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39. Jahrgang
Erstes Blatt.
258.
jein, ob beim wirklich die rem katholischen Organv !L 1? • $ruppen bereit6 in bie tü: Nationen in Anbetracht der feitbengen »ntwictelung I j£nß oon Tschataldscha eingedrungen, der Gesamtlage der wirtschastlichen Verhältnisse in K-nftautinopel, 8. Nov. 1912. Da
Ksnftautmopcl, 8. Nov. 1912. Da« türkische Pan.
erscheint täglich mit Husnabm» bet So.«« u»d Feiertage Viertel« säbel ichervtt'w'Prelr ohne »rimkerlohn und veftellaelvmsiu'.dosd» «sie aur»örtr 1-50 Ulk.
Pcrantw. Redaktrurr «eti
Demgegenüber ist zu beachten, daß die Enzyklika Richtlinien gibt. Wenn in katholischen Gebieten katholische Arbeitervereine wirllich ollen Interessen der Arbeiter genügen, dann fehlt die Unterlage für die Notwendigkeit gemischter Organisationen. Es wird naturgemäß das Augenmerk daraus zu richten
türkischen Flügels bei Delijonu« bilden auSge» zeichnete Lintzpunkte für die Weiterführung be» Sn. griffe. Auch auf den südlichen Linien sind die bul» rischen Truppen bereit» in die türkische Hauptstel»
zcrschiff „Mofsudie" ist au» dem Goldenen Jdom au«- gelaufen. Wie verlautet, soll sich die türkische Flott«
** Berlin, 8. Nov. 1912. Der Kaiser ist heute nachmittag von Station Wildpark un Sonder» zuge nach Letzlingen in da» Hoflagdremer abgerefft. - In der „Rordd. Allg. Zta.- wird bet nme Bostscheckoesetzentwurf veröffentlicht, kommen aus die vorgeschlagenen Aenderunaennoch zurück. — Tie von uns toiebetgzgebene «etimet Blättermeldung, nach der fiir dir Wahl der Lchv- amtskandidaten zu Oberle
MsimtrbcUage: „Slllbact Geschlchtrblätter" Ä«
Einbruch der Bulgaren in die Tschatalbscha-Dtellung.
Sofia, 8. Sept. 1912. Nach erbitterten Kämpfen, in denen die Türken größere Zähigkeit zeigten, al» nach der Katastrophe bei Lüleburga» und Tschorlu erwartet wurde, ist e» den Bulgaren gelungen, die türkischen Truppen au» den Autzenpositionen der Ts ch- taldschalinie zu werfen. Die Höhen bei dem Orte Tschataldscha wurden t m Sturm von der bul» garischen Infanterie nach vorhergegangenem heftigen Artilleriekampf genommen. E» kam wiederholt zum Bajonettangriff, dem die Türken nicht stand» hielten.- ES bemächtigte sich ihrer von neuem ein« und sie strömten in völliger Auflösung auf die Mühende Linie der Forts zurück. Die Bulgaren drängten nach und durchbrachen die Tschataldscha.Linie, hinter der der linke Flügel de« türkischen Heeres Zuflucht gesucht hatte. Die Bulgaren scheinen damit ihre Absicht wahrgemacht zu ha» ben. gleichzeitig mit den geschlagenen Türken in die Tschataldscha-Linien einzudringen. Die Schlacht ist auf der ganzen Linie im Gange und nimmt überall einen für die Bulgaren siegreichen Verlauf. Die Ver» lüfte sind groß auf beiden Seiten, besonder» die flüch» lenden Türken erleiden durch Artilleriefeuer fürchterliche Verluste an Toten und Verwundeten. Auch der rechte Flügel der Türken ist bereit» umgan» gen. Die dritte bulgarische Armee hat Delijanu» im Sturm genommen und damit auch im Osten die Tschataldscha-Linie durchbrochen. Bei den Türken soll allgemeine Verwirrung herrschen, doch ist der Wider» stand st ä r k e r al» bei Lüleburga». E» totrb in der bulgarischen Hauptstadt ganz allgemein damit gerechnet, daß die Bulgaren in zwei Zagen vor ben Toren Konstantinopel» stehen werden. Man glaubt, daß die Pforte dann die Balkanftaaten direkt um Frieden bitten totrb.
