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Rotation,druck «. Verla» der k»Iba«r Settenbreckerel L$nlb« Lernsprecher Ur. »
Jß 124.
Erstes Blatt
Fulda, Samstag den 1. Juni 1912.
39. Jahrgang.
deutsches Reich.
** Berlin, 31. Mai 1912. Der Kaiser nahm Freitag vormittag über die Potsdamer Garnison die Parade im Lustgarten ab. — Für das ab. gelaufene Rechnungsjahr haben aus den im Etat der Staatseisenbahnverwaltung zur Prämiierung nützlicher Erfindungen vorgesehene Mittel 66 Beamten und Arbeitern der Staatseisenbahnen Belohnungen im Gesamtbeträge von rund 20000 Mk. für Erfindungen und Verbesserungen, die zur Erhöhung der Betriebssicherheit oder Wirtschaftlichkeit beitragen, bewilligt werden können. — Die preußischen Aerztekammern feierten in diesen Tagen ihr silbernes Jubiläum. Vor 25 Jahren wurde durch königliche Verordnung eine ärztliche Standes« Vertretung m Preußen geschaffen.
* Reue Ausführungsbestimmungen zum Reichsviehseuchengesetz. Zu dem vom Bundesrat erlassenen Ausfithrungsgesetz zum Reichsviehseuchengesetz sind nunmehr besondere Bestimmungen ergangen, die sich auf die Entschädigungen beziehen, die bei Vichverlusten zu zahlen sind. Sie füllen zunächst vorschußweise von den Verbänden gezahlt werden, und die RegierungsPräsideMen haben dafür Sorge zu tragen, daß den Verbänden von den für maul« und klauenseuchekranke Rinder bezahlten Entschädigungen die Hälfte, von den für tuberkulosekranke Rinder gezahlten Entschädigungen ein Drittel erstattet wird. Die allein der Staatskaffe zur Last fallende Entschädigung wird vom Regierungspräsidenten binnen vier Wochen nach Feststellung der Entschädigungspflicht gezahlt.
)( Die Schiffbarmachung des Oberrheius bis zum Bodensee wird in absehbarer Zeit erfolgen. Dre Verhandlungen zwischen der Schweiz und Baden sind zu e nem gewissen Abschluß gekommen; die Regierungen der beiden Staaten haben sich jetzt über die Ausschreibung eines internationalen Wettbewerbs zur Gewinnung von Entwürfen für das Riesenprojekt einer Kanalisierung des Rheins zwischen Basel und Konstanz geeinigt. Es sind vorgesehen 40000 Mark für einen ersten, 28000 Mark für einen zweiten und 20000 Mark für euren dritten Preis. Die Schleusen sollen so eingerichtet sein, daß die gleichzeitige Durchschleusung von 1600 Tonnenkähnen und dem dazu gehörigen Schleppboot möglich ist. Das Landschaftsbild soll in weitgehendem Maße geschont werden.
* Zu dem unglaublichen Vorgehen des Berliner Polizeipräsidenten gegen die Grauen Schwestern, der einige protestantische Damen, die bei den Schwestern als Pensionäre wohnten, lurzerhand auswies, finden auch Blätter anderer politischer Richtung, daß die Haltung de« Polizeipräsidenten den schärfsten Tadel verdient. So schreibt die nationalliberale Straßburger Post' (Rr. 640):
Wenn diese Darstellung richtig rst, so ist kein Ausdruck scharf genug, um ein solches Bo.gehen zu brandmarken. Es ist einfach ein Stanoal, denn -es geht weder den PolizeipräsiLenlen, noch irgend einen Menschen etwas an, ob katholische Damen bei Prole- fianten oder protestantische bei Katholiken lieber ihre Unterkunft suchen. Wir leben doch nicht in einem konfessionellen Zuchthaus, in dem die katholischen Zellen auf der einen und die protestantischen auf oer anderen Seile liegen und jeder Verkehr zwischen beiden polizeilich untersagt ist.
