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Druck 6er Zu'.daer Bdieebrußtrti in Sei»«.
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Samstag 16. November 1912.
Lokales.
Fulda, den 16. November 1912,
st- Verliehen wurde der Adler der Inhaber deS Königl. Hausordens von Hohenzollern dem Lehrer Wittekind zu Kassel, das Allgemeine Ehrenzeichen dem Pensionierten Eisenbahnwärter Vieh- mann zu Niederzwehren und Wüst zu Körsheim bei Zieaenbain.
* Justizpersonalien. Der Rechtsanwalt Dr. Petzold in Gudensberg ist zum Notar für den B^irk des Oberlandesgerichts zu Kassel mit Anweisung seines Amtssitzes in Gudensberg und der Gerichtsreserendar Stück aus Hersfeld nach Ablegung der großen Staatsprüfung zum GerichtSafsesior im Bez/drs Kgl. Oberlandesgerichts zu Kasiel ernannt.
' -4- Fuldas Barockdanteo. Es ist noch nickt lange ber, irrt das P-.wukmem von der Gröhe und Kraft der Barock < Evocke in den Kunstbistorikern wieder
lebendig geworden ist, und wodl nicht mit Unrecht Hot man desdalb gesagt, der deutsche Barock sei eine der letzen großen Emö-ckunaen der Kunstwisienickatt. Infolge die'er wiepererwochlen Geichmaclsr chlung hat sich aber nun auch die ästhetische Erschetnung FuldaS, d-cer mähten Stadt deS Barock, einer siegenden Würdigung und Bewunderung zu erfreuen. Einen B roei« dafür dringt uns soeben wieder ein von dem B.rlag Karl Robert Langewiesche heransgegebener illuftrurter Bro pekt, welcher unter dem Titel.Deutscher Ba!'■■■'*-* einen neuen Band teimr bekannten ,%>.uucn rfiet* anl. digt. Die mit Rücksicht auf ibte Bc c-raft b.ioud rs sorgtällig ausgewählten fünfJlluiilat'onen d tses Pro pekres ze gen an erster Stelle, nämlch aut der E rnteile, eine Abbildung unterer Orargrrie nebii der hier <o beziekungs- teidieh und darum im Verhältnis zu ihrer Umgebung bedeutend wirtenden Flora-Ltakue aut der ovalen Treppe des Lcklotzpartens. Jedenfalls kann es uns Fuidaer nnt Genngiuuna eriüllen, daß cte kunüge- ichtchtltcke Literatur aniängr, weSckbrumgrn, weiche große üVicuiet ocs 18. JaKrdunoerrs uns gegeben Haden, u«ehr und mehr tn den Kreis ihrer Tarnel-
lungm zu ziehen und damit den Ruhm unterer Smvt al» einet sehr beachtenswerten Kunjisiäue m Oie V eit hma szutraaen.
? X lkave iusderein. Um die mannigfachen An- regungen des ersten Fuldaer Missionsfestes in die tat nmzusetzen, hat sich im vorigen Jahre auf Vcr- onlasiung unseres Hochw. Herrn Bischofs unter den Mitgliedern der hiesigen Marianischen Bürger- und Junggesellen-Sodalität ein Zweig des Taveriusver- eins zur Förderung der katholisHm M'Manen in den Hcidenländern gebildet. Zahlreiche Sodalen haben iich damals in die Liston als Mitglieder des Taverius- vereinS eingezeichnet und zu regelmäßigen Beiträgen für das große Missionswerk bereit erklärt. Nachdem letzt das erste Vereinsjahr beendet ist, dürste es angebracht sein, auf den erzielten Erfolg hinzuweisen. In der Zeit vom Oktober 1911 bis rum Oktober 1912 wurden von den Mitgliedern der Sodalität 92 7-70
Mark für den laveriusverein gesammelt. Nach Abzug der Berwaltungskosten konnten jetzt dem Hochw. Herrn Bischof 8 8 7,7 0 Mark für die Missionen abgeliefert werden: gewiß ein erfreulicher An. fang. Möge dieser schöne Erfolg die seitherigen Mit» ölteoet darin bestärken, wie seither die kleinen Opfer für den Laveriusverein gern zu bringen! Möge er aber auch für andere ein Ansporn sein, das so überaus wichtige Missionswerk nach Kräften zu unter- stützen! Bei der großen Bedeutung der Missionstätigkeit für die katholische Kirche ist es eine Ehrenpflicht, an dieser Aufgabe müzuarbesten, zur Rettung Unsterblicher Seelen!
