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vrrant». Redakteur LV.: H Wellen

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Erstes Blatt.

. -.9 lö7.

Fulda, Samstag den 17. August 19IS.

39. Jahrgang.

Katholiken Deutschlands

Der Verband zählt

der

an

in Mainz gefaßte Idee, gemeinsam mit dem General-

Der Verein vom hl. Karl Borromäns

am

Kat ho liken des Auslandes großen Tagung regen Anteil nahmen.

vollendeter Weise vorgetragcn vom Gesangchor des Lehrer- und Lehrerinnenvcreins Aachen Stadt und ' Land, hielt Rektor Brück (Essen) die Festrede, in der . er in begeisterten Worten Ziele und Erfolge des christ- ' lichen Schul- und Erziehungsideals preist. Justizrat ; Schmitt überbrachte die Glückwünsche des Katholiken- 1 tages. Das Präsidium habe den größten Wert darauf ’ gelegt, vollzählig zu erscheinen. (Beifall.) In kurzen

die ihm besonders gewidmeten Begrüßungslvorte und erteilte den bischöflichen Segen. Dann erschien stür­misch begrüßt der Erzbischof von Utrecht und das gesamte Prädium des Katholikentages. Graf Henckel von Donnersmarck wies darauf hin, wie seine Familie seit einem Jahrhundert enge Beziehungen zum Han-

Achtung zeigt sich zwischen Brüdern, bdfit Vater zum Sohn, vom Meister zum Untergebenen. Heute morgen sah ich, als ich die Messe verließ, ein zwar einfaches, aber mich tief bewegendes Schauspiel. Als ich vor­überging, sanken Arbeiter und Arbeiterinnen auf die Knie, wie man sich nirgendwo auf die Knie niederläht, und alle zeigten eine tiefe christliche Achtung nicht vor der Person, sondern vor der Würde. Rehen wir von hier die Lehren dieser Achtung mit heim. Und eine zweite Lehre haben wir von dem, was wir hier gesehen haben, zu bewahren. Das ist die ruhige und stetige Ausdauer in der Arbeit für die gute Sache. Die Ka­tholiken bilden hier nicht, wie bei uns, die Mehrheit. Und doch sind sie niemals einen Fuß zurückgewichem Stets sind sie kampfbereit. Deutschland gibt ganz Europa ein Beispiel der vielleicht vollkommensten so­zialen Gesetzgebung und die deutschen Katholiken haben besonders kräftig mitgearbeitet. Das kommt daher, daß sie nicht nur gläubig sind, sondern auch einen er­leuchteten Glauben haben, der stolz auf sich selbst ist und auf seine Arbeit vertraut. Sie haben es verstan­den, auf allen Gebieten der öffentlichen Tätigkeit sich zu entwickeln, ohne dabei jemals auf dem religiösen Gebiet zurückzuweichen. Sie haben die Harmonie im christlichen Gewissen zur Tatsache gemacht, und ich bin oftmals erstaunt gewesen über den Eifer, mit dem die deutschen Katholiken die Lehren des Glaubens studieren, um mit ihnen das öffentliche und private Leben zu durchdringen. Bei ihnen gibt es keine ne- belhaften Ideen noch rein platonische Auseinander­setzungen. _ In ganz herorrvagendem Maße haben sie das Verständnis für die Bedürfnisse der Gegenwart. Wir sehen sie an der Spitze des Fortschrittes auf dem Gebiete des öffentlichen Unterrichts und der sozialen Tätigkeit. — Am Montag fand eine Festversammlung

Mercier. Kommt es Ihnen nicht auch so vor, sagte er, daß man sofort, wenn man den Fuß auf deut­sches Gebiet gesetzt hat, sich von einer Atmosphäre der Würde und der Achtung umgeben fühlt? Nirgendwo pflegt man die gegenseitige Achtung auf allen Stufen

und 302 Freunde zählt, wurde von Kardinal Erzbischof Mercier von Mecheln und Prinz Max von Sachsen mit einem Besuche ausgezeichnet. Se. Eminenz mun­terte in einer längeren Ansprache zu treuem Aus­harren in der Trinkerrettungsarbeit auf und teilte mit, daß der Papst Pius X. ihn als Kardinalprotektor aller katholischen Alkoholgegnervereine der Welt auf­gestellt habe. Prinz Max von Sachsen dankte ihm als Ehrenpräsident und Mitglied des Priesterabstinenten­bundes im Namen des Priesterabstinentcnbundcs.

