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Ratationrbrn« n. Verlag der falbatf Netiendrucierei l.ZuISD Lernsprecher Ur. 9.

Fulda, Samstag den 13. Juli 1912.

Erstes Blatt

ÜV3 158.

egierung und warnte

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39. Jahrgang

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vor unbedingt auf ihrem bis jetzt lestgehalienen Standpunkt stehen bleibe, die Wasserkräfte auszu- nutzen und das Land daraus mit Elektrizität zu * '' ‘ hübsch kritisier e die

243»/* Sek.

Wertung für Turngemeinde:

gebären. „ _

*♦ Nevolutiou in St. Domingo. AuS Puerto Plata auf San Domingo, der Negerrepubiik auf .der Intel Haiti, wird gemeldet, daß in der domini­kanischen Republik, deren Bevölkerung fast auS- schließlich aus Mulatten besteht, eine schwere Revo- lution ausgebrochen ist. Die Bewegung gegen den unbeliebten Präsidenten Ramon Caceres, der mit außerordentlicher Strenge den Anordnungen der Regierung Geltung zu schaffen versuchte, hat weite Volksschichten ergriffen. Namentlich der Pöbel in den Hafenstädten, ein Gesindel von Mischlingen aller Raffen, bei denen jedoch das Negerblut vorherrscht, benutzt die Gelegenheit, unter der Flagge einer poli­tischen Bewegung ungestört Plündereien und Raub zu verüben. Die regulären RegierungS- truppen, die ziemlich schwach an Zahl sind, wurden von einem zehnfach überlegenen Rebeüenhausen ge­schlagen. 150 Mann der Regierungstruppen sielen. Selbst in der Hauptstadt ist niemand, der Besitz hat, seines Lebens sicher. Der deutsche Konsul in Santiago, Thormaun, den der Präsident Cac. re­in Verdacht hat, mit den Rebellen Sy npathien zu haben, wurde ausgewiesen.

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Aus Uirche und Schule.

* Breslau, 12. Juli 1912. Aus Anlaß der fort- schreitenden Genesung des Herrn Kardinals Kopp ordnet das Generalvikariat des Fürstentums Breslau für Sonntag den 14. einen fererlichen DankgotteS- dienst im Anschluß an das Hochamt mit Tedeum und heiligem Segen an.

zeichen.

♦ Der 30. Verbandstag der hessischen Raiffeisen- männer findet, wie schon mehrfach erwähnt, am 17. und 18. Juli in Hersfeld statt. Es sind genau 12 Jahre ins Land gegangen, als der gleich« Verband in Hersseld tagt«. Seit dieser Zeit hat nun die Raiffeisensache in Hessen eine eminente Entwickelung angenommen, die sich 'N folgenden Zahlen zeigt: Die MitgUederzahl ist in diesen 12 Jahren von 21,763 auf 52,248 gestiegen, die Zahl der einzelnen Vereine beträgt heute 183. Der Warenumsatz in der Zeit vom 1. Juli 1911 bis 31. Mai 1912 be­trug 6,214,210 Mark gegen nur 1,878,000 Mark in 1899/1900. Der Geldumsatz betrug im Geschält?- j e 1911 54,804,112 Mark; dieses bedeutet gegen 1910 eine Steigerung des Geldumsatzes um 9,400,000 Mark, in 1899 wurden überhaupt nur 9,714,000 Mark umgesetzt. Das laufende Geschäfts­jahr dürste eine weiter, wesentliche Steigerung de» Geldumsatzes zeitigen, sind doch in den abgelaufenen 6 Monaten bereits 31,700,000 Mark umgesetzt, d. h. 1,600,000 Mark mehr wie in dem gleichen Zeitabschnitte des Vorjahres. In den 11 Monaten des lausenden Geschäftsjahres wurden allein an Waren (Getreide, Düngemittel, Kraftfutter) zu­sammen 1365 275 Zentner umgesetzt, d. L ein Mehr von 287 856 Zentner gegen die gleiche Zeit des Vorjahres. Der Wert dieser Warenmengen beträgt 6314 210 Mark oder 1883000 Mark mehr gegen das Vorjahr. Auch die Korndäuser haben sich durch­aus günstig entwickelt. Die Tagesordnung des HerS- selber Verbandstages teilten wir schon mit. Di« Versammlung beginnt am Donnerstag vormittag i/ilO Uhr. Der Oberpräsident der Provinz Heffen- Naffau Hengsteuberg und auch der Regierungspräsi­dent Gras v. Bernstorff haben ihr Erscheinen zuge- sagt. Zu den Verhandlungen haben sich bereits 147 Vereine mit 984 Mitgliedern angemeldet.

