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A Die Frucht» der Schule ohne Gott. Die Pa­riser Apachen sind meistens kaum dem schulpflichti­gen Alter entwachsen und daher Reinkultur der atheistischen Laienschule. Wenn eine Rotte dieser jungen verkommenen Burschen in die Kirch: Qiotre« Dame de la Croix kam, war es wahrlich nicht um zu beten, sondern um Unfug zu treiben. Um 6 Uhr morgens drangen sie vor einigen Tagen aus einem BaNokal kommend in die Kirch: ein mit lauter Stimme revolutionäre Lieder brüllend. Der Schwei­zer, der sich ihnen - entgegenstellte, wurde durch Schläge verwundet. In derselben Kirche sind schon früher derartig: Ruhestörungen vorgekommen. Erst die Dazwischenkunft der Poliz« stellte die Ruhe wie­der her.

etwa 60 Lehrer und Lehrerinnen, auch nahmen der», schieden: Herren aus anderen Berufskreisen tell. — Infolge der anhaltenden Regengüsse hat die Schwalm weite Landstriche überschwemmt. Das Wasser steht so nahe an der Stadt, daß der Weg in einige Häuser abgeschnitten ist.

* Gudensberg, Kr. Fritzlar, 14. Nov. 1912. Der Dienstknecht Mette im benachbarten Dorla st ü rz t e vom Boden einer Scheune und erlitt einen Schädeln bruch, d:r seinen sofortigen Tod herbeiführte.

* Schweinslnrg, 14. 9#dü. 1912. Mit dem Bau unserer neuen Wasserleituna, die uns beste- Wasser vom »hohen Berge" bei Niederofleiden hier- herschofft, geht es erfreulich weiter vorwärts. In einigen Straßen der Stadt ist die Leitung schon jetzt in Benutzung.

Amt Geisa und Umgebung.

* Geisa, 14. Nov. 1912. Im Großherzoitum Sachsen nimmt in den letzten I bren die Z hl der Austritte aus der evangelischen Kirche in auf» kalbender Weise zu. Während im Jahre 1910 nur 94 Perfoneu aus der La te$Ttrde ausgetreten sind, haben sich nach am.'kicher Feststellung im Jahre 1911 sogar 129 Personen von ihr losgelagt. Während sich im Jahre 1910 nur 74 Personen gänzlich von allen kirchlichen Gemeinlcha'ten trennten, taten dies 'M Jahre 1911 schon 111 Personen. Nur 18 Per» Ionen traten zu anvin-n ÄrrrbengcTreintAaften fii er.

♦ Tiefenort, 14. Nov. 1912 Die Gewerkschaft Kaiseroda hat bei der Bchörde beantragt, daß ihr gestattet werden möge, die ihr bisher bei Errichtung ihrer Chlorkalium- und Sulfatfabrik erteilte Kon­zession, werktäglich der Werra bis 200 Kubikmtter Endlaugen zuzuführen, um 150 Kubikmeter auf 350 Kubikmeter 51t erhöhen. — Nachdem der letzte Entwurf des Baurats Iamisch Dermbach zu einem Schulbauprojekt genehmigt wordm ist, wurde in einer gemeinschaftlichen Sitzung des Gemeinderats und Schulvorstandes beschlossen, ihm die toeitere Ausarbeitung des Projektes zu über­tragen. Der Gemeinderat genehmigte nach Ab­strich einer Position von 84,75 Mark die Abrechnung über den Wasserleitungsbau lOrtsleitung) im Be­trage von 101 014,89 Mark und diejenige über den Kanalisationsbau im Betrage von 80 062,59 Mark.

* Aus dem Eistnarter Obttlanhe, 14. Roo. 1912. Die Errichtung einer Automobil-Verbindung zwischen Kaltennordheim und Meininaen ist so gut rote gesichert und wird am 1. Mai 1913 bestimmt eröffnet werden. Auch die Orte des weimartschen Bezirke? Ottheim werden von dieser Verbindung mitberührt werden.

Aus Gberheffen u. den heff. Remtern.

dl Marburg, 14. Nov. 1912. Seitens der hiesigen Universität ist insofern eine Neuerung eingeführt worden als die seither in lateinischer Sprache abge­faßten T okiordiplome von jetzt ab in deutscher Sprache verfaßt werden.

|| kircht'am, 14 Nov. 1912 Die gestern Her zu Si«fe eazveriammelten katholischen Lehrer oes Dekanats Amöneburg hauen die Freude, Herrn Dechant Kräh, ihrem früheren Kreisschulmspektor, n ihrer Mitte zu sehen. Er war gekommen, sich von feinen Lehrern zu verabschieden. Die Wmme und Herzlichkeit bet Reden und der Unterbaltuna waren ein betbe Tetle ehrendes Zeugnis von dem ichönen Verhältnis, das zwischen den Lehrern und hrem Vorgetetzten durch dessen zehnjährige Amts­dauer bestanden bat.

