Zeitung
fuldaer
Als Ko-
drei Erdteilen Asien, Europa und Afrika.
vermag. Von den übernatürlichen Dingen kann
Mann redet gerade so klug, wie He früheren Erdkundigen, die fest behaupteten, die Erde bestehe aus den
• Wie man Gesetze umgeht!
Unter dieser Ueberschrift bringt die Königsberger Llflpreußische Zeitung" eine Zuschrift, der wir folgendes entnehmen:
„®ie Allensteiner Handelskammer hat am 29. August die Einrichtung eines Einigungsamtes in Sachen des unlauteren Wettbewerbes beschlossen. Der Zweck des Amtes ist, nach dem Statut „Streitigkeiten in Sachen des unlauteren Wettbewerbes auf gütlichem Wege zu schlichten. Der Kläger verzichtet mit der Kiageerhebung vor dem Einigungsamte auf eine Verfolgung durch die öffentlichen Gerichte".
Die Allenueiner Strafkammer hat erst fünf Tage vorher einen Kaufmann wegen unlauteren Wettbewerbes zu 300 Mark Geldsti afe oder 30 Tagen Gefängnis verurteilt.
Der in den Allensteinern Blättern veröffentlichte Bericht über die Handelskammersitzung gibt an, daß „häufig Verstöße in den Fragen des unlauteren Wett- bewerbes vorgekommen leien", bezw. daß „die Auswüchse des unlauteren Wettbewerbes in Allenstein ost zu Belch-serden und Klagen geführt hätten". Dem Publilum ist aber feit langer Zeit schon nur dieser eine angeführte Fall bekannt geworden.
Das Einigungsamt der Handelskammer wird nun die wahrhaft verdrenftvolle Tätigkeit betreiben, auch noch das Wenige, was von unlauteren Geschäftsbetrieben an bie Oeffentlichkeit dringt, durch sein Privatverfahren mit dem Mantel der Liebe zudecken. Wenn auch niemand verhindert ist, zum Kadi zu gehen, so wird es doch jeder vorziehen, das billigere und sicherlich rascher arbeitende Einigungsaml in Anspruch zu nehmen, von dessen in geheimer Sitzung erfolgender Entscheidung die Oeffenlli-bkett nichts erfährt.
Natürlich hat dt, Mensteiner HandeUkammer bal Einigungsverfahren nicht erfunden, sondern der de» meiste« Handelskammer» dürfte es schon lange besteh«. Man muß sich da doch fragen, wie der Staat solch« Jnstitttte bei der offiziellen Handelsvertretung gutheche» kann. Wenn eine Handelskammer auf Treu und Glaube» in den Handelsbräuchen hinarbeiten will, so sollte sie jede unlautere Manipulation an de» Pranger stellen, nicht sie verschleiern! Dieses Eint, gungsamt, das sämtliche Vertreter der Handelskammer» gutgeheißen haben, wird von Leuten, wie dem kürzlich beftraften Kaufmann und solchen, die ihm nacheisern, icherlich willkommen geheißen werden, erfahrt doch nun das Publikum überhaupt nicht mehr, wie ihm fi« möglichst viel Geld die minderwertigsten Waren auf», gehängt werden." . . „
Die liberale Presse, die vor einigen Monate« sich vor Entrüstung auf den Kopf stellte uder den bekannten päpstlichen Erlaß betreffend den GertchtS- stand der katholischen Geistlichen - der m Deutsch, and nicht einmal Geltung hat — ist tti diesem Falle stumm wie ein Fisch. Und doch wnd doch hier der Versuch gemacht, Gesetzesverachter dem taatlichen Richter zu entziehen. Es sind sremch vorzugsweise liberale Kreise, die mit dem Gesetze gegen den unlauteren Wettbewerb in Konflikt geraten. Da ist das Schweigen der liberalen Staats« teilet erklärlich.
... Sozialdemokratie und Religion.
