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59. Zahrg«-.
Tuldaer M Zeitung
3. Blatt. w
Bart mb* »trUe d« Swiuer XeHtnbtudtrtl im Selb«.
muffen wir Jetzt kann auch keinem den nächsten bleibt, dann
bestrafte. Diese wandte sich nun oer inssekretariit Fulda, welches gegen den Strafbefehl erhob und durch seinen Sekretär im Termin kammer persönlich vertreten ließ.
an daS Volks- Widerspruch die Witwe W. vor der Straf-
Während das
stehe. — Es ist nicht recht verständlich, welche Rücksichten Dr. Kaempf fallen lasten mutzte, um etwas zu erklären, was er selber für selbswerständlich hält.
hörte man von Feuersbrünsten, di; durch Brandstifter verursacht sein sollten. Andererseits blr»b das Verhalten der Truppen in Dinnugghur musterhaft, und der Oberst schrieb, dah auch in Cawnpore nichts Verdächtiges zu merken sei, und daß der Rajab von Bithur sich erbotrn habe, mit seinen eige- n?n Mannschaften zum Beistände anzurücken, wenn ein Aufstand drohen sollte. Im ganzen schienen also die Aussichten freundlich, und demgemäh wurde
erscheint, hier einmal etwas näher darauf einzugehen. Dienstboten, auch die in der Landwirtschaft befthäf- t'glen, sind nach dem Krankenversicderungsgesktz nicht versicherung-pflichtig. Rach § 2, Abs. 1, Ziff. 6, des erwähnten Gesetzes kann durch Statut einet Gemeinde oder eines rodlet en Kommunalverbandes (Kreises) für seinen Bezirk oder Teile desselben die Versicherung-Pflicht erstreckt werden aus die in der Land- und Forstwirtschaft beschäftigten „Arbeiter" und Betriebsbeamte. Damit ist klar ausgesprochen, daß nur die landwirtschaftlichen Arbeiter, nicht aber die D i e n st b o t e n der Siicmten« versicherungspflicht unterstellt werden können. Wcr von einem Landwirt zur'Leistung von häuslichen oder wirtschaftlichen Diensten für eine längere Zeit, etwa für ein Jahr, angenommen und entlohnt wird von ihm Wohnung und BeköNigung erhält, der g'lt als landwirtschaftlicher Dienstdote und kann dem statutarischen Verstcherungszwange nicht unte warfen werden; auch dann nicht, wenn er überwiegend mit landwirtschaftlichen Arbeiten beschäftigt wird. Ter Dienstherr ist also nicht verpflichtet, feine Knechte und Mägde bei der Krankenkasse anzumelden, selbst wenn deren Statut das vorschreiben sollte. Durch das Statut der Ortskrankenkasse Fulda- Land find nun alle in der Landwirtschaft des Amtsgerichtsbezir's Fulda beschäftigten Personen, also auch die Dienstboten, der Krankenoersicherungs- psticht unterstellt worden. Daß diese Bestimmung des Kassenstatuls rechtsungiltig ist, wurde durch Urteil der Strafkammer des Amtsgerichts Fulda vom 27 September ds. Js. ausgesprochen. Die Witwe W. in Klem-Heiliglreuz hatte nämlich die von ihr feit zwei Jahren beschäftigte Dienftmagd im April ds. Js. als freiwilliges Mitglied bei der Ortskrankenkasse Fulva-Land angemeldet. Der Vorstand bezw. der Rendant der Kasse berief sich auf die vorgenannte Bestimmung seines Statuts und verlangte u. a., daß die Witwe W. die Beiträge für die Zeit vom D enstantritt bis zur Anmeldung nachbezahle. Aber damit nicht genug, er stellte auch Strafantrag bei der Kgl. Staats- anwaltschast, welche die Witwe W. mit 10 Mark
Schöffengericht die Strafe bestätigte, hat die Strafkammer, wie schon erwähnt, die Witwe W. frei- gesprochen und die entstandenen Kosten der Staatskasse auserlegt. So muhten wegen dieses Falles, über den sich der Rechtskundige nicht tm Zweifel fein konnte, zwei Termine abgehalten werden, die Wi roe W. hat die damit verbundene Aufregung tragen muffen und schließlich erfolgt Freisprechung, und der Staat hat die Kosten zu tragen. Das alles wäre erspart gewesen, wenn die Krankenkasie einfach das angerusene Versicherungsamt hätte entscheiden lassen und keinen Strafantrag gestellt hätte. Es ist nicht ausgefchloffen, daß bereits in früheren Fällen Landwirt« dieferhalb ungesetzlich bestrast worden sind, weil sie aus Unkenntnis der gesetzlichen Bestimmungen und der Rechtsprechung gegen den von der Kraiitenkasse veranlaßten Strafbesedl Widerspruch nicht erhoben Haden. Es sei allo nochmals festgestelll, daß Landwirte nicht verpflichtet sind, ihre D i e n st b o t e n der der Ortskrankenkasse Fulda- Land anrumelden und daß sie wegen eventueller Nicht- anmeldung nicht bestraft werden können. Allerdings rottoen nach Inkrafttreten des 2. Buches der Relchsversicherungsor nung (Krankenversicherung) auch die in der Haus- und Landwirtschaft beschäs- tiqten Dienstboten versicherungspflichlig (ein. In äweiselssäUen wende man sich an das Volksvereinsekretariat in Fulda.
