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jrellag »en 20. September 1912.

5». 3ei?rgaeg.

« fuldaer |® Zeitung

2. Blatt.

Vm« *w» Verlag »er Fuldaer Xdjtnt«tftrti in SmIK

2ht§ dem Nachbargebiete

* Schlüchtern, 19. Sept. 1912. Gestern mittag

gang

l gcrtieben haben.

Anlassen knallt man sich nieder. Mit der Religion und Moral ist auch die Milde der Sitten geschwun­den. Derart erzogene Kinder handeln als Erwach­sene wie unvernünftige Tiere." Zum Beweise ver­öffentlicht das Blatt eine lange Liste aus der vori­gen Woche.

Zeit hier bleiben.

* Wolfhagen, 17. Sept. 1912. Der Verkauf ins

Tag. Nicht menschliche Brüderlichkeit herrscht mehr, sondern Mord und Gewalttat. Aus den geringsten

gegen die Jesuiten noch einer Ergänzung be­darf. Angeblich soll das Gesetz doch den konfessio-

* Gießen, 19. Sept. 1912. Der Bürgermeister und Standesbeamte M. von Vilbel hatte sich vor der Strafkammer wegen Vergehens der falschen B e­urkundung zu verantworten, während sein Se­kretär der Beihilfe beschuldigt war. M. hatte durch seinen Sekretär Urkunden über Geburten und Ster­befälle aufnehmen lassen, während er nicht zugegen war, und hat diese dann später unterschrieben. Der Angeklagte wurde zu der geringsten gesetzlich zulässi­gen Strafe von 1 Monat Gefängnis, der Sekretär zu acht Tagen Gefängnis verurteilt.

• Hoof, 18. Sept. 1912. Heute nachmittag ver­ließ in dem benachbarten Breitenbach ein junger Alaun, der fieberkrank war und das Bett hüten mußte, sein Lager, sprang in den Mühlbach und ertrank.

* Bad-Nauheim, 19. Sept. 1912. Der Land­wirtschaftskammerausschuß für Oberhessen veran­staltet in der Zeit vom 21. bis 23. September eine

seines Amtes, schlägt sich selbst den Pferch auf und schläft jede Nacht in seiner Schäferhütte. Der 91. Ewburtstag wurde im Kreise von etwa 35 Enkeln

* Die religionslose Schule und ihre Folgen, liebet die Verheerungen, welche die religionslose Schule in Frankreich verursacht, führt der protestantische „Temps" bittere Klage. „Die entchristlichte Schule läßt", so schreibt das angesehene Pariser Blatt, „ein Geschlecht heranwachsen, das zu allen Schandtaten

A»r Gberheffen u. Len hesi. Aenrtern.

* Marburg, 19. Sept. 1912. Zur Entlastung des Rathauses werden gegenwärtig die alten Akten aus dem 16. und 17. Jahrhundert dem Kgl. Staatsarchiv auf dem Schloß einverleibt. — Da die Züge auf der Strecke Kreuzthal-Marburg für die Bewohner des Siegerlandes ungünstig liegen, wurde der Antrag auf Aenderung der Fahrzeit und Herbeiführung von Anschlüssen an die Schnellzüge an den Endpunkten gestellt. Dar au! hin ist der Bescheid ergangen, es solle versucht werden, die Züge für den Sommersahrplan 1913 zweckmäßiaer zu legen.

* Kirchhain, 19. Sept. 1912. Gestern fand hier zur Enteignung des Grundbesitzes, welcher zum

* Frankfurt (Main), 19. Sept. 1912. Die „Viktoria Luise" wird am Freitag von Oos kommend hier eintreffen. Das Luftschiff wird einige

Anstand.

♦ Sine neue internationale Arbeiterschuhkou- ferenz Es ist zu erwarten, daß der schweizerische Bundesrat demnächst eine Einladung zu einer zwei­ten internationalen Arbeiterschutzkonferenz ergehen lassen wird. Die erste Konferenz fand im Jahre 1906 in Bern statt. Sie hatte das wichtige Ergebnis, daß die überwiegende Zahl der beteiligten Industrie­staaten ein Verbot der gewerblichen Nacht ar b e i t für Frauen ergehen ließ. Die zweite Konferenz wird sich mit einem Maximalarbeitstag für Frauen und Jugendliche beschäftigen.