* Kirchham, 14. Nov. 1912. Im Tale der Ohm von Bürgem, Anzeiahr bts Kirchbain und weiter bis Schweinsberg bat das Hochwasser eine große Ueberschwemmung hervorgerufen. Von den eigent­lichen Flüssen ist nichts zu sehen. DaS ganze Tal gleicht einem wogenden See. Der entstandene Schaden ist kaum berechenbar.

* Treysa, 14 Nov. 1912. We vom hiesigen Be- zirkslehrervereiu ins Leben gerufenen wrfsen- s ch a f t l i ch e n B 0 r l e s u n g e n, für die Profes­sor Dr. Arndt aus Frankfurt gewonnen war, wur­den begonnen. Die Zahl der Teilnehmer beträgt

Während d:r nächsten vier oder fünf Tage ver­schlimmerte sich Isabella'? Zitstand; doch gelang es den Bemühungen Dr. Wade's, größere Gefahr ab­zuwenden. Schon in der darauf folgenden Woche vermochte sie wieder aufrustehen, obwohl si> noch recht schwach und angegriffen war.

„Wie geht es Herrn Bathurst?" war ihre erste Frage, als sie auf dem Ruhebett lag.

„Ich weiß nickt, toi: es ihm geht", antwortete der Doktor grimmig. „Meiner Ansicht nach ist er ein Narr, und das habe ich ihm neulich rund heraus gesagt."

„O, Herr Doktor, wie konnten sie so zu ihm spre­chen!" rief Isabella erschrocken. „Was hat er denn getan ‘f"

„Nichts hat er getan, und will auch nicht« tun, das ist es eben! Er liebt :in Weib, wird wieder ge­liebt, und kann sich doch ans lauter Verrücktheit nicht entschließen, ihr seine Hand angutragen!"

Isabella wurde ball) rot, bald blaß.

„Es werden doch nicht die früheren B senken wieder fein'?" fragte sie stockend. „Das kann ihn doch unmögsich beunruhigen, nachdem er so viele Proben seines Dttttes abgelegt?"

,La, natürlich wegen der alten G'schichte, — nicht im allgemeinen, sondern in einem speziellen Falle. Er nennt es feige und selbstsüchtig, daß er allun über Bord sprang, und behauptet, er hätte Sie mit sich nehmen oder bn Ihnen bleiben müssen. Alle meine Argumente, mit denen ich ihn von der Nutzlosigkeit solches Beginnens zu überzeugen suchte, fruchteten nichts; er blieb bei feiner Meinung."

Isabella sah beunruhigt aus und schlang nervös die Finger in einander. „Wenn ich ansrichttg sein soll", sagt: sie endlich, „so muß ich gestehen, daß er meines Erachtens gar nicht anders empfinden kann!"

„Wieso, wenn ich fragen darf?"

„Sehen Sie, Herr Doktor", fuhr sie, ohne feinen sarkastischen Ton zu beachten, fort, „ich selbst will nicht leugnen, daß ich ähnliches gefühlt und gedacht habe. Es war der bitterste Moment meines Lebens, als ich mich so plötzlich von ihm verlassen sah. Erst nachher überiegte^ich, daß er vielleicht verwundet

♦ Bischhansen (Schwalms, 14. Nov. 1912. DaS Wiegandsche Elektrizitätswerk im nahen Walters- brnck ist infolge des H 0 ch w a s s e r s der Schwalm außerstande, elettrischen Strom zu erzeugen. I« vielen Häusern stehen die Keller unt:r Wasser.

* Fritzlar, 14. Nov. 1912. Um die Kanalun- ko st e n aufzubringen, beschlossen die Stadwervrdue- ten, den Hausbesitzern bis zu 4 Prozent vom Nutz­ungswerte der Gebäude eine neue Steuer aufzuer­legen. Die Ueberschüfle der Stadtsparkasse dürfen mir bis zu 3000 Mk. zu dem gednchen Zweck verwen­det werden. Dem Vernehmen nach will eine große Anzahl Hausbesitzer gegen das Statut Einspruch er­heben.

