hoffe jedoch, daß die Eingabe doch noch Erfolg habe, damit die großen Aufgaben des Vereins in wünschenswerter Werfe durchgeführt werden können. .

Volksbildungsabend. Zahlreiche Scharen, tote rte wohl kaum eine der vorhergehenden Veranstaltun- gen des Vereins „Volkslefehalle" auftoeisen konnte, hatte der für den gestrigen Abend anstehende Vortrag des Herrn Hauptmanns Bogel herbeigelockt. „E r - innerung an die Chinaexpe'vttton war de: Vortrag betitelt. Kein trockener . Kriegsbericht war es toas der Redner da entrollte, vielmehr bot er in richtiger Würdigung des Zwecks der Veranstaltung aus dem Borne persönlicher Erlebnisse in Anlehnung an die Boxerkämpfe ein interessantes Kulturbild des Chinesenvolkes, anschaulicher und wahrheitsgetreuer, vis es die beste Reisebeschreibung vermitteln kann. Mit kurzen-Worten skizzierte der Redner die in den beiden letzten Jahrzehnten zwischen Europäertum und Asiafentum ausgefochtenen Kriege als Kamp,e, die nicht so fehr gegen ein einzelnes Volk, als vielmehr gegen die gelbe Rasse geführt seien. Redner ging dann auf die Veranlassung und Vorbereitung zur Chinaexpeditiou ein, schilderte die Erlebnisse auf der Fahrt bis zur Landung vor den Taku-Forts und gab dann ein Bild von den einzelnen Phasen des Krieges, das in charakteristischer Weise die säst übermensch­lichen Anstrengungen und Schwierigkeiten dieses Feld­zuges in jener fremden Gebiraswelt zeigte. Mehr als der Verlauf der Expedition selbst interessierten die zahlreich eingeflochtenen Schilderungen über die Ver­hältnisse des exotischen Landes sowie die durch eigenes Schauen und Miterleben zu äußerster Lebendigkeit ge­steigerten Bilder über Sitten, Gebräuche und kultu­relle Eigenarten der Söhne aus dem Reiche der Mitte. De: Vortrag des Herrn Hauptmanns Vogel war recht volkstümlich gehalten und wurde durch gleichzeitige Vorsührung entsprechender Lichtbilder belebt. Red­ner schloß mit einem kurzen geschichtlichen Rückblick über die Entwickelung des alten Kulturstaates. Auch der gesangliche Teil des Abends, den der Gesangchor des König!. Lehrerseminars übernommen hatte, wurde auss beste durcbaefübrt.

4- Der Unglücksfilll im Elektrizitätswerk, der dm Verlust eines Menschenlebens zur Folge hatte, wurde in den letzten Tagen hier viel erörtert und hat hie und da aiischeinend ängstliche Gemüter über die Ge­fährlichkeit der Elektrizität beunruhigt. Hierzu wird uns geschrieben: Wie sich der Vorgang eigentlich ab­gespielt hat, weiß niemand. Es wird u. a. ange­nommen, daß der Verstorbene bei der Hochspan- nungsa.tlage beschäftigt gewesen und dabei an einem der den Boden bedeckenden Bohlen abgerutscht ist, wobei er unwillkürlich die Arme ausstreckte und so ganz leicht die Drähte der 6000 Volt starken Hoch­spannungsleitung berührte und zwar nur mit der Spitze des linken Daumens. Denn an diesem Fin­ger war nur ein etwa erbsengroßer brauner Fleck wahrzunehmen. Beim Fallen muß der Verunglückte

Durch'chmttrzahl der täglich belegten Betten betrug 226,7. Die Kosten für cmen V-rpflegungstag be- liefni sich ohne DtttoaliungZkostin an 1,l6 Mark und Wit DerwalttmaSkosirn auf 2,1 i Mark. In btn Landkraakeahämern zu Kassel find im am. H-chnuvgchakne verpflegt morden mSgetamt 4371

iu (51 di w £ p t 627 jft-cinfc, yU i.-) ü u -^40, irr HerSfeld 1308," Rinteln 427 und zu Schmal- taldcn 531 Kranke, in den Jrrenheil- und Pflege- tznstaften zu Marburg 679 Kraute, zu Haina 922 und zv Merxdauleu 898 Kranke.

