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Man verlangt

aut der Fabrik Adolf Bommel &Co., Hanau ** besiM bliiblituä», wHI- : ubaecteobu Pfl/trtf.: Original-Flasch« | Mk. 2.—| Zu beziehen durch die

Drogerien und Kolonialwaren-Geschäfte.

äNeines Feuilleton

Das Bajonett ist der Schrecken der Araber. Das Wort allein flößt ihnen Granen ein. Sie feuern nicht mehr, 16 italienische Alpenjäger stürzen vor. Die Beduinen gewahren ihre Minderzahl und wer­fen sich auf sie. Es regnet Faustschläge, Hiebe und Fußtritte. So eng ist der Raum, daß das Bajonett nicht in Aktion treten kann. Aber in blitzender Reihe starren sie ringsum mit scharfer Schneide aus dem Wall von Sandsäcken dem andrängenden Feind ent­gegen. Immer neue Scharen suchen mit gewalt­samem Ruck die blanken Mordwerkzeuge an sich zu bringen. Die Italiener ziehen sie mit Mühe blut- steckt hoch, und, sich vorbeugend, spießen sie die toll­kühnen Angreifer auf, deren Körper mit dumpfem Fall in die Tiefe sintt. Bewundernswert, mit welch übermenschlicher Kraft die braunen Araberhände die glattgeschliffenen Mester fasten. »Herr Leutnant'." ruft es von allen Seiten, „ich kriege mein Gewehr nicht mehr hoch!" Und der Leutnant läuft hierhin und dorthin und streckt mit einem Pistolenschuß den schmerzverzerrten Beduinen nieder, der sich wütend an das nackte Bajonett anklammert. Drei Munden dauert die Schlacht, bis die eintreffende italienische Verstärkung die neuen Patronen und Mitrailleusen über das Kriegsglück entscheiden. Am nächsten Mor­gen rst tue Tiefe mit Arabern besät, deren blutige zerschnittene .Hände alle von dem grausigen Kampf mit dem Bajonett erzählen.

fügung stehen (wie z. B. in Neuhausen in der Schweiz die Kraft eines Teiles des Rheinfalls von Schaffhausen), dann ist eine weitere Verbilligung der Aluminiumgewinnung möglich. Nun ist bereits heute ein Produkt namens Thermit im Handel, das aus einem Gemisch von Aluminium und Eisenoxid — beide in Pulverform — besteht. Zündet man dieses Gemisch an, so verbrennt der Sauerstoff des Eisenoxyds das Aluminium, wobei sehr hohe Hitz- grade entwickelt werden. Der bekannten Firma Goldschmidt in Esten ist dieses Verfahren zum Ver­schweißen von Schienen usw. patentamtlich geschützt. Das Gemisch kann aber natürlich sehr gut auch zu andern Zwecken als Brennmaterial benutzt werden. Es ist z. B. ein bekanntes Laboratoriumsexperiment, auf dieser Aluminiumflamme irgendwelche Speisen zu kochen. Augenblicklich ist nun das Akuminium- feuer noch teuerer als das Kohlenfeuer. Aber es ist durchaus nicht unmöglich, daß eine durch Streike und durch andere Anlässe herbeigeführte weitere er­hebliche Verteuerung der Steinkohle das Aluminium in zukünftiger Zeit zum Konkurrenten und wenig­stens teilweisen Ersatz der Steinkohle aufrücken läßt.

— Der angeschmierte Preuß'. Zwei Krieger, enr Preuße und ein Bayer, hatten eine Patrouille, und da sie recht hungrig waren, machten sie aus, das erste Stück Vieh, das sie antreffen, wollen sic mit« nehmen und richten kaffen. Endlich trafen sie ein Federvieh, eh en Gockel, dev*natürlich gleich requi­riert wurde. Nun war aber der Gockel gar klein, und weil der Hunger groß, reichte er nur für einen. Es wurde ausgemacht, daß dem der Gockel gehöre, der nachts am schönsten träume. Morgens kam der Preuße zum Bayer und erzählte, daß er des nachts träumte, mit einem glänzenden Wageir in den Himmel gefahren zu fein, und weil dies der schönste Traum sei, gehöre der Gockel ihm. Ter Bayer antwortete darauf trocken: Ich hab'di schon g'jeh'n, wiast ausi g'sahr'n bist und da hab ich mir denkt, du fährst in Himmi ausi, da brauchst nir mehr und da hab' i halt den Gockel selber fifi'iu

