M 169.
Freitag den 26. 3ull 19(2.
39. Jahrgang.
* fuldaer M Zeitung *
2. Blatt.
druck und Verlag der Mdarr Aetirodruckerei in 5u!da.
Für rin en «ersuch s-lldm ei«
Probebüchs- kostensrei mufflet L die , Freiburg i. Arg. [1774)
Lilernes Feuittetott
pp.
Das
so manche
Unbedingt keimfreie'
in warmer Jahreszeit
Vom Kloster Kreuzberg i. d. Rhön.
Zu dieser schönen Sommerzeit bietet der Kreuzberg das Ziel vieler Wanderer. Täglich kommen sie in Scharen den Berg hinan und füllen die weiten Räume des gastlichen Klosters. Dicht gedrängt sitzen sie in den Gastzimmern und lassen sich Speise und Trank, dargereicht von den freundlichen Brüdern be§ Klosters munden. Frisch und gestärkt geht die Wanderung weiter durch die herrliche Rhön und neue Gäste nehmen die kaum verlassenen Plätze ein. Gegen Abend aber werden die Touristen seßhafter, sie bleiben im Kloster, um auch für die herein- brechende Rächt die Gastfreundschaft desselben in Anspruch zu nehmen. And alle werden sie ausgenommen vom gastlichen Kloster und unverdrossen sind die Brüder tätig, um die Bedürfnisse so Bieler zu befriedigen. Die Zahl derjenigen, welche übernachten wollen, belauft sich nicht selten auf 70, 80, ja ICO und weit darüber hinaus. Da muß man
Genossenschaft ob ihres wechselnden Mitgliederbestandes für ein solches Unternehmen geeignet ist, erscheint sehr fraglich.
Hausordnung des Klosters ein Jeder zu Bette gehen soll, da bittet der Herr Professor den Bruder, ihm doch noch eine kleine Frist zu gewähren, da es ihm so gut gefiele und das Bier so vorzüglich fei. Trotz seiner Müdigkeit bringt der gute Bruder dem Herrn noch ein Maß Bier und nachdem dieses getrunken, begleitet er den Herrn zu seinem Zimmer. Am andern Morgen schlief der „Herr Professor" schön in den Sonntag hinein und als die Brüder zwischen 9 und 11 Uhr dem Gottesdienst beiwohnen, Ver
ist e n Vorwurf, den man ost hört, wenn man die strengen Glauben?- und Sitteniehren der Geistlichen abschütteln will. Wir erwidern so:
1. Der sozialdemokratische und liberale Partelagi- tator wird auch bezahlt. Er redtt also auch, was er selbst nicht glaubt.
2. Der katholische Geistliche ist meistens schlechter bemhlt, als andere Akademiker. Wenn's ihm nur darauf ankommsi bezahlt zu werden, weshalb wurde er dann nicht Philologe oder Arzt oder Ingenieur? Wenigstens viele deutsche Geistliche hätten das Zeug und die Mittel dazu gehabt. Die Abiturienlenzeugntsse vieler Kapläne und Pfarrer sind hoher Ehren wert. Das werden uns die LaiemAkademiker^erue zugestehen,
i zuverlässigste Nahrung 0 für kleine Kinder.
* Gudensberg, 25. Juli 1912. Ein merk würdiger Unfall trug sich gestern Nacht hier zu. Auf unaufgeklärte Weise stürzte das 2'/-jährige Kind des Schneidermeisters D. aus dem Bette und brach dabei die Wirbelsäule. Das Kind wurde dem Landkrankenhause in Kassel zugeführt. Sein Zu-! tand ist sehr bedenklich.
* Sachsenberg, 25. Juli 1912. Außer Herrn Baron von Krauskopff haben noch die Herren Bierbrauereibesitzer Ad. Bohle hier, Graf von Dunden (b. Dalwigk-Camp) und Fabrikant Richter (Wetzlar) je 1000 Mk. zu Gunsten der durch den H agel G e- schädigten in hochherziger Weise gestiftet.
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3. Manche Geistliche verlassen Geld und Gut, verlassen das behagliche Leben in reicher Familie, um ohne jedes Gehall, unter heldenhaften und unsäglichen Strapazen in den Missionen ihr Leben miss Spiel zu setzen. Fül's G-ld? Nein, für Christus und die Seelen! Welche Agitatoren einer anderen geistigen Bewegung können sich da nut den katholischen Missionaren messen? Wo sind to zahlreiche Mammonsverächler, so vollendete Idealisten?
