1. Oktober
«bänderuna der Unfallverhütungsvorschnslen schehen soll. In Aussicht genommen ist, daß
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Personen erkrankt, die nur Fleisch gmoffen haben. Die meisten Erkrankten befinden sich auf dem Lege der Besserung. „ _ ,. _
** Aschaffenburg, 3. Sept. 1912. Im hiesigen Schlosse werden mit Rücksicht auf den Besuch des Prinzregentcn umfangreiche Veränderungen vorge- nommm. Ter Marstall wird ganz umgebaut und teilweise für die Aufnahme der Automobile hergerichtet. — In Kleinkrotzenburg schlug der Blitz in eine Schmiede und riß ein rnächtiges Stuck von einem Ambos weg.
Grundstück gestellt.
*♦ Gerstungen, 3. Sept. 1912. Wie man aus Oedland fruchtbare Gefilde entstehen lassen, kann, dafür bietet die Gemeinde Fernbr eit e n - bach einen fprechenden Beweis. In dem ylurteu „Bor Richtersland" besitzt die Gemeinde em 25 Sldtei haltendes Gelände, das als Oed land zu betrachten war. Auf Anregung des Marksuhler Winterfckuldirektors Dr. Landbeck wurde durch ent- irechende Maßnahmen aus dem Oedland eine Wies en fläche gemacht, die der Gememdekasse 1909' 1300 Mk. und 1910 1100 Mark brachte.
Vermischter.
* Infolge einer Explosion verunglückten im städtischen Elektrizitätswerk zu Halle a. S. drei Ar- beiter. Sie wurden mit schweren Brandwunden in das Krankenhaus gebracht, wo sie hoffnungslos daniederliegen. ______________
wurde. .
— Einseitig. Er: „Kannst Du auch kochen, Liebling?" — Sie (kleinlaut): „Gewiß — — Eierkuchen, aber nur auf einer Seite; umdrehen kann ich sie noch nicht!" m „ ,, .
__ Auskunft. „Haben Sie das Büchlein „Die Kunst, schnell reich zu werden", Herr Maier?" — Buchhändler: „Ja, bitte sehr. — Vielleicht auch gleich ein Strafgesetzbuch gefällig?"
— Der Geizhals. »Warum haben S,e denn auf Ihre alten Tage noch Ihre Haushälterin ge- heiratet?" — „Sie hatte sich bei mir einklemes Vermögen erworben und das mußte ich ihr dock wieder abnehmen!"
Aus Oberhessen u. öen Hess. Aemtern.
* Marburg, 3. Sept. 1912. Im Monat August -rzieltc die Straßenbahn eine Einnahme von 6610 44 Mk. Tie durchschnittliche Tageseinnahme betrug 213.44 Mark. Da der August als einer der stillsten Monate gilt, ist man nut diesem incmziellen Ergebnis recht zufrieden. Im, ^uli, also zur Zeit der Hochsaison, betrugen die Einnahmen rund 1700 Mark mehr.
** Frankenbera, 3. Sept. 1912. Von rechter Unternehmnngs- und Schaffenslust zeugt das An- sic d l e r l e b e n auf der Domäne Wölkersdorf bei Bottendorf (Kr. Frankenberg). Tiefe Domäne wurde vor Jahresfrist von der Gemeinde Bottendo.f anaekaust, die sie in kleine Besitzungen abgegeben
hat. Der Hauptanteil fällt auf sieben Besitzer nut 10—15 Hektar Land. Bezahlt wurde der Hektar mit 1200— 2000 Mark. Der Hauptbestandteil des Bodens ist sandiger Lehm und hat eine gute Lage. Rur eines bleibt zu wünschen übrig: es könnte mehr
Gaukler.
Nach etwa drei Minuten konnte Bathurst, der unverwandt in die Höhe sah, das Ende des Pfahles unterscheiden, aber Rabda war nicht mehr, da. Schnell wurde er kleiner, bis er m ferner Ursprung- lichen Größe am Boden stand.
„Wo ist Rabda?" rief Bathurst.
