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39. Jahrgang

Fulda, Freitag den 13. September 1912.

Erstes Blatt

M 210.

des Innern hat eine Konferenz ftattgefundrn,

Namentlich auch über die G r n n d f r a g e: ob denn

die sich im besonderen auch mit der bereits erwähn, bas deutsche Volk, namentlich die Arbeiterklasse, das ten Anregung auf Abänderung des Fleischbeschauge- fremde Frost fleisch überhaupt haben setzeZ befaßt hat. In der liberalen Presse wird nun milk und gebrauchen kann. Mehrere Fach- der Regierung ein Vorwurf daraus gemacht, daß 1 männer aus der Schweiz und aus Deutschland nicht sofort am Schlüsse der Konferenzsiyung eine sagen ganz entschieden n ein, und der Verlauf der

Kleines Feuilleton

sagen ganz entschieden n ein, und der Verlauf der bisherigen Versuche bekräftigt ihre Ansicht. Sc^n

wir uns nun in so große gesetzgeberische Schwierig- leiten und wirtschaftspolitische Gefahren stürzen, ohne Aussicht auf 6'rfolg zu haben?

eetetleeslrit

MonatröeLage: „Hllldaer SeschlchtMAttt"

Deutsches Neich.

♦♦ Berli», 12. Sept. 1912. Prinz Heinrich von Preußen überreichte dem Kaiser von Japan die Kelte »um Schwa rzenAdlerorden. Der deutsche Botschafter Graf Rex erhielt den Paulowniaorden. Gestern legte Prinz Heinrich bei seinem Besuche des Trauergemaches, indem die Leiche des Kaisers Mut- iubito aufpedahrt ist, im Namen des Kaisers einen Kranz am Sarge nieder. Abends sand in der Bot- schäft in Tokio eia Diner statt, zu dem hervorragend , zu Deutschland in Beziehung siebende Japaner ein­geladen waren. — Die Prinzessin Viktoria Luise, । die einzige Tochter des Kaiserpaares, vollendet mor- i gen ihr 20. Lebensjahr. — Im Befinden des Groß- ' berrogsvon Baden ist eine Besserung emgetreten, doch hat die Großherzogin Luise die beabsichtigte Reise nach Stockholm zum Besuche ihrer Tochter, derKönigin von Schweden, bis zur gänzlichen Wieder« ■ Herstellung des Großherzogs aufgeschoben.

-T- Shrenzulagen für die Inhaber des Eiserne» , Kreuzes sollen gewährl werden. Diesbezügliche Lei- । siungen sind in dem Entwürfe zur Besoldungsvor- ickrift für die Armee enthalten. Tie Zahlung der Ehrenzu.aeen toll gewährt werden gegen Vorzeigung einer Bescheinigung über die Empfangsverechtigung und gegen Aushändlgnng einer Emptangsbescheini« j gung, und zwar an Inhaber des Erlernen Kreuzes \ 1. Klasse, die es im Kriege 1870/71 in den unteren ■ Dienstgraden erworben haben. Inhaber des E.fernen Kreuzes 2. Klasse erhalten die gleiche Egrenzulage, wenn fie daneben das preußi che Militär-Ehren­zeichen oder eine diesem gleich zu achtende militäri- iche Dienstanezeichnung besitzen. Die Ehrenzulage beträgt monatlich 3 Mart.

** Heber deu Tuellgvang bringt die freisinnige ,Voss. Zig/ die folgenden beachtenswerten Aus­führungen:

Kaiser Wilhelm II. hat wiederholt Verfügungen erlösten, die bestimmt sind, die Sine deS Zwerkamples, wenn nicht zu beseitigen, so doch wesentlich einzu- ichlänken. lieber das Maß des ErioigeS gehen die Änstchten auseinander. Man würde von erneut vollen Mißerfolg sprechen, wenn in der Tat vvm Ehrevrat ein Druck zur Heraustorderung an dem Amtsrichter

verbrachten. Hier ist nur das Blatt abgefallen und mit ihm die Spreite, der Stiel aber sitzt noch am Stengel und ragt einsam und verlassen in die Lust — ein nicht gerade sehr schöner Anblick! Zwischen diesen beiden Extremen gibt es nun eine ganze Anzahl von Uebergängen und manche Pflanzen zeigen in bezug auf den Verlust ihres Laibes sogar eine merk- ... Als Beispiel sei unsere ge»

auc9 tm 1 wohnliche Kastanie, die sogenannte „Roßkastanie-,

tisch ist. Zweitens sagt er, daß bei einem früheren Versuch der Einfuhr nach Chemnitz sich der Preis dieses FrostfleischeS 1 ---------

