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Amt Geisa nn& Umgebung.
♦ Vacha, 4 Ott. 1912. Ja beut
Ans Sem Nachdargediete.
* Hanau, 4. Ott. 1S1L Im wtgengenen koM
wig Becker tu Vacha" belaufen sich bi* Passiv«» auf über 91000 9021., denen an Aktiven, abgefeben von dem mit 54000 Mk. belasteteten Grundbesitz, nur etwa 6000 Mk. gegenüberstehen, sodaß den- nicht
Aus Ktrtbc und Schule.
** Kassel, 4. Ott. 1912. Dem.Amtlichen Schal» blatt' zusolge ist in den Schulorten Somborn, Bieber, Oberndorf und Kalh. 39111 ent»t-b jt eine Lehrstelle mit einem katholischen Lehrer fotort zu besetzen. An Mehreinnahmen |üt Kirchen inen ft gewährt Bieber 300 Mark und Kalh. WrÜenroch 150 Mark. Meivungspesuche nut beglaubigten Zeugnisabschriften und kurzem LebenSlaujr sind bü zum 18. Oklober durch dre Hand des Ortsschul» mipek.'ors an den Reg.» und Schnlral Boitermann in Staffel zu richten.
# Kassel, 4. S>pt. 1912. Da- amtliche Schul, blatt enthält u. a. folgende Personalien: Ernannt wurde Plärrer Dr. Flügel m Weyhers zum Ott«. schulinspettor, Lehrer Fanlstich in Rückers zum Hauptlehrer. Die Schulamtsbewerber Güft in Dörmbach, Töpfer in Ebersberg, Lohfink in Poppen» hausen, Langendorfer in Stellberg und Claus in Lüdermünd wurden mit der Verwaltung von Schul st eilen beauftragt. Dem Lehrer Schaffner in Bieber wurde eine Lehrerstelle in Riederkalback (KreiS Fulda) übertragen. Endgültig ange» stellt wurden die Lehrer Keim, Jacoby, Tröffe, Blum und Haßenpflug m Kassel, Agrieola in ZünterSbach, Sippe! in Hersield, Liebing m Wil» helmShausen, Oestreich in Großttotzenburg, Nüdling m Reulbach und Kumpel tn Simmerehausin, seiner Btt Lehrerin Klara Ottrieb in äiingenfelbelb.
Bnt Friedens^ (fribstverständlichi) die übliche ent» tätebme Berwahrimg rin ufto. ufta. Man lernet ja die Melodie, man kennt auch den Text.
„Ja, den haben Sie wahrhaftig", sagte bar Major: „mein lieber Bat harsch das war ja eine wahre Heldentatl"
„Es war die Eingebung des Augenblicks. Aber welche Maßregeln sollen nun getroffat toetbat? Tas ist jetzt brr Hauptsache."
Diese Frage war in der T«tt st, wichtig, daß der Major sofoch ihr allein alle feine Gedanken zuwandte. „Run, ich und die Offiziere müssen natüt» lich auf unferm Posten bleiben, bis dir Leute wirklich losbrechen. Aber die andern! Ob wir die Frauen unb Kinder ganz fortschickar?"
„Ja, aber wohin denn? Lucknow ist Magert; in Cawnpore ist die größte Gefahr. Die Mentr.-ei geht durch das ganz» Laub. Lassen Sic uns mit Herrn Hunter uns anderen. Zwilbeamten darüber retien."
„Ja, ja, wir müssen eine Beratung halten."
„Mer möglichst unaufMig. Es Lunte fein, daG die Dienfiteute von den Absichten der Soldat«» Kenntnis haben. Wenn sie nun besondere Strähnt» gen wahrnehmen, benachrichtigen sie vielleicht die andern, und diese säugen sofort an."
„Ja, das ist wahr. Argwohn darf nicht erregt werden. Wozu raten Sie nun, Bathurst?"
„Ich denk, ich rede zunächst mit dem Doktor. Der kann daraus zu jedem Offizier einzeln hingehen. Herr Hunter kann es ebenso mit den Zivilisten machen. Wenn bann abends alle hierher kommen, sind keine großen Erklärungen mehr nötig und wenige Worte werden zur Verständigung genügen, währmd wir gant harmlos in der Veranda sitzen."
