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39. Jahrgang

Fulda, Freitag den 25. Oktober 1912.

Erstes Blatt»

JV» 246.

i

AlS dann aber eie unbedingt neutrale Haltung Deutschlands und Oesterreich-Ungarns offenkundig ward, während die Nachrichten über die Begünsti­gung des Waffenjchmuggels, den Frankreich und Euglm d zu Gunsten der türkisch-arabischen Streit- Käste zuließcn, immer bestimmter wurde, und als dann vollends die Beschlagnahme der zwei sranzü- srschen Schiffe im tyrrhenischen Meer erfolgte, da schlug die Stimmung in Italien um und wandle sich wieder mehr den beiden verbündeten Staaten zu.

Kaum hat jetzt Italien mit der Türkei Frieden geschlossen, da macht sich der 'Minister des Aus- wärtigen in Oesterreich auf die Reise, um sich mit mit seinem italienischen Kollegen zu besprechen. Ueberall ist diesem Besuche des Graten Berchiold große politische Bedeutung deigcmeffen worden und auch die Art seines Empfanges bekundet die Wichtigkest, die von der italieniichen Regierung diesem Besuche beigelegt wird. Das ganze itolte- «flehe auswärtige Amt hat den österreichifchen Minister in Pisa empfangen, eine Auszeichnung, die bisher noch keinem Staatsmann erwiesen worden in.

Das Ergebnis der, Besprechungen der Staatsmänner hat nach dem amtlichen Kommunique die vollgändige Ueberelnstlmmung in den Ansichten der italienischen und der österreichisch-ungarischen Regierung über die Balkanfrage an den Tag gelegt. Die beiden Staatsmänner waren sich darin einig, daß es zweckmäßig sei, sich in Fühlung m st­einander zu halten, um, gestützt auf die Bande des Bündniffes, das beide Regierungen und die Regie­rung von Berlin einige, und unter Mithilfe der anderen Mächte zur Wiederhelstellung des allge­meinen Friedens beizutragen. Dieter Wille dr E iiigkeit und zum Frieden gibt der Hoffnung Be­rechtigung, daß der Balkankr eg nicht jene schlimmen Folgen haben wird, die verschiedentlich schon unver- weidlich schienen Der einige Dreibund dürfte gegen- wärlig umiomehr Gewicht in die Wagscbale der hohen Politik zu rocijen haben, als der Dreiv.rl ano Frankreich, England, Rußland sich augenblicklich nicht großer Einmütigkeit zu erfreuen hak.

Wenn aber die Erneuerung des Drei­bundes wieder feste Gestalt gewinnen wird, dann wird Deutschland gut tun, auf eine destnnmlere Festlegung der Rechte und Pflichten hinzu- wliken. Es muß doch eine gewisse Gegenseitigkeit vorhanden ietn, wenn der Dreibund überhaupt jjroect und Vorteil haben soll. Deutschland ist bis­her durchweg der gebende, aber kaum jemals der empsangende Teil gewesen. Bei einer Erneuerung des Bundes müßte unbedingt darauf hingewirkl werden, daß auch Deutschland bei dem Geschäft

ktliffe würde einen betrüblichen Erfolg der bul­garischen Waffen darstellen, da sie geeignet ist, bte Stellung der Türken bei Adrianopel zu erschüttern. Die Rückzugs- und VerproviantrernngSlrnre der Türken wird dadurch wesentlich bedroht.

* Sofia, 24, Oft. 1912. Wie die „«gen« Bnl- gare" meldet, haben die bulgarischen Truppe« Kir- kiliffe genommen und reiche Beut« gemacht.

r Sofia 24. Okt. 1912. Die Bulgaren machten bei der Einnahme von Kirkiliffe 50000 Man« mit zwei Paschas zu Gefangenen.

