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NEN^ag den 1\. September <912.
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* Tuldaer M Zeitung
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2. Blatt
vrack uni Verla- 6er Küdaer Itfieabntittd in fintoa.
Das Neueste vom Tage
,u wissen, ist jedermanns Wunsch. Der Drang nach Wissen ist der Hunger der Seele. Wie der Körper nach Speise und Trank, so verlangt der Geist nach geistiger Nahrung. Diese geistige Nahrung, deren dec Mensch unbedingt bedarf, soll er nicht geistig und seelisch verkümmern, erhalten dl« Erwachsenen g,«,.N,-W ^„„„g
2ßie e§ aber bei der körperlichen Nahrung von ungeheuerer Wichtigkeit ist, ob die Speisen, die wir »u uns nehmen, gesundheit-förderlich, nahrhaft und schmackhaft, oder ob sie ohne Gc chmack und Gehalt, vielleicht sogar schädlich und giftig sind, so auch bei der Geistesnahrung. Nach lange nicht alle Zeitungen enthalten gesunde Geisteskost. Viele füllen ihre Spalten mit einem Lesefuttcr, das auf den Geist wie der Genuß gifiiger Pilze auf den Körper wirkt. Wirklich gesunde mrd gediegene Geistesnahrung, vor deren Aufnahme man sich nicht ängstlich zu fragen braucht, ob sie auch bekömmlich ist, enthält
die katholische Presse.
In unserer Zeit, wo das geschriebene Wort eine so ungeheuere Verbreitung gesunden und mit Druckerschwärze die Welt regiert wird, rann man sich ein Haus ohne Zeitung kaum noch vorstellen, le» jedes katholische Haus gehört ein tatho- lischeS Blatt.
Die Ilirldasr Jertuug
ist in Tausenden von Familien Hausfreund, den man um keinen Preis missen möchte. Ä5 bietet sie aber auch nicht alles sür den geringen Abonnenten'£ preis, den sie kostet! Kernige Leitartikel über alle attuellen Tagessragen, eine gut orientierende politische Tagesübersicht, reichhaltige, die Interessen aller Stände, namentlich die des Mittelund Arbeiterstandes vertretende sozialpoiitsiche Auslassungen, die neuesten, die Allgemeinheit interessierenden Nachrichten aus Stadt und Land, Vermischtes aus aller Welt und allen Gebieten; dazu spannende sittenreine Romane und Femllewns. Als wöchentliche Gratisbeilage außerdem die reich illustrierte Sonntagszettuug, enthaltend eine mustergültige Familtenlektüre, die jedem literarischen Schund und Schmutz den Zutritt versperrt.
Also eine geistige Speisekarte, die auch den verwöhntesten Geschmack vollauf befriedigen muß. Und das alles für nur 50 Pfg. monatlich!
Billig und gut
ist von jeher der Fuldaer Zeitung unentwegter Grundsatz seiner Leserschaft gegenüber gewesen.
Dabei hat sie ihren
katholischen Standpunkt
allezeit mannhaft, tapfer und treu hochgehalten, unbekümmert um Gunst oder Ungunst, unbeirrt auch durch die jeweils herrschende Zeitstrvmimg und Mode.
Wer sich also auf allen Gebieten des gegenwärtigen Kulturlebens auf dem Luusenden halten und über die neuesten Tagesereignisse orientiert sein will, wer für guten Unlerhaltungsstoff schwärmt, wer als mutiger Strei er unter dem Kreuzespanier mitfechten will gegen die Feinde der Kirche und des Christentums, der bestelle unverzüglich die
Fuldaer Leitung.
Aus dem rrachbargebiete.
):( HilderS (Rhön), 23. Sept. 1912. Herr Sattler- meister Franz Schmitt van hier hat in Rommersrain Kartoffeln im Gewichte van 4 Pfund geerntet. Demnach hat jetzt Herr Sch. die dicksten Kartoffeln.
* Jossa, 23. Sept. 1912. Hier wurde ein vierjähriges Kind von einem Fuhrwerk überfahren. ,— Im Nachbardorf Marjoß wurde eine Ära n- H» »pflegest alson und eine Kleinkinderbewahranstalt errichtet, die Krankenpflegestation wurde durch den kcüh. Frauenverein gegründet.
