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3.

Monakbrilage: „ßuldaer GeschichtsbMer"

39. Jahrgang.

Fulda, Donnerstag den 19. September 1912.

Erstes Blatt

j\S 91a.

trag vor. Di« Holländer habe« da- unbeftn

Kleines Femlletsn

Grenze zur sofortigen Abschlachtung nach der Pro» vinz Posen eiugeführt werden darf.

Der Kaiser erwartet in bea nächsten Tagend vom Reichskanzler einen eingehende» Bericht über die Fleischteuerungskonferenzen der Minister sowiT konkrete Vorschläge für Maßnahmen gegen st«.

Im Berliner Rathhaus fand eine Konferenz vor» Vertretern der Stadt Berlin und der Vorort» statt. Es wurde beschlossen, den Bundesrat uns Erleichterungen in der Zulassung des Gesriersleische- zu bitten.

9» Stuttgart fand unter Vorsitz des Minister» von Pischek eine Konferenz statt, die sich ebenfalls, mit der Fleischteuerung befaßte.

In Köln ist das von der Stadt in Dänemark bestellte Rindfleisch in zwei Waggons eingctroffen^ Es sind 72 halbe Stück Großvieh, die unter Metzgers verlost roetben. Das Fleisch wird verkauft zum Preise von 70 bis 90 Pfz., Filet ohne Beigabe yH 1.20 Mark. Die Metzger scheinen dem Fleisch noch- skeptisch gegenüber zu stehen.

Beeten und schlagt sie au einem anderen Platze, der etwas geschützt liegt, reihenweise in die Erde. Man sticht mit dem Spaten euie Furche aus, die tief ge­nug ist, inn die Pflanze mifzunehmen, reihenweise werden sie jetzt hineingestcllt. An sehr kalten Tagen tut man gut daran, die Gemüsearten, die im Freien überwintern sollen, etwas mit Laub zu bedecken. Fangen sie an zu gefrieren, dann kann man die

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Deutsches Reich.

♦ 18. Sept. 1912. Der Kaiser wohnte

am Dienstag den Flottenmanövern bei und verblieb während der Nacht aus hoher See. Am Mittwoch traf er in Wilhelmshaven ein und besichtigte im Automobil die Süderweiterung des Hafens und den neuen Torpedobootshafen, fuhr dann im Auto­mobil zur kaiserlichen Werst und kehrte nach Be- sichtigung des Lmienschiffneubaues S kurz vor 1 Uhr an Bord der in der Hafeneinfahrt liegenden Hohenzollern zurück, die nach 3 Uhr wieder in See ging.

)( Eine Zusammenkunft der Dreibnndherrscher? Wie das Blatt ,Sortiere d'Jtalia' wissen will, ist der österreichische Minister des Aeußeren, Graf Betchtold, an die deutsche und die italienische Regicruna. mit dem Vorschläge herangetreten, im Frühling vtä nächsten Jahres eine Zusammen- kunft der Monarchen der Dreibnndmächte herbeizuführen. Die gemeinsame Zusammenkunft soll, wie es roctter heißt, im Adriatischen Meere stattfinden. Kaiser Franz Joseph und Kaiser Wil- Helm sollen bereits ihre Zustimmung zu diesem Plan« gegeben haben, nur die Antwort König Viktor Emanuels stehe noch aus, doch hoffe Graf Berchtold, auch ihn für feinen Plan zu gewinnen.

* Eine Neichskanzlerreise nach München? Die ,Tagliche Rundschau" will aus zuverlässiger Quelle erfahren, daß sich der Reichskanzler mit dem Ge­danken trägt, Anfang Oktober nach München zu kommen, um an der Ausschußfitzung des Deutschen Museums teilzunehmen und ferner, um der baye­rischen Gewerbeschau, die dem Reichskanzler sehr am Herzen liegt, einen Besuch abzustatten. Der Reichskanzler habe an einen der bekanntesten baye­rischen Rei^sräte ein Schreiben gerichtet, in dem et erklärt, daß er sich zwar vorläufig noch nicht definitiv zu dem Münchener Besuch äußern kann, daß dies aber in einigen Tagen der Fall sein dürfte.