W Sofia, 24. Okt. 1912. Als die Nachricht vcm der Einnahme von Kirkiliffe bekannt wurde, zog eine große Menschenmenge, die Fahnen der ver- bündeten Nationen trugen, durch die Stadt und ver- anftaltete vor der griechischen, serbischen, ruffischen und englischen Gesandtschaft, vor dem königlichen Palais und vor dem Militärkasino Kundgebun­gen. Es wurde die Nationalhymne gesungen und überall Freudenrufe gehört. Als die Manifestanten auf der Straße dem griechischen Gesandten Pamas begegneten, hoben sie ihn auf die Schultern. Die Glocken aller Kirchen läuten, die Stadt ist beflaggt. Morgen finden im ganzen Königreich Seelenmessen ür die gefallenen Bulgaren statt. Gleichzeitig wer­den Dankgottesdienste für die Erfolge der bulgari- eben Waffen gehalten werden. Bei der Einnahme von Kirkiliffe haben die Bulgaren zahlreiche Ge­ll n g e n e gemacht.

Die Meldung von 50000 Gefangenen ist danach offenbar stark übertrieben; nach einer Meldung des Wölfischen Privatkorrespondenten in Konstantinopel wurde Kirkiliffe von den Türken geräumt. Eine

aus feine Rechnung komme. Es müßten be- flimmte Abmachungen, besonders auch in niili änfcher Hinsicht getroffen werden, die für einen jeden Der 'Drei Staaten im Notfälle Verlaß böten.

Das wäre auch im Intereffe eines Weltfriedens wünschenswert.

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moitatebtitoge: „$ulbaet Geschichtsblätter"

weitere türkische Meldung besagt:

* Konstantinopel, 23. Okt. 1912. Die noch cm- dauernden Kämpfe auf der Linie Kirkiliffe- A d i a n o p e l sind sehr blutig. Nach bei dem Kriegs- Ministerium eingelaufenen Nachrichten sind die bei­derseitigen Verluste recht beträchtlich. Die Zahl der Verwundeten, die hierher geschafft werden sollen, ist so groß daß die int hiesigen Militär- und Regie- rungshospita' verfügbaren Räume unzureichend sind. Des Nachts wurde die Räumung des Universitäts- gebändes angeordnet, um es in ein Spital um­zuwandeln

Wir lasten noch folgende Meldung aus bulga­rischer Quelle folgen:

W Sofia, 24. Okt. 1912. Die bulgarischen Trup- stehen vor Adrianopel, fünf bis acht Kilometer entfernt, und verstärken ihre Stellungen. — Die erste in Stara-Zagora angelangte Gefange- nengrnppe besteht aus 342 Soldaten, Unteroffizieren, einem Leutnant und einem Hauptmann. Zwei Wei- tere Gruppen dürften heute von Mustapha Pascha abgehen. Ein von den Türken aus Adrianopel unternommener A u s f al l endete mit dem Rückzug der Türken, die große Verluste erlitten und zwölf Kanonen und Munitionswagen zurückließen. — Im Distrikt Razlog widerstanden die Türken bei E l e ch- n i v a heftig, waren jedoch gezwungen, einem Gegen­angriff zu Weichen. Sie zoaen sich gegen Bansko und in der Rickflunq auf Nevr okop zurück. Die Verluste der Bulgaren sind unbedeutend.

W. Star« Zapora, 21. Okt. 1912. Die Bnl- garen haben gestern auf Der Südfront die Arda überschritten. Nach der Einnahme der vorderen Befestigungslinie bei Maras wurde von den Bnl- garen Adrianopel von Süden einge»

Deutscher Neich.

• Berti«, 24. Okt. 1912. Der Kaiser hat sich ,um*Besuche des Großrerzogs von Sachten nach Weimar begeben. Tie Kaiserin folgt am Frei- tag. Die gestern im Ettersberger Forst angejctzte Holjagd verlief programmä ig.

)( Tie Tagesordnung des Abg^orduetenhaufes für Die nächste Woche hat ewige Abänderungen erfahren. Das SchlepvMonopol-Gesetz wird am tUion» tag in erster Lesung beraten werden. Ter Dienstag ist für die zweite Beratung des Sparkaisen-Ge- eh es Vorbehalten; Die polnbche Interpellation übet d e Enteignung ibll am Mittwoch aus die Tages- ortmung getetzl werden. Hierzu wird voraussichtlich vom Zentrum Abg. Graf Ptaichma sprechen. Tie Verhandlungen über Die Interpellationen werden möglichem).iw auch noch den Donnerstag austüücn. Wenn das nicht der Fall ist, findet am Tannersiag die dritte Lesung des Sparkassen«Gesetzes statt ferner werden an diesem Tage die Gcbühren- Ord'nung der Kreisärzte und die vorliegenden Ver- otDnuncen über die Reisekosten-Berechnung verschte- dener Beamten-Kategorien beraten werden.