* Vertrauens« und Ersatzmännerwahl. Bezugnehmend auf die Bekanntmachung, betreffend die Wahl der Vertrauens- und Ersatzmänner für die Angestelltenverstcherung weisen wir noch darauf hin, daß alle vollfährige Deutsche, männlichen und weiblichen Geschlechts wahlberechtigt sind, sofern sie zu den versicherten Äugest llten oder deren Arbeitgebern gehören und in Fulda wohnen.
Wahlberechtigt als Arbeitgeber sind, wenn sie nicht als Angestellte wahlberechtigt sind, auch:
totales.
Fulda, den 28. September 1912.
-k Können die in der Landwirtschaft beschäftigten Dienstboten der Krankenversicherungepflicht unterstellt werden? Diese Frag« Hal schon zu manchen Miß- oerständnissen Anlaß gegeben, sodaß es angebracht
„Augenblicklich noch nicht. Erst sehen, wie die Dinge sich entwickeln, ich die Garnison nicht verlosten und Offizier Urlaub geben. Aber wenn in z-hn bis vierzehn Tagen alles ruhig läßt sich die Sache in Betracht ziehen.'
Obgleich nun leine Nachricht mehr von einem so offenen Ausbruch wie der in Barrackpore einlief, so blieb doch das Gerücht von fortwährenden inne» rn Unruhen bestehen. AuS allen Teilen des Landes
3m Schutze der Zauberers.
24) Englisch-indiscber Roman von E. A. Henty.
Elftes Kapitel. •
An demselben Abend suchte der Doktor, nachdem er allein ;n Abend gegeffen hatte, Bathurst auf. Zuerst sprachen sie nur von den eingelaufenen Alarmnachrichten. Dann fragte der Doktor seinen Freund, ob er Forster schon gesehen habe.
„Stein, als er feinen Besuch machte, war ich nicht zu Hanse. Ich war früher mit ihm zusammen auf der Schule, dann hörte ich, daß er bei einem indischen Reiterregiment sei, bin ihm aber hier nie begegnet und wünschte das auch nicht. Er war zwei Jahre älter als ich, Tonangeber unter den Jungen und einer meiner Hauptpemiger. Er konnte mich nicht leiden, und ich haßte ihn. Ihn wieder zu sehen hege ich kein Verlangen. Wenn er sich nicht ’troa sehr geändert hat, würde er mir auch gewiß von neuem zu schaden suchen."
-L^ch glaube nicht, daß er sich geändert hat — und gerade deshalb bin ich eigentlich heut abend hergekommen. Es wird mir schiver zu sagen, Bathurst, — aber als heute beim Major dir Rede auf ®ie kam, hat der Elende gleich die Geschichte von ChManwalla ausgetischt."
fraiSW* rebk,^“nb frine Nnger schloffen sich ampfbaft. Eine Minute schwieg er, dann sagte fnS+c nnnht nichts aus, — früher oder
toürt>e SLfte ,£§ doch erfahren, und ich selbst boracfiimm?» Haben, wenn er mir nicht zu-
S Außerdem, wenn jetzt wirklich
mn allgemeiner Aufstand losbrüht - wie es ganz
Ai — si» werden ja bald alle wiffem
W u»d w°m< e»
„Und was sagten Sie ihr?"
