Einzelbild herunterladen
 

tuldaer

Freiherrn von Hertling' Reihe von Unrichtig-

zeichcn verliehen.

t>v

* Er» neuer Höhrn-Weltrelord. Der Flieger Le­

rere

2. Ein von der neu Betruges

däcktnisseier. , ,

* Heimbach, 18. Sept. 1912. Zu den Ursachen der Fleischteuerung kann man gewiß auch den R u ck- gangderSchaszucht rechnen. Während sruher jedes Tors, jeder Hos und jede 'Mühle eine oder meh-

Ein ganzes Diebesnest wurde ausgehoben. Große Vorräte an Zigarren, ganze Stücke von Buxkin, Lei­nen und Parsüm wurden vorgefunden. Die Diebe, bei denen man mich zwei geladene Revolver vorfand, wurden dingfest gemacht.

vornehmer Eingeborener habe ich oft die unbegreis- lichsten Sachen gesehen. Es gibt hier in Indien eine Art geheimer Sekte, die sich rühmt, durch irgend eine geheimnisvoll wirkende Kraft imstande zu sein, die Naturgesetze für den Augenblick umzustürzen. Als ein Mann der Wissenschaft bin ich verpflichtet, so etwas nicht zu glauben. ?lber da ich von den be­deutenderen dieser Gaukler Leistungen gesehen habe, die absolut nicht auf natürliche Weise zu erklären sind, so steht mir eben der Verstand still, was kein angenehmes Gefühl ist. Manche haben unzweifelhaft in hohem Grade die Gabe, die die Schotten^,zweites Gesicht" nennen, das hejßt — sie können Ereignisse der Zukunft voraussehen. Dafür sind mir schon die unwiderleglichsten Beweise zuteil geworden. Doch da kommt Ihr Herr Onkel."

* Dietlas, 18. Sept. 1912. Gesten, abend u» 7 Uhr entgleiste ein Wagen bei fahrplanmäßige« Güterzuges in der Nähe der hiefigen Station»; Da gleich Hilssmannschaft zur Stelle wm; erlitten dir Züge nur gering« Verspätungen.

Vorsteher ernannt.

* Erndtebrück, 18. Sem

Hatzfeld, wurde .qt festgenommen..

* Hann. Münden, 18. Sept. 1912. Einen gu­ten Fang hat heute die Mündener Polizei ge- niacht. In Witzenhausen war in vergangener Nacht in der Zigarrenfabrik von Engelhard eingebrochen worden und es waren große 'Mengen Zigarren den Dieben in die Hände gefallen; es sollen 8—12 Mille gewesen sein. Die sofort ausgenommene Verfolgung mittels eines Polizeihundes führte auf die Spur nach Münden. In der Wohnung des unverheirate­ten 50jährigrn Ries und des Löchrigen Vollmann vermutete man den Dieb und dies bestätigte sich.

Amt Geisa u«d Umgehung.

* Bacha, 18. Sept. 1912. An Stelle des ver- storbenen Bürgermeister-Stellvertreters Simon Lim­burg 2 ist der Landwirt Johannes Herrmann in Martinroda gewählt, bestätigt und verpflichtet worden. Seine Amtsdauer beträgt 6 Jahre.

* Dermbach, 18. Sept. 1912. Zur Vornahme der Wahl eines Bürgermeisters für die Rest- periode von 3 Jahren ist vom Gemeindevorfland Termin auf Freitag, den 27. September, festgesetzt worden.

weniger als etwa vor zehn Jahren. Weltrekord^ war der Franzofe Garros, der eine Hohe

* cirtnn Münden. 18. Sept. 1912. Einen gu- von 4950 Metern erreicht hatte.

♦ München, 18. Sept. 1912. Die offiziöse -Kor- refpondenz Hoffmann" meldet: Der Artikel des »Berliner Tageblattes" in Rr. 474 vom 17. Sept., „Eine Unterredung mit £~":L— """ *"n

überschrieben, enthält eine Reih keilen und Entstellungen. Wir w«den m 5er Lage sein, demnächst eine längere authentische Aufklärung hierüber zu bringen.

Aus dem NachbarHebiete.

