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«L Was der Panamakamrl lehrt.
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lediglich darauf, ihnen zu melden, wie viele Personen z« Tisch: sein werden — und damit gut. Wäre nachher etwas nicht in Ordn.ung, so würden die bei-
baldige Errichtung einer Kcrdavervrrni ch- tttngsanstalt für den 4. Bezirk aus» Wit de«' Verbandsdirektor Jakoh August Tummer in Berlin«! Hohenschönhausen soll ein entsprechender Vertrags- Wegen Errichtung und Betrieb einer -6-1
geschlossen werden.
,Uttb die Rechnungen, Onkel?"
,Die gibt mir der Hausmeister und ich bezahle Er ist schon viele Jnhre bei ntzr und wird
Eingabe der Bischöfe an den Bundesrat wegen Jesuitengesetzes gerichtet.
Amt Geisa und Umgebung.
-st- Geisa, 4. Sept. 1912, Wie erinnerlich, enthielt die ,Fuldaer Zeitung' in Nr. 194, zweites Blatt, von hier einen Bericht über das Sommerabschlußturnen des hiesigen Turnvereins, worin zum Schluß die Erwartung ausgesprochen wurde, daß Festziige doch etwas später abgehalten werden sollten wegen der Christenlehrschüler. In Nummer 204, zweites Blatt der .Eisenacher Zeitung' findet sich nun eine Art Berichtigung, die nicht unwidersprochen bleiben darf. Es heißt da: »Der Festzug begann nicht um 21'/», sondern ut Wirklichkeit erst um 31/» Uhr. Uebrigens hatte man sich auch seitens des Turnvereins wegen der dem Verein angehöreaden Christenlehrschüler "vorher mit dem in Betracht kommenden Geistlichen zu verständigen gesucht." Die daran anschließenden wenig noblen Bemerkungen wollen wir dem betreffenden Einsender zu gute halten. Aber nun zu seiner Berichtigung.
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gnttag »en 6. SeMmbn (»12.
59. Jahrgang.
an*crscheint die Augsburger Postzeitrrng, das Hauptorgan der bäuerischen Zeutrumsportei, täglich zweimal. Sie ist dann das einzige bayerische Zentrumsorgan mit täglich zweimaliger Ausgabe. —• Die bayerische O r d e n s Niederlassungen haben an die Erzbischöfe und Bischöfe Bayerns eine zustimmende Erklärung
Aus dem Nachbargebiete.
* Aus der Rhön, 5. Sept. 1912. In Nüdlingen brannte Dachstuhl und Maschinenhaus der Ziegelei Kiesel in der letzten Nacht nieder.
* Hersseld, 5. Sept. 1912. Die ungünstige Witterung der letzten Wochen machte sich gestern auf dem Rind- und Schweinemarkt recht fühlbar. Aiffgetrieb:n waren 113 Rinder und 245 Schweine. Bei beiden Gattungen war zuerst ein kleiner Rückgang der Preise festzustellen, vor allem aber fehlte j e d e K a u f l u st, sodaß bei den Schweinen kaum die Halste der angefahrenen Tiere verkauft weiden könnt:.
* Kilianstädten (bei Hanau), 5. Sept. 1912. Tie Eheleute Joh. Schenck feiern nächsten Sonntag, den 8. September, das seltene Fest der eisernen Hochzeit. Joh. Schenck ist 91 und seine Ehefrau Elisabeth geb. Weißenstein 89 Jahre alt. Beide befinden sich noch in guter Gesundheit.
* Hanau, 5. Sept. 1912. Di: Bahnhofswirtschaft Hanau-Ost ist vom 1. Okt. d. I. ab an den langjährigen Kellner der südlichen Wartesäle int Hauptbahnhofe zu Frankfurt a. M., Herrn Bassins, für jährlich 12 000 Mark verpachtet worden. Der seitherige Pachtpreis hat 10 000 Mark betragen.