£iitrarifd)es. .

Stimmen aus Maria-Laach. Kaiholische Blätter. Iah» gang 1912. 10 Helle. Frewurg, Herder.

Inhalt des neunten Heiles: Noch mehr Winrt- iiorstkorretponden,. L Boi- £X 'Btfilf S J. — Tempel« maße. Mu 13 Figuren. Bon Sl. Betsiel 8. J. — Aus den Werkstätten »ur Erforschung der neueren Geschuht» tchretdung. 11. Bon Sl v. Dunui-Borkvivsii S. 3. — Das benologuche Brinsiv. Bon «. Deneffs 8. 3 — Die religiösen Anschauungen eines Gebildelen im ersten nachchristlichen Jahrhundert. II. Bon H. Dieckmann 8. J. — Rezensionen. — Bücherschau. — Miszellen.

Reklamen- nub Anzeigenteil.

Der Nachdruck ist auf das Wort.

„■Stott"

M legen. Die Wertschätzung, die Scott»' Lebertrau-Emulsion auch fettens der Arztewelt errungen hat, gab und gibt tagtäglich Beran« lassung zu Unterschiebungen enterte, angeblich „ebenso guter" Emulsionen. Sie handeln aber in Ihrem eigenen Interesse, wenn Sie bet dem Originalprü- parate Scotts Emulsion bleiben, denn diese ist die einzige nach dem ScoUschen Verfahren hergestellte, fett Jahrzehnte« einen Weltruf genießende Lebertran - Emulsion.

Darum verlangen und laufen Sie stttS nur

-Scotts Emulsion.

I wvlden oder, was mir noch wahrscheinlicher schien, > daß er unter dem Einflüsse fernes alten Leid m»' gehandelt hatte — der Sprung also ein unfreiwilli- ger gewesen war. Das föhnte muh wieder ganz mit ihm aus. Ist es aber nicht natürlich, daß ein Mann, so tapfer und edel wie ‘tert Bathurst, mehr bei ter Erinnerung an diesen peinlichen Vorgang »eilt, all daß er sich auf den späteren heldenmütigen Beistand, den er mir geleistet, beruft? Er gefällt mir um so besser, und ich schätze chn nur noch mehr mn dieses Zartgefühls willen."

„Sehr schon, müne Liebe; ich freue mich, daß Sie beide so einig sind. Sagen Sie ihm das nur alles selbst, was Sie mir jetzt auseinander gesetzt haben; Sie sind ein ausgezeichneter Anwalt, und ich kann gar nichts Bessere» tun, als die Sache in Ihre Hände zu legen. Aber nun im Ernst, mein KinV sagt: er, den Ton ändernd, „Sie wissen, es ist von jeher der Wunsch gewesen, n. Bathurst möchten ein Paar werden; wenn e$ nun trotz Ihrer gegen­seitigen Neigung nickt dahin kommt, so werde ich Sie für das querköpfigste und unvernünftigste junge Voll halten, das mir jemals vorgekommen ist! Ware er mir nicht solch ein halsstarriger Bursche, sobald er sich in eine Idee verrannt bat, dann könnte man dennoch hoffen, daß Sie ihn yir Vernunft bringen werden! Er fragte übrigens, eck Sie zu sprechen wären; aber ich denke, e5 ist besser, wir warten bi- morgen damit. Für heute ist eS genug."

Es sollten indessen mehrere Tage vergehen, ehe Bathurst und Isabella sich sahen- j

Kund'ckafter hatten die Nachricht gebracht, daß eine Abteilung berittener Sepovs mit zwei Kanonen wenige Meilen von der Stadt einen Ausfall in eines der Dörfer gemacht hätten und dasselbe besetzt hiel» ten. Der stellvertretende Offizier, der in General Neils Abwesenheit das Fort befehligte, bestimmte daß fünfzig Mann Infanterie und zehn oder zwölf Freiwillige zu Pferd: ausziehen und sie an greifen sollten. Bathurst war einer der ersten, der sich zur Teilnahme an der Expedition meldete. Er wurde bereitwillig angenommen und chm das Pferd eines kranken Kameraden zur Verfügung gestellt.

Zeitung

- fuldaer j

; • , 31 263.

v>._ Srettee 15. November 1-12.

?<?’ 59- 2«hr,«,-.

Die wSrttembergifche»»

Lanvtagswahle«.

Morgen beginnen in Württemberg die Neu­wahlen zum Landtag.