* Bon der oberen Weser, 20. Sept. 1912. An das Verbot des Umherziehens in Banden scheinen sich die Zigeuner wenig zu stören. Gestern hatte sich eine mehr als Mköpfige Bande, die sechs Kinder
wagen bei sich führte, oberhalb des Dorfes Hemeln gelagert, wo sie abkochte, und durch lautes Schreien eine größere Anzahl Ortseinwohner herbeilockte. Später zogen dann die Zigeuner stromauf weiter. Die hier durchziehenden Zigeuner waren nur ein Teil einer etwa 15 Familien starken Bande, die sich Ende voriger und Anfang dieser Woche in der Öbertoefcrgegenb in der Nähe von Carlshafen Herumgetrieben hat. Tie vom Verkehr etwas abgelegenen Orte im Bram- und Reinhardswalde und im Oberwesertale scheinen von dem Gesindel mit besonderer Vorliebe ausgesucht zu werden.
♦ Flammersbach, 23. Sept. 1912. Eine Besichtigung des Geländes für das beabsichtigte Fran^ futter Beamten-Erholungsheim durch Pie Dillenburger Kreisbehörde hat ergeben, daß sich der Platz für das Heim hervorragend eignet.
* Roßbach bei Hachenburg, 23. Sept. 1912. Der große Trockenbagger auf dem Grubenfeld ber Tomeche „Guter Trunk Marie" ist infolge des letzten starken Mgenwcttkrs in die Tiefe gesunken und fast ganz zerstört worden. Die Bedienungs- maunschaften, welche die Gefahr rechtzeitig merkte, konnte sich retten.
* Vom Westerwald, 21. Sept. 1912. Gestern morgen hatten wir hier 2% Grad unter Null zu verzeichnen..
* Vom Main, 23. Sept. 1912. Kapital- suchende wurden auf einen Artikel in Nr. 38 der „Franks. Hausbesitzer-Ztg." aufmerksam gemacht, worin ein Hausbesitzer seine trüben Erfahrungen mitteilt, die er auf der Suche nach einer "zweiten Hypothek bei dem Frankfurter Vertreter der „Danks Depositenbank" in Kopenhagen gemacht hat. 555 Mark und 10 Pfennig sind ihm unter allen möglichen Vorstellungen bisher schon abgeknöpft worden, aber auf das Kapital, das er am 1. September pünktlich erhalten sollte, ivartet er heute noch und er dürfte Wohl ein steinalter Mann werden, wenn er so lange warten will, bis er das Geld erhält.
* Mainz, 23. Sept. 1912. Ein früherer Gonsenheim er Spezereihändler hat hier und in der llm- gegenb verschiedene große Firmen um be- bcntcijbe Beträge, es sollen mehrere tausend Mark sein, beschwindelt. Er legte den Firmen einen längst nicht mehr bestehenden Beitrag eines bedeutenden Berliner Hauses vor, für das er in China als Einkäufer und Verkäufer tätig war. Er behauptete, jetzt wieder nach China für die Berliner Firma zu reifen und wollte er auch die Interessen der Mainzer Firmen und eines Hanauer Hauses vertreten, Nachdem eine Anzahl Firmen mit dem Schwindler einig geworden, ließ er sich Vorschüsse geben und er erhielt im ganzen über 4000 Mark. Mit dem Gelde gng der Schwindler, der in Gonsenheim Frau und Kinder sitzen hat, nach Monte Carlo, dorr verspielte er das Geld. Er lernte dort die Witwe eines auswärtigen Amtsgerichtsrats kennen, mit der er sich verlobte Er erzählte eines Tages der leichtgläubigen Witwe, ein Freund von ihm. ein Mainzer Herr, habe am Spieltisch große Verluste gehabt und bedürfe aus kurze Zeit 4000 Mark, welchen Betrag die Witwe vorstreckte. Einige Tage später reifte die Witwe in ihre Heimat, kaum angekommen, erhielt sie von ihrem „V e r I o b- t e n" ein Schreiben und zwei Safeschlüssel zugesandt. Ter „Verlobte" erklärte in dem Schreiben, feinem Freunde hätten die 4000 Mark nicht gelangt, er brauche noch 