Amt Geisa und Umgebung.

* Vacha, 19. ©epi. 1912. Herr Bahnassistent Hoffmann wird mit dem 1. Oktober von hier nach Erfurt versetzt.

* Ostheim v. d. Rhön, 19. Sept. 1912^ Als der 32jährige Herm. Trabert in der hiesigen Schuhfabrik einen Riemen auflegen wollte, wurde er von diesem erfaßt und mit herumgeschleudert. Beim Herab- fallen kam der Mann mit dem linken Arm zwischen die Zahnräder einer im Gange befindlichen Maschine. Der Arm wurde bi? zur Hälfte voll­ständig zerquetscht.

* Stadtlengsfeld, 19. Sept. 1912. Als der Gü­terzug der Feldabahn am Dienstag nachmittag zwi­schen 6 und 7 Uhr unterhalb des Schrammenhoses angelangt war, sprang ein sogen, offener Wagen aus dem Geleise. Durch schnelles Eingreifen des Personals war es möglich, den Ausreißer als­bald wieder in das Geleise zurück zu bringen.

* Dankmarshausen, 19. Sept. 1912. Von sei­nem Neffen wurde Bürgermeister Kohlhaas in einer hiesigen Wirtschaft mit einem Stuhle derart nm Kopfe verletzt, daß er dieselbe Nacht noch ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte.

gleich damit anfing, so mußten die folgenden Sa­chen noch erstaunlicher sein.

Das nächste Stück war das, was Bathurst da­mals gesehen hatte, nur daß heute das Mädchen deut-' sich sichtbar blieb, als es schon längst über den unte­ren Lichtkreis hinaus war. Es ging wie ein phoS- phorifcher Schein von ihr aus. Die Damen hatten die Veranda verlassen und waren ganz in das Freie getreten; der Gaukler verlangte nur, daß sie sechs Fuß von dem Pfahle entfernt blieben.

Höher und höher stieg das Mädchen, bis die Un- tenstehenden die Entfernung auf hundertundfünfzig Fuß schätzten. Dann erlosch der Schein, und es war oben nichts mehr zu sehen. Nach einem minu-l tenlcmgen Schweigen sah man die Spitze der Stangs immer niedriger werden; das Mädchen war nichts mehr daraus. Noch eine Minute — und der Pfahk hatte seine frühere Gestalt wieder. .

Die Zuschauer waren ganz stumm. Der Vor­gang war so wunderbar und geheimnisvoll, daß sie feine Worte für ihre Empfindung sanden.

Der Gaukler forderte sie jetzt auf, ihre Platz? wieder eiiizunebmen.

„Das war sehr interessant",, sagte der Doktor zUl Bathurst; „ich hatte es noch nie gesehen. Aber etwas, Aehnliches: da warf der Gaukler ein Seil hoch tni die Lust, es stand ganz steif und fest und der Be­gleiter des Gauklers kletterte daran in die Höhe. Im­mer weiter amg es hinauf, bis man zuletzt nur noch' aus großer Ferne seine Stimme hörte. Dann siel auf einmal das Seil in lauter Ringen auf den Do^ beit nieder und der Bursche kam ruhig dahergegan-' gen, gerade wie jetzt das Mädchen."

Dieses stellte sich soeben in die Mitte des Platzes,! und Rudschub sagte ernst: '•

„Niemand spreche bei dem, was nun kommt, denn Unheil könnte daraus entstehen. Blickt hin auf den Boden zu ihren Füßen."

Eine Minute später sah man einen dunklen Ge­genstand aus dem Boden hervorkommen; er reckt« sich langsam empor, in wellenförmiger Bewegung.!

(Fortsetzung folgt.)

vermischter.