. In den Wahlversammlungen und in der Presse wogt feit langem ein heftiger Kampf, der größtm- teils von einer geschloffenen Linken gegen die Rechte geführt wird. Mit großer Energie ist auch vom Zentrum der Wahlkampf geführt worden und viel Aufklärung über die Bedeutung d:r bevorstehen­den Wahlen ist unter das Volk gebracht worden. Dabei hat das Zentnim im Gegensatz zur gesamten Linken eine zugkräftige Wahlparole, d:nn die ver­flossene Legislaturperiode hat gezeigt, wohin die So- Nalderuokrati: und die liberalen Parteien ihren Kurs lenken. Die Beseitigung der konfeffionellen Schule und Trennung von Kirche und Staat, das ist das Ziel, worauf die Link: des württembergsschen Land- tags systematisch hinwirkt. Wie ost ist das Zentrum in den letzten Jahren gezwungen worden, Angriffe auf Religion und Kirche, auf Papst, Bischof und Klerus, auf konfessionelle Schule und sittliche Er­ziehung zurückzuweisen. Meistens war es di: So­zialdemokratie, die sich berufen fühlte, gegen Chri­stentum und Kirche Sturm zu laufen; sie fand aber bei den Freisinnigen stets treue Helfer und auch die Nationalliberalen standen nicht an, des Oefteren sich aus die Seite der Kirchen- und Schusstürmer zu stellen.

Der liberale Block fordert eine völlige Lösung der heute noch zwischen Staat und Kirche be­stehenden Verbindung, ganz nach dem Muster Frank­reichs und Portugals Das Zentrum dagegen ver­wirft eine prinzipielle, radikale Scheidung zwischen Kirche und Staat und kann sich höchstens mit der Ausscheidung eines Kirchenfonds einverstanden er­klären, der zur dauernden Bestreitung der Wachsen- Len kirchlichen Bedürfnisse ausreicht. Dr- Kon­servativen nähern sich dieser Auffassung des 'Zentrums.

Nicht minder scharf ist der Gegensatz des Zen­trums zum liberalen Großblock in der Schul- rfj a g e und darum auch nicht minder zugkräftig die Parole für Erhaltung der konfessionellen Schule. DaS Zentrum geht von der Ueberzeugung aus, daß die Schule ihre erzieherische Aufgabe nur auf der festen Grundlage der Religion zu erfüllen imstande sei und fordert darum den Aufbau des gesamten Schulwesens auf religiöser und daher auch konfes- sioueller Grundlage. Für die Kirche sst notwendig, neben der Leitung und Erteilung des Religionsun­terrichtes eine ausreichende Aussicht über die ganze religiös-sittliche Bildung in sämtlichen übrigen Un= .terrichtsgegenständeu. Das Zentrumsprogramm itoeift darum hin auf die anwachsende Gefahr libera­ler und sozialdemokratsscher Strömungen, die Re- Tigion und Kirche aus der Schule verdrängm wollen, |unb denen eine Simultanschule nur ine Vorstufe nur religionslosen Schule sein würde. Es betont darum das Recht der Eltern und der Kirche auf die gmig der Kinder in der Schul: und fordert ußer den konfessionellen Volksschulen, kvnfes- : Mittel und Hilfsschulen wie auch die Auf­haltung des konfesiwnellen Charakters der etnen Fortbildungsschulen und di: Erhaltung des Religionsunterrichts als wesentliches Fach in denselben. Das Zentrum begrüßt aber auch die staatliche Förderung der Jugendpflege sowohl bei per männlichen wie der weiblichen Jugend und tritt für eine gerechte Verteilung der Schnllasten zwischen Maat und Gemeinde ein.

! Mit diesen Forderungen sst das Programm der württembergischen Zentrumspartei nicht erschöpft. Sem reut politisches und sozialpolitisches Programm trägt den Interessen und Rechten des Staates und 'filier Stände in gleicher Weise Rechnung. Wie das Ißentrum sich für die verfassungsmäßigen Rechte des Deutschen Reiches einsetzt, so wahrt es auch die Siechte des württembergischen Staates und wie es »ich allzeit um die IMeressen der Arbeiterschaft be- ssnüht hat, so trägt es auch allen Interessen des Handwerkerstandes, ter Landwirtschaft und des ge- iainten Mittelstands Rechnung. Eine grundsätz- iche Forderung des württembergischen Zentrums st die staatliche Gleichberechttgung des katholischen

Im Schutze der Zauberers.

|641 Englisch-iutnicker Roman von E. A. Heniy.