2000 Mark, et könne ihr aber nicht zumuten, daß sie das Geld ans ihrem Besitze her- gebe, sie möge nach Berlin reisen und dort auf einer näher bezeichneten Bank aus feinem Safe von seinen Wertpapieren erheben, diese verkaufen und das Geld sofort an seine Adresse nach Monte Carlo senden. Tie Witwe glaubte an ihren „Verlobten" und sandte, ohne dessen „Wertpapiere" anzugreisen, aus ihrem Besitz die verlangte^ 2000 Mark. Nun horte die Witwe nichts mehr von ihrem „Verlobten": sie reifte nach Berlin und wies dort die beiden Safeschlüssel vor Hier mußte sie zu chrem Schrecken erfahren, daß die vorgewiesenen beiden Schlüssel zwei alte Safeschlüssel feien und daß der Sclnviud- ler keinen Pfennig int Depot habe. Die Witwe reifte hieraus nad> Mainz und suchte den angeblichen Freund auf, für den das Goid bei ihr geliehen worden war. Aber auch hier machte die Frau schlimme Erfahrungen, der Boiiefseude loar gut nicht in Monte Carlo gewesen, er hatte weder gespielt, noch
Geld von ihrem „Verlobten" geliehen. Der Hochstapler und Heiratsschwindler ist spurlos verschwun- • Biebrich, 23. Sept. 1912. In der hiesigen Chemischen Fabrik von Sembach und Schleicher fiel der 17 Jahre alte Arbeiter Freimuth aus Orb in einen Bottich mit Farbe. Der Aermste sand den Erstickungstod.
* Bingen, 23. Sept. 1912. Nach einer fast 18 Monate andauernden Unterbrechung findet am 10. Oktober hier wieder der erste Vieh markt statt, der danach wieder alle 14 Tage gehalten wird.
Amt Geisa und Umgebung.
* Vacha, 23. Sept. 1912 Herr Albert Hill von Gehaus hat vor der zuständigen Prüfuugskommission dahier die Prüfung als Metzgermeister bestanden. — Die K a r t o f f e l er n t e ist in vollem Gange. Obgleich man fürchtete, daß die Früchte infolge des Regens gelitten hätten, befriedigt der Ertrag allenthalben.
* Neustadt (Orla), 23. Sept. 1912. Mit dem Bau eines Bismarckturmes auf dem Kesselberge soll in Kurze begonnen werden.
Aus Oberheffen u. ben heff. Aemtern.
♦ Marburg, 23. Sept. 1912. Dem Direktor der medizinischen Klinik, Prof. Tr. Matthes, wurde der Charakter als Geheimer Medizinalrat verliehen.— Tas hiesige Jägerbataillon traf in der Nacht zum Sonntag hier ein. Gestern wurden bereits die Reservisten entlassen. — Professor Perniee aus Greifswald hat den an ihn ergangenen Ruf als Nachfolger Professor v.Sybels an die hiesige Universität mit der Begründung abgelehnt, daß die Marburger archäologischen Sammlungen und die dafür vor« ljanbenen Räume nicht die Gewähr für eine erfolgreiche Lehrtätigkeit bieten. — Einem Postillon wurde von einem ausschlagenden Pferde der Unterkiefer zerschmettert. Der Verletzte wurde in die Klinik gebracht.
* Fiaukeuberg, 23. Sept. 1912. Die Geflügelhaltung des Herrn Kornhausverwalters Happe wurde von der Landwirtsschaflskammer mit einer Prämie von 30 Mark ausgezeichnet. — Ein Krei sjugendspielfest wurde hier auf der städt. Ble che abgehalten, an welchem 25 Schulen mit 500 Kindern teitnahmen. Ein imposanter Zug früh« lichn Kindetscharen, der auf der Burg unter Leitung der Lehrer von hier und auswärts geordnet wurde, bewegte sich durch die Stadt zum Festplatz um 11 Uhr. Alsdann wurde mit den Freiübungen begonnen ; daran schloß sich ein Stafettenlauf zur Er- känipsung des Wanderpreijes, dann ein Dreikamps« ipicl (Wettlaufen, Weltspringen, Wettwerien) und Spiel ohne und mit Ball. Hierauf folgte die Preis« Verteilung.