0 Mit der Beitreibung her Steuern und Kanal- benutzungsgebüdren für da- 3. Quartal und deS WafsergelveS für da« 2. Quartal, sowie der Hundesteuer für das 2. Semen er ist heute begonnen worden.
8 Uebet|fihrnng. Unter zahlreicher Beteiligung feiten« der Beamten und Arbeiter de« hiesigen Elektrizitätswerke« wurde heute vormittag 10 Uhr die Leiche de« verunglückten Monteur« ©atterfelb von ber Zentrale nach dem Bahnhof überführt. In Berlin erfolgt morgen die Beerdigung.
> 8 Bestohlen wurden gestern vormtttag auS den Zimmern zweier in einer hiesigen Wirtschaft be« btenfteter Mädchen Beträge von 6 bezw. 11 Mark. Born Täter fehlt noch jede Spur.
h Bk. Lehrstellen • Vermittlung. Durch Vermittlung bei vberprästdeuten, hat der Handelsminister der HandwerterSkammer für Kurheflen und da« Fürsten« tum Waldeck zur teilweisen Deckung der Auslagen ihrer Aufwendungen für die Lehrftellenvermitt« lung einen Zuschuß von 200 Mark für da« Jahr 1912 bewilligt. ’
f • Sine wichtige Entscheidung für Vereine hat ber höchste B rrwaltungsgcrichtshof am 12. November gefällt. Die Vorstandsmitglieder be« Dürgervereins xu Rabolzhausen meldeten ihn behuf« ber Rechts- whigkeit zur Eintragung in da« BereinSregist« be« Amtsgericht« zu Langenselbold an. Der Landrat zu Hancku erhob gegen bie Eintragung Einspruch. Dieser .'rann nach § 61 be« Bürgerlichen Gesetzbuches erfolgen, ivenn der Berent nach bem öffentlichen Vereins- recht unerlaubt ist ober verboten werden kann oder weust er einen Politischen, sozialpolitischen ober religiöse» Zweck verfolgt. Der Landrat sah den Verein al« Politischen an. Seine Vorstandsmitglieder streng, tat tuf Aufhebung be« Einsprüche« Klage an. Der Bezirksausschuß zu Kasiel wie« sie ab. Der erste Be. not »es Oberverwaltungsgerichts bat ihr aber statt- gegeben. Er legte bar, wie der Bürgerverei« nach fiineft Satzungen nur bezwecke, sich auf wirtschaftli- chem Gebiet sich bewegende Angelegenheiten der Ge- meinbe zu erörtern. Ein politrscher Verein wäre et z. wenn er nach seinen Satzungen auf die Ge- meinkiewahlen einwirken wollte, um dadurch einen Einfluß auf die Verwaltung bet Gemeinde zu gewin- neu. Tie Gemeinde habe als eine bem Staat; unter» geordnete öffentlich-rechtliche Körperschaft ebenfalls politische Aufgaben zu erfüllen. Allerdings fri der Charukter eine« Beteln« nicht lediglich nach feinen Satzungen, sondern auch nach seinem tatsächlichen Verheilten zu beurteilen. Da« habe sich aber hier bei bwn Verein bishuc in liebereinstimmung mH den Satzungen abgespielt Sollte bet Verein sich später “i F? polstische Gebiet begeben, so biete bet § 43 ?^KÄ^??..^tzbuche«, nach dem einem Der.
i2?I£9,n.t en*8°8eB werden kann, wenn fd?en Satzungen einen poli.