* Brückenau, 18. Sept. 1912. _ Wegen des an dem hiesigen Bezirksamtmann verübten E r v r e s- ungsversuches wurden die drei Schuldigen: Ztotariatsbuchhalter Halbleib, dessen verheirateter Bruder Eugen Halbleib und der Arbeiter Kraus verhaftet und nach Würzburg ins Landgerichtsge- fängnis aboeführt.

CI Frantinrt a. M. - Eschersheim, 18. Sept. 1912. Die feierlich« Weihe der fünf Glocken für unsere neuerbaute St. Josephskuche wirb am nächsten Sonntag nachmittag in der Kirche statt- stnden. Die Festpredigt hält Herr Dechant Braun aus Hanau. Tas Geläut ist auf c, f, a, g, c ab, gestimmt. Die Josephsglecke hat das amehnliche Gewicht von 54 Zentner und trägt eine latempche und eine deutsche Inschrift. Erstere lautet in lleoer- setzuna wie folgt: Im Jahre des Herrn 1912, a.. Pms X. Papst, Wilhelm II. deutscher Kaiser, Joseph Damian Schmitt, Doktor der Theologie und Philo­sophie, Bischof von Fulda war, und Rh. Froehlich als Mifsionspfarrer diese Kirche erbaut hatte, goß m,ch F. Otto aus Hemelingen mit vier anderen Glocken. Die Geschwister der Josephsglecke haben den Namen Herz Jesu-, Bonifatius-, Marien- und Michaelsglocke und ein Gewicht von 23, lß‘,4, 1 1®/« und 63/* Zentner. Die eindrucksvolle Feier der Glockemveihe wird gewiß viele Gläubigen anziehen und sich zu einer glänzenden Kundgebung der Freude über d'.e Vollendung unseres neuen Gotteshauses gestalten. ~

♦ Eronberg, 18. Sept. 1912. Im nächsten Jahre jährt sich der 100. Todestag des großen Po­rno l o g e n C b r i st. Um das Andenken dieses um die nassauische Obstbaumzucht hochverdienten Man­nes würdig zu begehen, plant der hiesige Obst- und Gartenbauverein die Abhaltung einer großen Ge-

, J6 2f5. -

»oiitmlae I». September 1912.

39. Jahrgang.

Staatsanwaltschaft Marbm g gesuchter Mann namens Str-e gestern in einer hiesigen Wir

* Cölbe 17. Sept. 1912. Dem früheren Land« briejlräqcr Paul Meß wurde das Allgemeine Ehren«

tenstelle. Vor zwei Jahren starb sein Vater und hin- terließ ihm in England ansehnliche Besitzungen. Nun dachte jeder, er würde den Dienst hier quittieren; aber man irrte sich. Er blieb nach wie vor bei seiner Arbeit, als ob es gar nicht anders ginge."

„Das kann ich begreifen", sagte Isabella; „für einen wahrhaft ernsten Mann muß ein nutzbringen­des Streben und Arbeiten hier viel mehr Reiz ha­ben, als ein müßiges, tatenloses Dasein au Hause."

„Es mag ja so sein. UebrigenS — Sie müssen heute abend Herkommen. Hier ist nämlich jetzt ein Gaukler, und mein Mann, hat ihn zu uns bestellt. Die Leute sagen, er sei besonders tüchtig in fernem Fach; und so habe ich die Bekannten schon alle auf« gefordert, seiner Vorstellung beizuwohnen."

„O, ich werde sehr gern dabn sein", sagte Isa­bella. „Es klingt ja unglaublich, was man mir von den Leistungen dieser Männer erzählt. Aber nun muß ich gehen, Frau Hunter: Onkel wird bald nach Hause kommen, und er liebt es, wenn ich dann zu seinem Empfange bereit bin." —>

Neuntes Kapitel.

Als Isabella in ihre Wohnung kam, sah sie Dr. Wade rauchend, und eine Neuangekommene englische Zeitung vor sich, in der Veranda sitzen.

„Guten Morgen, Herr Dokwr. Ich komme eben von Frau Hunter. Denken Sie, heute abend wird dort bei ihr ein Gaukler austreten, und sie hat uns alle dazu eingeladen."

