leit
den ei-
„Wnjigw ^ragt-nA, Der Rorfrettag hat die Geltung em« dstrgerUch«, allgemeinen Feiertages. "—------- ienb kakhottscher Bevölle-
3» der 5?ijd)of3ftcii)t -Paniberg erscheinen die «.«.vmeuvcu tyien yiuucn ^agesveroienii oen y>e- >B am berg er N. Nachrichte n", da konnte«wcrkschaften zahlen sollen, abgelehnt, hingegen be
Ja Gemeinden writ ütx »soll die bestehende die gewerblich« Zi gemerbeordnuna) am Rartrettage nicht verboten werden; ei sei denn, bag es sich um öffentlich bemerkbare oder geräuschvoll» Arbeiten ta der RSH» von dem Gottes- dienst gewidmete» Gebäuden handelt'.
tierenben Kleriker beim Gottesdienst am Todestage des Herrn schwarze Varamrnte anlegten, wo man doch den Todestag der ^eiligen in freudigen Farben begebe. In der pseudo-alkuinschen Cchrtst De divinis officiis gibt der Mönch Helperich,. der zu Ende des 9. Jahrhunderts im Kloster St. Gallen lebte, hierauf folgende Antwort: Di» Heiligen erlangen durch täten Tod die himmlische Glorie, nicht so Christus, der schon während seines ganzen irdischen Lebens die Anschauung Gottes genoß. Ferner haben wir allen Grund, über Christi Tod zu trauern, den wir sind es, durch unsere Sünden, die ihn dem Tod» überliefert haben. Schließlich wollen wir durch den Gebrauch der schwarzen Gewänder am Karfreitag die Apostel nachahmen, die über Christi Tod trauerten und klagten, während di« Feinde Christi frohlockten.
So war der Karfreitag in der K rche von altersher ein Trauertag; zwar war er durch die Gesetzgebung der christlichen römischen Kaiser zu einem gerichtsfreien Tug erklärt worden, aber nicht als Festtag, sondern als Tag höchster Trauer und Stille. Ein Trauertag ist der Karfreitag auch heute noch in der katholischen Kirche. Auch in manchen protestantischen Landeskirchen güt der Karfreitag all Buß- und Bettag. So wird eS gehalten in Württemberg, Mecklenburg, Sachsen, Reüß ä. 8, Altenburg und Lippe. Dart aber, wo di« kalvinische Auffassung»»» dem Rteeyitobe Christi herrschend ist, wird der Karfreitag als «tx Feiertag angesehen. Das tst vor allem in Preuße« der Fall. Durch Gesetz vom 2- September 188» ist der Karfreitag als allgemeiner bürgerlicher Feiertag erklärt worden. Das Gesetz lautet folgendermaßen:
2. Der Karfreitag heißt bei den alten Kirchenschrist. stellern auch der Seid enstag z. B. bei Jrenaeus 1202 (ÄdT. baei. k 16) und textetitaa • 160, f 246 (De erat. 16 und 4*r. Jek 101 sie nennen den Karsrettag (T-rtullian, D« orat 16) oder Paaoha A,dT-10), was ihnen gleich, bedeutend ist mit Fawto Doentai, Leiden des L>errn,da
wieder, da sie uns wenig glaubwürdig erscheinen.
