Einzelbild herunterladen
 

« iuldaci

Teilung

Btädchens n chls wissen wollten. Als Becker den

nem Weggang bemerkte man das Kehlen eines Rffr-

diesem Beschluß nicht einverstanden.

misiion III

gerichtsrat Klingenbiel gab bekannt, unter welchen Be-

vermischter

* Die

treten. V,-----.

Uebernahme der Kornhäuser „Hessenland" selbst in­teressiert sei. Ein so großes Geschäft, wie „Hessen-

* Wchboch bei Altenkirchen, 6. Okt. 1912. Der Sausieter Becker unterhielt hier mit einem Mädchen

2!us dem NaKbaraebieie.

* Scholten, 6. Okt. 1912. Die Bezirks­sparkasse hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von rund 2,3 Millionen Mark. Die Spareinlagen sind auf fast 2 Millionen Mark ge­stiegen. Der Reingewinn beträgt 5760 Mark, das Vermögen 91100 Mark.

♦ Offenbach, 5. Oil. 1912 Tie wegen Ver­dachts der Brandstistung verhaftete Frau wurde wieder aus der Hast entlassen, da ihr nichts uach- gewiesen werden tonnte. In der Wohnung brannte es an drei Stellen zugleich, so daß eine Selbstent­zündung als aatn n -sae' 'offen w h-trn -n ’*'♦

* Frankfurt a. M. 6. Okt. 1912. Der preußische Landlvirtschaftsminister hat der Stadt Frankfurt die Erlaubnis erteilt, wöchentlich 150 Stück leben-

♦ Efchwcge, 6. Olt. 1912. Aus dem Fonds der Hessischen Brandverstcherungsanstalt wurde der hiesigen freiwilligen Turner-Feuerwehr eine Beihilfe zu den Kosten der neubei Rafften Drehleiter in Höhe von 1400 Mark gewährt.

* Kassel, 5 Okt. 1912. Die Kriminalpolizei nahm gestern aus dem Hauptpostamt am Königsplatz zwei Schwindler in dem Augenbl ck fest, als sie 1800 Mk. abholen wollten, die auf Grund eines gestohlenen Sparkassenbuches von Ä. aus für sie angewiesen worden waren. Tas Sparkassenbuch gehörte einem Schweizer auf einem Gute bei Aords- hauicn. Als der Bestohlene seinen Verlust merkte, telegraphierte er so'ort nach W., um das Sperr­

holz hat.

* Wiesbaden, 6. Okt. 1912. In der letzten Stadtverordnelensttzung wurde em Antrag auf Ein­führung der Sonntagsruhe im Handelsgewerbe mit Ausnahme der Lebensmittelbranchen und ähn- lieber Geschähe geaen 14 Stimmen abgelehnt. Die allmähliche Einführung der Preßgasbeteuch- tung tn der ganzen Stadl wurde gutgeheihen. Zu den Ausgaben der Arbeiterkinderschutzkommilston für die Ferienspariergänge im lausenden Jahre wurden 200 Mart bewilligt. — Tre Sammlung lüt die Rationalslugspende hat im Regie- ruugsbezirk Wiesbaden bis jetzt die Summe von 142 763 Mark ergeben. — Im Alter von 85 Jahren starb hier eine der größten Wohltäterinnen unserer katholischen Gemeinde, Frau Witwe Anna Fas sei. Der kalholischen Gemeinde wandte sie u. a. behufs Ankau'es eines Bauplatzes für den

auffand.

* Betzdorf, 6. Okt. 1912. Die für den 1. ds. Mts. in Ausstchi genommene normalspurige Kreis- bahn Betzdorf —Nauroth kann erst am 1. De­zent er erfolgen.

