«fuldaer
am
Amt Geisa und Umgebung.
* Kacha, 20. Sept. 1912. Bei dem am Mittwoch stattgefund« Verkauf des städtischen Spät« ödstes wurde die'ansehnliche Summe von rund 200 Mark erzielt.
* Tiefenort, 20. Sept. 1912. Die Grummet» ernte, die sich infolge des anhaltenden RegenS solange verzögert, fällt gar nicht zur Befriedigung au» und dürste fast ebenso schlecht sein wie im Vorjahre. Dagegen befriedigen die Kartoffeln und Rüben vollauf, ebenso die Obsternte.
♦ Weimar, 19. Sept 1912. Der Bureauvorsteher «PL, der längere Zeit bei einem hiesigen Rechtsanwalt tätig war, wurde in Jena unier dem Verdacht, 2000 Mark unterschlagen zu haben, verhaftet
Öit Gesetz gar nicht mehr allzu viel liegt, e5 zubringen suchen. Gelingt es ihr nicht, dann verliert sie aller Wahrscheinlichkeit nach die Stimmen der irischen Abgeordneten, und der Minister^cM« deut Herr Asquith müßte dann wohl, da auch die Stimmen der Arbeiterpartei nicht mehr sicher sind, den Platz räumen.
** Deutsche Kolonisationsarbeit in China. Im ,Nnsted Empire', dem offiziellen Organ des Königlichen englischen Kolonialinstituts, führt ein gewisser Hamilton über deutsche Kulturarbeit in China folgendes auS:
„Wir können sehr viel lernen von dem, was Deutschland ruhig und unauffällig in China tut. Di« deutschen Maßnahmen zur Einführung von Ordnung, Gesundheit System und Aufforstung Fmb Achtung erzwingende Faltoren, welche in beredter Weise zu dem erwachenden Chma von einem Land« sprechen, welches ihm eine aus der Dunkelheit aufgestiegen« neuwrllliche Diacht ist. China blickt nicht mehr auf «iautschou alS auf einen Dorn in seinem Fleische, sondern als auf einen gesunden Punkt, von welchem da? gesundheitbringende Beispiel westlicher Zivilisation durch das himmlisch« Reich strahlt."
Aus dem Nachbargebiele.
-b- Hünfeld, 20. Sept. 1912. Jetzt ist wieder die Zeit gekommen, wo den Geschäftsleuten Muster von Abreißkalendern, wie sie solche zu Neujahr ihren Kunden zu schenken pflegen, zugesandt werden. Daß man bei der Wahl derartiger Kalender mit großer Vorsicht zu Werke gehen muß, beweist die Ta fache, daß auswärtige Geschäftsleute thren hiesigen Kunden einen Abreißkalender verehrt haben, dessen Blatt vom 19. September den im Mund« der Sozialdemokraten viel gebrauchten Spruch Heinrich Heine's: „Den Himmel überlasten wir den Engeln und den Spatzen" enthält. Solche Kalender mit ..W-isheitssprüchen" sozialdemokratischer Propa- ganda finden sich in vielen hiefigen Familien, und da bekanntlich Kinder gern die Kalenderfprüche lesen, so läßt sich crmesten, wie viel Unheil dadurch an- gestistet werden kann. Man sehe sich also den „schönen" Abreißkalender, ehe man ihn an die Wand hängt, nächstens etwas gründlicher darauf an. ob er nicht Sprüche aufweift, die jeden religiösen Menschen lief verletzen und für Kinder eine große Gefahr bedeuten. t ,
* FriedÄwg, 20. Sept. 1912. Wahrend m Hessen-Nassau von einem sRiebergflng der Schafzucht berichtet wird, ist hier em Aufschwung fest- zustellen. Schafe sind in diesem Jahre hier em sehr gut bezahlter Artikel. Hauptsächlich die Lämmer sind sehr gesucht und hoch im Preise. Dre Schafzüchter baden bereits über Dreiviertel chrer Bestände verkauft. Die gezahlten Preise schwanken zwischen 50 und 60 Mk. pro Paar. — Die Frage einer ge- meinsanien Kläranlage mit der Nachbarstadt Bad Nauheim wird immer brennender und beschäftigt die Bürgerschaften beider Städte in zunehmendem Maße. In Bad Nauheim ist man unzufrieden, daß g-riebberg mit 900 Hausanschlüssen nur ein Drittel der Baukosten tragen soll, wllhreiw mit 700 Anschlüssen die übrigen zwei Drittel auf- brinqen soll. Hierbei fällt aber die Anwesenheit von jährlich 30—40 000 Kurgästen in der Badestadt erheblich ins Gewicht, eine Tatsache, die dort bisher wenig Beachtung sand. Der hestische Staat steuert zu den erheblichen Baukosten 100 000 Mk. bet
* Wiesbaden, 20. Sept 1912. Im benachbarten Bierstadt erhängte sich der 12jährige Sohn de» Zimmermanns Bierbrauer aus Furcht vor Strafe, weil er eine große Fensterscheibe ein- geschlagen hatte. Er wurde im Holzstalle der elterlichen Wohnuna tot auspefunden.