Hier ist sie, Herr!" und als Rudschub dies sagte, erhob sich Rabda'aus sitzender Stellung dicht ncbe» Bathurst. .
„Wunderbar!" rief dieser. „Ich habe vou dmi Kunststück schon gehört, sah -«aber noch «re. Kanu ich das Holz noch einmal anschaue».
„Gewiß, Herr."
(Fortsetzung folgt,).
wesen treiben. . ..
* Erminister Alberti totkrank. Der frühere dänische Justizminister Alberti ist von dem Zuchthaufe in Horsens in Jütland, wo er bekanntlich eme achtjährige Zuchthausstrafe wegen feiner Millwnenbe- trügereien verbüßt, nach der Strafanstalt m Vrids- lose auf Seeland übergeführt worden. Diese Maß- nabme war dadurch notwendig geworden, daß Alberti seit dem 5. Mai 1911 infolge dauernder Krankheit und Abmagerung die Lazarettabteilung des Zuchthauses nicht mehr verlassen hat und besonders in letzter Zeit an großer Entkräftung und häufigen Ohnmachtsanfällen leidet. Alberti, der aus dem Transport von dem Gefängnisdirektor m Horsens begleitet wurde, machte einen außerordentlich leidenden Eindruck uni) konnte sich nur Mit größter Mühe an feinem Stocke aufrecht erhalten.,
* Ein Wettfressen. In R e w York beginnt letzt' die Saison der festlichen Veranstaltungen und Aus-^ flüqe der politifchen Bereinigungen Newyorks. Eine , dieser Bereinigungen, der zum größten Ten nur Mitglieder angehören, die etwas schwerer als an- derthalb Zentner wiegen, veranstaltete mn lchtm Donnerstag einen Ausflug, an den stch em Wett., elfen anschloß. Derjenige, der das meiste Beefsteak vertilgen konnte, sollte als Sieger gelten. Ungefähr 1600 Personen waren erschienen und Alderman Frank Döhler, der 381 Pstmd wiegt verzehrte nicht weniger als 9V, Pfund Beefsteak, trank ll Taster Kaffee, aß 19 Brötchen und zwei große Schusielr Kartoffeln. Er war der Sieger über seine 14 Mitbewerber Jeder dieser Fresser wog mehr als 25U Pfund. Für den Fall, daß den Wettessern etwas zu- stoßen könnte, hatte man gleich zur Vorsicht zwei Leichenbeschauer und einen Arzt mitgenommen, deren Hülfe jedoch nicht in Anspruch genommen
• Auffindung eines verlorenen TarpedoS. 3”; Jadebusen wurde ein Torpedo neuester Konstruktion treibend ausgefunden; er ist bei Schießübung«» verloren gegangen und wurde nunmehr der Manne- behörde übergeben.
* Wegen Verrats militärischer Geheimnisse wurde der 24jährige Schifssbautechniker Friedrich Schote aus Bremen vom Landgericht zu Hamburg zu 1 Jahr 8 Monaten Gefängnis und 4 Jahren Ehrver- lust verutteitt. Schote hatte dem inzwischen zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilten englischen Spion Schulz Zeichnungen von Kriegsschiffen gegen Be> 5 * Werber^für die Fremdenlegion! In dem Dorfe Schönfeld bei Greiz trat in di^er Woche em fremder Mann auf, der ,es ,m sK'ckter Weis: verstand, sich an einen Kreis lugendlicher Turner her- anzumachen Er spendete Freibier und legte schließ sich den jungen Leuten rin Buch in franzomcher Sprache zur Unterschrift vor. Es gmg sedoch keiner auf den Leim. Der Werber, ein beleibter Mann mit Knebelbart, wird auch noch anderwärts sem tln-
denshoffnungen.
auf, sodaß das Licht ungehindert hinausfallen konnte. Gleich darauf glitt Rabda heran und setzte sich auf das Polster.
„Run gib acht, Herr."
Bathurst schaute hin und der Pfahl schien ihm zu wachsen. Bald war et so hoch, daß Rabda über den Lichtschein, der aus dem Zimsiier fiel, hmans- gehoben war.
