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M 8Z.

zrettag de» 2. April

59. Jahrgang.

fulüaer

Leitung

2. Blatt

»red un> Verla, her Silheer acttenhnideret in f nth«.

fc Die Präsiventenwahl in Amerika, die im November d. I. stattfinden wird, wirst be­reits ihre Schatten voraus. Die jetzt in den einzel­nen Staaten vorgenommenen Vorwahlen sind mchr von erhebticher politischer Bedeutung und ohne wesentlichen Einfluß auf den endlichen Ausgang, aber doch immerhin als Stimmungsbild für Den Eifer der Parteien von Interesse. Was der dies- maligen Wahl das Gepräge gibt, ist der Wettstreit zwischen Roosevelt und Taft um die Präfi» dentschaft. Roosevelt, der vor vier Jahren zurück- trat, hat es damals weit von sich gewiesen, je wie- der Präsident der Hereinigten Staaten zu werden. Nach und nach ist aber doch die alte Liebe wieder in ihm erwacht und angeblich einem „stürmischen Verlangen des Volkes" Folge leistend, ist er nun doch wieder als Bewerber um die Präsidentschaft aufgetreten. Taft hat aber wenig Neigung, ihm Platz

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Früher drehte sich der Streit in der Hauptsache darum, welche Partei, die Republikaner oder die Demokraten bei der Präsidentenwahl die Oberhand gewinnen würde. Roosevelt und Taft sind beide Republikaner. Als Kandidaten der De- mokrate-r kommen in Betracht Wilson und Champ Clark. Diesmal handelt es sich nicht in erster Linie darum, welche Partei den Sieg erringt, sondern ob eine fortschrittliche oder eine konservative Person, lichkeit "hrbie Spitze der Union gestellt wird. Ob u Demokrat oder Republikaner gewählt wird, das mürbe nicht gar so viel Unterschied machen. Viel interessanter ist. ob die einen den fortschrittlich ge­sinnten Roosevelt oder den konservativeren Taft, die anderen den fortschrittlichen Wilson oder den kon­servativer gerichteten Champ Clark zu ihrem Kandi­daten machen.

Die republikanische Partei hat mit der Borkam­pagne zu ihrem Nationalkonvcut jetzt begonnen, und da werd es offenkundig, daß die eigentli­chen Schrittmacher der beiden Kandidaten die Vertre­ter der Hochfinanz sind. Allerdings zweier verschiede­ner Gruppen der Hochfinanz. Welche Zweige der In­dustrie sich für Taft ins Zeug legen, läßt sich heute noch nicht mit Sicherheit feststellen, von Roosevelt aber ist es klar, daß er vom Stahl- und Maschinen- trnst begünstigt wird.

Weshalb der Stahltrust Roosevelt bevorzugt, ist leicht ;it begreifen. Denn Roosevelt hat mit der Durchführung des Antitrustgesetzes immer nur ge- d r o h k, während Taft tatsächlich einigemal An­griffe rmf das Großkapital, insbesondere den Stahl­trust, unternommen hat. Es ivar ja eine ganz schmerzlose Sache, aber sie hat deut gegenwärtigen -Präsidenten den Zorn des ungekrönten Königs von Amerika, des Herrn John Pierpont Morgan, ein. getragen. Und das bekommt er jetzt zu fühlen.

Darüber, daß der Kampf zwischen Roosevelt tiud Taft bis aufs Mester geführt tverden wird, ist kein Zweifel möglich. Die demokratische Partei hat ihre Kandidaten überhaupt noch nicht herairsge­stellt, der Nationalkonvent der Republikaner findet erst in 3—4 Monaten, die Präsidentenwahl gar erst in sieben Monaten statt, aber schon heute ist die Crreauug dem Siedepunkt nahe. Für die beiden

mowaten arbeitet bereits jetzt eine Agitations- :halt'. Sie dirigieren ein Heer von Agitatoren, 'ießagcnten, Rednern, Schriftstellern und Steno­graphen, deren Tätigkeit in der Hauptsache darin be­steht, von Ozean zu Ozean das Loblied ihres ober- |tcn Cbefs zu singen rind die schmirhige Wäsche des Gegenkandidaten zu waschen