1 rn, und । eines Krieges spricht mich der Rücktritt de- ge» wird aber mäßigten serbischen Kabinetts Milowano-

Hagebutten. Die Beerenernte ist jetzt nahezu seeudet. Vereinzelte Preißelbeeren, schwarzfunkelnde Brombeeren bilden den Nachtrab, füllen aber selten noch das kleinste Gefäß der Beerensammler und loh-

die Sache mehrere Haken hat. Erstens ist Hammel­fleisch überhaupt nicht diejenige Fleischsorte, die bei uns in den breiten Volksschichten beliebt und prak-

Snittel auSgeübt worden wäre, und er für ihre «d> lehnung mit der Entfernung aus dem Offizierskorps bestraft würde. Man mag über das Duell grundsätzlich denken wie man will; man mag di« Seit, es ebenso auszurotte«, wie eS in England langst geschehen ist, ftiA gekommen halten oder nicht; aber, daß der Duelle zwang vom Hebel ist, läßt sich mit stichhaltige» Gründen kaum bestreite«. Er führt nicht nur im Emzek» fall zu de» unerfreulichsten Konsequenzen, sonder» schädigt auch Angehörig« des OlfizrerSkorpS NU, zu oft, wenn sie genötigt sind, im wirtschaftlichen Lebe» ihr Fortkommen zu fachen. . . . Die Volksvertretung bat sich mit dem Duell und dem Duellzwang seit langen Jahren immer und immer wieder beschäftigt. Die Notwendigkeit, ihm Einhalt zu tun, ist regelmäßig und mitunter einmütig anerkannt worden. Die Debatten verheißen, anläßlich des Prvzefies Knittel und seines Nachspiels besonders lebhaft zu werden. Inzwischen wird man abwarten, ob gegen den Landwehrleutnant Knittel, der die Herausforderung ablehnte, ein Ver­fahren eingeleitet wird. Geschieht das, fo wird der Kriegsmimster einen schweren Stand haben. Unterbleibt eS unter Billigung oder ans Anweisung des Kriegs- Ministers, so ist der Anfang zur Beseitigung des Duell­zwanges gemacht. Seine gänzliche Beseitigung wird im Interesse der Allgemeinheit und zugleich deS Offierstandes selber liegen.

-f- „Hindernisse auf dem Wege drutscher au$< wärtiger Politik", so war jüngst ein Artikel bet »Deutschen Revue* überschrieben, der in der rechts­stehenden Presse große Entrüstung hervv! gerufen hatte. Allgemein wurden die Aeußerungen des ge­nannten Blattes auf Anregung irgend einer amtlichen Stelle zurückgesührt. Die Redaktion der »Deutschen Revue* erklärt nun,

daß die Vermutung, jener Artikel habe irgend welche Beziehungen zu den leitenden politischen Kreisen oder sei offiziösen Ursprungs, vollkommen unbegründet ist. Die in dem Artikel ausgesprochenen Grundsätze behalten aber deswegen doch ihre Geltung; insdelonder«^ daß eS »für alle, die den sicheren Fortschritt dem Sprung ins Dunlle vorziehen» gelte, der Regierung deS Kaisers beizustehen, wenn sie ihr nächstes Ziel nicht in der Eroberung neuer Gebiete, sondern darin suche, bi« vorhandenen im Inneren auszubauen und durch gute Bezehungen >u mächtigen Nachbarn nach außen >u sichern." Auch behält es feine Richtigkeit, daß die Alldeutschen mit ihrem Hyperpatr'.ottsmns nicht Stützen, sondern Peitschen der Regierung sind, daß sie der Regierung und dem Ansehen Dcuttchlands nichts nützen, wohl aber den schwersten Schaden zu- sügen.