+ Zentrum mtd Polen. Kürzlich hatte Dr. Julius Bachem im ,Tag" die Entfremdung zwischen Zentrum und Polen festgestellt und die Möglichkeit ins Auge gefaßt, die Entwicklung würde in Zukunft die beiden Parteien noch weiter auseinandcrführen; eine hakatistische Partei aber würde das Zentrum nie und nimmer werden. Dazu bemerkt der ,Ptel- grzym':

,DaS Zentrum tut sehr gut, daß eS endlich offen gegen die Polen Stellung nimmt, und wir find dem Zentrumsführer für die obige Erllärung dankbar; denn wir roiffen jetzt wenigstens, wo her neue Feind 8* fachen ist. Die Berstcherung des Herrn Bachem, dast das Zentrum weit entfernt tft, eine hakatistische Partei zu fern, helft ihm nichts; denn das Zentrum, das seine Grundsätze verriet, wie es das in Oppeln getan, ist schlimmer als die Hakatisten selbst."

Das Zentrum ärgster Feind der Polen, schlimmer als die Hakatisten selbst — diese Aeußernngen find bezeichnend für das Temperament, mit dem das radikale Polentum Politik treibt. Das Zentrum war und wird niemals ein Feind der Polen sein, wird niemals hakatistische Politik treiben. Das Zentrum bedauert die Entfremdung zwischen ihm und den Polen und an ihm soll es gewiß nicht fehlen, daß sie beseitigt wird. Das weiß man aus polnischer Seite, aber trotzdem diese plumpen Aus» sälle. Die Polen würden gut tun, ihre Politik mit etwas weniger Temperament und etwas mehr Ver­stand zu treiben. Hätten sie das von jeher getan, dann ständen sie jetzt auch mit dem deutschen Zen­trum bester.

X Der heimgeschickte Landtag. Eigenartigen Zuständen geht Schwarzburg-Rudolstadt entgegen. Nachdem die Landtagswahlen eine sozial- demakratische Mehrheit ergeben hatten, kam es, wie erinnerlich, wegen einer Abänderung des Wahl- r ech t s zu einem Konflikt zwischen Regierung und Landtag, der mit der Auflösung des letzteren endete. Die Neuwahlen brachten abermals neun Sozialde­mokraten und nur sieben Bürgerliche in die Kam-

etner teile, 47 ne breit, kostet ISpfg. Seklame« Der Reum einer <ele» uelzest«, 74 mm breit kostet 40 Pf®. Bet Wie« Verholungen Rabatt. Süteffert'« Ituftwl»

mrr. Neuer Konfliktsstoff hatte sich inzwischen an» gesammrft. Die Regierung hatte durch Verordnung den Beamten Teuerungszulagen von zusam- men 250 000 Mark bewilligt und sich von dem Staatsrechtslehrer Laband in Straßburg ein Gutach­ten ausstellen lassen, dahingehend, daß fir sich nicht an die Verfaffung zu halten brauche, wenn „Wieser- holt eine nicht auf dem Boden derBerfasfung stehende Landtagsmehrheit gewählt wird" und ein „staats- rechtlicher Notstand" Eintritt. Nun hat die soztalde- moktatische Mehrheit bekannt gegeben, daß sie die Teuerungszulage an die Beamten nachträglich n t cht genehmigen wird. Die bürgerlichen Abgeord­neten haben sich ihr darin angeschwssen, sie harmo­nieren übrigens anscheinend gut miteinander. Ha­ben doch 15 von den 16 Abgeordneten den Sozial- demclraten Winter zum Präsidenten gewählt; sogar die beiden Mftglieder des Bundes der Landwirte, was in der Tat überraschend ist. Und der Abg. Äir- stm, der Mitglied des Bundes der Lanwirte ist, wurde zum Vizepräsidenten gewählt und nahm die Wahl an. ES sind also hier Zustände, wie nirgends tat einem deutschen Bundesstaate. Die Regierung ist in böser Lage, sie sieht sich einem Konflikt mit dem ganzen Landtag gegenüber. Eine Auflösung nützt nicht; euistweileu hat die Regierung, wie ge­meldet, den Landtag vertagt.