Vorstand ein Generalsekretariat einzurichten, hatte in den Vereinen allgemeinen Anklang gefunden. Inzwi­schen ist bereits Herr Dr. Weinand als Generalsrekre- tär gewonnen wordem

über „Wirtschaftliche und soziale Probleme des Tech- nikerstandes". Später fand ein Kommers statt.

In der Festversammlung der Gesellen­vereine

am Dienstag abend hielt Msgr. Schweitzer die Festrede. Er legte besonders dar, daß die Gesellen- vereine dadurch, daß sie Gottesfurcht in die Herzen

Der Albertus-Magnus-Verein

I tagte am Montag nachmittag im Karlshaus. Die .Zwecke und Ziele des A. M.-V. behandelte in er­schöpfendem Referat Oberpfarrer Bruders-Köln. Der A. M.-V. erstrebt die Stärkung des katholischen Volks- tcils in den höheren Laienberufen, indem er deutschen katholischen Studierenden, die sich an den Hochschulen für einen weltlichen Beruf vorbereiten, durch Stipen­dien unterstützt. Neben den Mitgliedsbeitragen em­pfahl der Redner die Errichtung von Familienstiftun­gen. Es gibt manche Familien, denen die Hergabe von 20- bis 30 000 Mark keine erhebliche Reduktion ihres Vermögens bedeutet, die dadurch aber die fernste Zu­kunft ihrer Nachkommen sichern könnten. In der regen Aussprache, die sich anknüpfte, wurde von verschie­denen Seiten mit Nachdruck darauf ihngewicsen, daß eine größere Berücksichtigung der technischen Berufe seitens der katholischen Studenten sehr zu wünschen sei. Auf Anregung des katholisch-kaufmännischen Ver­eins zu Hannover wurde festgestellt, daß auch die Stu­dierenden der Handelshochschulen, sofern sie im Besitze des Reifezeugnisses sind, von den Stipendien nicht ausgeschlossen werden. Ghmnasialdirektor Dr. Werra (Münster i. 28.) schnitt die Frage der Gründung von Studentenheimen, sog. Studentcnbursen an, die dem Studenten zu billigem Preis ein freundliches Heim böten. Zum Schlüsse entwickelte noch Frl. Oberlehrerin Schmitz (Aachen) Zwecke und Ziele des Hildcgardis- vereins zur Unterstützung studierender katholischer Frauen.

Der Verband von Vereinigungen aka­demisch gebildeter Katholiken

hatte auf Montag die an der Generalversammlung teilnehmenden Akademiker zu einer Besprechung eingc- laden. Prof. Dr. Lauscher entwickelte in etwa halb­stündigem Referat die Gründe, die zur Schaffung der Akademikervereinigungen geführt haben. Als geeignete Mittel zur Erreichung des Zweckes, der ausschließlich in der Festigung der religiösen Ueberzengung und kirchlichen Gesinnung der Mitglieder besteht, bezeichnete der Redner religionswissenschaftliche Vorträge. An­legung von Lesemappen, Schaffung einer religions- wissenschafllichen Bibliothek und dergleichen.