Wien, 8. Nov. 1Ä12. Der Krieg»berichterstatter der „NcichSpvst" meldet au» dem bulgariscden Hauvr» guartier unter dem 7 November, 10 Uhr abend«: Die Von der 8. K nntc genommenen Stellungen be« rechten
Deutsches Reich.
* Marchese di San Giuliano, der stalienische Minister des Aeutzern, stattete gestern dem Reichskanzler Dr. von Bethmann Hollweg und dem Staatssekretär v Ktder, Irn-Wächter Abschiedsbesuche ab. Nachmtt. tags 3 Uhr 15 Min. reifte ter Minister vom Au» Halter Bahnhof aus zurück. Außer dem Botschaft« Pansa, dem gesamten Personal ter Botschaft und zahlreichen Mitgliedern der italienischen Kolonie hatten sich Staatssekretär v. Kiderlen-Wächter unb Unterstaatssekrttär im Auswärtigen Amt Zemmer, mann zum Abschiede ringefunden.
Zu dem Besuch deS ttaltentschen Ministers be> breitet da. Wölfi sche Telegr.-Bureau folgenden os- ftziösen Kommentar:
Der diesmalige Besuch de» italienischen Minister» der auswärtigen Angelegenheiten, MarquiS di San Giuliano, der ja kein Unbekannter in Berlin ist, denen persönliche und freundschaftliche Beziehungen zu deu maßgedende» Berliner Persönlichkeiten allen AuS- spr rchen den Charakter rückhaltloser gegenseittg-r Offen, heil gaben, hat zu einer völligen Klärung üb«* das gemeinschaftliche «erhalten Italien, und Deutschlands, namentlich angesichts der gegenwärtigen Lag» im Orient, ge« führt. Die Besprechungen über die Lage, bei denen vor allem den tatsächlichen Ereignissen Rechnung ge. tragen wurde, und denen wirverhvU der Sfterreichrlch- ungarische Botschafter beiwohnte, haben voll» Hebet« einstimmung zwischen den verbündeten Regierungen ergeben, in BesonderheU dahin, daß st» nicht gewE sind, fich in di» Entwickelung der Ding» im Orient einzumischen, solange st» nicht von d»n NLchllintere,sten«, datum ersucht oder ihr. speziellen und direkt«» Interessen durch irgendwelche Ereigntfs. betnort werden. Da» einmütig» Zusammengehen der Vrrdün» beten erleichtert ihnen die stet» herzlich, und freund« schastlich« Fühlunguahm. auch mtt den ander« Mächten, mit denen st. einzeln und »usatma« W dauerndem GedankntanStausch stehen.
Ter König von Italien frd tn eine« herzlichen Teligramm an den Kmftr für J« Marchese Di San Gtultano tn Berlin beteuere, Aufnahme gedankt.
b<aTe.ii«ltetnotr»l« über die S-»lalde«okratte. Der aus den Göppmger Parteiliretttgkette« bekannt. Revtsionift unb Krankenkaffeuvorsttzende Engel« m anntn SöpPMgenfoLauS der sozmldenwlratifchen Partei ausgeschlosfeu werden, weil er die grobe» Berehwngen desieuherigen sozialdemo^al'schenl.bg. Rlmfel in der OrtSkrankenlafte „taftU
die Absetzung KmleiS emgetreten tft. ®er entflttl* ttgen Ausschließung au« feinet Partei ü>wmt Engel« mann jetzt zuvor, tnbem er mit mehreren Genossen lemen Austritt au» der Sozialdemokratie erklärt. In der Begründung seiner ' 'slritteerNarung gibt « nach der Voss. Zeitung 9tr. 672 folgend« Eharakleristerung seiner Partei:
.Al» Idealist unb Theoretiker kam ich zur Sofia, bemohane, seitdem ich aber dimer dte «u st n zu schaue, vermag unb den Unterl *te®L 3™ '"L- Theorie unb Praxis, rote er speziell in Töppmgen herrscht, erkenne, begreife ich auch deu Redalrei«,del nach Zeuungsbertchten über ««»e etgene Parleiprest. folgendes schrieb: «Die täglich stch häufenüeu Etn- drucke deS Geiste- der Lüge und Heuchelet, unter dessen zermaimenoer Wucht all. Joea e herein schmählich zetrteben werden,. veranlassen mutz den Poften zu Dulaffen/*
Dem braucht nichts betg^ügt i» werden.