Die Sozialdemokratie will einen erneuten und verschärften Vorstoß gegen die Religion unternehmen: dies bringen nicht weniger als 8 Anträge zum Parteitag zum Ausdruck. In den wegwer- fendsten Worten wird in diesen von der Religion gesprochen: ein förmlicher ReligionShaß spricht aus jedem einzelnen dieser Anträge. Der Schafspelz wird hier abgeworfen und der rote Fuchs zeigt sich in seiner natürlichen Gestalt. Mag das Schicksal dieser Anträge sein rote immer es will, die Tatsache, daß eine ganze Reihe solcher religionsfeindlichen Anträge überhaupt eingebracht werden konnte, sagt mehr als genug. Auch ist die andere Tatsache beachtenswert, daß aus der Sozialdemokratie wohl Anträge gegen die Religion kommen, hie aber solche für die Förderung deS religiösen Sinnes. Wenn die rote Partei in religiösen Dingen so neutral wäre, wie sie es besonders in katholischen Gegenden schildert, bann müßten doch auch solche Anträge kommen.!
Den roten Blättern, die es auf die Agitation abgesehen haben, sind freilich diese Anträge ungelegen; sie verderben ihnen das Rezept. Darum sucht man sie abzuschütteln. Ein westdeutsches Sozialistenblatt hat eine seine Ausrede gefunden; es nennt einen Freidenker Menke in Dresden, von Beruf Arbeitersekretär, als denjenigen, der vier verschiedene Muster von solchen religionsfeindlichen Anträgen versandt habe. In einem Rundschreiben, das er beigelegt habe, und das der Redaktion vor- l ege, seien folgende genaue Instruktionen gegeben:
„Die Vorstände bei Zahlstellen (des Frei den ker- bundesj sollen sich in einer Vorstandssitzung mit der Frage befassen. Einer der Anträge solle seitens eines intelligenten Parteigenossen, der vom Vorstande zu bestimmen ist, in der Versammlung eingebracht und begründet werden, der zum Parteitag Stellung nimmt. Der Genoss« (das bedeutet hier Parteigenosse und Bundesgenosse. D. R) soll sich gut vorberetten, damit er nicht mehr schadet als nützt. 'Was freilich schon manchmul vorgekommen ist. D. R.) Wenn mehrere Vorftandemitglieder der Meinung sind, daß bie Ablehnung beS Antrages in bet Parteiversammlung todsicher sei, soll man ihn gar nicht erst embringen. Wo kein Antrag gestellt oder wo er wider Erwarten abgelehnt wird, soll er direkt an den Parleivorstand gehen "
Weiter heißt es in dem Rundschreiben wörtlich:
„Bei der Wahl der Delegierlen möge besonders darauf gesehen werden, daß wir solche Genossen Vorschlägen, bie unsere Anträge untetstützen."
Die ,Arbeiter-Zeilung" ist über „die sauberen Pläne" der Freidenker juchswtld und hofft, daß die Genoffen sie „durchkreuzen" werden. Die dreisten Freidenker „wollen sich als Rebenorganisation der sozialdemokratischen Partei elablieien. Die Freidenker mögen in ihren eigenen Organisat onen tun und lassen, was sie wollen, aber die Partei rnii ihren Bestrebungen zu behelligen, dazu haben sie
bracht, dieses erhabene Geheimnis sei eine Stütze der P rY-; st erwacht und dürfe deshalb bekämpft wer- den. Nun, wenn scgar das Tabernakel vogelfrei fein soll, dann bleibt nichts, gar nichts übrig von unseren religiösen Heilig ümern und Gütern, das aus Schonung von den Kulturkämpfern zu rechnen hätte. Dann ist es sonnenklar, daß der sogenannte Kampf gegen den Ultramontanismus -ein Kampf gegen die katholische Religion ist.
Unpolitische Zettlause.
N. Berlin, 12. September 1912.
< Nachdruck verboten f
lumbus Amerika entdeckte, mutzten sie ihre mangelhafte Erfahrungsweisheik verbeffern.
In Berlin gab es einen bedeutenden und berühmten Forscher, Du Bois-Rrhmond, der etwas wissenschaftlicher vorging als Haeckel und die Monisten. Er suchte mit vielem Erfolg die Natur zu ergründen; aber wenn er auf den Urgrund der DivÄi und die Grenzen der natürlichen Welt zu sprechen kam, dann sage er; Ignoramus, ignorabimus! d. h.: Wir sind unwissend und werden unwissend bleiben! Dieser gewissenhaft? Forscher wiederholt also nicht allein das alte Bekenntnis von der gegenwärtigen Unzulänglichkeit der menschlichen Wissenschaft, sondern er gestand offen ein, daß auch in Zukunft die menschliche Forschung die grohen Welträtsel nicht lösen könne. Wenn doch alle Pra- sessoren so vernünftig und bescheiden wären! Sie könnten ja für ihre Person über den christlichen Glauben denken, wie sie woll en; aber sie würden dann nicht sich anmatzen, tnt Namen der natürlichen Wissenschaft das Daiein Gottes oder die Unsterblichkeit der Seele zu bestreiten, da sie ja gar nickt wissen, was neben oder über oder hinter der sichtbaren Welt besteht. Sie i würden die Freiheit der WiUenkckoft nickt ■ n
! zur Untergrabung des Glaubens, der sich auf : einem Gebiete beweg;, das der menschlichen Forschung ; verschlossen ist.