* Mer Bergleute in Stücke gerissen. Auf dem- Salzwerk Neustaßfurt erfolgte in einer Pulver­kammer eine gewaltige Explosion, wobei vier Berg­leute in Stücke gerissen wurden. Alle vier sind ver­heiratet, einer hinterläßt 10, ein anderer 3 Kinder/ während die beiden andere« nur Witwen hinter­lassen.

* Der verschwundene Gymnasialdirektor. Der seit Ende August vermißte Direktor Stramwitz au» Friede ich stal im Kreise Saarbrücken ist, wie sich jetzt herausgestellt hat, in Verona in einem Krankenhause einem Herzschlage erlegen.

* Beim Schvrnsteinsegen ist in Königsberg der Schornsteinfeger Marklein, als im Hause Feuer an» gemacht wurde, infolge Rauchentwicklung erstickt.

* Die Ursache der Eisenbahnkatastrophe von Dit­to». Wie von glaubwürdiger Seite berichtet wird, hatte der verunglückte Expreßzug größere Verspä­tung, die der Lokomotivführer einholen wollte. Durch' das schnelle Tempo sprang die Lokomotiv e beim Passieren einer Weiche kurz vor der Station an» den Schienen. Aus den photographischen Anf< nahmen ersieht man, daß die Lokomotive durch den hestigm Anprall gegen die Steinbrücke wie eine Pappschachtel zusammengedrückt wurde. Entsrtzlichck Einzelheiten des Unglücks werden noch bekannt-

kaffierer Radizi von Quelliugen sprach über Rück- der Schafzucht und die jetzigen Fleischpreise.

Eiu Vorschlag zur Güte.

Als die Jesuiten während zweier Iahqehnle in Preußen freie Niederlassungen gründen Millionen, Exerzitien und Konferenzen halten durften, welche B brc ch e n haben sie da begangen gegen den konfessionellen Frieden oder den Staats»

»Tw können brennen, Herr. Zu d>m, was ich vorhabe, bedarf es der Dunkelheit nicht. Und wmn einige de. Herren sich hinter mich stellen wollen so mögen sic es tun - nur dürfen sie nicht die Linie dieser Pfähle überschreiten."

Wilson und Richards beschlossen sogleich, sich die Sache dor hinten in größerer Nähe anzusehen. Sie gingen hinüber und zündeten auch die Lampen an. Rechts und links zu beiden Seiten des Man's befand sich die Dienerschaft.

Das erste Kunststück war das bekannte mit dem Mangobaum. Der Gaukler steckte ein Samenko-n in die Erde, goß ein wenig Wasser darauf und deckte ein Tuch über die Stelle. Nach zwei bis drei Mi­nuten hob er cs aus, und eine mehrere Holl hohe Dfta-rze kam zum Vorschein. Nun deckte er ein’n großen Korb darüber, den er erst zur Ansicht herum - gereicht. Nach abermals drei Minuten nahm er ihn

*KCi A'.ß hoher Mangobaum in voller Tinte bat sich den Bttckeu der Zuschauer dar Noch einmal wurde der Korb übergestülpt und nach kur­zem Zögern wieder entfernt, und siehe da — der Eaum hing voll reifer Früchte. — Ausrufe der Ver­wunderung wurden von allen Seiten laut.

„Na Wilson", rief der Doktor, „nun erklären Sw doch einmal, tote das zugegangen ist."

„Ich weiß soviel davon wie Adam", rief der Leutnant zurück.

„Tann wird es Richards wissen, — der wollte ja seine Augen besonders offen halten."

Dieser gab keine Antwort.

„Wie ist so etwas möglich, Herr Bathurst?"

„Ja, ich habe ebensowenig ein: Erklärung danir tote die anderen, Fräulein Hannah. Ach, jetzt kommt die Geschichte mit dem Korbe. Erschrecken Sie nicht, wmn das Mädchen schreit, — es geschieht ihr gar

Der Korb wurde auf den Boden gestellt, und Rabda setzte sich hinein.

