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wochEas«: .Illustrierte Zonntagrzeitmg"

Erstes Blatt

Fulda, Montag den 16. September 1912.

M 212.

39. Jahrgang

Deutsches Reich

gen von dem Ausbruch einer neuen revolutio-

In Australien sind infolge der Trockenheit

Fleischpreise in den letzten drei Monaten um dreißig

Ein- Ver- Zu noch wir

spruch erheben gegen eine so barbarische gieudung von Lebens» und Schaffenskraft, einem besonderen Einspruch zwingt uns das deutsche Nationalge fühl, wenn

schwer verletzt, davon fünf durch Revolver» schüffe.

** Spanien duldet die Portugiesischen Verschwö­rer nicht mehr im Lande. Spanien und Portugal haben ein Abkommen getroffen, wonach alle Führer der Verschwörung zur Wiederherstellung des Portu­giesischen .Königtums sowie dir hauptsächlich daran Beteiligten aus Spanien ansgewiesen werden.

X Die Festlegung des Osterfestes. Auf eine An­frage an den Reichskanzler bezüglich der Festlegung des Osterfestes ging vor wenigen Tagen beim Deutschen Handelstag folgendes Schreiben des Staatssekretärs des Innern ein:

.Amtlichen Nachrichten zufolge besteht bei der römischen Kurie ebensowenig wie bet der für die griechisch-katholische Kirche maßgebenden Stell« Geneigt­heit, auf die Festlegung d«S Osterfestes einzugehen. Ich sehe deshalb, zurzeit keine Möglichkeit, die An­gelegenheit mit Aussicht auf Erfolg amtlich zu betreiben."

Wiederholt schien eS iu den letzten Jahren, daß di« Festlegung des Osterfeste» sichere Aussicht auf

erscheint Ist-Nch mtt Anrnahme der Som- «ndLriertag«.viertel- MrlicherVeMtpreir ohne Sringerlohn und SesteSgelomZuldass- wit auswärts 1.50 UU.

Keraatw. lledaktenr, «ar? Schütte;

** Unglaubliches aus einer Grandenzer Schule berichtet das ,Westp. Volksblatt'. In der Zeit des ! allgemeinen Jesuitenkollers fühlt sich bie Oberlehrerin Frl. Sttewmskl berufen, den Schülerinnen der 3. Klasse in der Graudenzer V-ktoriaschule folgenden Begriff von den Jemiten beizubrinnen:

Die Jesuiten sind gar schlimme Leute. Heute sind sie gut Freund und morgen mischen sie Gift in den Wein, wenn es der Ordensobere so verlangt. Das ist 4er sogenannte Kadavergehorsam. Auf Befehl des Ordensoberen müßten sie sogar ihre Eltern töten. Auch ist be, ihnen der Meineid erlaubt — der Zweck heiligt b*e Mittel. In früheren Zeiten walteten die Jesuiten vielfach als Beichtväter in Fürstenhäusern. Auf diese Art und Weise erfuhren sie viele politische Pläne, wo-

* Der gestrenge Zar. Während eines Umritte» des Kaisers von Rußland auf dem Chodynkafelde lief ein Soldat aus der Front, um dem Kaiser ein Bitt- g e s u ch zu überreichen. Um Wiederholungen vorzu- beugen, hat der Kaiser dem Kommandanten des Mos­kauer Militärbezirks befohlen, dem Kommandeur de» 13. Armeekorps eine Vorhaltung zu machen, dem Kom» mandeur des betreffenden Regiments eine strenge Rüge zu erteilen, dem Kommandeur des ersten Bataillon» das Kommando zu nehmen und die Chefs der Kom­pagnie und des Zuges, dem der Soldat angehört, zu entlassen. — Ob hier nicht auch die blasse Furcht mit­gespielt hat?

** Der Panamattanal soll nach einer Bekannt­machung des nortamerikauischen Marineamtes im Herbst 1913 dem Verkehr übergeben werden.