§ Unser Fkldartillerie-Regimeut wird am 20. Juli vom Truppenübungsplätze bei Darmstadt hier wieder in seiner Garnison eintreffen.

• Der Güterverkehr auf de« «isendahnm ist an­dauernd sehr lebhaft. Die Ernteausstchten sind bis­her gut, und die wirtschaftliche Lage erscheint an­haltend flfinftia. TS ist daher zu ervarten. daß der

Ausland.

! Eine portugiesisch-englische Bahn in Ostafrika Ter portugiesische Senat hat, wie aus Lchabon telegraphiert wird, endgültig einem Vertrage mit einer englischen Gesellschaft zwecks Bau und Betrieb einer Effenbohn zugestimmt, die von der Grenze der portugiesi-chen Kolonie Mozambique ausgeht, das britische Nyaffaland und den D,strikt Sambesi durchquert und am Norduier des Flusses Sambesi endigt. Allem Anschein nach werden durch den Bau dieser Eisenbahn die Interessen der in Deutsch- Ostafrika geplanten Bahnen nicht unerheblich ge­schädigt werden.

* Deutsche mrs Tamdant ausgewiesen. In Südmarokko im Susgebiet, gärt es seit einiger Zeit. Jetzt meldet der Pariser „Temps",„ der Kaid von Tarudant habe sich für den Thronpräten­denten Heaba erklärt. Heiba setzte einen Khalifen in Tarudant ein, der den dort weilenden Deut­schen befahl, binnen zwölf Stunden die Stadt zu verlassen. Um für ihre Sicherheit zu sorgen, stellte ihnen der Khalif eine Eskorte von 15 Reitern zur Verfügung. Die Deutschen dürften sich bereits auf dem Marsche in Agadir befinden. — Die Ge­brüder Mannesmann befinden sich zurzeit nicht in Tarudant. Es sind vielleicht Angestellte der Firma. Tie Entfernung aus der gärenden Stadt ist offenbar eine Schutzmaßnahme.

* Ter Kamps der Tibetaner gegen das neue Regime in China wird auf beiden Seilen mit gleicher Erbitterung und Grausamkeit geführt. So wird jetzt über furchtbare Metzeleien durch fanatlsche Tibetaner gemeldet: Die Stadt Sitang (Sze schnan) wurde von den Tibetanern eingenommen. Die Gar­nison enttarn nach stundenlangen Kämpfen mit einem Verlust von 70 Toten. Tie Stadt wurde geplün­dert, Frauen und Kinder niedergemacht ober lebendig verbrannt. Nach einer späteren chinesischen Mel­dung wurde äitang wieder eingenommen. Auch Batang (Szetschnan) ist am 16. Juni von den T>be- tanern erobert worden.