„Tas ist wirklich ein guter Borschlag. Nun wollen wir ganz ruhig zu Mittag essen. Wenn uns die Leute überhaupt beobachten, können sie e8 beim Mahle am besten."
„Nun wohl. Um neun ben.fr ich wieder hier m fein. Mit einer leichten Verbeugung vor Isabella verabschied. ste er sich unb begab sich zum Doktor.
Dreizehntes Kapitel»
Der Doktor saß gerade bet Tische unb die bei» den Leutnants mit ldm. als Batlmrit riittrat Dey
„Das scheint nur auch. SchrieUtth muß darüber jeder Ehemann selber entscheiden. Nur kommt eS daraus a»„ wie die Landlente sich verhältst wer» den. Wenn sie den Soldaten, beistehe», nutzt uns auch der tapferste Widerstand zuletzt gar nichts."
m,*2>a sst esk Wie lautet denn mm die Ordre?"'
„@5 gibt noch gar Feint. Ter Major läßt Sie fragen, ob Sie nicht zu Toolan, Mntonl und Forster gehen und jeden einzelnen benachrichtigen möchten wahrend Hnnter dasselbe mit den Zivilisten tut Heute abend um neuir Uhr treffen wir uns bann wie gewöhnlich beim Major. Wenn die andern auch der Meimnig ftnb, daß es das beste sei, hier zu bleibeu mtb Widerstand zu leisten, sv ssi nur noch zu bestimmen, wann wir alle unsere F '"rüg oe- ziehen, und wie dies am unausjägigsten geschehen kann."
ersten Augenblick benutzend, wo be: Diener hinaus» ging, sagte Bathurst. „Ich habe Jtziron WichrizaO zu sagen, Doktor. . Bstte, beeilen Sie sich mit duM Essen und entfernen Sie dann hie Dienstlente." ;
Der Doktor plauderte sodann von gleichgültig«! Türgen, bis bet Kaffee auf dem Tische stand ml der Diener ftchzurmtzog. Jetzt wiederholte Bachurstz was er dem Major bereits mitgeteilt hatte.
„Schlimmeres hätten Sie uns nicht sagen ton* neu", sprach be: Doktor, als das erste Schweigen der Erschütterung vorüber war. „Daß dieser Schurke von Brttznr sich gegen uns wenden würbe-, hätte selbst ich nicht von ihm gedacht. Nun gibt es ohne Zweifel ein stirchchares Blutbad. Gott steh* den Frauen unb Kindern der. Für «ns heißt es nun handeln. Was sagt der Major? j
„ßr wirft zunächst die Frage auf, 06 mau dick Fraum fortbringen Rinne?"' i
^Fch wüßte keinen Ott, der sich dafür eignete. ®ne ober zwei könnten vielleicht in einer Serftti* düng unönnertt entkommen; aber nicht eine ganze.
•{< Vernünftige Freifinnsworte.
Der Freisinn ober, wie er sich neuerdings nennt der Fortschritt ist ein« der allermerkwürdigsten Erscheinungen mr pvlstischen Letzen.
i Nur schwer vermag ein 'Mensch heutzutage mehr aus der Fortschrittspartei klug zu werden, wen sie sich mit ihren Worten und Taten in lortwahrenden Widersprüchen bewegt. Nur selten vernimmt man aus ihren Resten ein emigermaßen vernünftiges Wort dem man in etwa, zu timmen könnte. Emen solchen seltenen Fall können wir diesmal konstatieren. Es handelt sich um den Führer der elsaß-lothringischen Volkspartri, den ländlichen Abgeordneten Alfred Wolf, der eine Schrift veröffentlichte über die Stellung des Bauern in der deutschen Wirt- schaftSentwicklnng. Aus diesem Buche hebt der bekannte sozialistische Wrrtschast-politiker Dr. Arlnr Schulz in den .Soziakistn-chen Monatsheften' (17, 1912) einige beachtenswerte Stellen hervor. Zur Beurteilung gerade der heurigen Fleischteuerung paffen tote folgenden Worte:
Wolf tritt für Aufrechterhaltung der Vieh» und Fkeifchzölle ein. Bei Aushebung der letztern müßte infolge der Einfuhr des argentinischen Froftfleiiches ein Preten urz em treten, der für die Bauern ohne weiteres ruinös wäre. Dagegen eröffne bei Aufrechterhaltung der Vieh« und F'.eftchzölle die bisherige Entwicklung der deutichen Viehzucht die ! bestimmte Ausfiche, »aß es dem Bauer gelingen wird, den inländischen Bedarf an Fleisch zu decken Man möge deshatd mcht immer das Gebiet alS Tummelplatz erregter Stimmung wählen, das des deutschen Bauer» ArkeitSsel» darstellt.
