nfe, sehr liebenswürdige Menschen" sagte
„Eine Karte liefe ich auch bei einem Qtvai Bathurst, der nicht z« Hause war. Ist da» der« selbe. Major Hannah, der früher Soldat war und sein Regiment so plötzlich während de» Kriege» verliefe?" !
„Ra, »r war Soldat; aber über den Plötzlichen Abschied weife ich nichts Näheres."
Hätte Forster den Major besser gekannt, s» würde er aus dessen Ton herausgehört haben, daß dieses Thema ihm unliebsam sei. Forster merkte ei jedoch nicht und fuhr fort: j
„Es heißt, er habe das Hasenpanier ergriffen. Wenn dies derselbe ist, so war ich auch mit ihm zu» san'men auf der Schule Und wenn er seitdem nicht sehr wesentlich anders geworden, hätte ich kaum den Wunsch, seine Bekanntschaft zu erneuern."
»Ich schätze ihn außerordentlich", entgegnete du Major kurz. „Er ist schr befreundet mit Dr. Wade, der eine hohe Meinung von ihm hat; und ich glaube, man hält ihn allgemein für einen der tüchtigste« Beamten, dnc noch eine bedeutsame Laufbahn vor sich hat."
„O, ich will ja nichts gegen ihn lagen", meinte Förster; „aber in der Schule war er ein jämmerliches Geschöpf und wir liebten uns gegenseitig nicht. Kannten Sie ihn, ehr er hierher kam?" >
»Ich sah ihn nur bei dm letzten Rennen i« Cawnpore, wo er des Doktors Gast war." <
„Dr. Wade ist ein merkwürdiger Charakter."
Run loste sich Isabellas Zunge: „er ist einer der liebenswürdigsten und besten Menschen, die ich je sah", sprach sie warm. „Er war mein Begleiter auf der Seereise hierher und hat sich bei dieser Gelegenheit wahrhaft väterlich gezeigt."
„Das will ich wohl glauben", entgegnete Forster sanften Tones; „aber er ist ein besonderer Charakter insofern, als er eben ganz anders ist als die meiste« Menschen. Ich gebe zu, dcch er em tüchtiger Arzt ist; aber er sagt seinen Patienten oft in verblüffens der Weise die Wahrheit."
(Fortsetzung folgt)
3m Schlitze des Zauberers.
22] Englisch-indischer Roman von E. A. Heuty
„Mögen Sie eS selbst herauSfindm. Jedenfalls wird ihm die Versetzung an diesen kleinen, langweiligen Ort entsetzlich sein, und er wird sich das Leben dadurch angenehm zu machen suchen, daß er Ohnen so viel Aufmerksamkeit wie möglich erweist, »des — Sie werden ihm wohl nicht alles glauben, was er sagt?"
„Heber die Schwäche, Schmeicheleien ernst zu nehmen, bin ich längst hinweg, bester Doktor. Aber immerhin will ich mir Ihre Warnung noch besonders gesagt sein lassen."
Nach kurzem Zögern nahm der Doktor nochmals das Wort: „Sie muffen mir doch zugestchen, dafe ich nicht gewohnheitsmäfeig Schlechtes von den ! Leuten rede?"
„Nein, das tun Sie sicher nicht."
„Nun wohl, Kind! Sie werden hier mit diesem ! Mensch m immerfort in Berührung kommen. Er hat schon viele Herzen besiegt und sie dann weggeworfen, — lassen Sie das Ihre nicht betören. Er ist ein schlechter Mensch! In wie viel häßlich» Geschichten war et verwickelt, wie viele junge Leute hat er durch das Spiel ruiniert! Anawmisch be- > trachtet hat er wohl ein Herz, moralisch jedoch — achtst'S^" davon. Nehmen Sir sich vor ihm in _ „Nach dem, was Sie mir eben gesagt haben, ist sicher keine Gefahr für mich vorhanden", erwiderte sie lächelnd; „und ich danke Ihnen herzlich für Jchre Warnung. Onkel schien mir auch nicht sehr erfreut, als er heut beim Frühstück von dem neue« Ankömmling sprach."