„Jawohl, auch mich. Und obgleich ich schon hun- dertmal dergleichen gesehen habe, nehme ich doch jede mir gebotene Gelegenheit wieder wahr. Dinge, die ich mir nicht erklären kann, Haffe ich, und deshalb mache ich immer von neuem bett Versuch, etwas da­von zu ergründen, — obwohl ich eigentlich ganz ge­nau weiß, daß es mir doch nicht gelingt."

„Glauben Sie, daß etwas Ueberuattirliches da­bei ist?"

„Was natürlich oder übernatürlich ist, läßt sich gar nicht so bestimmen, da wir vielleicht noch lange nicht alle Naturgesetze kennen? Aber so viel steht fett: manches, was ich gesehen habe, entzrrht sich voll­

aber nicht die Ausführungen der ZentrumSPreffe gewissermaßen decken kann, versteht sich von selbst; ie ist durchaus unabhängig und unbeeinflußt von )er Regierung und die letztere kann auch nicht den Schein einer Verantwortung auf sich laden. Trotz­dem bezweifeln wir, daß sich der Ministerpräsident in der berichteten Weise ausgedrückt hat.

<? Eine Aussprache mit Freiherrn v. Hertling.

Daß der baberifd)e ^^^ÄTe: lernet und wettherzigerperr ^J^aanrhriter des triefen, daß er dem Münchener MUarvetuw^ sinksliberaten „Berliner Tageb . herich-

Lhllrtl1 gewährt hat, worüber das Blatt letzt oenaj- tet solche Interviews müssen immer mit einem gewissen Vorbehalt aufgesaßt »erben, weil man picht weiß, ob der Soimmhft ben Sprecher richtig pufgesaßt und eine mündliche Unterredung wieder- »uaeben verstanden hat. Sie haben aber auch ihre Vorteile weil der Redende dadurch in Kreise bringt, die ihm sonst verschlossen sind. Das gilt besonders in diesem Falle; denn in keinem Blatt ist solch un­gereimtes Zeug zusammengeschrieben worden über Bayern wie im „Berliner Tageblatt".

liebet das Verhältnis Bayerns znm

rungsverhältniffe und Natureret^ nisse bet letzten beiden Iahte, insbesondere durch bie schweren Seuchenverluste schon hart ge­nug getroffen worden find.

So handelt jene Partei, die sich großsprecherisch „die Partei aller kleinen Leute" nennt, die sortwah- rrnd vom Schutz bet Kleinen und Schwachen fa­belt. Pfui dieser infamen Heuchelei der roten Hetz- apostell

4. Wen trifft die Hetze-

Seit mehreren Wochen bereits tobt der Ent­rüstungssturm gegen die „unverschämten fleischver- teuernben Agrarier" in der sozialdemokratischen Presse. Man höre nut an einigen Proben, in welch maßloser Weise das Volk gegen diese „Agra­rier" aufgehetzt wird.

So schrieb der rote „Volksfreund" aus Karls­ruhe am 5. September von „Geldströmen, die den Viehzüchtern heute zufliehen". „Die Agrarier sitzen jetzt auch hier fest am Futtertrog und brauchen nie­mand mehr Platz zu machen", heißt es da. In der nächsten 'Nummer (208) schrieb das edle Blatt wie­der von den „beutegierigen Agrariern" und „agra­rischen Schnapphähnen". Ein in Massen verbreite­tes sozialdemokratisches Flugblatt spricht von dem Profitinteresse „einer Gruppe von Agrariern, Pei­nigern und Unterdrückern". Weiter heißt es da: „Die habgierige Innkersippe betrachtet den Staat als ihre ausschließliche Futterkrippe und die Bolks- massen als ihre Ausbeutungsobjekte". _2)ie rote „Fränkische Tagespost" meldete am 7. September von der sozialdemokratischen Proteswersammlung zu Nürnberg aus der R:de des Referenten: „Ein Jn- tereffe an der Fleischtenerung haben heute lediglich einige wenige Großgrundbesitzer." Die rote Düssel- dorfer „Volkszeitung" schrieb am 6. September: „Viehzüchter und Viehhändler reiben sich die Hände. gleischteuerung ist ja für sie goldene Zeit! Daß das olk darbt, ist Agrariern und Viehhändlern schon recht, bringt es für sie doch nur Vorteil!" Am 10. September schrieb der „Vorwärts": „Das ganze Volk ist einig in dem Rus nach Abhilse. Nicht viel mehr als 20 000 Großgrundbesitzer stemmen sich bie« fein Verlangen entgegen!"