* Gladenbach, 23. Sept. 1912. In einer gut leludjten Versammlung des erst im Frühjahr gegründeten Obst- und Gartenbauvereins Gladenbach und Umgegend wurde beschlossen, von einer Einzelbeschickung der Kteisobstbauausstellung in Biedenkopf Abstand zu nehmeu und eine eigene Lokal« ausst e llung von Obst, Gemüse, Konserven usw. des jungen Vereins am Sonntag, den 6. Oki. im Vottbracht'schen Saale zu veranstalten.
* Treysa, 23. Sept. 1912. Um seinen Mitgliedern Gelegenheit zur Fortbildung zu geben, veranstaltet der hiesige Bezirkstehrerverein von Mitte Ohober ab einen Kursus wissenschaftlicher Vorlesungen, an dem auch Nichtlehrer teilnehmen können. Als Dozenten Hai er Professor Dr. Paul Arndt aus Frankfurt a. M. gewonnen, der au 6 Nachntittagen über Volkswirtschaftslehre spreche» wird.
1. Amöneburg, 23. Sept. 1912. Beim städtischen Obst verkauf der hiesigen Stadt wurde eine Ein- swhme von 2050 Mark erzielt. Außerdem wurden von privater Seite bis zum heutigen Tage 500 Zentrier Zweisck'en zum Preise von 3 50—4 Mark an auswärtige Händler verkauft.
vermischtes.
* Vorsicht bei Veteranmfpenden l Amtlich wird ungeteilt: Seit August vieles Jahres wird an wohl-
3m Schutze des Zauberers.
21] Englisch-indischer Roman von E. A. Henty
„Mit den Jahren wurde ich kräftiger und wuchs schließlich, wie Sie sehen, sogar züm starken Manne heran. Ich lernte reiten und gewann allmählich immer mehr Selbstvertrauen. Für das Soldatenwesen hegt- ich zwar keine besondere Vorliebe, aber da meines Vaters Herz daran hing, daß ich Offizier: werden sollte, so mochte ich nichts dagegen eiu- wenden. Daß mir der Knall eines Gewehres entsetzlich war, wußte ich: denn als mein Vater mit zum erstmmale eine Schußwaffe in die Hand gegeben und ich abgedrückt hatte, war ich besinnungslos geworden, und nichts hätte mich damals bewegen können, es noch einmal zu versuchen. Doch glaubte ich, diese Art von 'Nervosität würde sich durch Zeit und Gewohnheft überwinden lassen.
„Einen oder zwei Monate, nachdem ich eingeschrieben war, ging ich mit bent Regiment nach Indien ab, wo ich gerade ju rechter Zeit ankam, um in Eilmärschen Chillianwalla erreichen und dort die Schlacht mikmachen zu können- Es lag in n » Uch^einden, daß ich bis zu diesem Zeitpinrtt wch keiner Schießübung beigewohnt hatte.
aat'fX”. den Ereignisse« jener Schlacht habe ich
x“ L2nnneninS' denn von dem 'Moment an, - fiel - bis zum späten Abend
sah .uchts, fffijÄ 2k SB Ä hn Sediment ich.
fiel idi behMrfrtL?1 Ende war und Stille eiirtrat, erklären die Aer^^do?Äk^ 3« mÄnem Gl ficke Sobald ich wieder feSU? ^zehn Tmx lauA. redet und auch ber wahre Grund^te2^Abaan^ fletüthtoeife
vor Zorn, als ich nach Hause kam und ihm di: Wahrheit mitteilte- Daß fein Sohn ein Feigling fein sollte, war natürlich ein harter Schlag für ihn. Das Leben zu Hause wurde mir bald unerträglich, 'und deshalb nahm ich mit Freuden das Anerbieten eines Onkels an, der, selbst Negiernngsbeamter, auch mir einet: Posten int Zivildienst verschaffen wollte. In solcher Stellung, dachte ich, würde ich nicht mehr in die Lage kommen, schießen zu hören-
„Sie können sich daher denken, Doktor, mit welcher inneren Angst ich diese Gerücht» von den Iln- ruhen unter den Truppen vernehme und an die Möglichkeit einer allgemeinen Meuterei denk».
