Zeitung
V
fuldaer:
■ 3
feine Garnison zurück.
iu
1912. Mit der Frage der in Anbetracht der starken Norden unserer Stadt im- lästiges Berkehrshind:rnis
die Passiven aus rund schätzen sind.
* Offenbach, 3. Okt. Lokalbahn, die sich Industrieentwicklung im mer mehr als äußerst
dann mit diesem Plane ganz einverstanden erklären und Sie auffordern, selbst dort zu wohnen. Die Hindu-Offiziere, die das mit anhören, werden die Nachricht anderen erzählen. Wenn sie nicht von allen geglaubt wird, so ist es doch ein guter Vorwand" "
„Ihr Plan ist in der Tat sehr gut, Major. Zwei meiner Gehülfen sind besonders zuverlässig. Diese sollen bei der Einrichtung helfen und ihren Mund halten über alles, was sie sehen. Mein Zelt kann ich ja stehen lasten und gelegentlich benutzen, aber mein Hauptquartier werde ich ins Gerichtshaus verlegen. Wie stebt es mit unfern Waffen?"
„Wir haben fünf Schränke voll Musketen und reichlich Munition in unserm Magazin — diese Sachen müssen zuerst nach dem Gerichtshaufe. Noch heute soll es geschehen."
„Gut, Major! Ich werde selber die Musketen laden und sie in einem oberen Zimmer, gerade dem Hostor gegenüber, aufbewahren. Von da aus kann ich daun mit etwaigen Eindringlingen am besten fertig werden. Dieser Kommandantenposten gefällt mir sehr gut! Bis jetzt hat uns das Haus noch nicht viel genutzt! aber nun bin ich sehr froh, daß wir es gekauft haben, denn es eignet sich vorzüglich zu einer Art kleiner Festung. Allerdings, wenn der Aufftand sehr lange dauert, könnte es der großen 'Mass» Eingeborener gegenüber nicht standhalten."
„Gewiß, das sehe ich ein", sagte der Major bekümmert. „Aber ich hoffe, es dauert nicht lange. Wenn der Rajah von Bithur uns beistehl, ist Eown- pore sicher. Seinem Beispiel würden gewiß alle andern großen Grundbesitzer folgen. Nein, es wäre schon schlimm genug, wenn die Soldaten sich empörten! Ich kann nicht glauben, daß auch die übrigen Eingeborenen gegen uns aufstehen. Wenn das geschähe —" er hielt inne, um dann mit ernstem Tone fortzufahren: — „so wäre es ohne Zweifel zu End: mit uns, Doktor! Aber fürchten wir noch nicht das Schlimmste. Kommen Sie nur mit nach dem Or- donnanzzimmer, damit wir dort unser verabredetes
Amt Geisa und Umgebung.
* Teimbach, 3. Okt. 1912. An Stelle des pensionierten Lehrers Werneburg in Klings wird Lehrer Stranz, zuletzt vertretungsweise in Riethnordhausen, treten. Die' zweite Stelle in Urnshausen wird wieder von Lebrer Böhme besetzt. Nach Zella kommt voraussichtlich Lehrer Thüring jun. aus Dermbach, nach Dermbach Lehrer Jacobi aus Geismar.
* Stadtlengsfeld, 3. Ok'. 1912. Nunmehr bat die Eisenbahndireltion endlich den Anwohnern des Feldatals ein Entgegenkommen gezeigt und einige Züge mehr auf der Feld abahn verkehren lasten.
* Föhlritz, 3. Okt. 1912. Die zum Neubau einer Hochdruckwasserleitung für die hiesige Ge meinde erforderlichen Arbeiten sollen an geeignete Unternehmer im Submilstonswege vergeben werden. Angebote sind des Mittwoch, den 9. d. M., nachmittags 2 Uhr, beim Gemeindevorstand cinzureichen, bei dem auch die Zeichnungen und Bedingungen ausliegen.