)( Die Maiserrrfrage bereitet der Sozialdemokratie schon seit Jahren die schwersten Sorgen, weil die Unternehmer dir Feier del „Weltfeiertages" mit einer Aussperrung der Feiernden beantworten. Die Berliner Gewerkschaftskommission der sozialdemokratischen Gewerkschaften hat sich jetzt sehr eingehend mit der Maifeierfrage beschäftigt. Der Vorsitzende Körst en teilte mit, daß allein an den Holzar- beiterverband im vergangenen Jahre 68000 M a r k an Unterstützungen für Arbeiter gezahlt werden mußten, die wegen der Maifeier ausgesperrt wurden. Wenn vom ersten Tage der Aus- perrung an Unterstützungen gezahlt werden sollen, ö seien jährlich rund 130 000 Mark erforderlich. Der Gewerkschaftsführer G l o ock e erklärte, wenn es in dem seitherigen Fahrwasser weitergehe, werde die Maifeier zu einer Theatermache. Der Vorsitzende deS Motallarbeiterverbandes Cohen erklärte, in der Metallindustrie sei die Maifeier für die Arbeiter gleichbedeutend mit dem Verlust ihrer Exi- tenz, die Organisation müsse mit der dauernden Entlassung tausender ihrer Mitglieder rechnen. Schließlich wurde der Antrag, daß die am 1. Mai Arbeitenden ihren halben Tagesverdienst den Ge-
allerlei „Radaupolitik schließlich immer noch seinen Willen durchsetzt.
* Die ungarische Krisis soll durch einen Appell an da» Volk gelöst werden. Wie aus Wien gemeldet wird, empfing der K ö n : g am Samstag den Gra- feit Kbuen-Hsdervary in dreiviertelstündiger Audienz und erklärte sich mit den Beschlüssen des Minister- rats einverstanden. Das Kabinett Khueni-Hsder- vary ist in der bisherigen Zusammensetzung neu er- nannt worden. Wahrscheinlich wird das Abgeordnetenhaus demnächst aufgelöst werden.
* Der Kampf gegen den Schmutz in Frankreich. Eine von der Liga gegen die Pornographie ausgearbeitete Gesetz-Novelle, bi« auf den Beschlüssen der internationalen diplomatischen Konferenz vom April 1910 fußt, wird der französischen Kammer zur Beratung in der nächsten Zeit zuoehen. Die Novelle wurde von Hervoragenden Männern der Wissenschaft, katholischen und protestantischen Geistlichen, Rabbinern re. biircbberaten und abaefaßt.
** Aus dem Reiche der Knute. Von dem Gericht in Wilna in Rußland wurden verurteilt: die katholischen Geistlichen Dowgialowicz aus Delce, Kreis Mozir Litthauen wegen der Taufe eines Kindes eines orthodoxen Ehepaares zu 400 Rubel Geldstrafe und viermonatiger Amtsenthebung; Propst Lechowicz wegen Trauung einer orthodoxen Person zu 200 Rubel und dreimonatiger Amtsenthebung und Propst Branioki wegen des- sellben Vergehens zu 50 Rubel und viermonatiger Amtsenthebung. Wegen der Taufe eines ortho- doxen Kindes verurteilte das Wilnaer Gericht das Bauernehepaar Golowogiej zu drei Monaten Festung, den Propst Konnlero zu 100 Rubel Geld- strafe, desgleichen wegen desselben ^ergebens" die Eheleute Abrahanwwicz zu zwei Wochen Festungshaft. — Trotz der vielfachen Bedrückungen der Andersgläubigen gestattete die Regierung doch, daß wenigstens der Religionsunterricht in den Schulen den Kind'ern in ihrer Muttersprache erteilt wird. Diese Bestimmungen durchbrach aber eine Verfügung des Kriegsministers vom 16. (29.) Mai 1906, durch welche angeordnet wurde, daß in den Militärlehranstalten die nichtorthodoxen Zöglinge nur die Gebete in der Sprache lernen dürfen, in welcher sie von Kindheit an reden, der sonstige Religionsunterricht aber in russischer Sprache zu führen fei. Gegen diese Verfügung erhob der römisch-katholische Bischof von Luzk-Schitomir Klage beim Senat. Endlich am 15. März 1912 fand der Senat Zeit, sich mit dieser Klage zu befassen und verfiigte: ihr sei keine Folge zu geben.
sie das Wort Pascha vom Griechischen ableiteten, während es tatsächlich ein hebräisches Wort ist.