„Das kann ich mir denken. Der Mann ist gr- fährlich. Und dennoch hat er sich stets so herauszuwinden gewußt, daß man ihm als Offizier und als Gentleman nichts anhaben tonnte. Etn» oder zweimal ist er allerdings nur mit Mühe entkommen. Lhr Onkel kennt ihn gewiß genau. Jch bin nur
das kurzgeschnittene Haar, sowie der lange Schnurrbart waren von rötlichem Braun, dazu hatte er dunkle Augen und sehr schön», Weiße Zähne.
Sobald der Blick des Eintretenden Isabella traf, zeigte sich eine momentan- Ueberraschung in feinen Zügen.
„Ich hatte kaum erwartet", sagte er, als der Major ihn vorstellt r, „in Dinnugghur nicht weniger als drei unverheiratete junge Damen zu finden. Heute vormittag wurde mir schon das Vergnügen zu teil, den Fräulein Hunters vorgestellt zu werden. Darf ich nach Ihrem Befinden fragen, Frau Doo- lan? Es sind Wohl vier Jahre vergangen, fest ich in Delhi zum letztenmale die Ehre hatte!"
»Ja, so lang» wird es her sein, Kapitän Forster." „Es scheint mir unendlich lange", sagte er.
„Ich dachte mir, dafe Sie das sagen würden", lachte sie; „fijr Sie lag es so" nahe. Aber mir scheint der Zeitraum weniger bedeutend als Ihnen, der Sie inzwischen zu Hause waren."
„Das waren wir alle hier", mischte sich der Major ein. „Kapitän, wollen Sie meine Nichte führen?"
Das Mittageffen verlief sehr heiter, und am Abend sagte Isabella.
„Kapitän Forster ist doch sehr amüsant, Onkel."
„O ja, er spricht gut und ist ein vortrefflicher Gesellschafter. Sonst habe ich nicht viel mit ihm im Sinn. Aber da er allein hier ist, müssen wir uns schon ein wenig ttm ihn kümmern. In Eaton» por: würde ich freilich seinen Verkehr möglichst zu meiden suchen."
Kapitän Forster hatte augenscheinlich keine Ahnung davon, dafe seine Gesellschaft unerwünscht fein könnte, denn er wiederholt» seinen Besuch schon am nächsten Tage.
„Ich habe überall meine Karte abgegeben", sagte er. „Stein gtofeer Kreis! Frau Rintoul kannte ich, ebenso wie Frau Doolan, von Delhi her; die anderen sind mir fremd. Sie scheinen alle sehr nett zu sein."
roh, dafe die Ohnmacht, von der Sie neulich be- allen wurden, Ihnen nichts geschadet hat. Schon urchtetc ich, am nächsten Morgen in meiner Eigen- chaft als Arzt gerufen zu tonben/'
„O, es gebt mir ganz gut! Ich begreife gar nicht, wie ich so töricht sein konnte, ohnmächtig zu werden; noch nie ist mir das begegnet. Aber diese seltsamen Dinge verwirrten mich, und das eine Bild erregte förmlich mein Entsetzen — ich weiß nicht, warum! Ich konnte Sie seitdem noch gar nicht allein sprechen Was denken Sie davon? Warum sollten Sie als Eingeborener verkleidet sein — und warum sollte —" hier stockte sie, während helle 9löte in ihr: Wangen stieg.
„Warum sollten auch Sie und Bathurst so erscheinen, wollen Sie sagen? Also Sie erkannten di: Bilder! Sonst gelang das niemandem außer Bathurst und mir."
„So bemerkten Sie es auch, Herr Doktor? Ich dachte erst, ich bätt: mich geirrt, denn das Gesicht wa: gefärbt und im Dunkeln, und weder Onkel noch Frau Hunter, noch irgend jemand, den ich seitdem sprach, scheint etwas davon wahrgenommen zu haben — obwohl alle Sie erkannt hattrn. Was mag das nur bebauten?"
»Wer kann eS wissen? Vielleicht gar nichts! Am besten ist es, man denkt nicht mehr daran. Diese Kunststücke sind [a höchst seltsam, aber sie sind doch nicht wert, daß man sich ihretwegen dauernd beunruhigt."