* Frankfurt a. M., 5. Sept. 1912. Der Bäckermeister Reiff aus Frankfurt a. M. kam mit seinem Auto von einer Geschäftsreise nach Gießen zurück. In dem Auto saß auch der Kellner Lehrmund aus Gießen. Zwischen Kloppenheim unb Vilbel wollte Lehrmund die Laternen anzünden. Da das Auto sehr langsam fuhr, stieg Lehrmund aus, um, neben deut Wagen vergehend, die Laternen anzuzünden. Dabei geriet er unter die Räder, die ihm über den Hals gingen. Der Tod trat auf der Stelle ein. Als Todesursache wurde Bruch der Halswirbelknochen festgestellt.
* Aus Thüringen, 5. Sept. 1912. Der Milchkrieg der Eise n'a ch e r Hausfrauen ist in ein neues entscheidendes Stadium getreten. Man hat mit einem hannoverschen Großlieferanten ein Abkommen getroffen, wonach dieser vom 15. September ab täglich hier 3000 Liter zum Preise von 20 Pfg. das Liter an die Mitglieder des Hausfrauen- bercinee zum Verkauf bringt..
* Bad Kissing«», 4. Sept. 1912. Im Konversationssaal soll 'eine M a r m o r b ü st e des Prinzregenten mit einer Gedenktasel der Stadtgemeinde Aufstellung finden. Das König-Max-Denk- mal, das jetzt vor dem Konversationssaal steht, soll nach dem Vorschläge des Prof. Littmann auf dem Platz vor dem Kasinogebäude an der Stelle aufgestellt werden, an welcher sich derzeit der Springbrunnen befindet.
Blöße sichtbar, welche sich die brstische Weltpolitik gegeben hat.
Neuerdings ist der Gedanke aufgetaucht, die nordamerikanische Gewaltpolitik lahm zu legen durch die Erbauung eines Konkurrenzkanals durch Nicaragua. Aber zur Verwirklichung dieses Gedankens gehört der Entschluß zum Kriege; denn ohne Krieg werden die Vereinigten Staaten sich diesen Einbruch in ihre Interessensphäre nicht gefallen lassen. Gewalt gegen Gewalt zu setzen, riskieren aber die „weltbeherrschenden" Engländer nicht, da die blaffe Furcht vor Deutschland sie und ihre Freunde lahmt. So will es die Ironie des Schicksals, daß Deutschland, welches s. Zt. unwillkürlich den Engländern zu dem Suezkanal verholfen hat, jetzt ebenso unwillkürlich den Nordamerikanern zur Beherrschung des Panamakanals verhelfen muß.
Wenigstens konnte ich aus den melancholischen Gesichtern, die sie plötzlich machten, auf so etwas schließen. — Im Ernst, Major, ich denke, man kann Ihnen zu der neuen Hausgenosfin gratulieren! Wäre sie anders gewesen — oberflächlich, eitel und gefallsüchtig, wahrhaftig, ich hätte mir kein Gewissen daraus gemacht, sie noch aus der Reise „an den Mann" zu bringen und Ihnen dreist zu melden, daß ich Sie von ein er großen Verantwortung befreit. Wie die Sachen indessen liegen, tat ich mein Bestes, i Ihnen unsere junge Schutzbefohlene ungefährdet zuzuführen, und will nun hoffen, daß sie Ihnen recht lange erhalten bleiben werde! Doch letzt ist es wohl Zeit, daß auch ich den Reisestaub abschüttele. Einen Verteil, aber es ist auch der einzige, meiner Ansicht nach — haben sie in England vor uns voraus: sie wissen nicht, was Staub ist."
Als die Frühstücksglock: erklang und Isabella erschien, frisch und kühl, hell gekleidet, bat der Major sie, den Vorsitz bei der Tafel —■ und damit zugleich die Herrschaft im Hauswesen —- zu übernehmen. Allein sie faßte:
„Diesen Platz am Tische will ich gern einnehmen, Onkel, wenn Tu es wünschest.' Ab:r im übrigen muß ich erst eine Zeitlang zusehen und lernen, mir auch die Sprache ein wenig zu eigen machen, ehe ich selbst regiere. Denn alles, was ich hier sehe, erscheint mw so einladend und tadellos, daß ich mich zunächst in dies: Einrichtungen hineingewöhnen und es dann ebenso ruachen will, tvie es Dir bisher lieb und behaglich war."
