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2. Blatt.

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cpc.. Wim, 15. Sept. 1912. (Tel.)

In Wien nahm der heutige Festtag schon früh seinen Anfang Beim ersten Morgengrauen zogen die zum Ordnungsdienst kommandierten Truppen an die zur Aufstellung bestimmten Orte. Die Stra­ßen hallten hübet von dem dröhnenden Tritt der Fußtruppen und dem Getrampel der Pferde. Früh hatten sich auch die zur

Eucharistischen Prozession Herbeigeeilten unter Borautritt von Musikkapellen ihren Standorten zu bewegt. Das Bild war äußerst malerisch. Nur das

Wetter war nicht malerisch, denn es goß in Strömen vom Himmel. Die Polizei war vollauf beschäftigt, denn die Zahl derjenigen, die auf den Bürgersteigen postiert waren, kann auf 50 000 geschätzt werden, während die Teilnehmer an der euchar. Prozession nut 150 000 nicht zu niedrig bemessen sind. Allmäh­lich zogen die Mafien von allenSeiten herbei. Sie ver­dichteten sich in der Nähe des Domes und in der Nähe der Hofburg zu einer wahren Menschenlawin«. Der Regen wurde immer dichter, aber auch dichter die Menschenmenge Jesuitenpater Kolb hatte gestern das rechte Wort getroffen, als er sagte, daß wir Katholiken auch die Unbilden der Witterung zu ertragen vermögen, wenn es gilt, unfern Herrgott zu ehren, Opfer, gewalttge Opfer sind gebracht wor- dn, besonders von den ärmeren Leuten, die von weit her herbcigeeilt sind. Alle sind sie im Festschmuck und ertragen ohne Murren die Unbill der Witte­rung Das tst echter Katholizismus, der zu jedem Opfer bereit ist. tiefer innerer Glaube, der aus dem Innern der Seele hervorquillt.

Um 10 Uhr war noch alles im Zweifel, ob die Prozession in Anbetracht des überaus schlechten Wetters stattfinden könne oder nicht. Alles blickt zum Turm des St. Stefans-Turmes. Es war näm­lich bekannt gegeben worden, daß die Prozesiion nicht stattfinden werde, wenn vom Turme weiße Fahnen sichtbar würden, aber die' Fahnen wurden nicht sichtbar. Die Offiziere versicherten den Pas­santen und den Massen, daß der Zug stattfinden werde, Ununterbrochen rollten die Wagen und Equipagen mit Kirchenfürsten zum Stefansdom. In der Nähe des St. Stefan k d o m e.s herrscht ein derartiges Gedränge, daß es geradezu beängstigend wurde. Weit geöffnet sind die Portale des Domes, aus dessen Innern das Licht des hellerleuchteten Altars hervorquillt. Gegen 11 Uhr nahmen die zahlreichen Bischof: in der Mitte des Domes Aus­stellung. Um 11% Uhr drangen dann plötzlich Fan- farenkläuge in das Innere des Domes. Die Spitze des kaiserlichen Zuge erreichte die Kirche. Die Soldaten standen mit Gewehr bei Fuß, Offi­zieren zogen den Degen. Hofdiener eröffneten den Zug. Tann eine große Anzahl von Hofwagen, in denen die Bischöfe zur Fahrt nach der Hofburg Platz nehmen sollten. Alle Wagen sind mit 6 Pferden bespannt. Den Schluß des Zuges bildete der Staats­wagen der Kaiserin Maria Theresia, der sich durch ganz besondere Pracht auszeichuet. Er wird von acht Pferden gezogen. Offiziere aller Waffengattun­gen in Paradeuniform folgen. Den Schluß des Zuges bilden wiederum rettende Hofdiener " nsw. Es ist zur Ehre Gottes ein Schmuck unb eine Pracht aufgeboten worden, wie sie nur der Kaiserhof zu bieten vermochte. Dann tarnen wieder eine Reihe von Hofequipagen. Ihnen entstieg zunächst der Thronfolger, Erzherzog Franz Ferdinand, Wüter die Erzherzoge Eugen und Salvator, ferner der Erz­herzog Peter Ferdinand. Da brausten plötzlich Hoch­ruf: durch die zahlreiche Menge. Musikkapellen spielten die Nationalhymne. Die Truppen standen mit Gewehr bei Fuß. Langsam fuhr der kaiserliche Wagen vor, und ihm entstieg die ehrwürdige Gestalt Kaiser Franz Josephs. Erzbischof Dr. Nagel geht dem 'Monarchen entgegen und reicht ihm Weih­wasser Dann setzte sich der Zug in den Dom in Bewegung. Born angelangt, nahm der Kaiser in der ersten Bank Platz, und beugte sein Knie, als der Kardinallegat mit dem Allerheiligsten den Segen erteilte. Alsdann trat der Kardinallegat mit dem Allerheiligsten unter einen Baldachin und schritt zum Hauptportal, wo der Staatswagen stand, der zur Aufnahme des A l l e r h e i l i g st e n be- sttmmt war. Hinter dem Allerheiligsten schritt der Kaiser Franz Joseph einher. Der Kardinallegat bestieg mit dem Allerheiligsten den Wagen. Auch die übrigen führenden Persönlichkeiten bestiegen die be­reit stehenden Hofequipagen, die sich zur Fahrt nach der Hofburg in Bewegung setzten. Die Menge fiel auf die Knie, und betete das Allerheiligste an Es war ein ergreifendes Schauspiel, den greifen Kaiser hinter dem König der Königs folgen zu sehen. Als das Allerheiligste in die Hofburg einzog, durchbrach die Sonne für einen Augenblick das trübe Gewölk und beleuchtete den Altar, auf welchem di: Mon­stranz erstrahlte. Es war ein Gruß des Himmels an die Erde. Mit Rücksicht auf die durchnäßten Mas­sen, die stundenlang dem Regen Trotz geboten hat­ten, nahm man von der Abhaltung der feierlichen

