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Monatsbellager „§llldaer GeschichtZblatter"
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wochenbettase: .Illustrierte Zonntagrzettung"
Irschrdft tS-Nch MV Anknahnw der So.m- «sd Leiertage, vr-ktel- jSbrlicher >Jt$Mp*prei$ »hne Srinaertoh» und SesteLgelsmLuldai«- wieamwSrtri.svMk.
verantw. Htbofteitr «ark Schütter für die Anzeigen: Z-Karzeller lnLulda.
tluzeiqeu r Der Balte «tuereinlv «alonet. »eile, 47 mm btttt^ togenspfg. Rttiamta: ver Baum einer «ole* Bdieile, 74 mm brttfc foaet 40 pfg. Bei Wie* drrholungeu Rabatt. ZSrvfferl. u Au.iunf^ ,n,eigen 20 pfg. «xtr»
Rota Hon «»ru« e. Verlag der gnldaef Aetieudruckeroi i-SniM
Srrnfprecher Ur. H
M 74.
Erstes Blatt
Fulda, Samstag den 30. März 1912.
39. Jahrgang
>? Sturm in der bayer. Kammer.
von de« halb- und ganzliberalen Mini-
Veutfches Neich
Lokaler.
Fulda, den 30. März 1912.
** China. Wie das Reuterfche Büro meldet, Md in Nanking ernste Unruhen ausgebro- chen. Die chinesischen Soldaten haben ausgedehnte Plünderungen vorgenommen.
** Unruhe» in Mexik». Die Regierung der Vereinigten Staaten sandte tausend Gewehre sowie Revolver und Munition nach Mexiko, nm die Amerikaner in Stand z« sitzen, sich zu verteidigen. Andere Mächte unternehmen Lhnbche Schritte. Der deutsch« Botickaster verkeilte fünfhundert Gewehre. Au» der Stadt Mexiko werden bedenkliche Bor« kommniffe gemeldet. Madero» Stur, wird erwartet. Der Regierungsgeneral Aubert ist durch eine Bomb« getötet worden. General Villa soll vmi Orozo gefangen und hingerichlek worden fein
Sie Mehrheit ist da, und daß ihr Dasein und rhr gute» Recht so einwandfrei klar und fest ae-
L. —_V___11 ___ L A. r , .. . o
Münch"", 26. Dkärz 1911. lieber die gestrige Abendjitzuug in der bayerischen Kammer wird noch berichtet. Abg. Held führte zum Schluß seiner Rede aus: Eine Rede, die ich in Schwandorf bei der Wahl- rrgitation gehalten habe, hat die Liberalen erzürnt. Sie war scharf, vielleicht zu f', ..._1___;
aber zu dieser Schwandorfer Rede wurde ich geradezu
| Kränze niedergelegt. Alle Fraktionen des
IQH bi- auf da» Retchslaud und Schlesww auszu- j Reichstag» und de» Adaevrdnetenhaufes hatten
-u. „.VUV1.U kp h “n i.2iil «eg«®eamsten 61 f11™- . fab äuf vertreten. Von den liberalen Fraktionen wohl aller »en Frmnde werden sie gewiß ^ege emAusweg Parlamente der größeren deutschen Bundesstaaten
ArbeiMorer °.rn ratettä««6 LÄ Ä ta? S22LSä"'L"i,Ä“,!a,'Ä.
Ausland.
„ ** I» Ungarn ist es dem Grafen Khuen trotz al.er Anstrengungen^ nicht gelungen, in der Reiru- tensrage eine Verständigung mit den Parteien zu erzielen. Ter gestern in Wien abgehaltene u n g a- ? l I sh e Mini st errat hat daraufhin beschlossen, m Anbetracht der überaus ernsten Situation zur Verhütung schwerer Schädigung des Landes die For- derungen gänzlich fallen zu lasten. Demzufolge wird das Kabinett Khuen wieder mit der Regierung betraut. Das Parlament steht auf demselben Fleck tote Stott Monaten. Von einer Durchsetzung des Wehrgefetzes kann keine Red« fein.
*♦ a8 Abflauen des englischen Bergarbeitcrstrktks. Obwohl noch keine endgültigen Beschlüsse ter Gr». bEefltzer und Bergarbeiter vorliegen, ist doch die allgemeine Stimmung hinsichtlich der Beendigung des Streiks wesentlich optimistischer geworden. Rian nimmt an, daß der Streik seinem Ende nah« rst. 1500 bis 2000 Bergleute in Warivicksbire haben die Arbeit wieder ausgenommen. In Lanark,hire sind Freitag zihlreiche Bergleute angesahrcn: sie bedungen sich aber aus, daß sie Samstag oben» Lol,n erhielten, da sie dem Verhungern nahe leien. Auch in Derbyshire sind 2000 Arbeiter wieder emgesahren.
Blumenspenden gesandt. Der Reichstag hatte eines Lorbeer mit der Jnschrist: .Dem allverehrten Alterspräsidenten des Deutschen Reichstages I" ge« schnkt. Mit dem vollzähligen Reichstagspräsidium an der Spitze waren zahlreiche Milglteder des Reichstags, allen Fraktionen angehörend, geiommen.