• Köln, 8. Roo. 1912. In der am
30. Sltsmngsfest abgehaltenen «Sitzung deS Betern» ttu§f*uffea he§ 9tbe«BavernveretN»,
Fulda, Samstag ben 9. November 1912.
üt bu «vayr oer ea#«-
amisianotoatrii zu
terricbtsverwaltung neue Grundsätze «msgestellt cÄrb der „Tagt. Rundschau"
Stelle als durchaus unzutreffend bezeichnen. SH» Wahl der Lehramtskandidaten tft, tote auch der iva* nister im Landtag erklärt hat, nremal« nach d« Anciennität erfolgt. ES werten '» ^2 «““ dieselben Grundsätze tote bisher zur Anwendung ««, lanaen — Die neue Etsenbahnzollord nung ist dem Bundesrat iugegangen I« d« Vorlage ist vorgesehen^ daßernTetl d» zollamtlich» Geschäfte von ten Eisenbahnbeamten erledigt totrt, und im übrigen sollen die neuen B-strntmung« dazu dienen, den Zollveriehr wesentlich zu betew Leben beizutragen. — Von der geplanten Reform WF'ürforg^egtsetze-Abstand worden. Der Minister will versuche«, dte Mch. stände durch VerwaltungSmatzregeln abzuftellen.
' o Di. Budgctkomm.ff.o» de» Preutzis««»^ ordnetendauseS hielt Freitag oorrntttag ernt ab. In der über Petitionen beraten wurde.
den meiste« wurde Uedergang zur Tagesordnung beschlossen. Al» Material wurden der Regierung untn anderen Petitionen um Lohnerhöhung für d» Eisenbahnrotlenardeiler, um Schaffung «ner neuen Beamteuklaffe der Unterbahnmetfter, um Festsetzung de» Gehalt« der Bahnwärter aus 1400 Mark in 15 Jahren auf 1600 Mark, um Gewährung be» Wohuungsgeldzuschuffe» der mittleren Beamten für dte Bahnhoisausteher unb etfenbabnunteraniftenten und um Schaffung günstigerer Anstellungsverhält« N'ffe für die Ktl,»bahnsteigschaffnet. Zur Erwägung wurde der Regierung üderwiesen dte W#n ausreichende Füriorge für dte auS BetrtebssicherhetlS« gründen unoerjcbulbet wegen emgetretener gefano« destsicher Mängel unfreiwillig unb vorzeitig au» dem Elsendahnfahrdtenst ausschetbenden Lotomotto«
«ioer eww Loloael» teile, 47 ma »rett, tostet lSps» Befiamei: ver Beern tlner <»t* netteste, 74 mm dreist, tostet 40 pfS- Bei »iw derho'nngrn Bedaist, 81r®C»rt-* Biehte* enzrigen 20 pjg «TO*
bin betreffenden Gebieten den Interessen der katholischen Arbeiter zu genügen vermögen. Richt ein blindes Umstürzen seither gefestigter zu» lästiger Entwickelung, nickt ein rücksichtsloses Durch- !fuhren regionaler Scheidung, sondern eine klug: Abwägung aller Verhältnisse ist selbstverständliche Voraussetzung der Mahnungen.
