Einzelbild herunterladen
 

39, Jahrgang.

Fulda, Dienstag den 10. September 1912

Erstes Blatt»

40 207.

des Welterlösers, um

beiten, die da gegen bett

und Berlin in Wien

Am Kirche und Schule.

23. Eucharistischer Kongreß.

cpe. Wien, 9. September 1912.

Der Kaiser traf Montag morgen 8 Uhr 55 Min. mit G.-folge int Sonderzug in Coswig ein. Auf dem Bahnsteig waren zur Begrüßung der König «nd der Kronprinz von Sachsen erschienen. Der

schafter, welche

vertreten, ist deutlich genug bekundet worden, daß e» sich nicht bloß um emen Höflichkeitsbeftich, son­dern um eine wirkliche politische Bera-

Kvften für die Flotte vom außerordentlichen Etat verschwunden sein. Dabei muß man berücksichtigen, daß sich die einmaligen Ausgaben der letzte» Heeres-

Derautw. Redakteur

w-ch-°bn,°g--,.Mustn«te Lonutagrzeitung»

Orsidelnl »glich «« !=«<*«

VdLetat-?«-vierte!, fttzrNcherSe^gr-rev ,hn« Bthtgölehn und Vestellgeld tn znlds fe«

«uMi&rts l XO 2iL

ist eine

sMchevolle'Ueberemstimmung über alle Punkte erneut festgestellt" worden sei. Das entspricht unse­ren Erwartungen. Warum sollte Deutschland, das seit 33 Jahren mit Oesterreich-Ungarn Arm in Arm geht, in der gegenwärtigen Zeit, wo das österret- chische Interesse als Balkanmacht und das allgemeine Friedeusinteresie zusammenfallen, die innigen Be­ziehungen sich irgendwie lockern lassen? Und an­dererseits erachten wir es für selbstverständlich, daß Oesterreich den Bortritl, der ihm als uachstbeteilig- ten gebührt, niemals ausnutzt, ohne vorher auf den deutschen Bundesbntdcr die gebührende Rücksicht ge­nommen zu haben. Die osfmsichtluche Solidarität der beiden mitteleuropäischen Kaiserreiche rst gerade bei der jetzigen Frage unbedingt notwendig.

Nun sagt man vielfach, die halbamtliche Mittei­lung von Buchlau sei zu kurz und zu irchaltsarnt. Freilich, sie stellt nur die allgemeine und volle lieber einstimmung sest und gibt nicht an. w o r üb e r man ciniq sei. Es wird von dem Rahmen gesprochen, aber nicht das Bild enthüllt, das bann steckt. Aber konnte man unter den obwaltenden Umständen die Veröffentlichung eines Aktionsprogramms von Btichlau erwarten? Die beiden Verbündeten Kaiser-

>$< Nekrulenfürsorge. Bon den Gefahre» der Kaserne wird allseits viel gesprochen. Sie bestehen, auch. Aber ste sind nicht derart, daß der religiös gefestigte Mann unterliegen müßte. Im Gegen«»!, Ihm dienen sie zur Schulung und Stärkung des Charakters, so daß er die Kaserne besser verläßt als er sie betreten hat. Der Laue freilich, der rew», siös UMbüSsdiar. de; UmuMenlund Welt-.

lichen Haushalts zeigt, daß mit dem bisherigen Cwundsatz der Schuldentilgung keineswegs gebrochen werden soll, auch wenn die Mehrausgaben der letz­ten Wehrvorlagen den größten Teil der Ueberschusie des Jahres 1911 in Anspruch nehmen. Ferner ist tu berücksichtigen, daß schon vom nächsten Jahr: ab Anleihen nur noch zu werbenden Zwecken notig sein werden. Bon 1914 ab wird sich der Anleihe­bedarf folgendermaßen gestalten: 1914 60 Millio­nen 1915 42,6 Millionen, 1916 37,9 Millionen und 1917 35 Millionen. Diesem Bedarf für Post, Eisenbahn und den Flottenzuschuß steht nun durch die gesetzliche Schuldenttlgung folgende Deckung gegenüber: 1914 62,5 AMionen, 1915 64 Millio­nen, 1916 65,5 Millionen und 1917 67 Millionen. Hieraus ergibt sich, daß in den nächsten 4 Jahren über die gesetzliche Schuldenttlgung hinaus noch 8 5 Millionen zur Schuldenttlgung durch tat­sächliche Verminderung des Schuldbestandes zur Verfügung stehen. Dazu kommt noch von den Ueberschüssen des Jahres 1911, soweit sie nicht zur Deckung der einmaligen Ausgaben der letzten Wehr- Vorlagen verwendet werden, ein Betrag von wahr­scheinlich 90—100 Millionen Mark. Diese Zahlen beweisen, daß der seit der Finanzreform von 1909 aufgestellte Grundsatz einer planmäßigen Minde­rung der Reichsschuld auch in Zukunft in Geltung