„Bleiben Sie zu Mittag b»i uns, Herr Doktor?" „Nein, Kind, heute nicht Ihr Onkel hat mich zwar aufgeforbert; ober ich habe ihm offen gesagt, daß ich Forster lieber vermeide, wenn ich trgeitb kann."
Einige andere Gäste, Herr und Frau Doolan und ein Herr Congreave, Zivilbeamter der Stadt, erschienen jedoch zu Tische.
Als endlich Kapitän Forster gemeldet wurde, blickte Isabella neugierig auf, um sich alsbald zu gestehen, daß des Doktors Schilderung von seinem Aeußern sehr zutreffend fei. Seine hohe, kräftig „Gewif gebaute Gestalt bewegte sich leicht und ungezwungen^ Jsabella.
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Vsnnerrtag 26. September (912.
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Berufsorganisation nicht entbehren. Beide Korporationen tollten Hand in Hand arbeiten und bestrebt sein, sich gegenjeitiz Mugveder zuznsühren.
Die Sitzung am Mittwoch nahm ein Referat des Sekretärs Fischer-Düsseldorf über den Berussarbeiter- schutz in der Textilindustrie entgegen.
Aus Gberheffen u. den Hess. Aenttern.
* Marburg, 25. Sept. 1912. Die Anmeldungen zur landwirtschaftlichen Winterschule, welche am 22. Ottober ihren Unt.-rricht beginnt, werden bis zum 1. Oktober vom Landwirtschaftslehrer Müller, Barsüßertor 12, und nachdem vom Direktor Schlicht, Universitätsstraße 26, entgegengenommrn.
* Kirchhain, 24. Sept. 1912. Gestern morgen wollte ein Fuchs dem Hühner st all eines in der Untergasse wohnenden Bürgers einen Besuch ab» statten. Meister Reinecke wurde aber bemerkt, in
Literarisches. M * 7
Ouentin-Mahlau'S grauer Taschenfahrpka« für bei Winter 1812/13 ist soeben im Berlage von Mahlatz 8t Waldtchmidt, Frankfurt a. M., Gr. Galluastr. 3, in der bekannte» retchhalligen und gediegenen Ausstattung erschienen. i
zu einer Ansprache. z
Im unmittelbaren Anschluß an die Beratungen der Ausschüsse begann heute die dritte beratende Caritas- Versammlung. Auf der Tagesordnung steht zunächst die Frage der EaritaShtlfe in der regulär en Seelsorge, und zwar speziell die Frage der Pf an- karthothek und des PsarrgemeindeblalteS. An der Hand der in Karlsruhe und Freiburg gesammelten prallsschen Erfahrungen werden diese Frrgei von Stadtdekan Breltle (Freiburg) erörtert. Sodann spricht Gräfin Montgelas-Wimpffen (Würzburg) über „Die Frau imKampfe gegen die ösfentliche Unliitlichkeil." Eine in, S'.nne de? Referats * hatten« Resolution wird einstimmig angenommen.
weil eS modern ist, verputzen lassen und auf diese Art verschwand allmählich eine Fachwerkwand nach der anderen, um einer weiß, gelblich oder rosa gestrichenen Fläche Platz zu machen. Umso erfreu- sicher ist es jetzt, daß viele Häuferbesitzer bei den HauSr paraturen den entstellenden Verputz beseitigen lassen. Auch iss es lobenswert, daß man letzt die Arbeit der Zimmermetsser früherer Jahr» hunöerte schätzt, die eS verstanden haben, durch ihrer Hände Arbeit aus den selbstbehauenen Eichen« Holzbalken wahre Kunstwerke, wie Menschen- und Tierköpfe, Rofenketten und andere Ornamente erstehen zu lassen. ES mußten sogar ganze Balken» eiten mit lateinischen und deutschen Inschriften herausgemeißelt werden. Allenthalben haben jetzt alte spitzgiebelige Fachwerkhäuser ihre Auferstehung gefeiert, z. B. am Ober tot, Untertor, Brettenstraße auf dem Marktplatz und auf dem Rasen, sie sehen tn ihrem neuen Kleide anheimelnd auS und erinnern an eine längst vergangene Zeit. Der einheimische und fremde Beschauer ist erstaunt, was !ür wundersame und inteteffanle ®ebil6t dem Auge sich barbieten und er freut sich, daß die jetzige Generation mehr Sinn für die Heimatpflege entwickelt, akS die vor zwanzig und fünfundzwanzig Jadren.