* Hefl.-Lichtenau, 6. Ott. 1912. Am Freitag fhib die oberen Stockwerke Der dem Klempner Ras« btekr und des der Witwe Burhenne gehörenden Anwesen niedergebrannt. Den Bemühungen der Feuerwehren gelang es, des Feuers Herr zu werden. Die bewegliche Habe der betroffenen Familien ist zum größten Teil in Sicherheit gebracht, der Schaden teilweise durch Verstcheiuna aeveckr.

des Vieh aus den Niederlanden einzu- sühren. Ursprünglich waren nur 125 Stück in Aus­sicht genommen worden, während die Stadt um die u , Einfuhr von 200 Stüch gebeten hatte. — Der katho- 12. lische Küsterv er >: in hielt im Josephsheim eine

"* ' " '. Der Vorsitzende des Vereins,

--------- ..... * Eisenach, 6. Okt. 1912. Gestern betrat ein

■SLfiSJKSi SS*JK «-dmİidw---nh-»di°«u»dm

orbnung, der pachtweise» Uebernahme der Kornhäuser auf die Gesellschaft, über. Land-

Beslhädigungeu am „Z. 2", der am 31. August kurz vor Beginn der Kaisermanöver beim Herausbringen aus der Kölner Luftschiffhaltt

* Kirchhai«, 6. Okt. 1912. Die Bearbeitung der Zusammenlegungssache von Kirchhain ist auf die am 1. d. M. errichtete Kgl. Spezialkom- " in Marburg übergegangen.

-er Landwirtschaftlichen An- und BerkaufSgeseLschast .^essenlaud", G. in. b. H-, z» Cassel.

Kassel, 4. Okt. 1912.

Bau einer katholischen Kirche im Westen die hoch' herzige Spende von 150000 Mark zu. In ihrem Geburlsoit Riederselters lorderte sie mit großen Unterstiitzungen den Neubau der dortigen schönen Pjartkircye rmd trug einen sehr großen Teil der Baukosten für die prächtige neue Kirche in Eppstein. Auch an anderen Orlen half sie vielfach zur Aus­führung van Streben bauten. — Ter Direktor des Gymnasiums, Dr. Alwin Schmidt, wurde zum Pr o v in Mts chulral ernannt.

* Büdlich, 6. Okt. 1912. Das 13jährige Mär« chcrr lies Lchreu.ers T.inlner hatte sich nach Kinder- art hinten auf einen von Amöneburg kommenden Wagen oesteli«. Plötzlich sprang es ab. diesem Lugrndlick tarn ein Auto und überfuhr das Kind. Der Tod trat sofort ein. . .

* Ems, 5. Oll. 1912. Tas vor einigen fahren neu ttbaute Hole! Gorn nemal wird am 7. b. Mls. zwangsweise verstelgerk werden.

dingungen diese Uebernahme erfolgen fall. Tie in Betracht kommenden 6 Kornhäuser Fulda, Hof­geismar, Hoheneiche, Kirchhain und Zierenberg ■ . -

bas Kornhaus in Bettenhausen ist schon früher von Versammlung ab. . .

„Hessenland" angepachtet worden —, sollen nicht etwa tWerkrnann- Rkainz, gab ein Bild der Bestrebung

daran zu denken, daß wir hier jeden Mann, der einen Arm rühren kann, sehr nötig brauchen."

„Ich glaube, Doktor, da ist jemand, der Ihre Hilfe nötiger hat als ich."

„Wie? ist noch jemand verwundet?"

„9ieht, das wohl nicht. Aber als ich zum Tore h-rein war, sah ich den Burschen, Bathurst, an die Wand gelehnt stehen, wüß wie Kalk und zitternd Wie Espenlaub. Können Sie dem nicht etwas ein­geben, daß er Mut kriegt?"

„Sie beurteilen Bathurst falsch, Kapitän", er­widerte der Doktor ernst; „er ist ein höchst chren- werter Mann. An Mut fehlt es chm keineswegs, sondern et kann nur infolge einer körperlichen Schwäche kein heftiges Geräusch vertragen. Es ist eine unglückliche Idiosynkrasie, für die er absolut nicht verantwortlich ist."