Ihre erste Erkundigung hatte Wllson gegolten; pnd sie hörten zu ihrem größten Vergnügen, doch er wohlbehalten angekommen und jetzt mit der kleinen Meiterschnr ausgezogen Jcl Kapitän Forster, nach Welchem sie dann zunächst fragten, war in Alla­habad nicht gesehen worden; mich hatte man nicht» hon ihm veriwrnmen.

„Wohin gedenkst Du zu gehen, Rudschub?" fragte Bathurst den Gaukler am anderen Morgen.

,^ach Patna", antwortete dieser. „Ich habe Freunde dort, und werde in der Stadt blecken, bis per Krieg beendet ist. Ich sehe nun, daß Du recht hattest, Herr, und daß Dein Volk siegen wich, Noch heut nachmittag brech m wir auf "

Der Doktor hatte so viele Bekannte in Allaha­bad, daß es chm nickt schwer wurde, sich Geld zu ver- sschaffen; und Bathurst und Isabella kauften zwei her schönsten Armbänder, die sie von den Domen hu Fort bekommen tonnten und überreichten sie Rabd« beim Abschiede mit den herzlichsten Worten Und der Versicherung chrer nrnigftm Dankbarkeit für fte und ihren Vater.

I „Wir werden Dein in Siebe gedenken, so lange toir leben, „Rabda", sagte Isabella. „Dein Vater hat mir Eure Adresse gegeben, und ich will oft an Dich schreiben."

• , „Lebe wohl, Dame. Tas große Meer soll uns Nicht trennen; Rabda wird, wie im Gefängnis so auch in Deiner Heimat im Geiste bei Dir fein. Was wir getan, bedarf so großen Dankes nicht. Hat nicht wem Herr fein Leben für mich gewagt? Mein Va­ter und ich werden nie vergessen, wie viel wir ihm Dulden. Ich freue mich, daß Du ihn glücklich ma. i Dieses Gespräch fand in einem kleinen Zimmer statt, das die Damen Isabella eingeräumt hatte«, und das sie auf Befehl des Doktors nicht verlassen purste, weil sie am Morgen heiß und fieberisch auf. gefronten war.

Dolksteils, di» von der Verfassung zwar zugesagt ist, in Wirklichkeit aber viel zu wünschen übrig läßt.

So tonn sich das württembergische Zentrum mit einem Programm vor sein: Wähler stellen, des­sen Grundsätze sich bewährt und für dessen Forde­rung das Zentrum bisher erfolgreich eingetreten ist. Aus diesem Grunde kann das Zentrum einen sach­lichen Wahlkampf durchfechten und auch di: Konser­vativen stehen in den großen kirchenpolitischen und Sckmlfragen dem Zentrum nahe, sodaß auch sie nicht einer zu" kräftigen Wahlparole zu entbehren brau­chen, während die Linksliberaleu und die Sozial­demokratie den Kampf wohl auf das persönliche Ge­biet hinübrrspielen müssen, um Ersatz für das Feh­len einer Parole zu finden.

Deutsches Reich.

Stipendien für junge katholische Kaufleute. Schon seit einigen Jahren sst man auf katholischer Seite daran, dem wirsschaftlichen Leben: handel. Industrie und Technik, mehr Aufmerksamkeit zuzu- toenten. Bor allem sind es die ftatiftsschen Arbeiten von Dr. Rost in Augsburg gewesen, die dem katho- lsschen Vollsteil die Augen geöffnet und ihn auf ein neues, bisher allzusehr vernachlässigtes Rrbetts- ftld hingewiefen haben. Tic letzten Generalver- fammlungen der deutschen Katholiken, so auch die jüngste in Aachen, haben sich verständnisvoll mit dieser Frage besaßt und den Katholiken eine wirk­samere Beteiligung am Wirtschaftsleben nahe gelegt- In erste: Linie sollten die katholischen kaufmänni­schen Vereine bestrebt fein, dem Hantel und der Industrie hervorragend tüchtige, mehrere Sprachen beherrschende karssmämttiche und möglichst auch tech­nische Kräfte zuzuführen, damit katholischer Nach­wuchs auch in die Mittlern und obern Schützten von Hantel und Industrie hineintommen. Einen guten Schritt voran hat nun, wie uns mitgeteilt wird, der katholische kaufmännische Verein in Viersen am Niederrhein getan. Er beschloß kürzlich, für talentvolle, tüchtige und würdige Mitglieder des Vereins Stipendien auszusetzen, die ihnen mit ermöglichen sollen, Handelsschulen zu besuchen oder sich durch einen Aufenthalt im Ausland gediegene Sprachkeulttnisse zu erwerben. Für das Jahr 1913 sind 300 Mark Äs Reisestiprudium bestimmt wor­den. Diese zeitgemäße Einrichtung ist dem Verein möglich geworden durch eine hochherzige Schenkung eines dortigen Großindustriellen, der dem Verein ein Geschenk von 10 000 Mark machte, nachdem er schon einige Jahre vorher dieselbe Summe für die Kausurannsschule des Vereins gestiftet hatte. Wird dieses Beispiel Nachahmung finden unter den ver­mögenden deutschen Katholiken? Schließlich brau­chen es nicht einmal so große Summen zu sein. Kleinere Summen, in der Form von Stipendien gegeben, würden manchen fähigen jungen katho­lischen Kaufmann voranbringen, seinen Blick erwei­tern und ihm helfen, auch bessere und hohe Stel­lungen im wirtschaftlichen Leben zu erringen, even­tuell Kölonialfchulen zu besuchen usw. Katholiken! ans Werk! Folgt dem Beispiel aus Viersen; zeigt so eine tatkräftige Tellnahme an dem wirtschaft­lichen Aufschwung der deusschen Kathosiken. Der Erfolg wird nicht ausbleiben!