■- Iu dieses Geplänkel donnert von Zeit zu Zeit das schwere Geschütz der Programmrede eines der Kandidaten hinein. Tie Eröffnungssalve erfolgte voufeften Roosevelts, der in Ohio sein neues radi­kales Prograin m bekanntgab. Er spielt den De- r vgogen, er glaubt die Wähler am bestell kirre ma- chen zu können, wenn et sagt: Nicht der Präsident, auch nicht der Kongreß, sondern der Mailii aus dem

’ stke ist die höchste Autorität: er steht über allen Faelamentarierii, die ja nur feine Kommis sind. Taft antwortete. indem er von .Demagogen, S hwärmern, Neurotikern und Extremisten" sprach, die das Land a eine Lage stürzen können, zu der

: die französische Revolution oder die sprudelnde uarchie, die einst die sudamertkanischen Republiken kennzeichnete, ein Seitenstück bieten würde". Diese Anzapfungen ließ sich Roosevelt natürlich nicht ge-

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fallen, und hi der vorigem Woche sprach er unter de» tosenden Beifall eine vteftausendköpfigert Menge über „Das Recht de« Bolle«, zu herrschen". Er begann mit der Frage: »Ist da« amerllanische voll fähig, sich selbst zu regieren, zu zügeln und zn kon­trollieren?" Er behauptetr, daß sein« Gegner, in«, besondere Herr Tast, diefe Frage verneinen, wäh­rend er selbst sie bejahe.

„Uniert »ufgabe aU Amerikaner ist, sagte er, nach sozialer und inDuft. teUer Äerechligkeit zu streben, die nur durch eine echte volttherrschaft erworben wird. Wir hier in Amerika tragen in unseren Händen di» BÖffnungen der Welt, da« Geschick der Zukunit, und dumpf und Schande wird unser Los fein, wenn wir diese goldenen Hofsnungen der Minschheil in den Staub zerren lasten. Uniet Ideal tft die Herrschaft des ganzen Volkes tm Emne freundlichster Brüderlichkeit gegen jeden Einzelnen im ®otte."

Das sind wunderschöne Worte. Aber leider nur Worte, nicht« al« Worte. Roosevelt verrät nicht« darüber, auf welchen Wegen er sein Vaterland die­sem Ideal entgegenführ«! will. Glaubt er wirklich, auch nur den kleinsten Schritt in dieser Richtung machen zu können, wenn er im Rahmen der repu- blikanischen Partei und gleichzeitig der Hochfinanz verpflichtet bleibt? S)et Diasse des Bolles kommen solche Bedenken nicht, aber die ernste Presse zieht ihn dafür umso schärfer durch dl« Zähn«. Roosevelt wird von ihr teils bedauert, teil« verhöhnt, als die „lächer- lichste Wetterfahne der Geschichte" bezeichnet. Rich­ter Howard, einst sein Freund, jetzt sein politischer Gegner, schreibt von ihm:

„Er bat di« Verwegenheit eines Tollen, den In­stinkt eines Raubtieres. Er versiebt, seine Zeit zu leien und, bester als einer, den Puls der Masten zu fühlen. Sein Ehrgeiz kennt kein« Grenzen. Er lebt in dem I eilen Glauben, daß, wenn die Geschichte einmal ge» schrieben sein wird, weder Cäsar« noch Napoleons i Ruhm den seinen erreichen werben. Hindernisse kennt ! er nicht, er beachtet sie einfach nicht. Furcht ist etwas, was er nie gekannt hat. Opposition reizt ihn. Je härter die Nackenschläge, um so vergnügter der Mann, der den Stampf um des Kampfes willen liebt. Er bat die Verschlagenheit eines Indianers auf dem ftnenepfabe.*

Diesem Manne nun steht der sanfte Taft gegen­über. Aber Taft hat die große Macht der „Wahl­maschine" und der „Patronagepeitsche" auf seiner Seite. Er häft das Füllhorn in den Händen, aus dem vorläufig noch die fetten Aemter verteilt werden. ' Und was das in Amerika bedeutet, ist bekannt. So läßt es sich denn gar nicht voraussehen, wie das Duell Roosevelt—Taft ausgehen wird. Letzten En­des ist es ja auch gleichgültig, denn der Sieger wird doch nur so tanzen, wie der allmächtige Dollar es will.