„Sehr fatal", entgegnet- Forster mit einem trockenen Lachen; „besonders zu Kriegs,weiten. Zum Unglück ist jedes Gefecht mit heftigem Geräusch ver­bunden. Wenn ich eine solche Idiosvnkrasie, wie Sie es nennen, hatte, würde ich lieber selber mein Ge­hirn verspritzen."

„Wahrscheinlich würde Bathurst das auch tun, Kapitän, wenn er nicht ein ganz Teil mehr Gehirn besäße als andere Leute."

„Das war ein scharfer Hieb", lachte Forster gut­mütig; „aber dergleichen vertrage ich."

Der Tottor wandte sich ellvas besänftigt zum Gehen. „Es gibt noch viel zu tun", sagte er, „und die Kerle draußen werden sich gewiß für einen An­griff entscheiden."

Als er Forster verlassen hatte, sand et die an­deren in voller Tätigkeit. Der Major hatte vier Mann auf das Dach beordert, und die übrigen muff­ten die vorrätigen Säcke mit Erde aus dem Gar­ten füllen- Hierbei halfen auch sämtlich- Damen, indem sie die gefüllten Säcke zunähten, woraus die Männer sie forttrugen und gegen das Tor auf­stapelten. Die ganze Besatzung bestand aus den sechs Offizieren, dem Doktor, sieben Zivilisten, zehn Damen, acht Kindern, achtunddreißig männlichen und sechs weibliche Dienstleuten, Die Arbeit ging

rasch vorwärts, und im Laufe von zwei Stunden war eine solche Menge von Säcken am Tore aufge­häuft, daß ein Einbruch unmöglich schien.

„Jetzt", sagte der Major, „brauchen wir wenig­stens vier Dutzend Säcke für das Dach. Ganz ge­schützt kann es nicht werden: aber an den vier Ecken müssen wir eine Brustwehr von Säcken bauen."

Mit dieser neuen Arbeit war man kaum fertig, als vom Dache her gemeldet wurde, daß die Hindus die Bungalows in Flammen setzten. Sobald die Bande dahinter gekommen war, daß die Engländer sich in das Hospital geflüchtet hatten, war sie mst Triumphgeschrei in deren Wohnungen eingebrochen. Als sie aber fanden, daß alle Weißen entkommen waren und auch fast ihr ganzes -Eigentum in Si­cherheit »"bracht hatten, waren ihre Enttäuschung und Wut so groß, daß sie alle Gebäude anzündeten und bann ein Gewchrseuer gegen das Hospital er­öffneten.

Dort wurden die Säcke auf das Dach gebracht und an den vier Ecken derartig aufgeschichtet, daß sie eine vier Fuß hohe Schutzwehr bildeten. Dann wurden acht der besten Schützen gewählt und an jeder Ecke zwei aufgestellt.

,Zmt", sagt- der Doktor eifrig, während er durch eine kleine Oeffnung zwischen den Säcken lugte, „wollen auch wir ans Werk neben, „und ich glaube nicht, daß wir soviel Blei nutzlos verschießen werden, wie jene Kerle."

Tas Okiuelirfeuer der Verteidiger war langsam, aber"tödlich, und schon nach kurzer Zeit wagten sich die Hindus nicht mehr offen zu zeffen, sondern such­ten Ähutz hinter Bäumen, von wo ans sie ihre Schüsse nach dem Dache abgaben, aber auch dies erwies sich als zu gefährlich, und so zogen sie denn bald ab-

Isabella war Bathurst begegnet, als er gerade einen vollen Sack nach oben trug.

