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Montag -en 22. April (912.
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ein große- und btrnfbcrte# BetätigaayBfeld. Es ist in der Tat kein Ruhmesblatt für da« deutsch« Voll, daß eS eine» Simplizifsimn« hat. (Kefir richtig tat gen.
lidenrente erfüllt und bk halten hatte.
6m forschender Blick streift dar vor Erker glühende Gesicht des Ex-BettlerS und überfRegt daun den verwilderten Tarten. Er ist von drei Seite» von einer hohen Mauer umgeben und hat nur diesen einzigen Ausgang; ein Entrinnen ist also unmöglich.
ne« Mark angegeben durst, noch nicht endgültig fest. ES war cwch schon von der ungeheuren Summ« vier Milliarden Mark die Rebe. Die Summe wirst
zu verliere»! Ist Fräulein Jngeborg Baletti in die* fern Hause hier?"
»Gut. Aber merten Sie sich eins: wenn Fräulein Jngeborg — ich meine
Jakob tritt ehr
Lorenz fitzt in einem Fauteuil, in der Nähe des warmen OsenS. Ihm gegenüber steht ehe leeret Armsessel, der augenscheinlich für die Stand» bestimmt ist; denn auf seine« Polstern liegen zwei weiche Kiffen, und über der Rucklehne hangt ehr dicker, weißwollener Schal.
Zwischen diesen beiden Stühlen steht der kleinst quadratene Schachtisch, de» heute eine wtseidemh goldgestickte Decke ziert.
(Fortsetzung fetjl)
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Uhr nicht in meiner Obhut ist, dann pfeife ich."
Herr! Dm» pfeifen Sie."
Und schon ist Jakob im Dunkel des Gartens verschwunden.
tung ihre Bahnhöfe 6oe diesem Motte frei hält, so wahrt fie damit nur chr HauS recht. (Beifall im Zen. trunt und rechts.) Das Weiche gilt. Wem» sie auch sonst gegen die Schund» und Schmutzt iterurur Front macht.
Abg. Schwabach (natl.) bringt Wünsche betr. die Entlohnung der arbeitet der Betriebswerkstätten, tzär» ten der Besoldung, und 8rbeitera»sschüsse vor, und wünscht ferner Aufhebung der Fahrbartensteuer.
Eisenbahmninister « vreitenbach erwidert dem Abg. FnchS, eine Lohnzahlung für Feiertage könne nicht stattfinden.
Montag: Wehrborlag«.
von den Bedürfnissen China« abhängen. Da da« Geld n. a. zum Wiederaufbau von Heer und Flotte verwandt werde» soll, ist die Rotwendigkeit einer wirksamen Aufsicht nicht nur in finanzieller Hinsicht betont worden. Die« ist ober eine Frage, die noch regeln bleibt
Wie gebannt hängen Erik« Blicke cm bar beide» erleuchtete» Fenstern . . .
Run erlischt daS Licht hinter einem derselben^ Hinter de» Borhängen deS andern wird neben der männlichen Gestalt eine weMche sichtbar.
es Jngeborg? . . .
nwillkürlich fallen sich Erik« Hände. Ei» heißes Gebet stetgt zum Himmel empor, daß er nicht zu spät gekommen sein möge zur Rettung des armen, unglücklichen Mädchens da drinnen.
Deutscher Reichstag.
Sitzung vom 20. April 1912.
Auf der Tagesordnung steht zunächst der schien, nige Antrag Dr. Arendt (Rp.) betreffend Vornahme von Erhebungen über die Sicherheit der Passagiere und Mannschaften auf deutschen Schiffen.