Ehe diese Vorführung begann? sagte Major Han- nah zu Hauptmann Doolan: Kommen Sie, wir wollen auch da hinüber zu den jungen Leuten gehen. Als ich dieses Kunststück zum ersten male sah, hätte

Bezirks-A ck e r b au- u n d Ob stb au - -A u s ste l- I u n g. Am 22. September, nachmittags 3 Uhr fin­det eine öffentliche Versammlung mit Berichterstat­tung und Auszahlung der zuerkannten Preise statt.

* Darmstadt, 19. Sept. 1912. Der älteste Schäfer des Großherzogtums Hessens ist der Ka­spar Schäfer in Harbach, der dieser Tage 90 Jahre alt geworden ist. Er hütet seit seinem 14. Lebens­jahr die Schafe bei seinem Großvater, dann bei sci- n?m Vater, bis er die Herde selbständig übernahm. In diesem Sommer blickt er auf einen 76jährigen Schaferberuf zurück. — Wegen seiner Tüchtigkeit licht die Gemeinde seit Jahren nicht auf seine beab­sichtigte Abdankung ein. Der 90jährige ist noch bei

Bau der Wohratalbahn Verwendung findet Termin statt. Mit den meisten Besitzern wurde eine gütliche Einigung erzielt, doch bei einige» Eigentümern muß wegen zu hoher Forderung das förmliche Enteignungsverfahren eingeleitet werden«

# Kirchhain, 19. Sept. 1912. Als Ort für bai von Dillenburg zu verlegende Landgestüt wir- seit einiger Zeit auch der Hof Wollersdorf im K reiss Frankenberg genannt. Einflußreiche Personen aus dem dortigen Kreise betreiben die Verlegung dorthin mit Energie. Als erste Bedingung verlangt der Fiskus, daß das Landgestüt einen eignen Guisbezirl bilden solle, daher wird die Gemeinde des gewählte« Ortes als solche keinen besonderen Vorteil von dewt Gestüt haben.

* Frankenberg, 19. Sept. 1912. Zur Geflü« gelousstellung sind bereits 60 Preise gestiftet worden, doch hofft man, daß noch eine Anzahl dazu kommen wird, um recht viele Tiere mit Geldb tra­gen prämiieren zu können.

# Ziegenhain, 19. Sept. 1912. Der vor fünf Wochen von einem wütend gewordenen Bullen übel zugerichtete Bäckermeister B- Reuter in Frielen­dorf ist seinen schweren Verletzungen im Alter von 48 Jahren gestern im Krankenhause zu Hephata erlegen.

# Obergrenzebach b. Ziegenhain, 19. Sept. 1912. In unserem Orte, wo man die Rentabilität des Obstbaues längst erkannt hat und die Bäume syste­matisch pflegt, hat die Versteigerung des Ge­rn e i n d e o b st e s nahezu 600 M. gebracht. Aepsel wie Birnen waren gleich sehr begehrt.

* Treysa, 19. Sept. 1912. Mehrere junge Bur­schen von hier stiegen in Gemeinschaft mit einem Geschäftsreisenden aus Köln nachts über die Mauer des alten Totenhofes und verübten an und in den Ruinen der Kirche allerhand Unfug. Der Kölner erkletterte die ehemalige Festungsmauer und stürzte etwa 10 Meter in die Tiefe. Schwer verletzt wurde er in das Krankenhaus „Hephata" überführt. — Der Erlös für städtisches O bst betrug i» diesem Jahre in der hiesigen Stadt kaum 1100 Mk. gegen 2754 Mark int vorigen Jahre, obschon die einzelnen Bäume recht teuer kamen, z. B. 35 und 46 Mark. !>

* Fritzlar, 18. Sept. 1912. Dte gestrige Stadt­verordnetenversammlung besch loß nach einem Referat des Rechtsanwalts Lietzinann die Kaserne- memsgcbäude bis zum Jahre 1943 zu pachten. Der, Pachtzins ist so gestellt, daß die Stadt sehr gut dabei fährt. Da aber der Bezirksausschuß eine IW/o Tilgung des fast 400 000 Mk. betragenden Baukapitals fordert, die Mehrheit der Versammlung! aber eine solche von 3/* Prozent für hinreichend ew achte'e, so soll eine Aenderung in diesem Sinne awi gestrebt werdet:. Mit dieser Aenderung wurde dem mit der Militärverwaltung abzuschließenden Vertrag! zugestimmt. v "

und Urenkeln gefeiert. — Die aus dem Zusammen­bruch der Spar- und Darlehnskasse Rie­der-Modau erwachsene, bekanntlich außeror­dentlich umfangreiche Voruntersuchung ist beendet. Es liegt nun dem Staatsanwalt Dr. Krug ob, das große Material zu prüfen.