** Paraguay. Aus Asuncion kommen Meldun-

O Bundesrat und Jesuitengesetz. Der.Bayerische Kurier' hatte gemeldet, im Bundesrat sei die Formel für die Ausführung des Jesuitengesetzes gesunden. Der Begriff der Ordenstäligkeü solle dahin ausge- legt werden, daß den Jesuiten erlaubt sei» soll das Lesen einer stillen Meffe und die wissenschaftliche Betätigung. Nach dem ,Berl. ,Lokak»Anzeiger' soll diese Meldung vollkommen unbegründet sein. Der Bundesrat sei in die Beratung über die Auslegung des Begriffs »Orbenstätigkeit" überhaupt noch nick! eingetreten. — Damit wird es wohl seine Richtig- feit haben. Wir könnten uns nicht gut denken, daß der Bundesrat den Begriff keif tn einer Welse auslegen wird, die seine An- wendung für die Jesuiten und den katholischen j Bolksteil noch drückender macht, als eS bisher schon der Fall war.

AKZjanö.

** Die französischen Manöver haben am Freitag einen unerwarteten Abschluß gefunden. Der Füh-

Harakiri.

Mir alle haben davon gehört und auch wohl hier und da ein Bild gesehen, das uns jene grauen- haste Handlung darstellt. Im vollen Schmuck seiner maleri chm Tracht sitzt ein Japaner, den Blick ge- fei'kt. Die Hand hält das Schwert, dessen unter dem Gewand verborgene Spitze er sich in den Leib gräbt. Kein Zucken verrät den rasenden Schmerz, mit dem das kalte Eisen das warme Leben durch­wühlt. Auch die Mienen der umherstehenden Zeugen des furchtbaren Vorganges, von denen einer das blanke Schwert über dem Selbstmordenden hält, zeigen eisige Gefühlskalte. Solch einen Tod bei klarem Bewußtsein unter langsamen Qualen hat der greise japanische Feldherr, der Sieger in hundert Schlachten, der Held von Port Arthur, Nogi mit seiner Gattin gewählt, um seinem verstorbenen

Herrscher in den Tod zu folgen.

In Japan wird der Selbstmord von hervor­ragenden Militärs und Privatleuten als eine h err- liche Tat und eine patriotische Handlung der Ergebenheit angesehen. Aber nicht allein von seinen federgewandten Landsleuten, sondern auch von manchen europäischen Tagesschriststellern wird die Tat bewundert und verherrlicht.

Das ist ein bedenkliches Zeichen der Zeit. Für den Christen ist der kritische Standpunkt gegen­über einem derartigen Selbstmorde ohne weiteres gegeben. Aber auch der gesunde Menschenver­stand und der praktische Sinn Jüt das Gemeinwohl müssen entschieden ■'

Kaiserliches Handschreiben zu den Manöver». Der Kaiser hat an den König von Sachsen ein Handschreiben gerichtet, rootm er sich von den Leistungen der beiden sächsischen Armeekorps während der Manöver durchaus befriedigt erklärt. Die sächsischen Truppen ständen auf der Höhe kriegs- lüchtiger Ausbildung und würden allen an sie heran­tretenden Anforderungen gewachsen sein. Um den König dem Heere noch enger zu verbinden, bittet er er ihn, die Stellung als Generalfeldmarschall m der preußischen Armee anzunehmen. — Der Kaiser richtete auch an den Prinzregeuten Luitpold von Bayern ein Handschreiben, in dem er seinen Dank für die Zustimmung zur Teilnahme der bayerischen Kavallerie-Regimenter, sowie seine An­erkennung sür deren Leistungen und kriegsgemäße Ausbildlmg ausspricht.

K Die Abbeförderung der Truppen aus dem Kaiser- mauövergelände begann am Samstag; mit der Bahn sind 100000 Mann zu befördern. Am Manöver nahmen über 125 000 Mann teil, nämlich 36 Jn- iauterieregimenter, 71/« selbständige Bataillone, 22 Maschinengewehrabteilungen, ^Kavallerieregimenter, 18 Feldarlillerieregimenter, dazu Fußartillerie und | Ballonkanonen.