Jedermann muß aus dieser Blütenlese die Mei- nung gewinnen, daß die Großgrundbesitzer unsere eigentlichen Viehproduzenten und Fleischlieseranten sind. In Wirklichkeit verhält sich die Sache aber tvieder einmal gerade umgekehrt. Der Anteil des Großgrundbesitzes an der Viehproduktion ist ver­schwindend gering. Der Parteipapst Kautskh hat kürzlich selbst festgestellt:

Die Teuerung trifft vor allem tierische Produkte; das sind aber gerade jene, aus denen die kleinen Bauern in der Regel den größten Teil ihres Ein­kommens ziehen. („Neue Zeit" 19nfi, 17J8).

Als neuer Beweiszeuge für diese Tatsache ist letzt­hin nun auch die rote „Rheinische Zeitung" (Nr. 206) aufgestanden. Die „Rheinische Zeitung" drückt sich sogar noch viel deutlicher aus, indem sie schreibt:

Gegenüber demsteilen Abfall der ©djaiproDutticn sehen wir auch hier bis zum Jahre 1908 ein starkes Anschwellen des einheimischen RindvieMapels, eine Tatsache, die unfern Landwirten ein schönes Zeugnis ausstellt, besonders den kleinen und kleinsten Diese sind überhaupt die eigentlichen Träger der deutschen Viehzucht, während der Groß- grundbesttz auf diesem wichtigsten agrarischen Gebiete absolut versagt hat, wie die Betriebsstatistiken von 1907 und 1895 beweisen.

So entlarven sich die roten Heuchler selbst durch ihre eignen Organe. Mit dem aufreizenden Schlag­wort vom „großgrundbesitzenben Agrarier" suchen sie bie Volksseele zum Kochen zu bringen. In Wirklichkeit aber trifft bie Hetze bie „Kleinen unb Kleinsten, die eigentlichen Träger der deutschen Vieh­zucht , welche durch die unglücklichen Witte-

Als der Doktor das Gesicht des Eintretenden er­blickte, rief er betroffen: „Ist etwas Schlimmes passiert, Major?"

„Ich erfuhr vorhin", erwiderte dieser, „daß neue Unruhen unter den Truppen gemeldet sind. Es ist erwiesen, daß hier und da Kerle austauchen, die durch allerhand unsinnige, aber schlau ersonnene Verdäch­tigungen die eingeborenen Soldaten gegen ihr; Vor­gesetzten ouswiegeln. Von wem das ausgeht und zu welchem Zweck, ist nicht ru ermitteln. Wenn ich doch mir einen dieser Schurken erwischen könnte. Ich würde die Wahrheit aus ihm herauspressen, und wenn ich ihn dazu auf die Folter spannen müßte!"

„Aber, Onkel!" rief Isabella vorwurfsvoll.

„Ja wohl, diese Gahrung geht schon durch ganz Indien und muß doch einen tiefer liegenden Grund haben; es ist zum Rasendwerden."

„Frühstück fertig, Herr!" unterbrach ihn Rmn- zan.

„Na, das ist recht, komm, Isabella; denken wir mm an Angenehmeres".

„Weißt Tu, Onkel, wir sollen heut; abend zu Hunters kommen, um unS einen berühmten Gaukler anzusehen."

„So? Nun gut. Bathurst kommt übrigens zu Mfttag her. Ich traf ihn vorhin und forderte ihn

9 Bldttj»

ZlvIlUllM 15 vrrck ««» Verlag ber gnitaet acfleiMetotl

Ans Gberheffen u. den heff. Remtern.'