* Mainz, 19. Sept. 1912. Der angebliche Bahn­hofsverwalter August Müller aus Opalenitza in Po­sen wurde heute morgen in Mainz wegen Hei­ratsschwindeleien verhaftet. Er hatte diese Schwindeleien hier und in Hanau verübt.

* Heiligenstadt, 17. Sept. 1912. Die hiesige Spar- und Darlehnskasse, die gestern die Feier ihres 25jährigen Bestehens unter großer Teil­nahme auch von Mitgliedern der Behörden und De­putattonen auswärtiger Spar- und Darlehnskassen festlich beging, hat aus diesem Anlaß eine Stiftung von 1000 Mark an die Stadt zu wohltätigen Zwe­cken gemacht.

* Schmalkalden, 19. Sept. 1912. Sanitätsrat Dr. Ruhmer hat der Verwaltung des hiesigen H o- spitals 10 0 0 0 Mk. zur Verfügung gestellt mit der Bestimmung, dafür eine Zentralheizungsanlag; zu errichten und eine umfangreiche Verbesserung der Küchenverhältnisse vorzunehmen.

* Aus Franken, 19. Sept. 1912. Die Ein­kaufsgenossenschaft der Detaillisten und Kolonialwarenhändler von Dorfprozelten und Um­gebung hat sich laut Beschluß der Generalversamm­lung aufgelöst. — Die Zwetschenernte füllt in Karlstadt sehr gut aus. Man rechnet mit einem Ertrag von zirka 200 000 Zentner auf hiesiger Gemarkung. — Anschließend an den Schafmarkt fand int Gasthofe „zum Löwen" in Neustadt a. S. eine Versammlung der süddeutschen Schäfer statt, welche zahlreich besucht war. Herr Berbaudsvor- sitzender Wunderlich aus Mergentheim sprach in längerer Rede über Schafweide. Herr Verbands-

Oder sollten die Herren es weniger <mf den J bester Gesundheit, bei Wind und Wetter waltet er Frieden, als auf die Unterdrückung der ande- ' r-;—° rjLr"~1 KJC- —c

ren Konfession abgesehen haben?

3" Zchutze des Zauberers.

,18] Englisch-indischer Roman von E. A. Henly.

„Aber ich hab? immerfort hingesehen und stand dicht dabei, — und als sic einige dreißig oder vierzig Fuß hoch toar, sah ich sie noch oben. Selbst wenn sie so hoch zu springen vermochte, hätte sie doch nicht unhörbar den Boden berühren können."

... „Wenn sie aber nicht herabgesprungen ist, wie i|t sic dann nach unten gekommen?" fragte Wilson. „ ebcÄ mö<6te ich auch wissen", entgegnete ^atnurft. ber (Goutier beut ethxi bct[c(6c

von damals sein sollte und Ihnen dasselbe Kunst­stück verführen will, werden Sie genau so verblüfft fein, wie ich es toar."

Nach Tische bcgab sich die Gesellschaft ztt Hun­ters, wo bald auch die übrigen Gäste eintrafen. In der Veranda waren Stühle für dte Damen ausge- fteöt; an den Wänden brannten viele Lampen, dir ein helles Licht auf den Platz davor warfen, auf beffen entgegengesetztem Ende man auch noch vier -nable mit Lampen darauf errichtet hatte.

k,. ber Gaukler diese vier Lampen dulden er fie irirfa’r, ?r09c"- sagte Herr Hunter. „Wenn t „ „ i '*8 "ll!, sollen sie unangezündet Mei-

foirft Sr b u’n™“1 besonders tief vor Bat- yurp oer hinter Isabellas Stuhl stand

fit swrte"der"Maibezahlt haben, Bathurst", Gedächtnis hat 'Es^",^ ?a er Sie so gut im ^atoohr ° L doch derselbe von damals?" dann in Nndicknikis e der junge Mann und sagte i OkÄ ’ Sprache zu diesem:

eamh ?^ H.:.Ser^’mfer h" dort am Platze vier Banken aufftcRen lassen, weiß aber nicht, ob Du |e angeznndcr haben willst oder nicht?"