** Gksaugcmiahme einer Simon Kopper-Bande. Aus Deutsch-Südwestafrika war die Alarmnachricht von einem neuen Aufstande der Eingeborenen ver­breitet worden, der durch einen Einfall größerer Banden des bisher immer noch den Deutschen ent­wichenen berüchtigten Bandenführers Simon Köp­per heroorgerufen worden sein sollte. In Wirklich« keit handelt es sich nur um den Einfall einer Bande von 12 Küp en, die bereits nach amtlichem Bericht unschädlich gemacht find. Aus Berlin wird gemeldet:

Nach einem amtlichen Telegramm aus Südwefl- afrika ist am 2. September von dem in Arawab ftationierien Zug Kirchhain, der kaiserlichen Schatz­truppe bei Tamas eine zu Jagdzwecken Über fcte deutsche Grenze hinübergekommeie Eingeborenen­bande gefangen genommen worden, nachdem sie eine deutsche Buschmannswerft bet Gaus am kleinen Nostobfluh überfallen hatten. Die Bande bestand aus acht Sapperkuten, zwei Bakalahanileuten, einem Buschmann und einem Kapernbastard. Bei der Gefangennahme wurde eia Looper-Manu erschossen. Die Gefangenen, betten zwei deutsche uno sieben eng­lische Gewehre abgenommen wurden, sind in das Ge­fängnis zu Gibeon abgesührt worden. Irgend ein Grund zur Beunruhigung liegt nach den amtlichen Be­richte» nicht vor.

— München, 18. 'Sept 1912. Auf dem Landes- fest des Evangelische» Bundes in Bayern, das dieser Tage in Fürth stattsand, befchästigte man sich auch, wie wir bereits berichteten, mit der Jesuitenfrage und hat dazu eine Resolution angenommen, die jetzt im Wortlaut vorliegt. Es heißt darin:

„Weiter bedauert der Bersin nicht nüttber, daß die befonnte Eingabe der bayerischen Bischöfe na bett Bundesrat cs fertig bringt, eine Frage, welche die im modernen Staateleben gesetzlich garantierte Parität so eng berührt, nur vom einseitigen römisch- konfessionellen Standpunkt zu oehandeln und den Ver­such macht, deutsches Recht im römischem öittne zu meistern. Der Bund erhebt daher gegen die Aushebung und gegen jede Abschwä­chung des Jesuitengesetzes einmütigen Protest) in der frohen Zuversicht, mit diesem Proteste allen denen aus dem Herzen zu sprechen, denen es heilige Pflicht ist, deutich-prote st an tische Rechte zu schützen und unser Volk vor verschärften konfessionellen Kämpfen zu bewahren."

Es ist geradezu Seldstverhöhuung, wenn der Evangelische Bund in einer Kundgebung für die Beibehaltung des krassen Ausnahmegesetzes, das deutsche Priestern an der Ausübung ihrer seel- sorgerischen Tätigkeit hindern soll, sich auf die .gesetzlich garantierte Parität" beruft. Selbst- Verhöhnung und zugleich die schärfste Verurteilung des Jesuuengesetzes, auf das das deutsche

eine poltert und lärmt, wenn seine Ruhe gestört wird, wenn uuut ihn lästig bedient, wenn etwas seinem Willen und Wunsch zuwider geht, ja schon, wen« man ihm widerspricht; der andere gibt sich als kluger Mann, will überall etwas gelten, "will hofiert werden, will den Ausschlag geben, und muß überall dabei fein; noch ein anderer protzt mit seinem Gelbe, das er vielleicht gar nicht -erst selbst verdient, sondern ererb, oder erheiratet oder durch Zufallsglück gewon­nen hat, und latzt es anderen, die m ehrlichem Schaf- fen ihr Brot mübfam verdienen und die darum rech­nen müssen, deutlich merken, daß solcher Art Leute