c Weitere Anträge und Zoteipkllatioue«. Die «ationlllliberale Fraktion des preußischen Abgeord- netendauses hat Den Antrag eingebracht, unverzüglich eine Sammlung und Sichtung des vor- Hand en en Rechtsstoffes zu Dermriaflen um durch Ausscheidung veralteter, durch Klarstellung zweifelhafter, durch Zusammenfassung oetiireubr und durch Vereinheitlichung gleichartiger Vorschrilten einen möglichst zeitgemäßen, sicheren, übersichtlichen und einfachen Rechiszustand herbeizusühren. — Die freikonfervative Fraktion hat folgende Jntelpellalion eingebracht: »Welche Maßnahmen gedenkt die K, l. Sloaleregietung zur Entlast» g der zahlreichen mit Kommunallasten, insbesondere mit Volkslchul- lasten, überbürdete« Stadt« und Land­gemeinden, namentlich mittlerer und t einerer Städte, zu ergreifen—.Die polnische Inter-

2er SaltaSri«!.

Di: Schlacht bei Adrianopel tobt weiter. Beide Teile veröffentlichten Siegdepeschm schon, als j der Kampf sich im Eingangsstadium befand. Teil- i erfolge werden aufgebauscht, wichtig:- wird ver­schwiegen, so daß man sich noch kein klares Bild über die Lage machen kann. Kirkiliffe, östlich von Adria­nopel ist nach bulgarischen Meldungen erobert, unb nun kann die bulgarische Armee, soweit sie nicht für die Belagerung von Adrianopel nötig ist, füdwäris nach Konstantinopel marfchieren, wob:i sie freilich Gefahr läuft, später im Rücken von den Türken an­gegriffen zu werden.

Die Serben wollen nach den gestrigen letzten Meldungen nach dreitägigem erbitterten Kampf Novibazar, di: Hauptstadt des Sandschaks, ein­genommen und damit ihre Bernnigung mri der montenegrinischen Armee gesichert haben. Schon vorher sei ihnen Egri Palanka, Knmanowo und Prijchtina in die Hände gefallen. Dort wollen jetzt die Türken die Serben und die mit ihnen vereinigten Bulgaren zurückgeworsen haben. Ebenso sind bei Kumanova vier serbische Divisionen geschlagen worden.

Bedrohlich gfitaltet sich die Lage der Türken an i>CT griechischen Grenze. Nachdem Risa Bey mit seinen 22 Bataillonen der wenigstens 70 000 Mann starken griechischen Armee in vorbereiteten Stcllnn ren Widerstand geleistet hatte, ist er bis hin­ter die Berria zurückgedrängt worden.

kirkiliffe von den Bulgare« genommen.

Im Gegensatz zn den türkischen Meldungen, die von einem Zurückdrängen der Bulgaren wiffen woll­ten, ist es, wie offiziös ans Sofia berichtet wird, Der bulgarischen Ostarmee gelungen, Kirkiliffe zu er­obern, um das bekanntlich schon fett mehreren Tagen erbittert gekämpft wurde. Tie Eroberung von Kir-

Die Montenegriner vor Skutari.

Vor dem Fort T a r a b o f ch, an ihrem südlichen Flügel beim Bojanasluffe, haben die Montenegriner, wie sie selbst zugeben, bisher die schwersten Verluste erlitten. Das Fort Tarabosch hindert diesen tflnqel am weiteren Vormarsch gegen Skutari. Tre Be- sestiquuq muß genommen werden, bannt der Weg nach Skutari frei werde. Ter montenegrinische Ge­neral Martinowitsch, der vor Tarabosch kommandieri, hat, nachdem die ersten Singriffe ans das Fort ab- geschlagen waren, längerer Zeit bedurft, urn ferne Streitkräfte wieder zu sammeln und einen Sturm vorzubereiten. Es wird gemeldet: . . . .