Was verschlägt cs da, wenn hm und wider sich ein Priester in das Geld verliebt, oder sogar untreu und geizig wird. Solche Leute gibt ei sogar bei den — Freisinnigen und — Sozialdemokraten. Rur daß man dort den „Missionar", der alles Eigene darangidt, allzu selten findet, jedenfalls viel st'Uner wie in der katbolitchen Kirche. »E
— Familienwandersahrten in die weitere Umgebung finden immer größeren Beifall. Mit der Eisenbahn gelangt man ja in kurzer Zeit ans gewünschte Ziel, und dann geht's tapfer vorwärts, durch das meist noch unbekannte Stücklein Erde hindurch ein ent zweiten Ziele entgegen. Solche Wanderfahrten sollten nicht nur Turnvereine oder sonstige Gesellschaften veranstalten, sondern auch einzelne Familien für sich allein; so ganz unter sich sollte man sein. Erstens verlangt die „naturgemäße Gesundheitspflege", daß man sich oster einmal gründlich ansläuft, zweitens aber kann man gar vieles lernen, wenn man einmal weiter die Schritte lenkt, als auf die gewohnte Stadtpromenade. Sind nun gar Kinder im Familienkreis, so bildet eine derartige Wanderfahrt ein rechtes, echtes Vergnügen und ist selbst dann, wenn dergleichen öfter in der Woche oder in der Ferienzeit wiederholt wird, noch immer weit billiger, als der Aufenthalt in einer „Sommerfrische"'. Man ist zu Hause und doch auch wieder picht zu Hause, sondern jedesmal wo anders. Besonders Stadtkinder — was alles sehen sie da draußen, und wie gern lassen sie sich belehren: Mühlen, Fabriken, Burgen und Schösser, Felsen und Berge, Wiesen und Wälder, Bauernhöfe, Dörfer aller Art, dazu so vieles, was die Natur bietet: Insekten, Käfer, Pflanzen, Gesteine, kurz, so eine Familienwanderfahrt ist prächtig! Rucksack und Botanisiertrom-
bereiten und die eventuell gewünschten Speisen und Getränk- bereit zu stellen. Ties sehen jedoch die wenigsten ein, sondern geben schließlich noch den Brüdern die Schuld für selbst gemachte Fehler. Möge daher jede Schule und jeder Verein sich früh- zeirig anmelden, man wird sehen, mit welcher Umsicht alles vorbereitet ist und befriedigt wird man von bannen ziehen.
Auch Zechprellereien muß das Kloster sich gefallen lassen. Kehrte da vergangenen Samstag ein Gast im Kloster ein mit der Bitte, auch dort übernachten zu dürfen. Er stellte sich als ein Professor So und So vor und willig wird seinem Wunsche entsprochen, obschon es schon verhältnismäßig spät und bereits über 1-00 Menschen Quartier gewünscht haben. Der Gast labt sich reichlich an Speise und Trank und als die Stunde gekommen, wo nach der
Au§ Gdertzesjen u- den Hess. Hennern
* Homberg a. d. Ohm, 25. Juli 1912. Unser Turnverein, der auf sein 50jähriges Bestehen zurück blicken kann, will eine Turnhalle erbauen; es stehen ihm zu diesem Zwecke bereits 9000 Mk. zur Verfügung. __
schwindet er ohne zu danken und — zu zahlen.
— „Tie Geistlichen werden dasiir bezahlt!"'
* Städtische Hypotheken-Banken und zweite Hypotheken.