X Marburg, 18. Sept. 1912. Unter der Leitung des Turnlehrers Fischer fand heute voimütag daS, von der Turn- und Spielvereimgung teschloffen« W et turnen der Schüler ber Sanb)*ulen b<S: Kreises Marburg statt. Vor Beginn ver Frei­übungen, zu denen über 500 Knaben antraten, hielt Herr Landrat v. Löwenstein zu Löwenstein em» Au«! spräche, in welcher er auf bie Bedeutung der turnerischen Hebungen hinw'.es. Di den Fr«-, Übungen, die vorzüglich klappten, schloß sich rer Dreikampf, aus 50 Meter-Lanf, Schlagballweit« werfen und Weüjprung bestehend, und dann em Eilbotenlauf um den von ber Vereinigung ge­stifteten Wanderpreis. Bemerkt sei, daß der letztere der Schule aus Cölbe zugesprocheu werden konnte. — Bei der Obstverkaufs-VermittlungS«, stelle des Kreises Marburg, bie heute im Fronhof, ihre Tätigkeit eröffnete, sanden sich zahlreiche Käufer^ und Berkäuser em. Gutes Tafelobst (^lepfel und Birnen) wurde mit durchschnittlich 12—20 Mr. p«| Zentner bezahlt, während geringere Sorten für die Hälfte manchmal schon zu Haden waren. Die Ver« niittlungsstelle tritt zum letztenrnale am Samstag in

^Frankenberg, 18. Sept. 1912. Der Leiter des Kgl. Lehrerseminars unb der Präparantenanstalt hier, Herr Direktor Dr. Liese, ist zum Regieruvgs« und Schulrat ernannt und zum 1. Oktober an die Kgl. Regierung in Kassel versetzt worden.

* Trehsa, 18. Sept. 1912. Der Bahnhofsvor­steher Hild in Trehsa wurde zum Ober-BahnhofS«

* Durch Einsturz eines Ziegelstemgewolbes am Neubau ber katholischen Kirche in Nöthen bet Münstereifel (Rheinland) blieb ein Arbeiter sofort tot Ein'm anderen Bauarbeiter wurde die Schädel« decke eingedrückt, -ein dritter Arbeiter wurde weniger schwer verletzt. . _ „ r .

* Rattengift. Der „Rhein. Merkur" in Köln erzählt folgende Schnurre: Ein hiesiger Kolonial­warenhändler hat hinter dem Laden ein zum La­gerraum führendes kleines Zimmer, in welchem rr Freunden und Kunden, die Zahlungen leisten, schon mal ehren Cognak traktiert. Seit dem 1. September ist ein neuer Hausbursche in dem Geschäft tätig unb seit dieser Zeit merkt auch der Kaufmann, baß die Kognakslasche, bie ihren Platz in einer dunkeln Ecke auf einem Schrank hat, schneller wie sonst zur Neig« geht. Um die Ursache zu ergründen, brachte er einen Spiegel in dem Zimmerchen arr, wodurch er aus dem Laden die Kognakflasch; sehen konnte. Alsbald er­schien Anton, der neue Hausbursche, setzte bie Flasch« an den Munb, tat einen kräftigen Schluck unb be­trat dann mit dem gleichgültigsten Gesicht von ber Welt den Laden, um eine Schublade mit Nudeln zu füllen. Sein Chef schaute zum Fenster hinauf nahm sich aber vor, sich zu rächen. Anton würbe ausgeschickt und der Geschäftsmann gab einem ihm bekannten Apotheker telephonisch nähere Anweisung« Als der Hausbursche zurückkam, befand sich bat

3m Schutze des Zauberers.

17] Englisch-indischer Roman von E. A. Henty / „Wir werden schon etwas bekommen. Ich habe Kleinem Diener gesagt, er solle die Speisen warm machen, sowie er den ersten Schuß hört. Er wird also alles bereft haben."