* Vom Westerwald, 20. Sept. 1912. Der Land- rat in Montabaur regt an, Viehweiden anzulegen und Oedländereieu in Weiden oder Wiesen umzuwandeln. Die Bestrebungen der Behörden gehen dahin, die Aufzucht des Jungviehes in andere Bahnen zu lenken.
* Meiningen, 20. Sept. 1912. In einer vom allgemeinen Bürgerverein einberufenen öffentlichen Bürger-Versammlung, zu der sich auch viele Hausfrauen eingefunden hatten, wurde beschlossen, an die Stadtverwaltung heranzutreten, sie möge mit aller Energie die nötigen Maßnahmen treffen, die imstande sind, den heutigen hohen Lebensmittel - Preisen entgegenzutreten, besonders auf eine Abänderung des § 12 des Fleischbeschau-Gesetzes hinzu« wirken, da er in seiner jetzigen Fassung die Einführung von dänischem oder Gefrierfleisch nahezu unmöglich mache. Ferner wurde einstimmig eine Entschließung angenommen, in der alle auf dem Wochenmarkte kaufenden Hausfrauen ausgefordert roetben, durch Zurückhaltung im Kauf auf den nächsten Wochenmärkten zu versuchen, die hohen Preise herab- zudrücken.
Somstog 2t. S.pienti« M- 59. Jahrgang.
eines ehemaligen Marineminister, welche di« militärische Beschaffenheit jenes Atlantischen Geschwaders als möglichst minderwertig erscheinen zu lasten bestrebt sind. Die Italiener werden sich dadurch toohl ebensowenig deinen und blenden lasten wie durch einen Ausschub von einigen Monaten mit der Verlegung der französischen Schiffe. Lauter und dringlicher ertönt fast in der gesamten Preste Jtasiens der Ruf nach einer Flottenvereinbarung mit Oesterreich, den zue-ft der Deputiert« P'r- meni in der „Stampa" ausgestoßen hatte. Auch der „Vopolo Romano", defien offiziöser Charakter unbestritten ist, erklärt, Oesterreich sei so gut,eme Mu- telmeermacht Wie Frankreich und könne seine i5 im Mittelmeer aktiver hervottreten lasten.
Blatt kündigt gleichzeitig eme italten 11$ Flott'envorlage schon fwt ine
«n weil eine Verstärkung der Flott« zur Aufrecht- erhalttrng des Gleichgewichts im Mrttelmeere not- ^^DeutMand^muß selbstverständlich wünschen, daß sein Bundesgenosse Italien mächtig angesehen und unabhängig, 'und in Zukunft besonders tn der -age St seine Stellung im Mittelmeer verteidigen zu können Frankreich und England hatten den Wunsch, daß diese neue Stellung mst ihren vermehrten Angriffspunkten die Abbhongigkeü Italiens von Frankreich erhöhte. Für Italien sst der hur angegeben« Weg der natürliche. Auch er kann aber nur mtt Erfolg beschritten werden, wenn Italien ohne Zeitverlust und im Verein mit Oesterreich-Ungarn ferne Flotte vcrstärtt.