der Session der Kammer geheimgehalte st werden. Ohne formellen Waffenstillstand verpflicht« sich Italien, weitere Angriffe auf die türktschech Küsten und Inseln emzustellen, wogegen die Turkeh die allmähliche Rückkehr der ausgewiesenen Italiener als deutscher Schutzgenossen stillschweigend gestatt^ Die militärischen Operationen in Libyen blieben doch dem Abkommen einstweilen unberührt.

** Die Unruhen in Mexiko. Präsident Taft v«t fügte, daß sofort zwei weitere Kavallerieregi« meuter an die mexikanische Grenze gesandt werdens Es sei nicht möglich, die Ruhe und Ordnung iq Mexiko wiederherzustellen, solange nicht die mexika­nischen Regierungstruppen Hand in Hand mit dech «ordameritauischen operierten. /

machte wollen ja gar nicht auf ei g en e Faust vor- gchm, sondern vielmehr ein internationales, ein ge­meinsames Borgehen der europäischen Mächte an­streben — gemäß dem Vorschläge des Grafen Berchtold wegen des Meinungsaustausches. Erst in dem Falle, daß dieser Besuch der Sammlung ge­scheitert sein sollte, könnten Graf Berchtold und Herr von Bethmcmn ein österreichisch-deutsches Programm entwickeln. Ferner steht in dem halb­amtlichen Bericht, daß alle schwebenden Fragen, insbesondere diejenigen des nahen Ostens, eingehend besprochm worden seien. Demnach wird man auch über die offiziösen Friedensv erhaudlun- g-en zwischen Italien und der Türkei gesprochen haben. Wenn in dieser Hinsicht irgendwelche Rat­schläge formuliert worden sind, so eignen sich diese der Natur der Sache nach nicht zur Veröffentlichung. Alle Anregungen, die den friedlichen Ausgleich för­dern sollen, müssen im allerstrengsteu Vertrauen und in der vorsichtigsten Form den beiden Regie­rungen unterrbeitet werden.

Ein ausländisches Blatt meldet, daß Graf Berch­told nächstens nach Italien reifen werde, um sich mit den dortigen Staatslenkmn zu besprechen. Die Begegnung solle allerdmgs nicht in Rom, son­dern in Racconigi oder einem anderen füllen Ort ftattfinben. Diese „Nachricht" kann auch eine bloße Vermutung sein. Unwahrscheinlich fft die Sache nicht. Doch toiro Graf Berchtold gewiß einen Zeit­punkt wählen, der die italienischen Polittker für die friedlichen und freundlichen Bestrebungen empfang« lich erscheinen läßt. Eine solche Besuchsfahrt darf nicht ohne Früchte bleiben.

Zur Beurtellung der Hetzen vollzogenen Begeg­nung in Bu ch lau muß man sich gegenwärtig hal­ten, daßfienichtneuerdings geplant »bei gar improvisiert worden ist, sondern schon vor Monaten als Gegenbesuch des deuffchen Reichskanzlers für Anfang September in Aussicht genommen war. Sie ist also nicht aus einer augenblicklichen „Notlage" der Diplomatte hrrvorgegangen. Der Zeitpunkt Paßte aber zuMig ganz gut in die Entwicklung der hochpolitischen Berhäklniffe hinein. Dir Angelegen­hriten, die sich zur Besprechung boten, waren inzwi­schen sehr viel zahlreicher und auch viel gewichtig ir geworden. Durch die Zuziehung der beiden Bot-

DenHches Nelch.