„Run koinm her", sagte der Gaukler, „ccher berühre nicht den Pfahl. Wenn Du es tatest, nnißu mein Kind herabstürzen."
Bathurst kam näher und blickte empor. Er konnte kaum noch Rabdas Gestalt erkennen, die an- scheinend schon höher war, als der F'rst des Bun- galow. Nach und nach wurde ftr immer undeut- kicher.
„Bist Du da, Rabda?" rief Rudschub der Toch- ter zu.
/Ich bin hier, Vater", — und ihre Stimme schien aus beträchtlicher Höhe zu kommen.
Und wieder und wieder ertönte die Frage und immer schwächer ward die Antwort, die endlich nur noch wie ein Ruf aus weiter, weiter Ferne klang.
Zuletzt hörte man keinerlei Anttoort mehr.
„Lkun soll es wieder kleiner werden", sagte der
Aus dem Nachbarasbiete.
* Schlitz, 3. Sept. 1912. Am 19. August d. I. ist im Los 1 bei Niederaula mit den Erdarbeiten zum Bahubau Alsfeld-Hersfeld mit Abzweigung nach Schlitz begonnen worden. Im Laufe des. Monats September wird die weitere Strecke bis an d'.e Eulersdorfer Gemarkungsgrenze, sowie die Schützer Strecke in Angriff genommen, damit sind dann rund 28 Kilometer int Bau. Diese Strecke tst tu 5 Lose geteilt, denen je ein Aufsichtsbeamter vor-
Haudel nnd Industrie.
* Berlin 3. Sept. 1912. An der Börse überwog heute Realisatwnsbedürfnis ungeachtet der Werter einlaufenden günstigen Konjunkturbernchtr und der Preissteigerung am belgischen Elfenmarkt. Es herrscht anscheinend das Gefühl ewn gewissen Uebersättigung vor und die Unlust, neue Engage- ments einzugehen, trat ausgeprägter in Erfchelnung. Verstimmend wirkte auch der Rückgang d«3pro- zrntigen Reichsanleihe auf 79. ^Lichtpunkte sind hervorzuheben russische Banken, bte von den günstigen russischen Ernteeinschätzungen profitierten, fotoie Lombarden und Türkenlose auf entarte Fne-
köunteu. . _ , , .
Dieser zeitgemäße Hmwets verdtent auch ander- »värt» Beachtung. Auch die „Braunschw. Landes- -rituna" ist der Ansicht, daß der Berteuerungssaktor sehr ost auf dem Wege zu suchen sei auf dem sozusagen das Stück Vieh zum „Fletsch Wwd Und zwar ist das der Weg in die Stadt, dts Rase vom Gu-shof in die Küche des städtischen Familtenhaus- haltes. Auf diesem Wege, sagt das Blatt, hegen die preistreibenden Faktoren, aber nicht so sehr bet Viehhändlern und Schlächtern, als bei dem G r o ß- kommissionär, der durch dte Kapltalsmacht, Wrr die er verfügt, aus den großen Schlachtvieh- ■ n. . ________iT!X 2«« QIavIiw Son SRtf'Ti’flnTtPTYT
3m Schutze der Zauberers.
4] Englisch-indischer Roman von E. A. Henty.
Nach einigen Minuten kamen sie in das dem Dschungel zunächst liegende Do-.f. Kurz davor titelt Bathurst sein Pferd an und hob das Mädchen herab. Sie nahm seine Hand und preßte ihre Stirn dagegen.
„Also auf Wiedersehen morgen, Rudschub", sagte der junge Mann, ergriff die Zugel und setzte seinen Ritt fort. Als er sich allein sah, trat ein düsterer Ausdruck in fein Gesicht.
