Fulda, Dienstag den 17. September 1912.
Erstes Blatt
39. Jahrgang
M 213.
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der Karbonario
und
um so ärger über das Zentrum herfallen werden, ihm konfessionelle Beweggründe für seinen angeb;
len oder
Türkei soll als territoriale Entschädigung einen Kü- stenstützpunkt am Sloten Meere wieder erhalten und zwar Ällasjaua. Italien soll sich verpflichten, einen jährlichen Tribut zu bezahlen, wodurch dir Türkei neue Mittel bekäme zur Reorganisation ihrer Finanzen und ihrer Verwaltung.
ungeheuer konservativ ist und zu zeitgemäßen Fortschritten weder Neigung noch Fähigkeit zeigt.
Die Ursprungsmarke wird also den Franzosen im Kampfe gegen die deutschen Waren an sich nichts nützen, wohl aber schaden können. Diese Aussicht wirkt aber leider nicht beruhigend. Denn die Deutschenhasser werden an die Ursprungsmarke eine Bohkottbewegung zu knüpfen suchen, um ihr Ziel zu erreichen. Wenn die deutschen Waren, die in Frankreich feilgeboten werden, an der gesetzlichen Marke allgemein kenntlich sind, so werden die chauvinistischen Heißsporne gegen die Geschäftsleute, die solche Waren führen, bald eine „nationale" Hetze einleiten. Wo man das Publikum nicht vom Kaufen abhalten kann, da wird man die Geschäftsleute mit den nicht mehr ungewöhnlichen Mitteln vom Verkauf abzuschrecken suchen. An diese Hetze gegen die deutschen Waren wird sich, wie schon jetzt angebentet wird, ein Bersolgungsfeldzug gegen d.e deutschen gewerblichen Unternehmungen in Frankreich anknüpfen. Schließlich wird auch das in Frankreich tätige Hilfspersonal deutschen Ursprungs nach Kräften hinaus- gegrault werden.
Ein solches Vorgehen bringt das friedliche Verhältnis zwischen den beiden benachbarten Staatswesen in schwere Gefahr. Wenn man in Deutschland in derselben Münze heimzahlt und auf den Bonkott der deutschen Waren in Frankreich einen Boykott der französischen Waren in Deutschland setzt, so ist der w i r t s ch a f t l i ch e K r i e g im schönsten Gang. Wir wollen nicht hoffen, daß es dahin kommt; aber im Notfälle könnte Deutschland ohne die französischen Luxuswaren besser fertig werden, als Frankreich ohne die deutschen Gebrauchs- gegenftäitbe.
Im Grunde genommen können Frankreich und Deutschland viel leichter im wirtschaftlichen Frieden leben, als England und Deutschland. Denn die deutsch? und die franrösisöbe Produktion machen sich keineswegs eine scharfe Konkurrenz, sondern ergänzen sich vielmehr. Um so frivoler ist der Versuch, die politische Feindseligkeft auf bem wirtschaftlichen Gebiete zum Austrag zu bringen.
Hoffentlich werden sich die französischen Gesetzgeber es erst noch reiflich überlegen, ehe sie zu der zweischneidigen Waffe greifen.