Der katholische L e h r e r v e r b an d veranstaltete, wie üblich, im Lause der Katholikentage eine Festsitzung. Unter den Anwesenden waren die Abgeordneten Heß, Klocke, Marr und Stiftsprobst Dr. Kaufmann. Eine besondere Weihe erhielt der \ Festabend durch die Anwesenheit des Hochw. Herrn! Weihbischofs Dr. Müller. Namens des katholischen Lehrerverbandes, also im Namen von 6000 Mitgliedern, eröffnet sein Vorsitzender, Rektor Quadflieg, den Fest­abend. Namens des katholischen Lehrervereins Aachen heißt Lehrer Keller und namens des Verbandes katho­lischer Lehrerinnen Fräulein Schmidt die Erschienenen willkommen. Rach dem „Schlußchor aus Elias", in

sationen statt, über die wir noch kurz berichten wollen. Wie alljährlich, so gab auch die Aachener Tagung der katholischen Studentenschaft

Gelegenheit, ihre Zugehörigkeit zum katholischen Volke offen und entschieden an den Tag zu legen.

Der Kartellverband der deutschen Studentenverbindungen (C. V.) hielt am Montag abend in der Glashalle des Zoologischen Gar­tens einen glänzenden Kommers ab. 79 Verbindungen waren durch Chargierte in Vollwichs vertreten. Der Vorortspräsident cand. phil. Wimmers (Ripuaria- Bonn) entbot den Willkommgrutz an die Gäste. An dem langen Honoratiorentische hatte sich eingefunden, u. a. Bischof Keppler von Rottenburg, die Weihbischöfe von Köln und Milwaukee, Reichstagsabgeordneter Nacken, Geh. Justizrat Porsch, Graf Praschma. Graf Henckel von Donnersmarck überbrachte die Grüße des ersten Vorsitzenden des Katholikentages und richtete an die jungen Studenten die Mahnung, die christlichen Ideale und das Panier der Wissenschaft hochzuhalten. Sodann feierte Stadtarchivar Huyskens-Aachen die Träger der geistlichen und weltlichen Gewalten. Rechts­anwalt Dr. Esch-Köln hielt die Fest- und Prinzipien­rede. Dr. Zanen-Essen dankte den Behörden und der Bürgerschaft Aachens für den herrlichen Empfang.

Der Kartellverband der katholischen Studenten vereine (K. V.) ließ seinen Fest­kommers am Montag in Aachens schönstem Saale, dem Konzertsaale des Kurhauses, „steigen". Der Kartcll- verband, der an der Aachener Technischen Hochschule durch zwei Vereine, Carolingia und Wicking, vertreten ist, konnte in der regen Anteilnahme der Aachener Honoratioren an dem Kommers ein erfreuliches Zei­chen größter Sympathie erblicken. Stud. rer. tech. Ter st essen (Wicking) begrüßte in schneidiger Au­

bes Priester- insgesamt 618 Mit- und Ordensklerus

Die Holländer, die zum Katholikentage ge­kommen waren, veranstalteten am Sonntag abend eine glänzend gelungene Festversammlung, bei der die zün­denden Reden von Geistlichen und Laien das hollän­dische „Pflegma" vollständig verschwinden machte.

Tie belgischen Teilnehmer am Katholiken­tage hielten am Sonntag eine Sonderversammlung ab. Eine bemerkenswerte Ansprache hielt Kardinal

fand sich am Dienstagnachmittag zusammen. Dr. med. Schmüdderich, der Vorsitzende des Kreuzbündni'ses, sprach über das Thema: Die Notwendigkeit einer ka­tholischen Abstinentenbewegung.

jetzt 16 Ortsgruppen.

Ditz V e r s a m m l u n a. abst i.sten t enb un d es, der glieder aus dem Welt-

Union Piana, Diakon Scheller, leitete die Ver- sammlung. Referate hielten Neopresbyter von Las. saulx (Straßburg) über „Propaganda der Unio Piana" und Theol. Fromm (Straßburg) über „Bereinsarbeit".