Ausland.

" Tas rumänische Ministerium Carp ist zurück» getreten und der bisherige Minister des Aeußeren, T. Majoresco, mit der Bildung eines neuen Kabi­netts betraut worden.

Der Präsident der chinestfchen Republik uud die Katlioltken. Juanschikai empfing dieser Tage den apostolischen Vikar von Peking, Msgr. Jarlm, in besonders herzlicher Audienz und erkundigte sich mit lebhaftem Interesse über die von den Katholiken geleisteten Werke und über die Zahl der Katholiken in China. Er erklärte schließlich, daß unter dem neuen Regime die größte religiöse Freiheit ge­währt werde und ra§ alle bürgerlichen und mili­tärischen Armier allen Bürgern ohne Unterschied des Glaubensbekenntniffes offen stehen werden.

ais dem Uachbargebieie.

* Schlüchtern, 10. April 1912. In oer vor einigen Tagen stattgehabten Kreistagssitzung wurd: der KreishaushaltSetat für 1912 einstimmig unverändert angenommen und in Einnahme und Ausgabe auf 192 500 Mark festgesetzt.

* Großostheim, 10. Äpril 1912. Seit einer Woche «ritt hier bei uns eine ganz eigenartige, bisher noch nicht bekannte Kinderkrankheit auf. Sie zeigt sich äußerl ch in einem masernartigen Aus­schläge, der besonders bei kleinen Kindern noch andere schlimme Begleilerscheinungen zeitigt, mit löblichem Ausgange. An einem Tage sind vier Kinder, die von dieser Krankheit befallen waren, begraben worden. Gestern wurde em anderes Kind begraben, das die gleiche Krankheit hatte, und, trotz» oem der Arzt den Tod ton fintiert Halle, noch so

euuletmz.

—1 Die Lotterie bei bett Chinesen ist wie alles in diesem Land: dem bei uns üblichen Verfahren gerade entgegengesetzt. Zunächst ist Bedingung, daß jeder svielex persönlich bei der Ziehung anwesend ist, denn iie Lose werden nicht von Waisenknaben, oder wie jetzt ins von Antaren gezogen» sondern jeder mutz sie i i- ? z>chen. r „Lose" bestehen ferner nicht aus rorHottjenfccn nummern, sondern aus zehn verschiede- ueu ieftdestunmten Zeichen; man kann niemals ein solches Zeichen spielen, sondern stets nur zehn auf ein­mal oder auch das Vielfache davon, und endlich mutz man, das ift eigentlich das wichtigste, seine Lose selbst hc.r stellen l An den Spieltagen geht man in das Zieh, unyslokal; hier erhält man sogleich einen weitzcn Zet­tel, auf den man die zehn Zeichen in beliebiger Kom- bination mit schwarzer Tusche aufmalt. Der „Präfi- dcnT' fitzt mit biet Gehilfen an einem Tisch in der Milte des Raumes, in einer Ecke sitzt ein weiterer Gehilfe. Vor dem Präsidenten steht ein rundes Ge­fäß. Aas diesem zieht der Spieler zchn Papierstücke und gibt He dem Gehilfen in der Ecke, der die einzelnen Zeichen laut vorlieft. Die übrigen Gehilfen verglei­chen die Kombinationen mit jenen auf dem vom Spie­ker selbst hergestellten Lose und markieren die über» einstiimnenden mit roter Tusche. Die Gewinne, die t1“}*’8 kar auSgezahkt werben, richten sich nach der ® ■ vCr. übereinstimmenden Kombinationen. Stirn- m:n weniger als fünf überein, so hat man den Ein- |ag tut em Los nur etwa 50 Pfg. — verloren, stimmen fünf überein, so erhält man eine Mark' bei sechs übereinstimmenden Zeichen 9 Mark, ini sieben 75 Mark, bet acht sogar 460 Mark. Die Chancen find alfo nicht groß, aber eben auch die Einlagen nicht, und so kommt cs, daß die Söhne des Himmels mit Leiden, schäft dem Glücksspiel zugetan sind. Reiche Leute setzen »ft Hunderte von Mark ein, und 'kaffen dabei auch ordere für sich die Lose malen, aber auch in China läßt sich das Gluck nicht erzwingen. V3.