Zu den Einleitungssätzen wird gewiß die Bemerkung laut werden: intern der Papst den Inter» ikonfcssionalismns mit den schärfsten Worte.'» verurteilte. wende er sich offensichtlich gegen alles, was den christlichen Gewerkschaften freunblid) gegenübersteht. , Hier wird die sehr kluge Formulierung der Enzyklika ins Äuge zu fasten fein. Ter Papst meidet .den Ausdruck „Jnterkonsestionalismus". Er oer»
urteilt mir die religio christiana interconfessio- nahs. Tas ist mit Hunden Strichen zu unterft:eU eben. Mit interfonfefiiundkr christlichir 9leligton haben auch die Freunde der christlichen Gewerkschaften nichts, gar nichts zu tun. Sie haben sich immer emschieden dagegen verwahrt. We: das Gegenteil behauptete, würde sie verlrumden. Gerade im Lickte jener klugen Formulierung erscheint die Betonung der Enzyklika, daß Katholiken und Nichtkatholiken in bürgerlichen, irdischen Dingen zusam» mengehen müssen, doppelt wirksam.
Tie Erklärung der Enzyklika, daß die rein katholisch 'N Organisationen sicher in katholischen Gebieten einzuführen sind, wird wohl Anlaß zu der Frage Sieben, ob nun die christlichrn Gewerkschaften von hrem Besitzstände in katholischen Gegenden zurück- jubrängen seien. Auch bei Prüfung dieser Frage tft zu beachten, daß die einzelnen Teile der Enzyklika als ein zusammenhängendes Ganzes aufzufasien sind. In der Enzyklika ist aber nirgends eine Andeutung gemacht, als sei ein Zurückdrängen des Besitzstandes der einzelnen Organisationen nunmehr Bjlicht der Bischöfe. Es ist im Gegenteil die Rede von der Ziiläsiigkeit des Eintritts von Katholiken in die In T'ör-ftn <,euebenben aemiWUen Or
ganisationen. DaS klingt deutlich wie Wohl ub«» legte Rücksichtnahme auf den Besitzstand und mcht Wie ein Zurückdrängen von rechtmäßig zugelasten« und tadellos arbeitenden Organtjatwnen.
Auch spricht dieselbe Rücksichtnahme au» der Stelle der Enzyklika, die Frieden unter ben be- stehenden Organisationen will, toa« »rckt zn er- füllen ist bei feindlichem Auftreten gegen rechtmähig gewonnenen Besitzstand. .
Es liegt also in den verschiedenen Winken bet Enzyklika kein Grund,ur Beunruhigung der beteiligten Oraanisattonen «u« der Enzyklika selbst geht klar hervor, daß dte Bi- schüfe in ihrer überwiegenden Mehrheit gebeten ha- ben, die sogen, christlichen Gewerkschaften zu dulden. Diesem Ersuchen hat der Heilige Vater entsprochen.
Der in dieser Beziehung entscheidende Satz der Enzyklika sagt unzweideutig: „Wir ev» klären, es könne geduldet und den Katholiken gestattet'werden, auch jenen gemischten «ereinigun» q:n, wie sie in euern Diözesen bestehen, sich anzn- schlietzen, solange nicht wegen neu eintretenber Umstände diese Duldung aushört, zweckmäßig oder zu- Ia1’^offenftä erfüllt sich die am Sckluffe be« Begleitschreibens der Bischöfe ausgesprochene Erwartung daß „die vom Heiligen Stuhl an ter Katholiken ergangen’ Mahnung zur Einigkeit und zur Unterlassung g e g e n \ ett t g et B es chu l- bigungen" sich in vollstem Pratze als wirksam erweisen wird.
t=» Die päpstliche Enzyklika über -re christlichen GewerNchasten.
Die lüieberbolt angekündigte authentische Stellung' nähme des heil. Vaters zur Frage der christlichen Arbeiterorganisationen ist nunmehr erfolgt: Pius X. hat (eine Ansichten aufs eingehendfle in silier eigenen En,yklika bargelegt, deren Wort» laut wir unfern Le'ern mit dem Begleitschreiben bet in Fulda versemmelt gewesenen deutschen Bischöfe im 2. Blatte mitteilen. Angesichts der Sckwierig« teit der Materie hat die ,«öln. Vjtg.' zur Erläuterung der Enzyklika unb zur Klarstellung ihrer Tragweite für die darin behandelten Fragen den Rat k^rchenrechtlich geschulter Theologen eingeholt und stellt das Ergebnis in folgenden Sätzen zusammen:
Die Enryklika wendet sich nicht an irgend welche btfonbert Orgenijation, sondern an die Katholiken al« solche. Sie redet von den Pftichten, welche die Bischöfe, Geistliche und katholischen Laien in religiöser Beziehung, in Sachen des Glaubens und de- Sittengesetze«, haben.