—= Von der LandwirtschastSkammer. Der Vor­stand der Landwirtschaft,mmnter für den Regie­rungsbezirk Kassel, hat beschlossen, die diesjährige or- deutlick: Vollversammlung der Landwntschchtskam- mcr mit Rücksicht auf das Weihnachtsgeschäft bereits in der Mitte deS Tezembrr abzuhslten. Etwmge Anträge in bezug auf Verhandlungsgegenstände, Vor- träge, zeitgemäße Fragen ufto. auf dem Gebiete der Landwirtskbaftslunde find rechtzeitig an den Vor- stand d;r LandwirtschastSkammer in Kassel zu richten.

*♦ Eiieniiahi-si-nale. Vom Signmwcsen der Elfen- bahnen bangt vekanntllch die Betriebssicherheit m hohem Maße ab. Wadtoem kürzlich die Farben der Signale geändert worden sind, beginnt man jetzt da- mit, Signale über den Gleisen aufzustellcn. Hier und da findet sich auch in unserer Gegend schon ein solches Signal, dessen Masi natürlich neben dem Gleise steht, das aber oben so vorgebaut ist, daß die Signalfcheiben direkt über dem betreffenden Gleite zu sehen sind. Das hat den Vorteil, daß der Lokomotto- sichrer sich nicht mehr iciNich aus der^ Lokomotive herausvibeugen braucht, um die genaue Stellung des Signal« zu erkennen, wenn das aus irgend einem Grunde schwierig ist. Auch kann das Uebersehcn des Signal? nicht mehr so leicht Vorkommen, denn der Lokomotiv ührer sicht es geradeaus direkt vor sich. Die Eisenbahntechniker versprechen sich von dieser Neuerung sehr viele Vorteile.

* Zujsfreie Eisenbahnabteile. Sehr häufig entsteht in Eisenbahnabteilen Streit wegen des Ocffnens der Fensier. Der eine will mehr Lust, dem andern zieht eS, und der Schaffner kann nur auf die Eisenbahu- verkehrSordnuna verweisen, in ,ber es heißt: .Rur mit Zustimmung aller in demselben Abteile reisenden Per- Urnen dürfen die Fenster auf beiden Seiten öeS Wagens gleichzeitig geöffnet sein." Nun gibt« aber g,ch Leute, denen eS noch zieht, wenn em Fenster offm ist und für diese will die Estenbahnverwaltung jetzt zugfreie Abtei.e einführen. In jedem Wagen sdll das vorderste Abteil zugfrei gemacht werden, in- dem es verboten wird, auch nur ein Fenster zu öffnen, wenn nicht alle Insassen zustimmen. Prostcstiert n -r einer, dann muß eS zubleiben. Vorläufig ist die Neuerung erst vereinzelt cingeführt.

Abschluß sand.

+ Im Landkratikenhause zu Fulda sind im Rech- nuntzSsahre 1911/12 2754 Shattfe v«rpste»t

worden, uxb zwav 1027 Mit inneren MranHelleti, 1392 mit äußeren ttantteUrn, 2 Geisteskranke, sowie 263 sonstige Kranke und 70 Wöchnrrftmen und •iug« lto.ee. Air nicht geheilt enchrßetz wurden v»n erßkksn 71, von den mit Äugten ihan»eilen Betzefftoten 68, die beiden Geisteskranken, 33 fonfti« Kranke und 7 Wöchneeinnen dnw. Säuglinge. SS starben 83 innerlich Kranke, 77 äußerlich Kranke, 2 sonstige Kranke und 4 Wöchnerinnen bezw. Säuallnge. — Die Gesamtkoflen der Verpflegung außer den BerwaltungSkostrn belieft» sich auf 96235,53 Mark. An Vklpflegun,»kosten ersetzt wurden 126822,48 Mavk. Die durchschnittliche Dauer beS Anse tHalter eines Kranken war 30,1 Tage, und »ft

s vermischtes.