„Herr Bathurst", redete sie ihn au, „schon seit gestern abend wünsche ich ein paar Worte mit Ihnen zu sprechen, — aber Sie weichen mir immer aus. Wollen Sie nicht, wenn Sie wieder herunter kom­men, « hicks Zimmer treten?"

gen und seitherigen Wirksanleit des Beretns. Psoc- rer Hohenade l-Langen sprach über den Beruf des Küsters, seine hehren Pflichten, und Pfarrer Knüdgen-Bornheim richtete au die Versammlung ebenfalls eine Ansprache, in welcher er die Worte der Schrift „Die int Dienste des Altars leben, sollen auch von dem Altäre essen ', in besonderer Weise auslegte und die Küster zu frommem Lebenswan­del aufforderte. Für die Hebung des Standes fpra- cken noch die Herren Ott-Froschhausen, Blümel-Bie- Bcr, Mense-Gaualgesheim und andere Herren. Tie Genera wersammiung des Küstervereins wird im November in Mainz stattfiuden.

* Bom Tamms, 5 Okt. 1912. Die Stadt Hom­burg wendet tn diesem Jahre wieder 153000 Mk. für besondere Einrichtungen des Bades auf, väm- isch H3000 Mark für den Bau eines Mineral- Wasserbehälters und 50 000 Matt für die Rohr­leitungen hierzu

ges, worauf die Verfolgung des Fremden aufgenom- men wurde. Am Bahnhof gelang es, den Dieb sestzunehnlen. Rian fand bei ihm eine Fahrkart: Erfurt-Frankfurt a M., außerdem aber Schmuck­sacken im Werte von zirka 700 Alk. Auf der Wache entpuppte er sich als ein Kaufmann Willy Schmollet aus Hasserode, der auch unter anderen Namen reifte und vermutlich noch mancherlei auf dem Kerb-

Aus Gbechessen u. bett Hess. Aemtsrn.

A Marburg, 6. Oft. 1912. DerKaninche n- züchter-Verein für Marburg und Umgegend hielt gestern und heute hier im Turnergarten seine erste Kaninchen- und Produtten-Ausstellung ab. Fast alle bekannten Kaninchen-Rassen waren durch präch­tige Erentplare vertreten, ebenso erregten die Tep­piche, Vorlagen, Pelzgamitureu, Etuis, Schuhe usw. die aus Kaninchenfellen hergestellt waren, das Jn- tereffe der zahlreichen Besucher der Ausstellung. — i Dem O-e»" « rur ö p> u r ’ ’«

zu Dessau, bisherigem Kommandertr des Landweht­bezirks Marburg, wurde der Rote Adlerorden dritter Klasse mit der Schleiss, sowie dem Gerichtskassen- re,'bauten Halle und dem Amtsgerichtssekretär Poelmann von hier der Charakter als Rech­nungsrat verliehen.

* Mathura, 6. Okt. 1912. Das Wintersemffter an bet hiesigen Un iversität nimmt am 15. Okto­ber seinen Anfang. Die Immatrikulationen haben in der Zeit bis zum 5. November zu erfolgen. Die Einführung des nengewählten Rektors, Prof. Dr. Tröltsch, findet am 13. Oktober statt. Dem Steuersekretär Müller, der am 1. Oktober in den Ruhestönd trat wurde das Verdienst kreuz in Gold als Anerkennung für langjährige treue Dienste über­reicht

# Ziegenhain, 6. Okt. 1912. Gellern feierten die Eheleute Rentner Gottlieb Sckindler und Frau Luise, eeb. Auch das Fest der goldenen Hochzeit Vormittags traf Lanbtat v. Schwer stell in der Wohnung der Jubilate ein und überreichte die vom Kaiser verliehene Ehejubiläumsmedarlle nebst einem Glückwunschschreiben. — Das vierjährige Töchterchen des Bürgermeisters Schabe im beuach« batten Spießkappel wurde von einem schwerbe­ladenen Wagen überfahren, wobei ihm der Imte Oberschenkel gänzlich zerquetscht und arge Ver­letzungen im Gesichte hergebracht wurden. Es mußte ms ffrnnfenbnue Sen atn überführt werden.