* London, 24. Okt. 1912. Aus Cetmze wird berichtet, daß es den Montenegrinern in der tiergan­genen Nacht gelungen ist, nach hartem Kamps tue Höhe von Ebokap zu besetzen, die von höchster strategischer Wichtigkeit ist, da sie die Befesttgungs- werke' von Tarabosch vollkommen beherrscht. Die Einnahme von Skutari dürfte noch vor Ende der Woche zu erwarten sein.

* Konstantinopel, 23. Okt. 1912. Durch die An­kunft türkischer Verstärkungen mH bte Gefahr einer Einnahme von Skutart durch die Mon­tenegriner als beseitigt.

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Heber die Aussichten der beide« Partei« im Valkankriege schreibt Th. Schiemann in der ,Kreuz«

pellation über die Enteignung hat folgende« Wortlaut: .

„Ist der Staatsregierung bekannt, daß die König« liche unstedlungskommiffion für Weftpreußen und toitn am 10. ds. Mts. beschlossen hat, verschiedene ländlich, Besitzungen im Wege Der Enteignung AnsiedelungS« zwecken zu erwerben? Wie glaubt Die König!. Staats« regierung, diese mit dem Arukel 9 der VersaffuagS« urkunde" für den preußischen Staat und mit De» Artikel 3 Der Bersafsirrig des Deutschen Reiches i» Wideispruch stehende Maßnahmen rechiseriigen z» können?- .... x.

♦ Wg. Baurat Fetisch (konf.) ist gestern «ach« mittag im Alter von 74 Jahren in Berlin g estov« b e n. — Fetisch vertrat seit 1895 den Wahllrei» Potsdam 9 im Abgeordnetenhaufe.

)( Neue Krrisschuliuspektoren in Preußen? Dr« „Neue Pol. Korrespondenz" schreibt: In allen Preu, ßischcn Provinzen ist eine größere Anzahl neben» amtlich zu verwaltender Kreisschulinspektwnsbe^rka aeschasfm unb die Leitung Seminarbirektoren ube« tragen worben. Die nebenamllichen Kretsschulm- svektwnsbezirke haben nur kleineren Umsang, je «ach den obwaltmden örtlichen Berhaltniffen; immerhin kann damit die Entlastung größerer hauptamUch^r Kreisschulinspektionen erreicht werden DorauSsicht. sich wird dadurch auch eine Erhöhung des Fonds für widerrufliche Remuneration an Krcisfchullnspettore« im Nebenamt, der gegenwärtig 460 500 Mark be-

Uns kommt eS auf Den letzten Satz an: .Bo« b« 26 Katvoliken wurden 5 eoaugeltfd)!' — Das EScilien. Haus hat ans ichoa einmal beschäftigt, gelegenllicd de» Schapiropiozeffes In Mainz. Damals hatte die Voliz« aisiiteniin, Fiaa Dr. Schapiro, vor Gerrch! ausgewgv daß sie die in das Wiesbadener Eäcrkienüaus ge ch.ciie« Mädchen wieder zurückzeholt habe, wert man Der« lucht habe, dir Mädchen proteftantifd) l« machen! — Die von uns verüffealitchle Gerichts« äußerung brachte der ,Rhein. Bolksztg.' rinr „Berichtv gunfl' ein. Alan »eilte damals es ’o Dahm, al« hab« es sich nur um einen (StniellnU gehandelt, bet welche» der «täuiigam die Urlache des Glaabevswechse.S ge­wesen sei. Wenn wir setz' aber leien mühen, daß vo« den 26 katbolilchen Jmaften des CäcilienhermS fnas proiestann ch gewoiden sind, so wird man es u;ts Im « ptttatlen mühen, wenn wir deute unser« Ansichten «der das Barnethch« Jnstünt .reviSieren« und ,U an» gem iner B-rsicht mahnen.__ . ,.