. „Recht nachdenkliche Worte", so schreckt Schul», •„fhtbet Wolf auch gegen das oft gehörte Argument, daß b» Ausheblmg der Getreidezölle gerade den ausübenden Landwirten durch Herabdrücken der Bodenpreije nützen werde. Hierzu sagt Dolf: Ein- wird unfern Landwirten nie in den Kops ■geben, daß das Steigen der Güterpreife für die Land- wirlschalt Ichlimm |e. Steigende Güterpreife erhöhen da? Gefühl der Exinenzsicherheit, finkende das der Unsicherheit. .... Es ist für mich nicht der gerinafte Zweifel, daß eine plötzliche .Herabsetzung bei GetrrideMe auch die BodenpreNe des Bauernlandes zum Stnlen brächte, und zwar nicht nur in den Be. trieben, die überlchüffige» Getrerde abieg«n, sondern auch irr den andern.-. . . . Die Katastrophe eines allgemeinen BodenpreiafturzeS träte auch den Bauernstand, «nd di» Folgen eines solchen Sturzes find unabsehbar.
Schließlich hebt Wolf auch noch bernot, daß die düsteren Prophezeiungen der Gegner bcS Zolltarns keineswegs eingetroffen feien. „Unsere Industrie- Entwickelung", io sagt er, „hat ihren Fortgang ge» nonlmen, die Ziffern her Ein- mtb Ausfuhr sind xreiter gefliegen, her prophezeite große Krach ist Nicht gekommen. Auch die nt Aussicht gestellte schwere Schädigung der Bauerumtereffen durch die Verschlechterung der Kaufkraft bet Masse ist nicht eingetroffen*. Die Zölle hätten auch nicht, wie an» gekündigt, allein dem Großgrundbesitz genutzt. „Die Abnahme bei den Betrieben über 20 Heitar um insgesamt 1324519 Hektar von 1895 bis 1907 widerspricht der Annahme, daß Zölle unbeoingt der Konzentration der größeren Betriebe zugute kommen.*
i Dieft Aussührungen zeugen wenigstens einmal von üemünitigem Nachdenken uns sachgemäßer Be» Mtteiluna, sie ichlagen aber auch den ganzen sonstigen Phrazenbau »er ragen an nie a Fort>chritt!er ttnä der mit ihnen oerfipoten Soztaldeinokralen er» starmungskos tn Trümmer.
denen fist am Ühttrood) die Straflamm er befchäftigtA Angeklagt waren der Goldarbeiter Poth, der Fah» radhandler Diehl, beide au» Keffelftadt, und vW Händler Kresch an» Frankfurt. Poch, der bei bet genannten Firma beschäftigt mar, stahl GoldabM» un Werte von rund 400 Mark, die durch Vermittel luug de» Diehl, an Kresch verkauft wurde». Da» Urteil lautete gegen jjjeben der drei Angekagten auf 9 Monate GrfängniS.
* Franksitrt, 4. Ott.. 19V. An einem. Neuday waren Donnerstag morgen mehrere Maurer damit beschäftigt, einen schweren Sandstein m bi» Höh» zu ziehen. Plötzlich riß da». Drahts«! be» Aufzuge» unb der schwere Stein stürzte in die Tiefe. Dem Q. Jahre alten Maurer Hofftath au» Langen fiel bei Stein bireö auf den Kops. Die Schäbelknocheck wurden vollständig zertrümmert unb bas Sei Hirn trat an mehreren Stellen zu Tage. Die Rete tuugswache konnte nach chrem Eintreffen nur baß bereits eingettetene» Tob feststellen. — Die hier uni in der Umgegend von Frankfurt wohtienden pinge» Bulgaren, Serben ustn. reifen zum Teil seit Mittwoch in chre Hermat, um bet Einberufung Folge zu leisten oder aber, um sich freiwillig zum Heeresdienst W melhen.