— Wieviel kostet eine Zoppclinische Dauerfahrt? Tie Kosten fetzen sich zusammen aus dem Verlust

an Wasserstoffgas, dem Verbrauch von Benzin und Oel für die Motoren. Ta das Luftschiff mit Schnell- iigsgeschwindigkeit durch die Lüfte saust, falls nicht starker Gegenwind herrscht, und die Motore 450 Pferdekräfte leisten, so kann man sich schon denken, daß die Kosten nicht gering sein werden. Ein rich­tiges Bild kann man fich aber Wohl schwerlich ma­chen. Zunächst muß hervorgehoben werden, daß jede größere Fahri in normaler Höhe durchschnittlich 1000 Kubikmeter WafserftofsgaS verzehrt. Daher die Not- wendigkelt des „Nachfüllens" unter besonderen Um­ständen. Ein Kubikmeter Wasserswffgas kostet 25 Pfennig. Eine einzige Dauerfahrt kostet also allein 250 Mark an Gasverlust. Die ganze Füllung aller Ballons im Luftschiff natürlich weit mehr. Der Benzinverbrauch belauft fich auf 120 Kilo in der stunde. Das Kilo lostet 20 Pfg., somit kostet das stündlich verbrauchte Benzin 24 Mark, und eine ~<tuerjabrt von 30 Stunden verursacht eine Benzin- nit.-gabe von 720 Mark. Der Oelverbrauch bedingt a L°hrp«nde 15 Kilo zu je 45 Pfg., sonach 6,t 5 Mark und für 30 Stunden 202.50 Mk. JnS- gesamt sind das 1172,50 Mk. Hierzu kommen aber noch mancherlei weftere Ausgaben, z. B. das Hono­rar und die Löhne fiir die Ingenieure, Monteure und Arbeiter, Frachten, Reparaturen, und, nicht zu vcrgcffen, die Zinsen des Kapitals und die beträcht­lichen Abschreibnngen vom Werte des Luftschiffes — jedes kostet etwa 600 000 Mark, — sodaß eine Danerfahri sich Wohl auf 2000 Mark stellen wird Werden zehn Paffagiere befördert, so könnte dies also nicht unter einem Fahrpreis von 200 Mark pro Person geschehen. • vg.

— Tie Farbe der Zähne bildet einen sehr wich­tigen Maßstab für ihre Tute und Haftbarkeit. Zwar sind di« Zahne Weiß, aber bei genauer Beobachtung sendet man doch, daß manche Menschen von Natur mehr bläuliche, andere mehr gelbliche, wieder andere fleckige Zähne haben. Der Unterschied ist in der Verschiedenartigkeit des Zahnschmelzes begründet. Bläulich Weiße. Zähne haben einen sehr dünnen Schmelz, sie glänzen deshalb auch wenig, erliegen sehr leicht schädlichen Einfläffen und geben darum!

frisch anSsah, daß di« Eltern bi« em Samstag an» gesetzt« Beerdigung mcht vornehme» ließen eu« Angst, der Tod fei vielleicht doch mcht etngetteten. Für Die Aerzte ist die Krankheit vorerst noch «in Rättet.

• Kassel. 11. April 1912. In, 8anblranlenbauk auf bem Möncheberg« starb der Kuhschweizer August Menzi. der auf einen größeren Gute bei dem Dorfe Altenburg (KreiS Melsungen) feit längerer Z«u m Stellung gewesen war. M. war bei emer Schlägerei am vergangenen Sonntage im Dorfe Genjungev durch Messerstiche schwer verletzt worden und der Tob war die Folg« dieser wüsten Mefferstecherei.