Berlin, 9. Sept. 1912. Im Interesse der deutschen Handelsbeziehungen sott der Kreuzei „(Seiet* jetzt nach Vit Jahren wieder die Flagge auf iyr westamerika uischen Station geigen. — Der Ausschuß des dkusicheu WehrveremS da' v- Stelle d»- im Frühjahr dieses Jahres wegen imuu- mmtarischer lieberlastung zurückgetreteneu Herren Geheimrat Paasche, M. d. R, und Landrat v. Dewitz, M. d. A., zum ersten stellvertretenden Vorsitzenden de» Kaiserlichen G-saudtcu a. D. v. Pilgrim-Baltazzi, zum ziveüeu stellvertretenden Vor­sitzenden Geheimrat Prof. Dr. Dietrich Schäfer gewählt.

4- Die Schuldentilgung im Reich. Der nächste Reichshaushalt für das Jahr 1914 wird «ach Blat-

wird auch die französische und belgische Arfftokratte stark betiiTten sein. Die ganze kathosische Bevolke-, rnng wetteifert in dem würdigen Empfang der fremden Glaubensbrüder. Dem Apostolischen Dele­gaten ist für die Reise durch die österreichischen Staaten ein kaiserlicher Hofzug zur Verfügung go. stellt worden. Zum 23. Mal haben sich die Kathos liken der ganzen Welt in Wien ein Stelldichein zur Verherrlichung der heiligen Eucharistie gegeben. Di« Katholiken von Oesrerreich-llngarn werden in Wien mit den Katholiken der anderen Länder in der Liebe zum eucharisttschen Heilande wetteifern. Die »icht-- kathvlische Presse Wens steht zum größeren Teil« dem Kongresse unvoreingenommchr gegenüber; nur etliche Logenblätter und sozialistische Organe zeich»^ neu sich durch die Art ihrer Kmnpfesweise und ihrer Arttkel unrühmlich aus.

Das Exekutivkomttee des Eucharistffcheu Kon- gresses ließ am Sonntag vor den Wiener Kirche» das „Bonifattusblatt" in Tausenden von Exempla­ren unter die Bevölkerung verteilen. Aber auch bte Freidenker erschienen auf dem Plmrr. In ganz Oesterreich wurden 5 Millionen Flugblätter, in« gegen den Eucharistische» Kongreß gerichtet sind,, von der „Bereinigung für die freie Schule", ver­breitet. Bei der Verteilung der Flugblätter in Prag kam es zu mehrfachen Zwischenfällen. Die Polixa verhaftete verfchirdene Flugblattverteiler, darunter den Prager Universttätsprofessor Raudnitz.

Denl religiösen Charakter des eucharistische» Weltkongresies 'entsprechend, sind als Beratungsstät­ten für die verschiedenen Sektionen fast ausnahms-r los Kirchen besttmmt worden. So finden die Be- ratnngen der deuffchen Sektionen teils in der Schot» tenttrche, teils in der Kirche am Hof, teils zu St« Augusttn statt. _ . ..

nach Mügelen bei Oschatz angetreten. MügAen, der Sitz der Manöverleitung, liegt etwa in der Mitte der östlichen Hälfte des Schauplatzes der diesjährigen Manöver, der sich zwischen Elbe und Saale er­streckt. Es ist das älteste Städtchen des Königreichs Sachsen.