* Die großen Personalveränderunge« im preußi­schen Ofsizicrkorps, die aus Anlaß der Neuforma- j tionen stattgefunden haben, liegen nunmehr in einer Sondernummer des „Ml.-Wochenbl." vollständig vor. In einer weiteren Nummer werden die ge­wöhnlichen monatlichen Veränderungen, die auch recht umfangreich sind, bekannt gegeben. Die Pn- svnallisten beider Nunimern umfassen nicht weniger als 146 Spalten. Die Beförderungen haben sich be­sonders in den Dienstgraden der Hauptleute und Oberleutnants umfangreich gestaltet, waren aber auch bei der Generalität und den Stabsoffizieren er­heblich.

rüber sie dem Papst berichten mußten. Der so htfoe»1 mierte Papst suchte dann durch Androhung von Ki«! chenstrafen die Ausführung jener Pläne, die ihm' mcht gefielen, zu hintertreiben.

»Nicht wahr, Kinder, das ist doch so?" — ----

Und die Kinder und besonders die so angeredeteM katholischen Kinder? Sie starren entsetzt ihr« Lehrerin an. In der nächsten Geschichtsfiunde solle«! sie diese Lektion selbst nachsprechen! — Man soll« eS nicht sür möglich halten, daß an einer Lehr-i anstalt — und noch dazu an einer höheren Lehm anstalt — heutzutage noch ein solcher Geschichts­unterricht erteilt werden könnte. Ein Unterricht, der nicht nur aller geschichtlichen Wahrheit ins Gesicht schlägt, der nicht nur dem Glauben an die eigene Autorität des Lehrenden oas Grab gräbt, sonder» auch ein Unterricht, der dem konfessionellen Frieden, dem friedlichen, auf gegenseitigerAchtung gegründeten Nebeneinanderleben von Katholiken und Protestanten direkt entgegenarbeitet. Aus unschuldigen Kinder­herzen gellt ein erschütternder Schrei an die be­rufenen Vorgesetzten und Behörden: Haltet Wachtk Sorget, daß wir gebildet und geleitet werden do« Erziehern und Erzieherinnen! Verhütet, daß wir von Verblendeten mißhandelt werden!

uldaer W Zeitung

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Momtrdeiiagei „SuRxiet SefchichtsblStter" ÄgfS?

eben nichts anderes, als »in« vorzeitig« Ka­pitulation — zum Schaden von Kaiser nnd Reich. Wäre er Christ gerotfet, so hätte ihn nur der einfache und gesund« Gerank« b«h«rrscht: di« Treue gegen den alten Kaiser kannst du nicht besser betätigen, als wenn im dem jungen Kaiser den Rest deiner Kräfte und deiner Tag« widmest!

Japan muß christlich werden, em vernünftig und zivilisiert zu werden.

♦ Kioto, 14. Sept. 1912. Der Schlußakt der Beisetzung des Kaiser» von Japan vollzog sich in Kioto. Im Leichenzuge wechselten wie in Tokio Abteilungen von Fackelträgern mit Gruppen von Hofbediensteten, Priestern, Beamten und vor­nehmen Persönlichkeiten. Alles ging « Fuß. Prinz Kanin, der mit der Vertretung des Kaisers betraut war, verlas eine Adreff« a» den Verstorbenen. Darauf traten die mit der Vertretung der Kaiserin, der Kaiserinwitwe, der Prinzen betraute« Persön­lichkeiten vor und bezeigten dem Geiste des Toten ihre Verehrung. Die Beisetzung im Grabe vollzog sich nur in Gegenwart der Priester, der kaiserlichen Vertreter und der obersten Begräbnis­beamten und der notwendigsten Zeugen. Alle anderen blieben am Fuß de- Hügels zurück. Nach dem Begräbnis wurde di« Bahre, auf btt der Sarg getragen wurde, verbrannt. Morgen findet eine besondere religiöse Feier statt, bei der di« Asche der Bahre im Vorhof des Mausoleums beigesetzt wird. Der gestern in Tokio benutzt« Ochsenwagen wird verbrannt, ffeine Asche wird in der Umwallung des Palastes begrabe». Auch der Waggon des Eisen- bahnzuges, auf der die Leiche befördert wurde, wird verbrannt.