* Fritzlar, 8. Ott 1912. Näckst«* Sonntag roixM - da» vor vier Woche» ausgesalleu« Kreisspiel»^ Turnfest auf dem großen Exerzierplatz abgehalteu werde». VoraussichUlch werden sich etwa 600 Mit» spielend« beteiligen. — Die landwirtschaftlichN Winterschule hier wird am 24. Oktober ihre» 7. Kursus eröffnen. Da schon sehr zahlreiche Anmeldungen vorliegen, dürst« der Besuch wieder seh» gnt werde«.
* Hachenburg, 3. Okt. 1912. Zwischen btn Jagdpächtern des Kotzeurother Walde» und drei Wilderer» kam es zu einem Kampfe, bei dem der Wilderer Jung von Atzelgift mit einem gefährlichen Schuß in den Unterleib liegen blieb, während seine beiden Komplizen unerkannt entkommen konnte».
* Bad Homburg, 2. Okt 1912. Die Stadtverordnetenversammlung beschloß iu ihrer Geheimsitzung fast einstimmig den Bau eines 8600 Kubikmeter fassenden Reservoir», um das kohlensauere Wasser längere Zeit aufspeichern zu können, damit in der Zeil der starken Nachfrage nach kohlensaueren Bädern genügend Wasser vorhanden ist.
* Friedberg, 3. Okt. 1912. Eine neue Straße nach Bad Nauheim wird demnächst gebaut Das Gelände hierzu wurde bei der Feldbereinigung in der Gemarkung Bad Nauheim ausgeschieden. Aus dieser Straße soll nach ihrer Fertigstellung eine elektrische Straßenbahn zwischen den beiden Städten verkehre».
* Darmstadt, 3. Okt. 1912. Das Schwurgericht verurteilte den Gemeinderechner I. A. Heim aus Ober-Schönmattenwag i. O., der hn Jahre 1910 und 1911 in zwei Fällen den Betrag von 500 Mark und 2406 Mark unterschlagen hatte, zu sechs Monaten Gefängnis.
* Mannheim, 3. Okt. 1912. Eine Art Hara- kiri verübte hier der ledige, 35 Jahre alte Eisen- dreher Bender. Er riß sich mit einem scharfen Messer den Leib auf, daß das Herz zutage trat, durchschnilt sich dann auch noch die Pulsadern der Hände und die Kehle. Der Lebensmüde wurde in das Allgemeine Krankenhaus verbracht; es ist kaum anznuehmen, daß er mit dem Leden daoonkommt. Bender ist schon seit einiger Zeit arbeitslos.
vermischtes.
* Die nette Westetwalddahn Linz a. Rh.—Flam«' merkfeld ist nunmehr eröffnet worden. Di« Strecke ist nur 30,8 Kilometer lang, aber die Ar« beiten waren infolge des gebirgigen Geländes fa schwierig, daß die Vollendung der Bahnstrecke mehr als drei Jahre in Anspruch genommen hat. Di« Baukosten betragen rund 7 Millionen Mark.
♦ Der kurzsichtige Gerichtspräsident. In einem oberbaherischcn Gericht ist cs gelegentlich einer Verhandlung zu einem lustigen Zwischenfall gekommen, der ungeheure Heiterkeit artslöste. Der Präsid.nt bemerkte, daß ein Zeuge den Hut aufbehalten hatte und rief ihm zu: „Wollen Sie gefälligst den Hut im Gerichtsfaal abnehmen?" Und als sich nichts rührte: „Den jungen Burschen da hinten meine ich!" Und der Zeigefinger des Präsidenten deutete genau die Richtung an, in welcher der Missetäter saß. Allein, eine blecherne Stimme erwiderte vorwurfsvoll: „Entschuldigens, Herr Präsident, ichbindoch eineDame!" Und so war's auch, eine Dame im modernen Iakett, Stehkragen, langer Kravatte und auf dem Tftuskopj das adlerflaum- geschmiickte Hütchen hatte den kurzsichtigen Präsidenten getäuscht. Das Allerschönste sollte aber noch kommen: Als der so angeredete vermeintliche Bursche sein Alter auf fünfzig Jahre angab, da braust; neues, unbändiges Gelächter durch den vollgefüllten Gerichtssaal.