Abg. Tr. Arendt (Rp.): Angesichts der jüngsten Schiffskatastrophe mutz so schnell wie möglich die Frage zur Erörterung gestellt werden, ob es mög. iich ist, derartigen Katastrophen für die Zukunft vor. zubcugen. Große deutsche Zeitungen melden, daß auch auf den deutschen Schiffen die Ausrüstung mit Ret- ungsbooten nicht ausreichend sei. Eine Klarstellung liegt hier im allseitigen Interesse. Wir werden dar. u,t'f hinzuarbeiten haben, datz für alle, die ein Schiff betreten, Passagiere wie Mannschaften, für den Fall eines Unglückes ausreichende Rettungsmöglichkeiten vorhanden sind. Auf unseren deutschen Schiffen ist jedem Manne der Besatzung im Falle der Gefahr fein Platz angewiesen. Ich möchte anrcgen, datz auch für die Passagiere in ähnlicher Weise Vorsorge getroffen wird. (Gegenüber dem rücksichtslosen Wettrennen der Schiffe der verschiedenen Nationen auf hoher See wären internationale Strafbestimmungen am Platze.
Staatssekretär Telbrück: Wir sind alle einig in der aufrichtigen und herzlichen Teilnahme für alle durch die furchtbare Katastrophe Betroffenen. Wir sind auch alle einig in der Verpflichtung, aus dieser Katastrophe Lehren zu ziehen. (Beifall.) Ich halte cs aber nicht für angezeigt, in eine nut» tericlle Erörterung dieser Frage einzutreten. (Sehr richtig.) Diese Erörterung könnte nämlich ohne eine Kritik von Vorgängen nicht abgehen, die uns noch nicht hinreichend bekannt sind. Die zum Schutz der Pas. (agiert und der Mannschaft unserer Dampfer gegebenen Vorschriften find seinerzeit erlassen worden unter sorgsamer Berücksichtigung des damaligen Standes der Technik. Ich habe aber angesichts der andauernden ge» wattigen Entwicklung unserer Technik sofort eine Re. Vision der geltenden Bestimmungen in die Wege geleitet. Auch die Schiffahrtsgesellschaften und die SeeberufSgenossenschaft beschäftigen sich zurzeit mit diesem Gedanken. Es wird auch gelingen, alle die Vorschriften zu erlassen, die nach dem Stande der Technik irgendwie möglich sind. Zu internationalen Abmachungen in dieser Sache bedarf im übrigen nicht auf die selbstverständliche Pflicht von den Volksvertretern besonders aufmerksam gemacht zu werben. (Beifall.)
Abg. Haas (Soz.): Angesichts dieser Erklärung be- antrage ich Absetzung des Gegenstandes von der TageS» ■ ordnung.
Abg. Arendt (Rp.): Eine spätere Debatte dürfte kaum ergiebiger fein, aber da bereits Schritte in un. jedem Sinne getan sind, ziehe ich den Antrag zurück. (Lachen links.)
Damit ist der Gegenstand erledigt. Es folgt der Antrag des Zentrums betr. Aenderung des Strafgesetz, buches. ES handelt sich um die Paragraphen betr. Hausfriedensbruch, Entführung Minderjähriger, Diebstahl oder Unterschlagung von geringfügigen Gegen, ständen ans Not ufw., wegen der ein Kompromiß zustande gekommen ist.
Vlbg. Weitste in (Ztr.) verzichtet auf eine Begrün, düng des Antrages.
Abg. Arendt (Rp.) erklärt es für unverständlich, datz ein Antrag von solcher Tragweite ohne Begrün» buug vorgelegt werde, und beantragt Ueberweisung an eine Kommission von 21 Mitgliedern.
Abg. Weitstem (Ztr.): Im Einverständnis mit den Antragstellern habe ich auf eine Begründung verzichtet. Ich widerspreche dem Antrag auf Kommissionsüber» weisnng.
Der Antrag Arendt wird abgelehnt und die Vorlage in erster taffimg angenommen.
Tas Hous setzt hierauf die zweite Beratung deS Reich seifen da hnetats fort.
Hierzu liegt vor eine Resolution der Budget- kommisfion, den in der Verwaltung der NeichK- eisenbahnen beschäftigten Personen und Beamten die- selben Verbesserungen zu gewähren, die der Reichstag für die entsprechenden Personen der Reichspostverwal- tung gefordert hat, ferner eine Resolution Albrecht (Soz.), daß den bei den Reichseifenbahnen beschästig'- ten Arbeitern für die Wochenfeiertage der Lohn gezahlt wird. Endlich eine Resolution Behrens (Wirtsch. Vg.st daß die Arbeiter der Reichseisenbahnen, die daS 25. Lebensjahr vollendet haben, als Mitglieder der Arbeiterausschüsse wählbar sein sollen.
