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M 238.

Mittwoch den X6. Gttsder J9J2.

59. Zahrgaug.

* fulüattM Zeitung

2. Blatt.

vrnck H«b Verlag der Luldaer acfitMbrwdttd in Znlda.

!v. Generalversammlung des Bonifatius-Sammelvere'ms.

e. Aachen, 13. Olt. 1912.

Die Generalversammlung begann mit einem Be- zrüßungSabcnd im Kurhaus, wo ^geordneter Bacciocco die Tagung namens der Stadt begrüßte. Vorher hatte bereits eine Frauenversammlung statt- gesunden, in der Dechant Dr. Gruber (Braunschwe g in interessanter Red- das Arb-tts eld dez B°nifa m8 Sammetvereins schilderte, ^^er sprachen noch B.schof Dr. Schäfer (Dresden) und Wethbrschof Jlligens (Münster). _ .. . m ,

D,r heutige Tag begann mit einem Pontifikalamt im Münster. Morgen? fanden Vorstands- und Aus­schußsitzungen statt. Nachmittags folgte eine Frftver- sammlung. Der Präsident, Graf Stolberg, legte dar: Den Gründern des Bonifatiusvereins sei es klar gewesen, daß sie eine große Aufgabe zu erfüllen hatten. Heute seien es über 8000 Seelsorgestellen, deren der Bonifatiusverein seine Hand habe reichen müssen. Zweige seien am Baume entstanden; deren schönster sei der Bonifatius-Sammetverein, welker für die Kinder in der Diaspora sorge. — Die Festrede hielt Nelchs- tagsabg. Graf Galen. Er führte aus: Die Not in der Diaspora sei jetzt größer als zu der Zeit, da der Bonifatiusverein gegründet wurde; er bedürfe daher der Förderung mehr als je. Das Volk müffe den Bonifatiusverein kennen lernen, dann sei es ihm auch der liebste Verein. In Preußen gingen 60000 katho­lische Kinder in protestantische Schulen. Dazu komme ix den meisten Fällen das häusliche Elend der Kinder in Familien, in denen das religiöse Leben sehr ost er­kaltet sei. Da gelte es noch viel zu schaffen, wenn auch der Bonifatius-Sammetverein schon großes getan habe. In jedes HauS müsse eine Sammelbüchse unter Verwaltung der Kinder. — Glückwunschschreiben waren eingegangen von den Bischöfen von Fulda, Paderborn, Osnabrück und HildeSheim, vom Präsidenten der Aachener Katholikenversammlung, Justizrat Schmi t Mainz. Stadtpfarrer Dr. Simon aus Bayreuth schilderte die Diasporanot in der Bamberger Erzdiözese. Bischof Dr. Schäfer erklärte, daß die Aachener Ver­sammlung zu den schönsten Bonisatiusoereinsversamm- lungen gehöre, der er beigewobnt. Gerade die kom­mende Advents- und Weihnachtszeit biete die beste Ge­legenheit, in den Familien für den Bonifatiusverein zu wirke«.

Deutsches Reich.

.:. Der Hansabund gegen das — Christentum. Ist das glaublich? Nun, wir wollen die Tatsache für rtd) sprechen lassen. Der Hansabund gibt eine eigene Zeitschrift, ein „offizielles Organ" heraus. Nr. 39 >om 5. Oktober 1912 dieses offiziellen Hansabund- »rganes bringt folgendrs Inserat:

„Das Christusprodlem gelöst I Soeben erschien: Bor 1900 Jahren l Wer war Jesus Christus? In einer alten orientalischen Bibliothek ist ein Dokument gefunden worden, das ganz genau mitteilt, wer Jesus Christus war: ein Bundesbruder des Essäerbuudes, einer Art Freimaurervereinigung. Es ist der Bericht des Aeltesten dieses Bundes in Jerusalem an den Aeltesten in Alexandrien. Ein christlicher Priester ver­suchte bei der Entdeckung das Dolument zu vernichten, da sich die ganzen mystischen Wundergeschichten au einmal ganz natürlich erklären. Die Vernichtung gelang ihm aber nicht. Dieser historische Bericht ist ins Deutsche Übersetzt worden, mit einem Vorwort über Pontius Pllatus neubearbeitet von Ferd. Schmidt. Kein Denkender wird das Werk unbesriedigt aus der Hand legen. Preis tc. durch Albrecht Donath, Verlag, Leipzig 31."