„Mir war es natürlich schrecklich, daß ich ihr nicht Ihre ganze Geschichte wiederholen könnt« Das wäre das beste gewesen. Aber ich sagte nur «aß es verschiedene Arten von Mut gäbe, und daß
17. Allgemeiner Caritastag.
c. Nürnberg, 26. Sept. 1912.
Heute hielt der Rationaloerband kalb Müdchen- schutzvereine seine — alle drei I ihre ftatiRnbence — Generalversammlung ab. In ihrer Eröffnungsrede gibt die Vorsitzende, Frau I Bontant-Kl ehe (Frankfurt a. M.) einen Beucht über die Tätigiert deS Verbandes. Die Diganifatton bat gute Fortschritte gemacht. Dem Nauonaiverdand gehören an: der bayeriicde Landesverband, die westdeutsche Erzdiözese Freiburg, die Diözesen Limburg, Metz, IHottenburg, Sirakburg i. E., dazu 67 Lokalvereine und 39 Bahnhos-mifsionen mit 717 Mitgliedern unb fast 2000 Berirauen-perfonen auf dem Lande. Der größte Erfolg ist die Herausgabe der gemeinsamen Plakate, duich die auf die BahnbofsmUsion und die Mädchenschntzvereine hingewieten wird Das Plakat wurde in IW000 Exemplaren hergettellt; der auf den Nalwnalverband entJallenDe Stottenanieil b trug M800 Mark. Die Behörden haben uns das weitgehenofte Entgegenkommen gezeigt; u. a. bat bat Reich-amt oes Inneren zu den "Drucktosten einen Beitrag Bin 1000 Mark geleistet. (Beifall > — Hofkavlan Novp >Freiburg i B.) brhrubelte die Frage: „Wie orientieren wir dre Landmädchen über den Mädchen- fchutz? Auf Antrag Darmstadt wird befchiosten, eine Kommission emzMetzen, welche die Ausgabe haben soll, in den vetbreitetften lath. Kalendern Htnweite zu oer. anlaffen auf die Einrichtungen des kath. Aiädchensckutz- veret«« in Form von Inseraten, bele renben Artikeln und Erzählungen Mit dem kath. Gruß wird die Versammlung geschloffen.
dentschrs Reich.
* Ein besonderes Strafverfahren 3«ten?e liche. Ten vielfach in der Oeffentlichkeit geaußer ten Wünschen nach besonderen straprozeßrechtlichen Bestimmungen für Jugendlich- bis -u 18 Jahren 6«; S »i,
“«fdinft« ™ ta seMätenm unb auf unbrftimmte Zett vertagten Strafprozeßreform herausnimmt, um pe möglichst bald in Kraft treten zu lassen Tie wichtigsten Neuerungen lauten wie °^4ür Strafsachen gegen Jugendliche werden von per üandesjustizverwaltung, soweit ein Bedürfnis besteht. bei den Amtsgerichten besondere Abteilungen «Jugendgerichte^ gebildet. Oeffentliche Klage soll gegen einen Jugendlichen nicht erhoben werden, wenn ttr« ziehungs- und Besserungsmabregel» einer Bestrafung vorzuzieheii sind. Wird keine Klage erhoben oder das Bertahren eingestellt, io ist die Sache an die Vormund- schaftsdehörde adzugeven. Erachtet diese den Jugendlichen für schuldig, so hat sie ihn entweder zu vermahnen oder der Zucht des gesetzlichen Vertreters oder der Schulbehörde z» Überantworten, oder sie hat auf Grund der reichsgesetzlichen oder landesgesetzlichen Vor- schristeli die Fürsorgeerziehung (Zwangserziehung) an« zuordnen, »bet, wenn der Jugendliche schon unter Fürsorgeerziehung steht, ihn der Zucht der Erziehunas- behörde zu übergeben. Dem Jugendlichen ist von Amrs wegen ein Verteidiger zu bestellen, sobald eine Bor- unteriuchung eröffnet oder tue Eröffnung des Haupt« ver abrens vor der Strafkammer beantragt ist. A.-e Hauptoerhmidlungen gegen Jugendliche sollen von anbeten derart gesändert werden, daß eine Berührung mit erwachsenen Angeklagten vermieden wird.