* Werber für die Fremdenlegion. Wie aus Dresden gemeldet wird, versuchen gegenwärtig Werbeagenten in verschiedenen Lokalen der Stadt, unerfahrene junge Leute für die Fremdenlegion oder für die Polizeitruppe in Marokko anzuwerben. Sie bieten ihnen ein beträchtliches Handgeld, hohen Sold und stellen ihnen eine glänzende Laufbahn bis zum Offizier in Aussicht. In einem Falle ist es den Werbern bereits gelungen, ihr Opfer nach Frankreich zu verschleppen. In mehreren anderen Fällen haben sie sich der ihnen drohenden Verhaftung durch schleunige Flucht aus den betreffenden Lokalen zu entziehen gewußt Tie Polizei verfolgt dir Spuren Wester.
** Ein Ehezwist int bayerischen Königshaus«. Vor wenigen Monaten vermählte sich die Erzherzogin Isabella von Oesterreich mit dem Prinzen Georg von Bayern. Bald tauchten in der Prelle Meldungen über tiefe Zerwürfnisse des neuvermählten Paares auf. Nunmehr bringt die „Mün- chener Ztg." aus anscheinend unterrichteten Kreisen die Meldung, daß der Haushalt des Paares bereit» aufgelöst ist. Die Bemühungen, eine Versöhnung herbeizufiihren, blieben erfolglos. Die Prinzessin ist bereits toe™; Tage nach der Hochzeit zu ihren Eltern nach Oesterreich zurückgekehrt. Es scheint also, daß Rangstreitigkeiten durchaus nicht der Grund des jähen Zerwürfnisses sind, wie einige Plätter meldeten.
* Entarteter Sohn. In der badischen Ortschaft Mühlhausen lötete der Zigarrenfabrikant Brecht im Streit seinen eigenen Vater durch einen Mellerstich.
* Der spanische Eisenbahnerstreik nimmt immer mehr zu. Ministerpräsident CanalZas hat an den Biirgermeister von Barcelona ein Telegramm gerichtet, in dem er erklärt, er wünsche den Streit so bald wie möglich beendet zu sehen, wolle aber weder ans die Arbeiter noch auf die Eisenbahngesellschasteu einen' Druck ausüben.
** Geschmacklosigkeit eines französischen Fliegers. Der Generalsekretär des Aeroklubs von Frankreich richtete an den Flieger Daucouri, der am 16. Aug. bei einem Flug in der Nähe vonBelfort die deutsche Grenze überflog und französische Fähnchen niederflattern ließ, ein Schreiben in dem er mittnlt, der deutsche Geschäftsträger habe dem Minister des Innern erklärt, daß im Falle enter Wiederholung eines solchen Vorkommnisses die deutsche«
Gespräch führen, lind von da gehen wir dann gleich nach dem neu einzurichtenden Hospital."
D:r folgende Tag brachte ein neues Schreiben des Obersten, das die Bestätigung der Gerückte über Delhi enthielt. Die dortigen Regimenter hatten sich den Aufständischen pon Meirut zugesellt, hatten ihre Offiziere und jeden Europäer, desim sie habhaft werden konnten, niedergemacht. Einige Offiziere hatten das Zeughaus mit verzweifelter Anstrengung verteidigt und endlich das Pulvermagazin mst Hunderten dw Angreifer in die Luft gesprengt. Drei Weiße waren entkommen und hatten die Botschaft nach Meirut gebracht.
Täglich sah es düsterer aus. Die Hindu-Regimenter im Pendschab brachen los, sobald die Kunde von Meirut und Delhi zu ihnen drang- Aber dort waren mich englische'Truppen, die si: energisch und rasch zur Rühe brachten. An einigen Orten wurden die Europäer entwasfnet, ehe sie zum Handeln gekommen waren: an anderen gelang es, die Auf- mieqltr auseinander zu sprengen. Wieder andere Hindutrnpven hatten der Regierung versichert, sie wollten treu bleiben. — Eine Woche verging ruhig; dann lief aus ganz entfernten Orten — aus Han- ftb und Hiffar, nordwestlich von Dehli, aus Nussera- bad in Nadschputana, aus Bareilly und anderen Stallone n in Nohileund, die Nachricht von Soldatenaufständen ein, und von allgemeinem Morden und Brennen. Tann brachen drei Regimenter in Ni- mutl'ch und Po ei in Jhansi aus, die alle Europäer mordeten, obgleich sie ihnen für den Fall ihrer Ergebung Schonung zugcsagl hatten.