Lediglich ein Beweis für den Tiefstand unserer modernen Geistesbildung! Wir sind überjatgt da­von, daß der Hansabund ein Inserat des Bundes der Landwirte, in deut dieser feine Literatur anpreist, nicht ausgenommen haben würde. Einer Verlags- anftatt aber, die alte längst abgetane Märchen zu eigennützigen Zwecken als neueste Weltereignisse von gestern zurechtstutzt, öffnet man ohne Bedenken seine Spalten, auch wenn schon der Text des Inserates die dümmsten Angriffe gegen die Gottheit Christi richtet. Bekanntlich kommt es hier und da vor, daß dir Sozialdemokraten Christus für sich und ihre Ideen beanspruchen. Es ist ihnen nun ein Kon­kurrent in den Freimaurern erstanden, und es ist bezeichnend, daß der Hansabund sich als Propaganda­michel dieser Leute hergibt. Man muß sich das merken.

* Der Bureaukratismus in den Staaiskaurleien. 8 er deutsche Kanzleibeamienbund hat eine Resolu­ten an den Reichskanzler zu richten beschlossen, in )-rr um eine Aenderung des heutigen Arbeitssystems

gebeten wird. Wie berechtigt dieser Wunsch ist, zeigt -er heutige Geschäftsgang tn den staatlichen Kanz­leien, der folgender ist:

Jedes bei der Behörde entstandene Schriftstück, von dem eine Reinschrfft oder Abschrift z« fertigen ist, geht vorerst durch die Registratur und wird dann der Kanzlei zum Einträgen in das Tagebuch überwiesen. Dann geht das oftmals kaum zehn Zeilen umfassende Schriftstück an einen besonders bestellten Beamten, der die Silben» und Zeilenzahl zu taxieren hat, worauf es der Kanzleibeamte zur Abschrift erhält. Vorher jedoch hat der Beamte einen Arbeits­zettel mit Angabe der Bortaxe und der von ihm ermittelten Zeilenzahl zu versehen. Nach der Her­stellung der Reinschrift geht diese wieder an einen besonderen Beamten zum Nachtaxieren. Dann erhält die Lesehalle das Schriftstück, um es auf seine Richtigkeit hin zu prüfen und hierauf wandert es zuruck zur Kanzlei zum Austragen aus dem Tagebuch.

Es kann nicht überraschen, daß bet diesem schäsisbetrieb häufig sechs bis acht Tage vergeh m, bis so ein kleiner Schriftsatz endlich fertiggestellt ist und abgesandt werden kann. Tausende von Mark -werden gänzlich überflüssig verausgabt. Es ist tat­sächlich an der Zeit, daß hier Abhülfe geschaffen und in Zukunft nicht mehr von dreißig Kanzleibeamten durchschnittlich zehn ausschließlich mit Nebenarbeiten beschäftigt werden. Der Beamtenbund schlägt die Auflösung der Kanzleien und Ueberweisung der Be­amten an die einzelnen Verwaltungsstellen vor.

Aus dem Nachbargebieie.

* Frankfurt, 15. Okt. 1912. Der Termin für die Anmeldung zum Kaiserpreis-Wettsin- g e n, das im nächsten Sommer hier stattfindet, ist jetzt abgclausen. Nach den Anmeldungen wird eine weit größere Zahl von Vereinen an dem Wettstreit iellnehmen, als es bisher der Fall war. Namentlich sind Anmeldungen aus Rheinland-Westfalen erfolgt. Einzelne Vereine, die früher mit 70 bis 80 Sängern das Konzertpodium betraten, werden im nächsten Jahre mit 150—200 Sängern erscheinen; ein Effe- ner Gesangverein Ivird sogar in einer Stärke von über 300 Sängern antrete«. — Der Gärtner Amann, der wegen zahlreicher Einbruchsdiebstähle verurteilt war, ist auf dem Transporte in die Straf­anstalt Freiendiez entsprungen. Amann soll sich bei einem Bauer in dec näheren Umgegend von Franksitrt a. Al. aufhalten und bei der Kartoffel- ernte beschäftigt sein. Im Oberkiefer fehlt der linke Schneidezahn.