-t- Nngibltche Gegenfätze tu der Konservativen Partei hatte der Abg. Bass ermann auf dem Parteitage bet Nassauischen Natwuallisteralcn konstruiert. Er behauptete, daß die altadiigen konservativen Herren sich in der Gesellschaft der stark agitatorisch htrvortretenden Führer und Mitglieder des Bundes der Landwirte nicht wohl fühlen könnten. Die .Deutsche Tageszeitung' (Nr. 491) erklärt dazu, daß die Behauptungen von Meinungs- verfchiedcndeiten oder gar Gegensätzen in der konservativen Partei leeres Gerede feien:
„Die Annahme Baffermaans, daß die altadligen Herren der Partei sich in der Gesellschaft der Führer und Mitglieder des Bundes der Landwirte nicht wohl fühlen könnten, ist schon deswegen völlig irrig, weil diese altaDhgen Herren selbst ausnahmeios Mugliever und teUeetie Führer des Bundes der Landwirte sind. Was die Stellung zur Ttichwablfrage anlangt, so herrscht in Bezug auf diese tu der konservativen Partei völlige
4- Erne Tenerungsversammlnng haben nun Mich die Fortschrittler nn ersten Berliner Reichs- tagstvahlkreise abgehalten. Abg. Dr. W i e m e r trat als Redner auf und gab gleich Anfangs feiner Genugtuung darüber Ausdruck, „daß jetzt endlich einmal im deutschen Reichstage das liberale Banner wehe". Vermutlich betrachtet der Fortschrittsführer das liberale Reichstagspräsidium als Bannerträger, bemerkt hierzu die „Kreuzzeitung". Denn wenn er auch den Bestand einer Liuksmehrheft als sicher an« nimmt, so dürfte selbst er deren roten Kern nicht für geneigt halten, dem liberalen Banner Reverenz zu erweisen. Umgekehrt liegen die Dinge: Die Fortschrittler salutieren dieroteFahne nach Vasallen- art und sie fühlen sich wohl dabei, weil sie dabei parteipolitisch Vorteil zu finden glauben. Hat doch Dr. Wiemer freudig konstatiert, daß die Linksmehr- hest auch in Fragen der Wahlprüfungen zufammen- geholten habe". Auch ein weiteres Eingeständnis Dr. Wiemers ist dankenswert und bedeutsam, nämlich, daß der Kampf der Forffchrtttler gegen die Junker das Ziel verfolge, in der WirtschastS- und Zollpolitik des Deutschen Reiches ehren Wandel herbeizuführen. Eine besondere Bedeutung erhielt die Versammlung «och dadurch, daß der Reichstagspräsident Dr. Kämpf erschienen war, und zu einer Erklärung das Wort nahm. Er sagte, er habe sich bisher aus bestimmten Gründen gewisse Rücksichten auferlegen müssen; bei einer so kapitalen Frage, wie die Teuerung, halte er sich aber für ver- ffflichtet, jede Rücksicht fallen ju lassen und er nehme retzt keinen Anstand zu erklären, daß er in dieser Frage, wie es selbstverständlich fei, auf dem Boden des Programms der Fortschrtttlichen Bolkspartei
Ausland.
** Tie Wahlrechtsfrage in den Niederlanden. Die holländischen Sozialdemokraten haben als Hauvt- parole für den nächsten Wahlkampf das durch die Verfassung verbürgte allgemeine Wahlrecht für Männer und Frauen aufgestellt. Das rat ho- Usche Blatt .Zentrum' schreibt in einem drittel über Wahlrecht und Verfaflungsrevtsion:
Man kann das Besteben 6er Wahlrechtsfrage nicht leugnen. Eine Ber fasl un asreetft o n ebne Umänderung des Wahlrechtsparagrapben laßt sich kaum denken Die Linke und die Rechte drängen auf em besseres Wahlrecht. Obwohl wir nicht den uber'rte. benen Forderungen der Roten uns anschlteßkn, obwohl wir wiffen, daß vieles in bereit Kundgebungen unecht in, «Hären wir doch offen, daß man sich stark inen würbe, wenn man meinte, daß eS keine starke Wahl« rechisdewegung im Reiche gebe. Das Mangelhafte und Willkürliche des jetzigen Wahlgesetzes wird in breiten Streiten empfunden und ebenftlchr das Bedürf« niS, von der endlosen Wahlrechtsbewegung erlöst zu werden. Weder die Reckte noch die Linke sind in Beziehung zur Wahlrechtsfrage eines Sinnes; bei der Linken herrschen noch größere Meinungsverschiedenheiten, als bei der Rechten. Sicher ist aber, daß sowohl bei der Rechten als bei der Linken die Idee sich in vorwärtsstredendem Geiste bewegen, und daß dre Zahl derjenigen, die wüMchen, daß das Wahlrecht den weitelbn Kreisen aegeben rotrb, stets größer wird."