Wir vermuten, daß die Hakatisten, die sich zetzt ein wenig Hoffnung auf einen Gesinnungswechsel d:s Zentrums machten, m ihrer Enttäuschung nun
* Berlin, 16 September 1912. Prinzessin -b e t n r i di von P evßen wird Ende dieses Monats um Besuch beim rmsuchen Hol in Peiersburg er» wartet. Die Pinne sin will dort ihren aus Japan beim'ehrfnben Gemalt erwarten. — Der Minister res I nern o. Dallwrn ift vom Urlaub zurück- efebrt. — Der Zusammenkunft des österreichischen Mmtstcrs des Aeuß rn mit dem König von Jtalten und dem 'jJitntftcr San Giuliano w:ro gegen nde des Jahres em Za ammentreffen des deutschen .Reichskanzlers nut dem italienffchen Staatsmann folgen. »
♦ lieber einen merkwürdigen sozialdemokiatifchkn Betrug wird der ,Post' aus Dessau folgendes be- 'ditet. In De'smt fand ein souaidemokratischeS Gau-Sängerfest statt. In bem Festige befanden sich zu aller Erstaunen mehrere Personen in Post- beamten- und Eisenbahneruniform; bei einem Feste, dessen sozialdemokratischer Charakter "otz aller Ar lengimng jedem klar war, wagten iömaliche und kaiserliche Beamten in ihren Dienst, uniformen zu erscheinen. Der Trick war gelungen Der mehr harmloie" Teil der Arbeiterschaft mußte den Eindruck gewinnen, daß einer Bewegung, an der sich sogar Staats« und Relchsbeamte öffentlich deieiliglen, nichts döies anhatten könne. Aber die Sache war doch nicht fein genug gesponnen. Die Polizei nahm sich der uniformierten Herren an und stellte fest, das es Arbeiter waren, natürlich sozialdewokratftche, die hier eine öffentliche Maskerade aufführten, um die Massen zu täuschen. Die scherzhaften .Genossen» sind viel zu glimpflich davongekommen, sie wurden nämlich durch rütter* heben Strafbefehl nut zu 15 Mark Geldstrafe bezw. 3 Tagen Hast verurteilt. Uns erscheint tue Sacke nicht so harmlos, wie sie dem Deffaucr Gericht nach der bestehenden Gesetzgebung erscheinen mußte. Es ift doch ein Unterschied, mit welcher Absicht jemand unbefugt eine Uniform tragt. In
KK Ei» Schandfleck im europäische» Staatswesen.
Ausland.
** Tas ungarische Abgeordnetenhaus tritt heute wieder zusammen. Inzwischen hat sich die politische Lane wieder in einer Weise zugespitzt, daß jede Möglichkeit einer friedlichen Entwirrung vorläufig ausgeschlosftn erscheint und ein überaus stürmischer Verlauf der Sitzungen des Abgeordnetenhauses b» vorsteht.
** In England begannen am Montag die ersten großen Köuigsmanöver, an denen über 60000 Mann tellnehwen und denen auch der König bei- mohnt Die blaue Armee steht unter dem Oberbefehl des Generals Giersen, eines Artilleristen au8 deutscher Schule, der längcre Zeit Militäraltachee in Berlin und während des China feldzuges der persönliche Adjutant des Feldmarschalls Grasen Walder- |ee war. Ter Führer der roten Armee ist General Douglas Shaag.
** Die Friedensverhandlungen.
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Aufnahme der Soun-- JL W A G a. A, A
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Verantw. Redakteur r A
ÄÄ Woche»-.--««-: „llllustrlerte Sonntagzzeitung"
Den^ckes Beleb.
Tie Flotteuparade.
* Wilhelmshasen, 16. Sept. 1912. Der Kaiser machte heute morgen einen Spaziergang an den Schleusenanlagen. Um 81/ Uhr begab er sich an Bord der „Deutschlan b", die auf der Reede lag. Um 9 Uhr ging die „Deutschland" in See zur Flottenparade. Die „Hohenzollern", der „Sleipner" sowie die Kreuzer „Breslau" und „Hela" folgten. Eine große Anzahl von Dampfern mit Tausenden von Zuschauern war hinausgegangen. Das Wetter ist warm und v-rcmberlich. Es herrschen böige Winde. Um 9 Uhr 20 Min- traf die Deutschland mit den Begleitschiffen auf der Schillig-Reede ein. Der Kaiser nahm hier im Passieren di: Parade über die dort vor Anker liegenden KüstenverteidigrzngSfah.- uige ab und setzte die Fahrt nach der Helgoländer Bucht fort. Dort begann mittags die große Parade über die am Manöver teilnehmenden See- streitkcäfte. Bei Beginn wurde zwischen Wange- roog und Helgoland der Luftkreuzer Hansa gesichtet. Auf die Parade folgten Uebungen der Hochseeflotte nach einem besonderen Programm. Hierauf frühstückte der Kaiser auf der „Deutschland" mit den auf dem Flottenflaggschiff eingeschifften Herren beim Ehes bet Flotte, Admiral v. Holtzendorff. Morgen beginnen die Manöver der Hochseeflotte.
zu den Akten legen und sich um dir portugiesischen Greuel nicht kümmern.