stillstehen, wenn st- nicht auf ihre Rechnung kon^ S-m-nge. Maner- und Feldsteine wurden geworfen men. Vor wenigen Tagen konnte man lesen, wie binnen kurzem waren tausende von Leute» m der Bischof von Rottenburg abgekanzelt wurde, weil .etn^,'r,tof,u Le-c D eJl 3 aomfV

er zu Aachen in seiner Rede zugab, der Fall sei denk- verwtckett wahrend dre Zuschauer auf der Tribun« bar, daß der hl. Vater überdeutscheVerhältnlffe^'sahen. RachallenRicytungen sielen Leuteblukend nicht gut informiert sei. Seine diesbezüglichen Worte ^dem Sie Schutzleute waren machtlos. Auch wurden geradeheraus „verhängnisvoll" genannt, ^de» Revowerschusse wahrend des Kampfes ab- Nnn trifft ein viel schwererer Vorwurf mittelbar gefeuert. Erft den herbeigezogenen Verstärkungen den Trierer Obrrhirten. Doch das ist die Signatur ber Schutzmannschaft gelang -s, die Menge ausem- des Kampfes, der von den quertreiberischen Elemm- anderzubringen. Es wurden 58 Personen, teilweise ten im In- und Ausland heraufbeschworen ist nnd dre giftige Frucht des schon solang- beklagten Ver­dächtigungsfeldzuges, der gegen die besten Männer in Deutschland geführt wird. Das kann auf die Dauer nur die allerschlimmsten Folgen zeitigen. Es ist wahrlich an der Zeit, daß ein Entrüstungsfeldzug gegen diese Elemente und ihre Presse organisiert wird.

Verwirklichung hab«; »ach btt votstthenben Mtt- tetlung bürst« bi« Frag« indes noch nicht als spruch« «ff angesehen werden, so daß ihr« Entscheidung wohl noch lange aus sich warten lassen wird.

j| Ouertreiberische Angriffe auf di« Leitung des 6. internationalen Marianischen Kongresses in Trier. Durch ein internationales Komplott ist nachttäglich in der AuSlanbspreffe der Versuch gemacht worden, den so herrlich verlaufenen Marianischen Kon­greß in ein schiefes Licht zu stellen. Es find in französischen und italienischen Blätter« Kortespon- denzen erschienen, bte angeblich aus »gut unter­richteter Quelle" schüpfenb, btt Behauptung aus­stellten, zu Trier hab« man eS an Papsttreue und Warme für ben hl. Vater fehlen lassen; eS seien in ber Leitung ber Veranstaltung bi« Freunde der (imaginären) »Kölner Richtung' Herr gewesen, hätten „nos amis*, d. h. die trierischen Freunde der „integral-katholischen" Quertreiber auSgeschalttt, eS seien modernistische Vorträge gehalten worden usw. Gegen diese Verdächtigungen, die in der ,Unita Cattolica' zu Florenz und im ,UniverS' zu Paris gestanden haben, und von da in andere Blatter übergegangen find, hat sofort der Präsident der Rednerkommission des genannten Kongresses, Generalvikar Tilmann, einen energischen Protest erlassen, der auch der ,Unita Cattolica' in italieni­scher Sprache zuging. Das Blatt hat den Protest gebracht, aber an di« Veröffentlichung wieder neue Verdächtigungen der Kongreßleitung geknüpft. Das I

,4» ... m „ __ rer der roten Armee, G e n e rä l M ar i o n, wurde Crosta, der dem Kongreß beig-wohnt"hab" di^Rede V;‘ne™ ganzen Gen-ralstab von einer blauen fei von der »nicht allzu lebendigen päpstlichen Ge-1 Kavalleriepatrmnll- auf einem Hügel südlich vo» fmnung" in irgend einer Sektion und vom „Ausschluß Mirabeau übersatten und gefangen genommen, alles dessen, was speziellen Bezug auf ben Papst, als Da infolgedessen der roten Armee ine Leitung man« Hammer der antimodernistischen und anllmarianischen gelte, mußten die 'Manöver vorläufig abgebrochen Häresie hatte", aus dem Programm der deutschen werden. Angesichts der famosen Leitung der „roten" Arbeiten. Armee mutet folgende 'Meldung etwas seltsam an:

Dieser erneuten Verdächtigung tritt der Prasi- In Moncontour gab Kriegsminister Millerand dent des Lokalkomitees, Domkapitular, Bischöslicher | am Samstag ein Frühstück zu Ehren der fremden

der den Selbstmord verherrlichen den Unterlid Berliner Blatte: Da sehe man feinem 0 zwischen dem Helden Nogi und b«TeÄXe' m *°2 Arthur, General Stössel; Widersiandskraf' cha- übergeben, ehe seine feit der ©elbftaufon^ ,?Ql5tenb Nogi die Tapfer- weis beweist das bewährt hat. Der Hin- Es mag sein, daß^töffei^ v°n dem gewünschten, halten können und fouVn $£13It^.ur hätte länger mettbarfett des Platzes ur, i)1« weitere Ster« h°t zweifellos dort einktL7^^ Nogi Todesverachtung erwiesen Tapferkeit und

hatte da nicht Nogi anck nachher, -

verteidigen, was für sei» Vot^u wahren seine Erfahrungswrishe t Wert war:

Im Geiste d.ulscher Ritterlichkeit und mittelaller- lichen Mannentreue hätte sich General Nogi sagen müssen: »Der Nachfolger meines verstorbenen Herrn braucht Hilfe, um das Wohl der Dynastie, des Staates und des Volkes mit Erfolg wahren und fordern zu können. Wohlan, ich stelle ihm den Rest »winet Lebens- und Belriebslraft zur Verfügung." Ader statt in die Bresche zu springen erweitert er die Lücke in dem Personalbestand durch seinen Selbst- uoro. Ventünstig ist es nicht.

Die Japaner sagen nun, er habe die alte et« habt ne Sitte ihres Landes wahren und neu beleben, d-n alten japanisch, n Opfergeist neben der technischen Europäisierung aufrechterhalten wollen. Aber was Nogi durch sein Beispiel teilen und auffrischen will, ist eines der schlechtesten Stücke der altjapanischen lleberlieferuug. Die Nation braucht einen aktiven, positiven Opfergeist, nicht den negaliven, bei durch Selbstmord Werte zerstört. Opferwilligkeit zam Besten der Lebenden, nicht Totenopfer, die dem Gestorbenen nichts nützen und den liebet» lebende» nur schaden können.

O ist die Nachwirkung eines heidnischen Aberglauben?, der ebenso unmenschlich als unsinnig fft. An die Vergöttlichung des gestorbenen Herrschers schließen sich die Menschenopfer an seinem Grabe. Ob da Leute hingejchlachtet werden, wie bei den Wilden in Afrika, oder ob Leute durch eine häßliche Sitte zur Selbsthinschlachtung verleitet werden, macht keinen wesentlichen Unterschieb. Ter mongolische Ahnenkultus hat bte günstige Wirkung, daß er den Familiensinn hebt und erhält Em gemeinschädlicher Auswuchs der Ahnenverehrunq ist jedoch der Aberglaube, daß die Geisler der Ver­storbenen noch dir Welt regierten. Wenn General Nogi gmubte, er müsse sich dem sortwirkenden Geiste des verstorbenen^ Kaisers zur Verfügung stellen, so mag ja das ein schlüssel sür seine geistige Verirrung geben. Man soll dann aber nicht von einer patti- I orychen Heldentat reden, sondern nur von einem I raurigen Ausfluß des alten Heidentums. Wir X?' baß der überlieferte heidnische Geist uich! allein »»christlich und unvernünftig, sonb-rn auch geradezu kulturfeindlich ist. Darum eraibt fick aus dem Vorfälle dir Moral/ daß der lapLschÄ Natron nichts geringeres not tut, als die Bekehrung auTn U?b7r Lef1UUnL Wen» das Volk von seinen allen Nebertteferungen nur das schlechte fesihall und tma tb'n ÄHllut nur das äußerliche,

hi>8^m d)ennnt« b'blcrieüe annimmt, so fehlt ihm ba§ Gemütsleden und die rechte ® *f, Es zeigt sich hi-r deutlich, daß die mögUch Al W oi?ne b'- christliche Religion

lesn», daß General Nogi im Geiste des mittelalter- llchen Feudalismus und der alten deutschen Mannes­treue gehandelt habe.