In bei Enzyklika wirb die Jurisdiktion der Kircke hinsichtlich der behandelten Materie mit großer Sorgfalt umschrieben, nämlich: soweit Glaubenslehren und Sittenlehren berührt werden. Die UN Worte quatenus liegende Einschränkung ist zu beachten.
Die Enzyklika betont mit großem Nachdruck die Notivendigkelt des Zusammengehens von katholischen und nichtkatholtschen Arbeitern in wirtschaftlichen, gewerkschaftlichen Dingen. Wenn die Enzyklika für die Form dieses Zusammengehens den Riodus des ,RartellS" bevorzugt, fo ist die« nur in Wunschform (malamas, vuc sehen lieber) ausgesprochen.
Die Enzyksika betont, daß mit gemischten Ver- tlnigungen Gefahren für Glaube und Sitte oer» bunben seien. Wenn aber nun behauptet werden sollte, damit seien vom Papste die christlichen Gewerkschaften für verwerflich erklärt, so ist zu bemerken, daß die Enzyklika, wo sie vom Vorhandensein von Gefahren redet, sofort sagt, daß eg stch dabei auch um mögliche Gefahren, um die Möglichkeit deS Entgehens von Gefahren bandle. In diesem Zusätze liegt eine offenbar berechnete Abschwächung.
Die christlichen Gewerkschaften selbst haben solchen Befürchtungen gegenüber wiederholt die Mahnung ausgesprochen unb mit Nat druck wiederholt, daß ihre Mitglieder auch den konfelsionellen Standesvereiuen angehören sollen, weil sonst die höheren, ethischen, idealen, religiösen Aufgaben der Ardeiter-Orgauisation nicht erfüllt werden tönuen.
Der ganze Tenor der Enzyklika zeigt, daß die christlichen Gewerkschaften in ihrer zurzeit vorliegenden PrinzipienformnUertiug nicht als verwerflich behandelt werden; sonst wäre die feierliche Erklärung der Zulässigkeit der Mitgliedschaft nicht erfolgt.
Was die Notwendigkeit der Zugehörigkeit der katholischen Gewerkschastsmilglieder zu katholischen Stanvesoeretnen betrifft, so ist die Nolwendigteit in der Enzyklika mit der Wendung bezeichnet: „Es ,st dafür zu sorgen, daß sie in die ArdeNeroereme eintreten." So lautet auch bie Stellungnahme Der christlichen Gewerkschaften.
Eine wichtige Stelle ist die, daß die Berliner Vereine in katholischen Regionen (Gebieten) cm» geführt werten sollen. Hieran wird zweifellos vieliach die Behauptung geknüpft werden, der Papst wolle regionale Umschreibung der Organisationen durch bischöfliche Demarkationslinien; in katholischen Gegenden würbe nun in einigen Wochen ida» Kommando an bie „Christlichen" ergehe«: Reckt» um, uuncsch, nach „Berlin !
Montenegriner errungen zu haben, denn nach einer Meldung bet ,Agence Haua«' sind bie Soldaten Nikita» über bie Bojana, ben Fluß, der an Elmar, vordeifließt, wieder zurückgegangen. Im Gegensatz dazu melden mouienegrtnlfche Berichte, daß bie Belagerung weiter oorfckreite:
• Rieku. 8. Nov. 1912. Die letzten Vorbereitungen fit ben Hauptangriff gegen Skritari sind brendet. Trotz bH achttägigen Regenroriier« find Vefchütz», Munttron und Lebensmittel «thrtfl nach dem OperlUiouSgebiel» geschafft morden. Auch di» Artillerie »ft tn den besten Ingrrffsfteltungen untergebracht morden. In den letzten Tagen sanden an der Bojana und am Drm tleme Gefecht» unter erheblichen beckerfelttgen «er- lnsten statt.
Tie Grieche« in Saloniki.