In der Berliner „Nationalzeitung", die doch gewiß nicht des ,Merikalismus" oder der Parteinahme für Exkönig Manuel verdächtig ift, wird heute ein Lissabon er Brief veröffentlicht, der von allen Kultur- und Menschenfreunden beachtet werden sollte. Der Briefschreiber erkennt dem republikanischen Svstem das Recht zu, sich gegen seine Feinde zu wehren.' „aber", so fährt er fort,
„es ist ein unerträglicher Zu stand, daß man von dem Erstbesten denunziert, des Royalismus angeklagt und Monate lang in Gefängnissen,die jeder Beschreibung spotten, gefangen gehalten werden kann. Die deillgsten Menschenrechte werden mit Füßen getreten. Man wird angeklagt, man wird verhaftet, und zehn, zwanzig oder dreißig Tage lang bleibt man von der Außenwelt gänzlich abgeschnitten. Man erfährt nicht einmal die Veranlassung der Anllage oder den Namerr des Angebers. Die Untersuchung wird, im schroffen Widerspruch zur Verfassung, streng geheim geführt. Für die Eröffnung des Prozeßverfahrens besteht keine Fristbestimmung. Hunderte von Menschen sind länger als ein halbes Jahr in Haft gehalten worden und mußten bann, da ihnen nichts nachgewiesen werden konnte, entlassen werden. Dies geschah, als die richlerliche Gewalt noch im Ausfluß der Justizverwaltung war. Teirdem hat das „souveräne Volt" durchgefetzt, daß jeder Verdächtige vor ein Kriegsgericht gestellt wird. Und feftbem gibl's für alle Vergehen der Meinung und des Gedankens überhaupt keine richterliche Gewalt mehr. Ein Priester, den man vergeblich des Royalismus zu überführen versucht balle, wurde schließlich zu zweijähriger Einzelhaft neturteilt, weil er sich gegen das provisorische, die Trennung von Staat und Kirche aussprechende Dekret ettlärt halte, — ein Dekret, das noch nicht einmal Gesetzeskraft besitzt und, in seinem jetzigen Wortlaut, auch schwerlich jemals solche erhalten wird."
Der Briesschreiber schließt mit den Worten:
„Die Fübrer von heute tragen die Freiheit und ie Brüderlichkeit auf den Lippen und mißhandeln das Volk. So werden 6 Millionen Porlug esen regiert von einigen tausend sogenannten Revolutio, ären, Publizisten, Schwätzern und anderen, die allesamt vom Regierungsgeschäjt nicht das mindeste verstehen."
Eine solche Recht- und Schutzlof igkeit der anständigen Bürger, eine solche Schreck--nsHerrschaft von boshaften Angebern, ein solcher Massenmord tu den überfüllten und enttktzlick schlecht eingerichteten Go ängn ssen, — das find Zustände, die das christliche und zivilisierte Europa m seinen Grenzen utchl dulden darf!
Mit Recht erinnert der Briefschreiber daran, daß die europäifchcu Mächte ihre Anerkennung der Republik auf Grund der ihnen imtgeleifen Ber- sassnng ausgesprochen haben, diese Berlaffung aber in i reu tvesenliichfteu Punkten tatfächkich attjür Kraft gesetzt worden ift.
D e Verantwortirst leit für die Greuel fällt mit voller Wucht aut die englische Regierung, die eine Art Vormundschaft über Portugal besitzt „,>d durch ein einfaches Wart die Besserung her berühren könnte, aber die „liberale“ Regierung des britif ien Weltreiches schweigt und macht sich da auch mit-
+ Zentrum und Polen.