so viele Gesellschaften gewöhnt. Der Trubel, Ne vielen Menschen und Lrchter verursachen mir Kops- weh."

„Und doch sehen Sie aus wie das Bild der Ge­sundheit. Aber ich weiß wohl — die englischen Da­men klagen im Anfang stets über das Klima. Ich hoffe, dasselbe wird ihnen im Laufe der Zett immer besser zusagen, und ich rechne mit Bestimmtheit dar­aus, daß mir bei nächster Gelegenheit das außer­ordentliche Vergnügen zuteil werden wird, Sie m Bithur zu sehen, Fräulein Hannah!"

„Gewiß sagen Si: das in freundlicher Absicht und wollen Ihre Worte als ein Kompliment auf- gefaßt wissen — aber es wäre noch liebenswürdiger, mir das Fernbleiben von der Geselligkeit, die Ruhe zu gönnen. Und an Komplimente bin ich weder g:- wohnt, noch liebe ich sie."

„Sie werden sich aber doch daran gewöhne« müssen", entgegnete der Rafah mit einem Lächeln, und wandte sich sodann an den Doktor, dem er er­zählte, ein Tiger habe einige ■Bleiten von hier ent­fernt in einem Dorfe viel Schaden angerichtet. Er, der Rajah, wolle ein Paar Elefanten dorthin sende« und eine Tigerjagd veranstalten, — ob der Doktor sich daran beteiligen wolle?

Dieser sagte sofort zu, und bald darauf empfahl sich Nena Sahib.

„Nun glaube ich doch nicht mehr, Fräulein Hannav, daß Ihr Vorurteil berechttgt ist", sagte der Doktor. „Der Rafah ist wirklich ein prächtiger Mensch."

„Weil :r Sie zu der Jagd aufforderte?" rief Isabella halb entrüstet. „Ich hätte nicht gedacht, daß Sie so leicht zu bestechen sind!"

„Da haben Cie es, Doktor!" lachte der Major. „Aber ich bin froh, daß Sie von diesem törichte« Argwohn zurückgekommen sind. Der Rajah hat uns übrigens zum Frühstück eingeladen, und ich hatte keinen Grund, abzulehnen. Es werden noch mehr Damen dort sein, und Du sollst sehen, Isa­bella, er wird Euch so viel Schönes und Seltenes zeigen, daß Du nicht bereuen wirst, miigegange« zu sein." (Fortsetzung folgt.)

3m Schutze des Säuberns.

14] Englisch-indischer Roman von E. A. Henty.