In den liturgischen Büchern der römischen Kirche heißt der Rartrettag fast ausschließlich Parasceve ober feria sexta in Parasceve. Parasceve (ein griechisches Wort) bedeutet Zurüstung, Zubereitung auf den folgenden Tag, dann metonymisch den Tag selbst, an dem diese Zurüstung stattfindet, also .Borsabbatch d. i. Tag vor dem Sabbat, „Freitag"; die Juden tragen nämlich, um die Sabbatruhe nicht zu verletzen, schon am Tage vorher — am Frettag jeder Woche — alle Vorkehrungen, die sich schon einen Tag vorher treffen ließen. Die griechisch redenden Juden und so auch der Evangelist Markus in seinem Evangelium 15, 42, nannten darum jeden sechsten Wochentag Parasceve. Auch manche lateinische Kirchenschriftsteller in frühchristlicher Zeit behielten 'iefe Bezeichnung bei und nannten jeden gewöhnlichen Fieitag Parasceve. In der griechischen Kirche ist dies bis auf den heutigen Tag der Fall, der Karfreitag ist ihnen die „heilige und große" Parasceve, jeder andere Freitag die Parasceve einfachhin, während im Abendlande später nur noch der Freitag vor Ostern „Parasceve“ genannt wurde.
3. Di« Liturgie des Karfreitags hat bis zu ihrer heutigen Gestalt eine Entwicklung durchgemacht. Früher waren di« Feierlichkeiten einfacher al» setzt. In seinem Brief» an Decentiu? Eug. 25 c. 2 sagt Innozenz L (401-417):
»Es steht fest, daß die Apostel an diesen zwei Tagen (Karfreitag und Karsamstag) in trauer waren und sich au» Furcht vor den Juden verborgen hietten. Und so steht es auch außer Zweifeh daß st» an den erwähnten beiden Tagen derart gefastet Haden, daß die Gewohnheit der Kirch« entstand, an diesen beiden Tagen gar keine Messen (tacramenfa bedeutet hier „Messen" so gut wie Sacramentarium gleichbedeutend mit Missal« ist) zu feiern".
Es wurde also am Karfreitag und Karsamstag überhaupt keine Meffe, auch nicht die Missa praesancti- ficatorum, gelesen, di« Feier blieb aus die Psalmodi« beschränkt und auf die Predigt, denn wir besitzen Karfreitagspredigteu von Leo I. (440—461) und Gregor d. ®a (690- 604). Ja «8 scheint, daß damals durch die ganze Fastenzeit hindurch di« beiden letzten Wochentag« ohn» Messeseier waren, denn Innozenz L fährt fort: »Dies« Form ist di« einzelnen Wochen hindurch einzuhattnw, So wird «8 uns auch verständlich, daß, wi« wir ob« erwähnten, eS in Spanten Ort« gab, oft
y. Der Anspruch Englands.
In dem Streit, ob der Anspruch Englands auf eine unbedingte Neberlegenhett feiner Flotte berechtigt sei oder nicht, wird von englischen Bejahern dieser Frage stets darauf hinaewiesen, daß England ein I n s e l r e i ch sei und daß wegen der Schwäche der englischen Landwirtschaft die Existenz des Staa- tes von der ununterbrochenen Zufuhr von Nahrungsstoffen abhängig sei.
Englands Lage als Insel hat nur den einen Nachteil, daß es keine neutralen Landgrenzen besitzt, über welche im Kriegsfälle der nötige Bedarf einge- führt und Gegenwerte in Gestalt von Industrie- Produkten ausgeführt werden können. Diesem Mangel steht aber der ungeheure Vorteil gegenüber, daß es als Jnselreich vermöge seiner vielgestaltigen, aus- gedehnten Küstenentwickelung eine Seegrenze besitzt, die von keiner Flotte der Welt, und wäre sie weit stärker als die englische, „effektiv blockiert" iverden kann. Nach diesem technischen Ausdruck verlangt das Völkerrecht eine so enge Einschließung der Küste durch feindliche Kriegsmittel, daß jeder Durchbruch eines Fahrzeuges mit schwerer Gefahr verbunden ist. Wie soll nun eine der nichteng- lischen Flotten oder auch eine Bereinigung zloeier solcher die englischen Küsten dauernd effektiv blockieren? Die Ein- und Ausfuhr ist also vollständig gar nicht zu unterbinden, und somit kann dieser Grund für den Anspruch auf eine unbedingte Suprematie der englischen Flotte nicht als stichhaltig anerkannt werden.