bei ihm wenig gelten. Viel Eindruck macht weder der eine noch der andere noch der dritte dieser kurz geschilderten Charaktere. Die Well ist heute im all­gemeinen schon zu gebildet, als daß man alle jene, die sich selbst hervorheben, die Jch-Menschen sind und die einfachsten Gesetze des Talles und des An­standes verachten, nicht als das einschätzen sollte, was sie wirklich sind. Es gibt aber, namenllich unter den gebildeten Damen, recht viele noch anderer Art, denen es an Selbstbeherrschung mangelt: Das sind die sog. Nervösen. Ihr Arz» hat ihnen einmal ge­sagt: Sie sind nervös, und damit glauben sie, nun einen Freibrief zu haben für allerlei Launen, sie fordern Rücksichten über Rücksichten für sich, und wollen gar nicht gelten lassen,,daß die ganze Mensch­heit heutzutage nervös ift Das entschuldigt aber gar nichts, denn gerade die Selbstbeherrschung ift ein gutes Mlltel gegen Nervosität. Bemühe man sich, immer ruhig in Worten nnd Werken zu sein, sich selbst zu meistern, zu denken und zu prüfen, dann ioirb man andern und sich selbst zum Glücke leben, und die Achtung der Mit- und Nebenmenschnt wird nicht verloren gehen! " ]s.

— Ein Allerwelts-Mittel. Vom doppelkohlen­sauren Natron wissen wir, daß es für mancherlei Dinge gut zu verwenden ist. Die wenigsten Haus­frauen aber denken im gegebenen Moment an das gute Aushilssntittel. Allgemein bekannt ist, daß Natron, den kochenden Speisen zugefügt, diese viel schneller weich werden läßt, daß es die Säure nimmt und auch, als Heilmittel genommen, nach Magen- überladung gute Dienste tut. Das doppelkohlen­saure Natron ist aber sonst noch vielfach von Nutzen. Ist z. B. Butter ranzig geworden, so empfiehlt es sich, sie in Wafler, dem man eine gute Portion Natron zugesetzt hat, durchznkueten; ihr Geschmack wird sich danach wieder verbessern. Hausfrauen, die ihre Kuchen selbst backen, werden oft in Ver­legenheit gesetzt, wenn sie wenig vertrauenswürdig ausfehendc Hefe erhallen; setzen sie dieser aber ein wenig Natron zu, so können sie über ihre Wirkung unbesorgt fein, Auch bei gut aussehenber Hefe ift