Für die Alldeutschen sind die Worte der ,Deutscken Revue* sehr beherzigenswert, auch roenu der be­treffende Artikel nicht offiziösen Ursprungs war.

c. Ein fortschrittlich-demokratisches Heldeustücklein. Der Verband liberaler Vereme in München, dem auch die Nationalliberalen angehören, hat uniaugft ein neues Parleiheim festlich emgeweiht. Ais Wand­schmuck des Parteiheims waren vom Geschäftsführer mit einmütiger Zustimmung des zuftänoigeu Aus- schuffcs u. a. Bilder vom Kaiser, von Bismarck und von Moltke angejchafft worden. Am Morgen des Einweihungstagrs, so erzählt die „'süddeutsche 'Jlanonalliberale 'Korrespondenz**, erklärte plötzlich der Vorsitzende des fortschrittlichen Volk-vereins, Professor Ludwig Quid de, er werde an der Feier nur teünehmen, wenn die Brider des Kaisers, Bismarcks und Moltkes entfernt würden. Um kein peinliches Aufsehen zu erregen, gab der Geschäftsführer nach. Konjervalive Blätter wie die .Kreuzzeitung* verurteilen das aufs Sckärsste. Aber Blatter, die konservalw fein wollen, wie die ,Tägl. Rundschau*, die,Post*, schweigen sich bis jetzt r ock über dieses bayerische liberale Helden ttncklein aus. Geht man seht in der Annahme, daß das mit Rück­sicht auf die Freundschaft geschieht, die jene Blä ter mit dem bayerischen Großblock wegen seiner Gegner­schaft geaen das Ministerium Her'.lmg ortbinbctY

0 Die 17. interparlamentarische Konferenz, di- ^Bereinigung der parlamentarischen Gruppen der konstituttonellen Staaten, wird in diesem Jahre vom 18. bis zum 20. September in Genf abgehalten. Aus Deutschland haben sich zahlreiche Varianten»

billiger gestellt hab», als der PrerS des einheimischen Fleisches. Dieser kleine Minderpreis wird mehr als aufgehoben durch die Minderwertigkeit deS FrostfleischeS. Ist der Preisunterschied nicht größer, so wird der geplante größere Versuch ebenso mißaluaen, wie der barbergegongene kleinere Versuch in Chemnitz. Darum kommt denn der australische Wortführer auch z« dem kühnen Anträge, das Reich

gedehnten Schränken unterzubringen, viele Vorzüge. Ter Beamte hat nur ein Stück Pappkarton von der Farbe der gewünschten Wagenklasse in den Schlitz der Maschine zu stecken und bann vermittels eines Gleitschlittens den Zeiger auf einer Skala so einznstellen, baß er auf die gewünschte Station und Wagenklaffe weist. Ein Hebeldruck bewirkt, daß die Fahrkarte fix und fertig herausspringt. Auch das Aufpreffen des Tagesstempels geschieht gleich mit. Tas einzig Mißliche ist die außerordentliche Größe der Skala. Aber auch hieran gewöhnt sich ein ge­schickter Beamter bald, sodaß sich trofcbem bei Be­trieb immer noch in wesentlich kürzerer Zeit ab­wickelt als früher. Bei den Beamten tritt bei bet Handhabunb der neuen Maschine viel weniger leicht eine körperliche Ermüdung ein als früher, wo sie bei bet Ausgabe der Karten hunbertrnal ben kleinen Weg vom Schalter zum Kartenschränk unb umgekehrt zurücklegen mußten. Em weiterer Vorteil ift die wesentlich erleichterte Kontrolle. Bisher nahm da» Abrechmmgsgeschäst des vorn Ausgabedienst abtreten. den Beamten immer noch Stunden in Anspruch. Jetzt aber druckt der Apparat zu gleicher Zeit mit der Karte den dafür gezahlten Betrag und die lau» sende Nummer auf zwei Papierstreifen ab, von denen der eine sich in eine mehrfach gesicherte Eisenkasett« abrollt und der Verwaltung eine absolut sichere Kontrolle ermöglicht, während der andere für bi« Abrechnung des Beamten bestimmt ist, der nur noch nötig hat, die aufgedruckten Beträge zu addiere» und die Summe mit dem Barbestand der Kaffe z» vergleichen. Bei Tarifänderungen haben bisher immer Tausende von bedruckten Karten wieder «hu gestampft werden müssen. Auch dies kommt nun» mehr in Wegfall. Es genügt einfach, die betreffende» Druckplatten im Apparate durch neue zu ersetzen.