** Portugal ist verschnupft. Der portugiesische Geschäftsträger in Wien ist, wie die dortige „Allgemeine Zeitung" meldet, aus Wien abgereist. Man bringt diese Abreise mit dem Empfang des frühern Königs Manuel durch den Kaiser in Zusammenhang.
** Dir Wüten in Mexiko. Nach amtlichen Mitteilungen aus der Stabt Mexiko ist eine 70 Mann starke Abteilung von Aufständischen durch Bundestruppen am Rande einer Gebirgsschlucht überrascht und vollständig geschlagen worden. Die Aufständischen ließen 30 Tote auf dem Kampfplatz zurück. Es wird vermutet, daß in der Tiefe der Schlucht noch mehr Tote liegen. Die Bundes- truppen hallen zwei Verwundete.
Sie den besten in hohem Grade besäßen; aber jenen speziellen Fall konnte ich ja doch nicht absolut wegleugnen."
„Es kommt schließlich auf eins heraus", entgegnete Bathurst matt. „Ich habe immer gewußt, daß Isabella Hannah keinen Feigling heiraten würde; aber ich habe in der beglückenden Gegrn- wart so dahingelebt, ohne das Ende zu bedenken. Je eher alles vorbei tst — desto besser für mich!"
Zwei Tage fpäter las der Major nach der Parade der versammelten Mannschaft ein amtliches Schreiben vor, in dem die angeblichen Hauptgründe all' ihrer Unzufriedenheit widerlegt wurden. Als er geendet hatte, trat ein Eingeborener höheren Grades vor und gab dem Major im Namen aller Kameraden die Versicherung, daß die Leute voll- komnteu befriedigt seien, und daß sie in jedem Falle ihren Vorgesetzten folgen würden, selbst wenn diese sie gegen ihre eigenen Landsleute führen sollten. Zum Schluß seiner Ansprache forderte er die Truppen aitf, ein Hoch auf die Offiziere auszubringen, was denn auch sofort mit anscheinend großer Begeisterung geschah.
Tiefe Dentonstration trug diel dazu bei, die Gemüter zu beruhigen; und der Major wie di: anderen Offiziere waren überzeugt, daß in Dinnugghur wenigstens alles in Ordnung bleiben würde, was auch anderswo geschehen mochte.
„Nun sind Sie doch hoffentlich auch beruhigt, Doktor?" fragte elfterer, der mit einigen anderen rauchend in des Doktors Veranda saß.
,„Jch hoffe nach wie vor das Beste, Major; aber daß die heutige Kundgebung mich dahin beeinflußt hätte, kann ich kaum sagen. Unter den Vorzügen der Hindus ist es sicher einer der ersten, daß sie die Kunst des Wartens verstehen. Wenn sie daher auch für den Augenblick nichts unternehmen, so ist doch vorauszuseh:n, daß sie nur den Beginn der Ereignisse an anderen Orten oder irgend ein Zeichen abwarten, ehe sie über uns herfallen. Auf ihre Versicherungen ist gar nichts zu geben. Ist nicht die Geschichte voller Beispiele von hinterlistig vorbereiteten Blutbädern? Man zeige ihnen nicht vor der Zeit Mißtraue«, halte sich aber stets zur Gegenwehr bcreft."
1. die gesetzlichen Siet tretet gelchästrunfähiger und nnb beschränkt geichäftsfähtger natürlicher Personen,
2. bet juristischen Pertönen die Mitglieder des Borstandes, bei Getellschajten m. d. H. die Geschäftsführer bet anberen Hanbelsgelellschasten die perlönlid) bastenden Gesellschafter, soweit sie nicht von der Vertretung au8« geichloffen sind. Sind hiernach für eine junstiiche Person ober Gesellschaft mehrere wahlberechtigte Personen vorhanden, so darf nur ehre von ihnen bas Wahlrecht ausüben.