Recht wahrhaftig nicht stolz zu sein braucht. Es gibt in Bayern keiner Imparität zu um» gunsten der P r ot e st an t e n; wohl aber leidtt die katholische Kirche in Bayern unter der Imparität, daß ihr durch ein Ausnahmegesetz des Reiches — für das sich im bayerischen Landtage keine Mehrheit mehr finden würde — die Tätigkeit des Jesuiten­ordens in der Seelsorge entzogen wird. Die Aus­hebung dieses Ausnahmegesetzes ist vor allem eine Forderung der Gerechtigkeit für alle Deutschen ohne Unterschied der Konfession und der politischen Partei, soweit sie überhaupt Ausnahmegesetze ver­werfen und das gleiche Recht für alle gellen las» fen wollen, wozu der über Verletzung der „Parität" sich beschwerende Evangelische Bund allerdings nicht gehört. Es ist also keineswegs „ein einseitig römisch- konfessioneller Standpnnll", den die bayerischen Bi­schöfe mit ihrer Eingabe einnehmen. Und überdies: Sollen bte katholischen Bischöfe nach der Ausfaffung des Evangelischen Bundes nicht einmal mehr berech­tigt sein, katholische Interessen in der Oeffenilichkeit und auch der Regierung gegenüber zu vertreten? Dann wird den bay. Bischöfen vorgeworfen, sie hät- ten versucht, „deutsches Recht in römischem Sinne zu meistern". Ist denn das „deutsche Recht" in den Augen des Evangelischen Bundes in Bayern so minderwertig, daß es in einem Aus­nahmegesetze seine höchste und verteidigungs­werte Blüte finden soll? Und nun der Ausdruck „in römischem Sinne meistern". Was darunter zu ver­stehen ist oder verstanden werden soll, wird den evan­gelischen Bundesbrüdern selbst unverständlich sein und bleiben. Wir fasien diese Worte, wie überhaupt den ganzen Satz, als nichts anderes als eine tönende Phrase aus, womit gewisse Leute zu hantieren geübt sind, wenn es ihnen darum zu tun ist, damit einen klaren Ausdruck zu vermeiden. Und worin bestehen denn nach der Auffassung des Evangelischen Bundes in Bayern die „deutsch-protestantischen Rechte"? Etwa darin, daß man der katholischen Kirche Aus­nahmegesetze wie das Jeszfiiengesetz auf erlegt? Die Resolution des Evangelischen Bundes spricht auch vom „konfessionellen Fri-dey". Der Evange­lische Bund als Anwalt des konfeffionellen Friedens, während er systematisch und in der gehässigsten Weise de» konfessionellen Frieden fortwährend stört! Die Jesuiten konnten von 1848/49 bis 1872 in Deutsch­land eine volle nnd uneingeschränkte Täfigkeit ent­fallen; aber noch niemanden!, selbst dem Grasen Paul v. Hoensbroech nicht, ist es gelungen, den Je- suiten atlch nur eine sriedenstörende Tätigkeit wah­rend dieser Jahrzehnte nachznweisen. Man sagt, bie - Jesuiten seien auch jetzt schon int Deutschen Rüche tätig. Hat man aber auch nur einen einzigen Fall anführen können, in dem durch diese Tätigkeit eine Störung des konfessionellen Friedens festgestellt wer­den konnte? Die Berufung auf den konfessionellen Frieden ist also nichts als eine hohle Deklamation. — Daß Dinge, die in erster Lütte die Katholiken an» gehen, vom Evangelischen Bunde so eingehend be­handelt werden, als seien sie ureigenste Angelegen­heiten des Bundes selbst, ist nichts neues mehr. Das wäre auch weiter nicht zu erwähnen, wenn nicht in­nerhalb der evangelischen Landeskirche sich Vorgänge abspielten, die gläubigen evangelischen Kreisen zu den ernstesten Erörterungen Anlaß geben. Aber an solche Dinge wagt man sich auf den Bnndesver» sammlungen gar nicht mehr heran, weil sich dar­über die Geister recht uneinig wären. Nur in einem ist man immer einig, im Haß ge­gen den Katholizismus und insbesondere gegen die Jesuiten. Dieser Haß bildet das ebtigeitbe Band der ihrer religiösen Ueberzeugung nach so ver- schieden gesinnten Evanglischen Bündler, und dcwon darf der Evangelffche Btmd nicht ablassen, wenn er nicht selbst seine Existenz aufgeben will.

** Zur Fleischteuermtg.

Der preußische Landwirtschafisminister hat widerruflich die Genehmigung erteilt, wonach öfter- reichisch-ungarisches Schlachtvieh über die

der Natronzusatz zu empfehlen, wen« man wünscht« daß das Backwerk recht hoch aufgehe. Ja, man kann sogar die Hefe ganz forttaff en und nur, i. B, bei Napfkuchen, Natron auweuden. Manche Saite lieben es, in das Kaffeewaffer vor dem Kochen etwas Natron zu tun, um den Geschmack des Kaffees zu verbeffern (von den Türken sagt man, daß sie zu dem gleichen Zwecke etwas Salz in das Kaffeewaffer schütten). Wenn das Eingemachte in Garung ge- rät, und ein erneutes Aufkochen sich als nötig er­weist, so setze man bei dieser Gelegenheit auch etwas Natron zu, dadurch werden die Fruchte wieder wohl­schmeckend und brauchbar. Daß Natron Säure nimmt, bemerkten wir schon oben. Man vergess» dies nicht, wenn man im Haushalt Fleischsuppe oder sonst ein Gericht einige Tage aufbewahre« möchte, ebenso denke man stets an Natron, wen«' Gefahr vorliegt, daß die Mich sauer werde. rh-