Eine Hauptursache, warum speziell der Bau von kleineren Wohnungen auch heute noch immer erntet dem Bedürfnisse zurückbleibt, ist zu jmhen m der schwierigen Kapitals-Beschaffung für diese Art von Wohnungsbau. ■. '
Um nach dieser Richtung hm Wandel zu schaffen und besonders die Bereitstellung z weiter Hypotheken in die Hand zu nehmen, hat eine Reihe von Stadien besondere Hypotheken-Aemter errichtet. Solche Armier existieren nach dem soeben erschienenen Jahr- buche der Wohnungs - Reform 1911 in folgenden Städten: Barmen, Clcve, Cöln, Ereseld, Dresden, Düsseldorf, Essen, Euskirchen, Haan, Hamburg, Lüdenscheid, Magdeburg, Meerane i. S., Memel, M.-Madbach, Minden, München, Neuß, Neukölln (R xdorf), Opladen, Plauen i. V., Rheine, Rheydt, (Sofmgen, Trier, Weißensee und Wesel. In mehreren Städten steht die Gründung von Hypotheken- Aemietn bevor. Die Beleihung erfolgt in der Regel bis 75 Prozent des Taxwertes. Einige Städte gehen auch weiter, sa z. Barmen bis 90 Prozent. Der Zinsfuß schwankt zwischen 3ll,—6 Prozent, die Tilgung zwischen 1—21/» Prozent.
lieber die Erfahrungen, die man mit den Hypotheken-Banken in den einzelnen Städten gemacht hat, verdienen besonders heroorgehoben zu werden diejenigen der Stadt Neuß:
Die Verpflichtung zur Tügsing der zweiten Hyvotbek hat sich hier durchaus bewährt. Der in jedem Falle frei vereinbarte Titgungssatz schwankt zwischen und 12Vi Prozent; in der Mehrzahl oer Fälle oeiraqt er 4V« Prozent. Die Tilgung isi 'eilens der Daftehnc- nehmer pünktlich erzolgt. Die Erfahrungen, welche die Verwaltung mit der Vergabe der zweiten Hypotheken gemacht hat, sind in jeder Hisisicht äußerst günstig. Es ist bisher nicht der geringste Verlust zu verzeichnen gewesen. Die Einrichtung hat in der Bürgerschaft lebhaften Anklang gefunden. Es geht die-- am beten daraus hervor, daß bis 17. Februar 1912 in 256 Fällen zweite Hypotheken in Gesamthöhe von 1103786 Mark bewilligt wurden, wovon bis sitzt 208 665,08 Mark wieder zurückgezahlt find. Da die ursprünglich für den Zweck zur Verfügung gestellten Mittel von einer halben Million Mark nicht mehr auSreichten, wurde der Betrag durch Beschluß der Stadtverordnetenversammlung vom 4. Januar 1910 auf eine Million Mark erhöht. Eine weitere Erhöhung steht in Aussicht.
Von Kreisverwaltnngen, die zur Förderung des Wohnungswesens im Berichtsjahre Beschlüsse gefaßt haben, ist der Landkreis Köln zu nennen. Um die Seßhaftmachung zu erleichtern, iii aus den Ueberfchüssen der Kreichparkasse ein Fonds geschaffen worden, aus dem bauluftigen Arbeitern, kleineren Handwerkern und sonstigen weniger bemittelten Personen Zuschüsse zur Verzinsung und. Tilgung des Baukapilals gewährt werden sollen. Gleichzeitig ist vorgesehen, daß die Beleihung de- Baugrnndstücks in einer Form erfolgt, welche die Aufnahme einer zweiten Hypothek überflüssig macht. Die Kreissparkaffe beleiht nämlich das Baugrundstück einschließlich der Ausbauten mit 75 Prozent des Taxwertes, lediglich unter der Vorauswtzuug, daß die betreffende Gemeinde eine AuSsallgewahr für die letzten 25 Prozent der Darlehussumme übernimmt, und zwar so lange, bis durch Tilgung die Beleihung auf 50 Pro,ent der Darlehussumme gesunken ist. Der Verzinsuugs- uns Tilgungszuschuß aus dem Lkreissonds beträgt 1/a Prozent des aufgenommenen Baulapilais. 2.u Kreissparkasse bewilligt die Baudarlehen zu einem Zinssätze von 4‘lt Prozent. Der DaAehnsnAsiner hat das Kapital mit wenigstens 19» Prozent unter Hinzunahme der ersparten Zinsen zu tilgen, so daß jährlich an Tilgung und Verzinsung zu am.neu 5S/* Prozent von ihm aufzubringen sind. Von dem Kreiszuschusse soll ff» Prozent zur verstärkten Tilgung dienen und V* Prozent zur Erleichterung der Zinszahlung, so daß also das Darlehen mit lSi« Prozent nebst ersparten Zinsen getilgt wird. Die Gewährung der Darlehen erfolgt unter der Bedingung, daß Einfamilienhäuser mit Wohnküche und höchstens vier Räumen einschließlich Dachstuben errichtet werden.