Ai^Abg. Fuchs (Soz.) begründet die Resolution
Abg. Dr. Kmkhoft (Ztr.): Bei der Befoldungsord- nung von 1909 sind die mittleren und unteren B e amten der Reichseifenbahn schlecht weggekommen. Eine ganze Reihe von Beamtenkategorien, so z. B. Zugführer. Rangiermeister, Lademeister usw. sind es, die sich benachteiligt fühlen. Da ein Eingriff in die Besoldungsordnung nicht verlangt werden kann, so sollte man eS auf dem Wege versuchen, daß man ihnen
die immer »ähere Angliederung «ii<ch.Uolhringen- an Altdeutfchiand ist Me Ritwimmg taut* zufriedenen mittleren Beamtenstandes non der eSergrö fiten Bedeutung. Auf dem Gebiete bet BekämpfnZ« des Sch-nutzes
©arbhrew de» Nebensensters eist matte#
# Witwenrente mrd Witwengeld in der Reichsverficherungsordnung.
Die Witwenrente, die »ach der neue« Rcichsversicherungsordnung nur <m erwerbS unfähige Witwen gezagt wird, wird nach der In. Validenrente des verstorbenen ManneS berechnet und ist nach der Reichsverficherungsordnung stets niedriger als die Invalidenrente. Beim Zusammentreffen des durch eigne Beitragsleistung erworbenen Anspruchs der Witwe auf eine Invalidenrente kann die Witwenrente nicht ausgezahlt werden.
Um einen Ausgleich hierfür zu schaffen, also damit bei dem Wegfall ber Witwenrente die Betträge des Manner für die Hinterbliebenenverficherung
nicht nutzlos geleistet find, wird der selbst beitrag, zahlenden Witwe eine einmalige Barzuwendung in Gestalt eines Witwengeldes gewährt. Für die Gewährung der WttwengeldeS ist das Versiche- rungsverhältms der Ehefrau beim Tode deS Ehemannes maßgebend. Die Witwe kann Anspruch darauf erheben, wenn sie beim Tode des Ehemannes den Anspruch auf eine Invalidenrente erworben, oder wenn sie bei noch bestchender Erwerbsfähigkeit zu diesem Zeitpunkte die
würde, sich mit dieser Lösung einverstanden erklären würde. Wie der »Post' mitgeteilt wird, dürft» diese Frage zu bejahe« fern. Allerdings müßte die Erb- anfall-Steuer sich in den Grenze« bewegen, die von der Regierung für eine berartige Vorlage m Aussicht genommen waren. — Es ist ganz offenkundig, baß bei dieser Meldung der Wunsch der Vater des Gedankens war.
+ Zur Erhöhung der MauuschasiS-Löhnnug. Die Wehrvorlagen sehen bekanntlrch eine Erhöhung der MannscbaftS-Löhne vor, die jedoch erst am 1. April 1913 in Straft treten soll. Wte wir hören? wird das Zentrum bei der Beratung der Wehrvorlagen beantragen, daß die Löhnung schon vom 1. Oktober d. I. ab erhöht wird. Der Antrag wird zweifellos allgemeine Zustimmung im Reichstage finden.