Das Sekretariat Sozialer Studen­tenarbeit (M.Gladbach) hielt am Montag nach­mittag Heerschau. Den Vorsitz führte der energische Leiter des Sekretariats, Dr. Sonnenschein. Die Ferien­vereinigungen sind von 193 auf 211 gestiegen. Heimat- "che Arbeiterkurse im Anschluß an die christlich-natio­nale Arbeiterbewegung find 159 eingerichtet; 4387 Ar- h iArbeiterinnen wurden in diesen Kursen ??? ^Studenten und Studentinnen unterrichtet, iio Studenten haben Refidenzarbeit geleistet. Für diele werten haben sich 27 gemeldet; 70 Stellen sind gu vergeben. Graf Resseguier aus Oesterreich sprach rlf.« b6 katholischen Studenten. Handel -

lehrcr Kapell (Aachen) behandelte die Entwickelung der heimatlichen Arbeiterkurse. Im Laufe der weiteren "llriff auch Landgerichtsdirektor Gröber (Heilbronn) das Wort. Er führte aus, die Studenten sollten so fröhlich fein als nur möglich. Die größte Freude aber komme erst nach vollbrachter Pflicht. Die katholi,chen Studenten seien keine Kopfhänger Aber stüdieren, ernst studieren solle der Student. Nicht allein Fachstudium der Brotstudenten sei notwendig. Die Studenten müßten in allem exzelliereu. Sonst würden sie „eingebuttert". Darum soziale Schulung!

Generalsekretär Johs. Braun (Bonn) stellte ich sei­nem Bericht fest, daß der Verein gegenwärtig 4386 Einzelvereine mit 232 000 Mitgliedern umfaßt, die jährlich 702 000 Mk. Beiträge erbringen. Neben den Bereinsgaben sind gegenwärtig das wertvollste Ar­beitsmittel feine öffentlichen katholischen Büchereien. Der preußische Kultusetat stellt alljährlich 100 000 Mk. ein zur Ausstattung öffentlicher Volksbibliotheken. Da­von gelangen in Borromäusbibliotheken höchstens ein Zehntel; das entspricht durchaus nicht dem Verhältnis der Steuerleistung der preußischen Katholiken. Redner empfiehlt aus seiner reichen Fachkenntnis und Er­fahrung die Zusammenfassung der zersplitterten Kräfte in manchen Städten, die Bibliothekszentrali­sation, die Vereinigung der kleinen Bereinsbüchereien i zur großen öffentlichen katholischen modernen Biblio­thek. Es sprach noch Pfarrer Tressel aus Haag bei Morbach, bekannt unter seinem Dichternamen Ernst Thrasolt. Ghmnasialdirektor Dr. Brüll (Mülheim a. Rh.) betont, daß neben den hochgehenden künstlerisch-literar. Anforderungen an die vom Verein zu verbreitenden Bücher, auch die Pflege der volkstümlichen Literatur, die dem nun einmal nicht zu beseitigenden Lesebedürf­nis zum Zeitvertreib und zur Erholung zu dienen hat.

Der kath. Mäßigkeitsbund Deutschlands hielt am Montag abend im großen Saale des Karls- Hauses eine Festversammlung ab, die derart gut be­sucht war, daß selbst Galerie und Treppen dicht besetzt waren. Der Vorsitzende, Direktor Haw (Trier) be­grüßte den Bischof Keppler aus Rottenburg. Der Hochwürdigste Herr sprach beredte Worte im Sinne des Müßigkeitsbundes. Begrüßungsansprachen hielten Oberstleutnant Hasse, Landtagsabg. Bürgermeister Flenster, Pater Anno Neumann O. Pr., Kaplan Win- delschmit u. a. In seiner Festrede behandelte Abbe Brunissen aus Kalmar die Antialkoholbewegung als einen Kulturfaktor.

Bei dem Charakter Aachens als westliche Grenz­stadt Deutschlands ist es nicht verwunderlich, daß auch die

oels- und Kaufmannsstande habe, und er sei stolz dar- i Ler aeiell Laftlichen S ufenleiwr o wie bi-r Di. an rrcynifryen «cyuten Lieuricycanos < r, V BWVlWn «tufenicner so, tote hier. Die

am Sonntag seinen 4. Kartelltag ab. In öffent- Weber Essen) der 2. Vize- -- ‘ ' r'' ' ~ - -

lieher Versammlung sprach Dr. H öf le-M.Gladbach des Katholikentages, hielt eine markige Fest

über ..SRirtfdßnHHfh#* unh irviirrT» XCOC.