* Tas öffentliche Rellamewesen in den Groß­städten hat in den letzten Jahren beinahe amerika. nifebe Formen angenommen. Was z. B. in B e v lin auf dem Gebt sie der Lichtreklame geleistet wird, kann kaum noch überboten werden und kostet allabendh lich Zehntaufcnde von Rtark. Da im Reklamewesev auch allerlei Auswüchse Vorkommen, war es ange­bracht, daß dasselbe jetzt in Berlin behördlich geregelt wurde. Allerdings haben darunter auch altüberkom­mene Gebräuche zu leiden gehabt; so muß der histv rische Stuhl mit der Weißen Schürze, mit dem Schlächter und Restaurateure ihre „fmsche Wurst" an­kündigten, durch weihe Fähnchen von höchstens 50 Zmtr. Länge und Breite ersetzt werden. Diese Sitte hat bisher Wohl nieniand gestört, aber so schwindet ein Stück vom alten Berlin nach dem anderen. Uebri- qeus soll in der Rcichshauptstadt auch das Austeilei. von Gcschästscmpfehlungen, Bekanntmachungen, Auf­rufen und D'mckfachen mit Ausnahme von Zeitun­gen, periodischen Druckschriften und Extrablätter,, auf einer Reihe von Stiatzen und Plätzen aus Ver- k.'hrsrückfichtcn nicht zugelässen werden. In Paris ist bekanntlich das Zettel-, Flugblattverteilen usw. auf den Straßen überhaupt ve-botcn.

* Der Diebstahl der Kaiscrkctte. Auf Veranlas­sung der Kölner Polizeibehörde sind in H a m b u r c unter dem Verdacht.der Beteiliaung an dem Dieb­stahl der Kaiserkelte der Installateur Stephan, b<r Kellner Hartmann und das Kontrollmädchen Johanna Lange verhaftet worden.

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anderen, allerdings war ihr der Applaus viel mehr wert als die Leistung."

„Diese nicht gerade lobenswerte Empfindung teilt sie leider mit vielen", der Oberst streifte mit komi­schem Äergcr die Asche von seiner Zigarre. „Tw Kunst ohne das Tam-Tam des Beifalls und das Alarmsignal der Kritik ist für die Biodernen eine Glocke ohne Klang, viel Lärm und viel Reklame ge. hört für sie dazu."

„Reklame und Geld sind überhaupt auf jedem Gebiet die Schwerpunkte nnseres Jahrhunderts, uni. vielleicht nickt ganz mit Unrecht, denn sieh mal, Papa, teenn---"

„Junge", fiel der Oberst seinem Sohu in das Wort, verdirb mir mit Deiner hochmodernen Philo­sophie meine gute Laune nicht, „wenn man zum Glück noch au§ einer Zeit stammt, Wo das Gold nur eine Rolle war, aber keine tonangebende Rolle spielte, kam. man snchswild werden, wenn Ihr Jungen Eurc Lebensweisheiton zum besten gebt."

„Verzeih', Papa, aber Du sollst Dich auch heute nicht mehr erregen, denn mir fehlt leider die Zeit für zeitgemäße Auseinandcrfetzungen, deren int:r. effante Anregung ich sonn ungern'entbehre, — aber ich wollte Euch jetzt nur flüchtig Guten Abend sagen, denn ich habe mich noch für das Kasino verabredet/

Der jung: Offizier c"hob sich und trank stehend sein Gla? Punsch in einem Zuge leer.

„Heute abend noch?" Ter Oberst runzelte un­willig die Brauen. „Ihr solltet auch alle lieber balr zur Ruhe gehen, um morgen srüh zum Dienst frisch und munter zu sein, besonders wo jetzt die Gesellschaft cin.setzt, morgen abend auf bem Ball wird es ohnehin spät genug."

„C3 laßt sich leider nicht mehr ändern, Papa", eine leichte Rote der Verlegenheit färbte Leos Stirn, „ich habe cs Colmani versprochen zu kommen und möchte ihn nicht warten lassen."

Ellinor war bei Nennung dieses Namms leicht zusammengczuckt. ' *

„Scdte Dich fern von diesem Kameraden, „Leo", bat sie leise, „ich weiß nicht warum, aber er ist mh unbeimlich." (Forts folgt.)

Das Konzert war zu Ende, der letzte Ton ver­klungen, aber noch erhob sich niemand in dem gro­ßen, dichtbefetzten Saal. Das Publikum, welches ,rmst mit nervöser Hast, als gälte es, verlorene Zeit zurückzugewinnen oder das Leben in Sicherheit zu bringen, mit rücksichtsloser Eile dem Ausgang zu­strebt, saß heute noch wie gebannt unter der wunder­baren Macht der Töne, welche es soeben vernommen. Man hatte mit dem Komponisten gejauchzt und ge­schluchzt, war ihm in Höhen und Tiefen gefolgt, und wo durch die Melodien verwandte Saiten berührt und zum Mitempfinden fortgerisfen wurden, klangen sie jetzt noch nacktönend in den Seelen der Hörer. Endlich aber loste sich der stumme Bann in anhalten­dem Klatschen der Hände, sowie dem Ruf nach dem Erfcheinen des Komponisten, und umbraust vom Ju­bel der Menge, erschien endlich eine hohe Männer- gcstalt aus dem Podium, sich dankend zu verneigen.