Ob wohl .Reichs bote', .Tägliche,Rundschau unbj andere eoaugelische Bundcsbläller über diese P™'®* stanlische ,@eekiu5ngetei' sich entrüsten und Bor« kehrtinocn Dageoen verlangen werden $

J Düsseldorf, 24. Okt. 1912 Gestern nachmittag sand unter ungern em zahlreicher Beteiligung da« Begräbnis dr« am 20. Oktober plötzlich verstorbene» Führers der Düsseldorfer Zentrumspartet Dr. Süsge« statt. Betlreter bet Regierung, der städtischen Behörde«, der Sladtverordneteiiverlammlung, der Bresse und deS Klerus gaben dem Berstoi denen das letzte Geleite. Ja den Gl iahen bildete das Publikum me rere Reihen lies Spalier. Selten dürste auch bte Belehrung für einen Verstorbenen in einer größeren Anzahl prächtiger Kia >z« und Blumenipenden zum Ausdruck gekommen sem, al» diesmal. In der KirchhosSkapell« wurde der Sarg zwischen Blumen und Kränien vor Dem Zeichen ow Erlösers ausgestellt, und Psarrer d-eli em,

Anlptache, in Der er Die Verdienste Dr. Husgen« a» Mensch, als Zozialpolrtiler un-> °!s treuer ^h» - n« Kirche würdigte und dervorhob di. FeMgtetr lern» Elmraklers lerne Menschenliebe und em an« "te!»r geflossenes' eifriges loziales Wirken, iem uberzeng eS warmes, fteuges Eintreten kur dl^Recht, der in der Ausübung ihrer großen Wektm'ffwn.

0 Mag Bulgarien auch in feiner militärischen Ausbildung nicht hinter der Tütkci zurückstehen, so hat es doch schon sitzt alles aufgebracht, was eS an Maiuüch it überhaupt aufzudringen iähtg ist. und es kann die Lücken nicht ergäben. dte der Ktteg notwendig In bte Reihen der aktiven A>mee reißt. Rur em bal- biqer durchschlagender Steg kann dauernde Er- lolge brtnaen, und das gleiche gilt — abge eben vor bet Qualität bst Truppen — »uch von Serben unb Griechen. Jeder neue Tag aber stärkt die Widerstandskraft bet Türkei. Auch finanziell fleht die Türkei sicheret als die Königreiche, denen fid) bet Kredit Europas versagt, wenn nicht etwa Rußland lerne Politik ändern und seine so bestimmt anaetündiote pieuiraltlät aufgeben sollte. Enbl.ch i" b,e Hoffnung geid)etteit, die sich an bte Forlbauer des Jtalienuch-Tütkilchen Krieges knupste unb damit bet Türket n.cht nut bte Möglichkrit geboten, ihre in Trtpo rtanten stehenden Man tschasten leran- zaüehen, Ion ein auch mit ihrer Flotte gegen Griechen und Bulgaren zu over eren. Kurz, trotz des unge­heuren Lärms, den bie Verbündeten übet rhie wirk- trchen ober angeblichen Ettolge anschlagen, halten wir auch jetzt noch bie Stellung der Türket jur dte bet weüem aus I ichtsoollere.

Erhöhnng der tüikischen Zölle. Der.Frankl. Z g. wirb aus Konstantinopel telegraphiert: Der Riimster- rat beschloß die Zölle um vier Prozent zu erhöhen. Falls die 'Mächte dagegen Ein pruch erheben sollten, w-rd die Pwrte einwenden, daß die Notwendigkeit, bte Kriegslasten teilweise zu decken, bie Maß­regel gebieterisch erheischt.

»wer thrf». «•!•■«« teil«, <7 bb foletlSPf». »tfiw* Der Kaum eitet Crie* Rtljeii«, 74 «u» bf* lastet 4« Pf»- »<«®* btrbelMflen !«•««. <er@fcn-e

«nrrig« 20 Pf». «P* BotaHeotlre«

«. vertag der 1«MI Aetienbrucker«tü-«ldH zerofprecher Bf. *

Der griechische Borstotz.

r Athen, 24. Okt. 1912. Der Rückzug de­in r k i s ch en Heeres auf Servia (Serftdje) gestal­tete sich infolge der energischen Verfolgung durch die griechischen Truppen zur eiligen Flucht. Ein Sei- tenangriff zweier türkischer Bataillone endete mit völliger Niederlage unb Versprengung der Truppen.