. der jungen Gesellenwelt pflanzen, zur Ueberwindung auch der sozialistischen Ideen mehr leisten, als alle Gesetze erreichen könnten. Wenn sie auch etwas in den Hintergrund treten mußten gegenüber neu auftreten­den Problemen, so sind sie trotz aller neu entstandenen Vereine nicht überflüssig. Der Gesellenveretn als Kulturtat Kolpings ist vielmehr anderen sozialen Organisationen ein Vorbild und Muster, er tritt unter­stützend an ihre Seit?. Es bestehen heute 12 000 Ge­sellenvereine, in 450 Hospizien finden unsere Gesellen i Verpflegung, Heimat und Schutz. Auch der Geist im ; Verein ist der alte geblieben. Mancher Kämpfer für 1 christliche Ideale, wirtschaftlichen Fortschritt ging durch die Schule des Gesellenvereins. Namhafte Führer der Arbeiter verdanken ihm ihr Können. 49 500 Ver­sammlungen zur Ausbildung fanden im letzten Jahre statt. Die Zahl der Unterrichtskurse war größer, als die aller Handwerkskammern zusammen genommen. Acht Millionen Mark weisen seine Sparkassen auf, was eine mächtige ökonomische Stärke des Handwerkes be­deutet. 90 bis 95 Prozent der Mitglieder sind gewerk­schaftlich organisiert. Rückständig ist er also nicht.

Die im

Kampfe gegen den Alkoholismus stehenden Bereinigungen hielten gleichfalls bedeutsame Versammlungen ab. So tagte das

Katholische Kreuzbündnis (Verein ab- stinenter Katholiken) am Dienstag abend im Gesellen­hause. Am Vorstandstische saßen eine große Anzahl Herren aus dem Welt- und Ordensklerus, u. a. der langjährige Leiter des Bündnisses, Pater Auuo Neu­mann O. Pr. Während der Versammlung erschien auch der zweite Vorsitzende des Katholikentages Weber (Essen), von den Anwesenden aufs lebhafteste begrüßt. Geistlicher Beirat Baumsteiger hieß im Namen der Ortsgruppe Aachen die Erschienenen herzlich willkom­men. Der Festredner des Abends, Pater Romanns O. F. M„ legte eingehend die Ziele des Kreuzbünd- nisses dar. Wenn eine Vereinigung mit Genugtuung auf das verflossene Jahr zurückblicken könne, dann sei ! es d as Kreuzbündnis. Vor Jahresfrist zahlte es 20 000 Anhänger, heute sehe es bereits 40 000 Mitglie­der und 75 000 Kinder um seine Fahne geschart. Vizepräsident Weber beglückwünschte den Bund zu sei­nen Bestrebungen und versicherte ihn der Sympathie des Präsidiums des Katholikentages. Hauptmann a. D. ■ Walleau (Mainz) gab an der Hand von Zeichnungen i ein Bild von den Funktionen des menschlichen Gehirns und von den schädlichen Einwirkungen des Alkohols auf dieses Organ.

Der kath. akadem. Abstinentenverband

spräche die Erschienenen, vor allem den Weihbischof Dr. Müller (Köln), den 1. Ehrenpräsidenten des Katho­likentages Oherlandesgerichtspräfident Abg. Dr. Spahn, den Präsidenten des Lokalkomitees Dr. Winands, die Abgg. Stiftspropst Dr. Kaufmann, Marx, Gröber, Jtschert, Pauli, Busch und Dr. Heß. Mit stürmischem Beifall begrüßt wurde auch der Herr Erzbischof van de Wetering von Utrecht. In zündender Rede brachte Abg. Stiftspropst Dr. Kaufmann das donnernd aufgenommene Hoch auf Papst und Kaiser aus. Ober­landesgerichtspräsident Dr. Spahn toastete auf den Kartellverband. Die Festrede des Landgerichtsdirektors Abg. Jtschert löste starke Begeisterung aus. Im weiteren Verlaufe des Abends sprachen noch Graf Henkel von Donnersmarck und der ehemalige Präsident des belgischen Senats, Vicomte S i m o n i s. Die Damenrede hielt Oberlehrer Middendorfs.