Neben den Stadt Verwaltungen bemühen sich auch die Organisationen der Hausbesitzer, aus dem Wege der Genoffenschaftsbildung die Frage der zweiten Hypotheken zu lösen. Nach dieser Richtung hin erscheint jedoch Vorsicht geboten. Tenn ob die
* Saatenstandsbericht.
Die nun schon seit etwa 14 Tagen herrschende Hitze uns Trockenheit beginnen avmciftich einen bedrohlichen Charakler anzunehmen und mancherlei Besorgnisse zu erwecken. Die Halmfrüchte gehen rasch der Reise entgegen; die Roggenernte ist im Gange, und mit dem Weizenschnitt int Süden bereits vereinzelt der Anfang gemacht. Eine Veränderung tm Stande deS Wintergetreides ist in der letzten Woche nicht ernsetreten, wohl aber befürchtet man, daß em u'esieres Anhalten der Trockenheit die Körnerbstdung des Weizens un- günstig beeinflussen dürste. Auch für die Sommerhalm»! flüchte rückt die Gefahr der Notreife immer naher. Allgemeinem wird berichtet, daß die Sommerung unter der Dürre zu leiden beginnt und dringend Regen be- nötigt. Stellenweise machen sich bereits Fundstellen; bemerkbar. Namentlich für den durch den Drahtwurm und die Fritfliege in vielen Gebieten arg mitgenommenen Hafer müssen bald Niederschläge kommen. I» Süddeutschland und vielfach auch tm Westen sind die Aussichten für die Haserernte schon jetzt wenig be- friedigend, aber auch in den übrigen Reichsgebieten, wo in letzter Zeit eine Besserung stattgesunden hatte, beginnt das heiße und trocken« Wetter neuerdings Be- sürchtungen hervorzurufen. Infolge der VcisMimig, der Roggenernte und des zu schnellen Reifens der übrigen Halmfrüchte dürsten die Erntearbeiten sich sehr zusammendrängen und möglicherweise Verluste durch Körnerausfall enistehen. Sehr empfindlich bemerkbar macht sich der Einfluß der herrschenden Dürre bet den ohnehin lehr lückenhaft stehenden Kartoffeln, die aus leichten Böden schon bedenklich leiden, welk werden und stellenweise, ohne angesetzt zu haben, vertrocknen. Auch für die bisher gut entwickelten Rüben wird Regen dringend herbeigesehnt. Die Futterpflanzen und Wiesen, die Aussicht auf einen guten zweiten Schnitt boten, haben in der letzten Woche wenig Fortschritte gemacht. Häufig wird berichtet, daß die Weiden derart nachgelassen haben, daß das Vieh auf ihnen nicht mehr genügend Nahrung findet und vielfach Stallfutterung erhallen muß. ,
Amt Geisa und Umgebung.
* Dermbach, 25. Juli 1912. Wie schon erwähnt, findet am Samstag, den 27. Juli, mit dem Schwei- ncmarkt hier auch ein Ziegen markt reinrassiger, weißer, hornloser Starkenburger Ziegen und Lämmer statt. War dieser für die Hebung der Ziegenzucht im Eisenacher Oberland besonders geeignete Markt schon in früheren Jahren mit reinrassigen Zuchttieren gut beschickt, so durfte für dieses Jahr ein starker Verkehr zu erwarten sein. Infolge der guten Zuchtresultate mit der reinrassigen weißen hornlosen Starkenburger Ziege wird eine stattliche Anzahl Zuchttiere und Lämmer zum Verkauf gebracht werden, insbesondere werden auch Zuchtböcke der Ziegenzuchtstation des Weimarischen Rhöngebie- .tes zum Berkaus kommen.
* Ottbeim, 25. Juli 1912. Die seit Herst vorigen Jahres in der sog. Röche hier unternommene Bohrung nach Kali scheint nun doch von Erfolg zu sein. In einer Tiefe von über 609 Meter ist man jetzt auf ein Salz gestoßen, das anscheinend Kali ist und dessen chemische Zusammensetzung jetzt festaestellt wird.