Bald darauf trat er an die Türe des bezeich­neten Zimmers, in dem Isabella seiner Harrend stand, und sagte: „Ich komme aber nicht H-rem, Fräulein Hannah. Ich denke, ich weiß schon, wovon Sie mit mir reden wollen. Ich las es in Ihrem Gesicht, als ich die Tig-rbeqebenheit erzählte. Sie möchten mir sagen, daß es Ihnen leid sei, mit sol­cher Verachtung von dem Feigling gesprochen zu haben. Sagen Sie es lieber nicht, denn Sie waren ganz im Recht, und Sie können mich doch lange nicht in dem Grade verachten, wie ich selbst es tue. Während Sie bom Dache aus di- Vorgänge be­obachteten, lehnte ich unten, mit einer Ohnmacht ringend, an der Mauer. Was glauben Sie wohl, welches meine Gefühle sein müssen, wenn ich alle anderen um mich her stark und tapfer sehe, wenn ich weiß, daß es gilt, Frauen und Kinder zu be­schützen, — und ich allein kann meinen Platz nicht ausfüllen? Sehen Sie mein Gesicht an — es ist kein Tropfen Blut darin. Betrachten Sie meine Sünde — sie zittern noch. Sagen Sie mir kein Wort. Sie können mich wohl bemitleiden, muffen mich aber doch verachten. Glauben Sie meiner Versicherung, daß, wenn der Tod mich ereilt, er mir der ersehnte und willkomniene Erlöser von all dieser Pein, dieser Schande sein wird." Er wandte sich rasch von Isabella ab und ging von neuem an die Arbeit.

Eine Stunde später hörte man plöülich neues heftiges Schießen. In der Richtung nach den Zelten war kein Mensch zu erblicken; aber von den Gärten her, auf den übrigen drei Seiten, fielen die Schüsse.

„Alle hinauf ‘auf das Dach!" rief der Major. „Biet Mann an jede der Hinteren Ecken, drei Mann an die vorderen. Können Sie Wohl auch schießen, Forster? Oder möchten Sie sich heute lieber ruhig halten. Es werden noch ynug andere Gelegenheiten kommen." „ , ,, , .

„Es wird schon gehen, Major 3*a^

Gewehr durch ein Guckloch, und so kann ich Ickwßen, wenn ich auch einen Atm in der Btnde habe. Ab« sehen Sie nur den Burschen Bathurst an Bei» Himmel, sieht er nicht aus tote em Gespenst?"^

/Rortiehuna tolflt) )

3m Schutze des Sauberere.

Bl] Englisch-indischer Roman von E. A. Hen-y

Forster, anstatt Kehrt zu machen, ritt bet Meute Entgegen. Eine Zeit lang sah man nichts deutlich '— dann erkannte man Forster jenseits der von ihm durchbrochene Reihe. Diit wütendem Geschrei suchte nun die ganze Linie ihr: Pferde zu wenden; aber noch ehe es gelang, hieb Forster schon von neuem auf sie ein. In der Linken hielt er seine Pistole, mit der Rechten schwang er das Schwert. Zwei oder drei Reiter und Pferde überschlugen sich, und im Nn war er abermals durchgebrochen und ritt nun in vollem Galopp auf das Hospital zu, während das Fußvolk schoß und die Reiterei in tollem Wirrwarr ihm folgte.

„Nun ober", rief der Doktor, „laßt sie merken, Haß wir auf dem Posten sind!" damit ergriff er em Gewehr; „nehmt Euch aber in acht, Forster nicht zu treffen. Gebt zwei oder drei Salven — und dann hinunter ans Tor!"

Mit sicherer Hand zielte er und schoß; die anderen folgten seinem Bestmel. Drei Hindus sah man stürzen. Viermal schoß jeher, und dann eilten sie hinab, mit je zwei Gewehten bewasfnet; die über­zähligen wurden den Offizieren einqehändigt, die eben hereingeritten waren. Zwei Minuten später langte Forster an, und nun krachten fünfzehn Schüfse durch das geöffnet Tor und eine ganze An­zahl der Verfolger sank getroffen von den Pferden. Eine Minute später war das Tor wieder geschlossen und die Manner eilten nach dem Dache, von woher gleich darauf neue Schüff: fielen.