— Perlenfischerei am Roten Meere. Von de» Pariser Handelskammer ist kürzlich eine größere Hn» tersuchung über die Perlenfischerei am Roten Meer» angestellt worden, die folgendes Ergebnis erzielt batt't Die Fischer gebrauchen große Segelboote, dl« sich nur langsam und schwerfällig fortbewegen. Dies« Boote sind gewöhnlich nur für einig« Wochen wer»

Druck auf die Türkei ausuben, um diese zur Er­füllung des § 23 deS Berliner Vertrages über Maze­donien zu zwingen. Es war Bulgarien daran gele­gen, Rußlands Unterstützung bei seinem Vorhaben sicher zu sein. Rußland antwortete, daß es nnbe- bingt die Erhaltung des Friedens auf dem Balkan wünsche, unb baß es Bulgarien weder direkt noch in- direkt unterstützen werde. Dieser Bescheid hat zwar |lu, in Bulgarien seinen Eindruck nicht veisehlt, aber

-ief*8 FrostfleischeS um 10 Pfg. das Pfund trotzdem läßt man dort von fernem kriegerischen *t gestellt hab», als der Preis des einheimischen Plan» nicht ab. Man stützt sich dabei auf daS Bünd­nis, das zwischen Bulgarien und Montenegro ab- geschloffen worden ist und verläßt sich darauf, daß Griechenland und vor allem Serbien, mit dem bis­her kein förmliches Abkommen getroffen wurde, sich durch ihre eigenen Interessen genötigt sehen werde, einem türkisch-bulgarischen Kriege um Mazedonien nicht untätig zuzuichen. Für die Wahrscheinlichkeit

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Winter unverändert behalten? Diese nennt man „immergrüne**. Diejenigen Pflanzen aber, die ihr Laub verlieren, zeigen inbezug auf die Art des Ver- lustes, wie man sehr leicht beobachten kann, eine s<chr große Verschiedenheit Wollen wir uns über diese Verschredenheit klar werden, so müssen wir zu- nächst zuschen, wie das Laubblatt am Alte befestigt ist. Wir finden zwischen ihm und dem Stengel der Pflanze noch ein Organ eingeschaltet, das man im gewöhnlichen Leben den Sttel nennt. Auch wir wollen, obschon es gerade über diesen Stiel sehr vi->l zu sagen gäbe, diese Bezeichnung bcibebnlten unb uns nur merken, daß der Stiel oben tn die sogen. Spreite übergeht, worunter man jenen flächenför- mig ausgebreiteten Teil versteht, der an feinem obe­ren Teil ansetzt. Die Art und Weise, wie bie ver­schiedenen Pflanzen ihre Blätter verlieren, ist nun, wie schon erwähnt, eine sehr verschiedene. Beobach, ten wir z. B. einmal die Eiche, bann werden wir sehen, daß sie das Blatt samt dem Stiel abwirft, und wenn wir im Herbst so recht behaglich im abgefalle, neu Laube eines Waldes babmstapfen, und wenn dann unser Fuß bie am Boden liegenden gelben Blätter empor schleudert, so finden wir immer, daß am Blatt noch der Stiel hänat, der dort abgefallen ist, wo er am Stengel der Pflanze saß. Dasselbe Bild bietet sich uns bei den Buchen, bei den Linden und nock bei einer ganzen Anzahl weiterer Pflanzen dar, in der Hauptsacke bei jenen, wo der Stiel in eine einzige Spreite übergeht, wo er sich also oben nicht fächerförmig in mehrere Spreiten erweitert. Ein ganz anderes Bild zeigt der wilde Wem, ben wir auf unseren Balkon en gezogen haben und unter besten Laubbach wir so manchen schönen Sommerabend

der Rücktritt Milowanowitsch und der Amtsantritt des Ruffenfreundes Pasitsch in Serbien fein werde. DaS rft nun eingetreten.