Der Unitas-Verband (U. V.) tagte am Dienstag abend im Saale des Klüppel. An der Ehren­tafel hatten die Herren Dr. Donders, Abg. Sittart, Abg. Klocke, Geheimrat von Ehrenwall, Abg. Dr. Heß, Dr. Müfer u. a. Platz genommen. Dem A. H. Prälat Dr. Mansbach wurde bei feinem Erscheinen eine stür­mische Ovation dargebracht. Die Festrede hielt A. H. Dr. Heß. Er mahnte zur Einigkeit auch unter der in verschiedenen Verbänden organisierten akademischen\ Jugend des katholischen Deutschlands. Vom Präsidium ; des Katholikentages waren erschienen der Erster Prä­sident Justizrat Schmitt (Mainz), der Erste Bize- fient Graf Henckel von Donnersmarck und der Präsi­dent des Lokalkomitees Dr. Winands. Mit seinem beredten Trinkspruch auf Papst und Kaiser verflocht der Leiter des Kommerses, cand. phil. Krings eine tiefempfundene Erinnerung an den verstorbenen Kar­dinal Fischer, der Alter Herr des U. V.) war. Seitens der Gäste sprach Abg. Regierungsrat Klocke.

Der Verband katolischer Vereinigun­gen an technischen Schulen Deutschlands hielt c " ' ' “ ~ ’ - ----

Vertreter her Kreien Vereint» 1I na zu eriweinen. l)oei[au. rurzen

nachmittag! Der Vorsitzende, Stud. Mennicken, teilte ' ^.-2 Vnb fei"c. ^ua-

mit, daß Freie Vereinigungen an den Universitäten : o,tinmmeiinrf>nrtnfrH ~ le,£rtr ^te

Freiburg, München, Bonn und Berlin beständen. Serh ^sl^n G«ftl,chkett und Lehrer-

erfreulich war die Feststegung, daß diese einzelnen, bis- ■ ,< - L ™ öllabrließ'

her selbständigen Verbände! eine Kartellierung be-.We Z-sihof Dr. Muller der Versammlung schlossen haben, um ihre Organisation so inerlich zu halten novy Dr.

festigen, auch berührte sehr angenehm der Hinweis auf ! “""t J Schulrat Ntget.et. Es folgte noch das freundliche BerhäUnis zu den katholischen Korpo- l “spcn ® ®elanO’ und mufrkalt,chen Vor­rationen und Vereinen unb die Betonung positiver 1 "

Arbeit mit Ausschluß jeder Polemik. !-verBeroandderkathol.kaufm. Verein i-

Die Akadem. Bonifatinsvereine traten ; . . gungen Deutschlands

am 12. August zu ihrer Generalversammlung zusam- ; versammelte je nie Getreuen am Montag abend. Die men. Die umfassenden Verhandlungen wurden vom | "'.CIlun0 ln Händen des Aachener Brudcrver- Vorortspräsidcnten Werheit (Münster) geleitet. Nach . Jjtn§ „Uquc^grana . --trektor Groeningen leitete die dem Borortsbericht ist die Einigung im verflossenen ! Bersammlung und eröffnete sie mit einer Bcgrützuugs- Jahre bedeutend erstarkt. Die auf der Versammlung < v^ipiache. ^-ethbi;chof Muller von Köln dankte für m-;_______ ____■ r- ' ...•< c ...'m______r FTP ihm bet£mߣr§ nellM ATITPiPtt r.vrX