* Occhsen, 25. Juli 1912. In Lebensgefahr schwebten gestern abend beim Schichtwechsel nach den Sprengungen im Querschacht der Steiger Münz von hier und der Drittelführer Hoche aus Gehaus. Sie waren zu früh eingejahren, be- nor die giftigen Gase entwichen waren. Als die Arbeiter einfuhren, fanden sie beide bewußt- l 0 s. Im Laufe des Abends erholten sie sich wieder.
* Tieienort, 25. Juli 1912. Der Gemeinderat bat, einer Anregung des hiesigen Gewerbevereins folgend, den Beschluß gefaßt, wegen Errichtung eines Amtsgerichts beim Großherzoglichen Staatsministerium in Weimar vorstellig zu werden.
mel sind keine zu schwere Last, wenn man eine Por- tion Frohsinn mit hineinpackt! as-
— Wie soll man Gurken essen? Viele Menschen wagen sich nur ungern an Gurkensalat, da sie angeblich Magenschmerzen davon bekommen. Und wohl alle Mütter belehren ihre Kinder: „Ihr habt jetzt Gurkensalat gegessen, daß ihr nun ja kein Wasser darauf trinkt!" So wird die schöne Gurke tn Mißkredit gebracht, ohne im geringsten eine Schuld zu haben! Wer vom Gurkensalat Magenschmerzen be- kommt, kann sicher sein, daß er entweder überhaupt magenkrank ist oder daß er noch nicht ganz reife Gurken gegessen hat, zu denen besonders die Treib- hausgnrken gehören, oder daß — fast immer trifft beides zu - der Salat ganz falsch zubereitet war! Das einzig Brauchbare an der Gurke ist der Saft, alles übrige ist zwecklose Cellulose, die allerdings den Magen belästigen kann, wenn man die Gurken tn Scheiben schneidet, salzt, den Saft weggießt unbnun mit Pfeffer, Essig, Oel oder mit Milch eine „^lur^e darüber gibt. Tas einzig Richtige ist, die Gurken erst kurz vor dem Gebrauch tn Scheiben schulden, etwas mit Salz abschmecken, wenig f=feffern unb ben Saft mild mit Zitronensaft ansauern. Oel ist schwer . verdaulich und kann ganz wegbleiben. Sanbleut« essen die Gurken am liebsten gleich stisch geschalt und in Salz getaucht zu ihrem Brot. Tas ist noch ruh- tiger als alle umständliche Zubereitung! Auch saure Gurken sollte man täglich und immer reichlich essem Tie Säure der Gurke ist Milchsäure und htzsi'/nsich bon außerordentlichem Vorteil namentlich für solche, die zu Gicht und Zuckerkrankheit neigen. as
— Gemütlich Gememdediener: „Gestern hab ich vergessen, den Gemeindearrest ziffuiperren, -- richtig, sind wieder drei Stromer drin über Nacht ^^-Eigentümliche Logik. A.: .Aber warum bleiben Sie -denn im Wirtshaus stets alles schuldig i — B.: ' Ja mein Lieber, wenn ich das immer zahlen wollt') was ich verzehre, müßt' ich i^ üctbungern.
— Besch verde. Gast (der ui der ^^snppeer« Haar findet, zum Wirt): „(5rlauben ®te rnn «ur der Karle steht dochNockerl. und nicht Lockerlsuppe
herrscht das Rüstzeug der modernsten naturphilo- ophischen Literatur vollinhaltlich und verschmäht es keineswegs, auch Protestanten, anerkennte Größen der Naturwissenschaft und sogar ausgesprochene Monisten für seine Anschauungen in Anspruch zu nehmen. Selbst der Monist Arthur Drews, ein Schüler Ed v. Hartmanns, erkläre, daß der Deutsche Monistenbund philosophisch nicht ernst zu nehmen sei. Dasselbe Urteil habe beinahe die ganze wissenschaftliche Welt in bezug ans den Gründer des Deutschen Monistenbundes (Haeckel). Für seine Behauptung, daß die naturwissenschaftlichen Entdeckungen zu Ende des 19. Jahrhunderts die folgerichtigste Form des Monismus, den Materialismus zerstört hätten, kann sich Bischof Henle auf den Königsberger Physiker Paul Volkmann und auf den protestantischen Theologen Adolf Harnack berufen. Weitaus die größte Zahl der führenden Geister unserer Zeit werde hinsichtlich der festen ewigen Werte im Strom der allgemeinen Entwicklung mit dem Ministerpräsidenten übereinftimmen. Die liberale Presse weiß mit dem Zirkular nicht viel anzufangen, sie sicht ihm offenbar in nicht geringer Verlegenheit gegenüber. Die „Augsb. Abendztg." druckte das Schreiben im Wortlaut ab, machte aber keinerlei Bemerkung dazu, während die „Münch. Reuest. [ Rache.", die der Ansicht zu fein scheinen, daß etwas, das sie nicht erwähnen, für die Welt nicht existiert, von der Sache überhaupt noch nicht Notiz nahmen. Der fortschrittliche „Fränk. Kur." hatte den Einfall, es humoristisch zu finden, daß „der Bischof von Regensburg für den Monismus eine Bombenreklame gemacht habe". Wenn die „Münch. Reuest. Nackr." das Zirkular des Bischofs als Reklame für den Monismus angesehen hätten, würden sie es sicher nickt totgesckwiegen haben. Es wäre auch eine mehr als' sonderbare ^ache, es als Reklame für den Monismus' zu betrachten, wenn der Bischof Urteile von Monisten selbst anführt, die dahin lauten, daß der Deutsche Monistenbund philosophisch nicht ernst zu nehmen sei. Von diesen Urteilen verrät der „Frank. Kur." seiner Leserschaft nichts.