Die,Köin. Vztg.' ist in der Lage, noch weitere merlwürdtae Einzelhetten muzuteilen. So baten zwei kränkliche evangelische Damen auf Grund eines ärztlichen Ältestes die löbliche Berliner Polizei dringend, chnen nicht die Beschwerlichkeit eines lästigen Umzuges aufzuerlegen; schließlich ließ sich dir Polizei erweichen und gewährte ihnen „ausnahmsweise" eine „Frist". Inzwischen sind die anderen Damen, die der seltsame Ukas traf, auch ausgezogen und haben in verschiedenen Privatwohnungen Moabits eine Unterkunft gefunden, da die finanziellen Mittel dieser Postbeamtinnen nicht ausreichten, eine Etage in
Charlottenburg oder Westend zu beziehen. Das evangelische Stift in der Borsigstratze, das ihnen die Polizei als „nahe gelegen" empfahl, konnten sie nicht beziehen, weil ihre Zeit zu solchen Luxusfahrten nicht ausreicht. Die katholischen Mädchen, die im erwähnten evangelischen Stift in der Borsig- straße wohnen, haben es jedenfalls bester; s i e belästigt man nicht mit dieser Zudringlichkeit. Man hat dem genannten Blatte sogar berichtet, daß die Berliner Polizei schon nach evangelischen — Säuglingen in katholischen Anstalten fahndete. Obwohl es fast unglaublich Hingt, halten wir es nicht mehr für unmöglich.
)( Der „Ueberfall". So oft vom Terrorismus der Sozialdemokratie die Rede ist, wisten die sozialdemokratischen Blätter mit Schauergeschichten über angebliche Brutalitäten, die gegen „Genossen" verübt sein sollen, aufwarten. Ende Oktober vorigen Jahres wußte die gefamte sozialdemokratische Presse eine Geschichte aus Konstanz zu erzählen, wonach ein Sozialdemokrat namens Kurier des nachts von „Christlichen" überfallen und unter dem Ausruf: „Jetzt verreck', du roter Hund!" mit Messern und sonstigen gefährlichen Werkzeugen übel zugerichtet worden fei. Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft die Angelegenheit gründlich untersucht mit dem Resultat, daß das Verfahren eingestellt wurde. Zunächst wird in dem Bericht des Staatsanwalts fest- gestellt, daß es sich nur um geringfügige Verletzungen handelt; die angeblich furchtbar „brutale Mißhandlung" war also eine Dichtung sozialdemokratischer Phantasie. Zum Schluß sagt der staatsanwaltschaftliche Bericht wörtlich:
Die Glaubwürdigkeit de- Anzeigers ist so erschüttert, daß angenommen werden muß, der Ueberfall Hal gar nicht lialtgejunden, und Kurrer habe sich die Verlegungen selb st'beigebracht.
Dem fozioldemokratifchen Fanatismus, der ja auch in zahlreichen Fällen zu Wahlbetrügereien verführt hat, ist das schon zuzutrauen.
** Aus Hessen, 30. Mu 1912. Der katholische Lehrerverein für das G-oßhtrzogtum Hessen hat auf seiner Hauplverfanimlung zu Bensheim a d. B. während der P'mgsttage beschlossen, unentwegt an dem Religionsunterricht auf konfessioneller Grundlage sestzuhalten und den Hauptvorstand zu beauftragen, sich mit der Leitung des katholischen LehrcroerbandeS Deutschlands über die Bedingungen eines etwaigen Anschlusses ins Benehmen zu setzen.
Ausland.
* Der Berliner Besuch in Wien. Gestern abend fand für die Abordnung der Berliner Stadtvertretung im Wiener Rathaus ein offizielles Abschiedsbankett statt. Bürgernreister Dr. Neumahr brachte einen Trinkspruch aus, in dem er u. a. sagte, daß das deutsch-österreichische Bündnis auch die Seelen des Volkes so schnell, so dauernd und so innig gewinnen konnte, weil es den echten Bedürfnissen und den innersten Gefühlen der Bevölkerung entspreche. Berlin und Wien würden mit vereinter Kraft deutsche Kultur in der Welt zur Geltung bringen und dafür sorgen, daß denr deutschen Stamm der Platz an der Sonne nicht genommen toerbe. Wenn wir Deutschen, fuhr der Bürgermeister fort, zusammenhalten, werden wir unbezwinglich fein.