^So! Der Anfang ist gut!" rief der Doktor.

®ebr bald wich die Reiterei dem lebhaften Ge- Mehrfeu:r und flüchtete nach den Zelten.

unverletzt davongekommen. Ein Säbelhieb hatte ihm die Wange gestreist, und eine Kugel war ihm oberhalb des Armes ins Fleisch ge­drungen. „Das kommt vom unnützen Wagen", brummte der Doktor, als er die Wunden verband. „Da leiste» Sn ohne Zweck ein Bravourstück, ohne

JV» 230. nioutos bett 1. OKobtv 1912. 59. Jahrgang.

Amt Eeija und Uma^bawa.

* Siefeuett. 6. Okt. 1912. Kürzlich fand hier dos Iahresseft des Rettungshaufes statt, mit dem zugleich die Weihe des Neubaues verbun­den war, h?r eine Lehrerwohnung, einen Arbeits- aaf, Baderaum und Kleiderkammer enthält.

* Stadtlengsfeld, 6. Okt. 1912. Die beiden neuen Schachte im Menzengraben bei Stadt­lengsfeld haben bisher einen Kostenaufwand von annähernd 2 Millionen Mark verursacht.

* Masbach-Deicheroda, 6. Okt. 1912. Der in- Alge des Enteignnngsantrages der Ge- werlschaft Heiligenmühle in Oechsen dit beräumte Termin für die hiesigen Fluren findet am Diens­tag in Sünna statt.

Ter diesjährigen Gesellschafter-Versammlung der Landwirtschaftlichen An- und

ßenenlanb" hatte man in den Kregen Jtaiffetf«t» Genossenschaften im Regierungsbezirk Kastel vielfach mit befonderer Spannung entgegengeiehen. Tenn in dieser Versammlung sollte über die Frage verhandelt werden, ob die Gesellschaft .Hessenland die von der Raiffeisenorganisatwn ms Leben geru­fenen und seit 14 Jahren bestehenden Kornhauser pachtweise übernehmen solle, oder nicht. Der Besuch der Versammlung war daher recht zahlreich. Anwesend waren 99 Gesellschafter, die von dem 500 000 Mark betragenden Stammkapital 208 000 Mk. ver­traten. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Landge­richtsrat Klingenbiel - Marburg eröffnete die Versammlung und erteilte Oekonomierat Rexerodt das Wort zum Geschäftsbericht. Dieser führte aus, daß das Jahr 1911 im ganzen für die Landwirte ungünstig gewesen sei, indem vor allem infolge oes Mangels an Futterstoffen die Preise für Futtermit eine enorme Steigerung erfahren hatten. g •

nofsenschafltiche Organisation wurden die Landwrrte aber noch größeren Schaden Schabt haben. - her organisierten Landwirtschaft geschaffenen aeschäft habe vor allem als Preisregulator gewirkt. Das jetzige Jahr 1912 beweise den Wert und die W:^ tigkeit des Zusammenschlusses aufs neue und noch deutlicher. Denn diefes Jahr habe die Ratze noch Ehr verdorben als die Dürre des vergangenen Jahres, und wieder feien es die ('.cnossenschaften die de^Land^ ........... ...