mau, mal staunen, wie es den Brüdern möglich ist, diese schwierige Arbeit zn bewältigen, früh morgens um 5 Uhr schon sind sie tätig, um den Wünschen ibrcr Gas - gerecht, werden zu können und die be- Wymte Gastfreundschaft des Klosters hochzuhalten. Danim,on dieser Stelle allen lieben Brüdern im .-c^ucherg.ein herzliches „Vergelts Gott!" ~lt ^wurcr verdienen diesen Dank umsomehr, als fo manche ^aiioerer, hie. die Gastfreundschaft des Klosters w - genommen, so gar nicht daran batlen. reibet riefet Zeilen hat häufig Gelegen- bett gefitiu zu sichen, in welch rücksichtsloser Weise von den Brudern verlangt wird. Da ^re«eJinnn9enielbet heran f t 60, 70 ober auch mehr Personen und verlangen fcfortige Bedienung, da sie hungrig sind und nach bestimmtet Zeit weiter müssen. Eine telephonisch Nachricht auch nur einige Ltunden vorher von trgenb einem Ort hätte den Brüdern genügt um sich erst auf die Ankunft io vieler Menschen vormt-
Deutscher Reich.
* Erfahrungen eines ansiedlungslnstigen Huns- riickers. Auch aus dem schönen Hunsrück gibt es Leute, die in der noch schöneren Ostmark ein Landgut von der Kgl. Preußischen Ansiedlungskommission gerne erstehen möchten. Vor einiger Zeit, so schreibt man der „Germ.", wandte sich' ein solcher Liehbaber, versehen mit der gewünschten starken Familie und entsprechendem Vermögen, an die geeignete Stelle und erhielt gar bald einen offiziellen Prospekt mit dem verheißungsvollen Titel: „Neues Bauernland." Stolze Hoffnung beseelte sein Herz, als er dort las: „Es gibt in Westpreußen und Posen Land genug, das unter günstigen Bedingungen vergeben wird, wie sich jedermann an Ort und Stelle überzeugen kann." Und als seine erstaunten Augen erst die für Preußen ganz unglaublichen Worte sehen: „Evangelische und katholische Ansiedler sind der Behörde gleich will- komme n", da kannte seine Freude keine Grenze mehr. In der Unschuld seines Gemütes mutmaßte unser Bäuerlein damals noch, daß offenbar in der Ostmark ganz andere Zustände beständen, als auf dem Hunsrück, wo ja bekanntlich seit Menschengedenken Evangelische und Katholiken den Behörden auch „gleich willkommen" sind! Heute allerdings ist unser Mann ganz anderer Ansicht geworden. Und wie kam das? Bei den verschiedenen in dieser Angelegenheit geführten Verhandlungen erhielt er seitens der „Geschäftsstelle der Kgl, Ansiedlungs- kommission in Kreuznach" die Aufforderung „zu einer Besichtigungsreise ins Ansiedlungsgebiet, um die neuausgeiegten Stellen an Ort und Stelle besehen zn können, Fahrkosten ab Frankfurt-Main und zurück zirka 50 Mark, Verpflegung und Logis frei." Der Hunsrücker reifte also von Frankfurt ab mit in den Osten; man besichtigte vier große Güter, alles gefiel ihm großartig; schon wollte er mit beiden Händen zugreifen, da kam auf einmal der große Haken: „Ja! für Katholiken ist äugen» blick l i ch nichts d a ! vielleicht im nächsten Jahr!" Als wenn die KreiMacher Geschäftsstelle nicht schon lange gewußt hafte, daß der Mattn k a- tcholisch ist. ' Mjt langer Nase zog unser Bäuerlein wieder heim erleichtert nm zirka 100 