— Der Drachensport. Sobald draußen die Fel­der und Wiese» abgeerntet sind und die Herbstwind» einsetzen, geht das junge Volk seinem „Drachensport" nach. Hat erst nur einer einmal angefangen, einen Drachen steigen zu lassen, natürlich einen selbstge- machten, so beteiligt sich die ganze Jugend an dem Schauspiel, und „Vater" mutz schon Helsen, ob er will oder nicht, daß immer mehr dieser Luftkreuzer zustande kommen und ihre Sänfte zeigen. Er war ja auch mal jung! Ta wird denn alsbald gehäm­mert und geliebt, ein langer Schwanz wird berge» stellt, Bindfaden wird aufgerollt, kurz, mtt er­schreckender Lust und bewundernswerter GeduL geht man an fein Werk- Bald merkt man freilich, daß ein gewisses technisches Geschick bcyu_ gehört« einen Drachen herzustellen, daß er rnajestättsch at die Lüfte steigt, aber die Mißerfolge entmutigen nie­mand. Im „Kampf mit dem Drachen" siegt schließ­lich doch der Mensch, nötigenfalls gibt'S ja auch Drachen zu kaufen, die ganz sicher steigen — toam sie nicht fallen! In Japan ist das Drachensteig« eine groß Volksbelustigung für all und jung, und man Hw dort die merkwürdigsten Forme«: vier­eckige« Schmetterlinge, Fratze»bilder« wirkliche Dk»,

Ausland.

* Das Haager Schiedsgericht iaitW auf ehf Jahe^ ,ehnt feines Bestehens zuruckblicken. ES trat a« 15 September 11*02 zum erstenmal zusammen. JMs diesen 10 Jahren sind dem Schiedsgericht jedoch 11 Fälle zur Entscheidung unterbreitet worden. 2W bedeutendsten davon waren: Entschädigung«»^ spreche Deutschlands an Frankreich für die durch bet Bombardement von Casablanca deutschen Reichsaw» gehörigen verursachten Schäden. Die EntschädignugS- anjprüche Deutschlands, Englands und Italiens n*l gett Venezuela und die Beschwerden Deuischlcmdr» Englands und Frankreichs wegen der ®efteucrne< des Grundbesitzes der Europäer in Japan. Der flG Fall wurde vor kurzun anhängig gemacht. trifft die Auchringung französischer Schiffe dnrG Italien während des TriPoiSkrtegeS.

* Eine holländische Militärvorlage. Der Kriegs» Minister hat der Kammer einen Gesetzentwurf gelegt, der einen Kostenanschlag für die Ver der Küstenverteidigung enthält. Der fordert einen Kredit von l1/» Millionen Guide« erste Rate sür den Bau der Befestigung«» Vlissingen, ferner für di« Verdeflerung Festung Kykdum und für di« Verstärkung dW Batterien in den älteren Festung««, wie Hoek eej Holland und Imuiben. — So taucht nach einevtz zwei Jahr« lang tobenden Presse» und Diplomat kampf, in den man auch das Deutsch« Reich den krassesten Verdächtigungen hineingezogen die Frag« der Befestigung von Vlissingen Holland wieder einmal aus der Versenkung. Befestigung von Vllssingen ist beadstchtigt, man in Holland einen Angriff durch englisches Landungskorps in eine« Kriegs Weltmächte gegen Deutschland fürchten müssen glaubt. Man hat sich in Belgien über angeblich« V.rletzung d«s Neutralitäts-Verü von 1839 und der freien Scheldschiffahrt schr __,

geregt, wobei England und Frankreich au8 l-ich» erklärlichen Gründen heftig setundirrten. Es liegt indessen keinerlei Vorstoß gegen irgend einen Ve»

Recht, Vlissingen und die Scheldemündung mit f» viel Kanonen zu schützen wie sie wollen. Bei de» heutigen veralteten Staude der ScheldefortS ist ei»

Einfahrt in die Schelde für einen Gegner verlocken! genug. Wenn die Niederlande nun daran geho wollen, z» ihrem Rechtstitel den überzeugender« der Kanonen zu fügen, so ist daS eine adsotv» interne Angelegenheit ihres Staatsbetriebes.