Wie anders liegen die Dinge bei D e u t sch- l a n d! Sein Handel geht im Frieden durch da- enge Tor von Dover—Calais: tat Kriege käme vielleicht noch das nördliche in Frage, beider Schlüssel
denen die Kirchen am Karfreitag überhaupt nicht geöffnet wurden.
Das Sacramentarium Gelasianurn (ein bereits nach dem Kirchenjahr gegliedertes, offizielles Meßbuch, das in der ältesten Handschrift vom Ende des 7. Jahrh. zwar schon mit Elementen der fränkischen Liturgie durchsetzt ist, aber dennoch den Grundstock der römischen Liturgie seit dem 6. Jahrh. zeigt) hat für den Karfreitag und für den Karsamstag ebenfalls noch kein Meßformular tdasselbe gilt von dem alten Missal« Gallicanum). Wohl aber kennt das Gelasianurn die Ausstellung bei hl. Kreuze? und die allgemeine Fürbitte am Karfreitag. Es schreibt vor, .aß da? hl. Kreuz auf dem Altäre anfgestellt werde, u. der Priester mit den Klerikern in tiefem Schweigen an den Altar treten u. di« feierlichen Fürbitten beginnen für die ganze Kirch» und für alle Stände. Diese Fürbitten seien einzuleiten mit der Aufforderung niederzuknieen (flectamus genua\ wie dies noch heut» geschieht, mit dem Unterfctrebe nur, daß damals auch bei der Oraüon für die Juden die Kniebeugung ebenfalls gemacht wurde, (denn es heißt in der Rubrik: „der Diakon kündigt sie an, wie vorher"), während sie heute, mit Rücksicht auf die Verspottung Christi durch die Kniebeugung der Juden bei der Dornenkrönung, an dieser Stelle unterbleibt. Nach der Beendigung der Fürbitten holen die Diakone di« am Lage vorher lonfetrierten beiden Gestalten (Brot und Wein) aus dem Sacrarium (Attarraume, Sakristei) und bringen fi» «ms den Altar. Der Priester genießt beide Gestalten, nachdem er vorher das Kreuz verehrt und geküßt hat. Dasselbe tuen bann alle Anwesenden: St« verehren da? Kreuz und kommunizieren. Das ist di« Karfreitagsfeier des 7. Jahrhunderts mit den fränkischen Zusätzen, die wahrscheinlich von Aüuin (730—804) oder an? feiner Zeit herstammen. Sie besteht in der Ausstellung des Kreuze?, in den allgemeinen Fürbitten und in der Missa praesanctificstoram mit der Kommunion, nicht bloß oeä Priesters, sondern auch aller Anwesenden. Ter ganzen Feier ging seldstverständ. lich die nächtliche Psalmodie voraus. Betrachte» wir jetzt die Karsrcitagsliiurgie zu einer st was später en Zeit und zwar wie das Sacramentarium Gregorianum sie enthält. Das Gregorianum stammt in feiner ursprünglichen SestaU wahrscheinlich von Gregor d. Gr.;590—604) und enthielt ursprünglich fast nur Meßgebere. I» erweiterter Gestatt kam es unter Hadrian I. (772-795) °n den Hof Karl» d. Gr., ward dort — von Alkuin — mit einem aus dem Gelasianurn und den SakramentariM
Warum nur hat der Pfarrer nicht gleich den ganzen Kirchturm mitgenommen, al» er der Lava entgegenschritt? Bei so gerissener Sachkundigkeit kann es nicht überraschen, wenn dasselbe Blatt be Gelegenheit der Hochzeit im Hause Habsburg Prinzen Max von Sachsen „in Mönchs kl düng" teilnehme» ließ (August 1911).