* Differenzen zwischen Amerika und England. Die britische Reg'erung hat bei den Vereinigten Staaten von Nordamerika Protest eingelegt gegen die dem amerikanischen Kongreß rorliegende Panama- Kanalvorlage wegen der Gebührenfreiheit dezw. «Ermäßigung, die den amerikanischen Schiffen bei der Benutzung der neuen Wasserstraße gewährt werden soll. England beruft sich auf den Hay- Pauneefote-Vertrag, so genannt nach den da­maligen Staatssekretärendes Auswärtigen in Amerika und England. Es liegen zwei Verträge dieses Namens vor, der eine vom 5. Februar 1900, der den Ver­einigten Staaten die Aufsicht über den Kanalbau verleiht, di« Neutralität der Wafferstraße schützt und verlangt, daß kein« Befestigungen angelegt werden. Der zweite Vertrag vom 18. November 1901 präzisiert« verschieden« Punkte näher, ll. a. heißt es da: »Der Kanal soll offen sein für all« Handels- und Kriegsschiffe aller Nationen zu voll­kommen gleichen Bedingungen. Mit keiner

möchte.

Offenbar ist man im englischen Sabine! noch nicht einig darüber, wie stark die englische Mittel­meer-Station besetzt werden soll. Grey will an­scheinend in der Entblößung nicht so weit gehen, wie der Marineminister Churchill kürzlich ange- dmtet hatte. Die Entscheidung soll vermutlich hin- gezogen werden, bis das geplante e n g l i s ch-s r a n- «ölisch-italienische Abkommen das Licht der Welt erblickt hat. Nun hat aber der Führer der Unionisten Sonar Law bereits öffentlich die Forderung aufgeftettt, die englische Mittelmeerflotte muffe stark genug fein, um jeder Wahrscheinlichen Angriffskombination überlegen zu sein. Da die gegenwärtige liberale Regierung fort­dauernd bestrebt ist, in dem Flottenchauvinismus es der Opposition mindestens gleich zu tun, so wird auch trotz dem borbereiteten Abkommen Wohl eine beträchtliche Zahl von Schiffen ins Mittelmeer ent­sandt werden. Will man diese nicht ans der Hei- matsstotte nehmen, so bleibt nichts anderes übrig, als den Neubau von Kriegsschiffen zu verstärken. Trotz all' der schönen Friedensberedtsamkeit wird also das Ende sein: die V e r st ä r k u n g d e r e n g- lischen Rüstungen, und diese Ausgabe fällt gerade der liberalen Regierung zu, die mit dem famosen Abrüstungsprogramm ihren Wahlsieg er­rungen hat.

Die neuen Flottenforderungen werden kommen, die friedlichen Worte Greys werden nicht hindern, daß man bann wieder in England die Ansicht ver­breiten wird, Deutschland sei schuld an der stei­genden Belastung des britischen Volkes. Di: w t r k- liche Schuld liegt aber au dem Gemisch von E i­gensinn und Angst, das die Engländer abhalt, sich mit der deutschen Stellung auf dem Weltmarkt und in der Wcltpolckik abzufindeu und auf dem Fuße der ehrlick->n Gleichberechtigung sich mit Deutsch­land freundlich zu verständigen, — statt eine Riesen- flotte bereit zu holten gegen einen friedlichen Nach­barn.

Nation, welch« eS auch fei, ihren Bürgern und Untertanen fall irgendwelcher Unterschied gemacht werden in den Bedingungen und Lasten, di« aus dem Verkehr liegen, oder auf andere Weise. Sie sollen vollkommen gleich fein.*

* Die Gegenrevolution in Portugal. Da es den portugiesischen Monarchisten unmöglich ist, auf spa­nischem Gebiete ihre Mannschaft zu konzentrieren und in voller Stärke in Portugal einzufallen, haben sie auf portugiesifchem Gebiet kleinere Banden ge­bildet und führen gegen die Regierungstruppen einen hartnäckigen Kleinkrieg. General Pereira, der Kom­mandant der republikanischen Truppen, hat Abtei­lungen zu je 100 Mann dreier Kavallerieregimenter ausgesandt, die die Gebirgsgegenden aufllären sollen. In der Nähe von Capello Braneo kam es zu einem heftigen Kampfe, bei dem die republikanischeü Trup- pen schließlich Sieger blieben. 19 Monarchisten mür­ben getötet, 40 gefangen genommen. Bei Porto de Moz kam es ebenfalls zum Kamps. Die Monar­chisten hatten einen Verlust von 40 Toten und Ver­wundeten, 7 ihrer Anhänger wurden gefangen ge­nommen. Wie groß die Verluste der Regierungs­truppen sind, besagen die amtlichen Berichte nicht. Gestern früh erschien eine Gruppe zu Pferde auf dem Carrequeiro-Gebirge, nur 20 Kilometer von Lissabon entfernt, um dort die Wiederaufrichtung der Monarchie zu verkünden. Truppen und berittene Artillerie wurden ausgesandt und einige Verhaftun- gen vorgenommen. Dabei fielen den Truppen Waffen und Munition in die Hände. Die monar- chiftische Gruppe fetzte sich aus jungen Leuten zu- sammen, die zu der ersten Bevölkerung von Liffabon