! * Aus Xbiu tagen, 4. Du. 1912. Aus dem ©erjag«
Ernfi-Schacht bei Altenburg wurde der Haue» Markgraf durch hereindrecheuve Kohlenmassen ver« schüttet. Nach angestrengten Rettungsardeitn» konnte er in. schwer verletztem Zustande gedorgaß werden. — Ter Verband Thüringischer Im« dustrieller wählte den bisherigen stellvertretende» Geschäftsführer Dr. jur. Oftermann«Weimar zum Syndikus des Verbandes. — Die im Auftrage bef Weimarer Gemeinderats zwecks Ankauf von gutem dänischen Fleisch nach Flensburg geschickt« Kommission wird unverrichteter Sache zurückkehrech, da infolge der ungeheuren ander wertigen Nachfrage (ein gutes Fleisch mehr zu bekommen war. — Jft der Stacht zum Mittwoch wurde in Weimar m ei» Geschäft eingebrochem Die Einbrecher nähme»
: Stoffe und Herrenkbeidnngsftücktz hn Werte vo» etwa 700 Mark mit.
* Friedberg, 4 Ott. 1912. Am Samstag, bat 13. Oktober, wird hier der 23. Delegiertentag deck Hessischen Athketenverbande» abgehate ten werden.
♦ Wiesbaden, 4. Oft. 19ft Der Ttagiftrat ew klärte sich auf Ersuchen der HandelskammeR Bereit, bei Vergebung von Asbesten unb Lieferung» nicht nur die Handwerkskammer, sondern auch oft Handelskammer vor Ernennung von 8 acht» e« ständigen zu hören.
* Betzdorf, 4. Ott. 1912. Bei einem Groß«, feuer tn Elkenroth, dem die Stallungen un» Scheunen der katholischen Ärbeiterkolönie zum Opfee fielen, ist rin Mann mitoerbrannt AIS«tbenbi die Kolonisten int Sprisesaal Detlefen wurden, f«Ml» einer. An der Stelle in der Scheune, wo der Brand ausbrach, fand man später die verkohlten Uedereeft» von ihm. i
* Sifltntarg, 4 Ott. 1913. Aus dem Bahnboz Dillenburg wurde am Mittwoch abend rin ans* ländischer Arbeiter beim Neber schreiten der Gleiß» oen einer auSsahrenden Maschine tiberfahrest: unb getötet.
* WorbrS, 3. Ott. 1912 Der Magistrat bet Stadt WorbiS gibt bekannt, daß wöchentlich Doro» nerstags und Freitags em untre städtischer Kon» trotte stehender Seestschoerkauf eingerichtet werde« ioU. Dte Preise »erben vom Magistrat vorgw schrieben und schwanken zwischen 12—85- Psg. p» ssfund Seefisch"
WW«r Witzerrftauscner
Eine Ylftwn zu Gunsten des konfeff, Frieden».
Der KurhWsche Hauptvereiir des (goangeti.
n Bun des hftft am Sonntag unb Montag to Witzen ha usen f.-iue Hauptversammlung ah.
Wenn der Evangelische Bund sich versammel^ dann ist das erste, was er tut, daß er sich übe, bis doftn ^-eftriten entrüstet. Das fft bei ihm deS randes so d:r Brauch. Also machte man eS in Wb-
einen Brief in der Hindustan-Sprache; hier ist er — er lautet. An den Sahib Bathurst. Heute Ausstand in Eawnpore. jllena Sastib und feine Truppen <pgen die Enallinder- diese we- ;t getötet Aufstand in Dinnugghnr morgen mit agesanbruch. Die Trnpven werden die Weißen töten unb firf» bann nach Tawntzore beaeben. Sri gewarnt! Die Pritsche tötet den Tiger nickst."
,Mrin Gott, kann das wahr fein!" rief der Major. Kann es möglich fein, daß der Rafah von Bsthrrr sich den Empörern zugescllt? Tas ist ja nicht zu. glauben. Em solcher (Schürfe kann er nicht sein. Es hat sich jemand einen schlcchten Spaß ex- lallst. Was soll da? zum Beispiel hier heißen — mit bet Peitsche unb dem Tiger?"