* Als .internationaler Geheiwbnnd" bezeichnet die .Kreuzztg.' den Jesuiten-Orden und sagt, der Rest deS gegen chn bestehenden Ausnahme-Gesetzes müffe all daS mindeste dessen, waS man »zum Schutze der Andersgläubigen" verlangen könne, aufrecht erhalten werden. Ter Jefniten-Orden ist de- kanntlich kein Geheimbund; feine Grundsätze und Ziele kann jeder kennen lernen, der sich dafür interessiert. Sehr viele Leute ziehen eS ober vor, das nicht zu tun, sondern unter ängstlicher Ablehnung jeder ernsthaften Prüfung und Belehrung einfach ihr konfessionelles Vorurteil sprechen zu lassen. Ein internationaler Geheimbund ist aber be:fpteUmeife, wie die,Augsb. Postztgst zutreffend hervorhebt, die Freimaurerei, für die indeffen auch die Fkreuz- zig? noch kem Ausnahme • Gesetz verlangt hat; fie sieht eS vielleicht sogar alS einen ganz normalen Zustand an, daß gerade Vertreter dieses Geheimbundes am eifrigsten gegen die Jesuiten Hetzen. Wenn übrigens die ,Kreuzztg/ auf die Bezeichnung »international" für die Gesellschaft Jesu einen gewissen Wert zu legen scheint, wobei sie doch wohl die Tatsache sich vergegenwärtigt, daß die Jesuüen in einer großen Reihe von Ländern Riederlaffungen haben und ihre OidenStätigkeit ausüben dürfen, dann dürfte gerade auch dieser Umstand geeignet fein, sie nachdenklich zu machen, ob sie ans dem richtigen Standpunkte steht. Denn unter diesen Ländern find doch bekanntlich auch verschiedene fast ganz protestantische, so Dänemark und Norwegen und andere, die ähnlich wie das Deutsche Reich konfessionell gemischt, aber vorwiegend nicht katholisch find, so Holland und England. Warum ist man dort nicht so ängstlich?
„San» ich Ihnen trauen?" fragt Erik ttveisi »Ihnen — einem notorischen Verbrecher? L Sie mir die Dame nicht bringen? Wen« Sie sich aufs neue mit Ihrem Spießgesellen da drinnen verbinden —*
Die kleine Schwarzwälder-Uhr im Wohnzimmer Wägt gerade dreiviertel neun, als Jakob die modrige Haustür öffnet
Er ist fest entschlossen, Lorenz Jespersen zst opfern, um seinen Hals aut der Schlinge zu »ehe« und bei der ganze« Sache noch soviel für sich herauszuschlagen wie irgend möMch. Er weiß, wo Lorenz den Schlüffe! zum Schreibtisch aufbewahrh in dem stets ein kleiner Fonds an Geld und Wertsachen zu finden ist.
Es geht Jakob wie diele» ander». Um den Folgen eines begangene» BerbrechenS zn entrinnen, begeht er ein neues.
AlS Schritte im Treppenhaus hörbar werde«, ruft Lorenzens Stimme aus dem Wohnzimmer heraus:
„Bist du'», Jakob?"
Helden -er Pflicht.
No »an aus dem Lande der Mitternachtssonne von 43 Erich Friesen.
Iakcchs Mut wächst, je mehr er das Gefährliche seiner Situation einfieht. '
„Unb was bann?" fragt er höhnisch.
„T-mm stelle ich Sie den Polizisten als einen ge- wisicn Jakob Uhl vor." ä
„Wozu?"
„Damit Eie verhaftet werden."
„Weil ich die Hand im Spiel hatte bei der Flucht jenes Mädchens?"
„Nein. Well Sie der — Mörder der Madame Fredensborg find!"
habe er einen Faustschlag ins Gesicht erhalten, fährt Jc»kob zurück. Geisterhafte Bläffe über- i vv> Pme häßlichen Züge: wie im Fieberfrost schlage« {eine Zähne zusammen, seine Knie schlottern. „Tas ist nicht wahr ... das ist eine Lüge!" stottert er.
„Tas wird das Gericht entscheiden," erwidert Zrit Cn& Cr$ ^'be Ihnen jetzt eine hafte Minute rie\ Bis dahin müsten Sie nch erklären."
Jakobs kleine schielende r .9. Glrederbau: mit ihm kann eS
geschwächter Körper nicht auf- « immer umspannen Eriks Finger fernen Arm wre nut eisernen Klammern. Er Seht verloren. Jetzt heißt es ftw rhn nur: sich den Galgen vom Hals halten. Lorenz Jespersen muß geopfert werden.