Der Monistentag in Magdeburg war eine kleine Veranstaltung int Verhältnis zu dem gewaltigen Eucharistischen Kongreh, Der jetzt in Wien tagt. Aber die Herren von der falschen Wissenschaft traten ungeheuer selbstbewußt auf. Einer ihrer Führer hat in , krampfhafter Selbstüberhebung erklärt, das monistische | Jahrhundert sei jetzt eröffnet. So leicht lätzt sich aber ' ein neues Jahrhundert nicht fabrizieren. Zum gegenwärtigen Jahrhundert gehören auch die vielen Millionen Gläubigen, die cm der göttlichen Offenbarung fest- halten, und wenn man die großartige Kundgebung in Wien betrachtet, so könnte man mit grösserem Recht : sagen: Das eucharistische Jahrhundert, das in der
i Der alte Kampf zwischen Kraft und Stoff ist noch im vollen Gange. Ter sogenannte Monismus steckt da in , einem bösen Dualismus. Hier die energetische W.-lt- anschauung, dort die materialistisch-mechanische. Die
' Gefolgschaft der Herren, die so spitzfindige Dinge nicht selbst nachzuprüfen vermag, hat nun die Wahl, ob sie dem einen Propheten mehr Glauben schenken soll, oder dem anderen Prophe en. Aber auf einen Glaudensakt kommt es schlietzlich hinaus Nun, trenn doch einmal geglaubt werten mutz, dann wollen wir doch lieber an die Offenbarung Gottes glauben, als an die Offenbarung des einen oder anderen menschlichen Gehirns, das über Dinge phantasiert die es gar nicht Weitz.
- lieber die natürlichen Ding? mag uns die n a» ‘ türliche Wissenschaft belehren, so gut sie es jeweilig
ist der wahre Monismus, die Auflösung alles Zwiespalts, wenn die Materie und der Geist, der Leib und die Seele, die Zeit und die Ewigkeit, der irdische Tod und das himmlische Leben ihre Einheit finden in der göttlichen Vorsehung, die schafft und leitet und richtet und belohnt nach ihren geheimnisvollen Gesehen, die weit über die erkennbaren Gesetze der Natur hinausgehen. Tas Wort von dem unruhigen Herzen, das erst in Gott seine Ruhe findet, gilt auch von dem Verstände, der erst zur Ruhe kommt, wenn er hinter den Welträtseln die Allweisheil des Schöpfers erkennt und sich ihr in die Arme wirft. Die beseligende Hingabe des schwachen und beschränkten Menschen an den Allerhöchsten kann aber nicht schöner und wirksamer zum Ausdruck kommen, als in dem erhabenen Geheimnis, das unsere Freunde in Wien jetz- feiern und die ganze katholische Welt mit ihnen. Das geht rücht gegen bie Wissenschaft, ober es geot übe r"die* menschliche Wissenschaft hinaus, und dem muh so sein, weil alles Wissen Stückwerk ist. der Mcnschengeist aber nur im Ganzen seine Ruhe finden kann.
„Alles ist Natur", sagt Haeckel, „und die Natur ist alles." Nun, was ist denn eigentlick diese Natur, die angeblich allein existiert? In dieser Kern- und Grundfrage geht die vermein stche „Wissenschaft" vollständig auseinander. Professor Ostwald, der Vorsitzende von Magdeburg, sieht das Wesen der Natur in der Energie, Professor Haeckel aber in der Substanz.
x» ui.
Samstag H- September 1912.
59. Jahrgang.
allein hören wir eine Stimme aus den übernatürliche» Regionen.