ttne Handhabe zum Ein-
, △ H°»d»erk und stoaMch. Bauten. Durch einen soeben «schienmen Erlaß ordnet der Minister an, daß tue Wb« nur für einige Bezirke probeweise einae« führ» Einforderung von Zusammeustellunaen der Preisie für handwerksmäßige Unterhaltung« «Arbeiter bet staatlichen Hochbauten bei den Handwerkskammern nunmehr hn Gesamlbereich der dem Minister unter« stolltSn Verwaltungen »otgenommen werden soll. Die
Zusammenstellungen sollen den verdingenden Staats« bebörden bei der Vergebung der laufenden Handwerks« mäßigen Unterhaltung««Arbetten bei Hochbauten (je nach der Art der Aufstellung auch bei Neubau «Ar» beiient in den geeigneten Fällen zum Anhalt dienen, mit der Maßgabe jedoch, daß die Beurteilung der Bngemesienheit der Preise im einzelnen Falle unter allen Umstanden her vergebenden Staatsbehörde gewahrt bleiben muß.
-T- Schulstci. Nach einer ministeriellen Entschließung vom 8. November 1912 be!r. die Vieh- xablung am 2. Dezember 1912 werden die Köniol. Ri-gieumgen ermächtigt, in Laut zemeinden und in Städten und Orten unter 5000 Einwohnern, ioroctt es nach den örtlichen Verhäitmfsen veranlaßt ist, den Unterricht in den Volksschulen am 2. Dezember ganz oder teilweise ausfallen zu lasten.
* Ter Fettgehalt der Milch. Wie bestimmt »erlaufet, wird demnächst auf Veranlassung der Mim« fierten des Innern, der Landwirtschaft und be« Handel« und Gewerbes eine Muster-Polizeiordnung erlassen zwecks Regelung des Verkebrs mit Kuhmilch. Vor allem toll dann die Angabe über den Fettgehalt bet Rubmtld) normiert w-rden. Die Handelskammer in Hanau har sich auf eine diesbezügliche Anfrage feuer« des Reqierungsvrästdenten m Kassel babtn geäußert, daß sie tm Herabgeden uni er 2,8 Prozent Fettgehalt nickt befürworten tonne, da die Konsumenten für die gegenwärtig hoben Mstchpreise gewiß eine volldallige Alilch erwarten dürften. Ferner tritt sie dafür em, daß, nachdem sich die Au-'sch idung der Bezeichnuna.Halbmilck* durchaus bewährt habe, auch Be,etck ungen wie »Vollmilch zweiter @üte* nicht zugeia'len seien, anbe\nfaü5 zu befürchten sei, daß die Zulassung genannter Beieicknungen für die Lauterkeit tm Mii lbanvel, wie für die Versorgung mit natürlicher Milch rechte Gesahren mit sich bringen würde.
1*1 Ttraskamtorr. (Fortsetzung). Mehrere Stunden dauerte bie Bei Hand lung gegen den 40 jährigen Gärtner H. W. von Haimbach. Ihm rous be zur Last gelegt, zahlreiche Blum en die bst ah le auf dem alten und neuen Friedhof in Fülda verübt zu haben. 14 Zeugen wurdest in bieiet Angelegenheit vernommen. Trotzdem ber Angeklagte bringend bet Diebstähle verdächtig war, mußte er wegen Manoel« an genügendem iBeroeiematerial sreigesprochen werden. — Ein Fahrraomarder ist der erst 23 ^fabre alte Arbeiter I Kohlhepv von Schwarzenfeld. Beretts dreimal ist er wegen FghrraddiebNahlS vorbestraft. In Flieden entwendete er ein besseres Fahrrad im Werte von 160 Mark und versilberte es in Erfurt jür 6 Mark. Für diesen knappen Verdienst muß er 1 Jahr ins Geiängms wandern.