Das Haupt der Manöverleitung, General von Mo l't k e, hat auf dem Schlöffe Ruhetal Quartier bezogen. Wohl in der Mitte zwischen Mügelen und Oschatz sind im Walde die Baracken aufgeschla­gen, wo der Kaiser wohnen wird. Aus der einen Seite werden das 3. preutzischene und 12. sächsische Korps , sechten, denen das 4. preußische und das 21. sächsische Armeekorps gegenüberstehen. Beiden Par­teien sind größere Kavalleriekörper zugeteilt. Die Einleitung der Manöver bilden Hebungen dieser Kavallerie, die gestern und heute stattfinden. Die allgemeine „Kriegslage" sür die Manöver ist fol­gende: Während Blau gegen eine Westmacht kämpft, überschreitet Rot die blaue Ostgrenze und rückt durch die Neumark vor. Nach einem entscheidenden Er­folge im Westen überführt Mau feit dem 6. Septem­ber mit der Eisenbahn starke Kräfte nach Magdeburg uni) an die Saale. An der Elbe um Wittenberg und Torgau sowie nördlich und im Erzgebirge hat Blau zunächst nur Reservetruppen. Es besteigt Wtttenberg und Torgau. Blau hat Meldung von starker Kavallerie bei Kalau. Der Führer von Blau ist der sächsische Kriegsmiuister Generaloberst von Hausen, sein Chef des Generalstabes ist General­leutnant v. L o ch o w, fein Oberquartiermeister Ge­neralmajor Edler von der P l a n i tz. Der Führer der Roten ist der kommandierende General des 3. Armeekorps, General der Infanterie v. Bülow, sein Chef des Generalstabes Generalleutnant von Hutier, fein Oberquartiermeister Generalmajor Freiherr v. Frehtag-Lormghöveu. Beiden Seiten sind höhere Kavaüerieführer eingetellt, die bestimmt sind, mehrere Kavalleriedivisionen einheitlich zu führen. Der blaue Kavallerieführer ist General- leutnant von Hoffmann, sein Chef des Stabes Oberstleutnant von Studnitz, der rote Kavallerie­führer ist Generalleutnant Torgnay, sein Chef des Stabes Oberstleutnant von Pofek.

Der Kriegszustand für die Heereskavallerie be- gaitn Montag um 7 Uhr vormittags. Es handelte sich zuerst um das Vorziehcn starker roter Kaval­lerie ans der Gegertd von Kalau gegen die Elbe zwischen Torgau und Dresden, welche Strecke blaue Reservetruppen sperren. Diese handelten gemein­sam mit Motorbooten des Motoryachtklubs von Deutschland. Die Boote sind mit Scheinwerfern und Maschinengewehren ausgerüstet. Bei der Auf­klärung wirken mehrere Fliegerabteilungen zu je sechs Flugzeugen und Lenkluftschiffe mit. Auf der blauen Seite ist „Z. 3", auf der roten „P. 3". Aus dieser Lage und auf Grund des Erkundungsergeb- nisjes der beiderseitigen Heereskavallerie wird sich das eigentliche Kaisermanöver entwickeln.

Als Manövergäste trafen gestern der Kronprinz und Prinz Kyrill von Bulgarien ein. Im Laufe des heutigen Tages werden ferner er­wartet der Großherzog von Bade», der Großherp-g von Mecklenburg-Schwerin, Prinz Friedrich Leo­pold von Preußen, die Prinzen Ludwig und Leopold von Bayern, der Herzog von Sachsen-Koburg und der Erbprinz von L-achsen-Meiningen.

Gestern nachmittag und abend überschrstten die roten Truppen an verschiedenen Punkten die Elbe. Die schwachen blauen Reserven am linksseitigen Ufer wurden verschiedentlich außer,Gefecht gefetzt. Am späten abend trat die Artillerie in Tätigkeit. Auch die Flieger arbeiteten am nachmittag.

lang handeln sollte.

Em italienisches Blatt macht die auffällige Be­merkung, die Beschlüsse von Buchlau bedurften noch der Zustimmung R « ßlands. Das klingt saft so, als ob gewisse Kreise in Italien Rußland gegm. Oesterreich und Deutschland ansspieleu möchten. Wir haben schon oben erwähnt, daß Oesterreich und mit ihm Deutschland auf eine gemeinsame Aktion der Mächte im Interesse des Friedens abzielen. Da­bei ist also auch auf die Mitwirkung Rußlands gerechnet. Sollte wider Erwarten die russische Poli- ttk sich auf unfriedliche Wege verlocken laffen, so würden die auf Erhaltung des Bestehenden «unttch- teten Bestrebungen Oesterreichs und Deuttchlauds freilich e r sch w e r t, aber noch keineswegs unmög­lich gemacht werden. So weit fft den» doch die Vorherrschaft Siußlands in Europa »och nicht diehen.