Mark . (für einen Kleinbauern allerdings ein. Pappenstiel!), preist seitdem in allen Tonarten dir „ausgleichende iGerechtigkeit" der: Preußischen Ansiedlungskdmmis- sion und ist mechrj denn je von der Wahrheit des wunderschönen Satzes überzeugt: „Evangelische und Katholische sind nicht nur in der Ostmark, sondern in ganz Preußen den Behörden gleich willkommen." Nur eine Hoffnung ist ihm geblieben: er wartet auf die demnächst in Schleswig auch für katholische Bauern freiwerdenden Ansiedlungsstellen. Wenn er darüber nur nicht stirbt!!!
■? München, 25. Juli 1912. Schon in feiner vielerörterten meisterhaften Programmrede erwähnte der bayerische Ministerpräsident Freiherr v. H e r t- I i n g die angebliche Zauberformel der Entwicklungslehre und betonte später im Reichsrate angesichts des Dunkels, in das sich Anfang und Ziel der Entwicklung hülle, die Notwendigkeit bleibender, im Christentum verankerter Weltanschauungswerte. Diese Aerchrrung nahm der Deutsche Monisten- bund 3r.n1 Anlaß, um dem Reick-rate und seinen sämtlichen Mitgliedern eine von Tr. Un 0 ld verfaßte Flugschrift über den Monismus und seine Ideale zugehen zu lassen. Das hat nun wieder den gelehrten. Bischof von Regensburg v. Henle veranlaßt. seinerseits dem Reichsrat und dessen Mitgliedern eine als „Zirkular" bezeichnete philosophische Auseinandersetzung zugehen zn lassen. In dem Zirkular ist in bewunderungswürdiger Kürze, mit überzeugender Wärme und auf Grund der Aeuße- rungen wissenschaftlicher Autoritäten klargelegt, wie geringen Anspruch auf irgendwelchen wissenschaftlichen Wert die monistische Weltanschauung machen kann, und welche Anmaßung dazu gehört, sie als das A und O menschlicher Erkenntnis hinstellen zu wollen, sie als die Ueberwinderin des Christentums, als berufene .Erzieherin des Menschengeschlechts der Oeffentlichkeit anzupreiseu. Bischof v. Henle be-
vermifchtes.
* Typhnsepidemie in der Pariser Garnison. Seit! mehreren Tagen herrscht in der Schombery-Kasern:^ der Garde in Paris, eine epidemische Krankheit, die unter ähnlichen Erscheinungen wie die Mmhylalko- Hol-Bergistnngen in Berlin bei den Kranken zum Ausbruch kommt. Bisher sind nicht Weniger als 60 Mann, darunter 11 Unteroffiziere, von der Krankheit befallen worden und mußten ins Militärspital gebracht werden Die Militärärzte sind der Ansicht, daß es sich um eine durch verseuchtes Trinkwasier hervorgerufene Typhnsepidemie handelt. Auffällig ist, daß ausschließlich nicht verheiratete Soldaten von dem Leiden befallen wurden, während die mit ihren Frauen und Kindern in der Kaserne lebenden zahlreichen Unteroffiziere von der Epidemie unberührt blieben. Wie es beißt, wurden in den letzten drei Tagen die Mannschaften der gesamten Pariser Gar-, nison mit einem Anti-Typhusferum geimpft.
Handel mit) Judristere.
* Beilin, 25. Juli 1912. Die Börse nahm während des größten Teiles der heutigen Geschäftszeit- einen festen Verlauf. Ter Ultimo machte bereits seinen Einfluß ziemlich allgemein geltend und liest etwaige günstige Momente nur vorübergehend star« . ker wirksam werden.