„Nicht etwa, daß ich den Tod fürchtete. Im Gegenteil — in den letzten acht Jahren habe ich so viel gelitten, daß mir ein geräuschloser Tod willkommen wäre. Aber der Gedanke, daß ich, wenn es zum Kampfe käme, meinen 'Mab als Mann nicht würde ausfülleu können, bringt mich zrcr Verzweiflung — und jetzt mehr denn je.
„Und mm begreifen Sie auch, weshalb jmS Bild, wo ich inrutten der Scpotzs kämpf:, für mich etwas Unmögliches enthält. Es ist eine trübselige Gefchichte und dies das erste Mal — feit ich meinem Vater bnrhtete — daß ich die Lippe» offne, um davon zu sprechen. Aber ich weiß, daß Sie als Freund und ati Arzt, mich weit eher bemitleiden als tadeln werden "
Shutes Kapitel.
Als Bathurst seine Geschichte b:»nbet hatte, saate der Doktor herzlich:
,-Jrh finde Sir ganz gewiß nicht toMffSmert, Bathurst! Ich bin Überrascht, — denn obgleich ich Sie sür sehr nervös hielt, hätte ich doch sicher geglaubt, daß. gerade Sie einer Gefahr stets ruhig und gefaßt begegnen würden. Aber wenn es nicht so ist, fe trifft S«e sicher nicht die Schukv daran."
„Das ist geringer Trost für mich. Die Menschen fragen nicht "warum und woher, sondern zeigen verächtlich mit Finger» auf de» Feiring. Welches Mißgeschick, daß ich hier sei» muß! I« Eng- kand wäre ick viellerchtui« in dnejjefäJjtfä&e Saae
gefommeit, und im indischen Zivildienst glaubte ich ebenso sicher -u fein. Nun muß dies Unheil kommen!"
„Warum nehmen Sie denn nicht Urlaub? Sie haben jetzt sieben Jahre ohne Unterbrechung gearbeitet — da könnten Sie sich doch für ein Jahr freimachen! Und Sie hätten auch die triftigsten Gründe dafür anzugebeu: da Sie vor zwei Jahren nach Ihres Vaters Tode nicht nach Hause gereift sind, so müssen jetzt gewisse Familienangelegenheiten durchaus erledigt werdeu."
„Nein, das tu» id) nicht, Doktor! Vorher laufe ich nicht davon! Sie verstehen mich doch? Die Gefahr selbst fürchte ich gar nicht — um mein Leben ist mir nicht bange, und physische Schmerzen scheue ich auch nicht. Mich schreckt nur die Gewißheit, daß, sobald der Lärm einer Schlacht beginnt, meine körperliche Beschaffenhüt mich völlig willenlos und starr ntacht. Heute' abend wunderten Sie sich, daß der Gaukler seine besten Leistungen Preisgab. Das tat er aus Erkenntlichkeit gegen mich, denn ich habe — ganz unter uns sei dies'gesagr — seiner Tochter das Leben gerettet- Aus meinem Wege von Rarkit hörte ich einmal schreien und fand, als ich heebei- | eilte, den Tiger, deu Sie nachher geschossen haben, t über dem Mädchen stehend und den'Vater wchkla- A-nd daneben. Da sprang ich ab und traktierte die Bestie mit meiner schwere» Peitsch», so daß sie ganz verblüfft Kehrt machte und entfloh."
„Was Teufel!" rief ber Doktor, „und da fagen Sie, daß Sie feige smd?"
„Nein, im aff gern einen sage ich das gar nicht. So lange bet der Gefahr kein Lärm ist, schreckt sie mich nicht im geringsten. Aber jetzt werde ich von t»n schlimmsten Ahnungen heiutgesucht."
„Haben Sie denn von den Engebornten etwas Beunruhigendes gehört?"