verletzen. Der liberale Adg. H bisherige Zögeningspolitik der R „ vor den Nachteilen einer Trustbildung, wie sie sich Preußen beranaezogen habe. Ter Minister er­klärte, daß die Regierung die Frist, für welche sie sich ihre endgiltige Entscheidung vorbehalte, von 5 auf 2 Jahre ermäßigte. Abg. Osel <Ztr.) führte aus, das Zentrum sei der Ansicht, daß der Staat sich wohl vor allem bett Walchensee sichern und ihn möglichst bald ausbauen soll, daß er auch im übrigen seine Hand so weit als inögltch im Spiele halten soll; im ganzen aber billigt es den abwar­tenden Standpunkt der Regierung, der sich auch deshalb empfiehlt, weck die technischen Fragen noch nicht hinreichend gelöst sind. Der sozialdemokratische Abg. Müller, der die technischen und finanziellen Schwierigkeiten außer Acht laßt, polemisierte in scharfer Weise gegen die Regierung und warf ihr unverzeihliches Zögern vor. Zu einer Befchlußsassung

ter in Washington Gras Bernstorfs und viel- leicht auch der Reichskanzler von Bechmamr Hollweg Gäste des Herrn Iswolski sein würden. Di« Gemahlin Iswolski halte sich zurzeit in München auf, um Vorbereitungen für den Empfang der Gäste zu treffen.

* Ein neuer Ches des Großen Generalstabs? Em Wechsel in der Person des Chefs des Großen Ge- neralstabs soll, wie in mllitärischen Kreisen ver­lautet, noch in diesem Jahre erfolgen. Der gegen­wärtige Chef des Eeneralstabes der Infanterie und Generaladjntant v. Moltke wird, wie es heißt, im Herbst d. I. aus seiner Stellung scheiden und durch den Rangältesten Oberquartiermeister v. W i n d h e im ersetzt werden. Die „Tägl. Runbsch." bestätigt diese Meldung, soweit sie Herrn von Moltke betrifft.

X Tas Marine-Signalbuch soll neu umgeatb eitet werden. Infolge bet vielen Spwnagejäüe besteht der Verdacht, daß es vielleicht einer fremden Macht bekannt geworden ist.

* Karlsruhe, 12. Juli 1912. In der heutigen Nachmittagssitzung der Zweiten Kammer gelangte das Finanzgesetz mit 53 gegen 19 Stimmen zur Annahme. Gegen die Annahme stimmten alle Sozialdemokraten mit der Erklärung, die Regierung habe von Anfang bis Ende bewiesen, daß sie die So­zialdemokraten nicht als gleichberechtigte Staats­bürger anerkenne. Es entspräche daher einem Gebot der Selbstachtung der Sozialdemokratie, das Budget abzulehnen.