W Salon», 24. Okt. 1912. In der Gegend von Elasona sind die G r i e ch e n sest gestern am w e i- teren Vordringen gehindert worden. Auch die Versuche der Griechen, die türkischen Stel- lungen bei Metsovon zu umgehen, wurden ber­eiten. Die Griechen mußten unter erheb­lichen Verlusten zurückweichen.

r Athen, 24. Ott. 1912. 800 weitere kretische Soldaten kamen hier an. Ihre Abfahrt uach Kanea wurde infolge Eingreifens des ruffischen Krtegs- fchiffes von den englischen Kriegsschiffen nicht gehtm bert. — Der Premierminister Veniselos sprach heute die Ueberzeugung aus, daß die Türkei bald zum Frieden gezwungen werde.

schlossen. Zwei tür'.ische Bataillone machten einen Ausfall, Die Bulgaren einen Gegenangriff und erbeuteten drei Schnellfeuer-Batterien und machten 1200 Gefangene.

Schwere Niederlage der Serben.

Tie serbische Kolonne, die, auf dem Marsche nach UeSküb. über Bojanowtze unb Tabanowtze am Dienstag in Knmanowo, nordöstlich vor Uesküb, eingetroffen wat und den Ort nach serbischen Acel- bungen bereits besetzt haben sollte, ist am Mittwoch von den Türken aufs Haupt geschlagen wordm. Der Draht meldet darüber:

W Konstantinopel, 24. Ott. 1912, 9 Uhr 45 Mi«, vormittags. (A m t l. Meldung.) Tie bei Ku- ' manowo zusammengezog-ne türkische Westarmee hat ! die Serben, die vier Divisionen stark waren, anqc- griffen. In einet blutigen Schlacht wurden bie Serben unter ungeheuren Berlusten vollständig ge­schlagen. Die Türken haben die Versolgung aufge- nommeit.

W Konstantinopel, 24. Okt. 1912. Nach weitern amtlichen Meldungen stand die serbische Hauptarmee, die von den türkischen Truppen in der Gegend von Knmanowo angegriffen und geschlagen wurde, unter dem Befehl de« Kronprinzen Alexander.

W Konstantinopel, 24. Ott. 1912. Die türkischen Blatter melden Einzelheiten über bie Kämpfe mit den serbischen und bulgarischen Truppen, die sich in der Gegend von Knmanowo zu ver­einigen suchten. Danach nahmen die türkischen Trappen vier bulgarische und sechs serbische Kanonen ' sowie eine serbische Fahne weg und machten mehrere Gefangene. Ter Feind ist bis Biljcrtfch, 25 Kilo­meter nördlich von Knmanowo, geflohen. —1 Tanin verzeichnet das Gerücht, daß die B u l g a r e « Mustafa Pascha geräumt haben.

W Sakovik, 24. Ott. 1912. Die türkische Arme: warf die Bulgaren und Serben unter schweren Verlusten ans Kratow o, Kotschana, Bujanovice, Osmanje unb Kumanowo hinaus und erbeutete dabei zehn Geschütze. Die Serben gingen über Zibestsche zurück.

* Belgrad, 24. Ott. 1912. Heute nachmittag traf die mit Ungeduld erwartete amtliche Meldung von der Einnahme von Knmanowo ein. Bor dem Einmarsch der serbischen Truppen in die Stadt spielte sich ein Feuerkampf der beiderseitigen Artil­lerie ab, in dem die türkisch: Artillerie unterlag. (Die Lcachricht steht mit den türkischen Meldungen i« schroffem Widerspruch.)

trägt, notwmdig werden. , _ ,, - .