** Die ungarische Krise. Die Opposition hat jetzt auch über die Wehrreform Abmachungen getroffen. Sie gehen dahin, daß die Opposition die Ersetzung der Wehrreform durch ein vierjähriges militärisches Provisorium wünscht, worin jeooch die Vorteils der zweijährigen Dienstzeit bereits zur Geltung kämen und auch dec Mannschattsbestand bewilligt würde. Die Vorschläge der Oppositton werden von der Regierung vielfach als ganz unannehmbar bezeichnet.
** Die Heldentat des liberal-sozialdemokratischen Janhagels in Brüssel. Der Zustand des vom Jan
hagel schwer mißhandelten Abg. C o l f s ist nach wie vor sehr beunruhigend. Der Bürgermeister Dtax besuchte ihn, um sein Bedauern über den schänd^ lichen Ueberfall auszusprechen. Der Herr hätte bester daran getan, wenn er seine Polizei bester instruiert hätte. Der Polizeiliche Schutz beim Schluß der Wahlversammlung der Kacholiken war durchaus unzureichend.
** Marokko. Als die Franzosen noch nicht mit 6000 Mann Militär und allen Vernichtungsmitteln der modernen Kriegführung in Fez standen, waren Angriffe umwohnender Berberstämme auf die marokkanische Hauptstadt ein Kinderspiel, dem man von den Mauern oder Dächern der Stadt mit Interesse zusah. An die Wiederkehr solcher Dinge hatte man sich nachgerade gewöhnt. Niemals war es vorgekommen, daß die aufgeregten Stämme in die Stadt selbst einzudringen vermochten. Jetzt, da die Franzosen die Hauptstadt militärisch besetzt halten, ändert sich das Bild. Was der Sultan mit feinen paar schlecht disziplinierten und unzureichend ausgerüsteten Leuten stets zu verhindern imstande war, können die französischen Truppen mit ihren Generälen, Kanonen, Maschinengewehren nicht abwenden. Die Berber sind bei ihren jüngsten Stürmen tatsächlich in die Stadt eingedrungen und haben dort geplüit- dert, und wenn sie auch schließlich zurückgeschlagen wurden, so beweisen die Vorgänge doch, daß eine wirklich ernste Gefahr für Fez erst feit dem Augenblick besteht, da anstelle der scherisischen Heerhaufen das französische Djiititär deren Verteidigung übernommen hat. Und noch mehr: man erinnert sich doch noch, welches der V o r w a n d des militärischen Marsches der Franzosen nach der marokkanischen Hauptstadt iuar. Ter französische Konsul in Fez hatte gemeldet, daß sich die dort weilenden französischen Staatsangehörigen in schwerer Lebensgefahr befänden und unbedingt gerettet werden mußten. Obwohl der Zug der französischen Truppen nach Fez im Widerspruch mit bestehenden Verträgen stand, drückte man an den europäischen Stellen, die befugt waren, sich auf die Verträge zu berufen, beide Augen zu, denn niemand wollte die Verantwortung auf sich laden, die Franzosen an der als so dringlich bezeichneten Rettung ihrer Landsleute zu verhindern. In Wirklichkeit — unb das stellte sich bald darauf heraus — waren die Franzosen in Fez ebensowenig gefährdet, als die anderen dort ansässigen Europäer, und es ist keinem von ihnen irgend ein Leid geschehen, obwohl es einige Wochen dauerte, bis die „Rettung" kam. Aber, als dann die französischen Truppen in Fez einmarschiert waren, da haben es ihren „Rettern" einige Dutzend Franzosen in Fez zu verdanken, daß sie ums Leben gekommen sind. Ehe das Militär da war, waren die Franzosen leidlich sicher, seit aber das Militär für die „Sicherheit" der französifchen Staatsangehörigen sorgt, werden diese in Fez ausgeschlachtet.