Westen sich die Regierung möglicherweise von den widerspenstige« Orangemännern zu versehen hat, darauf wirft die Tatsache ein interessantes Schlaglicht, daß Sir Edward Carson, der Hauptscharfmacher, von 200 jungen Farmern eingcholt wurde, die ihn, als Lanzenreiter uniformiert, eskortierten. An dem Festzuge durch die ©tobt nahmen über tausend Ulsterarrer teil, die zum Zwecke eine- bewaffneten Widerstandes gegen Homerule sich zu einer milttörisch organisierten Bürgerwehr zusammenge- schlosten hatten. Die Ansprache, die Sir Edward Carson au die etwa 30 000 Köpfe starke Versammlung richtete, reizte offen zu Gewalttätigkeiten an: „Wir haben eine ernste Abrechnung zu halten, eine ernstere vielleicht, als manche sich einbilden. Nicht länger können wir uns mit Worten betrügen lassen; wir handeln in Notwehr. Auch Furcht vor Strafe soll uns nicht davon abhaltru, unser Recht wefter zu verteidigen."
Zu gleicher Zeit fanden ia Belfast weitere Ausschreitungen statt, die auf das Konto eben dieser konservativen Politiker vom Schlage Carsons zu setzen sind. Eine Gruppe von Mstera- uern plünderte auf den Straßen von Sanny- row. Sie Warfe« in einer Reche katholischer Geschäste die Schaufenster ein.
Die Regierung kann der Verschärfung dieser Zustände unmöglich zusehen. Sie wich irgendwie eingreifen müssen, um AergereS zu verhüte«. ES wird großer Kluccheft und Geschicklichkeit bedürfe«, um an den gefährlichen Klippe» glücklich vorbeizukommen. Wirde es den Konservative« gelingen, die in Ulster gelegte Mine zur Explosion zu bringen, so ist schwer zu sagen, was dann folgen würde. Dft Regierur^ hat sich auf Homerule verpflichtet und sie muß, wenn ihr auch vielleicht im Grunde «» dem
wennei oer yeg^cyru . ~ «
ans Kastel, eine der Bedeutung be» Inge» chende Ansprache hält.
* Ziegenhain, 20. Sept. 191«- ®* WN* Britania-Srlberwarrnsobrik, welch« ihre «IttOli zität bisher aus dem städtischen «ektrizitatswo» bezog, errichtet jetzt eine eigene Anlage. Da« Re» selhaus ist bereits fertigg-stellt tu» ^** *?”$** erforderlichen Maschinen ausgestellt, so daß die A» läge bis 1. Oktober vollendet sein toi* Auch bet
die Versammlung zu gewaltsamem Widerstand gegen die Homerule auf. Zu Schlägereien kam es nicht. Es war dies die erste große Demonstration, die die Provinz Ulster zu einer großen Volkserhebung 28. September anspornen soll.
herrisches Reich.
*♦ Das Verhalten der sechs Sozialdemokraten im Preußischen Landtag, das vielfach an eine Radau- aesellschaft erinnert, findet auch in sozialdemo- kratiscben Kreisen eine abfällige Kritik, öo schreibt bet Sozialdemokrat Dr. Leo Arons in den .Sozialistischen Monatsheftes:
Sehr ernst zn nehmende Parteigenossen sind ber Mrinuna, daß die Zwischenfälle, die sich schließlich bis zur gewaltsamen Entfernung des Genossen Borchardt aus dem Sitzungssaal steigerten, zum groben Teil zu vermeiden gewesen wären, und daß sie für die Gesamtpartei keineswegs förderlich waren .. . Sehr verbreitet tst die Ueberzeugung, dab di« Fraktion durch allzu häufige und atlz« lange Reden «tot nur ihre Stellung im Abgeordnetenhaus, sondern auch die agitatorische Wirksamkeit ihres Attfttetens nach außen'ab schwächt.
Das klingt ganz anders als bte Lobeshymnen, die der .Vorwärts' den sechs „Genossen" im Prcuß. Abgeordnetenhaus« spendet.