Demnächst hat in bem oberschlrsischen Wahlkreise Oppeln eine Ersatzwahl zum Sanbtag stattzusinben. Pfarrer Kapitza, ber ber polnischen Fraktion angehorte, hak bekanntlich sein Lanbtags- maubat niebcrgelegt, unb Zentrumsabgeorbneter Wodarz ist ihm in ber Manbatnieberlegung gefolgt.
Die beiben Abgeordneten waren auf Grund eines Abkommens gewählt, das vor vier Jahren zwi- scheri Z c n t r u m und Polen abgeschlossen worben war. Für bie Ersatzwahl wirb bas Zentrum mit beut aus Anhängern verschiebener beuischer Parteien bestehenden' „Deutschen Wahlverein" gehen, wahrscheinlich aus ber Grundlage, daß Wo - barz toteber ausgestellt wirb und ber zweite Kanbibat auf Vorschlag bes Deutschen Wahlvereins" ernannt wirb.
Der Presse hat das Anlaß zu mancherlei Betrachtungen gegeben. Tie polnischen Blätte-, selbst die gemüßigten, würben im allgemeinen recht ausfällig gegen bas Zenirnm, bem sie Bruch des früheren Kompromisses unb Schädigung ber katholischen Interessen vorwerfen. Tie Hakatistenpresse sieht in ber vom Zentrum für die Ettaywählen beabsichtigten Taktik einen schwachen Hoffnungsschimmer, baß bie Zentrumspartei sich einmal zu ihrem Stanbpunkt burchmausern werbe Dazu ist folgenbes zu sagen:
Der Kompromiß zwischen Zentrum unb Polen ist beswegen nicht roieber zustanbe gekommen, weil infolge bes Ueberhanbnehmens bes Rabikalismus im polnischen Lager eine E n t f r e m b u n g zwischen Polen unb Zentrum stattgefunben hat; eine Cntfrembung, bie wir in nationalem unb im Interesse ber Polen selbst lebhaft bebau ern. Es ist ja erklärlich, baß eine Politik ber Enteignung und Bedrückung, wie sie Preußen gegen die Polen betreibt, aus polnischer Seite eine radikale Stirn- mutig erzeugte, welche die Polen in unb außerhalb der Parlamente bisiveilen auf Abwege führte. Darauf konnte unb wirb ihnen aber bas Zentrum niemals folgen; wollte es bas tun, bann würbe es nicht nur politisch unklug, sondern auch den Interesse!! ber Polen selbst zuwider handeln. Die Polen freilich sehen bas nicht ein. unb beshalb ihre maßlose Sprache, bie sie zurzeit gegen bie Zentrumspartei führen unb bie ein Zusammengehen mit ihnen einstweilen unmöglich macht.
Seinen grunbsählichen Stanbpunkt in ber Frage der preußischen Polen Politik hat unb wirb bas Zentrum niemals än ber n. Es ist nach wie vor gegen Gesetze, bie ben Polen beu Erwerb rhrcs heimatlichen Bobens verbieten, gegen Gesetze, die sie im Gebrauch ihrer Muttersprache behinbern.
.as Zentrum wurde den nationalen Interessen zu- wiberhandlen, wollte es einer Politik der Unterdrückung unb ber Knebelnug seine Zustimmung geben. Lme solche Politik kann nur dazu beitrag-n, den Rabikalismus im Polentum zu stärken und bie Entfrembung zwischen Deutschtum und Poleiitum bauernd zu machen. Dazu wirb bas Zent.um nie seine Hanb bieten.