Arn nächsten Morgen sagte der Doktor zu ihr: "y* nmß Jdn?n wobl zu Ihren gestrigen Trium- lyen gratulieren! Der Rajah soll ja nur Singen pir Sie gehabt haben, so daß allgemeines Zähne- getof n $en Erköniginnen Degradierten

Nnen bas erzählt bat!" ^hs- "Der Rajah hat mir das «sl1 fbcrb°rb?n; Wenn ich nicht als Gast in getoefen toate, so hätte ich ihn ersucht, müh rn Frieden zu lassen, damtt ich ungestört alles Schone um Mich her betrachten könne. Ich fühlte und) durch feine Aufmerksamkeiten durchaus nicht geschmeichelt. Wie sollte auch eine Engländerin an den Komplimenten einer so gelbbraunen Kreatur Gefallen finden!"

„Du sprichst hart von dem Rajah, Isabella", sagte der Major: „er wird doch überall sehr ge- !r“”1 e”lcn 'Hndu hat er eine ganz außerge­wöhnliche Bildung, und als Gesellschafter ist er be­zaubernd. 1 1

^"^^Sefällt er nicht, gar nicht!" sagte Isabella Eindruck^ms^ n immer den

S i'ein tb€r9r er s«» wahres Gesicht vor ^si'ichtta Mes seiner Worte klingt echt und Ser hnebS er ^ch. mußte ich mich W-,-» dl.,« etes- R s's

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S ES* Abneigung, als -er mit Kbren qrofier

[mir zu denken. Bisher teilte ich rigewlich d^allae* meine günstige Meinung über ihn? und eserickü^ nur nur einigermaßen auffallend, daß « liebenswürdig gegen uns war, während n doch Ur­

Messe Abstand. Eine weihevolle Stimmung be­herrschte die Tausenden und Aberiansenden. Ein goldener Tag auf Erden, ein Tag, an dem ein Stück Himmel auf die Erde versetzt schien Ein historischer Moment für die Stadt Wien und das ganze öster­reichische Land, als der Kardinallegat die Menge mtt dem Sanktifsimum segnete. Ein herrliches Be- kenntnis dieser großen Stadt, eines starken Volkes, zum katholischen Glauben.

Nach 11 Uhr gesellte sich zum Regen ein heftiger unfreundlicher Wind, der den Teilnehmern an der Feier den Regen ins Gesicht peitschte, doch keiner wich und inanttc. Alle hielten bis zuletzt aus, und als der Zug den- St. Stefansdom verlassen hatte, da stürmten Tausende zur Hofburg, um dort auf einer Tribüne Platz zu finden, aber vergebens. Die Schutzmannschafteil hatten den Befehl -erhalten, nie­mand durchzulassen, da die Tribünen, bereits überfüllt und stundenlang vorher bereits kein Platz mehr zu erhalten war.

Nachmittags gegen 1 Uhr waren die Zereuromen zu Ende. Um diese Zeit rückten mich die Truppen in ihre Snarticre zurück. Gegen 12 Uhr hatte der Rcgcn ausgehört und die Wollen ließen freundliche Sonnenstrahlen hindurchscheinen, sodaß den ganzen Nachmittag über eine zahlreiche Menschenmenge durch die Straßen ivogte, um. die Sehenswürdigkei­ten der Stadt in Augenschein zu nehmen. Hier sahen iuir sie alle wieder, die am Morgen an der Hofburg und am Stefansdome sttindenlang gewartet halten, um dem Allerheiligsten zu huldigen und den Kaiser zu ichen. Die Böhmen, Kroaten, Tiroler, die Söhne der Pusta usw. zogen in ihren National- trachten durch die Straßen und erregten allgemeiner Aufsehen. Am Abend herrschte auf den Bahnhöfe« •ein ungeheurer Andrang und die Eisenbahnverwal- tung hatte an diesem Abend keine leichte Aufgabe, denn es galt die große Masse, die im Lause bet Woche nach Wien gekommen war, i» die Heimat zu­rückzubefördern.

Nun sind die herrlichen Tage des Kongresses vor­über- Gewiß, das Wetter hätte schöner sein könne«, aber die Unbilden wurden, das versichern wir «och einmal, von allen ohne Murren ertragen, und oaS schlechte Wetter vermocht: nicht, der heiligen Be-, geifterung Einhalt zu tun. Es geschah ja alles « Ehren Gottes, und ihm zuliebe nahmen die Teil­nehmer die Mühen gern auf sich. So zichen denn

Ami Geisa und Umgebung.