Gewiß, die alte deutsche Treue ging bis zur Selbstaufopferung; aber der deutsche Recke setzte sein Leben nur zweckbewußt im Kampfe für seinen Herrn ein. Er fürchtete nicht den Tod durch die Hand des Gegners; er suchte sogar ost mit der größten Wagehalsigkeit einen Kampf auf, der ihm eine Niederlage durch die llebermacht in Aussicht stellte. Aber an Selbstmord dachte er nicht. Bis upu letzten Rest seiner Kraft wollte er den Feind seines Herrn zu vernichten oder wenigstens zu schwächen Vien. Der Selbstmord hätte ja das Gegenteil von mesem allein maßgebenden Zweck erreicht, nämlich eure Schwächung der Wehrkrast auf der eigenen Seite. - ...1.2'”

** DaS Neueste vom liberalen Feldzug in Bayern. Dieser Tage ging eine Meldung der .Münchener Neuesten Nachrichten' durch die liberalen Blätter, I Die u. a. besagte: Die Eingabe der bayerischen I Bischöfe in Sachen deS Jesuitengesetzes sei der bayerischen Gesandtschaft in Berlin zur Hebet» Mittelung an den Bundesrat noch nicht zugegangen. In der „klerikalen Presse" sei bisher noch kein Zterbenswörtchen laut geworden, „daß die Eingabe ihre Adreffe nicht erreicht habe". „Welche Instanz mag nun im Dunkel der Heimlichkeit den Bischöfen in den Arm gefallen fein?' In Nr. 465 vom 12. September wurde dann die obige Meldung dahin erweitert, daß die Eingabe den „zuständigen I stellen in Berlin noch nicht zugegangen" sei, und demerlt: „Das sonderbare Schicksal der Eingabe vvu VU1U au9Vluu, u^^r'schen Episkopats wird die preußischen n ä r e n Bewegung im Innern Paraguays. Bischöfe wohl zu nochmaliger Ueberlegung dieses »* <- — - - - ■ • - - ■ -■ -- ■

«Äks-rit bEr^nlasfem" Dazu wird der .Kölnischen während' der ersten sunf Monate des Jahres *tne geschrieben: Fleischpreise in den letzten drei Monaten um dreißig

schäft zur Uebermittehmg an den Bundesmt mqhig, ^ackverftänbme°^w^ h h

ist richtig, aber dazu bestand auch keinerlei «eranhnmna Sachverstanbigen wird bis Äcovember eine große I oa es sich um eine Aktion der bayerischen Bischöfe uno O,2TlWnpt herrfchen. Neuerung überall!

nicht um eine solche der bayerischen Regierung handelte.

Man sieht nicht ein, weshalb mit der Eingabe bie /» . » .... „ „ ...

bayerische Gesandtschaft hätte befaßt werden sollen. Sozmldemokrati^cher Parteitag. Alles übrige an der Meldung und befonbet? an dem n an___r- o .

Kommentar der ,Münchener Neuesten Nachrichten' ist V5’ 15’ 1912‘ Zentrum bet

iteie Fantasie uüd purer Unsinn. Daß die Ein- Industrie, m Chemnitz, nahmen heute die

gabt in Berlin angekommen war, bewiesen vor einiger ^eT^an^Iun9en des sozialdemokratischen 5P°rtelfTaOe8 Zeit deutlich genug die ersten Meldungen über o-e ^°^tz?den wurden die Abgg.