borrat dieses Landes — proportionale Steigerung des Bedarfs in der bisherigen Weise vorausgesetzt — „nur" noch 200 bis 230 Jahre reichen wird. Immerhin können wir sagen, daß die Engländer der Gegenwart gerade kein „brennendes" Interesse an dieser Frage haben, denn 200 Jahre sind eine lange Zeit. Wesentlich „aktueller" dagegen wird das Problem, wenn wir es in der Form der folgenden Frage stellen: Wenn Kohlenarbeiterstreike, wie wir sie gegenwärtig wieder erleben, einmal eine noch wesentlich größere Ausdehnung und wesentlich längere Dauer annehmen als bisher — wird dann nicht einmal der Augenblick kommen, wo zufolge der Erhöhung des Kohlenpreises ein anderes Brenn­material ernsthaft als Mitbewerber und Ersatz der Kohle in Frage kommt? Werden wir nicht vielleicht — und zwar bald, nicht erst in hundert oder zwei­hundert Jahren — einmal in die Lage kommen, nach einem Ersatz für die Steinkohle zu suchen, und zwar nicht deshalb, weil unsere Mutter Erde solchen nicht mehr hergeben kann, sondern weil unsere menschlichen Mitbrüder sie nicht mehr her­geben wollen? Hier soll nun daran erinnert werden, daß das Aluminium vielleicht berufen ist, dereinst bis zu einem gewissen Grade diese Er­satzrolle zu spielen. Das Aluminium gehört zu den auf der Erdoberfläche nm meisten verbreiteten Ele­menten. Es ist das Metall der Tonerde, und kie- elsaure Tonerden bilden einen Hauptbestandteil un- erer Erdrinde, insofern sie im Feldspat, den ver- chiedenen Glimmerarten usw. vorhanden sind, l eren Verwitterungsprodufte im Ton, Lehm und vielen Ackererden in weitester Verbreitung in der Natur Vorkommen. Früher war es nun verhältnismäßig schwierig und teuer, das metallische Aluminium aus jenen Naturprodukten zu gewinnen. In neuerer Zeit dagegen, wo man das Aluminium aus seinen Verbindungen auf eleftrolytischem Wege abscheidet, ist die Gewinnung ganz außerordentlich verbilligt, und da das Material, der Ton, so gut wie nichts kostet, so kommt es nur darauf an, wie teuer die notwendige elektrische Energie ist. Wenn nun für die Gewinnung dieser Energie Naturkräfte zur Ver­

— Kohlenknfis und Aluminium. Man malt sich wohl mitunter aus, wie es den Menschen auf Erden ergehen wird, wenn einmal die Steinkohle, an deren Verbrauch heule die gesamte materielle Kultur der Menschen hängt, erschöpft fein wird. Werden wir in ei*t Zustand völliger Kulturlosigkeit zurück- sinken, ja, wird eS uns vielleicht nicht überhaupt un­möglich werden, weiter unser Dasein zu fristen, wenn dereinst die Dlutter Erde uns das wichtigste Geschenk aus ihrem Schoße, die Kohle, nicht mehr darbieten wird, da alle Kohlenselder erschöpft sind? Größeres Jntereffe hat bekanntlich diese Frage für England, da man ausgerechnet hat, daß der Kohlen­

— Die Schrecken des nächtlichen Nahkampfes.