„Ich meinte ja auch nicht, daß Du di: Wirt- schait umkehren solltest, liebes Kind. Das würde auch gar nicht gehen; denn hierzulande sind der Hausmeister und der Koch die Großmächte. Sie machen alles unter sich aus. Ich beschränke mich
nicht zugeben, daß ich von anderen übermäßig betrogen werde. Nicht wahr, Rumzan?" .
Rumzan, der in weißem Turban und ebensolchem Gewände, mit roter Schärpe um den Leib, hinter des Majors Stuhle stand, lächelte:
„Rumzan erlaubt niemand, feinen Herrn zu bestehlen."
„Das heißt, nicht übermäßig, Rumzan. Mehr kann man nicht 'erwarten."
„Es ist hier so wie überall, Fräulein Hannah", mischte sich der Doktor in das Gespräch, „nur, daß man in großen englischen Haushaltungen um Pfunde, hier aber um Annas betröge# wird. Wer dagegen kämpfen Nfill, der verdirbt sich die gut: Laune, macht sich und anderen das Leben schwer und wird schließlich doch betrogen. Wenn Sie erst dir Sprache hier verstehen, dann schauen Sie nur zu» weilen in die Rechnungen, und finden Si:, daß dieselben zu viel Verschwendung ausweisen, so verjit- chen Sie es mit einem andern Hausmüster. Nunt- 7an ist indessen schon zehn Jahre hier; Sie sind somit weit bester daran, als wenn Sie «mm neuen Haushalt einzurichten hätten."
„Worin sollen dann also meine Pflichten bestehen, Onkel?"
„Dein: Hauptaufgaben, mein Kind, sind, freundlich auszusehen, was Dir offenbar nicht schwer wird; mich zu unterhalten, so weit Du es vermagst; Dich möglichst gut mit den anderen Damen der Garnison zu vertragen und, was vielleicht das schwierigste ist, uie jungen Offiziere in gehörigem Respekt zu erhalten.
Isabella lachte. „Das scheinen ja feine zu schweren Anforderungen — bis auf die letzte allerdings. Da muß mir der gute Herr Doktor wieber berstehen, wie er es aus dem Schiffe schon getan hat. Ja? bitte!"
„Wir wollen das llnjrtge tun", sagte der Doktor grimmig. „Der englische Leutnant gehört freilich zur Klaffe der Dickhäuter, von denen die Pfeile gelinden Spottes wirkungslos abprallen. Aber Sir werden mit der Sorte schon fertig werden, Fraulein Hannah — auch ohne meine Hülfe. Schwieriger
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1 Begründung und feine Betriebsordnung begleiten, lirb er zu einem politischen Lehrmeister. Einerseits entlarvt er die Heuchelei der modernen Schiedsgerichtsschwärmerei, anderseits zeigt er die Schwäche der sog. Seeherrschast Eng- kandS.
Gerade die Vereinigten Staaten unter der Präsidentschaft Tafts haben in den letzten Jahren sich als Bannerträger des roelterlöfenbe« Schiedsgerichts- gedairkenS aufgespielt und der verwunderten Welt vorgeschlagen, daß alle (Streitfragen, auch wenn sie die sog. Lebeusinteresfen einer Nation berühren, der friedlichen Lösung durch Vergleich oder ,Schiedsspruch unterworfen werden sollten. Nun knüpft sich an die Eröffnung des Panamakanals eine Meinungsverschiedenheit zwischen England und /Worbamerika, die weder die Ehre noch das Leben einer Nation berührt, sondern nur gewisse Schiff- 'fahrtsintereffen, und die sich zur schiedsrichterlichen /Entscheidung eignet, wie kaum eine andere Frage, da es sich einfach um die juristische Auslegung eines Bertvagsparagraphen handelt. England fordert Mwn Schiedsspruch, weit e3 sicher ist, daß eS Recht bekommt. Nordamerika aber und sein Präsident Tast verleugnen die Demonstration für Völker- mrichte und lehnen dm Ueberweisung an das /Schiedsgericht krampfhaft ab, weil man weiß, daß inan im Unrecht ist und verurteilt werden wird. Me europäffche Presse entrüstet sich über die brütete Selbstsucht der scheinheiligen Republik, und die Iwrdamerikanffchen Blätter beklagen sich über diese Jcharfe Kritik. Wir wollen nicht untersuchen, ob die Sittenrichter diesseits des Ozeans, namentlich bte englischen, allzumal standhaften würden, wenn eine ähnliche Versuchung an sie heranträte, wie jetzt ; an die Nordamerikaner. Wir wollen nur die Nutz- ' anwendrmg ziehen, daß ein kluger Staat sich nicht ;euf dte Rechtshilfe seitens vereinbarter Schiedsgerichts sondern nur auf seine Machtmsttel ver-