♦ Paris, 8. Nov. 1912. Der Spezialkorrespondent der Agence HavaS meldet oon 6 Uhr 30 Min. auS Athen: Dir Griechen haben heute mittag Saloniki liefert Di« Straßen Athen» find illuminiert.
♦ Athen, 8. Nov. 1912. Großer Jubel herrscht Isirr über die Einnahme oon Saloniki. Keschütz- donner meldet da» Ereignis weithin; alle Kirchen» glucken läute« und jeder preist die hohe Bedeutung deS Erfolges.
Kampf dir aufS Meffer.
• Konstantinopel, 8. Nov. 1912. Der Großwestr teilte den Botfckattern ben Beschluß der Regierung mit, ben Krieg bis aus» äußerste fortz«setzen. Dte Blätter werden morgen von der Regierung infputerte Artikel bringen, in denen dl« Bevölkerung aufgesorderl wird, freiwillig sich zu stellen und in jeder Beziehung an der Verteidigung teilzunrhmen, denn dre Regierung sei eutschwflen, bi» aufS Sttrffer Wider» stand zu leisten. __
W. Wte«, 8. Nov. 1912. Dir „Neue Freie Prefle" meldet auS Konstantinopel: Von beftunter- richteter Seite verlautet: Der Beschluß deS Rllnister. rats, den Krieg bi» zum Aeußerstrn sortzu- setzen, wirb mit aller Energie durchgeführt werden. Besonderes Gewicht wirb auf die Hebung der Moral der Truppen durch religiöse AndachiSstunden gelegt werben, zu welchem Zweck einige hundert Imam» zur Armee entsandt werden. Offiziere unb Unter» offijiere erhalten den Befehl, bie Mannschaften durch tägliche Ansprachen übet die Bedeutung de» Entscheidungskaa p e« für bte Türket unb ben Islam aufzuklären. Der Sultan selbst wird heme zum vierten Male fett Beginn deS Kriege» beim Mantel be» Propheten beten.
Tie Zuftänbe in Konstantinopel.
♦ Bukarest, 9. Nov. 1912. Nach Konstanza sind wilde Gerüchte über die Lage in Konstantinopel gelangt Es sollen grohe Unruhen auSge- b r o ch e n sein, G a I a t a soll in Flammen stehen und die Kurden sollen, von Softas auf geritzt Massakers begonnen haben. Die Behörden seien machtlos. Die Statwnäre der Großmächte hätten Abteilungen zur Bewachung der Botschaften gelandet Der rumänische Dampfer „Printrsa Ma-
läng» der Küste de« Marmora» unb be« Schwarzen Meere» an fitesten, um die türkischen Truppen tn der Verteidigung der Tschmaldschalinie zu unterstützen.
Die Berteidigung von Adrianopel.
♦ Konstantinopel, 8. Nov. 1912. In einem osfickellen Telegramm be» Walts von ttönanopel vom 6. Noodr. werden Die Kämme des Walts von Adrtanopel folgender« matzen dargeiieUl: Am 22. und 23. Oktober gr.ffen Abteilungen der Avrtanopeler tSarniion ote Positionen auf der Lt-te Jusiuff—Tamchan—Korudschu an. Der Kampf endete erfolgreich. Am 22. Oltober prtff der Feind den Se tor Maralch, nordrorfttich der Fortt- fikationen oon Adrianopet an. Jnwla» de« autzerordeutlich lavieren Widerstandes der oitomamichen Truppen roar der Stamm sehr blutig; der Angriff de« Fein- der wurde zurückqelÄlagen und leine Aimädtrung an den Sektor verhindert Am r9. Oktover wurde «m Ausfall unternommen, der dem Feinde große Verluste beivrachle. Im Settor von Marasch kam e« abermals zu einem blutigen Kampf. Der Fernd wurde zwei bi8 drei Kilometer weil zurückgetrteben. Am 5. November brachten rott dem F« no abermals beträchtliche Verluste bei. <D,e Mitteilung der .Daily Mail«, daß Adrtanopel bereit« am Dienstag gefallen fei, tann also unmöglich stimmen.)