Der Eucharissische Kongretz in Wien hat auch bat Gegnern Respekt eingeflötzt. Sie müssen bie Grossartigkeit der Veranstaltung und die gewaltige Kraft des Glaubens anerkennen. Einige suchen sich mut schadlos zu halten durch allerhand Nörgeleien üb« Einzelheiten. Andere suchen die „antiklerikalen" Triebe mobil zu machen durch die Behauptung, eS handle sich um dre Verherrlichung und Verstärkung der priesterlichen Macht. Diese Wendung ist nicht neu. Von bat deutschen Kulturkämpfern haben wir schon oft die Ver- ficherung gehört, sie wollten dem religiösen Katho. lizismus nichts zu leid tun, die Katholiken in ihren religiösen Hebungen gar nicht stören, sondern nur den politischen Katholizismus, den „UltramontaniS- mus" treffen. Diese zärtlichen Redewendungen haben bekanntlich die Herren nicht daran gehindert, in Oesterreich und stellenweise auch in Deutschland eine förmliche ©telenfängerei tn Gang zu bringen, um bie Katholiken ihrer angestammten Religion zu entziehen, sind ebensowenig haben sie sich gescheut, das heiligste Geheimnis der katholischen Religion, den Kernpunkt und die Krone des katholischen Kultus, das hl. Altars- , sakrament, in der gröblichsten Weise anzugreifen, auch ! auf Versammlungen des Evangelischen Bundes. Da bat man denn auch ffüher schon die Ausrede borge«
In einer Zeit, wo der Monismus und der sonstige singlausi: jein Jahrhundert für gekommen erachtet, sollten doch alle diejenigen, die noch an Goii und feine Offenbarung glauben, unter einander Frieden halten und sich gegen den gemeinsamen Feind wenden. Wenn die Bündl-rr und ihre Genossen das nicht einsehen, nun, dann müssen die Katholiken allein in den Kreuz- zug gegen den Unglauben ziehen. Der Kongress m
zuaeben. Die agrefliven Kräfte scheine» in Bulgarien konzentriert zu sein. Dort hält man den Augenblick sür günstig, die mazedonische Frage tm Sinn der christlichen Balkanstaaten zu regel». Mau glaubt, der Türkei bei de» schweren innere» Wirre» und der tiefgehenden parteipolitischen Zerrissenheu im Offizierskorps überlegen zu sein. Man rechnet dabei aus das Bündnis, dar zwischen Bulgarien und Montenegro abgeschlossen tootben ist, und bertaßt ich darauf, daß Griechenland und vor allem Serbien, sich durch ihre eigenen Interessen genötigt sehen werden, einem türkisch-bulgarischen Kriege um Mazedonien nicht untätig zuzusehen. Die ~urt« selbst rechnet ebenfalls mit dem Ausbruch eines Krieges siebt ihn sogar nicht ungern, da fte hofft, aus diese Weise am schnellsten mit Jtalien zu emer Einigung zu kommen und zugleich der Wirren t Albanien Herr zu werden, ^ie euroPatschmMachte werden zwar alles tun, um den Ausbruch eine» Balkanbrandes zu verhindern. Aber eine Garantie für die Aufrechterhaltung des Friedens ist das nicht. T Rußland hat die Hunderffahrfeter der Siege über Napoleon I. dieser Tage mit einer Gedenkfmer auf dem Schlachtfelde von Borodino emgelettet. Dre Zarensamilir, eine Reihe von Großfürsten und sämtliche Minister waren zugegen.
kein Recht". — Großartig, diese Entrüstung! Wu ab« kommt eS, daß dann solch Helle und au'geklärte Heute, wie die Genoffen eS sein solle« oder wollen, auf dies, Pläne .hereinfallen"? Wrtl diese Anträge nur ihrer innere» Ueberzeugung entsprechen! An dieser Tatsache ändert teme Thraterentrüstung etwas. Wir kennen diese Pappenhäm« genügend.