«.,! »er «e«eralv-r!amm,u»g »er **“

D i e Akademischen Piusvereine hielten irat am Mittwoch in eine Generalversamm lung ein. Dienstag eine Besprechung. Der O. O. P. der Generalsekretär Kobs. Braun iBonni u-nc-

In einer A l lg. Studentenversammlung . „ , „ _ .-.uix -„j, . „ a. r , hielt Amtsgerichtsdirektor Gießler aus Mannheim die

m A a ch enfMden, wie ubltch, auch tndtetem Jahre ; ge^rcbe. ^lle der Bonifaliusverein sich des öfteren ?SS wÄ br? ’ ° zusammenfindeu und zweckmäßige Einrichtungen zur dere Beran st al ungcn katholischer Organi- für die Ausbreitung des Katholizismus in

' den deutschen Kolonien schaffen. Darauf besprach Dr. ; Weiland in einem mit Beispielen hübsch auSgestatteten \ Vortrage die Zwecke des Bonifatiusvereius. Während , der Rede erschienen Bischof Keppler von Rotteuburg ; unb 81 poft. Bitar von Norwegen Fallize und danach ! Herr Weihbischof Dr. Müller-Köln. Jeder der Herren ! hielten eine Ansprache. -

der Belgier statt. Prof. Dr. Meyers (Luxemburg) gab in markigen Zügen einen lleberblick über die ka­tholische Aktion in Deutschland.

+ Ungarisches.

Tie demuächstige Wiedereröffnung des ungari­schen Reichstages lenkt die Aufmerksamkeit auf die innerpolitische Lage in Ungarn. Als das ungarische Parlament vor einigen Ptonaten ausein­anderging, herrschte zwischen der Regierungs- m - h r h e i t und der Opposition ein Kampf auf Leben und Tod. Dre tiefere Ursache des Kcuu- pfes ist die von der Opposition so stürmisch ver­langte, von den herrschenden Parteien im ungari­schen Parlament aber bis heute noch verweigerte Wahlresorm.

Das ungarische Parlament ist bekanntlich keine Vertretung des ungarischen Volkes, sondern der ein­heimischen und zugewanderten Geburts- und Geld­aristokratie, der G e n t r y s. Diese haben im un­garischen Abgeordnetenhause die Macht und im Mag­nat enhause sind sie allein vertreten. Schon seit Iah- ren fordert das Volk ein Wahlrecht, das ihm eine Mitwirkung bei der gesetzgeberischen Arbeit ermög­licht. Aber der herrschende Klüngel hatte es bisher verstanden, die Wahlreform immer wieder hinaus­zuschieben. 9iuit kam vor Jahresfrist die österrei­chische stiegierung mit ihrer Heeresvorlage, zu der auch die Zustimmung des ungarischen Parlaments notwendig ivar. Die Opposifton benutzte diese« Anlaß, mit allem Nachdruck wieder eine Reform des Wahlrechts zu verlangen und gab die Parole aus: OhneWahlreformkeine We hrvorlage! In Oesterreich erkannte man den Ernst der Situa- tion, erkannte aber auch, wie dringend notwendig eine Reform des Wahlrechts zum ungarischen Ab- geordnetenhause ist. Die österreichische Regierung drang deshalb bei der ungarischen darauf hin, die Wahlreform möglichst schnellzu erledigen^ da­mit die Annahme der Heeresvorlage gesichert fei.