Von den Schrecken des nächtlichen Nah- und ^-ÄoEkampss entwirft der italienische Kriegsbe- r^chterstatter Luigi Barzini im „Corriere della em höchst anschauliches Bild. Es handelt Nch um die letzten schweren Gefechte bei Derna. Das Kampfgelande ist ein ungemein zerklüftetes, rauhes Felsgeb'et. Barznu fchreibt: Wildes Geheul einer zahlreichen Menge bringt aus der rabenschwarzen Finsternis herauf. Mit dämonischer Wildheit schreien diese im Schatten verborgenen Beduinenhorden: „Fort ans Terna mit den Italienern! Fort aus Derna!" Näher und näher kommt dies schaurige, 'gellende, wüste Geheul. Immer mehr verstärkt es sich, als ob der italienische Bleihagel keine dieser kreischenden Kehlen zur Ruhe zwänge. Auf der an­deren Seite hinter den Schuhwällen der Italiener, klarblickende kalte Ruhe. Noch sieht man nichts von den Feinden, die in der Tiefe heranschleichen. Da flammt der Scheinwerfer des Wachtturms auf. In Haufen rücken sie an, nah und fern ein schwarzes Ameisenheer auf der grellbeleuchteten weißen Sand- fläche. . Jetzt sind sie am Fuß der Befestigung. Ihr Feuer ist unwirksam, weil es aus der Tiefe kommt, in ^ulverdampf frißt sich beißend seinen Weg h- ^..Höhe. Schon versuchen die Verlegensten l,ett?UU9 Wälle. Manche italienische iLho ec $Iinte umspannt, spürt plötzlich eine bk ShM?lOtonbe- Unsichtbare Hände ziehen b iE ^cke fort, um die Befestigung niederzu- efb,s. tvr emc Reservekiste mit Muni-

. , Uub die Patronen gehen zu Ende. Ein DfflZlersbursche unternimmt es, auf dem äußeren Wallumgang, gewissermaßen zwischen den Feinden hindurch, zum Kommando zu gelangen und um Patronen zu bitten. Es sind nur noch zwei ange- brochene Kisten vorhanden. Der Hauptmann be- liehft, die Stellung anfzugeben. Wie der Leutnant diesen Befehl vernimmt, ruft er, als befehligte er km Bataillon: „Bajonette aufgepflanzt!"

vieklamen- und Anzeigenteil.

Aus Gberhefien u. den Hess. Remtern.

* Allendorf (Kr. Kirchhain), 8. April 1912. Der Kgl. Forstaufseher Bornemann von hier errang mit feinem Jagdhunde „Waldos von Hoszweiler", den zweiten Preis bei der „Großen internationalen Prü­fungssuche in Köln" im Betrage von 300 Mk. Das schöne Ergebnis ist umsomehr anzuerkennen, da nid)t weniger als 22 inländische und 18 ausländische Hunde gemeldet worden waren.

* Kirchhain, 8. April 1912. Mit dem 1. April hat der für den in den Ruhestand getretenen Polizei- sergeanten Mumeuthaler seitens der Stadt bestellte Polizeisergeant Osmar Salomon seinen Dienst hier angetreten.

* Fraukenberg, 8. April 1912. In Grüsen vollendete dieser Tage der älteste Einwohner der Bunstrnth, der Landwirt Johannes Vöhl, sein 90. Lebensjahr. — In Altenlotheim brach nachts in der Scheune des Viehhändlers Menkel auf bisher unaufgeklärte Weise ein Brand aus, der Scheune und anstoßendes Wohnhaus in Asche legte. Bei den Löscharbeiten stürzte ein Feuerwehrmann aus Schmittlotheim von der Spritze herab und brach einen Arm.

[:! Neustadt, 8. April 1912. Der Mangel an Setzkartosselu macht sich in diesem Frühjahre doch fühlbarer, als mau allgemein annahm. Nach­dem der hiesige Magistrat im Laute der vorigen Woche bereits 400 Zentner an die Besteller verteilt hat, ist die Nachfrage doch noch so rege, daß noch­mals 200 Zentner bestellt sind. Wenn man den Zentner durchschnittlich mit 4 Mark berechnet, so sind das immerhin 2400 Mark, welche in normalen Jahren gespart werden, für ländliche Verhältnisse eine schöne Summe. Rechnet man den Händlerpreis nur 1 Mark höher, so hat der Magistrat durch seine dankenswerte Füriorge den nicht zu verachtenden Betrag von 600 Mark den Beziehern erhalten. Dies fällt umsomehr ins Gewicht, da hauptsächlich Arbeiter und kleine Geschästsleule in B.tracht kommen.

vermischtes.