* Hersfeld, 15. Okt 1912. Gestern mittag hat die fröhliche Lulluswoche mit dem Anzünden des Lullusseuers ihren Anfang genommen. Wie immer, wohnte auch diesmal eine tausendköpfige Zuschauermenge dem historischen Schauspiele bei.

* Rotenburg, 15. Olt. 1912. Oberlehrer Kel­ler von der höheren Bürgerschule ist als kommissa­rischer Seminarlehrer nach Homberg berufen.

* Melsungen, 15. Okt. 1912. In diesen Tagen feierte die hiesige Verlagsbuchdruckerei Hopf das Fest ihres 40jährigen Besteh ms. Zu gleicher Zeit kennte ihr Gründer und Herausgeber der „Hessischen Blätter" seinen 70. Geburtstag begehen.

* Rödelheim, 15. Okt. 1912. In einer hiesigen Holzsiederei st ü r z t e der 56jährige Taglöhner Lang, als er einen Baumstamm in den Jmprägnierkessel herunterlaffen wollte, aus einer Höh: von mehreren Metern in das mit heisirr Lauge gefüllte Baflin. Der Bedauernswerte trug am ganzen Körper schwer: Brandwunden davon.

* Neustadt a. S-, 15. Okt. 1912. In einer Bür­gerversammlung am Montag wurde dem Beschlüsse der Stadtverwaltung, di: Kanalisation und P f l a it e r u n g innerhalb vier Fuhren durchzufüh­ren und zur Deckung der Kosten ein in 18 Jahren zu tilgendes Anlehen von 60 000 Mk. aufzunehmen, zugesttmmt.

* Gianvknborn, 14. Okt. 1912. Einem hiesigen Landwirt sind zwei stattliche Kühe nach dem Ge­nuß von Gras, bne oe'roren mnr,

• Homburg v. b. H., 14. Okt. 1912. Das drei­jährige Kind des Arbeiters Koch in Dornassenheim wurde von einem Lastfuhrwerk überfahren und auf der Stelle getötet. Dm Fuhrmann trifft keine Schuld.

* Wiesbaden, 16. Oft. 1912. Der 46. Kommu­nallandtag hafte an die Münster des Innern und

den Kultusminister -eine Eingabe gerichtet, bei der zu errichtenden E r z i e h u n g s a n st a l t für schul- entlaffene Fürsorgezöglinge im Bezirk Wiesbaden den simultanen Charakter der Anstatt zu wahren. Die Minister haben nunmehr entschieden, daß die Anstatt nur als rein katholisch■: errichtet wer­den kann. Die Baukommiffion unternimmt in den nächsten Tagen eine Informationsreise, um einen geeigneten Platz für die Anstatt auszuwählcn.

* Mannheim, 15. Okt. 1912. Heute nacht wurde in die Villa des Landtagsabgeordneten Neuhaus eingebrochen. Den Dieben fielen 400 Mark in bar, Kleider und Silbersachen im Werte von 2000 Mark in die Hände.

Amt Geisa und Umgebung.

♦ Geisa, 15. Oft. 1912. Die 7230 bewohnten und 159 unbewohnten Wohnhäuser des vierten Verwaltungsbezirks vertellen sich auf die einzelnen Amtsgerichtsbezirke wie folgt: Geisa 1165 bewohnte und 35 unbewohnte, Kaltennordheim 2087 bewohnte und 51 unbewohnte, Ostheim 916 bewohnte und 25 unbewohnte Stadtlengsfeld 1393 bewohnte und 32 unbewohnte und Vacha 1669 bewohnte und 16 un­bewohnte Wohnhäuser. Tie Zahl der leerstehenden Wohnhäuser ist reichlich hoch, selbst wenn man einige Gemeindearmenhäuser und Sommersitz: begüterter Stadtbewohner in einzelnen Kurorten in Abzug bringt. Der Drang zur Stadt zeigt sich auch in die­sen Zahlen mit großer Deutlichkeit.

* Vacha, 15. Ott. 1912. In einer Hauptver- sammlung des Turnvereins Vacha am Sams­tag abend wurde die Uebernahme des Gauturnfestes des Oberfulda-Werra-Gaues für das nächste Jahr einstimmig befchloffm. Der erste Sonntag im August wurde zur Abhaltung des Festes bestimmt.