Nun werden vielleicht die Gegner sagen: Wir wollen lieber Preßfreiheit bestehen lassen und uns Damit begnügen, daß die jesuitischen Streitschrift­steller an der s e e l so r g l i ch e n Tätigkeit behin­dert werden! Also der Standpunkt wäre der: Ein Mann, der unfriedliches geschrieben hat oder mit ünftiedlichen Schriftstellern in Gemeinschaft steht, soll in dem gemischten Deutschland nicht predigen mb keinerlei Seelsorge ausüben dürfen. Nun gut: toa§ dem einen Teile recht sein soll, muß doch dem andern Teil billig sein. Also die protestanti­schen Pastoren, die erwas Unfriedliches gegen die katholische Konfession geschrieben haben, müß­ten von der Kanzel und von dem Altar verwiesen -Und überhaupt von jeder seelsorglichen Tätigkeit ausgeschlossen werden Gleiches Recht! Wer wirklich den Frieden im Auge hat, der muß doch die Friedensstörer zur Linken ebenso gut unschädlich zu machen suchen, wie die Friedensstörer zur Rech­ten!

bestand? . . . . , _

Auf diese klare Frage erwarten wrr vergebens eine klare Antwort Man kann beim besten (ober vielmehr schlechtesten) Willen den jesuitischen Pre­digern und Seelsorgern nichts Strafwürdiges Nach­weisen. Aber verbrannt mußte der Jesuit doch werden. Deshalb greift man in der Verlegenheit zu allerhand Zitaten und jesuitischen Schrif­ten, die angeblich gefährlich für den Staat und verletzend für den Protestantismus sind.

Wenn man den Sinn und den Zusammenhang dieser Ausspruch' richtig ausfaßt, enthalten sie nichts Neues und nichts Schreckliches. Aber wir wollen jetzt gar nicht die Einzelheiten nachprüfen, sondern nur die Folgerungen ziehen aus dieser Art der Begründung des Jesuitengesetzes.

Also weil der eine oder andere Jesuit etwas geschrieben hat, was für die andere Konfession unangenehm oder vielleicht sogar verletzend ist, des- ’ fähig ich Kein Tag ohne Blutvergießen, Totschlag, halb sollen sämtliche Priester des Ordens vom ' Selbstmorde; bestialische Verbrechen bringt jeder Predigen und jeder andern seelsorgerischen Tätig- | ~ ..... ™ ....... '

leit ausgeschlossen sein. Also nicht bloß die vermeintlich oder wirklich Schuldigen, sondern auch ihre Genossen, die an dieser Preßtätigkeit gar nicht beteiligt sind.

Daraus ergibt sich, daß das Verfolgungsgesetz

ich mich beinahe ans den Gaukler gestürzt: und da Wilson ein hitziger Bursche ist, muß man ihn im Auge behalten."

Der Deckel wurde auf den Korb getan, und zwi­schen dem Gaukl-r und dem Mädchen im Korbe ent­spann sich ein anscheinend ärgerliches Gespräch. Der Monn schien immer zorniger zu werden. Jetzt er­griff er ein am Boden liegendes langes Schwert und stieß es drei- ober viermal wütend in den Korb. Nach dem ersten Stoß erfolgt' ein lauter Schrei --- bann toar alles stumm. »

Einige ber Damen, darunter auch Isabella, sprangen entsetzt auf. Wilson und Richards wollten vorwärts stürzen, wurden aber vom Major und Doolan am Kragen scstgehaltcn.