Wenn die Anträge auch in Chemnitz ab gelehnt roetben, so täusche man sich doch nicht: da in der Sozialdemokratie bie antireligiöse Stimmung die herrschend« ist, so wird d« neue Ansturm doch kommen, auch in katholischen Gegenden, die sich bis- her als das stärkste Bollwerk gegen die Sozialbemo- kratie erwiesen haben. Von 251 Reichstagswahl- kreisen mit protestantischer Mehrheit sind 98 im Besitz bet Sozialdemokratie, von 146 Kreisen mu katholischer Mehrheit dagegen nur 12. Diese Zahl sagt schon alles. Nimmt man ab« bie letzte Wahl her, so zeigen die protestantischen Gegenden, obwohl si« mit Sozialdemokraten schon „gesättigt" sind, ein stärkeres Anwachsen a!8 die katholischen. In den ersteren betrug 1907 die rote Stimmenzahl 31 Pro- »ent der abgegebenen (stimmen, 1912 aber 36,6 Prozent; in Den katholischen Mehrheitskreisen 1907 nur 11 Proz. und 1912 15 Proz.Ju den üb«, wiegend evangelischen Wahlkreisen ist demnach der Anteil der sozialdemokratischen Stimmen an bei Zahl der Wahlberechtigten im Durchschnitt uwö' i Prozent, in den überwiegend katholischen Aoahl- kreisen um 4 Proz. gestiegen. Die letzten Wahlen haben also den Ruhm des katholischen Volksterls, bas stärkste Bollwerk gegen die rote Flut zu sein, in keiner Weise geschwächt. Obwohl die Sozialdemokratie in den evangelischen Bezirken schon eine weite Verbreitung gesunden hafte, so baß vielfach eine Vermehrung nicht mehr möglich schien, hat sie Dort doch wieder noch stärk« zugenommen, als m ben katholischen Bezirken. Je stärker b« katholische Volksteil in einem Kreise ist, umso geringer ist die rote Stimmenzahl und umso klein« die Zunahme derselben. Ab« dieses erfreuliche Resultat darf uns nicht einschläfern, sonst .kommt der Feind unb säet Unkraut unter den Weizen". Man sei überall auf Der Hut; man baue bie bestehenden Vereine aus, man führe den Volksverein ein, man nehme sich der Landarbeiter und Dienstknechte besonders an, man sorge für die vielen Walbarbeit« usw., kurzum: man beuge vor. Mit einem Zehntel der Arbeit, welche spät« die Bekämpfung der eingedruugenen Sozialdemokraten erheischt, kann man diese fern, halten.
Deutsche Reich.
** lieber die Erteilung von Wandergewerbeschein« an Ausländer sind neue, verschärfte Ausfuhrungs- anroeifungen zur Reichsgewerbeordnung ergangen. Danach haben über solck e Anträge die RegrerungS- Präsidenten bezw. der Berlin« Polizeipräsident z« befinden. Falls die Anträge abgelehnt werden, ist nur Beschwerde an den Oberpräsidenten zulässig. Diese Anordnung entspricht einer Forderung del Zentrums.
(*) Di« beiden Richtungen b« Sozialdemokratie. Im Parteitagsheft« der .Sozialistischen Monats- hefte" führt Abg. Heine u. a. au»: ?
„Schon seit Jahren haben bieienige», die sich nicht zu dem sogenannten Radikalismus rechnen, bie Beobachtung gemacht, baß häufig tn den b«8 Mittwochs stattfinbenben Fraktionssitzungen b« ander« Flügel mit offenbar vorbereiteten Anträge» unb Abstimmungen auftrat, namentlich bann, wenn « gerade die Mehrheit hatte. Dabei hanbelle eS sich meist um teme Personalfragen, rote beim überhaupt b« Kampf De» sogenannten Radikalismus gegen feine Gegner i« b« Fraktion sich selten um etwa» anbere» brehte, ausgenommen bie Erbschattssteuerftage 1909 und bi« Hof- gangftage 1912. Erst bie Häufigkeit tiefe» Vorgehen» hat bie sogenannten Revisionisten genötigt, gelegentlich auch ihrerseits gesonberte Besprechungen ,u veransttiteu. In bet letzten Zeit würbe ganz offiziell bie Tatsache solcher getrennten Sitzungen burch ben Frakttonsvorn staub anerkannt unb für zulässig erklärt.'
Wie sagte boch Sabot?