„$terabe diese letzte Bemerkung überzeugt mich, Major, daß der Brief durchaus zuderläsiig ist: denn sie zecht nur, so« wem er herrührt — nämlich von rat ent Kart fier, brifat Taten uns alle fo m @r- stannen gesetzt haben!. Da er beständig hn Lunde unrherziebt, kann er sehr wohl wissen, waS vor» qehL MH frr&e ihm einmal einen kleinen Dienst estturien, tote ich wohl schon sagte, und' dafür be» feuerte er, rm llotfall sein Leben sirr' mich emsetzen zu wMm. And ich zweifle nicht, daß feine Worte ernst gemeint toiren." — „Aber wie temren Sie so genau wissen, baß der Brief von ihm sst» Seim Sie nicht böse, Bathurst, daß ich ft bei dieser Frage verweile, aber ich möchte doch mmz sicher sein ob der Lcachricht wirklich z» trauen ist." '
„„Tieft Anstneknng auf ben Tiger ist mir ein sicherer Beweis sie betrifft einen Borgang, der nur dem Gaukler, ftiner Tochter, Dr. Wade' und mir bekannt sst."
Ms der Mrrjor immer noch zwnfeknd brriri» schaute, rrzähkte Bathn-st endlich, wenn auch wider- strebendz ftneS Abenteuer auf der Straße von Na> ftf, und wie der Gaukler Salb daraus ibm zu befassen seine besten Lunftstncke gezeigt habe, die vor Europäern sonst nie probwsiert wurden. „Sv habe ich allen Grund", Most er. ^e» B-ief für echt und den Sch'riüer für zur-erkäffio zu halten,"
Und da erklärt der Evangel. Bund seeienruyrg, man dürfe über der toten die schwarze Gefahr nicht übet» sehen' 35 000 neue Sozialdemokraten sieht man nicht oder will sie nicht sehen, aber von gar nicht vorhandenen Jesuiten da sieht man granlnhe Gespenster und schreit Mord und Brand — aus^ inbrünstiger Liebe zum konfessionellen Frieden! Statt daß man alle Hebel ansetzt und dafür sorgt, daß die Evangelischen, die der religivns- und kirchenfeindlichen Sozialdemokratie verfallen sind, zurückgewonnen Wwden, und daß die Sozialdemokratie nicht weiter sich breit macht im protestantischen Besitz» stände, stürzt man sich toutentbrannt auf die den protestantischen Kurhessen sicher bisher sehr unge» jährlichen Jesuiten. Ein erhebendes Bild!
Besonders lobende Erwähnung fand in der Versammlung die Tatsache, daß die „hessischen Zeitungen ht steigendem Maße auf die Tätigkeit des Evangelischen BrmdeS Rücksicht nehmen". Wer die Blätter des Regierungsbezirks verftlgt, muß das bestätigen. So ging auch der Aufruf zu der Witzen- hausener Bersammluno durch die kleinsten Käsblät- ter und die angeblich garantiert „Farblosen". Wer weiß, wie viele Leser schon durch diesen Aufrufe der u. a. die Schauermar zu erschien wußte, daß die „Spuren der Jesuiten in der deutschen Geschichte mit Blut geschrieben" seien, schon dem Jesuitenkoller verfallen sind. Und der Evang. Bund, der diese mörderische Seuss>e mit heißer Mühe überall hin zu verbreiten sucht, der tut das, so versichert er feinlich — im Interesse des konfessionellen Friedens.
Wer lacht da?
letztere ist beim Evang. Bund ja nicht zu befürchten, aber daß man die rote Gefahr mcht übersieht^ davon hat man in Witzenhausen jedenfalls lein Zeugnis Kein Redner, der auch nur ein Sterbens- v , . . Wörtchen von ihr gesagt hätte, aber fast alle hackten
aber nur die aus dem ersten Jahrhundert desOrdens. auf die Jesuiten los Bon 1907 bis 1912 ist keine Die anderen sind noch nicht lange genug tot und einzige, noch so kleine, Jesmtenniriterlassung in
3m Schutze öes Zauberers.