♦ Dermbach, 15. Okt. 1912. Gestern fand hier die H e r b st k o n f e r e n z der Lehrer des 4. Ver- walfttngsbezirkes unter Leitung des Schulrats Hei­land statt. Lehrer Ließ-Unterbreizbach hielt einen Vortrag über Bedeutung und Einrichtung von Lehr­mittelsammlungen in einfachen Landschulen. Die mit Aufopferung und Mühe zusammengestellte Mustersammlung von Lehrmitteln zeigte, wie auch mit einfachen Mitteln manches zu erreichen ist. Die Zahl der Schulort: im 4. Verwaltungsbezirk betrug 66 (1905/06: 63); Klaffen 162 (1905/06: 135); Kinder 8342 (7724), davon 4214 Knaben. Auf einen Lehrer entfallen im Durchschnitt 62,7 (67,2) Schüler. Zahl der Stellen 139 (115). 10 Schulen haben 80 und mehr Kinder in einer Klasse, ein Ott sogar 100. Im Bezirk bestehen 67 Jugendbeblio- teilten, 66 Handarbeitsschulen und 49 Schulspar- kassm. Im letzten Jahre wurden 27 501,85 Mart eingelegt.

* Dönges, 15. Okt. 1912. Hier wurde ent ganz seltsam geformter Kohlrabi gefunden, der die Gestalt eines fliegenden Vogels hat und an den bin Enden vier kleine Kohlrabi trägt. — Die Hasel- nußcrnteistin diesem Jahre sehr reichlich aus­gefallen, zur Freude der Jugend, die emsig beginnt, auf den Winter zu sammeln.

Aus Oberheffen u. den hefi. Aemtern.

A Marburg, 16. Okt. 1912. Mit allen akade­mischen Ehren wurde gestern der am Samstag in Köln an einem Schlaganfall verswrbene Professor Dr. Otto Krümmel begraben. Der gesamte aka- demische Lehrkörper, die Chargierten der studenti­schen Korporationen und viele Bürger gaben ihm das letzte Geleit:.

* Marburg, 15. Oft. 1912. Beim Jägerbatail- lon wurden heute 254 Rekruten eingestellt. —- In Sterzhaus: n wurde durch den Polizeihund aus Marbach ein Mann festgestellt, der im Verdacht steht, einem Einwohner nachts in den Kuhstall ein­gebrochen zu sein.

* Frankenbcrg, 15. Ott. 1912. In einer Vor­standssitzung des Berkehrsvereins wurde mitgcteitt, baß der Verein jetzt 65 Mitglieder hat. Der Verein wird in der nächsten Z:tt seine Be­strebungen daraus ttchten, daß unsere Stadt eine höhere Schule für Knaben und Mädchen er­hält. Er sieht ein:« gangbaren Weg in dem Erwerb und dem Ausbau der bereits bestehenden Privat-

schule mit dem Mindestziel einer sechsstufigen, alleH Bildungsansprüchen genügenden Anstatt.

* Kirchhain, 15. Ott. 1912. Die Herbstkon- trollversammlungen finden für den Äteil ikirchhain in der Zett vom 9. bis 13. November 1912 statt.

• Ziegenhain, 15. Ott. 1912. Dem Bürg«» meist« a. D. Schaake in Hatterode und brat Oberwachtmeister Rollmann von hi« ist das Kreuz zum Allgemeinen Ehrenzeichen »«liehen wo« den.

* Oberaula, 15. Ott. 1912. Der Landwirt Gießim benachbatten Hatterode ist dott zum Büs, germeister grwähtt und bestätigt worden. -

vermischtes.

♦ Mit Leuchtgas vergiftete in Berlin nacht»' die 34 Jahre alte Stellmacherfrau Krüger sich und ihre beiden Kinder. Als der Mann morgens heim­kehrte, fand er Frau und Kind« tot im Bett vor.