-F Viehseuchen in Hesse». Am 31. Oktober herrschte im Regier!nosdezrrk Kassel die Maul- und Klauenseuche in 49 Gehöften, welche sich auf 10 Gemeinden in 5 Kreisen folgendermaßen verteilen: Kassel 5 (17 Gehöfte), Fritzlar 1 (5), Kiel« Jungen 2 (24), Witzenhausen 1 (11, Hünfeld 1 (2). Tie Schweinepest wurde in 30 Gehöften, welche sich auf 26 Gemeinden in 14 Kressen*»erteilen, ieftgeftcüt. Im Regierungsbezirk Wiesbaden war bie Maul« und Klauenseuche völlig erloichen, dagegen wurde die Schweineseuche in 23 Gehöften festgestellt. Ach im Großherzootum Hessen war am 31. Oktober kem Fall von Maul« und Klauenseuche zu verzeichnen, die Schweinepest berrschte dagegen in je einem Ge« Höft der drei Provinzen Starkenburg, Oberhesien und Rheinhessen.
a. Die ländlichen Fo> lbildung? - Schulen Hessen« Nassau« sind tm EtatSjahre 1911 um 52, auf 874, gestiegen, und stehen, absolut gerechnet, mit an ber Spitze aller Proomzen. Auch bie Zunahme ber Schüler« zahl in den Fortbildungs-Schulen hat sich entsprechend der Vermehrung bet Schulen gesteigert. Am Unterrichte nahmen 14,967 Schüler teil, 14,629 baoan mit Schulzwang.
❖ Kartoffeln im Keller nachsehen! Die Kartoffel« ernte ist in btefern Herbst überaus reichlich ausgefallen, so daß bie Lanbwirte hohe Kartoffelhaufen in ihren Kellern aufspeichern konnten. Da sich Heuer bie Herbst« arbeiten infolge ber schlechten Witterung drängten und auch die Früchte selbst vielfach in feuchtem Zustande eingeheimst werden mußten, so dürfte e« sich empfehlen, diese Hausen mehrere Male einer näheren Nachprüfung zu unterwerfen. Man wird finden, daß zahlretche Kartoffeln in Fäulm« übergegangen find. E« find bie« vor allem auch jene Kartoffeln, die im Felde zu nah« an ber Erdoberfläche gelegen baten und bet ben kalten Oktobernächten erfroren waren. Diese Erscheinung wird sich besonder« bei sehr weichen und edlen Sorten zeigen. Um sich vor größerem Schaden zu hüten, ist e« deshalb geraten, bie in Fäulnis übergegangenen Kartoffeln von den guten aurzufonbern. *4
•+•' Die Sparkasse« fat Reg^vez. Kastel- ' Sott ben vorhandenen Einladen bet Sparkassen entfallen auf den Kopf bet Bevölkerung: in ber Provinz Hes- 266 Mk. mit 35 Sparkassenbüchern auf 100 Personen, im Reg.-Bez. Kassel 271 Mk. mit 83 Sparkassenbüchern auf 100 Personen. Der Kni« Fritzlar steht mit 518 Mk. an erster Stelle. Dann folgt ber Kreis Rinteln mit 495 Mk. (59 Bücher), Kirchhain mit 467 Mk. (44 Bücher), dann die Kreise Hofgeismar, Frankenberg ufw.: an 16. Stelle Melsungen mit 239 Mk. pro Person und zuletzt Stabt« und Landkreis Kastel mit 167 Mk. pro Person und sä Ä
haben ist bet höchste Betrag 883 Mk. mit 50 Buchern auf WO Personen. Die gesamten Sparkasseneinlagen btangen.im R-g.-Bez. Kassel Ende 1911: 272 Mill, auf 11170 Bücher; Zuwachs gegen 1910 ca. 15 Mill.; im Durchschnitt waren auf M Buch 758 Mk. ^»gelegt, gegen 789 Mk. im Vorjahr. Don die« sem Emlagebesiand entfalle« auf bie Stabtsparkasse
J9_rSL'a?tei#f*,OTla«* Eschwege mit ca.