Das entschiedene Auftreten des Grasen Berchtold hat bisher die unruhigen Geister auf dem Balkan im Zaume gehalten. Warum sollte es nicht Wetter- hm gelinge», — namentlich wenn dic Mitwirkung Deutschlands si» eindrucksvoll bekundet wird'.

■MgT Ä 1 Snzekges: »er Reee

■v V Ä einer elosp.Lolsnel«

eÄk -Mm Ab jS A A J eil«, 47 mm »rety

lostet lSpfg. Reklame«» MM WIA kWWlMWvrr Raum einer «#!•» M M W W W W W W nelzeile, 74 mm bretz

8 M iH kostet 49 Pfg. Bei roter

I Jr=L JsLSSL fei |ä§L öer^olMigee Rabatt, ■ V 5SrEKett-«. RrrrkimM,

--- Z-’w anzeigea 20 Pfg. qtttk

8etatiee»lr«4

moÄatsMiag« „Zuldaer Gefchlchttblättec"

Auch hierzulande heißt es „Und btt Regen reg­net jeden Taxft. Fast scheint es, als ob die fommau be» Tage des Eucharistischen KongresieS in bezug auf die Witterung unter demselben unglückliche» Wetterstern stehen sollen, wrr der scheuer Katho. likentag. Aber ebensowenig, wie dort, wird auch hier das Wetter die Begeisterung der herbeigeeilte» katholischen Völker zu beeinträchtigen imstande fti«e Nnablasiig und unermüdlich rüstet die alte Kaffer- ftabt um alle die Tausend: zu empfangen, bte m den nächsten Tagen aus allen TeUen der Erdr m Wien zusammenftrömen werden, um hier vor dem Herrn der Welt in der heiligen Eucharfftte M dltz Knie zu sinken. Hier verschwindet alles Gegensatz^ liche, hier find die Landesgrenzen verwischt, Vw wischt ist der Gegensatz zwischen arm und rmch. Hier find sie alle Kinder des Heiligen Baler, möge« sie auch den verschiedenst m Weltteile» angehöre« und bte verschiedensten Sprachen reden, hoch oder niedrig auf der soztale« Stufenleiter steh««. stchen sie treu zum eucharisttfchen Hellmrd und Christt Stellvertreter auf Erden i» Rom. Alle sind hierher gekommen, zum Lobe und zur Berherrnchung des Welterlösers, um Zeugnis abzulegen, _ alle« denen, die da gegen den Christenglauben anstürmen und zu zeige«, daß die Zahl derjenigen, die jM Fahne Gottes stehen, noch Millionen und aber Mtl- lionen beträgt. Sie sind die Delegierten unzähliger Scharm, die nicht hierher komme» könne», aber « diesen heiligen Tagen tut Geiste in dem katholische» Wien weilen werden. Tausende und aber Tausend« sind am Samstag und Sonntag schon i» Wie« em« getroffen, und mit jeder Stunde wächst bi: Zahl der Kongreßteilnehmer. Tausende haben den Weg übet, das Meer nicht gescheut, um an der Heerschau des eucharfftischen Heilandes teilzunehmen.

Der Eucharisttsche Kongrtß betbient tm beste« Sinne des Wortes die Bezeichnung „tnternattonal , und es offenbart sich hier so recht, daß bte katholische Kirche eine Welikirche ist. Tausenbe von H«^ den sind damit beschästtgt, die Kirche» und Be« sammlungslokale für den Empfang bei Gäste wür­dig auszustatte». Eine groß: Arbeit ist es, die be« Kongreßkomitee zusällt, wenn nta» bebenkt daß über hundert Sonderzügr gemeldet sind und eul Sonderschisi aus Amerika viele Tausende Gäste bringen wird, und wie viele werbm mit sahrplan-^ mäßigen Zügen kommen? Weit über 100 000 Per­sonen werden in Wim zusatnmenströmen. Bei der große» Prozession am Sonntag, bee 15. September, wird sich diese Zahl verdoppeln. Eine Reche bott. Kardinälen, über 100 Erzbischöfe, Bischöfe, Sebt«^ infulierte Prälaten ulw. haben ihr Erschemm w«. reits zugrsagt. Ans Deutschlanb sind etwaM, aus Italic» 23 und mts Frankreich 15 Dberbtrten

termeldunge» zum erstenmal außerordent- Kaiser und der König begrüßten sich aufs herzlichste liche Ausgaben für di« Heeresvertoaltung nicht! und unterhielten sich Jüngere Zett. Sodann wurde Wchr brittflwv und im Jahre MI werden auch tzze I mit Automobilen die Fahrt ins MsnöverLelände

bleiben wird.