Ehe die Botschaft aus Jhansi nach Dinnua- ghur gelangte, hörte man dort von anderen Greueln mehr in der Nähe. Ain 30. Mai standen drei Re- aimenter in Lucknow auf, wurden aber unterdrückt durch di« dreihundert Engländer unter Sir Henry Lawrence. In Sstapur war am 3. Juni ein Aufstand mit ftirchtbarem Gemetzel. Am 4. folgten die Soldaten in Mohundi dem Beispiel von Sstapur. Und am 8. empörten sich zwei Regimenter in Fiza- bad und töteten alle Engländer dort. — Aus Cawn-
gczeigt hat, beschäftigte sich am Montag abend eine Versammlung. Sämtliche Redner waren darin einig, daß eine Elektrisierung der Bahn baldigst in die Wege geleitet werden müsse. Dies fei umso leichter möglich, als der Eisenbahnsiskus kein großes Interesse an der Erhaltung bet Lokalbahn habe. Schließlich wurde eine Kommission gewählt, die di: weiteren Vorarbeiten in Angriff nehmen und der Stadtverwaltung sowie dem Großherzoglichen Ministerium und dem EiienbabnfiSkus unterbreiten soll.
* Frankfurt, 3. Okt. 1912. Ein in der Böhmerstraße bedienstetes Mädchen wurde von seiner von der Sommerreise zuritckkehrenden Herrschaft tot aufgefunden. Die Lebensmüde hatte sich mst Leuchtgas vergiftet. — An der Trajektüberfahrt über den Rhein bei Mainz wurde die L ei ch e einer unbekannten Frau gelänget, die erst wenige Stunden im Wasser gelegen Hst, und deren Merkmale auf Frankfurter Herkunft deuten.
* Lasset, 3. Lkl. 19i2. Am Dienstag vormittag gekongtcn im Hofe der Trainkastrne 33 überzählig gewordene Dienstpferde zur öffentlichen Verstei- geruno. Die in jedem Iahte wiederkehrende große Herbst-Pferdeverst eiqerung, bei dct ge- mödn'ich west über 100 Pferde zum Verkauf gestellt roeib.n, erfolgt erst nach Verlauf weiterer vier Wochen.
Am!avd.
* Russische Grausamkeiten am Amnr. Der Moskauer Golos Moskvi bringt unter der Ueberschrist: Was passiert auf der Amur-Eisenbahn? einen Bericht über die Behandlung der Strafgefangenen, die bei dem Bau der Amur-Eisenbahn beschäftigt werden. Nicht weniger als 17 000 Strafgefangene, von denen ein großer Teil zu den politischen Gefangenen" gehört, fuhren die Eisenbahnbauten aus. Vor ungefähr zwei Jahren wurde der Oberaufseher der befangenen seines Postens wegen zu großer Grausamkeit entsetzt, den ein gewisser Leonkowitsch erhielt. Dieser hatte von dem Staatsanwalt in Tschita die Anweisung erhalten, die Sträflinge milder zu behandel!?. Und diese milde Methode ist es, die von der Moskauer.Zeitung kritisiert wird. Für das geringste Vergehen werden die Gefangenen entkleidet und mit starken Knüppeln geschlagen' Tie gewöhnliche „Rallen beträgt 200 Stockschlage. Diese Prozedur kann aber an einem Tag? zwei- bis dreimal wiederholt werden, je nachdem es den brutalen Kolonnenführern gefällt. Während der Wintermonate mußten die Unglücklichen bei 40 Grad Reaumur Frost, ganz leicht bekleidet, arbeiten, während die bezahlten Arbeiter in ihren warmen Hütten lagen. Nach einer ein- oder zweistündigen Arbest brachen die Gefangenen vor Erstarrung zufammen. Sie wurden dann tn Ketten gelegt, in ein Steinderlies, das ohne Heizung war, gesperrt, und jeder erhielt täglich 200
Ans Gberhesien u. den Hess. Aemtern.