* Geisa, 14. Sept. 1912. In der in Nr. 208, 2. Blatt unter .Geisa" veröffentlichten Nachricht über den Titel Rektor des ersten und bett Tttri Kantor des zweiten Lehrers geht uns von ander« Seite folgenbe Mitteilung zu:

ES soll durchaus nicht in Abrede gestellt werdens daß der Titel Rettor deS ersten an der Volksschule an», gestellten Lehrers ursprünglich ein kirchlicher Titel tfL Rektor chori bedeutet und mit .ttrchlichen Funktionen" zusammenhängt. Es erscheint unS aber nicht richtig zu sein und von Unkenntnis der tatsächliche« frühere« Berhältniffe zur Zeit, als der kirchliche Titel noch Be» deutung hatte, zu zeugen, wenn der Artikelschreiber! Rektor chori mit Leiter des ttirchenchorS übersetzt. Dee- Rektor chori hatte in früherer Zeit di« Ausgabe, gewiff» dem als dem ersten Lehrer in besonderer Weis« zu­kommend« Verrichtungen während des sonntägliche« und werttäglichen Gottesdienstes auSzuüben, und z. B. die Schulttnder zu überwachen, die Meßgebete vorzu­beten und bergt mehr, — und unser« älteren Leut« erinnern sich wohl noch alle, wie sehr das würdig«' Borbeten des Rektor- chori zur Erbauung der Gläubigen und zur Verherrlichung des Gottesdienstes bei» getragen hat. Diese .kirchlichen Funktionen" des Rektors chori sind seit langem außer Gebrauch gekommen; die Heranwachsende jüngere Generation und die von auSwärtS zugezogenen Fremden wiflen davon entweder nichts oder nur von Hörensagen. ES ist bedauerliche daß diese schönen Gebräuche aus früherer Zeit in Ber» ?Offenheit geraten, aber es scheint uns auch, daß in- olgebeffen bei Titel Rektor im Sinne eines Rektor chori gar keine praktische Bedeutung mehr hat. Der jedesmalige Inhaber der ersten Lehrerstelle wird roo$L auch heute daher keinen Anspruch mehr auf den Titel eines Rektors im Sinne eines Rektors chori, also im

letzterer ztigesagt halte, der solch: Vergnügungen sonst gar nicht liebte, überrascht: den Major.

„Ich fahre auch nicht hin, um mich zu amüsie­ren", sagte der Doktor. „Ich will nur Nena Sahib einmal genauer beobachten. Er ist eine wichttge Persönlichkeit, und wenn die Gerüchte von der Un­zufriedenheit unter den Seporys wahr sind, so kommt auf seine Gesinnung sehr viel für uns an."

Als nach ihrer Ankunft der Major in Gegenwart des Doktors seine Entschuldigung wegen Isabellas Ausbleiben vorbrachte, gab Nena Sahib snn lebhaf­tes Bedauern darüber zu erkennen und fügte hinzu, er werde am nächsten Morgen mit des Majors Er­laubnis nach dessen Wohnung kommen, ym sich nach dem Befinden der jimgen Dam: zu erkundigen.

„Innerlich war er wütend über Ihre 'Zeitteilung, Major", sagte der Doktor später, „das sah ich ihm trotz seiner äußeren Freundlichkctt an. Ich glaube, er hat dieses Fest nur um Isabellas willen arran­giert; beim sonst gibt er nicht zwei so rasch hinter­einander."

„Welche Mutmaßung, Doktor!"

„Hat er das früher nicht auch schon getan, wenn eine neue Schönheit ihn bezauberte?"

Auch noch andere außer dem Doktor hatten be­merkt, daß der Rajah an diesem Abende sich nicht ganz so zeigte wie sonst. Gegen seine Gäste war sein Benehmen dasselbe wie immer, aber seinen eigenen Leuten gegenüber machte sich eine gewiffe Gereiztheit geltend.

Am nächsten Tage besuchte -er den Major. Die­ser hatte Isabella nichts von der Absicht Nena Sa- hids verraten, aus Furcht, daß, wenn er es täte, sie die Flucht ergreifen und sich zu irgend einer guten Bekannten begeben würde. So saß sie, als oer Wagen vorfuhr, mit ihrem Onkel in Gesellschaft des Doktors und des jungen Wilson in der Veranda.