Wählbar sind nur Versicherte, die nicht Arbeitgeber sind, und Arbeiter der verficherten Angestellten, die in Fulda wohnen oder beschäftigt werden oder ihren Belriebssitz haben.
Wählbar aß Arbeitgeber sind — wenn sie nicht alS Angestellte wählbar sind — auch:
1. die gesetzlichen Vertreter geschäftsunfähiger unb beschränk, geschäsistähiger natürlicher Personen,
2. die Mitglieder des Vorstandes einer juristischen Person, die Geichästssührer einer Gesellschaft m. b. H* die persönlich hastenden Gesellschafter bet anderen Handelsgesellschaften, soweit sie nicht von der Vertretung ausgeschloffen sii 6,
3. die bevollmächtigten Betriebsleiter. , Weder wahlberechtigt noch wählbar ist, wer 1. infolge firafgetichtticher Verurteilung die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter verloren bat oder wegen eines Verbrechens oder Vergehens, das den Verlust dieser Fähigkeiten zur Folge haben kann, verfolgt wird, falls gegen ihn das Hauptverfahren eröffnet ist.
2. infolge gerichtlicher Anordnung in der Verfügung über sein Vermögen beschränkt ist. Angestellte, die nach § 390 bei BersicherungigesttzeS |ür Angestellte von der BeitragSleiftung befreit sind, sind sowohl wahlberechtigt als auch wählbar.
(*) VollsbilvnngS-Rbendt. Wie bereits angekün- digt wurde, erfolgt morgen abend die Eröffnung bet Winter-Saison der Volksbildungs-Abende. Die Vev» anftaltungen werden bekanntlich im großen Stadt« saale abgehalten und beginnen um 71/» Uhr. Zur Deckung der Unkosten wird ein Eintrittsgeld von 10 P^g. erhoben, wofür ein Programm geliefert wird. Auch diesmal haben sich wieder mehrere Sänge» chöre, eine Musik-Kapelle, sowie eine hiesige Dam» (für Violinsplele) in den Dienst der guten Sache gestellt. Dieses freundlich« Entgegenkommen verdient volle Anerkennung, die man am besten durch einen regen Besuch der Veranstaltungen zum Ausdruck bringt. Am morgigen VolksdildungS-Abend hält btt Vorsitzende der hiesigen Ortsgruppe deS Deutschen Flottenvereins, Herr Direktor Manteuffel, «inen Vortrag über »Deutschlands Seeinterrflen und Schutzbedürfnis", wobei eine groß« Anzahl Lichtbilbet (etwa 120), die vom Deutschen Flottenverrin jrat. Verfügung gestellt wurden, vorgefuhrt werden. Di»; Bilder illustrieren den Seehandel, di« Reederrt unb i die Kriegsflotte. Bei dem lebhaften Jntereffe, bei heutzutage bem Seewesen entgegengebracht wir^ kann b«r Verein auf ein volles HauS hoffen. 8t« landers empfehlenswert dürfte der Vortrag für di» Besucher der Kriegsmarine • Ausstellung fern, da «t geeignet ist, die in der Ausstellung gewonnenen Kenntniff« zu ergänzen und zu erweitern. Außer dem belehrenden Vortrage lohnt eine reich« Unterhaltung den Besucher. Zum ersten Mal« werbet diesmal den Besuchern der VolkSbildungS-Abend« auch Violin-Soli geboten, und zwar durch Fräulein 'Dlanteuffel. Den gesanglichen Teil hat sür diesen Abend der stadlpsarrliche Kirchenchor freundlichst übernommen.