„Die halbe Minute ist vorbei!" tönt Eriks klare Stimme ungeduldig an fein Ohr. „Soll ich pfei- feit?" 1
„Rein, nein!"
„Sie wellen mir also die Wahrheit sagen?" „Lassen Sie mich dann laufen?"
„Das hängt von den Uniftänbcu ab. Zuerst ant- «’orten Sie mir! Aber rasch! Mr haben keine Zeit
Ausland.
*’ Die Todesstrafe i« der Schweiz. Der mit der Beratung des Entwurfs zum neuen schweizerischen Strafgesetzbuch betraute Ausschuß beschloß einstimmig, die obligatorische Todesstrafe in das eidgenössische Strafgesetzbuch nicht aufzunehmen; doch soll, wie ans einem weiteren Beschluß hervorzugehen scheint, offenbar denjeniK« Santonen, die an der Todesstrafe festhalten wollen, die Anwendung künftig unter der Bedingung überlasse» bleibe«, daß jedes Todesurteil von Amts wegen der Begnabi- gungSinstanz vorzulegen ist. Ob sich nicht daS Parlament bedingungslos gegen die Todesstrafe erklären wird, die nur mehr in wenigen Santonen eingeführt und höchst selten ausgesprochen wird, bleibt abzuwarten.
*♦ England und Deutschland. Im englischen Unterhaufe fragte Hall (Unionist) an, ob Deutschland zu verstehen gegeben habe, daß es bereit sein würde, m em Angriffs- und Abwehr- bündniS mit England emzutreten, als daS einzige Mittel, dem Rüstungswettstreit ein Ende zu machen. Parlamenlsuntersekretär Acland erwiderte, daß die Fraae mit nein beantwortet werden müffe.
** Entschädigung der vertriebenen Orden. Die Verhandlungen Wege« der Entschädigung an bte aus Portugal verjagten refigiöfen Orden, die mit mehreren Staaten schwebten, sind dem Abschlüsse nahe. Wie nicht anders erwartet wurde, werden die Forderungen bedeutend reduziert. Der Gesetzentwurf oll in den nächsten Tagen der Sammer zugehen.
** Die chinesische Milliatoemmleihe. Rußland rmd Japan teilten, tote das Reutersche Bureau er- ährt, der englischen Regierung amtlich mit, daß sie üe Aufforderung, sich mit gleich hohen Teilen wie England, Frankreich, Deutschland und die Bereinigten Staaten an der Milliardenanleihe zum Wiederaufbau Chinas zu beteiligen, annehmen. Die Höhe
vestsches Keich.
s. Die Budgetkomnllsfimt des Reichstags besprach auch in der letzten Satzung die Diamantenfrage. Die Diamantengesellschastm in Deutschsüdwestafrika sind durch die scharfe Heranziehung z« den Reichslasten unangenehm getroffen worden, weil die besten Funde längst »abgegrast" sind und die 50 Proz. Abgabe der Bruttofunde bei weniger ergiebigen Stellen mit stärkeren Unkosten die Produktiv» sehr schwer belaste». Zentrum, VolkSpartei und Sozial- demolratie beantragten in der Rommiffton durch Resolutionen eine Reform der Diamantenregie, wodurch sowohl berechtigten Wünschen der südwest» asrilairischen Förderer hinsichtlich einer stärkeren Jnlereffenvertretung in der Geschäftsführung der Regie sowie auch den Wünschen der deutschen Schleifer und Verarbeiter durch Ermöglichung eines Wettbewerbers Rechnung ge'ragen werden soll. Staatssekretär Dr. Sols gab die Srfiäru 'g ab, daß der zwischen bet Regie und dem 8oeterjmannschen tAmsterdamer) Konzern abgeschloffene Vertrag tatsächlich die Sanktion de» Reichskolonialamtes gefunden habe Ein formelles Bertragsverhältnis zwischen dem Kolonialamte und der Regie bestehe aus praktischen Gründen nicht.