* Der Löwe ist los. In der argentinischen Stadt Cordoba zerbrach ein Löwe seinen Zwinger und raste in der Stadt umher. Alle Läden Wun­den geschloffen, die Häuser verrammelt. Die Drosch­kenkutscher fuhren mit ihren Wagen in die Kirch«« Einige Kinder retteten sich, indem sie an Blitzablei­tern empottlettetten. Drei Polizisten verfolgten bat Löwen und schossen auf ihn. Schließlich flüchtet« er in eine Garage, wo er durch Hundette von R« volv«schüffen getötet wurde,

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Handel nud Industrie.

^Berlin, 15.Okt. 1912. Börse. BeimSchwlndah der politischen Furcht stiegen die Kurst. Am Mon­tanmarkte vollzogen sich die stärksten Schwankungen. SchiffahrtS- und Bankaktien in guter Frag«. D« Privatdiskont «höhte sich auf vierdreiachtel Prozent.:

s8 Pfund zugenommen.

„Da ich Mlte, daß meine Körperkräst« ein« Stärkung bedurften, habe ich von August bi» hentt Ihre Scotts Emulsion als Kräftigungsmittel regelmäßig gebraucht. Welch guten Erfolg ich bamit erzielte, geht wohl am besten daraus hervor, daß ich in dies« Zen. mein Gewicht von 114 auf 132 Pfund brachte b. L etnt Vermehrung von 18 Pfund innerhalb 6 Monaten. Daß ich mich jetzt gegen ftüher tn ein« viel besseren Ge» mütsverfaffung befinde und meist ftohen, heiteren Mutes bin, möchte ich gleichfalls b« Wirkung w( Scotts Emulsion zuschreiben. Mein Appettt ist ei haltend ein guter."

Doben 6. 6t. Stürlad, 20. 3a*. 12. , . »aMnmn

Rr. «ngeibutg, Oftpr. ® ,

Scott» Emulsion ist nicht» andere» all etx schmackhafter, leicht verdaulicher, wirksamer Nähr»' ft off. Sie besteht au» dem feinsten Norweg«^ (Lofoten) Lebertran, der im Scottschen Straf fahren ganz fein verteilt, daher leicht bekömm­lich und auch für den schwächsten Mag« zn» träglich gemacht ist. Scott» Emulsion wird da­her überall da mit Vorteil gebraucht, wo bti darniederliegenden Kräfte einer Neubelebung rock Wted«auffrischung bedürfen. j

Doch niemals eine Nachahmung — immer nur die echte Scott» Emulsion!

Scott« Bmulfton wird von tme an«tchU«»ltch üe iro»«* eew teuft und zwar nt« lote »ich «ewtcht ober SRafc. sondern tt«| tat wtltegeUen Ortgtetalflatoen tn Karton mit uns»« SchuM« ■otte (grifft)er mit dem Darschl. Scott u. Bomw, 6. m. «. 6» Srantfurt a. M.

veftoadteuer Feinster MedtrtnlU-Leberrrau i«o,o, eeteel •Ulfen* «0.0, nnterp6e6ot)ortgfaut« «fall «A mUervyo«» «ute« Setron 2,0, pela Tragant &A letnster atab. Samaa rate. 3,0. de,all. Wast« 129», mkohol tl.o. HierM «cematiW •ontlHoTi mtr Rtmt . anbei. mb <B<*nttbert»6I re n trorren 1

Ais glänzendsten Tugenden rühmt) man ihnen nach,

den ©oben« Mineral«Pastillen von Fay. <M. ff! sind klein und prästntt«en stch bescheiden, ab« v# es ruhen die wirksamsten Kräfte bet Soden«

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3m Schutze der Zauberers.

89) Engiisch-indiswer Roman von E. A. Heniy.

Alle knieten hinter den Säcken, unter deren ober­ster Reihe man einen Zwischenraum freizulaflen ge» wußt, nieder. Der Doktor schoß zuerst; und als rb dies ein Signal gewesen wäre, donnerten fast in demselben Augenblicke fünf Kanonenschüffe, denen dann noch ein einzelner folgte. Drei Kugeln schlu­gen in die Mauer, die anderen gingen über das Haus weg.

,^Jch habe meinen Mann getroffen", sagte der Dottor. „Könnten wir sie doch am Laden verhin­dern."