* Borken, 25. Sept. 1912. Der im Juli b. I. mit acht gegen sieben Stimmen erfolgten Wahl des Stabtschreibers Baumgarten zum B ü r g ermei- st e r ist von Seiten bes Regierungspräsidenten die Bestätigung versagt worben. In Kürze wirb baher eine neue Wahl stattfinden.
* Aus Franken, 24. Sept. 1912. Heute nacht hat es in Lohr so stark gereift, daß an höher gelegenen Wohnungen bi» Fenster gefroren waren. — Zwischen Buhler unb Münster bei Hammelburg glitt ber verheiratete 37sährige Bauer L. Schmitt von Hunbsfelb von einer Fuhre Gerste ab unb kam unter bas Fuhrwerk. Er würbe überfahren unb ge» tötet. — Gestern würbe bas Turmbach der Kirche in Oberwestern abgenommen. Die Vorgefundene Urkunde im Turmknopf ist erst 25 Jahre alt, geschrieben von dem jetzigen Herrn Oberlehrer Aull in Alzenau. Sie führt uns zurück in die glückliche Zeit, in ber man das Rindfleisch mit 54 unb bas Schweinefleisch mit 60 Pfg. per Pfund bezahlte.
Aus dem Nachbargebiete.
* Bebra, 25. Sept. 1912. Vorgestern wurde au der hiesigen Station bei Ankunft emes Schnellzuges eilt Reisender in dem Augenblick, als er den Zug in Begleitung einer Dame verlassen wollte, vom Schlage getroffen. Der Tob trat nach wenigen Minuten em. Der so jäh aus dem Leben Geschiebene ist ein Kaufmann aus Frankfurt a. M.
::: Rotenburg n. d. F., 25. Sept. 1912. Dem Beifptele anderer Städte folgend ist man jetzt auch in unserer Stadt bestrebt, bei notwendig werdenden Häuserreparaturen die alten freundlichen Fach- roer(bauten, welche man hier außergewöhnlich zahlreich vorfindet, wieder mehr als seither zur Geltung zu bringen. In den letztverflossenen Jahrzehnten hatten viele Hausbesitzer ihre Häuser,
17. Allgemeiner Carttastag.
c. Nürnberg, 25. Sept. 1912.
In der zweiten beratendcu CarltaSversammlnng, die vom 2. Vorsitzenden Oberbürge?meister Dr. Anroni (Fulda) geleitet wnd, sprach gestern GsnerrUse.cclär Weydmann (Straßburg i. E.) über- .Das Settel» und Wauderwesen und seine Bekämpfung Das Endziel aller Wanderarmensürsorge, so Myrte er u a. aus, kann nur die Veschassung von Arbettsgelegen- heil sein ; di« bloße Unterstützung der unbekannten, um Almosen Bitten den schadet mehr als sie nutzt, denn es wird dadurch nur das Stroinerium gefördert. Daher die dringende Bitte auch art dte Pfarrhäuser, dre ja nameniltch gebrandschatzt werden: kon,equent sein und keinem Unbekannten etwas geben! Wer aus reltgiöle» Gründen Almosen geben will, findet m der Gemeinde Gelegenheit genug. Dagegen tollte die Prtvalwohl- tättgleit die Wandercnmenfürsorge im Verein mit den Behörden zu orgamfieren suchen durch Einrichtung sogen. WanderardeitSstälten, in denen jedem mittellosen Wanderer gegen eine seinen Kräften entsprechende ArbeNslristung Obdach und Verpflegung gewäyrt wird. Zur Ausbildung und späteren Fortbildung der hierfür tätigen Personen tst soeben tm Äusichuß die Gründung einer Bereinigung zur Förderung des Wrnderarwen- rveiens einstimmig beichloffen worden. iLebh. Beisall.) D>e Versammlung stimmt diesem VeschMsse zu und wählt als Vorsitzende Oberbürgermeister Dr. Antoni und Generalsekretär S Lieber. Dann referiert noch