AuS zuverlafficher Quelle erfahre ich folgender:. Wohl ging der Vorstand den in Betracht kommenden' Geistlichen an mit dem Ersuchen, den Christenlehrschülern, die zum Verein gehörten, frei zu geben, damit sie am Zuge teilnehmen könnten. Auf dil Bitte, ihm doch die Namen der betreffenden Schüler zu geben, versprach man dem Herrn, diese bi# Abends zu besorgen. Vergebens wartete der Herl Geistliche auf die Herren. Und was die Zeit bei Festzuges betrifft, so wird der Herr Einsender zm geben wüsten, daß der Festzug auf 21/. Uhr fest, gefetzt war. Diese Zeitangabe fand sich auf den schrfftlichen Einladungen. Soweit der Sachverhalts der wohl nicht bestritten werden kann. Also hatte/ der Einsender der .Fuldaer Zeitung' rechtend der Gewährsmann der »Eisenacher Zeitung' möge feint schmeichelhaften Bemerkungen auf sich anwenden.
* Sondheim, 4. Sept. 1912. Gestern fand hier unter dem Vorsitze des Großh. Bezirksbirektor» Baron von Groß aus Dermbach eine Sitzung de» Bezirksausschuffes des 4. V e r w a l t u u g s b e zirks statt. U. a. wurde das Gesuch des Dr. Adolf Greef in Völkershausen um Genehmigung zur Errichtung einer Privat-Kranknanstalt in Völkershausen unter der Bedingung genehmigt, daß in der zu errichtenden Krankenanstalt keine Pev- sonen mit ansteckenden Krankheiten ausgenommen werden. — Der Bezirksausschuß sprach sich für löe
bDa England in diesem Falle die Gleichberechti- ig älter Nationen vertritt, so kann man ihm nur f besten Erfolg wünschen. Aber die Aussichten > gering; denn die Nordamerikaner haben die acht wo et den Kanal und sie genieren sich gar /nicht, von ihrer Macht rücksichtslos Gebrauch zu stachen. Die englische Politik hat einen verhängnis- pollen Fehler gemacht, als sie diesen hochwichtigen m die Gewalt der Vereinigten Staaten fallen eß. England will der Herr des Weltmeeres m m»d bleiten. Schön; dann muß es aber auch e Herrschaft über die Kanäle sichern, die für den Verkehr auf dem Weltmeere entscheidende Bedeutung ten. Es war schon eine höchst gefährliche Unter- tesfungssüude, als England den Suezkanal, der den eg nach Indien beherrscht, dem napoleonischen ankreich überließ» Hinterher ist es freilich bett gelungen, durch List und Gewalt, durch chlaue Ausnutzung ter deutschen Erfolge von 1870 Mld deren Nachwirkungen, den Suezkanak doch noch runter ihre Fuchtel zu bringen. Auch der Bau des fPauama-KaualS, des westltchen Seiten stückes zu dem erbindenden Durchstich von Suez» wurde von mttetnehmWigslusttgereu Franzosen angefangen, die Leffeps - Gesellschaft verkrachte, hatte Engte weitsichtiger Politik zugreifen müssen. Bei Ueberlegenheit seiner Flotte hätte es das auch ngefahrdet tun können trotz Monroe-Doktrin und Zubehör. Aber England, da» angeblich das ganze Iträtet beherrschen will, hielt mit Hypnoti» Zähigkeit seinen Blick auf die Nordsee gefaßt. Während eS feine Kraft gegen die ungebildete deutsche Gefahr konzentrierte, ließ es sich ' m fetten Bissen des Panamakanals von den Nordamerikanern wegschnappen. Es gestattete sogar, daß Nordamerika das Land zu beiden Seiten der neuen Wasserstraße sich an eignete und so diesem »Seeweg, der den Weltverkehr zwischen dem Atlantischen hmb bem Stillen Ozean beherrscht, den Charakter keine» nordamerikauifchew Binnenlandkanals kverschaffte. Ob das Kurzsichtigkeit oder Feigheit »ar, mag dahingestellt bleiben. Die papierenen mttien", die sich England geben ließ, gehen schon in Fetzen, und für alle Welt wirb die
/Zm Schutze des Zauberer;
,6] Englisch-indischer Roman von E. A. Henty.