* Köln, 13. Nov. 1912. Der Vorstand des Ge- samwerbandeS der ch ristl ichen Gew e rk f ch af- ten hielt heute hier eine Sitzung ab zur Bespre­chung der durch die E n z Y k l i k a geschaffenen Sage. Es wurde beschlossen, auf Donnerstag, den 21. No­vember, eine A u Ss ch uß si tz u n g des Gesamtver- bauteS der christlichen Gewerkschafen Deutschlands einzuberufen, die sich mit der Angelegenheit weiter beschäftigen soll.

Ausland.

Ä Der nächste schweizerische Katholikentag wird 1913 in St. Galen stattfinden. Mit den Vorberei­tungen hierzu hat man bereits begonnen. Gelegent­lich des Katholikentages soll auch eine große Aus­stellung christlicher Kunst veranstaltet werden.

erklärte Dr. Wade auf Bathursts besorgte Fragen; „acker tth muß dafür sorgen, daß das Fieber nicht zunimmt, und deshalb soll sie sich ruhig verhalten und auf ihrem Zimmer bleiben "

Der Arzt hielt diese Verordnung um so strenger aufrecht, als sich das ganze Fort seit dem Eintreffen ter Nachricht von dem Verrat des Rajah und dem mörderischen Gemetzel in Cawnpore in unbeschreib­licher Aufregung befand. Die Frauen schrttten hän­deringend auf «nd ab; die Männer verzehrten sich in ohnmächtiger Wut gegen den Barbaren.

„Es läßt mir hier keine Ruhe, Bathurst, ich muß fort", sagte der Doktor am Abend. „Mit dem nächst» Freiwilligentorpz breche ich auf. Was Haden Sie selbst beschlössen?"

„Zunächst will ich bei der ersten unauffälligen Gelegenheit, die sich findet, meine Nerven auf die Probe stellen. Glückt ter Versuch, so ist mir mein Weg klar vorgezeichnet."

„DaS Experiment tourte auch für mich inter­essant sein. Hier im Fort dürft« wir keinen Schuß abfeuern; aber vielleicht können wir uns eine halbe Meile vor die Stadt begeben, sobald wieder Truppen auSrücken. Angenommen nun, rs geht alles nach Wunsch «nd Sir bleiben hier, um mit uns zu fechten — welche Bestimmungen gedenken Sie in diesem Falle hinsichtlich Isabella Hannahs zu tun?"

„Nun, mir scheint, Doktor, daß Sie, als ein Freund ihres Onkels, der natürliche Beschützer ter Dame sind. Ich übergebe sie Ihrer Fürsorge. Ge­wiß werten später, wenn die Wege erst sicher sind, diele ter Frauen nach England zurückkehrrn und gern bereit sein, sich des jungen Mädchens auf der Reise anzunehmen."

„Und Sie meinen, weiter hätten Sie mit ter Sache nichts zu tun?"

„Genau so" sagte Bachurst fest. „Ich habe meine Ansicht über diesen Gegenstand bereit» genugsam ausgesprochen".

„So! na dann will ich Ihnen 'mal was sagen, junger Manu: Sie sind ein Narr!" Der Doktor sprach's, kehrte um und ging ohne «n weiteres Wort zornig zur Tür hinaus.

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