*♦ Sozialdemokratie unb Zagend. ES ist ent« ebenso traurige, rote leid« wahre Erscheinung, daß, bie deutsche Sozialdemokratie jedes vaterlä«^ d t s ch e G e s ü h l in der sozialdemokratischen Arbeiter-, fugend zu ersticken sich bemüht. Ei« Muster» beispiel, wie eS gemacht wird, gibt di« -Schwäbisch» Tagwacht'. Seit einigen Wochen bringt diese» Blatt alle 14 Tage eine neue Beilage, betitelt: .Für unsere Jugend". In d« letzten Nummer ist « dies« Jugendzeitschrift ober -Beilage em Artikel über die Schlacht bei Sedan enthaften, bet aller Beschreibung spottet. Wir lesen da:
Nur bie Herrschenden haben bie Fruchte von Sedan geerntet; „einer ber schlimmsten Bluttage in btt Geschichte ber Kapitalistenstaaten". „Um bes gierigste« Profits willen, zur Rettung unb Erhaltung be» kapitalistischen Privateigentums (!), mußt« bas Volk fein Blut vergießen. Das Volk blieb arm unb in Fesseln . . ." „Die Mächtigen stemme» und prassen im Uederfluß unb morben bie Geknechtete» (!) unb Bestohlenen (!) nicht nur körperlich, fonbern auch moralisch." Darum heißt eS: „Fluch Sebanl D« Unglückstag, ber uns ben Vater, ben Gatten, be« Bruder, ben Sohn geraubt 1 Fluch Sebanl Der Tag beS Tobes unb ber Schrecken!"
So schreibt bas sozialdemokratisch« Blatt. Wl« mag es erst in den Versammlungen b« sozialdemo» krattschen Jugendvereine zugehen, wo di« Westmeye» und Kompanie das große Wort führen?! Unb mit solchen Jugenderziehern verbünden sich in Sahen.
wochen-Rundschau.
[:) Fulda, 13. September 1912.
Der Kaiser ist von seiner Schweizerretse^di? einen großartigen Verlaus genommen h,y g ELMLchtzy in Bern batder Monarch tn einer Ansprache die regen geistigen und wirtschaftlichen Beziehungen, die beid- Länder verbinden, betont, und der schweize- rii'cke Bundespräsident hat gerade diese Stellen, zum arofier? Verbrusse Frankreichs, in seiner Antwort- rebe unterst sichen. Besonders hat es in der Schwerz angenehm berührt, daß der Kaiser, der allgemein als Autorität auf dem Gebiete des Militärwesens gilt, sich über die Manöver des schweizerischen Milizheeres so günstig geäußert hat. Bon der Schweiz hat sich der Kaiser sodann zu den Kaisermanövern nach Sachsen begeben. Vier Armeekorps, rund 130 000 Mann, stehen sich hier gegenüber.
Auf innerpolittschem Gebiete beherrschen nach wie vor die Frage d« Fleischteuerung, die Jesuttensrage, der Schutz der Arbeitswilligen und int evangelischen Lager die Amtsentsetzung des Pfarrers Traub die Situation. Die Erörterung dieser Fragen steht im Bordergrund des Interesses.
In Wien, der Hauptstadt Oesterreichs, tagt zurzeit der Eucharistische Kongreß. Das gesamte Kafferhaus ist in Wien versammelt, um, an der Spitze Kaif« Fran; Joseph, sich an den religiösen Feierlichkeiten zu beteiligen. Der päpstliche Legat, Kardinal von Rossunt, wurde mit Ehren empfangen, wie sie nie einem fremden Gesandten zuteil geworden sind. 130 Kardinale, Erzbischöfe, Bischöfe und Aebte nehmen an dem Kongreß teil, zu dem über 100 000 Teilnehmer aus allen Weltteilen zusammengeströmt sind.
In Ungarn steht der Wiederzusammentritt des Abgeordnetenhauses bevor. Die Opposition beschloß, tn ihrer Kampfstellung zu beharren, solange Ministerpräsident Lucacs und Kammerpräsident Tisza an ihrem Platze bleiben. Eine Neuauflage ;>er Szenen in der Kammer, wo mit dem Revolver geschossen und Dutzende von Abgeordneten durch die Polizei aus dem Sitzungssaale hinausgeworsen wurden, ist also nicht ausgeschlossen. An einen Rücktritt des Ministerpräsidenten Lucacs ist vorläufig nicht zu denken. Hat ihm doch Kaiser Franz Joseph eben erst den höchsten Orden verliehen, ihm die Anerkennung seiner Politik ausgesprochen und damit die Fortführung der von der Opposition bekämpften Politik giftgeheißen.