Doch genug des — unsinnigen Blödsinns, der sich leicht um? Tausendfache vermehren ließe, auch wenn man nur heranrreta, was an Albernheiten über Modernismus und Borromäusenzhklika selbst von liberalen Parteigrößen wie Wiemer und Bas- sermann bis herunter zu den gewöhnlichen Hetzblättern ä la „Wartburg" und ähnlichen Kalibers über katholische Dinge verbreitet wird! Daß immer wieder selbst au- Schullehrbüchern der fürchterlichste GallimathiaS mitgeteilt werden kann, ist ebenfalls ein sehr bedenkliches Zeichen der mangelhaften Kenntnisse der Berfafler solcher Schulbücher.
^Da muß man sich doch fragen, wie ist diese be- schämende Tatsache nur möglich; und beschämend, schwer beschämend bleibt es immer, daß von Preßorganen, die sich stolz „Intelligenzblätter" nennen, himmelschreiende Dummheiten verbreitet
man über die Sebastianiprozession 1911 (Nr. 19) lesen, daß der mntierenbe Stadtpfarrer das „Sakra l e g i u m" getragen habe!!! — eine Leistung, die aber schon früher do» dem ItakSliberalen „Berliner Tageblatt" übertroffen toorben, welche» bei dem Vesuvausbruch 1906 schrieb:
.Beim Herannahen der Lavamassen in Torr« Annunziata stellt« sich der Priester mit dem Tabernakel in der Hand der Lava entgegen, um ihr Halt zu gebieten . . . ., aber das Glas am Tabernakel war zerbrochen, und die Madonna konnte deshalb daS Wunder nicht tun!"
Am!anö.
* Streiks der Gymnasiasten sind die neueste Erscheinung im öffentlichen Leben Oesterreichs. Wir haben jetzt zwei derartige Fälle in der Nähe von Wien erlebt und nunmehr ist an einem ruhtenischen Gymnasium ein „Sympathiestreik" für einen gemaßregelten Ghmuasiasten ausgebrochen. In den beiden Gymnasien bei Wien hatte die Sache geradezu kulturkämpferischen Charakter. Man hatte nämlich einigen Studenten die Teilnahme an deutsch-nationalen Vereinigungen untersagt. Da brach nun deswegen der „Streik" aus, und zwar mit der Begründung, daß die Teilnahme an der Mananischen Kongregation erlaubt werde! Das hatte die Schulbehörde natürlich nicht beanstandet, da es sich um Andachtsvcreine handelt, durch die die Ztvecke der Schule — religiös-sittliche Erziehung — gefördert werden. Aber nationalpolitische Vereine? Das ist doch etwas vollständig anderes! Hinter 'der Sache stehen natürlich — Ivie gewöhnlich n diesem Lande — einige Abgeordnete, die aus der Sache politisches Kapital schlagen wollen, und den Jungens den Kopf so lange wirr manchen, bis sie sich zu immer unbedachteren Streichen hinreißen lassen. — Leider ist ja schon lange das Studentenleben an den H o ch- ch u l e n völlig vergiftet und von nationalen und religiösen Behörden wird nur mühsam aufrechterhalten, was insbesondere darauf zurückzuführen ist, daß die politischen Spaltungen bis in die Profes- oren selbst hineinragen, so daß ein Teil der Kollegien für diese, der andere für jene politische oder nationale Gruppe Partei nimmt Man muß sich nun fragen, wie sollen sich da die Dinge entwickeln, wenn man schon in den Gymnasien und Realschulen olche Gegensätze sich entwickeln läßt, wenn man chon dort die Achtung vor den Vorgesetzten und die Autorität der Behörde untergräbt und den jungen Leuten die lleberzeugung bcibringt, daß man mit
werden können und von den Lesern dieser Drucksachen anscheinend ohne Widerspruch aufgenommen werden! Also wie ist das möglich? Die Antwort, die wir darauf geben müssen, ist wenig ehrenvoll für die Knlturhöhe der Gegenwart.
schloffen, de» bisherigen Beitrag (50 bezw. 25 Pf.) zu verdoppeln — Und das alles wegen der wirtlichen Theatermache der Maifeier! Um die Arbeiter und ihre wahren Interessen kümmert man sich nicht. Die Maifeier-Theatersteuer, die jetzt verdoppelt werden soll, stellt sich angesichts der Steuerhetze der Sozialdemokoratie wie eine bittere Satire dar.