** Die «rbschaftS-Steuer in Sicht? Bei bet Be- sprechung der Wehr- und Deckung». Vorlagen ist namentlich von liberaler Seite die Frage aufgeworfen, ob die Regierung, falls ihr von einer Mehrheit des Reichstages die Erbansall-Stener angeboten
„Sie haben mich ja in der Hand, Herr! Ein Wink von Ihnen, und die Polizei ist mir auf den Fersen. Meinen Sie, daß ich mein geben s» ohne weiteres aufs Spiel setze?"
Die Logik dieses Verbrechers ist überzeugend. Erik schwankt nicht mefc. DaS Wichtigste bleibt jetzt, Jngeborg so rasch wie möglich aus Lorenzens Hältden zu befreien. Alles andere ist Nebensache.
„Wann können Sie mir die junge Dame bringen?" fragt er kurz.
„Wie spät ist es jetzt?"
Erik zieht die Uhr.
„Zwanzig Minuten bis neun."
Sardonisches Grinsen verzieht Jakob» Mundwinkel. Nur noch fünf Minuten, bis da brutuen --hahahahal Jetzt heißt e»: Eilek
„Um neun Uhr bringe ich fie Ihnen!" erwidert er rasch.
Fulda gezogen.
• Münden, 20. April 1912. DaS Knrhessische Pionier-Bataillon Nr. 11 i» Hann. Münden teilt mit, daß bis Ende August 1911 Zweijährig-Freiwillige für Oktober 1912 angenommen werden. Handwerker haben den Vorzug.
* Aus Thüringen, 19. April 1912. In Apold« stürzte sich die in den vierziger Jahren stehende Fra« Olga May in hochgradige» Fieber drei Treppe» hoch auf den Hof hinab, wälzend der Gatte de» Arzt holen wollte. Sie war sofort tot — DaS ReichSmarineamt hat einer LolkSschulle^ertn in Jena eine Stelle an der GmwernementSschnle i» Tsingtau (China) übertrage«. — In der RShe de» thüringischen OrteS Herschdorf wurde die Leich» eine» aus Herschdorf gebürtige« 19jährigen Sym-
I« fieberhafter Erregung geht Erik, d« Uhr in der Heott, vor dem Eisengitter euf und ab.
Der RÄbel hat sich inzwischen ein wenig verzogen. Erik glaubt, hinter dem erleuchteten Fenster die un» deutlichen Umriffe einer männlichen Figur hin- und herschwanken zu sehe» .. .
«, Herr!" fährt Jakob fort ich Ihnen das junge Ding tote. Morgen könne« Sie
Aus dem Nachbarg-biete.
• vom Vogelsberg, 19. April 1912. In de« Pfarrdorfe deS ,^katzenbergeS", in Ruhlkirchen, wurden gestern zwri Manner beerdigt, die es zusammen auf 170 Jahre gebracht hatten, der 92jährige Schafhändler Birkenftock und der 78jährige Maurermeister Schmidt. Bei der Beisetzung des letzteren ereignete sich ei« aufregenbet Zwischenfall. Der Strick, an dem der Sarg ins Grab gelassen wird, zerriß, der Sarg stürzte ins Grab und riß einen Träger mit Dabei öffnete sich der Sargdeckel und der Leichnam fiel aus dem Sarge.
* AnS der Rhön, 20. April 1912. Die freiro. Feuerwehr Bischofsheim v. Rh. hat eine neue mechanische Leitet erhalten. — Die Badesaison in Bad St ff in gen hat am 15. d. M. begonnen; eS sind schon einige Hundert Kurgäste anwesend. BiS zum 1. Mai stritt die Kapelle des 9. Infanterie-Re- gimentS die Kurmusik.