Mons. Werthmann über: „Das Deutschtum in Oesterreich-Ungarn'. Die von Drutichland aus durch die evangelischen Körperrchasten, besonders durch den Evangel. Bund, den Gustav-Adolf-Berein, den Lutherttchen Goiteskasten ulro, reichlich unterstützte „Los von Rom-Bewegung" hat die nationalen Kämpfe sehr sür sich auszunutzen gewußt. In dieser Lage ist «S Pflicht der deuttchen Katholiken, diesen Kämpfen ernsteste Aufmerftainkeit zuzuwenden. Sie sollen nach Möglichkeit persönliche Beziehungen zu den deutschen Katholiken Oesterreich-Ungarns pflegen und durch Herstellung einer innigen Verbindung die Stellung der dortigen Glaubensdrüder stärken, bei Gründung falb, deutscher Bibliotheken, Heilungen, Schulen, Kirchen ustv. hilfreiche Hand bieten und überhaupt die Gefahren mit beseitigen helfen, die aus der proiestantischen Propaganda und vor allem aus dem Mangel deutschen Gottesdienstes, deutscher Priester und deutscher Schulen entstehen.
Am Abend fand im Kutturvereinssaale eine große Franenversammlung statt. Das Thema „Die weiblich» Arbeiteriugend uno die Zulunst unteres Vaterlandes'" behandelt« Baronin von und zu Bo dmann-München Neber „Herrschaft und Dlcnflbote in ihren gegenseitigen Beziehungen" sprach Hofkaplan N o p p-Freiburg. Zum Schluß ergriff noch Erzbischof Dr. Hauck das Wort
Amt Geisa und Umgebung.
g. Geisa, 25. Sept. 1912. Der auf Donnerstag, den 3. Oktober fallende M a r k t ist ber israelitischen Feiertage halber auf Mittwoch, den 2. Oktober verlegt.
♦ Vacha, 25. Sept. 1912. In dem Garten de? Herrn Klaus hierfelbst blühen m biefem Jahre die Veilchen zum zweitenrnale.
* Dorndorf, 24. Sept. 1912. Im Trägerschen Gasthof foUen am Montag den 30. d. M. die sogenannten Hamrodländereien in 42 Teilstücken auf 9 3«are aenen das Meistgei'ot vervach t et werden.
* Slabtlengsfew, 25. Sept. 1912. Die Postassi- stenten Gütt und Rossi, die am hiesigen Postamt beschäftigt waren, genügen vom 1. Oktober ab ihrer Militarbienstpslicht. An ihr- Stelle treten die Post» assistenten Liebe, seither in Langensalza und S ch ü 1 k e n, seither in Allstedt. — Bom 1. Oktober ab halten am Mensengraben bei ber Schachtanlage ein Früh- unb ein Abenbzug, um ben Arbeitern eine Erleichterung sür bie Erreichung ihrer Arbeitsstelle zu schaffen. Die betreffenben Arbeitsleute freuen sich natürlich über bief» Einrichtung, nicht aber viele Geschäftsleute in Stabtlengsselb. ba biefe Arbeiter bisher ihren Weg burch ben Ort nahmen unb babei Einkäufe machten.
Deutsches Reich.
)( Die nationalliberale ReichstagSftaktio« gibt sich am 5„ 6. unb 7. Oktober in Heidelberg em Steüknchem. Am 6. Oktober findet oorrntttagj; ti Sitzung statt, an die sich ein Festessen cmsch ß. Montag ist ein AuSflug in das Neckarla geplant ES handelt sich weniger um poUttsche heilen, als um eine gesellige Zusammenkunft, v e schon vor Monaten 'm Reichstage verabredet wurde.