□ Der ,Korrespondent", das Organ des Verbandes deutscher Buchdrucker, schrieb kürzlich in einer Bettachtung Der Streiklage im Ruhrgebiet:
„Und heute ist es für jeden deutschen Arbeiter, deffen Geist nicht von zrntrümlicher Demagogie umnebeU ist, klar, daß die christlichen Gewerkschaftsführer noch viel gefährlichere Gesellen sind als Hintz« und die offen auftretendenvaterländischen Gelben. Denn von letzter» weiß man wenigstens, daß sie in ersterbender Knechtseligleit für das Unternehmertum als offene Feinde der nach persönlicher und roirt« schastlicher Freiheit ringenden Arbeiterschaft gelten und angesehen fein wollen. Die Führer der Christlichen aber sind Wölfe im Schafspelze, die unter dem Mantel des Christentums als Berrät er an ihren eignen bedrückten ArdeNskameraden handeln." (.Korrespondent Nr. 30, 1912.)
Das ist dieselbe rohe Tonart, in der die sozial- dcmokrattschen Gewerkschaftsblätter auf die christlichen Arbeiterführer schimpfen. Der „Korrespondent" ist aber beileibe kein sozialdemokratisches Blatt!
)( Spenden für die deutsche Militärlustflotte find in letzter Zeit, seitdem sich in Frankreich eine opferfreudige Bewegung für eine französische Luftflotte Geltung verschafft hat, immer zahlreicher geworden. Die Magdeburger Handelskammer fordert in einem Aufruf an die Kaufmannschaft zu einer Geldsammlung für den Ankauf eines Flugzeuges auf, das dem 4. Armeekorps zur Verfügung gestellt werden soll. Die am Mittwoch aufgelegte Liste hat bereits 15 000 Mark gegeben. Weitere namhafte Beträge sind in Aussicht gestellt. Die Stadt Hannover war da vernünftiger; sie hat dem Kriegsministerium eine Summe von 27 000 Mark für die „Zwecke der Militärlustschiffahrt" zur Verfügung gestellt. Wenn schon gespendet wird, so halten wir dieses Verfahren für das entschieden Richtigere. Es ist viel vernünftiger, der Militärverwaltung bares Geld als fertige Luftschiffe zur Verfügung zu stellen.
** Darmstadt, 31. Marz 1912. Die großherzog l i ch e Familie wird sich nach den Ofterlageu zu einem langem Besuch des russischen Kaiserpaares nach der Halbinsel Krim begeben.
>1* Eine ernste Betrachtung zum 1. April.
i.
In manchen Blättern ist es noch üblich, auf den ersten Tag des vierten Monats durch scherzhafte Artikel das Lesepublikum in den — April zu schicken. Dem katholischen Zeitungsleser drängt sich aber an diesem Tage der Gedanke auf, wie oft im Laufe des Jahres die ^efer der nichtkatholischen Presse von dieser in den April geschickt, d. h. zum Narren gehalten werden, wenn die Presse ihre Leser „belehren" will über katholische Dinge. Und es gäbe eine recht humoristische Bierzeitung, wenn die Katholiken all den llnsinn zusamnienstellen wollten, der im Laufe eines' Jahres von der nichtkatholischen Presse verzapft wird. Das Kapitel ist unerschöpflich.
Ich greife auf gut Glück in meine Registratur von Zeitungsausschnitten der letzten Zeit nur und es genügt!