„Das ist ja ein ganz neuer Charakter, den ich da entwickle", murmelte er bitter. „Ich kenne mich selbst nicht mehr. Aber Mut gehörte nicht dazu. Ich empfand ja gar keine Furcht. Es war kein Lärm dabei, das war es — nur Lärm ängstigt mich! Hätte die Bestie gebrüllt, so wäre ich wohl davongelaufen. Gewiß wäre ich das, und hätte es mein Leben gekostet — ich weiß es! Es ist ein Fluch, der auf mir lastet, daß ich nicht bin wie andere Menschen, daß ich zittern muß wie ein Weib, sobald ich das Geräusch einer Schußwaffe höre. Mir wäre besser, wenn der erste Schuß, der vor acht Jahren im Pendschab fiel, mich getötet hätte, ober wenn ich vor dem Ende jenes Tages mir selbst den Schädel zerschmettert hätte. Was habe ich nicht seitdem gelitten. Aber ich will nicht mehr daran denken."
Nnd mit einer gewaltsamen Willensanstrengung warf Ralph Bachurst für diesmal die Vergangenheit hinter sich und konzentrierte seine Gedanken auf die düffgabe, die ihn schon den ganzen Tag beschäftigt
Wider Erwarten erschien der Gaukler am fol- Senden Abend nicht, sondern sandte einen Knaben, der di: Botschaft brachte, Rudschubs Tochter sei krank von den Anstrengungen der Reise; doch sobald sie genesen fei, würden sie kommen.
L Eine Woche später kehrte Bathurst gerade von ^tirient ^chweren Tagewerke heim, atz rüm juitaettilt
gestellt ist.
* Hersfeld, 3. Sept. 1912. Die Abnahme des Bahnbaues 'H er s f eld -S ch enkl e n g sf eld durch die Landespolizeibehörde wird am 10. d. M. erfolgen. Die Inbetriebnahme der Bahn dürfte dann einige Tage fpäter ftottfmden.
* Oberjossa, 3. Sept. 1912. Ein eigenart oer Unfall ereignete sich gestern in einer h:e- siaen Gastwirtschaft. Plötzlich stürzte ein Tell des I Hausbodens, auf welchem Frucht lagerte, rn Glücklicherweise wurde bei dem Einsturz niemand verletzt. Eine Anzahl Möbelstücke und sonstige Gegenstände, welche sich in dem Wohnzimmer des Gastwirts befanden, wurden zertrümmert.
* Hanau, 4. Sept. 1912. Während die Gastwirtseheleute H. von Dörnigheim in Frankfurt weilten, statteten ihre zwei Jungen dem elterlichen Keller einen Besuch ab und sprachen dem dort Dt, e, „euutu, um. v... lagernden Alkohol so eifrig zu daß sie spater
Märkten, nametrtl^ in Berlin.den Viehhändlern bewußtlos am Marn aufgefunden wnr- die Preise diktiert, die oft in einem sehr ergen- den. Ein zu Rate gezogener Arzt orbrteL bte ärtiaen Verhältnis zu dem den Biehproduzenten ge- Ueberführung der beiden tn das hiesige Landkran- aablwn Kaufpreise stehen. Hier einzusetzen, diesen kenhaus an, wo eine Magenausspuknng vorgenom- mftot des Zwischenhandels zu beeinfluffen, wäre men und A l k o h o l v e r g r f t u n g festgestellt W Verdienstes Werk, das zu übernehmen die gro- wurde Während das Befinden des alteren Zungen ^n Großstädte, meinen wir, wohl imstande wären, sich gebessert hat, hegt der jüngere noch bewußtlos SÄSÄÄ ÄSi» SSt rÄ 3. ML 1912. »k ® .ff. feer Bagatellen. Durch Einengung der den Rahm Inungen der Winzer auf einen befriedigenden übsibÄnden Großkommissionäre wäre das Uebel Herbst wurden in letzter Zett ganz bedeutend her- 'an der Wurzel gepackt, zum Wohle der großstädti- abgemindert weil infolge der regnerischen scheu Bevölkerung,vor allem der arbeitenden Klaffen, Witterung bei kalter Temperatur die Trauben ,mt totb zugleich im Jnterrffe des parteipolitischen I gar keine Fortschritte gemacht habeir Zudem ha- Ktienf $ bett nicht nur Pilzkrankheiten sich häufig und m
V^bven». starkem Maße eingestellt, sondern auch bte Leder-
1 ' — I beerenkrankhnt ist stellenweise aufgetreten und nun
' ” • ' nuA ! ist auch der Sauerwurm erschienen. Die Aussichten
UßlUfUjCS Nelly. I rtrtt) heute derart, daß man mit einem Drttt el-
s|3 »intohrnna der Funkentelegraphie auf See-1herbstertr ag rechnet. Tritt bald trockenes und schiffe« Die Behandlungen bei der Seeberufs-1 sonniges Wetter ein, bann konnte noch recht viel aenoffenschast dürften unabhängig von Erwägungen gerettet werden, was unbedingt Valoren geht, wenn der ReichSreaierung, die sich auf die Vorschläge für I die Witterung nicht bald besser wird.