• Wiesbaden, 1L April 1912. In der Ge­markung Dotzheim wurde heute morgen der 24jährige verheiratet« Arbeiter Fuchs erfroren aufgefunden. Er hatte fich gestern auf dem Heimwege abseits vom Weg« vor Ermüdung zum Schlafen nieder» gelegt.

• Bingen, 10. April 1912. Wie in früheren Jahren am OsterdienStag, fo fand auch heuer in der Rochuskapelle eine Gedenkfeier für die am 17. April 1900 im Rhein ertrunkenen 18 Personen, di» bem Plnlisterzirlel Rheingau des Verbandes katholischer Studentenvereine angehörten, statt.

* Darmstadt, 10. April 1912. In einem ner­vösen Anfall versucht« em zirka 47 Jahre alter Schneider feine seit Jadren kranke Frau zu erschießen, wurde aber durch Angehörige davon abgebalten und in ein Nebenzimmer gebracht, wo alsbald ein Knall ertönte. Man fand den fchon seit langer Zeit epileptischen Mann mit einer Revolverkugel im Kopfe schwer verletzt. Der Mann ist der Verwundung erlegen.

• Aschaffenburg, 10. April 1912. Die Abreise deS Prinzregenten nebst Prinzessin Therese und dem Gefolge erfolgte heute nachmittag um ein Uhr mit Hofzug nach München.

Amt Geisa und Umgebung.

* Vacha, 10. April 1912. Trotzdem die Eisen» bahnst recke Salzungen-Vacha-Ger st un gen erst vor einigen Jahren in Betrieb genommen worden ist, macht sich doch schon dir gänzliche Er­neuerung des Oberbaues dieser Strecke nötig, da durch den gewaltigen Verkehr auf dieser Strecke der Oberbau schon zu sehr abgenutzt worden ist. Der starke Verkehr wird einmal durch die vielen Kali­werke zwischen Salzungen und Gerstungen hervor­gerufen, sodann leitet die Eisenbahnverwaltung auch ; die großen Ferngüterzüge von Süddeutschland nach i Noidwestdemschland von der Werrabahn (Salzungen) gleich zur Thüringer Hauptbahn (Gerstungen) übet Vacha, um dadurch die erheblichen Steigungsver- bältnifse auf der Strecke Eifenach-Tunnel-Markfuhl zu umgehen. Auch verkehren über Vacha jetzt einige : Ferngüterzüge von Salzungen aus nach der Frank­furter Linie (Hünfeld). Infolge des enormen Ver­kehrs werden jetzt bet der Erneuerung des Ober­baus wesentlich längere und stärkere Schienen und Schwellen verwendet.

* Dermbach, 1L April 1912. Das Kultus- bepattement hat für den hiesigen Schulneu­bau 30 000 Mark angewiesen und zwar sollen 20 000 Mark sofort zur Auszahlung gelangen und die restlichen 10000 Mark fpater; außerdem ist eine Abfindungssumme von 15 000 Mark verwilligt worden.

Oberhessen u- öen Hess. Aemtern.

* Marburg, 11. April 1912. Der Privatdozent für Geographie an der hiesigen Universität Dr. Alfred Rühl wurde zum Abteilungsvorsteher am Institut lüt Meereskunde in Berlin als Nachfolger von Prof. Dr. G. Braun berufen. — Im nahen Ockershausen brach auf bis jetzt noch unbekannte Weise im Anwesen des Schäfers Jak. Fry Feuer aus. Die Gebäulich­keiten mußten bis auf die Grundmauern nieder« gertsfen werden, um noch größerem Feuerschaden vorzubeugen.