bevölkerung bei Verwertung ihr^c Frucht bte Kornhäufer pachtweise übernimmt,

schaffung von Geld die Sroßttn Dienste s . ^as fktren überzeugenden Ausfuhr»

das aeschäftliche Ergebnis des wahres vaii/it anne- langes fo fei der Warenabsatz in erfreulicher Weise gestiegen, nämlich von 1253 486 Zentner nn Jahre 1910/11 auf 1489 708 Zentner im Berichtsjahre, also faft um 20 Prozent, und die Steigerung des Wertes dieser Mengen mache sogar 34 Prozent aus da er 6 751578 Mk. im Berichtsjahre, gegenüber 5 036 2v9 Mark im vorhergehenden Jahre betragen habe. An der Steigerung seien hauptsächlich die Futtermittel be­teiligt aber auch die Düngemittel. Bei der Lieferung von Kohlen und Mehl würde ein möglichst geringer Ausschlag genommen, um diese für den Aermsten nöti­gen Artikel äußerst billig zu liefern. Der Gewinn betrage 81508,— Mk., nachdem in reichlichster Weife Abschreibungen erfolgt und mancherlei Reserven ge­schaffen worden sind. Dieser Gewinn komme den an- geschlossenen Genossenschaften und somit der Land­bevölkerung selbst wieder zugute. Endlich teilte Landes- Oekonomierat Rexerodt mit, daß „Hessenland" gemein­schaftlich mit dem Hessischen Verband, der Hessischen Bezirks-Genossenschafts-Bank und der Hessischen An- und Verkaufs-Genossenschaft ein eigenes Heim er­worben habe, da es immer mehr als eine Unmöglich­keit sich herauLgestellt habe, in den alten, viel zu engen gemieteten Räumen zu bleiben. — Der Vorsitzende gab sodann verschiedene Erläuterungen zum Bilanz- Konto, das in Aktiva und Passiva mit 1 195 360,56 Mark abschließt und hob hervor, daß das letzte Ge­schäftsjahr vom geschäftlichen Standpunkt gewiß als ein glänzendes zu bezeichnen fei. Er habe durch eine eingehende Revision festgestellt, daß „Hessenland" nur ganz geringe Aufschläge genommen und die Waren durchaus preiswert berechnet habe.

Die Jahresbilanz einschließlich der Gewinn- und Verlust-Rechnung wurde dann einstimmig genehmigt, | desgleichen die vorgeschlagene Verteilung des Rein- j gewinnes. Es erhalten bau den 81508 Mk. die Ge-1 sellschafter eine Dividende von 25 000 Mk. und für Warenrückvergütnng 22 312 Mk., dem hessischen Ver­band« ländlicher Genossenschaften, e. B., zu Staffel fließen 10671 Mk. zu, dem Reservefonds 8150 Mk. unb verschiedene Fonds 14 228 Mk. Mit dem Rest von 1145 Mk. wird der Raiffeisenbank bedacht.

Die durch das Los ausscheidenden Mitglieder des Aufsichtsrates, d-ie Herren Rittergutsbesitzer A. Mae r- tenS, Präsident der Landwirtschastskamnier zu Kassel, Pfarrer Mehenfchein, Mitglied des Ab­geordnetenhauses, zu Altenhatzlau, und Rechnungsrat Drinnenberg zu Fulda, Mitglied des Abgeord­netenhauses, werden durch Zuruf auf 3 Jahre wieder- gewählt. Für Herrn Pfarrer H i l l e n b r a n d , der sein Amt als Mitglied des Aufsichtsrates niebergelegt hat, wird Herr Pfarrer Rey aus Dipperz gewählt.

Sodann ging man zum wichtigsten Punkt der Tages-

2. Blatt.

Dru<f Vertag der Snlhatt F.ctieir.ntÄetti tu $nlba.

Kornhäufer pachtweise übernimmt. kafscnt uck nt sperren, erhielt aber die Antwort, daß

SÄ-SÄX b-,m- n"»

äws I sa-ÄÄ* °>° •*&.

Pfarrer Meyenschein zeigte, wie an der getaöe im letzten Augenblick abzujatzen.