Warum wollen nun trotz dieser abschreckenden Erfahrung die Franzosen bas englische Vorgeben nachahmend Sie müffen sich boch barübet -------klar fein, baß bie deutschen Waren in Frankreich Dte europäischen ben loyalen Wettbewerb ebenso gut aushalten fort»
Jetzt setzt aber, wie wir verschiedentlich meldeten, in Frankreich eine Agitation ein, bie ben neuerbingS «risch belebten 9!evanchegeist gegen bie beutschen Waren unb bie beutschen geschäftlichen Unlerueh- rnungen von Deutschen m Frankreich lockern will. Infolge brr erwähnten Klausel bes Friedensvertrages läßt sich ber deutschen Einfuhr mittels Differentialzöllen liiert beisammen. Ta verfällt man nun auf ben Gedanken, mit dein vor mehreren Jahrzehnten bereits bie Engländer ben beutschen Wettbewerb zu bekämpfen suchten: es soll ein Gefey^nach dem Muster bes englischen ber beutschen Einfuhr bie U r s p r u n g s m a r k e a u f z w i n g e n Das berühmte „Made in Gennany" fall also in bas
X Die Hetze gc'gett die denische» Ware» in Frankreich.
Fürst Bismarck hat vorsorglich in ben Friedens- Vertrag mit Frankreich bie Bestimmung über bie ewige Meistbegünstigung aufnehmen lassen. Er wollte bannt nach Möglichkeit verhindern, baß dir politis ch e n Gegensätze zwischen ben beiben Nationen auf bas wirtschaftliche Gebiet Übergriffen. Tatsächlich ist auch in ben verflossenen Jahren ber Friede im Handel und Berühr zwischen Teutfchlanb und Frankreich gewahrt geblieben.
lichen Be.rat am Deutschtuni unterschieben werben. Ans bas Zentrum aber wirb bas seinen Eindruck ebenso verfehlen, wie ber Vorwurf bes Verrates katholischer Interessen, ber ihm von polnischer Seite aus gemacht wirb. Der Stanbpunkt ber Hakatisten ift fiu uns noch lange nicht ber beutsche Stand- ?.uu‘*- Was bie konfessionellen Beweggründe die für bas Zemrum aiisichlaggebenb sein sollen, anbelangt, so tft baran bas eine richtig, baß bie Zen- trumepartei es grunbsätzlich verwirft, wenn bie Ostmarken um ber Gerinanisierung willen Protest" n tifiert werben sollen. Im Guinbe genorn- men ift bas aller kein konfessioneller, sondern ein staatspoli tisch er Beweggrund, unb, neben-
dow"tz,^eiLe Verurteilung bes Grunbsatzes, baß bas Mittel ber staatlichen Protestantisierung burch den ->weck der Germanisie.uug geheiligt werbe.
Sozialdemokratischer Parteitag.
c. Chemnitz, 16. Sept. 1912.
Heute vormittag fand die eigentliche Eröffnung des Parteitages tm Wintergarten durch den Reichstags« abg. Rechtsanwalt Haas« statt. Die Verlesung der Begrüßungstelegramme und die Begrüßungsrede» der auswärtigen Deleaierten nahmen volle iroei Stunde»
A-te ausgezwungene iPtarte „Mabe in Urmanv'" (hergestellt ui Deutschlanb) hat ber Bevolkeruna des efett^n Weltreiche« die deutschen War n nich^ver- ekelt, sondern im Graenteil bekannt und beliedt gemacht. Zu ihrem Erstaunen sahen bie Leut- daß bie billigsten unb brauchbarsten Waren ans Dei'ttsch- llanb kommen; bas ver-meintliche Abschreckung«',»i- chen würbe zur wirksamsten R e k l a m e. Rebmbei "U,h,J.rioerrUtCm ^Z^uugsmittel für bie deutschen ^nbustrkellen und Händler: sie wurden zu der Er- kenntms geführt, baß es nicht bloß nnwürbig scm- bern auch unzweckmäßig fei, ihren Erzeugnisfen ein av.slaubyches Mäntelchen umzuhängen; sie lernten