Auch in der Türkei scheint man mit dem Au-, bruch eines Krieges bestimmt zu rechnen. Für di« Türkei selbst wäre der plötzliche Ausbruch eines Krie­ges mit Bulgarien nicht einmal unerwünscht; denn dann hätte man in Konstantinopel eine günstige Ge­legenheit, auf etwaige Friebensvorschläg: Italiens einzugehen, ohne sich etwas dabei zu vergeben. Gleichzeitig würbe vielleicht in A 1 ba n i 2 n, wo es immer noch brodelt und gärt, durch den ausbrech en­den Krieg die Ruhe wieder hergestellt.

Spricht das alles für den Ausbruch eines Krie­ges, so wirken auf der anderen Seite doch mächtige Faktoren auf die Erhaltung des Friedens hin. Bor allem die europäischen Großmächte, die zwar ben Ernst der Sage nicht verkennen, aber trotzdem noch alles daran setzen werden, einen Krieg zu ver­hindern. Vorab hat Oesterreich etn Interesse daran, daß auf dem Balkan ruhige und geordnete Verhält­nisse herrschen. Tie Instruktionen, die von Wien aus ben österreichischen Botschaftern zugingen, haben bie Aufrechterhaltung des status quo auf dem Bal­kan als politisches Ziel. Daß Detttschland Oester­reich nach Kräften unterstützen wird, braucht kaum noch erwähnt zu werden. Aber auch die übrigen Mächte dürsten in der gleichen Richtung hinarbeiten.

angeführt. Heben wir ihre abgefallcneu Blätter auf, so werden luti sehen, daß manchmal nur die Blätter I sich losgelöst haben, während manchmal wieder Blatt unb Stiel zusammen abgefallen sind. Bei der ersteren Art des Laubverlustes blecken die Stiele noch eine Zeitlang sitzen, um dann gleichfalls her­unterzufallen. Cs gibt sogar emzelne Pflanzen, wo auch bie ganzen Stengel mit zu Boben sinken, doch sinb biese bei uns selten; als Beispiel seien einzelne Zypreffenarten erwähnt.

— Tas Bettcusonnen ist eine, gar nützliche Er­findung aus der Grutzmutterzeit, deren --Berechti­gung die moderne Wissenschaft voll anerkannt hat, deren Anwendung jedoch der großstädtischen Haus­frau meist ganz versagt ist. Wie anders auf dem Lande! Bettensonnen unb Wäsckebleichen auf bem Rafen, der zum Hausgarten gehört, sinb hier selbst- verständlicke Tinge, ohne die eine Hausfrau gar nicht wüßte, was aus der Welt nock werben soll. Das Pettensonnen will verstauben sein. Es genügt nicht, die Betten über einig > Stühle gelegt an ein sonniges Fenster zu stellen, wenngleich dies natürlich noch immer besser ist als gar nichts. Wer's irgend kann, bringe die Betten, die natürlich „abgezogen** werben, auf Stofen oder in sonnige Hofe, guf Hausdächer, Balkons, Veranden usw., gebe ihnen ein Laken bar» ' unter, damit sie nicht schmutzig werben. Die Sonne ■ vernichtet ungeheure Mengen schäblicher Keime, sie । bringt auch bis in bie Füllung hinein unb lockert die Federn derartig, daß man staunt, wie sehr so ein Sonnenbad bas ganze Gebett aufbläht Arn be­sten eignen sich Windstille, recht klare Tage. Auch den Steppdecken ist eine derartige Behandlung na­türlich sehr zuträglich. hf.

— Fahrkarten-Truckuuffchinen. Die von der Ber­liner Allgemeinen Elektrizitätsgesellschast konstru­iert« Druckmaschine ist von der Preußisch-Hessischen Eisenbahnverwaltung in den Fahrkartenausgabe- ftelleu verschiedener größerer — auch Berliner — Bahnhöfe aufgestellt worden und hat sich hervor­ragend bewährt. Der Apparat gestattet den Druck von 4000 verschiedener Fahrkarten und hat gegenüber dem alten System, die Karten fertiggedruckt m aus-

ttn, daß am 6. November in Adelaide ein Kühlschiff Mit geschlachteten Hammeln (etwa 100 000 Stück) befrachtet werden und den .Kurs nach Hamburg neh­me« soll. Alle inneren Organe sollten im Körper bleiben, also ben Forderungen des deutschen Gesetzes vollauf Rechnung getragen werden. Gegen diesen Versuch mit dec Einfuhr vom gefrorenen Hammel­fleisch ist nichts einzriwenden. Aber aus den weite­ren Ausführungen des Herrn ergibt sich doch, daß