** München, 12. Juli 1912. Vor dem bayer schen Landtag begannen heute die Verhandlungen über den Ausbau der bayerischen Wasserkräfte und die Elektrizitätsverforgung des Landes durch den Staat. Ter Minister des Innern Frht. v. Soden erklärte, daß die Regierung nach wie

in verlieren. _ _ ,, _ ,

-e Olympischer Sport. Der Fuldaer Fukball-Verein veranstaltet morgen sein diesjähriges VereinSmeeting. Nach den eingegangenen Meldungen zu urteilen, scheint diese »Olympiade im Kleinen" em en sehr schönen Ver­lauf zu nehmen. Sind doch bis jetzt schon von bett Mitgliedern der Leichtathletilabtetlung an 180 Nennung« eingegangen. Die Wettkämpfe beginnen vormNta^ 7,10 Uhr auf dem Sportplatz der »Städtischen Blerch^, während di« Preisvertellung nachmittag» ...4 Mr M Haimbach vorarnommen wird.

Heinern -Hersf. Köhler-Fulda Fehliug-HerSf. A 26» Sek. 26» Sek. 26» Sek. — 791 @et

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ftZ England und die Mittelmeer- frage.

Wir haben die Rebe des englischen Staatssekre­tärs des Auswärtigen Grey gestern nach ihrer südlichen und für Deutschland so erfreulichen Seite betrachtet Die Rede ist aber noch eines zweiten Blickes und überhaupt einer näheren Betrachtung toert

In der langen Rede findet sich kein Wörtchen »er Bestätigung oder Widerlegung der Zettungs- nachricht über die Borbeneitung des e n g l r f ch - französisch-italienische n Mrttel- m c e r b ü n b n i s s e s. Auch bt: Reimer aus bem Hause selbst erwähnten bie sensattonellste Tages­neuigkeit nicht. Das weise Verschweigen laßt bte Schlußfolgerung zu, baß etwas tm Werke tst; denn wenn de? Brei nicht heiß wäre, hatte man ja ruhig bie Finger hineinstecken können.

Diese Vermutung wirb bestätigt burch bre ge- wunbene Art unb Weise, wie sich Sir Edward Grey über bie Frage, ob unb in welcher Stärke bre e n g - lische Seemacht im Mittelmeer vertreten ein müsse. Der Minister erklärt: biese Angelegen­heit sei höchst bebeiltungsvoll, ba sie tatsächlich brr auswärtigen Beziehungen sowohl als bie Flotten­strategie aus bie Tagesordnung setze., Im tilge« meinen sei Regel, baß die Diplomatie nicht leistrrngs- sähig ist, wenn sie nicht die entsprechende Wehrkraft hinter sich hat. Doch in der Anwendung dreses Grundsatzes geht er nicht überall mit gleicher Schärfe vor. Die Flotte zur Heimatssiche- r u n g will Grey unbedingt auf der Höhe ha­ben und halten, daß sie den Nachbarflotten über­legen ist; dort scheint ihm die Gefahr so groß, daß er keine Abschwächung der an der Nordsee ver­einigten Seekräfte auch nur zeitweilig zulasten und den bekannten „Standard" der Uebermacht über jede mögliche Kombination entschieden ausrecht erhalten will. Aber für den Schutz der Miitelmeer- interessen will er keinen bestimmten Stärkestandard aufstellen; er spricht nur von einer „ausreichenden" ober „ansehnlichen" Streitmacht im Mittelmeer, unb er bemerkt auch gelassen, baß „wir bort ein; genügenbe Streitmacht haben oder in kurzer Z:it dorthin entsenden muffen " Darauf folgt dann wieder der einschränkende Satz: „Andererseits ist es nicht nötig, eine Streitmacht im Mittelmeer zu unterhalten, dir in jedem Augenblick imstande ist, sich gegen alle anderen Flotten zu behaupten".

Die französische Sprache gilt von altersher als die eigentliche Diplomatensprache. Aber wenn die Diplomatie die Absicht hat, mit vielen Worten wenig faßbares zu sagen und die Gedanken hinter möglichst mit Schnörkeln und Klauseln zu ver­stecken, dann kann si; mit größtem Vorteil sich des gewundenen engltfd)cn Scwdaues d^dienen, bei in den hochpolitischen Parlamcntsvcrhandlungen von London zu einer wahren Birtuofität des rheto­rischen Seiltanzes ausgebildet worden ist.