Frankreichs Regierung hat einen wichtigen Beschluß gefaßt. Das "Nordseegeschtoadcr in Brest >jt aufgehoben und als drittes Mittelmeergeschwader nach Toulon verlegt worden. Frankreich verfügt damit im Mittelme« über 18 Panzerschiffe, darunter 6 Dreadnoughts. Die von Brest abkommandierten Schiffe sind indes alte Bauten mit beschränktem Gefechtswert. Die Verlegung ist das Schluß- olied in der Reihe der Maßnahmen zur Ausführung des französisch-englischen Mttelmeerabkommens, das Frankreich die Verteidigung des Mittelmeeres gegen Italien und Oesterreich überträgt, während England seine Flotte in der Nordsee konzentriert, um sie gegebenenfalls, tot? die französische Presse aus- sührt, zusammen mit der russischen gegen Deutschland zu kehren. Damit, so meint der „Temps", sei der Dreibund in Schach gehalten. Er übersieht dabei, daß sich in der Wirklichkeit die Dinge zumeist anders abfpielen als auf dem Papier.
Italien beginnt sich in Tripolis häuslich einzurichten. Es hat bereits eine kleine Eisenbahn- strecke gebaut und zu einer Kaserne in Tripolis das Fundament gelegt. Die Friedensverhandlungen haben noch kein greifbares Resultat gezeitigt, obtoohl Italien den Krieg, der es täglich eine Million kostet, gern beendet sähe.
Die Lage auf dem Balkan ist heute so gespannt, daß selbst genaue Kenner der Verhältnisse in London und Petersburg die Möglichkeit des nahen Ausbruches eines Krieges auf dem Balkan
2. Blatt.
t Orutt «»> Verlag der $«!»a« Aetie»dr«Srrü tn 8«lba.
Von oll ben zahlreichen Tagen, Versammlungen Und Kongressen dieses Sommers möchte ich zwei hdr- anSgreifen und einander gegcnübersiellen. In Magdeburg hat soeben der Moniftcnbund getagt, und in Wiv-t findet jetzt der Eucharistische Weltkongress ilatt. Das sind die schärfsten und schroffsten Gegensätze, die sich denken lassen. Dort bläht sich irr Unglaube in dem falschen Hermelin der Wissenschaft; hier beugen die Gläubigen fromm ihre Knie vor dem erhabensten Wunder der Lieb- Gottes.
Ein Monist ist in wörtlicher Uebersetzung ein Ein- yettr-r. Er leugnet die Zusammensetzung des Men- !.lTnf "ib und Se:le; infolgedessen betrachtet er r-A - die andern Menschen als ein einheit-
liches Gebilde der Vergänglichkeit; wenn der Körper in- ganze Mensch tot und abgetan. Der
Monist will auch vom lieben Gott nichts wissen. Sein Prophet Haeckel sagt kurz und bündig: „Alles ist Natur, -iatur ist alles. Unb neben oder über oder hinter ber Natur ist nichts." Woher weiß der Mann das? Hat er wirk ick mal neben cscr i ■ >• t- ■. a.: r ch
aufgehalten? Oder hat er Gelegenheit gehabt, hinter >e Na ux zu gucken und sich mit seinen eigenen Sin- zu überzeugen, dass dort ein leeres Nichts besteht? licken c^r Menschen allzumal sind mit unseren leib- Wir »:,„lnnen ,’n ben Rahmen der Natur gebannt, rieche» und' °nbeicS sehen, hören, schmecken, Nun sagt derselk, ? §,iDa§ tn ber Natur vorgeht. Erkenntnis sich '^Haeckel weiter, dass die menschliche bas richtig .st f0 , °ut. Erfahrung gründe. Wenn rr- schein lehrt, schon der-wei^» toie bet Augen- »un der Mensch mit feiner 28,6 foU denn
Weisheit dahin kommen, reiffeÄfcr* ®rfaf,run6$' was neben oder über oder festzustell-n,
Wer da behauptet,anher d« L ^t? Banken fei, ber rebef ins <nrmt. c • bot«
ja gar nickt wahrin-hmen was sCn” fann ( Verehrung des heiligsten Sakranremes seine Glau- fcoraebt bie c öen Grenzen bcnsfestigkeit bekunden und das Heilmittel gegen die oerikiug. -vvn uv» «»c «. » «t u t n u, c n Gingen iuu.. 5uU "y-y™
8 9, j en fünf -innen gezogen sind. Der 11rrungen und Wirrungen der Zeit finden will. Das, uns nurjber Glaube Kunde geben, denn in ihm Wien «ine.Mob ilmachuu_L,