Was würde wohl eine liberale Zeitung saaen wenn Zentrumsblätter es versucht hatten, ans der Berufung des Frhrn. v. Hertling zum Mimsterprä. wernen von Bayern in ähnlicher Weife Kapital zu s- tlagcn? Welcher Sturm sittlicher Entrüstung wäre 5^»°^ Zertungen gegangen von den Stottern beä Freisinns bis zu den evangelifch-bündlerischen Organen, wenn irgendein katholischer Verein stcb unterstanden hätte, zu Balleftrems Zeiten zu 7chrZ ben, man solle dem Bereinszweck seine Mark orsteru NUN fet die Gewähr gegeben, daß durch den sRpirf.s' tagspräsidenten ^thLsche ÄÄ K ßeforbert wurden! Der Hansabund darf sich die Blalt ^btßerei gestatten; da wagt kein liberales mrr ^stumucken, selbst wenn es der liberalen Presse Konkurrrenz machst.
o. Die Beerdigung deS Rbg. Draeger, des Alterspräsidenten des Reichstags, ist am Freitag nach- miltag unter großer Beteiligung erfolgt. Fast da? ganze, parlamentarische Deutschland war durch Abgeordnete, Deputationen oder durch Kranzspenden
fen, so lange noch die Liberalen die Hoffnung hatten, mst Hilfe der sozialdenrokratischen Bundesgenossen die Mehrheü zu erlangen. Als nun das „höchste Tribunal" de» Volkswillens gegen die Rosaroten entschied und eine sog. blauschwarze (richtiger gesagt: blauweihe) Mehrheit in den Landtag entsandte, da sank die Achmng der Liberalen vor dem „VolkAinllen' sofort auf den Gefrierpunkt, und sie spekulierten darauf, daß trotz des Wahlsieges des Zentrums doch ein liberales oder wenigstens libe- ralisierendes Ministerium am Ruder bleiben würde Der Prinzregent aber zog aus der Wahlprobe, die auf liberalen Wunsch veranstaltet war, die Nutzanwendung, daß jetzt ein Ministerium Hertling dem Staatszwecke am besten entspreche. Seitdem verlegen sich die geschlagenen und enttäuschten Liberalen auf das Skandalmachen, daß man oft meint, der Landtag fei eine Matrosenkneipe und statt die Schuld an ihrer Niederlage bet sich selbst zu suchen, greifen sie sowohl das W a h l g e s e tz, als auch dte Krone an.
** xfto englischen ll ist er Hanse wurde, wie schon kurz berichtet, das Frauenstimmrecht mit 222 : Stimmen gegen 208 abgelehnt. Die Galerien waren mit Frauen gefüllt, von denen einige in Tränen ausbrachen, als das Resultat bekannt wurde. Premierminister Asquith hielt eine sehr eindrucksvolle Rede gegen die Vorlage. Er sagte, die Geschichte und das Leben lehrten, daß die Natur Frauen andere Gebiete und Aufgaben znerteilt habe als den Männern. Er müsse gegen die Vorlage stimmen, denn seiner Meinung nach würde daS Frauenstimmrecht die Zukunft der Nation gefährden. Str Edward Grey, der Premiermimster der Zukunft, hielt eine Rede zu gnnsten der Vorlage, die ledoch der Sache des Frauenstimmrechts eher scha- den als nutzen mußte. Denn sie konnte nicht ernst genommen werden. Al» das Resultat der Abstim- muug bekannt wurde, erhob sich ent großer Jubel tm ganzen Hause.~ Es war offenbar, daß vielen Mitgliedern, die für die Vorlage gestimmt hatten, nnt ihrer Ablehnung ein Stein vom Herzen gefallen war. — Etwa zur selben ZeÜ hielten die S u s f r a - gett» eine Versammlung in der Aiberthalle ab. Was geredet wurde, ift weniger von Bedeutung, al» da», was dabei gesammelt tonrbe, nämlich mehr al» 10000 Pfund (200 000 Mark. Eine Dame gab 1000 Pfund in Goldstücken, die in kleinen Säckchen verteift auf den Sammelteller gelegt mürben. Andere gaben ihre Schecks bis zu Hunderten von Pfun- den. Weitere 1000 Pfund liefen von einer ungenannten Dame ein. Nun können die Suffragett», wenn sie losgelassen werden, ihr Zerstörungswerk erneuern und damit aller Welt beweisen, daß sie in der Tat nicht reif find., an der Gefttzgebung mitzu- toirfeit.