* Das Ende vom Liede. Der bei dem Rechtsanwalt Dr. Püschel in Breslau angestellte Bürovorsteher Freckmann hat seine Frau und drei Kinder zu er­schießen versuch^ und sich selbst durch einen Schuß in den Kopf getötet. Für das Leben der Frau und eines achtjährigen Mädchens wird noch gefürchtet. Die Aerzte glauben kaum, daß die beiden mit dem Leben davonkommen werden. Dagegen hat sich die

als nicht zu Recht deftehend erklärt, da sie früher erlaffen wurde, als die Stadtverord­netenversammlung Bestimmungen über die Ver­pflichtung zur Herstellung der Anschlüffe getroffen habe, und das sei unzulässig.

mobil vor; die Zahl der Fußgänger blieb jedenfalls stark in der Minderheit. „Fluffy" hatte abgesagt. Er hatte durch seine Herrin Miß Williams mitteilen lassen, daß er sich zu seinem Bedauern das Ver­gnügen nicht schenken könne, da er sich nicht ganz wohl fühle. Die Zusammenkunft der Hunde bot zu­gleich eine Modeschau des in diesem Frühjahr herr­schenden Geschmacks. Die merften erschienen in hübsch garnierten Mänteln, sehr bevor­zugt sind in diesem Jahre brette Halskrausen aus Taft oder Rohseide. Freilich waren einige dieser Modeherrlichkeiten aus dem Reiche der Hunde bei „Bunnh's" Tee nur in einem wenig salonfähigen Zustand zu bewundern, da einige der geladenen Gaste sich vor der Haustür auf den Gartenwegen trafen und aus irgendwelchen Meinungsverschiedenheiten in einen heftigen Wortwechsel gerieten, der mit Bis­sen endete. Die Leckerbissen wurden den Hunden auf Tellern serviert; bei den Sanftmütigen über­nahmen die Damen die Bedienung, die jähzornige­ren Temperamente dagegen genossen wohl oder übel die Freiheit, sich selbst zu füttern. — Rach diesem Vorbild von Baltimore wird es die Ehre der vor­nehmen Reuyorker Hundebesitzerinnen nicht länger dulden, hinter der südlicheren. Stadt zurückzustehen, und so gehen die „oberen vierhundert" Hunde Ame­rikas voraussichtlich einer sehr anstrengenden gesell­schaftlichen Saison entgegen.

* Einen höchst verwerflichen Streich, dem allem Anschein nach ein blühendes Menschenleben zum Opfer fallen dürfte, hat in Prag ein Unbekann­ter verübt. Der dort lebende Schneidermeister So- kal erhielt ein Telegramm, daß seine Mutter ge­storben sei, und fast zur selben Stunde bekam auch die Mutter ein Telegramm von dem Ableben ihres Sohnes. Sofort machte sich die alte Frau aus den Weg nach Prag, und als sie dem Zuge, in Tränen aufgelöst, entstieg, da kam ihr der Sohn entgegen, der eben einen anderen Zug besteigen wollte, um an das Totenbett seiner Mutter zu eilen. Als er seine Mutter vor sich erblickte, da verfiel er vor freudigem Erschrecken in Wahnsinn und stürzte sich auf die umstehenden Leute, mit den Fäusten auf sie einschlagend. Nur mit schwerer Mühe gelang es, den Unglücklichen zu bändigen uni ihn ins Irrenhaus zu bringen.

— Abgekühlt. Laura: .Wenn ich ein Vöglein wär' und zwei Flügel hält" — Vater: O, weh, o, weh, machst auf dem einen schon g'nng Lärm." s

schallt laut und frei und sie war . am Tage Torher so überanstrengt

worden, dass am Abend kein [ÄTon mehr heraas kam. Ein paar Wybert-Tabletten haben die Stimme wieder rein, den Hals frei gemacht. Sie sind für niemanden zu entbehren, der viel und laut zu sprechen hat. Eine Schachtel mit ca. 400 Tabletten kostet in allen Apotheken nur 1 Mark.