, Niemals vorher sind so viele Franzosen in Marokko umgebracht worden, wie in den Schreckenstagen von Fez am 17. bis 19. April d. I. Bis dahin waren in ganz Marokko viel weniger Franzosen den Eingeborenen, als in Paris den Banditen zum Opser gefallen. Wir zweifeln nicht daran, daß die französische Armee tüchtig, mutig, Pflichttreu ist, auf ihre Leistungen aber in der marokkanischen Hauptstadt hat sie ebensowenig Anlaß, stolz zu sein, wie die verantwortlichen und unverantwortlichen Männer Frankreichs auf die franzofenmordenden Ergebnisse ihrer Marokko-Politik.
Nach den neuesten Meldungen nehmen die Angriffe gegen Fez an Heftigkeit zu. Es ist ein allgemeiner Sturm, unterbrochen nur durch kleine Ruhepausen. Hin und wieder werden die Angreifer durch einen heftigen Vorstoß der Besatzung zurückgedrängt, aber bald darauf ist der Ring wieder geschlossen. Die Straße Fez—Mekines ist unterbrochen. Eine Karawane wurde ausgeraubt. Von Stunde zu Stunde erwartet man einen neuen Sturm
Kleines Feuilleton.
— Unrichtige Fahrpläne. Die Reisezeit beginnt, und man nimmt nun wieder öfter als sonst die amtlichen Fahrpläne und Kursbücher zur Hand. Natürlich richtet man sich nach deren Angaben und macht danach seine Pläne. Jedoch nicht gar zu sel- tcn muß man später erfahren, daß die Angaben nicht stimmen, so daß man Verluste, mindestens den oder jenen Aerger hat. Wie ist nun die Rechtslage? Für Fehler in den nichtamtlichen Kursbüchern haften nur die Verleger derselben, jedoch nur, wenn dieselben Fehler nicht auch in den allein maßgebenden amtlichen Fahrplänen enthalten sind. Ist dies der Fall, dann haftet der Eisenbahnsiskus für jeben Schaden, den man etwa gehabt hat, und man fann auch ruhig die Gerichte anrufen, wenn die Schadloshaltung etwa verweigert werden sollte Um nicht erst Scherereien zu haben, wird das vielfach nicht getan. In der Tat enthalten aber die amtlichen Fahrpläne stets eine ganze Menge Fehler, man sollte daher auf alle Fälle feine Rechte wahrnehmen. Wir wollen drei Fälle herausgreifen, die gerichtlich zugunsten der Kläger entschieden wurden. Ein Zug war auf dem amtlichen Plane als Eilzug bezeichnet worden, während der Fahrt wurde aber von den Reifenden der Schnellzugszufchlag ein- kaffiert. Aus erhobene Beschwerde mußte der Fiskus den unter Vorbehalt (Vorbehalt seiner Rechte darf man nie vergessen!) gezahlten Zuschlag zurück- zahlen, obwohl der betreffende Zug wirklich ein Schnellzug war und auch sein sollte, aber er war eben als Eilzug bezeichnet. In einem anderen »a“e benutzte em Kaufmann mit einer Familie, um noch an demselben Tage in einen bestimmten Badeort zu gelangen, einen Zug, der nach dem amtlichen Plane nur erste und zweite Klasse hatte j Unterwegs bemerkte der Kaufmann, daß auch die dritte Klaffe in dem Zuge fuhr, die er benutzt hätte, I wenn dies auf dem Plane angegeben gewesen wäre. Der Fiskus mußte den Schaden erfaßen. Iw einem , dritten Falle war ein letzter Zug auf dem amtlichen j
,Mikro-
London konstruiert wurde, die Feinheit der Nernst-
baloncc" (also Klcinwage), die nach den Anleitungen des bedeutenden Gelehrten Sir William Ramsey in
Noch weiter gebt die Nernst-Wage; mit ihr kann man sogar den millionsten Teil eines Grammes feststellen. Aber auch diese Erfindung ist schon wieder
durch Whytlaw-Grey überholt, bereu
Plane angegeben, es war aber nicht gesagt, daß dieser nur Sonntags fuhr. Ein Reisender verlies; sich wochentags auf diesen Zug und mußte nun am Orte übernachten. Auch hier wurde der Fiskus verurteilt. Man sieht, die Fahrplanfehler sind mancherlei Art, dementsprechend aber auch der Schaden, den man dadurch haben kann. rb.