39*’ (Snultütz-irriwo »b Roman trott ®. Ä. He n ty
^Seffa Satte- indessen noch ihre eigen«, inneren Kümmernisse. Sie ärgerte sich über ßch selbst, daß fie in fo hart.'n Ausdrücken von Bathursts Schwäche qest>roch»N7 sie ärgerte sich Wer den Doktor, der das Mem toiessererzäW hatte, ärgerte sich schließlich über yatburft, Mi er nun fast gar nicht mehr kam, ob» ** ssch gestand, daß er nicht anders handeln tonnte. Am meisten aber betrübte sie sich wohl ImrnM, h<ch fie letzt, w» jedermanns Leben stündlich Br ötefaDr war, ihre Sebmtfrn von dicher eigenen Anaetegenhett nicht kosreißen tonnte
ffrne» Nachmittags spät betrat Bathurst deck MmorS Bungalow, als dieser sich gerade zum Mit-- iaieffen setzen wollte. „Ich mochte Sie einen Augenblick sprechen, .Herr Mchor."
„Setzen Sie sich tu mir und essen S-- mst. Bat» Darft. Man siebt Sie ja gar nicht nrcLr’* „Ich danke Ihnen febr, aber ich habe ferne Zeit. •Mrir Gi-e mich fünf Minuten an hören* Es hmr-- »elt sich nm etwas Wichtiges." Isabella erhob sich Mn stimm er zu verlass m.
llstmen Horen, WaS eS ist, Fräulein «nnnuw nur vor den Dienstboten möchte ich nicht «ven, und dechach bakte ich den Major noch tomr Speetenmmer zurück"
6ch tofeber mit gkeichgMger «reue, "nd Bachurst ßegamr
-ehrrifiÄ »ht ich täglich zwanzig
»er Richtung nach kan^
-E tTp»- batte tch nichts mehr zu S 6i?r von Meinet ein» I
Rrit am testen f° dachte ich meine
Xe Don toenn versuchte,
bald z« erha- chen. llun muß ick leider beruhten, daß ich diesen ßachmcktan d-uttrch schufen hörte in ' '
U dar ist nicht aller. Als ich
j*®6 ssäch Hause kam, sand ich auf meinem Tiftb*
Jesuftm der Gegenwart und machte chnen gründlich den GarauS. Mr die Zukunft hat dieses Geschäft bekanntlich bereits zu wiederholten Malen der tapfere
Borfitzende des kurhessischcn HattPivereinS, Oberlehrer Hoffmann (XraffeO, so gründlich besorgt, daß da dem Evangel. Bunde eigentlich nichts mehr zu tun bleibt.
Am interessantesten war die Vernichtung der Jesuiten der Bergangenheit. Die deutsche Mitwell sst Herrn Geh. Justizrat B ü f f zu tiefem Danke verpflichtet, daß er sich so hingebend in die Geschichte der ersten Jahrhunderts des JefuitenvrdenS hinein versenkt und ihr die Ergebniss: seiner so überaus gründlichen Studien nicht vorenthalten hat. Sie sind geradeW erstaunlich. Also: Die Jesuiten haben auf dem Konzil von Trient alle Ketzer verdammt, sie trifft die Schuld für den Augsburger Religionsfrieden, mit dem sie den Frieden auf konfessionellem Gebiete unmöglich machen wollten, sie haben den 30iährigrn Krieg (nicht gerade angefangen, aber) verschuldet; weis nicht glauben wollte, dem hat das Herr Buff „aktenmäßig" bewiesen. Und was für Schandtaten haben sie nicht in der hessischen Geschichte aus dem Gewissen! Mehrere hessische Fürsten sind Bekehrmigsversuchen dieser schrecklichen Menschen ausgesetzt gewesen. Wenn Herr Büfs mal keinen Jesuiten für eine solche Schandtat auftreiben kann, war der Inkulpant aber sicher „jesuitisch". Daß die Jesuiten den Mann im Mond Vergiftet haben und daß sie das Regenwetter im vergangenen Sommer verschuldet haben, hat Herr Büss nicht gesagt, aber er hat auch nicht gesagt, b'*> fie es nicht getan hätten. Man weiß also nicht - . , «
Dian staunt, daß die Zuhörer, denen bei dem Bortrage des Herrn Geh. Justizrats im Interesse deS konfessionellen Friedens eine Gänsehaut nach der anderen dem Rücken herunter und heraufgelau- sen war, noch die Kraft besaßen, einen zweiten Sinti» jefuitenrebner zu verdauen. Um es gleich zu sagen, auch Herr Bros. St e h ? r wurde mit den Jesuiten fertig. Aber anders als Herr Büff wußte er aus eigener Wissenschaft nicht viel zu sagen — wenigstens erzählen die vorliegenden Berichte nichts davon —, dafür trug er au» eurer Sammlung eine Menge, jedenfalls sehr (aftiger, Zitat: von mehr ober minder bekannten Jesuitenhassern mit dem nötigen Schwung vor. Der Bericht verwerft, daß diese Aussprüche „vernichtend" gewesen feien. Was ja denselben Effekt machte, als wenn Herr Steyer selber ,chernichtet" hätte. Herrn Oberlehrer Woks blieb somit nichts zu tun übrig.