Ans dem Nachbargebiete.

* Ans der Rhön, 8. April 1912. Dem Rhön- Wuseum in Neustadt a. S. wurde ein gut erhaltenes „Doppeljoch", wie es in früheren Jahren in der Rhön für Vtehgespanne gebräuchlich war, von den« Gastwirte Christian Seifert in Haselbach bei Bischofsheim v. Rh. zum Geschenke gemacht. Von dem Bäckermeister Markus Albert derselben Gemeinde wurde eine aus dem Anfänge des 18. Jahrhunderts stammende geschmackvoll geschnitzte Hanstüre aus Eichenholz dem Rhön-Museum schen- kungsweise überlassen. — In Bad Kissingen ist die dem Zimmermeister Kiesel gehörige Werk- stätte mit sämtlichem Zubehör fast vollständig nie« dergebrpnnt. — Der Grundstein zum Bismarck- turin in Bad Kissingen soll am 1. April 1913 gelegt werden.

tu. Eckweisbach 7. April 1912. Der hiesige Dar- l e hu s lass en -Verein, der jetzt 117 Mitglieder zählt, hatte int vergangenen Jahre einen Umsatz von 205,922 Mark. Der Gewinn beträgt 700 Mk. 49 Pfg. Der Stistungsfonds beläuft sich setzt auf 5048 Mark 8 Pfg, der Refervesonds auf 572 Mk. 40 Pfg. Gemeinschaftlich bezogen wurden Dünge­mittel, Futtermittel, Saatfrüchte und Mehl im Ge­samtbeträge von 19,771 Mark 82 Pfg. Aus dem Vorstände schied ans daslangjährige verdiente Mit­glied Wilhelm Herrlich, an seine Stelle wurde Leo Kreuzer gewählt. In den Aussichtsrat trat an die Stelle von Ferdinand Barthelmes Karl Barthelmes. Vom Reingewinn wurden wie alljährlich 30 Mark für die Volksbibliothek bewilligt.

* Vom Vogelsberg, 8. April 1912. In Hoch­waldhaufen wird demnächst eine Erziehungs­schule ins Leben treten, die den Namen »Dürerschule Hochwaldhausen" führen und sich an die von Dr. Liez begründeten deutschen Landerziehungsheime anlehnen wird.

* Hanau, 6. April 1912. Durch Großfeuer hiurben im benachbarten Sulzbach 10 Scheunen mit reichen Futtervorräten ein Ranbder Flam- m e n. Aller Wahrscheinlichkeit nach liegt Brandstif­tung vor. Als Täter kommt ein Landwirt, bei dem das Feuer ausbrach, in Betracht.

* Hofgeismar, 7. April 1912. Zwei Schul- Inaben machten einen Spaziergang nach dem Dorfe Schöneberg und trafen hier mit noch anderen Schulkameraden zusammen. Sie statteten der dor­tigen Wirtschaft einen Besuch ab und dekneip ten f i ch dabei so, daß ein Schüler auf dem Nachhause­wege vor dem Dorfe zusammeubrach und durch die Eltern, di« inzwischen benachrichtigt waren, nach Hans« geholt werden mußte. An einer schweren Alkoholvergiftung liegt er darnieder.

* Münden, 8. April 1912. Die Leiche einer 78 Oahre alten Frau wurde aus bet Fulda gezogen, ei Auffindung gab die Frau noch Lebenszeichen pon sich, doch blieben die angestellten Wieder- helebungsversuche ohne Erfolg. Die Frau scheint in einem Anfalle von Schwermut den Tod gesucht Und gefunden zu haben.

* Aus Thüringen, 8. April 1912. Beim Gewehr- Putzen hat fich der Wollwarenfabrikant Karl Günther in Apolda eine Schrotladung in den Unterleib geschossen. Er starb.