Ursprünglich war die ungarische Regierungs­partei eben so wenig wie die Oppositwnspartei ge­neigt, die Heeresvorlage anzunehmen. Es war trat die Furcht, aus der herrschenden Position durch Re­form des Wahlrechts verdrängt zu werden, welch« die Tisza-Partei bewog, für möglichst schnelle Erl»- dignng der Wehrvorlagen zu sorgen. Das geschah vor einigen Monaten in der Weise, daß der Präsident des ungarischen Abgeordnetenhauses, Graf Tisza, die Wchrvorlage ohne vorherige Debatte zur Absüm- mung brachte. Unter stürmischem Widerspruch der Oppositwn wurde dann die Wehrdorlage angenom­men. Das war die letzte Tat des ungarischen Par­laments, das wenige Tage später in die Ferien ging; vorher aber noch die „technische Obstruktion" der Minderheitsparteien erlebte, deren Führer zweimal durch 126 Polizisten aus dem Sitzungssaal entfernt und zum großen Teil auf 3 bis 6 Wochen von bm Verhandlungen ausgeschlossen wurden.

Die Ferienzeft benutzte nun die Opposition dazu, im ganzen Lande eine heftige Agitation ge­gen Regierung und Regierungsmehrheit zu entfal­ten, deren Vorgehen sie als gesetzwidrig bezeichnet. Sie verlangt R ü ck t r i t t des ungarischen Minister­präsidenten Lukaes und Rücktritt des Kammer­präsidenten Tisza, ferner „Restitutio in integrum" b. h. Aufhebung der seit dem 4. Juni „ungesetzlich^ zustande gekommenen Gesetze. Das sind die FriedenS- bedingungen, welche die Opposition der Regierungs­mehrheit stellt.

Herr Lukacs und Herr Tisza sind vorläufig aber gar nicht bereit, diese Friedensbedingungen der Opposftion zu akzeptieren. Die Opposition hat wohl auch wenig Aussicht, damit durchzudringen. Politisch klüger wäre es jedensalls, sie würde sich nun mit aller Wucht auf die Wahlreform werfen. Das ist die schwache Seite der herrschenden Clique, die ja mich bereits erklärt hat, nach dem Wiüterzusammet^ tritt des Parlaments an die Wahlreform herantrete« zu wollen.

Von einer Wahlreform, die die jetzige Regie­rungsmehrheit macht, dürfen die breiten Massen selbstverständlich nicht viel erhoffen. Ob die Aeude- rung des Wahlrechts eine Besserung bringen wird, wie sie das ungarische Volk erwartet, wird deshalb von dem Einfluß abhängen, den die ö st e r r e i ch i - sch/c Regierung auf das Kabinett Lukacs aus- zuüben gewillt ist, dann aber auch von der tak­tischen Klugheit, mit der die bisherige Oppo­sition den Wablrechtskampf in» und außerhalb des Parlaments führt.

Deutsches Reich.

** Berlin, 16. Aug. 1912. Bürgermeister Dr. (Serbin a in Greifswald ist durch kon glichen Er­laß vom 30. Juli 1912 als Mitglied des Herren­hauses aus Lebenszeit berufen worden. — Die Reichspostvcrwaltung plant eine Telegraphenleitung zwischen Berlin und Bukarest und eine Ver­längerung der Telephonverbindung bis Rom.

)( Die strafrechtskommission des Reichstags, die am 24. Juli in die Ferien gegangen ist, wird am 18. September ihre Arbeiten wieder aufnehmen. Der endgiltige Enttvurs dürfte dem Reichstag erst in vier bis fünf Jahren zugehen.

c Einschränkung der Flurschäden beim Manöver. In einer jüngst ergangenen kaiserlichen Verfügung ist, wie der Korrespondenz „Heer und Polittk" von militärischer Seite mitgeteilt wird, besonders darauf hingewiesen worden, daß bei der Anlage und Durch- fühnmg der diesjährigen Manöver von allen Trup­penteilen auf möglichste Einschränkung der Flm> schaden Bedacht genommen werden soll. In erster Linie sollen die Ernteverhältnisse berück- s i ch t i g t werden. Auf Grund dieser Verfügung sind bereits von den Truppenteilen Maßnahmen ge» troffen worden, um die Landwirtschaft gegen etwaig« Schädigungen möglichst zu schützen.

Q Sachsin uno die Zesmten. Wie die,Täglich« Runvjchaw erfährt, steht Sachsender bayerischen