„Witt die Dame den Korb jetzt öffnen?" sagte der Gaukler zu Frau Hunker Da dies: das Stück schon kannte, ging sie ohne Zögern hin, hob den Deckel ab und sagte: „Der Korb ist leer." Der Gaukler hielt ihn nun, mit der Oeffnung nach unten, in die Höhe.

„Aber wo ist das Mädchen?" rief Wilson.

Gerade, als er diese Worte sagte, schritt das­selbe zwischen ihm und Richards hindurch auf den Vater zu.

„Wahrhaftig, ich bin ganz geschlagen", murmelte Wilfou. „So etwas hätte ich nicht für möglich ge­halten, und wenn fünfzig Leute mir heilig zuge­schworen hätten, daß sie es gesehen haben." Er toar so verwirrt, daß er ganz des Doktors sarkastische Be­merkung überhörte, mit der ihn dieser wieder zu einer Erklärung o.uffordcrte.

„Herr Major", sagte Richards, seine Stirn trock­nend, „fragen Sie ihn doch, ob das Mädchen wirk­lich ein menschliches Wesen ist."

Als bi; Frage übersetzt toar, mußte Rabda vor- treten, und Richards berührte sie in sichtlichem Zwei­fel darüber, ob sie von Fleisch und Blut sei.

Diejenigen, die schon öfter Gaukler gesehen hat­ten, waren höchst gespannt, was nun kommen würde. Denn die eben borge führten Leistungen hatten sonst stets den Schluß aebilbet. Wenn dieser Mann nun

netten Frieden sichern. Der konfessionelle Friede wird aber, wie die Gegner behaupten, durch die Preßtätigkeit der Jesuiten geschädigt. Also muß den verfemten Ordensleuten auch das Schrift­stellern verboten IVClbCtt. Eine UnübtUClS- j j-s/aä. nimuy

bare Staatsnotwendigkeil! Eine friedensstörerische fuhr in der Nähe unserer Stadl das Äutomobil des Handlung auf der Kanzel oder in der Seel- ! Kaufmanns Gerber aus Wiesbaden beim Auswei- sorge hat man den Jesuiten nicht nachweisen chen gegen einen Baum. Die Frau des Besitzers köiiuen, ihre Schuld und ihre Gefährlichkeit soll in erlitt einen Schädelbruch.

können, ihre Schuld und ihre Gefährlichkeit soll in der Schriftstellerei liegen. Nun gut, darum muß man ihnen die Feder aus der Hand nehmen.

Wie soll man die entsprechende Novelle zum Preßgesetz formulieren? Nichts einfacher als das! Wer durch Veröffentlichungen in der Presse den , , , ......

konfessionellen Frieden in Deutschland stört, der städtischen Obstes brachte einen Erlös von wird 1. mit so und so viel Strafe belegt und 2. wird 11460 Mk., gegenüber 2388 Mk. im Vorjahre, ihm unter Androhung polizeilicher Zwangsmittel’ * Göttingen, 17. Sept. 1912. In der letzten

verboten, weiterhin etwas drucken ober etwas ge= j Nacht hat sich eine Studentin aus Münden, die hier drucktes in Deutschland vertreiben zu lassen. j Chemie studierte, vergiftet. Wie verlautet, soll un-

Ach, wie schlecht würde ein solches Gesetz den glückliche Liebe das 21jährige Mädchen in den Tod Gegnern der Jesuiten bekommen, namentlich I ' den Herren vom Evangelischen Bund. Welch eine i Unmasse an Streitschriften und Kampfreden sind dort durch die Buch, und Tagespreise verbreitet toorben und werden noch verbreitet! Wenn allen schriftlichen Störern des konfessionellen Friedens so bas Handwerk gelegt werden sollte, so würde schwer­lich ein Jesuit betroffen werden, sicher aber der vordringliche Exjesurt und Jesuitengegner Gras Hoensbroech. Bei einer solchen Verschärfung des Preß- und Strafrechts würden die Berichte von den Bestrebungen des Evangelischen Bundes aus .etliche Zellen über Aeußerlichkeiten zusammen- schrumpfen. i