Der Pariser Temps gibt eine lange Uebersicht über bie in ber Schweiz geführten türkisch-ita- lienischen Friedens-Berhandlunge» unb kommt int Gegensatz zu anbertoeitigen Bersiche- rungen ber letzten Tage zu bem Schluß, baß der Abschluß ber Friebenspräliminarien bevor steht, und baf; bie beiberfeitigen Regierungen bereits die Wahl ber offiziellen Friedensbevollmächtigten in Aussicht genommen haben. Der Friebe bürste auf ber Grunblage bes letzten von Naby Bey im Namen ber türkischen Regierung gemachten Entwurfes zu- staubekontmen. Danach nimmt bie Türkei ben Verlust ber Provinz als vollzogene Tatsache stillschwei- genb hin, ohne formelle Annexion seitens Italiens. Die Türkei verpflichtet sich, bie türkischen Truppen aus Tripolitanien zurückzuziehen, sie verlangt jeboch einen Hafenplatz entroeber nahe ber tunesisch» ‘ nahe ber ägyptischen Grenze. Der Sultan soll in religiöser Beziehung bas Oberhaupt ber mohamme- banischen Untertanen von Tripolitanien bleiben. Die
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Mowmbeilage: „Sulbaet SeschichkbMer"
dem Teffauer Falle lag aber die Absicht bet den „Genossen" vor, aller Welt kund zu tun, daß die sozialdemokratische Sängerschaft sogar von den Be« Hörden anerkannt werde, und damit sollte auf die Massen eingeroirtt weiden. Tas ist kaum etroaä anderes als ein Bctrugsversnch.
* Detmold, 16. Sept. 1912. Ter lirpesch« Staatsminifter Freiherr v. G e v e k o i, feit zehn Jahren leitender Minister, ist ernstlich krank vom Urlaub zurückgckchrt. Sein Zustand gibt Anlaß zu ernsten Beforgniffen.
il Stuttgart, IG. Sept. 1912. Am Sonntag sand in Stuttgart bie Landesversammlung ber nationalliberalen Partei Württembergs statt. Lanbtagsabg. Köbel hob hervor, baß bie national- liberale Partei bei ber Beratung der meisten Gesetze im Sar.btage sich mit ber Fortschrittlichen Volks« Partei zusammcitgesunden habe. Er Betonte, baß sich trvtzbcm bie Stellung ber Nationalliberalen zur So» zialbemocratie nicht geändert habe; die württember» gischen Nationallibeialen seien sich darüber einig, baß ein Zusammengehen mit ber Sozialbemokrcttie unmöglich sei. Abg. v. Mülberger gab ber Meinung Ausdruck, baß bas Wahlabkommep mit ber Fo-f« schrittlichru Volkspartei nur ein Schritt auf bem Wege zu einer später noch viel engeren Ber- binbung ber beiben liberalen Parteien sein werbe. — Dazu bemerkt bte „Deutsche Tages« zeitung". Wenn bas ber Fall sein sollte, unb wenn anbererseits bte Fortschrittliche Volkspartei weiter mit ber Sozialbemokratie paktiert, so ist bantit de» Großblock auch in Württemberg fertig.
d1 München, 16. S -Pt. *1912. Der Evangelische Bund in Bayern hielt in Fürth sein diesjähriges Lanbessest ab. Der Vorsitzenbe bes Gv- samtbunbes, Generalleutnant a. D. v. Befiel, toanbte sich gegen bie Aushebung unb gegen jede Schmäle« rung des Jesuitengesetzes in seiner gegenwärtigen Gestatt. Me Versammlung stimmte feinen Ausführungen zu.
Ersatzwahlen.