16 Mill., Sparkasse Marburg mit 14V, MA. Dann folgen Hersfeld, Hana« und Fulda mit je über 9 MA. I« Jahre 1911 betrug ber Zuwach« an Ernlagen tm Reg.^Sez. Kassel ca. 15 MA. auf 11170 Büch«, gegen 17% Mill, in 1910 auf 12382 Bücher, ber Auwachr war ein sehr günstiger, nur übertroffen durch bte Jahre 1869 uick 1870. Recht erheblich find die (Selber, die von ben Sparkassen zu öffentlichen Zwecke« beiaefteuert werden. Im Reg.-Bez. Kastel wurden feit »efteben ber Kassen go- geben: ca. 7 Mill., in 1911 325 000 Mk. An ber Sprhe erscheint hier die Sparkasse Herrseld mit 89100) Mk. bezw. 39 000 Mk. in 1911, Sparkasse Fulda mit 791000 Mk., Sparkasse Kassel mit 577000 Mk. (25 000 Mk. di 1911), Kreissparkasse Eschwege mit 446000 Mk. (bezw. 44000 Mk. in 1911). Ganz erhebliche Reservefonds wurden von den Kassen angesammelt. Die sämtlichen st ä d t. Sparkassey des Reg^ Bez. Kassel hatten Ende 1911 ca. 9*/* Mill., bie anderen Sparkassen desselben ca. 5 Mill. Reservefonds. Ten höchsten Reservefonds besitzt die Sparkasse,
Aus dem Kachbargebiete.
Aus Oberhesien u. den hesi. Aemtern.
A Marburg, 15. Nov. 1912. In der Nacht zum 19. Juli d. I. wurden die Bewohner des Dorfes Günterod durch eine überaus heutige Detonation aus ihrer Ruhe geschreckt. Es stelle sich bald heraus, daß unter der Küche und dem Schlafraum der Eheleute Lotz, in das dort befindliche eiserne Ausflußrohr von böswilliger Hand Pulver eingeführt und dieses mittels Zündschnur zur Explosion gebracht worden war. Zum Glück war niemand zu Schaden gekommen, nur das Haus hatte stark gelitten. Die Nachforschungen deuteten auf den in der Nähe wohnenden Schwager des Lotz, den schon vielfach vorbestraften früheren Bergmann Schmitt V hin, mit dem die Familie Lotz nicht gut stand. Schmitt stand deswegen heute vor dem Schwurgericht und wurde' zu VA Jahren Zuchthaus verurteilt. Drei Monate gehen für Untersuchungshaft ab.
* Marburg, 15. Nov. 1912. Der Landrat bat bei den städtischen Körperschaften gegen die Weiterführung der Straßenbahn über die Schühenpfuhlbrücke Einspruch erhoben, da dieser Weiterführung die vorgesehene Errichtung der Straßenüberführung am Südbahnhof sowie die projektierte" Errichtung eines Güterbahnhofs im Wege stehe. — Die Generalversammlung der Ortskrankenkasse beschloß, bei bei, Verwaltungsbehörde zu beantragen, die Kasse unter Ausgestaltung gemäß § 226 R.-B.-O. als solche weiter bestehen zu lassen und von der Gründung einer Land- krankenkasse abzusehen.
* Frankrnbtra, 15. Nov. 1912. Die Gemeinde^ Mendorf bei Frankenau hat die Verkoppelung beantragt. — Hier sind zwei Prsonen verhaftet worden, die im Verdacht stehen, die Einbruchsdieb, stähle in Frankenberg verübt zu haben. Es sind fremde Arbeiter, welche bei dem Wasserleitungsbau in Röddenau tätig waren. ,
* Fritzlar, 15 Nov. 1912. Dem Architektur-Bureau Dalke-Fritzlar wurde auf einen Stallbodenbelag der D. R. G. M. eingetragen. Die Platte ist derart konstruiert, daß ein Ausgleiten des Viehes vollständig ausgeschlossen ist.
richteten, am 29. Oktober ds. Js. aus dem Hotel »Zum Adler* aus einem Schrank ein Kästchen mit 20,21 Mark Geld hatte mitgehen beißen und in verschiedenen anderen Hotels die gleichen Manöver verübt halte, wurde vom Schöffengericht zu 3 Wochen Gefänanr verurteilt.