iM.prttrtitnnale Äonfeten* aus Anlaß des Titanie-1 * Vom Iltttereichsfelde, 3. Sept. 1912. HU UnglückS^üi London beziehen, dazu führen, daß neue Schwiegershausen sind nach dem Genuffe von Rm- Worschristeu über bie zwangsweise Einführung > >'"»> hn” notaefcklachte
der drahtlose« Telegraphie auf Seeschiffen am
wurde, daß in der Veranda ein Gaukler seiner harre, der ihn zu sprechen wünsche.
Ralph ging alsbald nach der anderen Seite des Bungalow, wo er Rudschub geduldig wartend fand und "neben ihm Rabda, in ihren blauen Ueberwurf gehüllt. Bewe erhoben sich bei feinem Kommen.
„Ich freue mich, Deine Tochter wiederhergestellt zu sehen, Rudschub."
„Es geht ihr besser, Herr. Sie hatte Fieber; doch nun ist sie davon befreit."
„Heute kann ich Deine Vorstellung nicht ansehen, Rudschub. Ich habe ein schwieriges Tagewerk hinter mir, bin sehr müde und muß dennoch weiter arbeiten Meine Diener sollen Euch jedoch ein Mahl vorsetzen. Morgen früh um sieben Uhr muß ich wieder fortgehen, werde mich aber freuen, Euch vorher noch zu sehen. Fehlt es Euch an Geld?" Und er griff in bie Tasche.
„Nein, Herr", sagte der Gaukler, „wir haben so viel" wie'wir brauchen, und mehr begehren Wit nicht Aber Willst Du uns nicht doch heut zuschauen — sei es auch noch so spät? Sieh, vor Sonnenaufgang sind wir schon aufgebrochen; ich muß Wetter nach Cawnpore und habe bereits allzu lange verweilt Kannst Du uns nicht wenigstens eme halbe Stunde schenken? Wit würden Dir zeigen, was noch wenige Engländer gesehen haben. Keine bloßen Kunststücke, Herr, sondern Mysterien, bie selbst unter uns nur wenigen bekannt sind. Sage nicht nein, Herr".
„Nun wohl denn, so will ich Euch eine halbe Stunde widmen", und Bathurst sah nach der Uhr. Jetzt ist es sieben, und ich muß Mittag eilen; bann habe ich noch drei Stunden zu arbeiten. Aber um elf werde ich bereit fein; wenn Ihr bann Licht in meinem Zimmer seht, so testet direkt ans offene Fenster." .
„Wir werden kommen, Herr!" und mtt tiefem Gruße ging der Gaukler davon, gefolgt von feinet Torr ttr , .
Wenige Minuten ^ot der vtta^c^en^Znt l^stte
Feder fort. Er hatte inzwischen über ferner Arbeit den Gaukler ganz vergessen und erschrak beinahe, als jetzt am offenen Fenster der Veranda eine Gestalt erschien.
„Ach Du bist es, Rudschub. Eben bin ich fertig. Komm herein. Ist Rabda auch da?"
Sie wird draußen warten, ich sie brauche", erwiderte der Gaukler, indem er eintrat und sich auf dem Boden niederließ. „Ich will Dir kenre Gaukeleien vormachen, Herr. Es gibt zwei Gattungen von Werken, die wir verrichten. Da sind zuerst Kunststücke, die wir alle können, und die wir in den Häusern der Weißen zeigen, sowie auf den Straßen der Städte. Außerdem gibt es aWr noch Geheimnisse die nur die'Auserwählten unter uns verstehen, und die wir nur bei seltenen Gelegenheiten ausüben. Sie find uns von den ältesten Zetten her überliefert worden. Man fagt, weise Männer aus Egypten hätten sie mitgebracht, — aber das weiß ich nicht genau."