* Wien, 8. Nov. 1912. Der Kriegsberichterstatter der Lielchspoft' meldet au» dem buigariichen Hauptquartier: In Adnanopel richtet der Typhus unter der Besatzung große Berveerungen an. Mehrere taulend Mann sind ivphusirant Die Beiatzung der Festung wird trotz vieler Verluste noch aut 4UL00 bt» öoOOU Mann geschätzt Einzelne Stellungen der Türlen sind sehr start Hunger unb Krankheit fetzen der Besatzung mehr zu al» der Feind. Da« Kommando der buigariichen Belagerungstruppen be» avsichtigl keine forcierte Eroberung der Festung, richtet viklmehr ihr Augenmerk auf eine lückenlose Einschließung.
Sie Montenegriner bei Ekulart.
Noch immer hält die tapfere türkische Besatzung Skutari. Sie scheint fnnar einen Eriolp über bte
ria" erhielt Befehl, nach Konstantinopel abzudamp. en, um Flüchtlinge aufzunehmen. Diese Tatsache cheint die erwähnten Gerücht: zu bestätigen; viel, eicht sind sie aber dadurch überhaupt erst hervor- nerufe« worden. Jedenfalls ist den alarmierenden Rleldunge« gegenüber zunächst ein Vorbehalt angebracht
♦ Konstantinopel, 8. Nov. 1912. In langen Zügen treffen die muselmanische« Landleute auS den von den Bulgaren bedrohten Gegenden hier ein. Die meisten von ihnen sind auf dem Wege »ach Asien. t
* Konstantinopel, 8. Nov. 1912. Hier ist davon vielen geglaubte Gerücht Verbreitet, daß die türkische Armee in Panik aus den Tschataldscha- Linien geflohen ist und auf bi» Hauptstadt zurück- flutet Tie Furcht vor Aufruhr und einem Christemnassaker unter den Europäern ist im Wachsen. Biele Europäer haben die Stadt bereits ver- lassen. Wenn die geschlagene« türkischen Truppen in Konstantinopel einbringen, werden sich sicherlich schreckliche Plünderungsszenen abspielen. denn dir Soldaten sind völlig verhungert und verzweifelt und werden vor nicht» zurückjchrecken, um sich in den Besitz von Lebensmitteln zu setzen.
♦ Pari», 8. Nov. 1912. Heute abend wird gemeldet daß die Verwirrung in Konstantinopel geradezu den Gipfel erreicht hat. Der Großwestr hat die Botschafter beschworen, unter allen Umständen ben Einmarsch der Bulgaren in Konstantinopel zu verhindern. Die Botschafter haben darauf ausweichend geantwortet Tie NUnister erklären, daß sie keine Verantwortung übernehmen für den Fall, daß die Bulgaren bte türkische Hauptstadt betreten. Die Botschafter verlangten alsdann von Kiamil Pascha Sicherhetts- maßregeln für die Fremden, was zugesagt wurde, doch sieht man mit Bangen dem Eintreffen der flieheuden Truppen entgegen. Man glaubt, daß bte türkische Linie von Tschataldscha sich nicht länger als noch 21 Stunden halten könne unb daß die Bulgare« am Montag früh vor den Tore« Konstantinopels sein werden.
O
• Clara Zayara, 8. Nov. 1912. Alle militärischen Kreise loben hier die vorrüglicke Wirkung der bulgarischen Artilleriegeschofse, die von Krupp aehefert morden sind. ....
* Kollstantin«pkl, 8. Rov. 1912. Ter deutsche Rteuiet „eytneta" ift angekommeu. „
• Abknllah Pascha adgefttzt. Abdullab Pascha, der dazu auserlehen war, die türkische Ollatmee, Oie sich südlich oon Adrtanopel sammeln sollte, zu führen, ist nach den Fehlfchlägen oon Rirhhffe, Lüleburgas unb Tschorlu aus seiner leitenden Stellung entfernt worben. Wir erhallen folgendes Telegramm:
• Konstantinopel, 8. Noo. 1912. Der Komma«, dank der Cftarmee, Abdullah Pascha, der gestern hier einltaf, ist vom Kommando enthoben worden.