* Ostheim, 15, Nov. 1912. Der Voranschlag für die Schutlasse auf das Jahr 1913 schließt tn Einnahme und Ausgabe mit 14442 Mk. ab. Als Zuschuß von ber Gemeindekasse werden 9298 Nlark be» antinnt. Der Siaatsruickuß beträgt 2725 Mark.
* Otzbach, 15. Nov: 1912, Ein. listiger Dieb, der ein ganz besonderer Feinschmecker zu sein scheint, hat sich in unserem Dörfchen eingeschlichen. Er hat es besonders auf bessere Fleischwaren, Gänse und Hühner abgesehen. Einige Bürger sollen nachts schon mit ihren Gewehren auf der Lauer gelegen haben, um dem „Fuchs" eine Ladung Schrot in das Fell zu jagen. Bis jetzt konnte der Listige jedoch nicht gefaßt werden.
• Geiftuuqen, 15 Nov. 1912. Bei der Vergachtung ber Gemelndejagd blieb Sckuhleistemadrikant Bergner-Eisenach mit 530 Mark Höchstbietender. Bisheriger Jagvpächter war Lüdke-Eisenach für 430 Mk.
Fulda mit mehr als 1 Mill. In Staatspapieren (preuß. und Reichsanleihe) hatten alle Kassen des Reg.-Bez. Kassel 22 Mill, anaelegii den höchsten Be- stand hatten Eschwege mit 2 Mill, und Sparkasse Kassel mit 314 Mill. Beträchtlich sind auch die Verluste, die durch Kursrückgänge verursacht wurden. Sie beziffern sich bei allen Kassen der Provinz auf über 10 Mill. Den größten Verlust brachte das Jahr 1907 mit fast 3 Mill. Der Betrag der Verwaltungskosten ist bei dem Niesenumsatz der Kassen ein recht mäßiger; er betrug bei allen Kassen des.Reg.-Bez. Kassel nur 533 000 Mk.; davon entfielen auf die Sparkasse Kassel der bWte Betrag mit ca. 67 000 Mk., die Kreissvarkafse Kassel 25 000 Mk., die Sparkasse Fulda 31 000 Mk. usw. Schließlich sei noch erwähnt, daß sämtliche Kassen des Reg.-Bez. Kassel Ende 1911 einen Barbestand von 5,093 Mill, hatten; den bedsiten hatte die Kreissparkasse Eschwege mit 368 000 Mk.
--- Abonnrmentskonzert. Herr Muirkmeister Tandow hat für das morgen ab-nv tm Saale des Bürgervereins Hat kündende erste AdoNnewentsronzert des Trompeterkorps unsere« Fetdartillerie - Regiments ein geichmackoolles Programm zuiarnmengestellt, das außer den Ouvertüren zu den Opern »Die Stumme von Partict", .Raymond* und .Unbine" unter anderm folgende Stücke enthält: „Anbade printauiere“, „Fantasie über deutiche Sieber", „Die türtstche Schaarwacke", „Ungar.scke Westen", Solo für Tubaphon, ,^i§blingL- tlämje a. d. Reiche der Töne".
* Aus bem Vogelsberg, 15. Nov. 1912. Der Versand der W ei h n a ch t ssich t e n hat begonnen. Leider ist der Preis, dem Zug: der Zeitrechmmg tragend, wesentlich höher als in den Vorjahren.
* Niederzell, Kr. Schlüchtern, 15. Nw. 1912. Hier wurde gestern abend das in deut um gebauten Schul- Hause neu geschaffene I u g : n d h e i m in einer gemeinsamen Feier der Jugend, der Gemeindekörperschaften und anderer Gäste seiner Bestimmung über» geben.
• Hanau, 15 Nov. 1912. Die gestrige Stadtverordneten «Sitzung beschäftigte sich in einer ausführlichen Debatte m t einem von den Arbeiter« Ausschüssen ber Stadt Hanau eingereichten Gejuch um eine Loknerböhung sämtlicher städtstcher Arbeiter von 30 Pig. pro Tag. Schließlich wurde die Gültigkeit eines Beschlusses der städtischen Körperschaften vom Dezember vorigen Jahres, wonach der Lohn für eine Familie von 5 Köpfen 1350 Mark betragen soll, mit allen übrigen Bestimmungen di« zum 30. Juni 1913 beschlossen. — Dem Kabinettmenter Karl Breitenstein bei der Firma A. Volz-Bier rst wegen seiner 50jährigen Tätigkeit bei ein und der- selben Firma das Streuj des Allgemeinen Ehrenzeichens verliehen worden.