„Ich habe mich für Eure Kunst stets intereffiert und habe schon manches gesehen, was ich mir nicht erklären konnte", sagte Bathurst.
Der Gaukler hatte während dieses Gespräches aus seinem Korbe ein Stück Holz hervorgchott, das etwa zwei Fuß lang war und toter Zoll int Durchmesser hatte. „Du siehst dies?" fragte er.
Bathurst nahm es in die Hand und meinte: „Es steht aus wie ein von einer Telegraphenstange ab» gesägtes Stück."
Willst Du mit mir hinauskommen, Herr?
Sie traten vor das Haus. Die Nacht war sehr dunkel, aber die Lampe auf dem Tische warf ihr Licht durch bas Fenster bis auf den Weg vor der Veranda. Rudschub nahm ein Holzbrettchen an sich, bas etwa neun Zoll im Quadrat hatte und auf einer Seite weich gepolstert war. Er betrat den Fahrweg, richtete dort das lange Stück Holz auf und legte bas gepolsterte darüber.
„Willst Du -rin wenig in die Veranda treten?"
bertourft unb Leber von einer n o t g e s ch l a ch t e- n Telegraphie aus Creescyissen a m > t e n Kuh, bie nach tierärztlicher Untersuchung in Kraft gesetzt werben, was durch zum Gebrauche freigegeben war, gegen 30 Per- der Unfalloerhütungsvorschriften ge» fönen beiderlei Geschlechts, teils schwer, teils —---- - « - > seichter erkrankt. Nachträglich sind auch noch
[] Mittel zur Behebung der Teuerung.
Unter der
Kleifchverforguug" „Landwirtschaftti-
, i n g -Lichte,mag nn welchem er
chen Wochenbum «r. ^^rnde Beflerung in der u. a. ausfichit, oap - ^ann zu erhoffen sei, Fleischtoersorgungsft ge ^^^tton vor allem in der wenn neben bery^ mh ber Landwirt- Schweinezucht Höfchen Behörden arbeiteten. Der <$a^naiw$müffe 50 bis 52 Mark Pro Zentner Le- bmdqewicht erreichen, unterhalb dieser Grenzen Probiere er mit Verlust. Bei die, em Preise könne der Rketiaer mit genügendem Nutzen das Fleisch zu 76 bis 80 Pfg. das Pfund abgeben. Von einer Tene- runa ließe sich bann nicht mehr reden. 9lötig Ware dabei allerdings die tunlichste Ausschaltung des Zwischenhandels und die Naherbrm- gunq von Produzenten und Konsumenten. Vorbildlich fei man in dieser Beziehung in U l m vorgegangen, wo die große Zucht- und Arastgenosfenschaft Weißenhorn, Neu-Ulm und Reuti in Verbindung mit den Städteverwaltungen Ulm (wurttnnbergifch) und Neu-Ulm (bayerisch) an bte Losung der Fleischs toersoraungsfrage mit Gluck herangetteten ser. ^n Reitti Vuim steht die große ^'^mnlage mtt bis jetzt drei Maststattonen zu 1000 Mastschwein m, die mit Vereinbarung ber Stadtmagistrate Alt- und Neu-Ulms das Fleisch pro Mnd an Metzger abgeben zum festen Preis von oO Rs 52 ^9-, bte tote- | ber ihrerseits nach Vereinbarung dav fleisch an die Bevölkerung um 78 bis R) Pfg. das Psund verkaufen müssen. Es fft bte Zett noch W turz, und dte Maststationen können den Bedarf noch nicht decken, daher sind jetzt, bis die Maststationen ihren Betrieb voll erfüllen können, sogenannte billige Tage tn Ulm angesetzt, too diese Metzger, die den Vertrag mtt der Stadt bezw. auch mit der Genossenschaft abgeschlossen haben, wöchentlich an das Publikum das Pfund Schweinefleisch um 78 Pfennige verkaufen. Graf Peysing hofft, baß auch nn übrigen Bayern derartige Genoffenfchasten enfftehen und jene unabhängig von der norddeittschen Einfuhr genügend nut Schweinefleisch zu mäßigen Preisen versorgen