.Schön, daß ich Sie wiedersehe, Major, — daß Ms Wieder da bin. Hier ist Ihre Nichte. Ich überste Ihnen gesund und wohlbehalten." Damit sie beide dem jungen Mädchen aus dem Wa-
L „Willkommen in der neuen Heimat, mein Kind", Sagte der Major, „ich freue mich herzlich, Dich zu fehen, obwohl ich Dich jetzt nach zehn Jahren gewiß furcht wieder erkannt hätte."
. "Dasglaube ich wohl, Onkel", erwiderte das jung: Madcyen. „Damals war ich ein Keines Ding ini kurzen Kleidchen, und außerdem bin ich jetzt so Mit Staub bedeckt, daß ich selbst kaum zu sehen jviik. uh würde ich aber doch wohl wieder erkannt .gaben."
— laß.un§ gehen, Isabella. Es sind nur jJÄRf Minuten bis zum Bungalow. Mein Diener lvird für das Gepäck sorgen. Kommen Sre, Doktor. Natürlich bleiben Sie bei mir, bis Sie ein ordmt- .liches Quartier gefurrdeu habe«. Rumzan wird 'auch Ihr Gepäck mitbrülgen."
Bald langten sie vor der Gartenpforte des Bun- Mlow an und Isabella rief überrascht:
- -'Jo, wir haben aber auch in den letzten Wochen gießen müfseir, um das zu erreichen. Doch ’l* Deine spezielle Dienerin, Isabella; sie Deinem Zimmer führen. Und sobald wenig erfrischt hast, wird unten das Frühstück bereit stehen "
a^er Freund", sagte er zum Doktor, als sie ackern Ware», „keine Uuatinehmlichkeiten unterwegs gehabt?"
scheint mir Ihr Stand dm vereinigten weiblichen Truppen der Garnison gegenüber." i
Isabella machte ein sehr überraschte», Gesichh- und der Major bemerkte: „Machen Sie ihr nicht bange, Doktor." , , ’
„Sie muß doch vorbereitet sein", erwiderte dieser- Sie muffen wissen, Fräulein Hannay, — die Da- mey hier bet uns haben die Eigeutümlichkeit, niemals älter zu Werden, wenigstens werden sie sich dessen nicht bewußt. Die Frauen in der Heimat sehen ihre Kinder heranwachseu rmd merken, daran, daß die Jahre schwinden; aber hier Werden die Kleinen mit vier oder fünf Jahren fortgeschickt und erscheinen erst wieder als Erwachsene. Außerdem stud die Damen in sehr geringer Anzahl verirrten und man erweist ihnen deshalb weit mehr Aufmerk-, samkeit als daheim. Uub so werden denn Neid, U-berhebung, Eisersucht und lvas dergleichen Untugenden mehr sind, in erschreckender Weise groß' gezogen." , ■
„Nun, nun, so schlimm ist es doch nicht", wandte Major Hannay ein.
„Jawohl, so ist es. Ich bin durchaus kein Weiberfeind; aber ich dachte schon oft, es loäre ein Se- tzen, wenn man ein Gesetz erließ:, das die Mitnahme weißer Frauen nach Indien verböte."
Fräulein Hannay ließ ein entrüstetes „aber, Herr/ Doktor!" hören.