* Kirchhain, 3. Okt. 1912. Am Sonntag wurde in der Gemarkung Bichmannshausen' eine K a r - toffelbratpartie abgehalten, die einen fröhlichen Verlauf nahm. Tiefe Sitte ist aus der Vie- denköpfer Gegend herübergekommen.
* Frankenberg, 3. Okt. 1912. In der letzten Stadtvcrordnetensitzung wurde daS schwebende Projekt einer K rast wagen-Po st - verbindung zwischen Frankenberg und Corbach über Sachsenberg-Medebach eingehend erörtert und dem Vorschläge des Magistrats zugestimmt, welcher die Angelegenheit ernstl-ch zu unterstützen im Interesse der Stadt für notwendig hält. Zur weiteren Verhandlung mit der Postbehörde, welche diesem Projekt ein reges Interesse entgegenbringt, wurden die Herren Bürgermeister Tertz und Stadtverordnetenvorsteher Finier gewählt.
* Wehrda, 3. Oft. 1912. Beim Zwetschenpflücken stürzte hier ein junger Mann vom Baum und wurde schwer verletzt.
* Homberg, 3. Okt. 1912. In den Tagen vom 15. bis 18. Oktober wird am hiesigen Lehrerseminar zum letzten Male nach der bisherigen Piüfungsord- nung die zweite Lehrerprüfung, zu der sich 39 einstweilig angestellte Lehrer gemeldet haben, abgehalten werben.
227.
»omerilag »en 5. Mieder 1912. eß in. weu«.
2. Blatt.
« 9nt Ml »«rte» ber z»itza« Jfcfiartniftw» > i» frlte.
lung für rnnv 360000 Mark Finanz« und Waren« reertiie! au1 die insolvente Firma sich im Umlauf befinden. Wir haben schon früher mitgcteilt, daß zwei Millionen Mark zu
Pore hatten die Nachrichten bis jetzt immer beruhigend gelautet Der Rajah von Bithur hatte Sir Hugh Wheeler eine Unterstützung von zwei Kanonen und 300 Mann angeboten und man nahm an, daß die vier Hinduregimenter ruhig bleiben würden, wenn sie sähen, daß der mächtige Rajah auf der Seite der Engländer stehe. Sir Hugh hatte nur ein? Handvoll Weißer bei sich, doch erhielt er fünfzig 'Rann vom 32 Regiment aus Lucknow zur Hülfe, und mit diesen stellte er einen Lagerplatz her, in dem die bedrohten Weißen Zuflucht finden könnten.
Dieser Monat war eine Zeit banger Sorge. Nach und nach waren viele Vorräte in das Hospital, wie es jetzt hieß, geschafft worden. Ter Brunnen im löofe war in Stand gesetzt und di: Weißen hatten möglichst viel von ihrem Eigentum hiuaebracht. In nur wenigen Fallen hatten die Ausstände in der ?!ad)t begonnen. Meistens war der Ausbruch beim Appell erfolgt; aber sicher konnte man ja niemals sein. Deshalb schliefen alle Europäer stets in ihren Kleidern, und in jedem Hause wachte eine Person die Lacht hindurch.
Das Hospital war ein starkes Gebäude. Ein« hohe Mauer umgab es mit dem dazugehörigen Hof und Garten. So war der untere Teil vor Geschossen ganz sicher. Die oberen Fenster waren oberhalb der Manerhöhe und gestatteten einen weiten Aus- blick über die Gegend, während um das flache Dach eine Schutzwehr lief. Während des Tages hielten sich die Damen der Garnison meistens bei Fran Hunter auf, deren Bungalow dem Hospital am nächsten lag. Hier beschäftigten sie sich mit dem Nähen von Säcken und suchten sich gegenseitig bei gutem Mut zu erhalten. Obgleich alle blaß und abgespannt vom Wachen und Sorgen aussahen, war nach den ersten Tagen doch keine Furcht mehr an ihnen zu bemerken. Gewöhnlich las Frau Hunter, sobald alle versammelt waren, einen Psalm und ein passendes Gebet vor, und dann ging es emsig an di« Arbeit. Selbst Frau Rintoul zeigte eine Fassung,, die man bei ihr kaum vorausgesetzt hätte, s 1 tiiortlebuno folatj
Am dem Nachbargebiele.