„Es bat mich betrübt zu hören, Sie seien un­wohl, Fräulein Hannah", sagte der Rajah. „Ihr Nichterscheinen gestern war eine herbe Enttäuschung für mich " rt

„Die Hitze der letzten Tage hat mich angegriffen", erwiderte Isabella ruhig; „auch bin ich nicht an

23. Eucharistischer Kongretz.

cpc. Wien, 14. September 1912.

Das Wetter ist unverändert trostlos. Es^ reg­net in Strömen und wenig Hoffnung bleibt, baß sich bas Wetter bis morgen, bem Tage der großen Pro­zession, ändert. Trotz des schlechten Lotters herrsch^ jedoch auf allen Straßen ein riesiger Verkehr. Di. verschiedensten Bölkertypen wogen burchernander, Tiroler, Slovaken, Kroaten, Ungarn Ruthenen, meift in ihren febnwefen Nationaltrachten, oa Uitb dort taucht auch der Turban auf

Je weniger sich auf den Straßen die Festltch- teiten breit machen können, umso feterlid>er gestalten sich in den herrlich geschmückten Kirchen die eucharistischen Feiern. Von morgens früh bis zum >äten Abend sind die vielen Kirchen Wiens mit riommeu Betern gefüllt, die auf den Knien dem eucharistischen Heiland huldigen, der in strahlendem Glanz auf den Altären thront. Der Andrang zu den heiligen Messen ist so groß, daß die Kirchen die Massen kaum zu fassen vermögen. Zu einer impo­santen Kundgebung gestaltete sich heute morgen die Generalkommunion der Studenten. In der Bottvkirchc traten Tausende von Studenten an die Kommunionbank. Universitätsproseffor Htl- genreiner aus Prag hielt die Festrede. In der Ka- uisiuskirche hatten sich Tausende von Mittel­schülern eingefunden, um die hl. Kommunion zu empfangen. In herrlichen Worten ermahnte P. Boissl-Wien die jungen Leute zur Verehrung der hl. Eucharistie. Zu dem Pontifikalamte in der Stephanskirche herrschte ein riesiger Andrang. Unter der Menge der Anwesenden befand sich auch eine große Anzahl geistlicher Würdenträger. Das Ponttfikalamt wurde zelebriert vom Kardinallegaten von Roffum, der am Schluffe den apostolischen Segen erteilte.

Eine erhebende Feier fand gestern früh statt. /7000 Kinder empfingen im Schwarzenbergschen ©arten in stiller Andacht zusammen mit den Kindern derjenigen hochgestellten Persönlichkeiten, die an der Spitze dieser Veranstaltung standen, die heilige Kom­munion.

Heute wogt: schon in den frühen Vormittagstnn- ben die Masse in die Rotunde, wo um 11 Uhr die letzte feierliche Versammlung begann. Bis auf den letzten Platz war wieder die gewaltige Halle gefüllt. Die Beteiligung des Kaiserhauses, der Ariswkratie, war noch starker, als in den vorherge- eangenen Versammlungen. Die Versammlung bil­dete einen würdigen erhebenden Mschluß der zahl­reichen Veranstaltungen des Kongreffes.

Jesuitenpater Kolb, der als erster Redner die Tribüne bestieg, betonte einleitend, daß der diesjäh­rige Eucharistische Kongreß, ebenso wie seine Vor­gänger, praktische Arbest zum Wohle der Kirche ge- Icfftet habe, die in einer großen Anzahl von Reso- nttrauen ihren Abschluß gesunden habe. Nur eine Resolution wolle er zirr Verlesung bringen:

Der 23. Internationale Eucharistische Kongreß ®e*ner Heiligkeit dem glorreich regierenden Papste Prus X., den ehrfurchtsvollsten Dank dar. Wir danken dem Heiligen Vater für die erlassenen Kom- nmnrondekrete. Der Kongreß sieht darin ein wirk- ^VttcI Fiten die Wunden unserer Zeit, um die der Kinder zu bewahren, und ein Hilfsmittel ^"dcnlebens der Erwachsenen. Der Euchari- s.rsche Kongreß bittet alle Faktoren, mit allen Kräften der Ausführung der Dekrete nackzuftreb-n. (Lebhafter Beifall.)