* Schletfftadt, 16. Sept. 1912. Bei ber heutigen, unter lebhafter Beteiligung erfolgten Rei chs- tags-Ersatzwahl im 6. elsaß-lothringisch« Wahlkreis für ben verstorbenen Abg. Will (Elsäff. Zentr.) würben bei 16157 eingeschriebenen Wahlberechtigten unb 12197 abgegeben-n gültigen Summen abgegeben für Dr. H a eg y, Redakteur in Colmar (Els. Zentr.), 7112, für Rentner Anb 1 auer- Schlettstabt (Elf Fortschr.) 2306 unb für ben Gewerkschaftssekretär Imbs - Straßburg (Soz.) 2768 Stimmen. H a e g y ist somit gewählt. — Bon ben 12 466 bei ben letzten Reichstagswahlen abgegebenen Stinnnen waren 8340 auf den Kandidat« des Zentrums und 4065 auf den sozialdemokratisch« Kandidaten gefallen.
* Schleusingen, 16. Sept. 1912. Bei der heutigen Landt'agsersatzwahl im Wahlkeis Schleusingen-Ziegenrück für ben verstorbenen Land- tagsprösibenten Frhrn. v. E r f f a (kons.) erhielt« Sanbrat Wagne r-Schlcusingen (kons) 135 Stimmen, Kaufmann Dör r-Subl (natl.) 68 Stimmen. Sanbrat Wagner ist gewählt — Bei der Wahl im Jahre 1908 hatte Freiherr v. Ersfa 187 Sitrmn« erhalten, während ein sozialbemokratischer Kandidat 29 unb ber Freisinnige 13 Stimmen bekam.
* Hamburg, 16 Sept. 1912. Das Luftschiff „H a n s a" ift von ber Fahrt nach Helgolanb, bie es um 7\/.v Uhr früh unter Führung des Grafen Zep- I Velin mit IG Passagieren angetreten hatte, zurückge- l kehrt unb 4 Uhr 50 Rein glatt gelanbet.
,^blc ?"Zste Zett, baß bie zivilisierten Europäer sich aufraffen, um einem christlichen das unter Unmensch- ... _ .. ..
nalnnp SuVainle-tten 8U leiben hat, Teil- Frauzofische übersetzt werben, nähme und Hche zu bringen. I Bekanntlich haben bie Englänber mit bieier
fetzt über bie^ina?1n unterhalten sich Maßreg-l nicht allein einen Schlag ms Wasser son-
so buntscheckigen L 2" einem der» einen Schlag gegen ihren eigenen Kopf getan,
den Ton angidt, wird es innere Schwierigkeiten und
8-'l-en: aber die Zustände ht biefem halbwilben Laube sind boch noch längst nicht so empc renb als bie gegenwärtigen Zustanbe in bem alten christlichen Kulttirlanb Portugal, das zur Zeit nicht bloß von Unchristen, sondern geradem ovn 11 nmenschen beherrscht wirb.
, In Portugal selbst kann bie Wahrheit unb die «nUf nicht au das Licht kommen, weil di- unab- y-ng'gc.. Preße von ben Machthabern schonungslos unteebnukt ist Briefliche Nachrichten über bie Zustanbe gelangen nur ausnahms- liber ilt" iinh ^/^^^"er, weil letztere zumeist unter der eigenen Flagge zu seä-ln anck auk roet) 1 • deshalb bie angeblich liberale dem Meere bes Weltmarktes.
£ s T™8 tn Portugal zu schonen suchen. । -aenn tn der karholischen Presse die portuaie- b-leuchtet werden, so sagt man, bas sche" at,l’n klerikalen unb royalisti-
Käitefr ^r Revublik Die europä'" wallen ;u öercnQ1(S ^esanbie tu Lissabou; wir neu, als in England unb seiuem'Zubchör. Ja, so- flierungen gar noch besser. Denn bie englische Industrie
Minister, fonbern Phrasen der ift auf denjenigen Gebieten, welche bie beutsche
der Beamten unb bÄUb£r bte Ausfuhr vorzugsweise zu befriebigen sucht, viel lei
es scheint, daß die Reai^?"°^t Berichten. Aber stttngsfahtger, als dte ftanzösische Industrie, bte im
B 1e ^egteningen btefe Benchte einfach . Gegensatz zu der politischen Richtung des Landes