* Bad Orb, 2. Ott. 1912. Die hieffge Ortsgruppe des Volksvereins für das kathol. Deutschland hatte am Sonntag einen Familien-Abend veranstaltet, der sich eines regen Besuches aus allen Kreisen der Bevöikecung erfreute, Im Mittelpunkte des Abends stand die Aufführung des Rittcr'scken Dreiakters r „Die Saat des Hasses." Das Stück, das wir wenige in der ganzen Vereins-Literatur einen Konflikt aus den gegemumtiaen sozialen Kämpfen behandelt, verfehlte seine Wirkung nicht. Die Spieler entledigten sich ihrer Aufgabe in anerkennenswerter Weife; ebenso gingen die humoristischen Stücke flott über die Bretter. Daher konnte am Schluffe auch Herr Stadtpfarrcr Röhre im Namen aller seine volle Befriedigung über die Leistungen des Abends aussprechen, der dem Verein hoffentlich noch viele Mitglieder zuiühren werde. Möchten seine Worte auf fruchtbaren Boden aefallcu sein!
* Soden (Kr. Schlüchterns, 3. Okt. 1912. Für den Bezirk drr Gemeinde Soden ist eine gewerbliche Fortbildungsschule errichtet worden.
* Hanau, 3. Okt. 1912. Bei dem Zusammen- bruch der Baufirma Hack werden viele Angehörige des Handwerlcr- und Gewerbeflandes stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Umfang dcs Zu- sammenbrucks ist schon daraus zu ersehen, daß nach einer Mitteilung in der letzten ©laubigeroeriamm«
--- Wieviel besitzen die Italiener t von Tripolis-
Der Plan der Leitung des italienischen Heeres ging in letzter Zeit darauf hinan», wenigstens die Küste in italienischen Besitz zu bringen. Diese Küste von der tunesischen bis zur ägyptischen Grenze ist etwa 1560 Kilometer lang. ,
Die Italiener habe» nun nach und nach heben verschiedene, örtlich von einander getrennt« Punkte dieser Küste besetzt, und zwar in folgender Reihen- foläe: am 4. Dtiober Tobruk; am 5. Tripolis, am 18 Derna; am 19. Benghasi; am 21. Thoms, am 11. April Bu Kamech; am 16. Juni Misrata und am 5. August Zuara. An allen diesen OerUich- feiten sand nach und nach eine Erweiterung und Ausdehnung der besetzten Linien statt, mit alleiniger Ausnahme von Tobruk, wo man von leinen nennenswerten Fortschritten sprechen könnte.
Rechnet mau nun die tatsächlich sich im Besitz der Italiener bestndlichen Kilometer der Küste zu- ifammen, so ergibt sich, daß tue Italiener rund 157 Kilometer, also etwa ein Zehntel der ganzen Küstenlinie besetzt halten.
Demjenigen, der oberflächlich di« Landkarte betrachtet, könnte diese Kilometerzahl .winzig' erscheinen, und dies um so mehr, als die von den Italieners besetzte» Positionen nur wenige Kilometer ins Inner« des Landes hiueiureicheu: im Durchschnitt etwa 6—8 Kilometer. Es ist indessen in der Tat anders. Es konnte sich für die Italiener aar nicht darum hundeln, buchstäblich die „ganze Säfte" zu erobern; es handelte sick vielmehr um di« wichtigsten Küstenplätze. Als wichtig aber kamen iure in Betracht die 350 Kilometer der Küste von der tunesische» Grenze bis Misrata sowie dl« etwa 500 Kilometer von Benghasi bis Tobruk beziehungs- roe je bis zur ägyptischen Grenze. Die ganze riesig« Syrtengegeud tft ohne jeglichen Wert, edevfo wie die dortigen Gewässer, dir nicht einmal den kleinsten Kriegsschiffen zugänglich sind.