* Kirchhain, 10. April 1912. Eine Ver­sammlung m Niederwald bei Kirchhain beschloß die für dieses Jabr in Kirchhain geplante Junggeflügel» icbau nebst Verlosung fallen zu lassen und all« Kräfte für das Gelingen der Verbands-Jubi« läums-Ausstellung einzusetzen, dir im Jahr« 1913 in Kirchhain abgehalten werden soll.

ziemlich schnell zugrunde. Gelblichen Zähnen darf man nicht böse sein, sie sind gesund und kräftig ent­wickelt, sitzen fest und sind der Karies nur selten zugänglich. Als die schönsten Zähne gelten die wei­ßen, weil sie zumeist groß sind und regelmäßig an» einanderstehen, weil sie schön glänzen und durch ihre klare Farbe hervortreien. Aber nrchtsdestoweniger sind sie n i ch t die besten! Sie werden nämlich leicht kariös und bedürfen daher sorgsamster Pflege, ohne daß diese auch stets erfolgreich wäre. Die schlimm­sten Zähne sind die fleckigen. Tie Flecke rühren von einer Ungleichheit des Schmelzes her. Deshalb wer­den solche Zähne auch bei bester Pflege kariös mtb verderben sicher in unverbältnismäßig kurzer Zeit.

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— Der Untergang der „La France"Rose. Ttr herrlich duftende La France-Rose hat wohl jeder schon g»cher. und jeder liebgewonnen. Aber nicht lebem ist es bisher aufgesallen, daß diese schöne, edle Blume — dem Aussterben nahe ist. Einige Jahr­zehnte lang hat sie saft die halbe Welt begeistert, und das eben’ war der Anlaß zu ihrem Untergang. Sie war gar zu sehr beliebt, sie wurde in Mafien gebraucht und darum in Mafien gezüchtet. Man verlangte zu viel von ihr, man forderte sie zu feder Jahreszeit, man forcierte die Vermehrungsmethode, trieb die Blumen künstlich, überanstrengte die Triebe und schwächte so die Mutterpflanzen. Die Riffe konnte sich kaum mchr 'rüstig entwickeln, fortwäh­rend schnitt man zu Okulationszwecken und zur Stecklingszucht an ihr herum, und der kundige Ro­senzüchter weiß, die La France-Rose von jetzt ist nirgends mehr das, was sie ehedem war. Selbst der beste Boden kann Verlorenes nicht wieder ein­bringen. fg

— „Wainm sind Sie seim bloß so nervös, wenn sie ein Auto tuten hören?" — „Vorige Woche hat jemand meine Frau im Auto entführt; und jedes­mal, wenn jetzt eine Hupe böre, denke ich, der Keel bringt meine Frau zurück."

— Schön gesagt. „Nun, Eischen, spielst Du nicht mehr mit Deinen Puppen?" — „Nein! Ich bin jetzt • t r-'roff Ich habe mich bereits enkpuvvl!»

vermischter.

• Infolge bei Sturme« gingen auf bet Elbe bei Dummitzich jroet große Elbkähne unter. Gegen 14000 Ztr. Zucker gingen dabei verlöten.

• Der SeldSmordkandidat all Zechpreller. In ll tttug am Ammer fee tn Bayern «prang ein gut» gekleideter, etwa Lvjähriger Mann m selbst» örde» rrich« Absicht in den See. Nach bet Abkühlung schrie er um Hilfe und wurde bewußtlos durch einen Seglet gerettet. Erft nach mehrstündigen Wiederbelebungsveriuchen erholte er fich, trank Dann zeh» Glas Bier, ließ sich ein Dutzend Zigarretlen gebot und verschwand fpurlo«, keinen Pfennig Zehr­geld auf bem Tuch zurücklassend.

• Beim Hantieren mit dem Spirituskocher ist in München die in einem vornehmen Stifte wohnende 80jäbrig« Freün Wilhelmine v. Godm tödlich ver­brannt. Die Greisin eilte, in Flammen gehüllt und nach Hilfe rufend, in den Garten; sie wuroe in ihr Zimmer zurückgedrängt, um dort die Flammen mit einem Teppich zu ersticken, starb jedoch innerhalb 10 Minuten.