* Bad Orb, 19. April 1912. Bor dem hiesigen Schöffengericht nrarbe in zwölfftündiger Sitzung eine Beleidigungsklage verhandelt. Die Krankenschwester M. W. in Kaffel (St. Gelnhausen) hatte im Laufe des vorigen Jahres dem dort seit mehr als 40 Jahren tätigen Lehrer F. einen Brief geschrieben, beffen Inhalt dem Lehrer Anlaß zur Klage wegen Beleidigung gab. Die Verhandlung fand unter Ausschluß bet Oeffentlichkeit statt. Die Absenderin des Briefes wurire pt einem Monat Gefängnis verurteilt. Der Amtsanwalt hatte, vier Monate Gefängnis beantragt. Die Kgl. Staatsanwaltschaft, wie auch die Verurteilte werden Berufung gegen da» Urteil einlegen.
♦ Büdingen, 19. April 1912. Auf der Glauburg werden zur Zeit umsaffende Ausgrabungen vorgenommen. 5mt Glauburg ist bet im Westest Dem Seemental vorgelagerte bewaldete Höhenzug, der infolge feinet natürlichen Sage in alte« Zeiten ein wichtiger kriegerischer Stützpunkt wat. In germanischer Zeit befand sich dort eine Opferstätte, die Römer bauten an derselben Stelle int Jahre 9 v. Ehr. ein Kastell und hielten e8 bis zum Jahre 9 n. Ehr. besetzt, wo fie wieder vor ben Germanen ben Platz räumen mußten. Später hatte ein fränkischer Herzog dort (einen Sitz. Die Reste all dieser Befestigungen sollen durch die in großem Maßftabe angelegten Ausgrabungen freigelegt werben.
♦ Hofgeismar, 20. April 1912. In Franken- hausen brannte Scheune und Stall des Burgwirtg Gelitz samt Inventar nieder. Einem fremde« Handelsmann, der m der Wirtschaft übernachtete, verbrannte fein Wagen mit sämtlichen Kotbwaren.
• Kassel, 20. April 1912. Mit 16 Iahtest indenTobgegangeniftdiefeft mehreren Tage» vermißte Tochter eines i» bet Oskarstraße wohnenden Handwerkers. DaS Mädchen war schon die- fer Tage abend» auf der Fuldabrücke festgehalte» worden, als eS von der Brüstung ans in die Fulda
„Ja."
„Ä/s wahr, daß fie krank ist?"
„Aber fie lebt «och? Sprich bte Wakncheft, Bursche l Oder —"
»Ja» ja! Sie lebt «och!"
Loren; Jesperse» in diesem Augenblick bei
' -Ja."
Sie in seinen Diensten?"
„Dann kommen Sie! Rasch!"
Vnd Erik pcht bet kaum mehr Widerstrebenden
Tor. Er ist sich«, daß der Mensch heute die Wahrhett sprach — viellercht zum erste n Male in fernem Leben.
AlSjriwch Erik daS Lor ansstoße» und ein tret en will, hält ihn Jakob zurück.
„Wenn Sie selbst hbeeivgehen, erreichen Ne gar mchts, Herr," flüstert er ihm hastig zu. „Sie ftn- neu Fran Jespersen doch ihrem Mann nicht ohne welkeres fortnehmen!"
, fft nicht seine Frau! Er heiratete fie unter falschem Namen!
„Zugegeben! Aber wie wolle« Sie das im Moment beweise»? Jedermann toürbe vorerst dem Ehemann glauben. Außerdem — das Lebe« der jungen Dame steht auf dem Spiel! Em Streft, eine Szene--Sie verstehen mich."
Erik macht eine ui^toelbtge Bewegung. Et kann dem Menschen »icht |tt») unrecht geben, rind doch — er muß hinein in dieses HcmS! Muß!! Koste es, waS eS wolle!
In Anlehnung an das Jiwattdenversicherungs- gesetz torib beim Tode einer weiblichen Person, die den Lebensuntethatt der Familie wegen Erwerbsunfähigkeit deS Ehemannes ganz oder überwiegend ans ihren Arbeitsverdienste bestritten hat, btin Ehemann für bie Dauer der Bedürftigkeit eine Witwer reute gewährt Sie wird auf Grund der BeiiragSlefftung der Ehefrau berechnet.
„Hören Sie „Ich verspreche, bringe.
sich mit heute."