— Eine wichtige hygienische Maßregel ist: „Glicht essen, wenn man erschöpft, ermüdet über aufgeregt ist!" Die warme Sommerzeit ermattet ohnehin, arbeitet man nun im Garten ober sonstwo, huldigt man Spiel und Sport, unternimmt man Kahnfahrten, Radtouren, Fußmärsche usw., so werden auch die Verdauungsapparate ermüdet und unfähig, sogleich an eine starke Arbeit heranzugehen, wie dies das sofortige Zusichnehmen von Speisen, selbst den leichtverdaulichsten, erfordern würde. Man gönne sich, bei der ungeheuren Wichtigkeit einer gesunden Magentätigkeit, stets erst eine genügende Zeit Erholung und Ruhe, stelle so die normalen Kräfte her, und genieße auch dann noch Speise und Trank mit Bedacht. Direkt schädlich ist sofortiges Trinken kalier Getränke bei großer Erschöpfung. Ist der Durst sehr groß, so trinke man nur schluckweise, dadurch werden die Getränke im Dttmde vorgewärmt und zugleich die Mundschleimhaut erfrischt. Das Löschen des Durstes hängt nicht etwa von der Quantität der Getränke ab," sondern von der Art, wie man
diese Höhenunterschiede weniger aus, als man glauben möchte. Die Erde hat ca. 12 Millionen Meter im Durchschnitt. Also würde sich eine Erhöhung von 8000 Metern ebenso bedeutungslos ausnehmen, Wie ein großes Wasserloch von 10 000 Metern! Die größte von Menschen erreichbare Tiefe tm Ozean beträgt nur etwa 60 Meter, die höchste von Menschen erreichbare Höhe beträgt hingegen 7M0 Meter. Im Luftballon ist man allerdings tm Jahre 1901 einmal bis zu einer Höhe von 10 800 Metern gelangt, und Registrierballons ohne menschliche Insassen haben es schon bis über 22 000 Meter gebracht Aber auch diese gewaltige Höhe entspricht nur etwa der Höhe eines Stecknadelkovfes, den man an die Schale einer großen Apfelsine anlegt, vs-
— Außerhalb der menschlichen Fassungskraft. Schon zur Zeit Friedrichs des Großen war die Wissenschaft so weit vorgeschritten, daß sie Instrumente schaffen konnte, die Bruchteile von Milligrammen wiegen konnten. Doch was bedeutet dies gegenüber der Genauigkeit moderner wissenschaftlicher Apparate? — Tas Ehepaar Curie hat eine Wage von solcher Präzision konstruiert, daß man damit ganz exakt den 100. Teil eines Milligramms, also den bunderttailsendsten Teil eines Gramms wägen kann.
ihn löscht: langsam, vorsichtig, schluckweise! Je mehr man trinkt, desto mehr schwitzt man und bekommt bann neuen und größeren Durst. gf.