^keineswegs. Rur eine einzige Person hat Andeutungen von drohendem Unheil gemacht — eben unser Gaukler. Damals achtete ich gar nicht darauf: erst seine Dunstbilder haben mich au die wachrscheinlkche Bedeuwna lernet jtßarte erinuert-
babenbe und hochgestellte Persönlichkeiten m ganf Deutschland ein Aufruf gesandt, in dem um Ein» fendung von Beiträgen zur Unterstützung bedürftige» deutscher Kriegsveteranen geheten w,rd. Unterzeichnet ist der Aufruf: »Zentralstelle zur Unterstützung deutscher Kriegsveteranen" z. H. des Vorsitzendem Herrn P. Loefin, Berlin 65, Seeflraße 118. Im kurzer Zeit sind insgesamt hier etwa 3000 Mk. ein» gegangen. Welche Bewandtnis hat es nun mit diese» Zentralstelle? Am 3. August dieses Jahres gründete» drei Herren, der Buchhändler S., der Kausman» B. und der Buchhaller P. Loefin einen Verein zmt Unterstützung hilfsbedürftiger deutscher Kriegs oeteranen und nannten ihn „Zentralstelle zur Unter* stützung deutscher Kriegsveteranen". Der Vereis» besteht zur Zeit nur aus dem Borstande, in dem diö genannten drei Gründer sitzen, und einem Mitglieder Zur alleinigen Empfangnahme aller den Verein be^ treffenden Sendungen berechtigt ist Herr Loesim Dieser entscheidet zunächst auch darüber, ob und in. welcher Höhe ein Veteran Unterstützung erhalte» soll. Loefin bezieht für feine Mühewallungen eint ihm von den beiden anderen Vorstandsmitglieder» zugebilligtr Vergütung von monatlich 150 Mark, die sein einziges Einkommen bilden. Bisher ist auS den eingegangenen Beträgen nur eine Unterstützung an einen bedürftigen Veteranen in Höhe von 25 Mark gewährt worden. Geber, die sich durch die Verschweigung der wahren Sachlage getäuscht und geschädigt fühlen» werden ersucht, sich bei dem Polizeipräsidium Berlin, Zimmer 100# mündlich oder schriftlich zu melden.
* Die Katze als Reinigungsmittel. Eine Bauersfrau aus einem rbeinhessischen Dörfchen hatte! sich vor Gericht zu verantworten, weil bei einer Pro-, beentnaljme in der vor ihr gelieferten Milch Wasser- entdeckt worden war. Auf die Frage des Richters, wieso das Waffer in die Milch gekommen sei»! könne und ob ft: nicht vielleicht auch, wie dies au* derwärts vielfach geschieht, den Melkeimer etwas $» gründlich ausgeschwenkt und dann dieses Schwenk» Wasser der gemolkenen Milch zugesetzt habe, erklärt» die Beschuldigte: „Ach Gott na', mer schweb ken unfern Melkamer überhaupt nt^ aus, wissen je, mer hunn do zwaa klone Kätzchen die lecken den Melkamer immer ganz sauwer au».*
— Aus der Redakttonsstube. Chefredakteur: „J^ möchte in meinem Artikel leise andeuten, daß dH Bankier Knipser sich ba8 Grundstück hat!" — Zweiter Redakteur: „Ganz einfadjj Schreiben Sie: Der Bankier Knipser hat das stück eigentümlich erworben!"
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Handel und Industrie.
* Berlin, 23. Sept. 1912. Die Unsicherheit, «Ä der die Börse einsetzte, wich bald einer lebhaft»» Aufwärtsbewegung. Ruffenwerte und Montanpapie« waren bevorzugt. Schwach liege» nach »>ie vor diß heimischen Anlagewertr.