* Die Hofgänger und di« königlichen Schinken- brote. An den Feierlichkeiten zur Eröffnung des Hoftheater in Stuttgart haben auch zwei Sozialdemokraten teilgenommen. Das „Deutsche Bolksblatt" erzählt von einem sozialdemokratischen Vertreter, dessen Appetit größer als sein Patriotis- mu8 war Während er bei der Huldigung an das Königspaar rnhig sitzen blieb, verschmähte er in der Pause die dargereichten königlichen Schinkenbröte nicht. Die „Schwäbische Tagwacht" spricht ihr Bedauern über die Handlungsweise der Parteimitglieder aus und erklärt, sie batten besser getan, wegzubleiben, um der bürgerücben Presse keine Veranlassung zu hämischen Glossen zu geben.
m Für Erholungsbedürftige und leichtere «fßFVfilla Kranke■ Wlnterbesuohfa ragl V Kl| Kuranstalt Hofhel« I Taunua, ■■■■■ w wee 1/, stunde von Frankfarta.lt Prospekte durch Dr. Sehabe-Kablejes, Hervenar^li
Aus Gberhessen u. den hesi. Aemtern.
Der FriedenSstein bei Amöneburg im Ohmtale.
k Kftchhm», 20. Sept. 1912. Am nächst m Sonntag sind es 150 Jahre, daß im Ohmtale, am Fuße der alte« Mainzer Festung Amöneburg, als der siebenjährige Krieg sich seinem Ende zuneigte, die letzten blutige» Kämpfe zwischen dem Heere der «ft Friedrich dem Große« verbündeten Kurhesten, Hannoveraner, Braunschweiger und Engländer «uerfeitS tu» den Franzosen sowie mit den ihnen verbündeten Sachsen anderersefts sich abspielte». Stoßet die Hauptstadt Kurhessens, welche- damals
Ausland.
* Die Bewegung gegen Homerule in Irland.
Während die Katholiken Irlands seit mehr als 100 Jahren für die Selbstverwaltung (Homerule) kämpfen, sind die Protestanten erbitterte Gegner derselben und finden auch bei den Konservativen Englands große Unterstützung. Wegen der religiösen und politischen Meinungsverschiedenheiten ist es schon wiederholt zu Ausschreitungen gekommen, wie vor wenigeil Tagen zu der großen Prügelei gegen katholische Fußballspieler in Belfast. Die Stimmung ist bedrohlich geworden, daß es für die katholisch«! Arbefter der Belfaster Wersten fast unmöglich geworden ist, chrem Berufe nachzugehen.
Die erste der großen Protestversammlung in dem protestantischen Teil von Irland gegen die Homerulevorlage wurde dieser Tage in Enni- k i l l en in Irland abgehalten. Ueber 30 000 Menschen waren zugegen. Mchrere Redner forderte«
Cj! ä » 4 A u. Sldtt.
tiviiunu Druck und Verlag der xulbatr Lrtiendrnäerei
seinem Ende zunergte. Aml^vcovMorr««^ In dem Wirtshause an der Brücker Muhl« zwqry^ dm Feldherren bei beiden feindlich« H«» w Waffenstillstand abgeschlossen, dem box» auch MM
««UM
lenhofr setzten, werde«, toi« scho« eritgetetlt, Sonntag den 22. September
aus der ganzen Umgegend, die Schule« «sw. UM
den letzten verzweifelte« Sturmangrrss oer x zosen ab. Dieses war twr. letzte Kamps im siebeufährigen Kriege, twcfid) b<n« seinem Ende zuneigte.
In dem Wirtshaufe an der Brücker ArulM zrm
□ Italien und die srattzöfische „Mittelmeerherrichaft."