— Die Höhen und Tiefen der Erde. Wir sind _________,______________
gewohnt, von unserer Mutter Erde als von einer Wage noch um das Dreifache übertrifft. -a- „Erdkugel" zu sprechen. Viel zu ihrer Kugelgestalt I — Elektrizität und Pflanzenwachstum. Mit der tragen ja freilich die ungeheuren Ozeane bei, welche Elektrizität ist's doch eine eigene Geschichte. Zu zu einem großen Teil die Unebenheiten der feften wie vielerlei Diensten hat man diesen unsichtbaren Erde mtsgleichen und fie im Gleichgewicht erhalten. ! Gesellen schon benutzt! In Amerika verwendet man Wollte und könnte man die Ozeane auspumpen, ihn, jetzt allerdings nur erst noch experimentell, auch was würde bann die Erde für eine seltsame Form zur Förderung des PflanzenwachZtums. Rach den haben! Hier mächtige Gebirge, Berge bis zu 8840 bisherigen Ergebnissen ausgedehnter Studien ist die Meter Höhe, dort unermeßliche Tiefen bis zu 10 000 Elektrizität ein wahres Lebenselement, wo sie ist, und wahrscheinlich noch mehr. Faßt man da ist auch Gedeihen. So hat man größere Feld- ireihd? die ganze Erdgestalt ins Auge, jo machen . stücke im Erdboden mit Leitungsdrähteu versehen
auf die Hauptstadt. Das Gefährlichste ist, daß rna» der Bevölkerung von Fez selbst nicht mehr ganz sicher ®a6 sie mit den Angreifern draußen sympathisiert, darüber kann nicht der geringste Zweifel fern. Der Korrespondent des „Journal^ meint, daß b« dem Angriff vom 26. Mai die Rebellen nicht nur bur$ Breschen, sondern auch durch Verrat in die Stadt ehtgebrmtgen feien. Man habe ihnen da- Tor von Bab el Gissa geöffnet. Eine allgemeine Revolution fei durchaus nicht unmöglich. Was sollen, sagt der Korrespondent, unsere 4000 ober 5000 Mann gegen 10 000 entschlossene Fezianer tun? Die Nachrichten, die uns fest 24 Stunden zugehen, srnd außerordentlich beunruhigend. Der Korrespondent des „Matin" berichtet, vom General Lyautey sei am 27. d. M. ein amtlicher Bericht erstattet worden, indem es heiße: Die Laae fft außerordentlich ernst, ja sogar beunruhigend. Die Gefahr nimmt mtt jedem Tage zu. Die Nähe der Ernte wird vielleicht eine vorübergehende Entspannung bringen, aber wir werden zweifellos beträchtliche Anstrengungen machen müssen, um die Ruhe wiederherzustellen und insbesondere, um sie dauernd zu erhalten.^ — Tie Führer der Aufständischen haben an alle sich noch ruhig verhaltenden Stämme einen Aufruf gerichtet, in dem diese zum Heiligen Krieg aufgefordert und mit Plünderungen bedroht werden, falls sie sich dem Aufftande nicht anschließen. Dieser Aufruf hat sich als sehr wirksam erwiesen und vier große Stämme, die den Franzosen bisher treu geblieben waren, haben nunmehr die Reihen der Aufständischen verstärkt. Von den Vertretern einiger Stämme wurde erklärt, daß sie notgedrungen die Franzosen bekämpfen müßten, da diese nicht imstande seien, sie gegen die von den aufrührerischen Harkas angedrohten Plünderungen und Nieder- metzelungen zu schützen. — Ueber das Schicksal derDeut scheu im Susgebiet liegen nur spärliche Nachrichten vor. Der „Köln. Ztg." wird ans Tanger berichtet: Otto Mannesmann hat Tarudant verlassen und sich nach Marrakesch begeben. In Tarudant wellt keiner der Brüder Mannesmann mehr.