i Der „Berliner Lokal-Anzeiger**, der häufig für dfsiziöser gehalten wird, als er es ist, brachte die Mitteilung, daß die Konferenz eine Milderung der Fleischbeschau-Vorschriften zur Ermöglichung der Einfuhr von Frostfleisch nichtfürnötig erachtet habe, da die Industrie imstande fei, auch ohne Ent­fernung der inneren Organe das Vieh in den ge- Würrfchten Frostzustand zu versetzen. Dieser Anschau­ung wird nun in der Presse von einem Sachverftän- bigen entschieden widersprochen. Die Kältetechnik, iieifot rS ba, fei noch lange nickt so weit vorgeschrit- en, daß j. B. ein ganzer Ochse unzerlegt und int Zusammenhänge feinet edlen Teile aus Argentinien Nach Deutschland tn gefrorenem Zustande eingeführt Werden könnte. Wenn das der Fall ift, fo könnte nur noch in Frage kommen, ob wir beamtetester, grzt» nach Argentinien schicken, die dort auf den Schlachthvfeu das Vieh untersuchen unb bie nach Deutschland bestimmte Einfuhr begutachten und kennzeichnen. Auch über diesen Punkt hat die Konferenz gewiß Material gesammelt; der erwähnte Bericht ist offenbar unvollständig, wenn er nicht Überhaupt auf Vermutung beruht.

In demselben „Lokal-Anzeig»r** kündigt heute "ein Vertreter des australischen Fleischhandels

amtliche Mitteilung über bie Beschlüsse in bb Öffentlichkeit gebracht worden fei. Aber bie Kon- ferenz konnte doch nur eine tiorbetatenbe Auf. gäbe haben. Was sie beschlossen hat, bedarf erst der Nachprüfung durch den Reichskanzler, bei seiner­seits wieber erst Fühlung mit ben Bimbesratsmit- glicdern nehmen muß. Wer ba verlangt, daß bie Vorbesprechungen in einer so schwierigen Und weitgrrifenben Frage sofort stückweise der Öffentlichkeit übergeben werden, der will nicht der Sach« dienen, sondern vielmehr der Agitation dber vielleicht auch der Spekulation.

2* Kriegsgefahr auf dem Balkan

Auf dem Balkan hat sich mit unb ohne Schuld der türkischen Regierung in ben letzten Wochen eine Menge Zündstoff angchäuft, der sich in einem Kriege der Balkankonigreiche gegen die Türkei zu entladen droht. Tie Lage gestaltet sich von Tag zu Tag kritischer. Der Schritt Bulgariensbn den Großmächten wegen ber Einführung der Selbstver­waltung in Mazedonien wirb von der Pforte ent­schieden als eine Einmischung in innere türkische Angelegenheiten zurückoewiescn. Rußland soll den Schritt Bulgariens, den es als eine sinngemäße Folge des Vorschlages des Grafen Berchtow hin- strllt, mißbilligt hoben. An unterrichteter Stelle wird versichert, der jüngste bulgarisch-türkische Grenzzwischenfall Bei Koratepee, Bei dem zwei Bul­garische Unterosfizieie getötet wurden, sei von Bul­garien provoziert worden. Es hode sich lediglich um den — Besitz eines Wasserklosetts gehandelt, dos einem türkischen Grenzposten gehörte, oder von dem Bulgarischen Grenzposten rekwmiert wurde. Das wäre allerdings der fonbeiBarfte aller je dagewesenen Kriegsanlässe, zumal man sonst in diesen Gegenden nichts von einem Fanatismus der Reinlichkeit spürt!