Eingabe, die von Berlin aus in bte Welt gingen. ^°,8$e.unb §?gewählt. Der Parteitag lehnte Daß diese Meldungen zuerst in der .Kölnischen Zeitung' F,eAter-£me<. Liptnskr auf Vertagung der De» erschienen, läßt doch nicht den Schluß zu, daß die Ein- u6er £.le ab und beichloß, zu den

gäbe „ihre Adresse nicht erreicht" habe. Sie war sicher bisherigen Gegenständen der Tagesordnung noch hm« |o deutlich adressiert, daß sie mcht statt an den Bunins- ^usugen ine Lebensm 111 e11 euer u n g und rat an die .Köln. Zig.' gelangen sollte. Die ,Münchener 11 L1 $a.8.^Tagungs-

Neue sten Nachrichten' dütsen also wohl beruhigt sein ^fal. dte Ausstellungshalle, war dicht gefüllt. Unter rvS™’ I An der »zuständigen Stelle" ist die Eingabe zweifellos Anwesenden besanden sich Bebel und bte meisten Orbenslätig» | emgelroffe8n und dürste mit dem Antrag der bayerischen bekannten Parteiführer.

Regierung demnächst auch weitete zuständige Stellen ---------

beschchtig-n." I Zweiter deutscher Mittelstaudstag

n Braunschweig, 15. Sept. 1912. Der zweite reichs­deutsche Mittelstandslag wurde heute vormittag unter starker Beteiligung von Mitgliedern aus allen Teilen des Reiches durch den Vorsitzenden, Bürgermeister Eberle aus Nossen, mit einer programmatischen An­sprache über die Notlage des Mittelstandes eröffnet Zum Verbandslage hatten Vertreter entfendet das Reichsschatzamt des Innern, das Retchspostamt, daS preußische Ministerium der ossenlichen Arbeiten, die Zentralgenossenschaftskasse, das braunschweigische Mi« nisterium und die königliche sächsische Staatsregierung, welche alle die Förderung des Mittelstandes in Aus­sicht stellten. Huldigungstelegramme wurden abge­sandt an den Kaiser, den König von Sachsen und be» Regenten des Herzogtums Braunschweig.

Berlin, 15. Sept. 1912. Der Kaiser nahm

am Samstag einen Vortrag des Reichskanzlers .-------, .—------ .... o„„,— ö_ ,----

entgegen. Herr v. Bethmann Hollweg folgte daraus und Geistl. Rat Dr. Müller mit einem Offiziere. Im Verlaufe des Frühstücks hielt Millerand

einer Einladung des 'Monarchen zur Frühstückstafel Protest entgegen, in welchem ber 'erhobene Vorwurf eine Rede, in der er dem Leiter der Manöver und - Minister v. Breitenbach ist heute nach Wies^ ®tf das entschiedenste zurückgewiesen allen Offizieren sein L-ob aussprach. Durch ihre Be- baden gefahren. Er wird dort einige Zeit ver» wird. Aus diesem Protest geht weiter h-rvor, baß muhungen set die Armee ein Instrument der natuma- bleiben. - Prinz Heinrich, der zu den Be» der Hochwürdigste Herr Bischof f-lbst die bett" Sichert und

aräbnisfeierlichkeiten in Tokio weilte, wird am 17. Anordnungen getroffen hatte, die den Bericht-rstat-

September von Yokohama aus an Bord S. M. S. t-ru nicht gefallen und Anlaß zur Unzufriedenheit hüriq^ d^ ^-ttien Sei mtAltetei^rine Se „Scharnhorst" über Kobe und Nagasaki nach Tsina» gegeben haben. — Hier f-hen wir bas nun schon /°Lx§e 2rr ^ rartel. 15. exnc 9rune

tau abre'sen. 81 X,Ul0 öfter beobachtete Schauspiel, wie bie Leute, bie bas Utz) Flagge, die fte unter die Zuschauer trugen.

** Die Strafrechtskommiffio» tritt am 16. Sep- Katholischsein, das „Päpstlichsein" unb „Korrektsein"

lemder wieder zusammen und wird fich zunächst j stsr. sich allein beanspruchen, vor Ni- manbenl tfiÄÄ

Verbrechen gegen die Sittlichkeit beschäf»

iigen. Rach BläNerntekdungen soll bie Kommission empfohlen haben, baß die sogenannten Studeilten- meusuren, b. h. bie Zweikämpfe mit Schlägern straf­frei bleiben,