—■ Es herbste». Die trübe Regrnperiode, in der vom großen Waffergraben her ein Tief das ander» jagte, scheint nun glücklich überwunden zu fein. Der undurchdringliche Wolkenschleier ist gelüstet und heller Sonnenschein, an den man kaum mehr glauben mochte, übergießt die Natur. Doch diese hat ihren Liebreiz zum größten Teile schon eingebützt. DaS saftige Vollgrün schwindet von Tag zu Tag mehr und nimmt eine gelbliche Färbung an, daS Züchen des Ersterbens in der Natur. Auf dem Felde ist daS günstige Wetter der letzten Woche von den Landleuten ausgenutzt worden. Alles, was an Halmfrüchten infolge der Ungunst der Witterung noch draußen stand, ist geborgen worden, selbst die Grummeternte geht ihrem Ende entgegen.. Das Einheimsen der Karwffeln nimmt jetzt die Tättgkeit der Leut« in Anspruch. Auf den Ankern reibt sich Sack an Sack. Das „Brot der Armen" ist allenthalben besser geraten als man in jenen Regentagen vermuten durste. Der unbewölkte Himmel hat nun freilich
die Stimmung in der Garnison wieder heiter«. Das Wetter war jetzt sehr heiß geworden, so daß zwischen elf und fünf Uhr keine Dame außerhalb Ihrer Behausung weilen mochte. Für Isabella war daS eine schwere.Zeit. Zuerst dachte sie kaum an etwas anderes als an ihre nächste Begegnung mit Bathurst. Sie konnte sich doch unmöguch so zeigen wie bisher. Und doch — wie sollte sie eS anfangen, anders zu fein? Zehn Tage war er nicht dagewefen. Das war so ungewöhnlich, daß ihr ein beängsttgender Gedanke kam. Bei der erste« Qk» legenheit sagte sie deshalb zum Dokwr:
„Sie haben Herrn Bathurst doch Wohl nichts von unscnn letzten Gespräch gesagt? Es fft so auffallend, daß er seitdem nicht hier war."
„Jawohl, ich habe ihm davon gesagt", erwidert« der Doktor mit Ruhe. „Wie konnte ich anders? Ich mußte mir doch sagen, daß er hier nicht mehr so empfangen weichen würde wie ftmher, und ich hielt es für meine Pflicht, ihn darauf vorzuberetteq und ihm den Grund dafür mttzuteilen."
Isabella sah ganz verzweifelt aus. „Wie konnten Sie das hin, Herr Doktor?" rief , sie; „Sitz bringen mich dadurch in eine höchst peinliche Lage!"
„dkoch peinlicher wäre es gewesen, wenn er ten Wechsel selbst bemerkt und nach der Ursache gefragt hätte." — Isabella bewegte nervös ihre Hände un> rief dann:
„Aber was soll ich nun tun?"
„Sie werden gar nichts zu tun brauchen. Wenn Barthurst nicht in jeder Hinsicht ganz vollkommen ist, so ist er doch jedenfalls viel zu sehr Gentleman, um seine Besuche da aufzudrängen, wo ste nicht erwünscht sind- Ganz unterlaßen kann er sie nicht; denn das würde in dem Nest zu großes Auffehen 'erregen, nachdem er so viel hier verkehrt hat, —« und daS wäre für Sie erft recht peinlich. Aber et wird gerade nur so oft kommen, wie es der gut« Ton erfordert."
„Ach, hätten Sie ihm doch nichts gesagt", wiederholte sie noch einmal schmerzlich.
„Ich konnte nickt anders, lieteS Kmd. Uno Sie saaten doch, daß Sie einen Mann, dem de, physische Piut fehlt, verachten müßten!"
(Fortsetzung folgt)
„Sie sind ja ein wahrer Unglücksrabe, Doktor!" ries Rintoul.
„O nein, Rintoul! Ich kenne nur meine Leute — im einzelnen und im allgemeinen! Na — wenn alles wieder ruhig ist, wollen wir eine zweite Jagd veranstalten. Ich hörte neulich von einem Tiger, der etwa fünfzehn Pieilen von der Gegend Haufen soll, wo wir den letzten erlegten. Und wenn oie Herren Lust haben, will ich Wilson und Richards wieder mttnehmen."
„Ich bin sehr gern dabei, Doktor", antwortete Wilson, „vorausgesetzt, daß die Sache bei Tage geschieht. Denn wieder eine solche Nacht auf dem Baume zuzubringen, ohne schließlich zu ünem sicheren Schuß zu kommen — dafür danke ich."
„Ja, wir wollen es bei Tage machen", sagte der Doktor. „Bathurst hat versprochen, uns einige Elefanten von einem der Zenirndars zu verschaffen — und so wollen wir diesmal eine regelrechte Gesellschaft formieren. Ich hab» Fräulein Hannah halb und halb zugesagt, daß ste auch einen Platz bekommt, wenn der Major ihr erlaubt, mitzugchen — wie?" „Ich habe nichts dagegen", antwortete dieser. ,^JHrer Sorge vertraue ich Isabella gern an."
„Wann kann es denn losgehen?"