* Mainz, 8. April 1912. Ein Dragoner von der dritten Schwadron des 6. Magdeburgischen Dragoner-Regiments, der Bursche bei entern hiesigen Oberstabsarzt war, hat sich eine Kugel in den Kops geschossen. Der Soldat war leidend urd hat die Tat in geistiger Umnachtung vollbracht.

* Alzey, 6. April 1912. In der Wohnung des Arbeiters Dauscher entstand ein Braud. Der Mann und die Frau befanden sich nicht zu Hause. Dagegen befanden sich drei kleine Kinder im Aller von 1—3 Jahren in der Wohnung, die durch den Rauch bewußtlos wurden. Als man in die Woh­nung eindrang, war das jüngste Kind bereits tot. Das zweite wurde lebensgefährlich verletzt ins Krankenhaus gebracht. Das älteste glaubt man am Leben erhalten zu können.

* Limburg, 8. April 1912. Von der hiesigen .Strafkammer wurden eine Anzahl Bürger aus Ems freigesprochen, die vom dortigen Magistrate bestraft worden waren, weil sie den Anschluß ihrer Grund­stücke an die Schwemmkanalifation nicht beantragt hatten und auch nicht Herstellen ließen. Bon der Strafkammer wurde die Polizeiverorduung

Amt Geisa und Umgebung.

* Vacha, 6. April 1912. Am Mittwoch und Donnerstag fand die Schlußabnahme der neu erbauten Eisenbahn st recke Oech- sen-Wenigentaft durch Vertreter der wei- marischen Regierung, der Effenbahndirekttou Erfurt, der Firma Hovestadt und Contag und der Beztrks- direftion zu Dermbach statt. In Kürze soll der Güterverkehr auf dieser Strecke aufgenommen wer­den. Die Inbetriebnahme für den Personenverkehr wird erst später erfolgen.

* Stadtlengsfeld, 8. April 1912. Unter Leitung des La ndbrandmeisters Probst aus Weimar fand hier ein Kursus für sämtliche Oberfeuer w eh r- männer des 4. Verwaltungsbezirkes statt. Dem Kursus wohnten auch die Bezirksbrandmeister Schil- bach-Stadtlengsfeld und Groß-Vacha bei. Der nächste Kursus findet in der Woche nach Ostern für sämtliche Bezirksbrandmeister und Ortsbrandmeister in Wei­mar statt.

* Neidhardtshansen, 8. April 1912. Gegen das im Brand stifterprozeßEndter, der drei Tage lang das letzte Schwurgericht in Eisenach be­schäftigt hat, ergangene Urteil ist Revision eingelegt worden.

* Dermbach, 8. April 1912. Unter Aufsicht des Großh. Rechnungsamts wurden dieser Tage 45 000 Stuck, teils Forellenbrut, teils Setzlinge in die Felda eingesetzt.

Verletzung des sechsjährigen Knaben als nicht so gefährlich herausgestellt. Freckmann war entlasten worden, weil er sich Unterschlagungen hatte zu­schulden kommen lassen.

* Eine tragikomische Diebesgeschichte wird aus Schauenstern (Oberfranken) berichtet: Dort wurde morgens in einem Gasthause auf dem Boden ein fremder Mann entdeckt, der fich nachts rmer- laubterweise einlogiert hatte. Man warf den unbe­kannten Gast kurzerhandhinaus, was er sich ruhig gefallen sieß, denn er hatte 8000 Mar! bei sich, die er nachts aus dem Schlafzimmer des Wir­tes gestohlen hatte. Dieser ist jetzt untröstlich darüber, daß er sich den Fremdling nicht näher an­gesehen hat.