Der Hauptversammlung war eine Volksversammlung voraufgegangen, auf der auch zwei Redner sprMhen. sonderbarer Weift nicht über die Jesrntenfrage. Missionsinspektor Kriele (Barmen) sprach über die Mission. Darüber hätte er mancherlei schönes sagen können, indem er die Zu» Hörer erwärmte für die Ziele der Heidenmission, si« begeisterte zu opferfreudiger Unterstützung der TU!» pcmsbestrebungen. Ob er es getan hat, wissen wir nicht, der trorPegenbe Bericht enthält nichts davon, aber das sieht stau aus dem Bericht, daß der Redner mächtig losgezogen hat gegen die katholischen Missionen. Der andere Redner, Pfarrer
Bevor man aber eine solche Reflation faßt, per-, W o k f f (Kassel) sprach über »Deutsches Volkstum gegentoärtigt man sich vorher bi ? Schlechtigkeiten * und Evang. Glaube. Lnscheinend hat. er Ausfälle der Jesuiten und alle die Verbrechen, die fett Adam« gegen den Katholizismus vermieden. Dagegen wird Sündensall bis zur Mobilmachung auf be» Balkan dann wieder im Jahresbericht über den „Anouk ihr Schuldkonto zu setzen sind. Da« gehört dazu,, stnrrn gegen da« Jesuitengesetz" gejammert, als ob unb eS macht sich besonders wirkungsvoll dort, w» da» Heck der evangelischen Kirche von der Ansrecht- niemanb, niemals und nirgend« «mch nur ben erhaltung dieses häßlichen Ausnahmegesetzes ah» Schatten eine» Jesuiten Hutes je gesehen hat, wo hinge. Notabene, auch der Sozialdemo tratie männigfich noch strif unb fest glaubt, bie Jesuitm toirb gedacht. Das Anschwellen bei sozialbemokra- kämen mit BvckSfüßen auf die Welt und sie trügen tischen Stimmen bei der letzten RrichstagAoahk wirb große Hüte, um ihre Teufelshörner zu verdecken, als unerfreuliches Ergebnis gekennzeichnet, aber, so Nur zw:i Redner sprachen in der Versammlung, heißt eS dann gleich: es darf über der roten die aber alle beide zogen gegen die Jesuiten vom Leder,, „schwarze Gesahr" nicht übersehen werden. Na» daS unb ihren vereinten Kräften gelang es vortrefflich — den konfessionellen Frieden zu stärken. Der eine, Geh. Justizrat Büfs (Kassel) unternahm es mit „ großem Eifer, die Jesuiten der vergangenen Jahr- abgelegt. Hunderte noch einmal totzuschlagen, vorsichtigerweise wörtchev
Die anderen sind noch nicht lange genug tot und einzige, noch so kleine, Jejmtenniriterlassung in bei so „entfamichten Jesuwitern" weiß man nie, Kurhessen gegründet worden, aber die Stimmen der ob sie tat genug sind- Der andere Redner, Prof. Sozialdemokraten find in Heffen-Mssau in dcrselbm Steiger (Kassel), dagegen wagte sich an die Zeit um 35 000 auf mehr als 150 000 gestiegen.
■--------1 —v —u- «■-----" ndlich • Unb da erklärt der Evangel. Bund, seelenruhig, man
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