Zwecke baA "tt Mucker, bald ^lieben ist, ist handelt. Ta der ^rwer i y ^^k^-Lk^uaen E n 8 land hat für an- ^fe&JSfffeine Seestreitkräfte gegen Deutjch- gebracht gchatten, Frankreich wirft alle feine Schifft Ln Tein er atlantischen Küste weg ins Mittel m e « r, um Italien vor klugen zu sichren, was es unter Umständen zu gewärtigen hatte- Auch bte Stimmen der französischen Presse sind eher drohend als wohlwollend aufzusassen: bleibst du im Mittelmeer beim Dreibünde, so geht es dir schlecht, schließt du dich der Triplcerrtcnte, Frankreich, England, Rußland, an, so bist du fern raus und nichts kann dir geschehen
Ob Peitsche oder Zuckerbrot — das Spiel bleibt stets dasselbe. 9hrt hat Italien im Laufe des jetzigen Krieges allgemach gelernt, wessen es sich von Frankreich zu versehen hat. Die unliebsamsten Zer- wurfniüe zur See batte es gerade mit Frankreich. So heftige Kritik man auch in Deutschland an manchen Handlungen der Italiener in Tripolis »bte, so war man hier doch stets weit entfernt, den Italienern im ehrlichen Kampfe Errungenes zu mißgönnen. Es bestehen da keine Interessengegensatz:. Diese sind jedoch in größtem Maße zwischen I t a- lien und Frankreich vorhanden; sie wach- s e n umsomehr, je weiter sich Italien im Mit l e l- meer ausdehnt.
Italftn mit ferner weltgestreckten Küste hat tn einem Kriege mit Frankreich sicherlich manches Ungemach von einer überlegenen französischen Flotte zu ertoortnt. Aber die Entscheidung in einem solchen Krieg» würde nicht auf dem Wasser, sondern ausdemFestlande sallen. Bleibt Italien mit Oesterreich-Üugarn verbündet, so stehen der französischen Flotte bte vereinten Flotten beider Mächte nn Mittelmeer gegenüber, und ob Frankreich alsdann leicht die Seeherrschaft erlangen würde, ist zum mindesten zweifelhaft. Was hätte überhaupt Italien zu befürchten? Die Landung französischer Truppen ? Wenn die Landung einen Zweck haben soll, muß sie mit einer Armee geschehen, die nicht in h'cnig Tagen geschlagen, gefangen oder ins Meer ge- tricbe» werden kann. Um 40 000 bis 50 000 Mann mit den nötigen 8000 bis 10 000 Pferden und 2000 bis 3000 Wagen, dem .Kriegsmaterial und den mit« zu führenden "Vorräten zu transportteren, braucht man geeignete Dampfer von 150 000 bis 180 000 Registertonen. Frankreichs Handelsflotte verfügt Insgesamt nur über Dampfer mit 800 000 Registertonen; sie sind verstreut über alle Meere, viele sind zur Ausbesserung in den Docks, viele find für Trup- beitbefihtterttng ganz unbrauchbar Jedenfalls kann die Vorbereitung einer solchen Landung bei dem heuttgen Nachrichtendienst nicht verborgen bleiben; es fft also einige Möglichkeit, Gegenmaßrege l n zu treffen. Str Artur Wilson, ehedem erster Seelord Englands, bezeichnet bte Möglichkeit der Ausschiffung einer Transportflotte felbft dann als sehr gering, wenn sie vo« einer weit überlegenen Schlachtflotte begleitet wird:
.Wird eine TranSportfkotte durch einige Torprdo- »bor ;erftdrer gesichtet, |o «ritb «S em Leichtes fein, den ’S sschtff« aus dem Weg z« «eben und bte Torpedo- sm ,.iffe gegen bte Transporrschiffe zu richten Ein« Kriegsflotte hat feine Möglichkeit, die Transport- flotte gegen llmerftebootangriffe zu schützen, während diese bis Trm-v«r -fff " >•
- mlch^wenir- ine Landung nicht verhindert chft auch nicht durch Minen und anderen Kirsten- sck'S, so erfordert sie Zett. Die amerikanifche Fi fte brauchte, ttm 15 000 Mann auf Kuba auszu- fditffeit, toter Tage, die japanffchr, um nicht ganz 50000 Mann bei Pitzetoo zu landen, fünf Tage. Malten wird bet seine« Eisenbahnverbindungen mit !b?r Küste imstande fcht, eine entsprechende Truppenmacht an der bedrohten Punkte zu werfen. Auf den Ausfall desLandkrleges kommt es an, auf ihn allein. Freilich die franMische Flotte, fft sie stark genug, kan» offene italienische Plätze beschießen — wen» fte sich nübt trat das Völkerrecht kümmert. Aber toaS Ist damit gewomrrn, daß sie einige Städte in Trümmer legt mid die Bewohner zur Flucht landeinwärts stontgt? Einen strategischen Gewinn hat sie davon nicht, sie entflammt nur die Bevölkerung gu Haß u. Rachegefühl. Militärisch ist die Beschießung bedeutungslos, wenn Italftn sich nicht verleiten läßt, «ine nenumswerte Menge Truppen von dem Pnukt abzulenken, wo die Würfel fallen müssen. Wird aber Frankreich zu Lande geschlagen, so wird es für das Bombardement reichlich Enffchädignng leisten müssen.