So dürfen die sehr friedlichen und freundlichen Sätze der Rebe Grrys nicht hinwegtäufchen über bie Bekräftigung ber alten „Flottenstrategie": gegen D e n t f ch l a n b bie Hauptmacht ber britischen Flotte ungeschmälert konzentriert zu halten, und zugleich über die eingewickelte Erklärung, daß die Nordseemacht Deutschlands mit viel strengerem Maße gemessen werden soll, als die Mittelmeer-

§ Radfahrer-Unsall. Ein , . „ .

Kreisen angehörender Herr, stürzte durch irgend einen unglücklichen Zufall heute früh gegen 1lt9 Uhr beim Passieren der Parkstraße vom Rode und zog sich u. a. eine schwere Kopfwunde zu. Auf der Un- sallstelle war eine große Blutlache sichtbar.

im Diebstahl. Einem Arbeiter, der an der Leip- zigerstraße mit Heuabladen beschäftigt war, wurde aus der West«, die er während der Arbeit ausge- zogen und in der Nähe hingehängt halte, bie Uhr entwendet. Der Täter ist noch nicht ermittelt.

§ SchStzenftst^onderzttg« nach Frankfurt a. M. passieren heute, drei an der Zahl, bte hiesige Station. Der erste kommt 12 Uhr 46 Min. nach, von Leipzig, bet zweite 8 Uhr 20 Min. von Berlin unb bet dritte 3 Uhr 46 Min. von Hamburg. Diese drei Exlrazüge halten nut in Bebra und Elm.

! Sommertheeter. Mit bem gerüttelt vollen Füll­horn des HnmorS wird morgen, Sonntag, die heiter« Muse tn unterem Theater herrschen unb ihre dienend« Geister werden Munterkeit sprudeln in der großen Opereltenpofle „Unfete Don Juans". Man must diese? Runterbunt von Spässen gesehen haben, um bte Vorliebe unseres Publikums für vieles Werk verstehen zu können. Man will nut lachen und freut sich, daß man es in harmloser und anständiger Gesellschaft tun kann. Die am Montag in großer Aufmachung ange­kündigte Aufführung des Meyer-Fölster'schen Schau­spiels „Alt-Heidelberq" dürste für uns ein theatra- lisches Ereignis sein. Neber bie Qualität dieses allbe- Hebten Stückes brauchen wir kein Wort der Empfehlung

kommend« Herbst und besonders die Monate Oktober und November wieder große Ansprüche an bi« Leistungsfähigkeit bet Eisenbahnen stellen werben. Die Verwaltung trifft daher schon jetzt alle Vorbe­reitungen, die eine möglichst glatte Abwicklung be5 zu erwartenden starken Verkehrs gewähtleiste.n. Zu, Bewältigung des Verkehrs ist es aber auch dringend erwünscht, daß di« Bestrebungen der Verwaltungen von den Verkehrstreibenden unterstützt werden. Zur Mllderung der Gestellungsschwierigkeiten tm Herbst würde es namentlich erheblich beitragen, wenn der Bezug der Massengüter, besonders der Dünge- mittel und Kohlen auf einen längeren Zeitraum verteilt und möglichst schon jetzt abgewickelt würde.