q 3uv Duell-A»seltgmheit KnUtkl und Kammlrr wird der .Täglichen Rundfchmp aus Breslau ge« i t,rieben, es treff« nicht z«,

daß der Ehrenrat den Bezirksoffizier Hauptmann Rammler gezwungen hätte, den Amtsrichter Knittel zu fordern. Der Ehrenrat habe versucht, einen Aus­gleich zu schaffen, als Hauptmann Rammler ihm die Angelegenheit unterbreitete. Dem Ehrenrat sei darau gelegen gewesen, die Angelegenheit friedlich bet« zulegen, dies sei aber an der Ausfars.mg des Haupt­manns Sammler gescheitert. Die Forderung sei un« beeinflußt von diesem au-grgange>t, der nach dem Ausgang des Prozesses feine inilitärifche Lausbahn als beendet ansehen und seinen Abschied einreichen Dürfte. Ob auf den Amtsrichter Knittel ein Zwang in dieser Hinsicht ausge .bt würde, stehe dahin.

Daß die militärische Laufbahn des Hanptittamis Kar.imler nach dem Ausgang des Prozesses beenbet fein dürste, möchten auch wir annehmen. Dem Hauptmann Kammlcr war bekanntlich zum Vorwurf gemacht worden, er fei ein boSaritgcr Geistes- ichwacher. Diefen Vorwurf hat düs Gericht als wahr erwiesen angesehen, und darnach ist wohl ein iveiteres Verbleiben des Hauptmanns im Heere nicht gut möglich. Inwiefern der Ehrenrat nach der Enlscheidung durch das Gericht noch versucht haben soll, einen Ausgleich zu schaffen, ist uns nicht recht verständlich. Nachdem die richterliche Behörde enlschikden hatte, war die Angelegenheit zwischen Kammler und Knittel erledigt. Für den Ehrenrat konnte es da keine Einmischung mehr geben, war also auch nichts „friedlich beizulegrn*. Weshalb dem Amtsrichter Knittel nahe gelegt werden sollte, seinen Abschied zu nehmen, das kann nur em An­hänger des Duelltmfugs rotffen. Amtsrichter Knittel hat ja daS „93erbrechen* begangen, die Forderung abzulehnen, die ihm der bösartig-geiftesschwache Kammler sandte, weil ihm das Gerichtsurteil nicht paßte. Die,Tägl. Rundschau' meint, die Angelegen­heit würde natürlich auch im Reichstag ein Nachspiel finden, dafür würde daS 3 en türm schon sorgen. Sollte, was wir vorläufig n.cht annehmen wollen, Amtsrichter Shültet wegen der Ablehnung der Forderung gezwunacn werden, auS dem Heere auszuscheiden, dann wird das Zentrum allerdings vafür sorgen, daß bis 'Angelegenheit im Reichstag zur Sprache kommt, und zwar recht gründlich. Hoffentlich versagen dann auch andere Parteien nicht, die sich vor Monaten noch schützend vor den Duellimfug flellten.