8. Der preußische Wassergtsktzenttvors. Die Wasser« gefetzkommifsion feste am Dienstag ihre Beratungen fort Der Vertreter ber Staatsregierung erklärte, feit ber am 10. September von dem Minister für Landwirtschaft in Übereinstimmung mit den übrigen beteiligten Ministern abgegebenen Erklärung fei es der Kommission gelungen, eine Reihe von Fragen so zu regeln, daß die Bedenken der Staatsregierung teils beseitigt, teils wesentlich abgeschwächt wurden. Bezüglich einiger besonders wichtiger Punkte lägen zurzeit erst Vorschläge der Berständigungskommission vor. Auch bezüglich ber Frage der Userunterhattung werde sich eine Einigung erzielen lassen.
Die Herabsetzung der Altersgrenze für: ben Bezug bet Altersrente wird Gegenstand der Erörterung ber zur Prüfung dieser Frage geschaffenen Kommission sein, die Anfang Oktober m Dresden eine Sitzung adbalten wird. Nach dem Einführungsgesetz zur Reichsversicherungsordnung hat der Bun« deSrat tm Jahre 1915 die gesetzlichen Vorschriften über die Altersgrenze dem Reichstag zur erneuten io jchlußfassung vorzulegen. Bei ben Beratungen n x esden handelt es sich nun darum, em Berfa „ui zur Auszählung sämtlicher VerstcherungS« karten x ben Altersklassen vom 60. bis zum 65. Lebensjahre festzustellen. Hierdurch soll ermittelt werden, wieviel Versicherte bd einer Herabsetzung ber Altersgrenze von 65 auf 60 Jahre Anspruch auf ben Bezug der Altersrente hätten. Auf diese Weise wird eS möglich sein, sestzustellen, ob die bisherige Schätzung über bie finanzielle Belastung Zutreffend ist.
h. Vierte Generalversammlung des christl. Textilarbeiter-Verbandes in Elberfeld.
, Dienstag morgen wurde bie Beratung ber zahl« reichen Anträge vorgenommeu. Zunächst wird eine längere Resolution zur Fleis chtenerung angenom« men, bie sich tn eingehender Wesse mit den Ursachen der Teuerung befaßt, von der RegierungStbhilfe bezw. Mittet zur Linderung verlangt und die Mitglieder zur Selbsthilfe auffordert. Des weiteren wird eine Resolution, btt sich für die Abstinenz« und Mäßigkeits« Bewegung auSspricht, angenommen. ES folgte dann die Beratung der Anträge: Ein Antrag deS Zenlral- »orst ander, daß tm Herbst und Winter eine systema- tftche Agitation zu entfalte« fei, wird einstimmig angenommen, ebenso der Antrag, daß der Anteil der Ortsgruppen in Zwirnst auf 5 Prozent herabgesetzt wird und ein 8e?albettrag von mindestens 5 Pfg. pro Mitglied und Woche zu erheben tst.
Im weiteten Verlause der Sitzung fanden eine Reihe wichtiger Anträge Erledigung. Beschlossen wurde, die Karenzzeit »um Bezüge der Kranken-, Arbeitslosen« und Sterbeunterstützung von 52 auf 104 Wochen zu verlängern. Bet der Arbeitslosenunterstützung wurde die Aufrechnung der einzelnen Arbeitslosentage bei der Berechnung der Unterstützung abaeschafft. Um die Agitation unter der Jugend zu fördern, wurde die EinführungeinerMilttärunterstützung beschlossen und ferner, daß neu beitretende Mitglieder unter 16 Jahren von der Zahlung eines Eintrittsgeldes entbunden find. Ein Antrag auf Einführung einer Aus- fteuerbeihilfe bei der Heirat einer Arbeiterin wurde dahin erledigt, daß der beantragenden Ortsgruppe nabegelegt wurde, die AuSsteuerbechtlfe auf Kosten der Ortsgruppe etnzuführen, um so Material und Erfahrungen über diese Unterstützung zu erhalten.