Darnach kommt der Redner auf das schlechte ungünstige Wetter zu sprechen, und er fand den Unfall aller, als er darauf hinwies, daß wir nicht zu einem Vergnügungsseste, sondern zur Verherr- nchung Gottes hierher gekommen find und gern bi? Unbilden des Wetters auf uns nehmen. Es ist das er« Opfer, bas wir neben bem Opfer unseres Her- z:ns und unserer Liebe dem göttlichen Heiland dar- brrngen. Unser Kongreß darf nickt gemeßen werden mrt bem Maßstab der Touristik, mit bem Maßstab be§ Vergnügens. Er will vielmehr dem von so vlelen verachteten und in den Staub getretenen ©etlani) eine Sahne barbringen, unb darum nehmen ivtx alle llnbilben mit ^reuben an. (Slüun. 33eif.) 7~ nächster Redner sprach daun das Mitglied des Magnatenhauses, Vela Graf Sommssmch über die heilige Eucharistie und die Zukunft d-r Kirche. Tie herrliche Rede war ein Lobgesanq auf bte glanzvolle Vergangenheit der Kirche, ein Kampf­

ruf für die Gegenwart und ein Bittgebet für die Zu­kunft. Die hMge Euckaristte wird das Volk wieder zur Frömmigkeit zurückführen, br: Klagen über Ge­burtenrückgang werben aufhören unb bamit auch die Zukunft der Kirche sichergestellt werden. — Professor Dr. Kün zle sprach über „Die Mutter der schönen Liebe unb bte heilige Eucharistie". Der lebhafte Beifall, bet bem Redner bei besonders markanten Stellen gezollt wurde, bewies bte Liebe, mit bet bi: zur Verehrung der heiligsten Eucharistie Herbeige­eilten ber Mutter Gottes gebenlen. Der Erz b i­sch o f von Valencia in Spanien gab bann in lateinischer Sprache seiner Freude Ausdruck über den prächtigen Verlauf des Kongresses. Er betonte die Treue des spanischen Volkes zum heiligsten Al- tarssakramente unb zum heiligen Vater und brachte dem greifen Kaiser ber Donaumonarchie bte Huldi­gung der spanischen Katholiken bar. Zum Schluß bat er um das Gebet für das von Freimaurern be­drohte Spanien. - Erzbischof Arnette von Pa­ris überbrackte die Grüß: der französischen Katho­liken fluch für Frankreich werde es einst wieder heißen: Ehristus ist Sieger, Christus ist König, Christus beherrscht die Seelen. — Darauf ergriff da? Wort Kardinallegat von Rossum:

So stehen wir denn schon vor oem Abschluß der großen Feier des Eucharistischen Kongresses. Wir stießen von Dankbarkeit über, und es drängt uns, unserer Befriedigung über den herrlichen Verlauf des Kongresses Ausdruck zu geben. Darum richten wir utis an den dreieinigen Gott, um aus der Quelle des Herzens ihn zu loben und zu preisen und ihm zu danken. Ehre sei Gott dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist. (Stürm. Beifall.) Unser Dank gebührt dann dem Manne, der in der Ewigen Stadt weilt, dessen Name zum Ruhme GotteS auf allen Veranstal­tungen hervortrat. Wir können unserem Danke nicht besser Ausdruck verleihen, als indem wir ihn ständig der unverbrüchlichen Treue versichern. (Stürm. Seif.) Unser Dank gebührt weiter dem Monarchen, der in diesen Tagen feinen blanken Ehrenschild über unsere Veranstaltungen gehalten hat. Er hat der Welt ein Beispiel gegeben und gezeigt, daß Habsburg noch immer Habsburg ist. Dank Seiner Eminenz, dem Kardinal von Wien, Dr. Nagl, Dank Ihnen, meine lieben Brü­der, Dank den Bischöfen, Dank den Rednern, Dank dem Komitee, dem eine so gewalige Aufgabe zugefallen ist. Innigen Dank allen denen, die in diesen Tagen aus allen Teilen der Welt in unserer Gottesstadt Wien zusammengeströmt sind. Wir werden unserem Danke morgen während der heiligen Prozession Ausdruck geben. Möge uns der liebe Gott hierzu recht schönes Wetter bescheren! Wir werden der Welt, die unseren Gottmenschen nicht mehr anerkennen will, zeigen, daß noch Millionen und Abermillionen treu zu ihm stehen. Wenn Sie dann in Ihre Heimat zurückkehren, dann möchte ich Sie bitten, alles, was Sie hier gesehen und gehört, nicht zu vergessen, in den Herzen weiterzu­tragen und Ihren Brüdern mitzuteilen. Ganz be­sonders bitte ich die Priester, dafür zu sorgen, daß die Früchte dieses Kongresses nicht verloren gehen. Die katholischen Eltern bitte ich, ihre Kinder recht früh zum allerheiligsten Altarssakrament zu führen, um sie vor den Gefahren zu schützen, die ihnen draußen so mannigfach drohen. Und noch eins: es erfchallt durch die Gaue Oesterreichs der Ruf: „Los von Rom!" Meine Damen und Herren! Es find die Feinde un­serer Kirche, stellen wir ihnen den Ruf entgegen: „Hin zu Rom!" Wir wollen feststehen und treu halten zum Stellvertreter Gottes in der heiligen Stadt. (Langanhaltender, andauernder Beifall.)