So war es. Sie sanden den Tisch gedeckt, und nachdem sie sich an einem reichlichen Mahle erquickt hatten, schliefen die drei einige Stunden ungestört und ritten bann mit Tagesanbruch nach Dinnugghur zurück. Hier hatte man chrer Heimkehr mit Span­nung entgegen gesehen und lauschte nun voll Teil­nahme der Schilderung ihrer Erlebniffe. —■

Nach biefem kleinen Abenteuer vergingen bie Tage sehr ruhig. In Major Hannahs Bungalow fanben sich abends häufig Wilson und Richards ein; der Doktor war fast ein ständiger Gast, und auch Bathurst gesellt; sich öfter zu ihnen.

„Herr Bathurst tritt jetzt aber so ans sich her­aus", sagte Frau Hunter eines Tages zu Isabella. „Wir nannten ihn früher immer den Einsiedler, aber das findet gar keine Anwendung mehr auf ihn. Ich war ganz überrascht, als er gestern unsere Ein­ladung zum Mittageff;n annahm/'

Isabella, die mit ihrer Handarbeft bei Frau Hunter saß, während bie beiden jungen Mädchen ^‘g- enäimmet vierhändig spielten, erwiderte /st gewiß Dr. Wades Einfluß; er liebt Herrn Bathurst sehr.« '

Frau Hunter lächelte vor sich hin. „Kann sein. Mochte er nur spater, wenn Sie uns alle wieder verlassen hoben, so fortfahren."

seine^Ai^ oKngen.^°^ au$ bon ber Menge

„Ach' Mensch tun will, dazu

hat eI^ aCtooäen -^hurst scheint wirklich

ttn andrer gewowen zu sein, und im Jntereffe der Gesellschaft will g Hen, daß er so bleibt. Denn In einer (lc " n ^ta 1 leder Mann von Wichtig­keit, be^nders »n so liebenswürdige: wie dieser. Kiflen S'e, daß er früher bet bet Armee war?"

„So? nein, bas wußte ich nicht." I ständig unserm Wiffen. Diese Gaukler zeigen den

„Er selbst spricht wohl nie davon. Es hat auch I Weißen nur selten ihr bestes Können; aber als Gast nur ein Jahr gedauert, dann bekam er eine Beam- i

Reiche äußerte sich der Ministerpräsident dahin, baß es nach seinem Empfinden sehr gut sei. So ange er an der Spitze der bayerischen Regierung tehe, werde und dürfe nichts geschehen, das „eine lartikistaristische Zuspitzung dem Reiche gegenüber" rgendwie fordern könne; im Gegenteil, er habe bei« pielsweise in der Lotteriefrage ein bayerisches Hoheitsrecht ruhig aufgegeben, das sich als unprak­tisch erwiesen habe. Als daraufhin der Mitarbeiter des „Berl. Tagebl" die ziemlich täppische Frage tat, ob der Ministerpräsident es in der Tat aufrecht er­halte, daß diese Stellungnahme in gar keinem Zu­sammenhänge mit dem Jesuitenerlaß stehe, anttooitete Freiherr von Hertling mit hübschem Sarkasmus:

„Aber nein! Was sollte sie wohl damit zu tun haben? Der bayerische Vertreter im Bundesrate hat doch schon im Frühjahre 1912 diese Frage von selbst angeregt."

Der Ministerpräsident kam dann auf das Jesuitengesetz zu sprechen unb meinte, daß das Gesetz unb bie Bundesratsverordnung geradezu „unglaublich unglücklich" redigiert worden sei. Schon damals habe ber Minister von Lutz sofort nach Berlin telegraphiert, was Ordenstätigkeit sei, und bis heute wisse man das noch nicht. Freiherr von Hertling hält überhaupt die ganze Frage für reichlich ausgebauscht. Das harmwse Häuslein der Jesuiten werde sich nttt nichts anderem beschäftigen, als mit der Seelsorge der Katholiken und mit wis­senschaftlicher Betätigung. In gewissem Sinne irieben allerdings die Jesuiten Politik, indem sie nämlich gegen die Atheisten wie gegen alle Ungläu­bigen kämpften.

lieber sein Verhältnis zum Reichskanzler Hub zur Reichsregierung soll Freiherr von Hertling wörtlich gesagt haben:

„Ich habe zuletzt nur im Juni dieses Jahres in Berlin mit maßgebenden Persönlichkeiten wie dem Reichskanzler, mit dem ich übrigens meinem Empfinden Nach durchaus gut stehe —, sowie mit dem Minister des Inner» v. Delbrück über den Erlaß mich Unterhalten. Seitdem habe ich kein Bundesratsmit- Slieb mehr gesprochen. Auch von einer angeblichen Denkschrift über diese Frage ist mir bisher nichts be­kannt."