c Die Alldeutschen wollen auf ihrem Verbands­tag iu Erfurt sich wieder einmal durch ganz be­sonderen „Patriotismus" hervortun. An dm Wchworlagen, welche die bürgerlichen Parteien im Reichstag [o glatt und einmütig erledigten, üben die Alldeuffchen dic schärffte Krüik. Dic Wchrvor- lageu hätten nur zum Teil gebracht, was der All- dcnffche Verband für unumgänglich notwendig an- schm, um das deutsche Reich "vor jedem Angriff sicher zu stellen. Das ist ja schließlich noch Ansichts­sache, wenn auch der Hinweis auf die Sicherheit des Gleiches wenig klug war. Aber die Alldeutschen be­gehen ja manche Torheit, die man ihrer Ueber- spanntheit zugute halten muß. Daß sie aber der deutsche» Regierung und insbesondere dem Reichs­kanzler den Vorwurf machen, sie hätten unterlasfm, „unser Batertand gegen äußere Angriffe sicher zu stellen", geht doch schon über das erlaubte Maß hinaus. Dir Alldeuffchen mußten natürlich auch ihre GeisteA?«twandtschast mit den Evangelischen Bündler« zeigen und Proteftterten deshalb gegen bett Jesuiten erlaß der Bayerische» Regierung. Als ob sie nicht in Erfurt, sondern bereits in Saar- brückm auf der Tagung des Evangelischen Bundes wären! Was Marokko anlangt, so „beschränken" sich die Alldeutschen daraus, „gegen die jüngst ge­fallene Aenßernng Verwahrung eiuzulegen, daß die »Marokkanische Frage endgültig ans der Welt ge» sckxffft sei." Run, vorläufig noch haben ja nicht die Alldeutschetl, sondern die deutsche Regierung bar» über zu befinden, ob Deutschland sich an seinen mit Frankreich abgeschlossenen Vertrag über Marokko hält oder nicht.

* Kaffermanöver.

Amlsnö.

** Kaiser Franz Joseph ist nach zweimonatigem Sommeraufeuthalt in Ischl nach Wien zurück­gekehrt, um an den Feierlichkeiten des Eucharistischen Konqreffes feihimebmen

** Die Jahrhundertfeier der Schlacht von Boro­dino ivutde am Sonntag in Rußland im Beisein der Familie des Zaren begangen. Auf dem Schlacht­felde fand eine Parade statt Sämtliche Minister waren anivesend. Nachdem der Zar die Front der Tiuppeu abäeritten hatte, begeben sich die Maje­stäten in das Jnvalidenhaus, wo Zeitgenossen der Schlacht von Borodino, deren ältester 125 und de *e» jüngster 110 Jahre alt war, versammelt warm. Ter Kaiser zeichnete die Veteranen durch ein: An­sprache aus. Darauf fchlosseu sich der Kaiser und die Kaiserin einer Prozession an, die sich mit einem Muttergottesbilde, das während der» Schlacht von der russischen Armee mitgeführt toorbtn war, zum Dmkmal des bei Bowdino gefallenen Generals Tutschkopff begab. — Einem Eisenbahnprg mit dem Großfürsten Michael Alexandrowitsch und dem Ber- kehrsminister, die sich zu der Jahrhunderffeier nach Borodino begaben, kam zehn Kilometer von Moskau entfernt nahe der Brücke, die über die Moskawa führt, ein Zug entgegen, in dem sich b:r Großfürst Nikolai Michaelowitsch, der Marineminffter, die Mi­nister der Volksaufklärung, der Justiz, des Acker­baues und der Obre Prokurator des Heilige» Synods befanden. Ein Zilfamüteitswß fchien unvermeidlich. Da lentte der Weichensteller im Augenblick der höchsten Gefahr den Petersburger Zug auf eu Nebengleis, wahrend der Maschinfft Gegendampf gab. — lieber Sebastopol wurde der Bela­ger nngszn st and verhängt. Bei einer Meute­rei in Orany sollen 100 Soldaten getötet und 200 verletzt worden sein, doch wird die Richtigkeit d:r Welduim bestrttten.

** Frauensttmmrechtterinne« drangen in das englische Königsschloß B a l mo r a l ein und triebe» dort allerhand Unfug.

* Friedenspräliminarien? Der Konstansinope- ler Korrespondent der „Neuen Freien Presse" will von einer eingeweihten Persönlichkeit erfahren haben, daß die italienisch-türkischen Friedensprälimi­narien von den beiderseitigen Unterhäridlern na­mens der Regierungen am Mittwoch, dem Baira- Feste, unterzeichnet, iedoch bis zqx EMnnng.

V= lieber die UrrterreSuttgert irr Bnchla« 11M# _____________________ .

halbamtliche Mitteilung veröffentlicht wor- und Marinevorlagen ans insgesamt 274 Millionen in der Versicherung gipfelt, daß „die beider- Stark belaufen. Diese Entlastung des außerordeui.