Ist es nicht köstlich und ein Beweis der großartigen Wahrheit des Erzählten, wenn der „Bor - wärt s" (Nr. 67 vom 20. März) in entern Artikel „Bei den Streikenden im Ruhrrevier" im Eisenbahnzuge sitzen läßt „einen Franziskanermönch in weißer Kutte", der erzählt, Stteikende hätten Arbettswilligen die Ohren abgeschnitten!
Zum „Vorwärts" seinen linksliberalen Bundesgenossen, das „Berliner Tageblatt", das Tag um Tag fast die blödsinnigsten Geschichten seinen Lesern auftischcn kann. Als Muster — allerdings ein' solches „ohne Wert" — nehme ich die häßliche Swilderung der Palmsonntagsprozession in Köln (Nr. 185 vom 10. April 1911);
„Violett und blau, gleichfalls zum Trauerzeichen, sind heute auch die Gewänder der Ministranten. 'Dann folgt der Pfarrer mit der Stola von weißem Pelze, hinter ihm der Kaplan, bann die Pfarrkinder, meistens Frauen . . . dazu in schwarzen ober blauen Trachten die zahlreichen O r d e n s f ch w e st e r n. In schwarzen Talaren, die schwarze Mitra auf dem Kopf, über dem Arme das weiße ,Röckltz, naht der Zug der Seminaristen. In lila Gewände mit runbem schwarzen Hute kommen die Domkapttu- tare . . . ein geschlossenes Kupee, mit zwei schwarz belangten Rapp en bespannt . . ., rollt heran. Heraus steigt in violettem Talar ein kleiner beleibter Herr mit dichtem, langem, weißem Kopfhaar . . . aus dem würdevollen, seinen, markigen Gesicht . . . Kein Sang, kein Klang begleitet sie ibie Prozession), nur dumpfes Gemurmel, denn es ist eine Fahrt der Trancr . . ."
Auf derselben nicht leicht zu erreichenden Höhe der Unwissenheit steht der „R e i ch s b o t e", der in Nr. 264 von: 9. November 1911 unter den katholischen Geistlichen der. Berliner Delegatar auch 60 „Utraquisten" aufzählt, über die er seine Leser belehrt, „aus der Huffitenzeit stammende Bezeichnung der Katholiken, die im Sakrament Brot und Wein empfangen" — während der Ausdruck in der Breslauer Diözese üblich ist für Geistliche, welche Deutsch und Polnisch sprechen!
Auch zur jüngsten Brevierreforin trugen diese Blätter ihren Sens bei, und die liberale „Augsburger Abendzeitung" (Nr. 355 vom 22. Dezember 1911) wußte von der Kürzung des Breviers zu sagen: „Der Umfang der Kürzung kann daraus ersehen werden, daß das Sonntagsoffizium zukünfttg 266 Psalmen weniger zählen wird als vorher" — ein Kunststück, da es in der Bibel bei Jud und Christ überhaupt nur 150 Psalmen gibt! Diese tiefe Weisheit des Blattes reiht sich würdig seiner andern an: „Die Kardinale haben das Recht, einen Smaragd in ihrem Ringe zu tragen, weil sie an der Allmacht des P a p st e s teilnehmen!!!"
Nicht besser steht es im hellen Sachsenlande. Die „Radeberger Zeitung" mit ihren sämtlichen Titeln: „Tageblatt und Amtsblatt für die Königliche Amtshauptmannschaft Dresd.m-Neustadt, das Königliche Hatwtzollamt II zu Dresden, das Königliche Amtsgericht und den Stadttat zu Radeberg, die Königlichen Forstrentämter zu Dresden und Akoritz- burg und beit Gemeinderat zu Langebrück", schreibt unterm 5. November 1911:
»In der kalholitchen üoikirche fand heute, Samstag, ein feierliches Tedeum für die verstorbenen SB t‘d? öf c und Priester des apostolischen Vikariats im Königreich Sachsen statt."