Märkte. <;•
* Frankfurter Getretdemarttberüht vom 33. GqH Am heutigen Markt war da» Angebot in LanbwetW wiederum sehr stark. Selbst für brffero Quatttäiw zeigten die Mühlen wenig Kauflust, während ich gertngtn Sorten vollständig unbeachtet blieben. Fremd« Weizen bleiben effektiv knapp und sehr gesucht, am Lieferung zu unveränderten Preise« offeriert. Rogge* war in gesunder Beschaffenheit gut ^gefragt ®erfti ohne Veränderung. Hafer bet guter Konsmnfrage fef und feine Qualitäten über unsere Notierung bezcchtt Mais teilweise mit etwas Geruch behaftet und tarn entsprechend billiger bezahlt. Mehl vom Mühltnrbu zu 32 Mk. bei Engrosabnahme erlassen. FutterartSch ruhig. Es notierten: Weizen: hiesiger nnd Wrttercmetz 20.00 bis 21.15 Mk., auf dem Lande abaeteti 19.50—20.50 Mk., kurhefstscher 20.50—21.15 S«J norddeutscher 19.50—2U5O Mk., Manitoba 22.50 bi* 24.00 308., Kansas 24.25—24.75 Mk., russisch« Nicolasetz 23.50—24.00 M, Saxonska 24.00—24.25 M., Ulä 23.60-24.00 M., Azima 23.75-24.00 M., La W» 23.00-23.75 M., rumän. 24.00—241» Mark, 81*0 Hern I 24.00-24.50 M. — Roggen: hiesiger, 17.85 bis 18.00 M., auf dem Lande abgeholl 17.00—17.» Mk., Pfälzer 00.00-00.00 M. russischer 00.00—(XU» BL rumänischer 00.00-00.00 Mk. — Gerste: hies. «Ust bis 21.00 Mark, Pfälzer 21.00—21.50 M., fränAtch 21.00—21.50 M.,Riedgerste 20.50-21.25 M.,m>aarffch! 00.00-00.00 M., Fälte^erste 00.00—00.00 «. - Hafer: hiesiger und Wetterau« 18.50—20.50 BL kurhess. 18.75-20.25 M., bauer. 19.00—30.75 M, La Plata 19.25—20.50 Mark, russischer 20.00—21.5
mit denen er in mehrsacher ernstlicher Wiederhol«»» versicherte, daß er dr« ihm erwiesene« Dienst nta Gefahr seines Lebens vergelten wolle. Mir scheuch jetzt, daß dies mehr als eine bloße RedMsart war.^
„Ja, es kann wohl ein tieferer Sinn ixumt ße< gen. Jedenfalls wäre rt ein mächtiger Verbündetes mit seinen Zauberkräften. Am End« ließe et €S< im geeigneten Moment so verschwinde« wie feind Tochter. Aber Scherz beiseite — der Man» könnte^ wirklich von großen: Nutze» fern! Diese ©auflas kommen mit den allerverschiedenften Leute» zusammen, und so dürfte er früher als andere erfahrens was bevorsteht, und uns bei Zeile» zu war«« iw stände sein." , ■>
„Das ist leicht möglich", gab Bathurst zu. „Dochf nun will ich gehen, deuu um sechs Uhr »mb ich mich schon wieder aufmachen. Alst» gute Rächt« Doktor." Damit stand :r auf und zog sich tu fein» eigene Behausung zurück.
Drei Tage später wurden die Truppen in Din- nugghur durch eine Abteilung Reiterei von Ein-, geborenen vermehrt, an deren Spitze ein Kapitän Forster, eben aus England zurückgerommen, stand,
„Kennen Sie Kapitän Forster, Herr Doktor?^ fragte Jfabella Haunah am Tage seines EintreffrnL „Onkel hat ihn zu Mittag Ungeladen."
„Dann wahren Sie Ihr Herz, Fräulein Pws beßa. Er ist ein bildhübscher Man«, schneidiger Soldat und begeisterter Anhänger des schön« ©e* schkechts."
„Ihnen gefällt er nicht, wie es scheint", entgtg« trete Isabella ruhig.
„Run, ich faxn nicht gerade behaupten, daß diese Art Manner liebe. Ich habe ih« nicht «etz gesehen, seit wir in Delhi zussmmeustanden,— un» auch damals nicht all'« oft- Unsere ReiguuK» gingen $« werk auseinander."
„Und welches sind feine Reigunaeu d«M Ihre kenne ich —
(FortjehunL fei*