Aber auch um diese 850 Kilometer Küstenlinie in italienisch«» Besitz zu bringen, hatte man nur die militärische Besetzung einiger Punkte nötig und durchaus nicht ganzer langer Küstenstriche. Wenn auch hier und da Lücke» vorhanden sind, wie heute noch zwischen Zara und San jur, Tadschura und Choms, und Lebva unö Misrata, sowie besonders große in der Kyrenaika, so werden diese durch die Wachsamkeit der Kriegsschiffe ausge« füllt, die bekavirttich überhaupt eine Hauptaufgabe in der Kriegssührung zu erfüllen hatten.
Ria» roub also Die Italiener, trotzdem sie nur etwa „ein Zehntel" der Äesamtlüste besetzt haben, al« sich im Besitz der hauptsächlichsten, in strategischer Hinsicht in Betracht kommende» Küsten- puntie befiudluh betrachten müssen.
Stockschläge, bis et wieder freiwillig zur Arbeit pr- rückkchrte. Viele gingen an den Wunden zugrunde. Ein armer, frierender Sträfling etijhlt an einem einzigen Tage dreimal 200 Stockschläge, weil er sich für einige Pfennige Schnaps gekauft hatte. In einem anderen Falle ließ Leonkowftsch drei Sträflinge, dir Abstinenzler waren, durchpeitschen, weil sie sich weigerten, die Schnapsportion, die auch den bezahlten Arbeitern zuerteilt wird, zu trinken. Die meisten der Zellen, in denen die Armen wegen geringfügiger Vergehen manchmal wochenlang eingeschloffen liegen, sind so niedrig, daß niemand darin aufrecht stehen kann. Eine Dynamitpatrone, die zum Sprengen benutzt wurde, explodierte zufällig, als Leonkowitsch gerade von der Arbeitsstätte verschiedene Meilen etrtfenrt war. Er erklärte diesen Zusall als ein Attentat auf sein Leben und bat um ttebersendung einiger Kosaken, um ein Erempel zu statuieren, ^er Kosakenofjrzier kam aber selbst, stellte eine Unter» fuchuua an und erklärte dann, daß feine Soldaten keine uniformierten Nkörder seien und ging wieder
3m Schutze der Zauberers.
28] Englisch-indischer Roman von E. A. Henty
„Haben Sie den Tiger erlegt, Doktor?"
„Jawohl, mit Bathurst zusammen. Ich ver- svundete ihn zuerst, dann sprang er auf Bathursts Elefanten; Bathurst stieß ihm den Speer in den Rachen, und ich gab dann noch den letzten Schuß ab, der ihn tötete?'
„Den Speer, sagen Sie? Warum schoß denn Bathurst nicht? Was soll ein Speer?"
„Nun, Major, er ist mit einem physischen Horror vor Feuerwaffen geboren worden, ein Erbteil von der Pttrtter. Ich erzähle Ihnen später einmal mehr davon. Genug, er kann absolut kein heftiges Geräusch vertrage». Das ist sür den armen Menschen ein wahres Verhängnis! In anderer Beziehung ist er so mutig, wie irgend einer. Haben Sir für mich nicht etwas Besonderes zu tun?"
„O ja! Sie sind in gewisser Hinsicht der freieste Mann hier und können allezeit foHinten und gehen, ohne besondere Aufmerksamkeit zu erregen. Deshalb bitte ich Sie, di: Vorgänge in dem Gerichtshause zu überwachen. Am besten wäre es, Sie richteten sich dort gleich wohnlich ein; Platz genug ist da. Niemand kann wissen, wann die Unruhen lvs- orecheil; und so wäre es sehr gut, eine ordnend:, lettenöe Persönlichkeit iu dem Hause z» haben, wenn ctoa unsere Frauen und Kinder darin Zuflucht su- f „vn' Jjbrend wir noch auf dem Exerzier- ü.fitje stud. Oi'hrb :m würden Sie mit Ihrem Ge- fcünrt.V>lU 'h!5a^ Angreifer schon allein fern- Sta'ÄÄÄ’ '©.‘Äta!'©!’ mer unter festem Dache zu haben, für den Fall daß Cholera ober Jo etwas ausbricht. Ich weÄ'mich