* Frankfurt. 15. Nov. 1912. Wegen grausamer und boshafter Kindesmißhandlung verur- teilte das Schöffengericht die Ehesrau Fuhr zu vier Monaten Gefängriis. Die Angeklagte ist Köchin und hat eine elfjährige Tochter und einen jüngeren Sohn. Kam sie abrnds nach Hause und die Kinder hatten sich kleine Vergeyen schuldig gemacht, so wurden sie aufs jämmerlichste durchgeprügelt. Besonder« auf das Mädchen hatte es die unnatürliche Mutter abgesehen. Als die Mutter von Hausbewohnern angezeigt wurde, und die Kinder in die städtische Kinderherberae kamen, konstatierte man dort, daß die Kinder an Gesäß, an den Armen und Schenkeln Hieb- und Trittwun- den hatten. Ueber dem einen Auge hatte das eine Kind eine Narbe. Angeblich warf die Mutter ein Messer nach dem Kind, Die mißhandelten Geschöpfe wurden auch in der Kost sehr schmal gehalten, und bekamen oft von den Hausbewohnern Brot zugesteckt.
* Bad Wildungen. 15. Nov. 1912. Auf dem Bahnhof Höringhausen stieß beim Rangieren eine Lokomotive so heftig gegen den dort haltenden Perfonenzug, daß der angehängte Postwagen schwer beschädigt wurde. Ein in demselben beschäftigter Hilfspostschaffner au« Wildungen erhielt erhebliche Verletzungen am Kopfe.
* «fei, 15. Nov. 19(2. Di« im Gebiete be« Sammelbecken« stehenden Obstbäume sollen im Saufe de« Winter« beseitigt werden. Der Termin hierfür findet in der Scherfcken Gastwirtschaft am 29. November statt. Da« Edderobst war weit und breit geschätzt, und ist nun auch seine Herrlichkeit zu Ende.
• Gilserberg, 15. Nov. 1912. Ein Auto, bestimmt znm LeickentranSport für bie Anatomie in Marburg, verunglückte bei Sebbeterode an einer abschüssigen Stelle der Kassel-Frankfur^r Landstraße dadurch, daß e« fick zweimal überschlug. Der Chauffeur nebst Begleiter tarnen mit nur einigen Hautabschürfungen davon. ■
vermischtes. a '
* Eine Typhusepidemie ist beim dritten Bataillon des 46. Infanterieregiments in Wehlen in Posen ausgebrochen. Ein Sergeant und ein Musketier sind bereits der Krankheit erlegen.
* Bestrafung ber Mörder eine« Deutschen. Einers Meldung au« Jekaderinosckoff zufolge hat ba§) Schwurgericht gegen die Mörder des deutschen Kolonisten Braun tu der Kolonie Schiftopol stattgesunden. Auf der Anklagebank fa6eu zehn Personen. Acht da« von wurden schuldig befunden und zum Tod durch den Strang verurteilt. Die zwei übrigen erhielten 10 bezw. 6 Jahre Zuchthaus. Bei der Gerichtsverhandlung offenbarten sich schreckliche Einzelheiten der Mordtat, bte durch bie Sauce ja Raubzwecken verübt worben war. Um von Braun das Versteck feine«; Gelbe« zu erlangen, hatten die Verbrecher allerlei Foltern mit ihm versucht.
• Bou bem umstürzeubeu Mast einer elektrischen Leitung, an bem er eine Reparatur vorzunehmen hatte, wurde in Frontenhausen der Elektrotechniker Max Daffner erschlagen. '
♦ Lau einem Schnellzug, unter den er sich in selbstmörderischer Absicht geworfen hatte, wurde in Celle, ber Referendar Dr. jur. Richtering getötet.