* Der Ballon „Berlin" ohne Mannschaft entflogen. Ingenieur Gericke, der Sieger des Gordon-Bennett- Fliegens 1911 in Amerika, wollte Samstag nach­mittag von Bitterfeld ans mit zwei Begleitern eine dreitägige Weitfahrt mit dem Ballon „Berlin" unternehmen. Das stürmische Wetter bereitete zwar bei der Füllung Schwierigkeiten, wurde jedoch für die Weilfahrt als günstig betrachtet. Schon waren die Insassen im Korbe, als ein plötzlicher Orkan den Ballon faßte und nach kurzem Ruck die Gondel zu Boden schleuderte, wobei der Proviant und die Instrumente hinausgeworfen wurden. Tas Netz­werk riß, und der Ballon flog ohne Korb davon. Die Luftschiffer kamen mit dem bloßen Schrecken davon.

* Niederlegung einer Niese,itaune. Eine 115 Jahre alte, als Sehenswürdigkeit weilberühmte Tanne bei Herbreme wurde, da sie durch Blitzstrahl die Krone verloren hatte, durch Pioniere des 7. Pionierbataillons niedergelegt. Der Stamm, der 85 Meter Länge hatte, wurde in 20 Meter Höhe abgefägt. Zum Transport des Waldriefen waren 7 Pferde nötig. Der gekürzte Stamm wog noch 180 Zentner und hatte einen Rauminhalt von 10,5 Festmetern.

* Bon einem Schnellzuge erfaßt. Das Bier­automobil einer Schwetzinger Bierbrauerei durch­fuhr bei Heidelberg am Ostersheimerübergang die geschlossene Schranke und blieb mitten auf dem Geleise stehen. In demselben Moment brauste ein Schnellzug heran und demolierte das Automobil vollständig. Ter, Zug fuhr dann noch etwa 300 Meter weiter, worauf ec durch Entgleisung zum Stillstand kam. Ter Chauffeur des Automo­bils wurde tödlich verletzt und starb zwei Stunden später.

* Zur Verhaftung des Ordensschacherers Rechts- anivalt Faß inAachen wird noch gemeldet: Einem als Fabrikant verkleideten Kriminalkommissar, der den Hoflieferairteittitel begehrte, verlangte Faß 22 000 Mark ab und 3000 Mk. Anzahlung. Faß gab bei der Vernehmung an, daß er einer ganzen Reihe von Pe souen bereits Orden verschaffte. Die Preise schwankten zwischen 4500 und 45 000 Mk.

* Wegen einer Unachtsamkeit in den Tod. In Ebersberg in Oberbayern ließ der Steinmetz­gehilfe Spindler be- der Arbeit eine kostbare Statue fallen, wobei dieser der Arm abbrach. Aus Aufregung darüber brachte sich Spindler einen tödlichen Schuß in die Schläfe bei.

* Abgestürzt. Von einem alleinstehenden Fels- kegel der Schrammstein-Aussicht in der sächsischen Schweiz stürzte ein Gymnasialprosessor aus Berlin, der mit vier anderen Touristen in der Sendig- Villenkolonie abgeftiegen war und den Ausstieg auf den Felskegel, unternommen hatte, ab. Er starb im Schandaner Krankenvauie.

* Das Neueste aus dem Lande der unbegrenzte« Möglichkeiten ist der 5 Uhr-Tee der Pudel. Netvhorker Zeitungen beruhten mit dankenswerter Ausführlichkeit über diese „eigenartige Neuerung im gesellschaftlichen Leben von Baltimore". Am Ver­gangenen Samstag feierte der französische Pudel „Bunny, Miß Williams' kraitslockiger Liebling, das denkwürdige Fest seinps Geburtstages; der Tag sollte würdig mit einem 5 Uhr-Tee für Hunde gefeiert werden, und schon beizeiten luben parfümierte Bil- lets die Schoßhunde der Freundinnen und Damen der Gesellschaft von Baltimore zu diesem Ereignis. Die guten Tiere mögen am vormittag manches ge­duldig oder ungeduldig ertragen haben, denn als sie um fünf Uhr „Bunnys" Salon betraten, waren sie alle frisch gebadet, parfümiert, ja einige von ih ren ogar kunstvoll gepudert. Natürlich fuhren die mei­sten Hunde, von ihren Herrinnen geleitet, im Auto­

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Dienstag den 9. April (9(2 .

39. Jahrgang.

Zeitung«

2. Blatt:

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