„Ich kann mir nicht helfen", fuhr dieser fort- „Ich hab: zu oft die Erfahrung gemacht, daß fast an allem Aerg:r, an allen Mißhelligkeiten unb. Spaltungen in der Gesellschaft die Frauen schuld sind. Der sprichwörtlich gewordene Kastengeist der Inder ist nichts gegen den Kastengeist unter bett’ Frauen hier. Di: Frau des hohen Beamten sieht heiab auf die Offiziersfrau; die Frau des General». erhebt sich Über die Hauptmannsfrau, —-, uub so geht es fort. Wenn bie Männer es weniger arg treiben — ihre Frauen besorgen es uni so gründ- ltchcr, und jede einzelne ist so eingebildet auf die Ehren und Titel ihres Gatten, daß man darüber lachen könnte, ivenn es nicht so zum Verzweifeln ärgerlich wäre." (Fortsetzung Selaw
? ,-Nem, ich wußte nicht", erwiderte dieser. „Frei- ilich waren da genug Lassen auf dem Schiff, die sich beständig an Isabella, das hübscheste Mädchen (Ul I VUVUS CTlW/i. l<t |V ♦
Bord, herandräikgten. Aber sie benahm sich sehr bett entlassen, — das ist sehr einfach/ .verständig — war gegen alle freundlich und dabei " ' ‘' “ ' " *
doch immer zurückhaltend. Ich glaube, einige haben Lhr Anträge gen lacht und sind abgewiesen worden, ft;
deutscher Reich.
* Ein hohes Lob über den Aachener Katholikeickig finden wir im „Deutschen Reichs-Archiv" (Nr. 47). Es lautet :
„Wir leben in der Zeit der großen Tagungen. Der Deutsche Katholikentag hat in Aachen getagt und wie erinnerlich, sich als eine gewaltige Manifestation des deutschen Katholizismus erwiesen. Mehr als sonst waren die Augen der politischen Welt auf den Katholikentag gerichtet, nahmen doch viele an, cs werde wegen der Gewerkschastsfrage zwischen der Kölner und der Berliner Richtung zu heftigen und ent cheidenden Zusammenstößen kommen. Diese Annahme hat sich, wie dem Kundigen von vornherein klar war, nicht erfüllt. Von einigen unbedeutenden Plänkeleien abgesehen, ist in dieser Speziatfrage keine gähnende Kluft bemerkbar geworden und die Geschlossenheit des Katholizismus 'steht nach wie vor uuerschückert und, wie man hinzufügen kann, unerreicht da. Die Bedeutung und Machtstellung des Katholizismus beruht neben der klugen weitblickenden Führung seiner Bischöfe auf dem starken Autorttätsg efühl, auf dem auch die Maffe beherrschenden Sinn und Verständnis für große und einheitliche Ziele. Mag auch in den Niederungen bisweilen der Kampf über Einzelheiten hin- und her- gehen, er zerstört bei den Streckenden doch nicht das Bewußtsein der Zusammengehörigkeit des Lebens und Strebens nach der Einigkeit. Und über allem Kamps stehen auf der Höhe die Bischöfe mit ihrem zum Frieden mahnenden Einfluß, der allmählich, aber sicher all: inneren Gegensätze schrittweise aus dem Wege räumt. So wird sich auch die Gewerkschaflsfrage früher oder später ohne dauernde Nachteile für die Einigkeit des deulschen Katholizismus verflüchtigen, und das Ganze wird die Geschichte einst nur als eine Episode zu würdige/ haben. Bei dieser Gelegenheit ist es nicht unlohnen», sich einmal zu. vergegenwärtigen, wie außerordentlich ergiebig der Nachwuchs in der katholischen Kirche au führend en Männern ist. An den deutschen Bischofssitzen sammelt si ch eine Elite'von bedeutenden, hockgebildeten, politisch vorzüglich geschulten und we Ulugen Männern, die mit der SlaUS- tunft erfolgreich zu wetteifern vermögen. Es ist das doch ein Beweis, daß die disziplinierte Durchbildung der katholischen Geistlichen, ihre frühzeitige Erziehung in den vielgestaltigen Aufgaben einer nach den großen Zielen der Kirche gerichteten Volksarbeit im öffentlichen Leben den besonders Befähigten viel Wissen und Können zu dem Aufstieg in die hohen Würdeftellungen mitgibt."