Wird Frankreich geschlagen, so beherrscht auch Seine Flotte nicht mehr das Mittrlmeer. Und wenn >as Mittelmeer von englischen Schiffen entblößt ist — weil England aus Mißtrauen gegen Deutschland feine Flotte g;gen die deutschen Küsten in Brrettschaft Hütt — was wird bann aus Ägypten, was aus dem Suezkaual, was aus der BerLinduna mit Indien? Man sieht, ist ein gewagtes Spie^ das unternommen wird. Lud toohl weil man in London tote in Paris bedenkt, chaß Wagen gewinnt, Wagen verliert, so soll jetzt, wie es scheint, Italftn, bei dent ZurÄi'v nicht half, durch Drohungen gezwungen werden, zu wähle» zwischen dem Dreibund und der Tripleentente, will sagen zum Anschluß an Frankreich und England. 1 Die Pariser Press« setzt chr: Einwirkungsver- si'che auf Italien fort, und zwar mit einer Heftigkeit, ®ie unter allgemein-politischem Gesichtspunkte uns b.°? hoher Bedeutung zu fein scheint. Wie Rach- rrchten aus Italftn zeigen, beginnt mau dort die außerordentlich günstige Lage für eine Orientierung brc. italienischen Politik einzusehe», bte den großen fron-öftN? ^MntelmeerintMff«! entspricht. Die b" für Italien ein grelles £c?e im Mittelmeere und auf Ripf? ^rn^-^9<?Q tl9an9 Italiens erreichbaren
Lwo^en. Nach einigen ffa^o^chen N^vchten fchemt es nunmehr, als ob JpIT fjll. ^"ifache der Verlegung enriae ^.Eate d«-schieben will, um womöglich du S nyche Stimmung durch EinslußnahE uto «^ Voripiegelungen ^rubrgen zu lassen. Außerdem er- beben pch emige Stimme» vo« Sümtimlat und dft
eine französische Besatzung hatte, wurde nach den verschiedenen Kämpfen im Jahre 1762 bet Wilhelmsthal, am Lutterberg usw., bei welchen dre Verbündeten Sieger blieben, von de« letzteren vorn 24. Juni an belagert. Um Kassel zu entsetzen, drangen im September 1762 die französischen Mar- schälle d'Estrees und Prinz von Souibise abermals über Blarburg in dem schon so schwer heimgesnchten Ki"-Hessen ein. Zwischen Wetter und Kirchhain ste.itr sich ihnen jedoch der Herzog von Braunschwng mit dem Heere der Verbündeten in einer sehr starken Stellung entgegen. Generalleutnant ^ CastneS von den Franzosen rückte nun m der Nacht des 21. Septeniber mit 4 Brigaden in aller Sttlle von Mav- bürg aus nach der unter der Amöneburg gelegen«! Brücker Muhle, um dort den schwachen lmken Fch- qel der Verbündeten zu durchbreche« und, um freie Bahn nach Kassel zu bekommen, das andere Ufn der durch starke Regengüsse angeschwollenen Ohm zu gewinnen. Bei der Mühle und drt danebe« de- findlichen Lhmbrücke, die von -ruer Abteilung d^ mnnöverscheu Regiments von Estorf unter dem Oberstleutnant von der Wens- besetzt war, kam » zu einem mörderischen Kampfe, der volle 14 Shu»* den dauerte und der den Verbündeten 800 Tote kostete, während die endgülttg geschlagen ««Fra», zosen übe; 1100 Mann einbüßt»». Die Besatz«», der Mühle und der