Gleichzeitig mit den Kanonenschüssen brach auf drei Seiten ein heftiaes Gewehrfeuer los, und ein Hagel von Kugeln zischte über den Köpfen der Ver­teidiger, die ihrersetts ein regelmäßiges Feuer nach der Batterie hin unterhielten. Die Kanonen wur­den jetzt wieder geladen, wie der Major durch fein Telestop fehen konnte.

„Einige sind gefallen", sagte er, „und es herrscht bereits Verwirrung. Ich glaube, sie werden die Sache Haid satt haben."

Langsam und unregelmäßig schoben sich die Rohre wieder vor, und die Verteidiger verdoppelten ihre Geschwindiakeit beim Schießen, um das Zielen von drüben zu erschweren. Diesmal traf nur ein: Kugel das Haus; die anderen gingen alle darüber hinweg. Danach wurden die Schöffe noch langsa­mer und unregelmäßiger, und nach einer Stunde hatten si: ganz aufgehött.

„Doktor", sagte der Major, „möchten Sie und Fargnharson Ihre Aufmerksamkeit einmal den Bur­schen aus dem hohen Baume da drüben zuwenden? Cie übersehen uns sehr gut, und einige ihrer Kugeln haben hier in das Dach geschlagen. Man Knute die Treppe nicht sicher erreichen. Die Batterie schweigt für jetzt. Hier haben Sie mein Glas, damit Sie die Gestalten deutlich erkennen können."

„Ich fthr Sie schon", sagte der Dottor, Far- Luharjon das Glas reichend; „wir werden sie bald

da wegbekvmmcn. Sie, Farguharsou, nehmen den Burschen da rechts unten aufs Korn, unb ich nehme den auf dem Aste darüber."

Beide zietten und schossen gleichzettig — und zwei Männer stürzten vom Baume.

„Das war gut" rief der Major. „Es sind etwa "in -» enh if"n: aber sie werden sich wohl bald aus dem Staube macheit, wenn Sie noch weiter schießen." In den nächsten Minuten schon erwies sich des Majois Voraussage als vollständig richtig. Selbst von den Herabkletternden siele» noch drei, und di: übrigen entflohen tnü Geschrni.

Herr Hunter wurde aufgefordett, zu den Damen hinabzugehen und ihnen mitzuteilen, daß das Ka­nonenschießen aufgehött habe und alle unverletzt seien. Dann untersuchte man den Schaden, den die Kugeln angerichtet hatten. Er war sehr gering. Die Steine der Hausmauer waren fest und di: Kugeln leicht. Ein F.-nsterkreuz war zertrümmert, und eine Kugel, die durch ein anderes Fenster und zwei innere Wände gegangen, lag in einem Hinterrmtm. „Es fft eine vierpfundige", sagte b« Major, sie aufhe­bend; „und die Kanonen sind, glaube ich, Si:ben- pfünder. Sie scheinen also keine Passenden Kugeln zu haben, unb deshalb schießen sie auch so schleckt. Das ist ja tröstlich für uns, meine H«ren. Wenn es so weiter geht, wird uns das Haus noch nicht sobald auf die Köpfe fallen. Nun wollen wir sie doch hier ans den Gatten ju vertreiben suchen. Kapitän Doolan, wollen Sie mit dem Glase die Batterie beobachten, — für den Fall, daß sich dort wieder etwas Verdächtiges zeigt? Bis dahin wolle» wir jeder einen bestimmten Busch ins Auge fassen und das, was darin steckt, unschädlich zu machen suchen. Aber verschwenden Sie nicht auf ganz Un­gewisses hin unsere Munition; denn wir werden sie noch sehr brauchen.

Nlajor Hannah begab sich nun nach dem Bor- ratszimmer und sagte zu den Damen:

„Ich komme, Sie aus Ihrer Gesangenschaft zu erläsen. Zum Glück kann ich versichern, daß die feindlichen ihyjeln allein unser» Mauern nichts an­

haben könne», und deshalb dürfen Sie ebensogut in dem oberen Zimmer verweilen."

Ein AuSruf allgemein« Befriedigung belohnte ihn.