Hierauf bat Bischof Heylen von Namur die Versammlung, ein Vaterunser zu beten, damit b>r Herr morgen schönes Wetter beschere und ber Kon­greß in der Prozession seinen würdigen Abschluß finde. Hieraus teilte der Bischof noch mit, daß der nächste Eucharistische Kongreß vom 24. bis 27. April 1913 in M a 11 a stattfinden werde. — Mit einem Hoch ans Papst und Qaifcr und mit dem Liede „Großer Gmt wir loben dich" fand die Versamm­lung ihren Abschluß.

fache hatte, uns nicht geivogen zu sein. Ihre An­sicht über ihn weckt auch meinen Argwohn; denn Hunde unb Kinder zeigen fast stets das richtigste Urteil über die Personen."

„Das ist ja sehr schmeichelhaft, Herr Doktor!" lachte Isabella.

„Nun, ein junges Mädchen, das wenig von der Welt gesehen hat, kommt in diesem Fall: einem Kinde gleich. Anders wäre :s, wenn die Liebe mit ms Spiel käme — da fa.t.t so ein armes Ding leicht getäuscht werden. Aber wo bas Herz nickt beteiligt ist, bleibt der Instinkt untrüglich" Da der Rajah, wie ich horte, sich offenbar besondere Mühe gab, gerade Ihren Beifall zu erringen, und Sie trotzdem solche starke Abneigung gegen ihn hegen, so ist das von Bedetttung für mich."

„Aber Unsinn, Doktor!" rief der Major Alle bst'r kennen den Rajah seit Jahren. Ist es "nicht mcyerltch, auzunelmten, daß jeder Mensch sich in "hm geirri haben sollte, bws weil er Isabella nicht gefallt? Sie kann ihn wahrscheinlich nur deshalb nicht le,den, weil er sie so vor aller Welt ausqezeich- net hat."

Isabella schauderte zusammen „Sprich gar nicht davon, Onkel! Es war schrecklich! Wenn tch daran denk:, ist es mir wie den kleinen Vögeln, von denen man erzählt, daß ber Schlanqenblick sie lähme bts zu wehrlosem Entsetzen." Ter Major schüttelte hierauf nur ben Kopf.

Vierzehn Tage später gab Nena Sahib aber­mals ein Fest. Zu ihres Onkels großem Mißver­gnügen weigerte sich Isabella entschieden, mit hin­zugehen.

«Aber was für einen Grund soll ich denn an­geben?"

„Welchen Du willst, Onkel Sage doch einfach, ich hätte Kopfweh, was auch wirklich der Fall ist. Ich werde mich zu .Hause bei weitern Wohler be­finden."

Hunters waren schon nach Dinnugghur zurück- gekehrt, und so sah sich der Major auf seiner Fahrt nach Bichur nur von Dr. Wade begleitet Daß

bensgenossen von der Begeisterung auf bem Euch» ristsichert Kongresse mttteilen. Möge bet Kongreß reife Früchte tragen für bie Kirche unb ba8 gesamt» katholische Volk! *