Fritz Ellern konnte mit seinem Erfolg zufrieden sein!

Aber nur flüchtig, fast gleichgültig streifte 'ein Blick die Menge, um dann mit fchnellcr Wendung sich zu einer dsr ersten Ranglogen zu erheben, wo zwei dunkle Mädchenangen grüßend die seinen such­ten und sanden, — einen kurzen, flüchtigen Augen­blick nur, und doch so mtzaltrerch durch das Bewußt­sein des Zn!amme.ngehörens, in der stummen Sprache des Verstehens, ungeachtet der unzähligen Augen- paar: ringsum- •

„Ellinor, es ist Zeit, diß wir gehen", — die junge Dame erschrak aus ihrem Sinnen empor, als sich mit diesen :. ’t '-'n eine schlanke Mädchenhand fest auf die ihre legte.

„Tu haft recht, J'cllde, meine Angehörigen wer­den bereits am Ausgang auf mich warten."

„Die wirst Du wohl erst zu Haufe treffen, sie haben den Saal länakt virlaiien". hiar die Antwort

gleich in die Erscheinung treten sollte, — hört, da klingelt e§, lupus in fabnla. Kinder, steckt die c--Ptn- tuSlampe zum Punsch an, dieses tytnal’ nach höheren Genüssen am trauten Familientisch ist nur stets un­entbehrlich. Willkommen, mein Junge, na, das war heute mal ein Effekt, was?" rief er dem emttetcnden jungen Offizier entgegen, ihm krasrig die Hand schut tclnd. - i <

Leutnant L:o von Danhoff war cbenw schlank und groß gewachsen wie die Schwestern und scm aufial- lend hübsckeS Gesicht trug den Stempel von Offen­heit mid Jugendfrische Herzlich begrüßte er tue Seinen, aber ganz bcMders lange^hielt er Cllmors Hand umfaßt. ,

„Heute kam man sich recht klein und dumm vor, was, Schwesterseelchen?" lachte er. „Alle Hochacy- tuna vor Fr,tz und alle Nichtachtung vor mir selber aeben sich ein Rendezvous in meinem Innern. Ter Menfch ist genau so alt wie ick, ist mit mrr über .Zäune und Hecken geklettert, hat mit mir die Sckul- 'o-h? gedrückt, mit mir Ellmor verzogen und heute stebk er als Künstler auf dem Podium, wahrend ich nichts bin wie ein leichtsinniges Menfchenexemplar, hgz als Zeitgenosse ober Mitmensch ein bißchen könig­lich preußischen Dienst versieht." , . .

Wenn Tu das bißchen nur ordentlick mit Leib und"Seele betreibst, und Dich sonst bemühst ein an­ständiger Kerl zu bleiben, kann am Ende noch mal etwas leidlich vernünftiges daraus werden", tröstet: der Oberst gutmütig.

Diel Hoffnung habe ich zwar nicht, aber wir wol­len'cmf diese Worte hin mal getrost ein Glas Pm/ch leeren", damit reichte Herta neckend dem-Bruder den 'dampfenden Tra-k entgegen.

„Da? erste Glas u ■" ,cm allseitigen Freunde FriV urb seinem heutigen Erfolge", rief der Oberst, fein Glas erbebend, „drß er immer weiter vorwärts kommen n< ge und ihn das Glück günstig sei."

„Gott aebe cV', flüstctte Frau von Danhoff und blickte verstMen zu Ellinor hinüber.