Zukunft Passagierdampfer, bie mindestens 75 Per- ^onen einschließlich der Besatzung an Bord führen, sunkenlelegraphische Einrichtungen aufzuweifen haben, die wenigstens 110 Meilen weit reichen. Feiner ttt vorgesehen, auch die dcutschen Frachtdampfer zivange« weise mit sunkentelegraphischen Einrichtungen zu versehen, sobald sie mehr als 60 Personen regelmäßig an Boid haben. Für die 9tord- und Osiiee sollen die von der Seeberufsgenossenschaft zu erlassenden Bestmimungen nicht in Kraft treten un ebenso nicht für das Mittelländische und Schwarte Rleer, sodaß ui der Praxis nur der Grone und Atlantische Ozean in Betracht ko'nmen wiirdui
- Abnahme des Lehrermangels. Während'mch Blättermelounaen noch tm Z°hre lÜl0 b 9 L ier ftfilpii in Breußen gänzlich uubeietzbar waren, 1U diese Zahlern letzten Jahre aus 3S3 z«rückzegangen Die Zahl der gesamten tm Jahre 1910 nut Lehrern nich? in besetzenden Stellen betrug 1968, von denen 1439 durch Lehrerinnen verwaltet wurden, ^m Jahre 1911 belief sich diese Zahl nur auf 1510, von denen 1127 durch Lehrerinnen verm utet wurden. Wenn dazu berücksichtigt wird, daß zum gleichen Zeitpunkte an Bewerbern um Lehrerttillen 3o7 und an Bewerberinnen um LehrerinnensteNen 9o2 vorhanden waren, so kann der Lehrermangel tatsächlich als gehoben gelten.
Wiese da sein.
* Gmsetdoif, 2. Sept. 1912. Hier ift eme $ eie« grapheq»anst alt mit Unsallmeldedtenst und öffentlicher Fernsprechstelle in Wirksamkeit getreten.
* Jesberg, 2. Sept. 1912. Oberförster Scheer ist mit dem 1. Oktober in bie Nähe von Wiesbaden versetzt. Man sieht den allgemein beliebten Mann nur ungern von hier scheivem
* Ans ber Schwalm, 4. Sept. 1912. Das Kasseler Schöffengericht verhandelte am Freitag gegen ben Butterhändler B. aus Loßhausrn (Kr Ziegenhain). Bei Unterfuchung ber von ihm auf dem Wochenmarkt zum Verkauf gebrachten Butter stellte es sich heraus, daß diese 25 Prozent Wasser enthielt. B. wurde dieserhalb zu 50 Mark Geldstrafe verurteilt.
Amt Geisa und Umgebung.
* Oechsen, 3. Sept. 1912. Der Gemeinderat Hal die Euirichtimg einer Säuglingsberat u n gs- stelle beschlossen. Herr Dr. Mcyfarth in Stadt- enosfeld hak sich auf Ansuchen zur '-Beratung bereit erhärt. ,,
* Dorndorf, 3. Sept. 1912. Die Gewerkschaft Heiligenroda in Springen benötigt zur Herstellung einer Anschlußbahn für ihre in der Flur Dorndorf zu errichtende Chlorkalium- und Sulfatfabrik einen Teil von dem Grundstück Nr. 48 des Katasters von Dorndorf. Mangels gütlicher Einigung mit dem Besitzer dieses Grundstückes wegen Hergabe des betreffenden Areals hat bie Gewerkschaft ben Antrag auf Enteignung von zirka 350 Quadratmet-r Areal von dem oben genannten
JV6 202.
Mittwoch den 4- September 1912.
59. Zahrzang.
Zeitung t Druck und Verlag d« »etirudruckerel