Rach Erledigung der Anträge wurde ein Vortrag be§ Redakteurs deS Berbandsorgans, Herrn Heutrnann, über die Jugendagitation gehalten. Zu der Frage wurde ernt Resolution angenommen, in der die Mitglieder aufgefordert wurden, bei der kommenden Herbst- und WüUeragttation besonderes Gewicht aus die Gewinnung der jugendlichen Arbeiter zu legen. Die Agitation soll in erster Linie und in der Hauptsache mit in den konseffiouellen Jugendnereinen erfolgen. Die christlichen Sewertschaflen hätten em lebhaftes Interesse daran, daß ihr jugendlicher Nachwuchs durch dir Erziehungsmethode der konsefsionellen Jugeno- vereine gehr, doch kLnne andersritS der Jugrndvrrrin auch der ergänzenden Jugendarbeit der christlichen
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ein Gäßchen zwischen zwei Häuser getri’ben und bort machte ent wohlgezielter Schlag seinem Räuber« 1 eben em Ende. — Dem israelitischen Lehrer Viktor Bachenheimer hier wurb» aus Anlaß seines ebertritts in ben Ruhestanb ber Abler ber In«
1 aber bes Hohenzollernschen Hausorbens verliehen. — Ein Bierverleger wollte in einem benachbarten Dorfe eine Kohlensäureflasch e anschrauben, Herbei erhielt er einen so heftigen Schlag an ben Kopf, baß ärztliche Hilf: in Anspruch genommen werben mußte. — Im Kreise Kirchhain finb zum Schutze gegen bie Maul- unb Klauenseuche Unter« "uchuugsstellen für mit ber Eisenbahn eilige» ührtes Vieh bie Bahnhöfe in Kirchhain, Allenborf, Neuftabt unb Schweinsberg: für auf bem Landwege cingssührtes Vieh bie Gassstallungen in ben Gemetn- ben Neustabt, Schweinsberg unb Nieberklein.
♦ Frankrndrrg, 25. Sept. 1912. Dir Abgangs« Prüfung am hiesigen königl. Lehrerseminar wurde oom 10—20. ds. Mts. abgehaltrn. 87 Prüflinge hatten sich derselben unterzogen, davon waren 3 während der mündlichen Prüfung zurückgetreten und 34 hatten bestanden. 6 waren vom Mündlichen befreit worden. — Auf der ersten mitteldeutschen Rotviehausstellung, welche gestern und heute in Biedenkopf stattfand, erzielte die neu gegründete Herdbuchgenossenschaft für daS Rind Waldecker Schlags, welche ihren Sitz in Frankenberg hat, einen erfreulichen Erfolg. Auf dir ausgestellten 8 Tiere entfielen ein 2. Preis für einen Bullen mit 80 M., ein 3. Preis für eine Kuh mit 40 M., sowie zwei lobende Anerkennungen nebst Geldprämien.
* Treysa, 25. Sept. 1912. Da» etwa 8 Iah« alte Söhnchen deS Lohgerbers Friedrich Helwig dahier wurde heute nachmittag unter einem vom Wagen herabrollenden Jauchefafle begraben, fo daß der Tod sofort eintrat.
* Fritzlar, 25. Sept. 1912. Der Handelsmann S. hier hatte, a& er einen eiligen Fernfprechan« chluß nicht erreichen konnte, einen Postasfi. teilten mit wenig schmeichelhaften Worten antele» gjoniert. Er erhielt nur 15 Mk. Geldstrafe evtl. 3 age Gefängnis, weil ihm das Gericht glaubt, daß er angenommen habe, von dem Beamten nicht rich» tig behandelt zu sein. — Daß eS kein Fehler ist, wenn das Obst erst nach eingetrrtener Reife und nicht fchon wochenlang vorher zum Berkaus kommt, davon legten die m voriger Woche von der Straßenbau-Verwaltung abgehaltenen BerfteigerungenZeug- nis ob. Trotzdem dte vor etwa 14 Tagen herrsch rn« ben starken Winbe ganze Mengen abgeworfen nud so den Baumbehang erheblich gelichtet hatten, wurden für bas hängen gebliebene Obst ganz erhebliche Summen erlöst, weil man es hier mrt wirklich gutem unb reifem Obst zu tun hatte. Die erjtefte« Summe« sollen in bem hiesigen Bezirk fast 4000 Mark betragen haben; e» waren Bäume dabei, dte mit 60—70 Mark bezahlt wurden. Auffallrnb grofe ist dieses Jahr die Beschädigung deS Obstes durch Wurmstich. rV ? *
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