Der Mftarbeiter des „Berl. Tageblattes" richtete Jbann an Freiherrn von Hertling bre etwas eigen­tümliche Frage, ob er nicht im allgemeinen das Ge­fühl habe, daß die Zentrumspresse ihm mit ihrer allzu begeisterten Kampsesweise ■mittelbar schade. Der Ministerpräsident erklärte darauf, er habe bisher dieses Empfinden nicht ge­habt, könne aber nicht bestreiten, daß gewisse Aus­lassungen der Zentrumspreff: nicht immer bie „wün­schenswerte Geschicklichkeit" gehabt hätten- Die letz­ten Artikel ber „Germania" (wir wiffen nicht, welche gemeint seien), seien zwar gut gemeint, aber recht ungeschickt gewesen Hierzu ist zu bemerken: Die Zentrumspreffe steht für ihre Partei in scharfer Abvehrstellung gegen bie Rotblockpresse. Sie beit habet auch das Ministerium Hertling gegen Angriffe. DaS ist eirrr rein sachliche, kühle Arbeit, bie sich von tebem Ueberfchwang der Empfindungen fernhält. Der Ministerpräsident erkennt das ja auch selber an, indem er sagt, er habe nicht das Empfinden, daß die Zentrumspresse eine allzu begeisterte Kampsesweise führe und damft schade. Daß der Ministerpräsident

dazu auf; ob er aber zu dem Gaukler mitgeht, zweifle ich. Sie kommen doch auch zum Ess«, Doktor?" x

„Ich denke Wohl; ich bin jetzt so wie so Ihr regelmäßiger Tischgänger. Eigentlich ist e8 ganz überflüssig, daß ich mir noch Zeinen Koch halte. nbet> morgen geh: ich für drei Tage fort. In einem. Dorfe haust da wieder ein Tiger, und bie Leute ha­ben mich gebeten, Jagd auf ihn zu machen. Zuul Glück ist hier momentan alles so gesund, daß ich sehr gut ablommen kann." —

Bei Tische wurde wieder von dem Gaukler ge« sprachen, und die beiden 8’utnant8 drückten ihr» Meinung dahin aus, daß alles Humbug sei.

„Aber der Herr Doktor glaubt doch daran", sagt« Isabella.

„Was —■ wirklich, Doktor?" rief Wilson. „Sir sind der letzte, von dem ich das gedacht hätte."

„Zum Glauben und Forschen gehört mehr wei­ser Sinn als zum raschen Absprechen", sagte der Doktor. „Wenn Sie älter werden und jemals so viel Verstand erlangen, wie ich — was ich bezweifle — so wird Ihr Urteil gewiß an Besttmmtheit ver- lieren."

„Da habe ich es gut bekommen", sagte Wilson mit drolliger Miene, und die andern lachten. „Ich mnß auch gestehen, daß ich erst wenige und mchi gerade hervorragende Gaukler gesehen habe."

„Was halten Sie davon, Herr Bathurst?" wandte sich Isabella an diesen. „Sie haben sicher schon viele solche Sachen gesehen?"

„Ich weiß nicht recht, was ich davon denken soll, Fräulein Hannah. Früher teilte ich so ziemlich Wilsons Ansicht; aber vor zwei ober bret Monaten war ein Mann hier, ber mir so Wunderbares vor Augen führte, daß ich auf das höchste überrascht war. Tagelang konnte ich meine Gedanken nicht davon abbringen. Vielleicht interessiert es Sie, etwas dar­über zu hören —“ unb Bathurst erzählte, wir das Mädchen von dem Pfahl verfchwunben war.

„Sie ist heruntergesprungen, als Sie gerabe nutzt hinsahen", sagte Richards im Tone ber Ueberzeu- gung.

(Fortsetzung folgt)