<? München, 5. Sspt. 1912. Die Abgeordnetenkammer beschäftigte sich auch gestern noch mit der Interpellation b:r Sozialdemokraten über die Teuerung. Der Zentrumsabgeordnete Frhr. v. Freyberg wandte sich scharf gegen die Verhetzung der Bevölkerung bureb die Roten, während diese in b:n Stadtverwaltungen nichts oder wenig tun, baß die Stabte eingreifende Maßnahmen durchführen. Mit dieser fortgesetzten Teuerungs- bebatte wirb nur der Handel angespornt, weiter mit den Preisen in die Höhe zu gehen. Von den Jndu- striezöllen hört man nie etwas, obwohl doch Agrar- unb Jndustriezölle einander dr: Wage halten. Der liberale Äbg. Scheu machte die heutig: Wirt- schafispolitik für die bestehenden Verhältnisse ver- antteoitlid). Der bayerische Bauernbündler L n tz bemerkte, die Interpellation komme schon zu spät, da die Flckschteuernng tatsächlich im Abflauen ist. Das Schlußwort sprach Abg. Auer (Soz.), der bie Regierung und bett Minister des Innern wieberholt so persönlich angriff, baß ihn der Präsibent zur Ordnung rief. Minister Frhr. v. Soden wies die hämischen Angriffe mit voller Entschiedenheit zurück. Nach weiterer Debatte wurde bie Interpellation-besprechung geschlossen. — Born 1. Oktober
Hits Ghechessen u. Mu Hess. Hctntent;
A Marburg, 4 Sept. 1.912. Der am 9. Juli' in Frankfurt titrier beut unbestätigten Verdacht, einen Mädchenmorb begangen zu Haban, verhaftete Arbeiter Wilhelm Born aus Cappel hatte sich tel ber hiesigen Strafkammer in Gemeinschaft mtt einem anberen jungen Manne au» bemfeCtat Orte beut Arbeite Gisfel, wegen E i n b r u ch » h 11S» stahls zu verantworten. .Born verbüßt yttpi zwei Jahre Zuchthaus. Int Mat b. I. hielt et sich hier in Marburg auf. Aus bem Juxplatze traf er seinen Frennb Gffsek, mit bem er barm ehrigt Wirtschaften unb schließlich auch Stubenten- kneipen, wo er sich als Komiker einfühtte besuchte. Bei der Gelegenheit stahl er emut Mantel unb zwei Teutonenmützen. Dann tmxrfrertejr sie die Studenten, bis ihnen die Polizei auf den Fersen war. Trotz seines frechen Leugnens wurde er überführt und zn eitern Jahr weiterer ZuchchauSftrate verurteilt. Seitr Freund wurde, lu-etl er sich taff dem gestohlenen Mantel unb. ber Teutoneumütze bekleidet hatte, wegen Hehlerei zu drei Wochen <3*. fängnts verurteilt.
* Kirchhain, 5. Sept. 1912. Nachdem bte Stadh» behörde wieder zwei Simmentaler Zuchtbullen ftt der Schweiz angekcmft hat, kam gestern nachmittag ein abständiger Bulle im Gewicht von 23 Zentner zur Versteigerung. ES wurde fürdenZentn^ Lebendgewicht 50 Mark bezahlt. ES ist vie^M bis jetzt noch nie erreichter Prei».
* Homberg (Efze), 5. Sept. 1912. Ein fdjrottfcl Unglücksfall ereignete sich gestern auf btt hiesigen Station. Dem Schreiner S., der sich in geschäftlichen Angelegenheiten nach auswLrt» br» geben wollte, wurden von einem nach Treysa fahrenden Gickerzuge beide Beine abgefahren. Wie er ans das Gleis geraten ist, ist noch nicht festgestellL Verunglückte, Vater von drei Kindern, tourte nach Marburg in die Universitätsklinik gebracht. '
* Frankenau, 6. Sept. 1912. Bei einem Ge- roUier, das über unsere Gegend zog, teaf der Blitz den Kirchturm und richtete einigen Schadey auf dem Dache und an der Kirchentüre «ff, ÄMF
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vermischtes. WU I
p Dine Regffirietckaffenmafchkne tza? die Br'ch'^ mit Stadthauptkasfe erhalten. S« ähn^ äußerlich den Maschinen, die man in und Geschäften sieht, zeichnet ab» viel mehr.
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