* Aufsässige Lehrer in Frankreich. Die fran-te, fische Lehrrffchast ist seit langem eine» bet Sorgen­kinder der französischen Regierung. Mtt größer Entschiedenheit hatte sie die Auslösting brr Leh«« verbände besohlen — die Lehrer aber hielt» eSk

Laubdecke entfernen. Der Frost schadet ihnen nichts, . die kalte Lust aber führt Fäulnis herbei. Weißkohl ; und Rotkohl hält sich am längsten, wenn er verkehrt in die Erde gelegt wird. Die Wurzeln stehen her­aus. Doch auch hierbei ist, wie bei der Ueberwinte- rung von allen anderen Gemüse- und Obstarten auf das Sorgfältigste zu beachten, daß die einzelnen Fruchte wett auseinander stehen. Der gesparte Roum ist ein Verlust am Vorrat, den», sobald Obst und Gemüse längere Zett fest aneinander liegt, fangt es an zu faulen, und muß im Interesse der ankeren Vorräte schleunigst entfernt nnd vernichtet werden. Angcsanltcs Gemüse von der Fäulnisstelle zu Weten und noch zu verwerten, wird sich aus empfehlen, wie aus Rücksichten des Wohlgeschmackes

-Selbstbeherrschung. Zu den schönste» Tugen­den eines Menschen gehört ganz unstreifig die Selbst­beherrschung, das Riede mingen all der verschiede­nen Triebe, die mehr oder weniger ausgeprägt in je-

i Wie bewahrt man Gemüse für den Winter aus? Der Aufbewahrungsort des Gemüses wird ivscher der Keller sein. Es ist aber für das Ge- utüse und feine Erhaltung im guten Zustande von größter Wichtigkeit, daß der Keller so beschaffen ist, daß er das Gemüse vor Verderbnis und schlechten Gerüchen schützt. Der Keller muß erst einmal völlig trocken fein. Alsdann achte man darauf, daß er nicht zu warm ist, und selbst bei Frost gut gelüftet ch^rde. Der Erdgeruch, der sich in diesem Keller findet, schadet dem Gemüse nichts, man muß nur unbedingt darauf achten, daß keine fauligen und inuffigen Gerüche m der Kellertuft vorhanden sind. Ehe man also daran geht, das Gemüse im Keller unterzuoringeu, durchsuche man ihn auf das Gründ­lichste, damit nicht irgeubtoo eine faulende Frucht liege, die schlechte und schädigende Gerüche verbrei­tet. Dann erst kann man das Gemüse einbringen, aber man darf es nicht zu früh in den Keller legen, will man es lange behalten. Nachdem das Gemüse eingebracht ift, mutz man den Keller von neuem lüften, man achte aber darauf, daß nicht zuviel wanne Außenluft einbringe, es wird sich bet den füllen Nachten, die wir jetzt haben, empsehlen, das „.v ausgeprägt m ie-

Fenster nachts über offen z» lassen, und so die Lust > dem schlummern und nur zu oft bei aerinaen An- ?n '^neuern, ^as Licht nmß ganz ausgefperrl wer- • lassen sich nach außen hin bemerkbar machm Der den, denn b« Licht wird das Gemüs? trocken und 1 ----- ----- - - •

welk. Tas Gemüse, das im Keller überwintern soll, muß ausgebrettet liegen, unt> darf sich nicht drucken, durch den Druck wird es faulig und schlecht Von Zett zu Zeit muß man nachschauen, ob man auch nicht fanlende Gemüseteile im Koller findet sie machen sich durch den Geruch sofort bemerkbar und muffen fchlennigst entfernt werden. Einiae Gemüsearten kann man sehr gut, selbst bei ttrmt tm Freien überwintern lassen. DaM gehört der Wirsingkohl, der Rosenkohl, Rot» und Weißkraur. Ten Wirsing- und Rosenkohl nimmt man aus den