NeEches Neich«
** lieber die Vorgeschichte der Heeresvorlage will eine Berliner Nachrichtenstelle erfahren haben, daß kurz vor dem Kaisermanöver die Lage von unseren maßgebenden Stelle nfürso außerordentlich ernst angesehen wurde, daß der Plan ins Auge gefaßt war, etwa 150 000 Mann Ersatzreser- visten für ein erste zehnwöchige Hebung einzuziehen, um durch ein solches außergewöhnliche Aufgebot dem Auslande einen besonderen Beweis der deutschen Stärke zu geben. Die Ausführung sei an den Bedenken gescheitert, die, wegen der unzureichenden militärischen Ausbildung dieser Mannschaften durch eine Reihe iommanbierenber Generäle erhoben worden seien. Man habe mit Ersolg darauf hingewie- sen, daß die sehr hohen Kosten der beabsichtigten Maßnahme in keinem Verhältnis zu dem späteren kriegerischen Werte dieser nur unzulänglich eingeübten Ersatzreservemaffen sichen würden. — Wir geben diese Mitteilungen nur unter allem Vorbehalt
geschichtliche Entwicklung Ser Harsreitagsüturgie.
1. Der Karfreitag vt derjenige Tag in der Karwoche, auf den die 'Bezeichnung „Kartag", das ist Trauer- und Klagetag, nm meist en zutrtfft, denn an diesem Tage mit Vorzug vollzogen sich die beklagrns- wertcn Ereignisse, Christi Leiden und Tod, deren Gedächtnis die ganze Karwoche geweiht i *. Der hl. Ambrovus (f 397) nennt den Karfreitag darum den „Tag der tüterfeit, an dem wir fasten" („dies arcari- tndme- qui leiunaznus“ Epist. 23 c. 12). Ein Fasttag, kein Festtag, war in der Tat von jeher der Karfreitag. Dao erklärt schon die Kirchenordnuna der konstantinischen Zeit mit bownderem Nachdruck Der Karfreitag und der Karsamstag „sind Tage der Trauer, nicht des Festes" (Constit ap. 5,18). An demselben Ort (Const. ap. 6,18) wirb von den Gesunden, die es aushalten können, am Karfreitag und am Karsamstag ein ununterbrochenes, zweitägiges Fasten verlangt, mit ausdrücklicher Berufung auf das Wort des Herrn: „Es werben die Tage komnren, da von ihnen hinweggenommen wirb der Bräutigam: .und bann werben sie fasten in jenen tagen* (Mk. 2,20, vgl. auch Mt. 9, 15 und 8t. 5,85). Die vierte Synode von Toledo (vom Jahre 633) fagt lm 8. Kanon: „es pflegte die gesamt« Kirche den Karfreitag wegen des Leidens des Herrn in Trauer und Enthaltung zuzubringen". Die Feier der Messe unterblieb am Karfreitag. Ja, derart war in alter Zeit die Trauer der Gläubigen am Rarfreitag, daß die genannte Synode von Toledo Mäßigung der Trauer empfehle» wußte. Sie mißbilligte den an manche» Orten geübten wonach man am Karfreitag zum Zeichen ber Mnh1fih«kn ganzen Tag die Kirchen geschloffen hielt dnbmÄiUp keinen Gottesdienst veranstaltete, nicht Tr?b,St- Daß keine Messe an, Kar- ^ar überall üblich E'" bU Synode nicht, denn da»
Diese Trauerftimrnuna der Kirche am Sarfreita» and seit der Zett, da die Mehrheit der lituroiscken Jarben auskam (also seit der Rarohnger« tT süßeren Ausdruck in der Liturgie durch den ausschließ! ichen Gebrauch von schwarzen Gewändern am tarfreitag. Man wird diesen Brauch auf den erste« Slick merkwürdig finden, wenigstens hatte man dies,« kmpfinden gleich nach dem Auskommen dieser Sitte im rühen Mittelalter. Di« damaligen Erklärer der Liturgie Legten sich ernsthaft die Frag« vor, warum di« am-
M 75.
»en I. »P'U W2
59. Jahrgang.
«Tuldaer
Zeitung
2. Blatt.
und Verlag der .taldaer Xdienbraderd in z »Ida.