* Ein Duellwüterich Der,Voff. Ztg.' wird auS Rom geichrieben: „Der S.udent der Medizin, Pie'ro Canali aus Pavia, war mit einem Kommilitonen, der sich eine scher,haste Bemerkung über eine junge Dame eilaubt hatte, während einet Theater - Vor­stellung aneinander geraten. C. fdurfte dem Gegner eine Pistolen-Forderung mit der Bedingung „Kugel» wechsel bis zur Kampfunfähigkeit ins Haus. Die Forderung wurde angenommen. Der Gefordert« 3bet mußte in einer DringenDen Angelegenheit am Abend vor dem Duell nach Mailand teilen. Dem Förderer trat ein anderer Student maskiert ent­gegen. Von E. batte man gehört, daß er in bi« Luft schießen würde. Ader siehe! Als C. schoß, brach derGegner zuiammen; er hatte eine Schweine» blase, mit toter Tinte gefüllt, unter seinem Jackett befestigt und im Augenblicke des Schusses mit der Rechten auf die Blase geschlagen, sodaß bte Brust scheinbar von strömendem Blut gerötet wmde. Bei diesem Anblicke wmf CanaU Pistole, Börse nnb Schmucksachen van sich, stürmte davon, durch­schwamm einen Fluß, setzte in einem Dorfe fein Testament auf und ist bis heut«noch nicht zurück- gefebrt . . . .*

♦ Auf der Suche nach verfunkeaen Schützen. Der englische Dampfer »Lyons", der im vorigen Sommer an der Küste der Insel Terscheüing in Holland nach den Schätzen des Schiffes „Lutine" suchte, aber im Oktober wegen des stürmischen Wetters die Arbeit einstellen mußte, wird nunmehr seine Ver­suche mit den neuesten technisch vervoökomincten HilfSmittem erneuern. Die „tiutine' ist eine eng­lisch« Fregatte, die im Jahre 1799 mit einer Ladung von 25 Millionen M ark an Gold» und Silber­barren und 3 Millionen Mark a» Goldmünzen von Jarmouth nach Cuxhaven bestimmt war und unter­wegs bet Terschelling scheiterte. Bor 50 Jahren gelang es, rund 2 Millionen Mark an Gold an die Oberfläche zu bringen, aber fett jener Zeit versank das Wrak immer tiefet im Sand. Jetzt sind die Schatzsucher so gut ausgerüstck, daß sie guten Er» folg erwarten.

* Rntheuifche Eymnasmstkurevoltr. Kürzlich fand auf bem ruthenischen Gymnasium in Lemberg ein' Schülerftreit statt, dem die Ausschließung einiger rnthenischer Gymnasiasten folgte. Darauf gelangten in den Direltor und einige Lehrer Drohungen mit dem Tode, die auch gleichzeitig öffentlich angeschlagen wurden. Infolgedessen eihielteu der Direktor unh die Lehrer polizeilichen Schutz.

* Der versteigerte Ehemann. AuS Newyork wirb von einer sonderbares Auktion berichtet, die zu Ash vill e in Nordkarolina stattgesunben hat. Herr PH. Tdrash gehört einer einflußreichen Familie an und besitzt ein Vermögen von ungefähr 400000 Mk. Wegen Uebertretung des Anti-Alkoholgesctzes wurde er vom Gericht zu 250 Dollar Strafe, zur Zahlung der Prozeßkosteu und zu 30 Tagen Gefängnis ver­urteilt. Auf eine Eingabe seiner Fran beschloß cas Gericht, die Stra e zu mildern. Nach einem in Nordkarolina geltenden Gesetz kann nun ein Ver­urteilter, besonders wenn er zu Strafarbeit ver­donnert worben ist, als Arbetter verdungen werden,' vorausgesetzt, daß sich ein Arbeitgeber findet, der bereu ist, auf de» Sträfling ein Gebot abzugeben. Es wurde, wie immer in solchen Fällen, eine Auktion anberaumt, und da Frau Thrafh bte ein­zige Bieterin war, so erhielt fle auf ibt erstes Gebot von 600 Dollar den Zuschlag. Im Triumph führte sie den «IS „Landarbeiter" eritetgnten ©bemann beim.

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die geleserrste Tages- tn der Stadt Fulda und umliegenden Streifen.

benutze». Sie erscheint in einer Auflage von

10000 Eremt