Kenner des Landes prophezeien einen nahen AusBrnch des Krieges. Tie agieffiv-n Kräfte schei­nen in Bulgarien konzentriert zu sein. Dort hält mau den AugenBlick für günstig, die mazedonische Frage im Sinne der christlichen Baikaustaaten zu regeln. Man glauBt, der Türkei Bei den schweren inneren Wirren und der tiefgehenden parteipoliti­schen Zerriffenheir im Offizierkorps überlegen zu ein. Zwar hat sich Bulgarien vor kurzem noch an die russische Regierung gewandt mit dem Ver­langen, die Mächte der Tripwentente möchten einen

nen ihnen nur zum Teil die aufgewandte Mühe. Ta kommen die Früchte der wilden Rose, die hellrot leuchtende-r Hagebutten den auf kargen Broterwerb angewiesenen „Natursorsckern** gerade gelegen. Be­sonders ift es die Gruppe der Hundsrosen mit ihren länglichen Fruchte», die sich wegen ihrer Größe und ihrer starken Fruchtfleischschicht besonderer Beliebt­heit erfreut. Im Erzgebirge, im Bogtlande, in Thü­ringen und iit anderen Gegenden sammeln ärmere Leute di; geröteten Früchte vor dem ersten Frost Man schneidet jede Frucht zur Hälfte auf, befreit sie mit Hilfe eines kleinen Löffels von den Kernen und den diese umgebenden Samenhaaren unb trocknet daun die Schalen an der Lust ober bet gelinder Ofen. Wärme. Diese Frucktschalen finden im Winter Ver­wendung zu Suppen und Brühen. I» vornehmeren Küchen verwendet man die frischen oder die getrock­neten Schalen mtch zn Kompott oder macht sie ein In seiner Bedeutung für die Volkswirtschaft ber? dient der wilde Rosenstrauch überdies auch infofern Beachtung, als er aut unbenutzten Plätzen in alten Steinbiüchen, Feldrainen und sonstigen unbebauten Oerilichketten eine fleißig in Anspruch genommene Herberge, Zusluchts- und Ltiststatte für Vögel bildet Leider werden bie wilden Rosensträucher häufig ba durch vernichtet, daß man sie mit bürrem «eftrünh umgibt unb dieses antiinbet. Weiter ziehen im Herbft unb zeitigen Fruhfahr mit Hocken unb Spaten be. woffnete Leute an bie Aclbiatne unb graben junae Rofenwilblinge aus, um sie in Garten einzupslanren und später zu veredeln. nietl

— Wenn di« Blatter fallen. Was hat es mit

bem Laubfall für eine Bewanbuis? Wie jedes Kind oezug auf oeu vertun weiß, werftn nicht alle Pflanzen im Herbste ihr würbia- Vwll'ltiok?» W ab, sondern es mbt welche» die es auch im i wöBnl?cke Kottanie. d

vr Gefrier- oder Frostfleifch. smöge den Fleischzoll herabsetzen, . I zwar gleich von 20 au; 5 Pfg. Dazu wir!

Voraussichtlich wird dieser Gegenstand langer; bie Gesetzgebung ans guten Gründen i ' ‘ „ Zeit auf der Tagesordnung bleiben; darum ift es ben sein; denn das wäre ein Attentat auf die deut­vielleicht angebracht, ben Namen etwas kürzer und sch, Viehzucht, und bie müssen wir unter allen kräftiger zu fassen. Wir sagen nicht Geftiertag oder Umständen aufrecht erhalte«, weil wir sonst aus Gefrierwetter, sondern Frosttag und Frostwetier. bem Regen der Teuerung in die Traufe ber Fleisch- Das fragliche Fleisch ist, wenn cs zu uns kommt, 1 not kommen würden.

nicht mehr zum Gefrieren bestimmt, sondern bereits ■ Wenn die liberale Presse fordert, die Regierung gefroren. Sagen wir doch kurzweg F r o st f l e i s ch. | |one im Handumdrehen eine Losung ber verwickelten

Die Frage ift nun die, ob bas argentinifche ober Fleischfrage der Welt verkünden, fo darf man sie australische Frostfleifch für bas deutsche Volk ein ßarauf verweisen, daß auch in der Presse Ko st fleisch werden kann. Der Losung sind wir selbst noch bie verschiedenartigsten Ansichten unb neuerdings nicht näher gekommen. Im Reichsamt ^te zahlreichsten Bedenken durcheinander schwirren.

nicht zu ha- witsch. Schon vor Wochen schrieb das Organ der 1 russischen Regierung, die „Now. Wremja**, daß da» erst: Anzeichen eines bevorstehenden Balkankrieges