Eine Stunde später hörte man keinen Schuß mehr. Jeder Eingeborene fürchtete sich, seinen Standort zu verraten und sich so den fast immer tödlichen Kugeln der Engländ« preiszugeben. Als es dunkel wurde, zogen sie sich ans den Büschen ganz zurück. Am anderen Morgen nahm man wahr, daß der Feind die Schanze so vervollkommnet hatte, daß nur die Kanonenrohre durch dazu paffende Oeff- nungen hervorragtev und das Laden ungefährdet ge­schehen konnte. Bald begann auch das Schießen Wied«. Nur der Dottor und FarguHarson bliebe» auf dem Dache iptb feuerten in in: Oeffnunge» der Schanze hinein, so oft die Rohre eingezogen wurden.

Im Laufe des Tages wurden einige der Säcke durch Kugeln berabgeworttn, und ein vaar Kvaeln fanden den Weg in di« Räume des oberen Stock­werkes: aber sonst geschah kein Schaden. Das Minie­ren wurde eifrig fortgesetzt und der Gang dadurch nisehends länger. Die Dienstleute konnten kaum die Erde so schnell hinauSschaffen, toi: die anderen sie abgruben.

Am anderen Morgen 'enthüllte sich den Blicken eine neue Batterie auf der linken Sette, und noch einen Tag später sah man auch dem Tore gegen­über drei Kanonen unter Deckung aufgevflanzt. Die «sie Batterie richtete nun ihren Angriff hauptfäch- lich gegen die Außenniauern. die zweite gegen den oberen Teil des Hauses, und die drei Kanonen nah­men sich das Tor zum Ziel. Nu» gab es sür die Belagerten wenig Ruhe. Sie mußten fortwährend feuern, bald nach den Batterien, bald nach Einge­borenen, die in der Nähe Bäume ober andere hohe Punkte erkletterte» und von dort schcffen-

Sechzehntes Kapitel.

Die nächsten vier Tage brachten in der Situation der Belagerte» eine sehr wesentliche Aenderung her­vor. Das ob:re Stockwerk war von Kugeln arg be­

schädigt; die Schutzwehr um das Dach war an eh* gen ©teilen lückenhaft und das Tor fast zertrümmert; aber da die Ecke aus der Mine noch gegen die Schicht von Säcken a» dieser Stelle gehäuft worden war, (• befand sich hier ein sehr dick«, schützender Wall. I» d:r Mau« jedoch war auf einer Seite eine klaffend« Lücke, die sich jei>e Stunde erweiterte unb bald grotz genug sein nmßte, um dem Feinde das Eindringra zu ermöglichen. Biele Kugeln hatten auf dies« Seite das Haus selbst getroffen, und die Zimm«, bte hier heraus lagen, konnten nicht mehr benutzt wer­de».

Auch anb«e§ Unheil war geschehen. Der jmitz« Zivilist H«bert war von einer Kugel getötet, Kapi­tän Rintoul bedenklich verwundet worden- Zwei Dien« hatten ebenfalls ihr Leben eingebüßt. Herr Hunter litt infolge Sonnenstiches an heftigem Fieber, und einige andere waren von obspriugeudm Stein- fpltttern verleyt worden. Ab« trotzdem blieb da» Gewehrfeuer der Besatzung so ausdau«nd tot: im Anfang, und die Eingeborenen hatten bedeutende Verluste zu beklagen.

Ermüdirng, beständiges Wachen und vor allrat Dingen die smqende Glut auf dem Dache setzten de» Kräfte» der Belaaerteu arg zu. Die Dame» tat« still und schweigend ihre Arbeit. Auch sie fühfte» sich ermattet von der fortwährenden Angst und b« Hitze; einige der Kinder war?n erkrankt, und imm« noch mußten neue Säcke gefüllt werden.

Wenn am Abend die Verteidiger herunterkameiu bemühte sich jedermann, munter und zuversichtlich zu scheinen, um die anderen mit aufzurichten. 2>et Doktor wa- der heiterste von alle» . Bei Tage war ei oben und schoß — und zwar fast immer mit Er­folg — und abends besuchte er die Patienten, sprach ermutigend mtt den Domen und machte s:i»e Scherz« über die Ereignisse des Tages. '

Einmal war das feindliche Feuer besonders Hefti, gewesen; die Lücke i» der Mauer hatte sich an^dem Tage s:hr e-weitert, und die Belagerten waren ^er­zeugt, daß die Feinde am nächsten Morgen ein« Sturm wagen würden.

(Fortt rbung folgt!