** Die Kretafrage.
Ein kritischer Tag erster Ordnung ist für die griechische Hauptstadt Athender heutige Samstag, der Tag der Kammereröffnung. Die aus Athen verbreitete Meldung, daß die kretischen Abgeordneten beschlossen hätten, zur Eröffnung Der griechischen Kammer nicht nach Athen zu kommen, was „in polittschen und kommerziellen Kreisen einen guten Eindruck gemacht" habe, ist bloß auf Stimmungsmache zugeschnitten gewesen. Nach neueren Meldungen ist die bereits in Athen wellende Gruppe der kretischen Abgeordneten nun tatsächlich entschlossen, sich Den Zutritt zur griechischen Kammer zu verschaffen, um auf diese Weise die staatliche Einheitlichkeit der Insel Kreta mit Griechenland zu bofuntentieren. Ministerpräsident Veniselos, der selbst Kreter ist, versuchte vergebens, seine engeren Landsleute zu bewegen, daß sie freiwillig auf einen Schritt verzichten, der die Beziehungen Griechenlands zur Türkei auf das empfindlichste beeinträchtigen und den Gang der griechischen Politll in heillose Verwirrung bringen müßte. Ta die Kreter harthörig bleiben, will Veni- soles die Truppen zur heutigen Kammereröffnung um das Kammergebäude aufmarschieren lassen, damit ein eiserner Ring die Kreter von dem Zutritt zur Kammer abhalte. Es ist zweifelhaft, ob die Vorkehrungen der Regierung den erwünschten Erfolg haben werden Kreter feindlich ist natürlich niemand in Griechenland, die Bevölkerung nicht und das SDlilitär erst recht nicht. Jedenfalls ist anzunehmen, daß es heute, am Eröffnungstage der Kammer, hoch und lärmend in Athen zugehen wird. Justizminister Dimitrakopulos, der im Ministerrat den Vorschlag gemacht hatte, die kretischen Abgeordneten zur Eröffnungssitzung der Kam-
und teilweise ständig, teilweise mit Unterbrechungen einen schwachen Strom hindurch geleitet, der nach den llüurzeln von allerlei Blumen und Feldsrüchten hinfloß. Die dadurch erzielten Erfolge sind ebenso interessant wie merkwürdig. Tomaten z. B. wuchsen in der ihnen eigenen Größe, wurden aber unglaublich schnell reif, Mohrrüben hingegen erlangen eine Länge von 30 und eine Stärke von 20 Zentimeter, Rettiche wuchsen bis einen halben Meter lang, bei nur 20 Zentimeter Dicke, Kartoffeln wurden weit über faustgroß und wären wohl noch größer geworden, wenn sie vor einander Platz gehabt hätten. Blumenpflanzen erreichten durchweg eine abnorme Größe und einen weit intensiveren Duft als sonst. Und bei alledem war nichts von einer Treibhaus-Krankheit zu merken, sondern alle Pflanzen waren durchweg gesund und kräftig entwickelt. vs-
— Tie Arbeitsleistung beim Spazierengehen. Daß der Mensch „arbeitet , wenn er stramm seines Weges geht, wird wohl niemand sogleich recht begreifen. Nennt man doch das Spazierengehen, das Wandern, eine Ausspannung von der Arbeit, eine Erholung. Verständlicher wird die Sache schon, wenn man daran erinnert, daß es sich beim Spazierengehen um eine „Bewegung" handelt, und daß jedwelche Bewegung Kraft verbraucht. Je mehr Kraft verbraucht wird, desw größer ist die geleistete Arbeit. Beim Wandern hat der Mensch seine Körperlast fortzubewegen, die Atemmuskeln werden an- geftrengt, die Tätigkeit des Herzens gesteigert, die Wärmeerzeugung erhöht usw. Die Gelehrten haben alle diese Tätigkeiten in Kalorien umgerechnet und sind zu dem erstaunlichen Resultat gekommen, daß man bei einem nur einftünbigen Spaziermarsch so viel Kräfte verbraucht, wie nöttg sind, um 9000 Zentner auf die Höhe eines Fußes zu heben! AuS dieser Berechnung kann man so recht erkennen, warum man eifrig tagtäglich wenigstens ein Stündchen spazieren gehen soll. 9lur eine geregelte Wech- selwirkung der Bewegungen aller unserer inneren und äußeren Organe führt zu einer gefunden Funktion derselben.