Ohmbrücke, etwa 200 framutoe» che Soldaten die bei dem nächtliche« durch be» lichten Rebel begünstigten Uebersall bet Franzose» dlnh noch Zett fanden, zu den äfctffe» »» 9^4«* vereidigten die Mühle und dre Brucke g^« dft französische Uebermacht so lange, kn« der m de» M- nachbartm Städtchen Schweursberg lftgende^ho»- növerscke General von Zchtrow «nt eBatackto«« Jnsanterft und einigen Geschütze» «utrasund ft den Kamps eiugriff. Dft Franzos« machte» pql Laufgräben und richtete» em mowerrsches
gegen die Mühle und Brückr sowohch^toft auch ßtg* di: dahinter liegende Schanze. Mtttl^ecke 8^^ auf Seiten der Verbündeten schwer« hessisch« »E» lerie sowie je 3 Bataillone englische Infanterie Beroschotten in den Kampf ei», w^reub den zosen ein vom Prinzen Xaver vo« Sachse« ~ Korps zu Hilft eilte. AIS dft *r"**"»** «otieianem und Engländern
Vorteil waren, daß dft letztere«
\ <
vermischtes.
* Som Schüttt-Lanz-Luftschiff. Im Anschluß «> sein« erste Reise nach der Reichshauptftadt und dft, so vorzüglich übetfianbene Sturmprod« während bet; Rückfahrt nach Mannheim, wird der „S. 8.1 jetzt in seiner Hall« bei Rheinau tn allen Teils» einer gründlichen Revision unterzogen. Zur Unter» suchung deS Holzgerippes und bet Gaszellen »rixb denn auch endlich die alte Gasfüllung in die Lnsi gelassen, die für alle auSgeführtev 44 Fahrten setz dem März noch immer hergehalten hat. Dft Gondeft werden für Wafferlandungen mtt Schwimmet!» versehen, und der bereits vorhandene und mtt Erfolg auSgesührte Telefunkenapparat wird eingebaut. Rach der Ausführung aller Arbeiten, die voran-« sichtlich in der zweiten Hälfte deS Oktober beendet fein werden, erhält baS Schiff eine vollständig «em Gasfüllung und ist bann für bie Abnahmefahrt« bereit, bie vor der Uebernahme durch die Armee Verwaltung noch zu erledig«! sind.
zwei Werkmeister am Steinwe^ ein vIener Grbäsckd errichten lassen. Da- ftädttfche Elektriziiatsweo kann alsdann billiger arbeiten, da dft der Schwalm dann Wohl au-teich« «nd d» K» hilfenahme der Dampfmaschine nicht mehr ^eootz sein wird, wshalb mau hier hofft, daß der P«m für die Kilowattstunde, der jetzt 50 4 beträgt, herabgesetzt werden wird. t,
♦ Neustadt, 20. Sept. 1912. Der bte-,Lftft» Obstverkans brachte der Stadtkaffe einen «M von 912.70 Mk., gegen 1606.70 Mk. int Borftftft Da- Obst wurde durchweg gut befahlt, eiuzmft Bäum« kosteten 36.50 Mk. Mele Bäume, dft »>ch im Monat August ««blich Früchft hatten, »eae nach dem Regenwetter ihrer teuren Last beraubt
♦ Battenberg, 20. Sept. 1912. Dem pensioniert« DberbrieftrSger FiUing dahier wurde da» «gemeine Ehrenzeichen verliebe«.
• Frihftr, 19. Sept. 1912. Da- für dr» 1. Sq> tember ds. Js. hier geplante Ureilfpieltute« fest, welches infolge der ungünstig« Witter»», nicht abgehalten werden konnte, findet bestmmtt Mi 6. Oktober ds. Js. statt.