* Son der Monatsschrift „Die Rhön" (Verlag der Hosbuchdruckerei Eisenach, H. Kahle) ist soeben Nr. 2 erschienen. Darin labet bet Hauptausschuß des Rtzönklubs in Fulda sowohl, wie bet Vorstand der ZweigvereinS Eisenach zn ber in der Zeit vom 24.-26. August in Eisenach flattfindenden 36. Hauptversammlung ein. Einen größeren Raum nimmt die Beschreibung des am Fuße des 932 Dieter hohen Kteuzbetges belegenen, waldumgebenen Städt­chens Bischofsheim, einer der bcstbesuchten Rhön« Plätze, ein. Dies« Abhandlung ist mit 6 hübschen Illustrationen versehen. In einem größere» Ar- titel mit Bild ist auf dar am 18. August ds. IS. auf der Waffetkupp« statlfindende 8. Rhöntutnfest hingewiesen. In der 16 Quattseiten starken Num­mer sind im übrigen zahlreich« Mitteilungen auS den Zweigvereinen sowohl, wie aus anderen Ver­bandsvereinigungen, Bericht« auS Bädern und Som­merfrischen, Verkehrswesen usw. enthalten. Et» recht hübsche« Gedicht „Ans zu, Rhön", von «inert Lehrer im Eisenacher Oberland« verfaßt, wird rott noch manch' ander« Artikel vielfachem Jntereff« begegnen.

rt Strafkammer. In der gestrigen Sitzung de, Strafkammer wurde weiterhin di« Einzrrhung ein« Gewehres, das im Walde bei Hünfeld gefunden wurde unb bas offenbar zur Wilbbieberet benutzt werden sollte, verfügt. — Wegen Beleidigung bei Kaufmann» O. A. in Hünfeld ward« drr Landwirt A. B. dortselbst zu einet Geldstrafe von 80 Mark oerurjeilt^H^ek @(n unliebsames Nachspiel hat di« erstmalig« Austragung d«S vom Kultus- Minister gestifteten Ehren - Wanderpreises auf bem Bebraer Turnfest gezeitigt. Von bet Gaubehörd« ist zwar bie Turngemeinde Fulda als Siegen« in dem Stafettenlauf endgültig anerkannt. Infolge"' eines Rechenfehlers war jedoch zunächst der Tut« und Fechtklub Fulda als Sieger proklamiert und ihm auch der Ehtenschild ausgehändigt worden. Diesen Schild will nun aber ber Turn- unb Fecht- klub nicht herausgeben. Daburch haben sich wettert Verhandlungen nötig gemacht. In Anwesenheit bei Gauvertreters beS Ober-Fulda-Werragaues würbe am Donnerstag abenb in einer gemeinschaftliche Sitzung ber Vorstänbe der beiden hiesigen Turnv«- eine an bet Hanb bet Originalaufschreibungen in einwanbfreier Weffe nachgewiesm, daß die Turn« gemeinbe Fulda am Gauturnfest in Bebra bei bem Stafettenlauf mit einem Weniger Zeitauf­wand von l,»/6 Sek., zirka 10-12 Meter Vor­sprung die Stafette gewann. Wegen der Heraus­gabe de» Ehren - Wanderpreises ist bereit» da» Erforderliche eingeleitet worden. Nachstehende Auf­zeichnungen bringen ein Bild über das Abstoppe« der Zeiten. Die drei Namen bezeichnen bte Kampf« richtet:

1. Wertung für Turn- und Fechtklub:

Lokales.

Fulda, den 13. Juli 1912.

§ Zuqelaffen als Rechtsanwalt beim hiesigen Amtsgericht ,st Herr Affeffor Dr. Büttner, ein Sohn unserer Stadt, der seither al» Affeffor am hiesigen Amtsgericht tätig war.

§ Verliehen wurde dem Handarbeiter Joh. Ad. Ort in hiesiger Hauptwerkstätte anläßlich seiner Versetzung in den Ruhestand das Allgemeine Ehren«

Deutsches Beith«

- r Berlin, 12. Juli 1912. Drr Pariser,(Matt' Melder aus Bern, daß bie deutsch-französische Kongo-Kamerun-Kommission ihre Arbeiten beend«! bat und fick am Samstag auflösen wird.

)( Diplomatrnzusammenkunft. Ein Pariser Blatt will wissen, daß Ende Juli in Tegetnsee, wo ber russische Botschafter in Paris Iswolski eine Billa besitzt, der Reche nach ber österreichische Mi­nister bes Aeußeren Graf Berchtold, Graf H e n ck e l von Donnersmarck, bet deutsche Botfchaf-

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242'/» Sek, den besseren