• Wieder ein großer Zuweleubtebstahl. Einer Dame' namen« Semi« Mille« wurden in ihrem Hause in London für 80000 Marl Juwelen gestohlen, während sie selbst in einem Restaurant frühstückte. Die Diebe öffneten die Haustür mit einem Nach. R, drangen auf den dicken Teppichen lautlos
it Schlafzimmer vor und raubten Dort das Juwelenkästchen au«. Unbemerkt verließen sie bann' ba« Hau« wieder. '
• Gesunkener Dampfer. Der amerikanische Dampfes .Mayflower' ist in bem Flusse Madawaska bei! Barry« Bay (Ontario) gesunken. Neun Menschen! find ertrunken.
* Sin neue« Salblaub. Die Goldfelder der Mongolei sollen nach Angaben ber dort geweienen Industriellen sehr reich an Edelmetall sein und einem zweiten Clondyte gleichkommen. Außerdem besitzt bie Mongolei teile Nephritlager, Silber und Blei. ES ist benni auch bereit« jetzt, wo die Dtongolei den russischen^ Unternehmern bie ft eie Goldgewinnung anbeimgefteUt. hat, ein förmliche« Goldfieber in Sibirien ausgebrochen.' Die Blätter melden fast täglich von neuen Gruppen, bie nach bem Golvlanbe ausgebrochemchad.
Uß Amt Geisa und Umgedung^W W* Geisa, 18. Notz. 1912, Die Handwerks, karnmer hielt am Dienstag ihre 19. Bollversamm- am Eisenach ab. Der Geschäfte- und Jahres« Wurde genehmigt, ebenso der Haushaltungs- Voranschlag für 1913 in Höhe von 26 350 Mk. Land- tagsabg. Alanda-Weida wurde neu ht bte Kammer und Uhrmacher Beier-Jena für be« verstorbenen ÄMtyoIba in ben Vorstand gewählt. U. a. in ben Lehrlingsausschuß gewählt Schneidermeister Langlotz-Vacha und in den Rechnung«. auSsckuß Holzschnitzermeister Möllex^LmpftrtShausen. Der Beitritt zum, Haftpflicht, und Unfallversicherung«, verband der Handwerk«, und Gewerbekammern tourbe genehmigt, ebenso ber Erlaß von Vorschriften für weibliche Handwerker, durch bie die LchrlingSauS- Bettung abgeschwächt werden soll.
• Geisa, 15. Roo. 1913. unter ber Bezeichnung ,Knappfckaft«oberversicherungSamf ist mit bem Sitz in Halle in Angliederung an da« dortige Oderbergamt ein besondere« OderverftcherungSamt für Bergbau- betriebe errichtet worden. Diese« Oberverficherung«. amt ist vorn L November b. I«. an auch zuständig hinsichtlich derjenigen im Großherzogtum gelegenen Betriebe, die dem Halberstädter Knappschaftsverein in Halberstadt oder dem Halleschen Knappschaftsverein in Halle angehören.
• Frauensee, 15. Nov. 1912. Die Abteufung«. arbeiten auf Schacht „DöngeS* tm nahen Möller«, gründe schreiten trotz de« Wasser« vorwärts. Gegenwärtig hat man den wasserhaltigen Dolomit erreicht, dessen Wasser mittel« Pumpe herauSbefördert wird. Auf Schacht 2 hat man bereit« den eifernen Färber- türm errichtet. — Die Arbeiten zur Wasserleitung in Frauensee sind an einen Unternehmer in Vacha vergeben worden. Wie verlautet, bekommt Frauensee auch in Bälde eleftrische« Licht.
* Vacha, 15. Nov. 1912. Der Tagelöhner Tanz 6U« Hümpsertshausen, der, wie wir seinerzeit be
Noch in dieser Woche
> haben wir nachweislich zweifelhafte!
Anzeigen Im Werte von
Mark: 331,04 abgelehnt!
Unsere verehrt. Abonnenten mögen -* hieraus ersehen, dafs sie den Anzeigen i In der „Fuldaer Zeitung" volles _ Vertrauen entgegenbringen dürfen.;
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