„ , ... । -^worben werden, sondern hie betreffenden Genossen-

Drden^l Geiellschafter-Bermmmlung | f^ten bleiben nestehen unb erhalten von der Gesell- ----- - ’ schaff „Hessenlantz" eine Vergütung für die Ueberlaf- saug her Kornhäufer, hie ausschlietzt, daß die Genof- senschaften noch irgend welche Kosten zu tragen hocken unh die außerdem eine Verzinsung bet eingezamten Geschäftsanteile ennöglicht. „Hessenlanb" oerpj lichtet sich, ben Betrieb der Kornhäufer fo aufrecht zu erhalten, wie die Genosfenschaften unb biefe toitbermn haben die Pflicht, Mitglieh.-r her Hessischen Bezirisgenossen- schaftsbank zu bleiben unb sich n'cht.aufMlojen. D Arwachtulig wirb auf 5 Jahre berücksichtigt, nan-tzch für die steit vom 1. Juli 1912 bis 1. Juli 'M7. ,.n ber Begrünbung für diese Anpmhtui^ ze^dc sitzenbe, wie bie Kornhäufer -°ne Notwmdigren jrn FF“ Je«“ ?.Ä ÄS S stUt<T-uue3- nicht aufrecht erhalten werden. Es sei Viel- mehFein Gebot der Gerechtigkeit, bah bas Mfchäft her Getreibeverwertung unb bas des Warenabsatzes in eme Sand gelegt werde. Denn während das Letztere im allgemeinen gewinnbringend sei, habe das Erster: mit allerlei Risiken zu rechnen, unb Verluste, die beim Getreidegeschäft entstehen könnten, mußten durch die Gewinne des Warengeschäftes ausgeglichen werden. Darum sei es gerecht, daß „Hessenland", das gewinn­bringende Warengeschäft führe, auch das „riskantere Getreidegeschäft" übernehme. Dadurch würden die Kornhaus-Genossenschaften von ihrem für sie allzu großen Risiko entlastet, es würde ferner bie Einheit- , lichkeit der Verwaltung baburch verbürgt unb endlich hierdurch möglich fein, billiger und vorteilhafter zu wirtschaften, insonderheit das Geschäft mit eigenem unb baburch billigerem Gelb zu betreiben. So liege i es benn im allgemeinen Interesse, baß „Hesfenlanb"

lanb" habe unbebingt n semem Geschaftsbegirk Stutz- V yiebe§oert)ältni§, von dem aber die Ellern des punkte, Läger usw. nötig. Sollte „Hessenlanb bicte n * a miffen wollten Als Becker den

sich neu beschaffen, so würde das in hohem Grade un- Dlaückcns n chls Witzen women. ÄtS -seaer o » wirtschaftlich fein. Vielmehr fei es das Raturgemäße, Versuch machte, tn das £>au§ 6e» Ua.öd)en§ w daß „Hessenland" die Kornhäuser als seine Lagerhäuser kommen, wuide et von dessen -Brühet derart imianft benutze. Gutsbesitzer Recknagel wies darauf hin, vor die Tut gejetzt, daß inan ihn am Morgen tot daß jeder, der von den Kornhäufern nichts habe, selbst ‘ daran Schuld sei. Jeder Landwirt könne bei den Kornhäusern, bezw. bei „Hessenland" jederzeit den Tagespreis für feine Frucht erfahren und habe so, selbst wenn er fein Getreide freihändig verwerte, an den Kornhäusern einen starken Rückhalt. Verschie­dene Herren teilten mit, daß sie ursprünglich die Ab­sicht bezw. den Auftrag gehabt hätten, gegen die An­pachtung der Kornhäuser zu stimmen, daß sie aber nunmehr anderen Sinnes geworden seien.

Die Versammlung beschloß sodann mit großer Ein­mütigkeit, der pachtweise» Uebernahme der Kornhäuser und deren Betriebe für Rechnung her Gesellschaft „Hessenland" zuzustimmen, und über­ließ die Festsetzung her näheren Bedingungen, der Be­schlußfassung des Vorstandes und des Aufsichtsrates

>°d- «n» »röeh*. ctUfcta. M - ÄÄZ'JZjlfc