„Die Sch'veftcr von Fritz wer ganz selig", erzählte Herlba. „sie wirbelte tote einst Mücke von einem rum

i dann noch mit dem rechten Fuß 'einen der Drähte ; berührt haben, denn auch die große Zehe dieses Fu- : ßcs war angcbrannt und zwar durch die feuchte • Schuhsohle hindnrck. Wäre der verunglückte Mon- ■ teur etwa mit den Händen an die Drähte gekömmen, i so würde er ohne Frage gänzlich verbrannt fein, f Immerhin blxibt es rätselhaft, wie da? Unglück ge- ' sckeh''n konnte, da die vorgeschriebenen Schugvor- s kehrungen angebracht sind. Grund zu Befürchtungen ■ bei unseren Hausanlagen liegt jedoch absolut « nicht vor. da hier ganz abgesehen von der weit n i e Ö • | r i g e n Svannung -NiederspannuugSnetz 120/2i* :

derartige Si ch e rh eit sv o rk eh ru n g en getrof. | sen sind, daß ein Unfall fo gut wie auSg^schlosfe« ist. ,

X Der Stenogiaphivverein Siolfr-Schrcy Weierle am SamStag abeno im Pürkuolel sein 20.

fest. Die Begrüßungsansprache hielt Hers Sttucr- sekrelär Falkenthal, der befonders die Derdttns.r des Herrn Sparkaffenrctibanten Riede! um hen Verein dervörbob und ihm unter Ueberretchim? emcs Diplom« feine Ernennung zum Ehrenmitglied des Verein» ntittril'e. Es folote dann das Theaterstück ,Z>vei Freier" von Tresvensins, das von dcn Darstellern aut wiedergcgebcn rourbe. Hierauf wurden die Prelle für ba3 Wettschreiden vom vorigen Sottmag vert-llk. Am Wettschretben hatten insgesamt 27 Bewerber teilgenommen, von denen 20 Preise erhiel.en. Für ISO Silben waren 3 erste Preise, für 120 Silben 7 erste Preise, 1 zweiter und 1 dritter Preis, für 90 Silben 1 erster und 1 zweiter Preis, für 60 Silben 1 erster, 2 zweift «nd 3 dritte Prelle ausgesetzt. Die ersten Preisträger sind: Joachim Becker: Füllfederhaller; Frl. Elllübelh Sckadt: Stützuhr; Heinrich Neubäucr: 3 Bücher. Außer den Pceisen erhält jeder Preisgelröiit« em Diplom. Die Zwischenpausen wurden durch mufika- lisch- Vorträge auSge^üllt. Der Schluß von der schön verlaufenen Feier bildete ein Tänzchen, welch-8 die Besucher in bester Stimyiung noch längere Zeit zu- sammenhielt.

2 Abonuement?kon;ert. Eine große Anziehungs­kraft halte das gestrige AbannementSkonzert dcS Trompelerkorps deS hiesigen Feldartillerie. Regiments, das erste der acht dieSwinlerliche« AbönnemeMSkonzerte, auf daS musikliebenbe Publi- tum ausgeübt. Der BürgervereinSsaal wie» kaum eine Lücke auf, und die VortragSordnung bot em duftendes Bukett lieblicher musikalischer Blüten. An ihrer Spitze stand dsr schwielige Marsch .GermaniaS Ras' von Noßke. Die Ouver­türen zu den Opern „Die Stumme von Portwi', „Raymond" und „Undine" kamen übrrzeuarnd und tchönheitsvoll xu Gehör, und würdig schloß sich ihnen die farbenprächtige Fantasie aus „Lotzengrtn" an, deren Pointen sein heraus»earb,Uet waren. „Das Orchester, daS in di-semHerbst durch sechs n<ueTlitfilkbet ergänzt wurde, zeigte schon tzestern ein durchweg glattes , Zusammenspie!, saubere Einsätze und tih allgemeinen sorgsame klangliche Abtönung. ES wurde wiederholt durch begeisterten Beifall ausgezeichnet, der eS zu mehreren Zugaben nötigte. Neben dem reizenben „FrühliNgsständchttt" vön Lecombe gefiel , sehr bte Riryer-Helmund'sche Pizzicato-Serenadi, ein echtes Roccoco-Stück von anmutiger Struktur. Eint ein- schmeichelnde Nummer war die Fantasie über neuere deutsche Lieder von Rlachtc, eine Perlenkette der musikalischen ryrik, deren Hlledtr mit gittern Geschmack aneinandergesnzt sind. Wie immer, so hatte auch gestern Herr Seitz mit seifiem Solo auf der Skroh- siedcl (Xylophon.) sehr doMase Hörer. Gr spielte die „Un»arischen Weffett" von Stfger temperamentv»» und technifch einwandfrei. AnS der ranzlittsratne hatte Herr Sandow den melsdiösen Oeeana-Galzn: von Gaokley auf das Programm gefetzt, daß in einem trefflichen Pülpourri von Klarens einen schönen