4- Dec .Po-wärt-, unb bie Piasidevtenwahl. Ter Umstand,daß bie konservative Fraktion des preußitche« Abgeordnetenhauses den sozialdemolratischen S ordneten offiziell davon Kennfus gegeben hat da» fie beabsichtige, den Grasen Schwertn-Löwitz al» Präsidenten des Abgeordnekenbauses vorzuschlagi.«, aibt dem »Vorwärts Veranlassung, von einer „zu« nehmenden Einsicht der ^nfervatwen- « iprechen. Die Befürworter der Provokationstatttr Ichienen diesmal in der konservativen Fraktion untre» legen zu sein. Darum würden bte Genossen gige« eine eU oorgeschlagene Wahl durch AkUamatum feinen Einspruch erheben, wen« sie sich auch an der Wahl nicht beteiligen würden. Der .Vorwärts stellt dem Grasen Schwerin-Löwih sogar da» Zeugnw aus, daß er für seine Perfon nicht „toruutt8« lüstern" sei. Die »Deutsche Tageszeitung' Nr. 541 erwidert dem .Vorwärts': . . »

,D>« früheren Präsidenten bH HauseS war«« ebenso mtnta „fonflitHtüttent* wie bu Herr-« «t^M ordneten Graf Schwerin md o. Brandenstem. Konfl'd»« lüfiern warnt alUtn dir So,tald.moträte» Das haben sie ja tatsächlich zugegeden Soll en fi« später, was wir nicht etroarien unb «icht wunlche» abnüch« «onfltklslüürrnheü betunben, so würde 1^« tonieruatto« Präsiden» ihnen mit bet "forderlich« Entschiedenheit entgegentreten. Au« der Tatlach«, da, bie tontetoative Fratuon der sozralderno lattlchen vo« ihrer Absicht, den Grafen v. Schwerin als ^raitLe Ueu voizulchlacen, offiziell Kenntnls gegeben b«t aus nicht aut eine Aenoerung der valtung der Komer« oativen gegenüber den Soziatdemokta en zu Ichltetzrn.

♦ Ter Landeskirchenrat von Sachsen-Koburg ««» das Jesuitengcsetz. Der Laudeskirchenrat des Her« zogtums Sachfeu-Kobutg beschloß, die Staatsregi> runa zu ersuchen, ihren Bundesratsvertreter anzu­weisen, gegen eine Aufhebung oder Abfchwachung des I e s u i t e n g e s e tz e s zu stimmen. Der an- w:senbe Ministerialches soll dies zugesagt haben. —* Was würde man auf protestantischer Serie wohl sagen, wenn ettua die Fuldaer Bischosskonferenz m die Angelegenheiten der evangelischen Kirche sich einmischcn unb bie preußische Regierung aufsordern wollte, in einer bett Protestantismus betreffenden lirchenpolitijchen Frage biescs oder jenes zu tu«?

• Wie ßathoUttn plotistauMch »tmaebt roaetx* zeigt folgende der .Rhein. Volkszlg.' (Nr. 242) ts Wiesbaden entnommene Mitteilung:

Das Eä-rit.ndaus - ei« d" -lyie.a Haus. Das unter der Leitung von FrU Barnre stehende CäcilienhauS veröffenlkrcht k« der Wiesbadeu« Tagespresse einen Jahresbericht. In demjeiben heißt eS.

, . In der Zeit vom 1. Mär, 1910 bt# XKM August 1912 erhielten 146 Mädchen nlro. a« »840 Tagen Pflege, Darunter waren 140 Unverheiratete, « Verhriraiete^ 118 Evangetifche, 26 Katholiken, 2 Israe­li,en Bon den 26 Katholik«« wurDe« f»«f

4- Der Dreibund.

Durch den Besuch des österreichischen Ministers des Auswärtigen Grasen BerchtolD in San Rrssore unD Durch Den angekünDiglen Besuch Des italienischen Ministers Des Auswärtigen beim deutschen Staatssekretär von Kiderlen-Wächter ist Die Frage der Erneuerung des Dreibundes wieder attuell geworden.

Zu Beginn des italienisch-türkischen Krieges war die Stimmung in Italien den beiden Verbündeten gegenüber alles andere al» freundlich. Man war erbost und erbittert Darüber, daß in Der Preffe Dieser Länder nicht nur nicht mit Begeisterung von dem italieuischen Feldzug gesprochen wurde, sondern sogar das Vorgehen der Italiener einer nicht unbe­rechtigten Kritik unterzogen wurde. Unverblümt wurde damals in Italien die Frage erörtert, ob Italien nicht einen Austritt aus dem Trelbund vollziehen solle. England und Frankreich haben ihr Bestes getan, um die Italiener zu diesem Entschluß zu bewegen unb den Dreibund zu sprengen.