neugewähtte RetchStagSpräsibium ver- oient infofern eine ganz besondere Beachtung, als e» sich lediglich aus Mitglied an bei Hansabundes >u> sammemetzt. Diese Tatsache verleiht dem ßanfabunbe etne verstärkte Unterlage, die ei ihm ermöglicht, die wrrr,chmllich-polilischen Interessen für vandei, «e- roerbe und Industrie mehr denn je zu fördern. Hierzu ded«f er aber nach wie vor der wirksamen Hilfe aller betetliglen Kreise. Wir möchten deshalb wiederholt me höfliche Bitte an Sie richten, bei Vergeben von Z"' eruons-Auftriigen auch das offizielle BundeSorgan l renn blichst zu berücksichtigen. Sie würben hterdnrch nicht nur Ihnen, sondern gleichzeitig auch ben Interessen des Hansabundes dienlich fern, da in der Erteilung von Aufträgen eine willkommene Unterstützung gesehen wird. Wir wären Ihnen zu Dank verpflichtet wenn Sie uns mitteilen wollten, ob wir tn dieser Beziehung auf Sie rechnen dürfen. Hochachtunasvoü Hansabund, Anzeigen-Äbteilung.
Marz 1912. Die Pariser Meldungen, wonach der Reichskanzler ». «et I) mann Hollweg nach bert efterbefudje beim Kaiser auf Korfu gelegent- .1 b:r Heimreise in Rom und Wien Begegnungen mst den dortigen Ministern des Aeußern haben würde, wird nt Berlin für unrichtig erklärt. Der Kanzler wird Anfang der nächsten Woche direkt nach Korfu reisen und boraussichtlich ebenso direkt nach Berlin zurückkehren. — In diplomatischen Kreisen geht das Geruchs, Lord Haldane habe den preußischen Kriegsminister eingeladen, ihn in London zu befudjen. ^*r?erfce nE£et Wahischeinlichkeit nach Ende Ap.il ftatinnde» und vermutlich mehr einen privaten alä ein i öffentlichen Lharatter tragen. Das Gerücht nt unzutreffend. Im Kriegsmiriitzerium ist, wie der 2^1 o 5?" Einer Reise des Minister- v. He- Zimten Nickst» bekamit. — Die Ernennung bc» ^«^4 »bolf Friedrich von Mecklen. v u r g zum Gouverneur einer unserer afrikanifchen r ’i-F bereit» mehrfach in der Presse ange- kundigt Word«. Zunächst hieß eS, er fei zum Gou- Öer?" n L "’S0 ausersehen, dann wieder, er werde ? stafrtka gehen. Nunmehr soll feine Ernennung 1 „;rn«ur von Ostafrika, wie die „Tagl. Nunl^ schau erfahrt, tn .sicherer Aussicht" stehen. Man wird die Bestätigung kkbwarten müssen.
O Die Bbkehnnng der Ostmarkenzulage für die Postbeamten durch den Reichstag wird, der „Post"
zufolge, vmlaufia noch keine Folgen zeitigen. Das
Gelegentlich der letzten Dtrektorium?sitzuug wurde auch die Frage der eventuellen Erhöhung der Btst- giiedsdeiträge des Hansabundes angeregt, wobei man davon ausgtng, das, bei den überaus niedrigen Mindest, beträten von 1 bis 3 Mark häufig die Kosten, die aus der Einzelmitgliedschaft erwachsen, durch die er» forderliche» Aufwendungen kaum gedeckt wnroen, was besonders auch mit Rücksicht auf die Fundierung der Finanzen des Hansabundes und das Erfordernis der bauernden Berettschaft gegenüber einer Auflösung des Reichstags oder sonstiger Parlamente notwenvrg wäre. Rian kam einmütig zu dem Ergebnis, dab eine generelle Erhöhung der Mitgliedsbeiträge einheitlich schwer duichzusühren wäre, es wurde aber gerat«, durch ine Zweigorgaailation« vor allem die selbständigen Mtt- glteder des Hansabundes aufzufordern, ihre tieitiä ,e ju erhöhen und über den Almdestdeitrag hinauszu»
Vielleicht empfiehlt es sich, neueintreteno« Seldstand'geu bei einem Mindeftbeurag von 10 Mark unö neuemtretenden Angestellten bet einem Müidest- bettrag von ö Mark die Wochenschrift kostenfrei zn liefein. Wir btnen, dies zur Kenntnis nehmen zu Ä\™LXen.e^eUt0 Übtt 3^te Stellungnahme , Bekanntlich bezog der aus Bromberg mit einer hohen Pension abgezogene Oberbürgermeister a. D. Kn obloch als Direktor des Hansabundes 40 0W Mark Jahresgehalt. Er hat jetzt „aus Gesundheit», ruchtchten mit einer Abstandssumme von 80000
^kehr genommen. Der zwefte Ge- Assessor Kleefeld, bezieht
17000 Mark. Sem Schwager Stresemann der Herrn Knobloch ersetzen soll, wird es sicherlich Nicht unter Knoblochs Gehalt tun. Die eigentliche Agtlatlonsarbeit im Wahlkampfe hat Jakob R i es- fer geleistet: was sie gekostet hoi, ist nicht bekannt geworden. Große Summen dürfte auch das Stichwahlabkommen zwischen Fortschrittspartei und der «oztaldemokratie gekostet habens denn billig psleqen es die Genossen nicht z» tun; wenn sie in der Stichwahl für einen Liberalen eintreten, pflegen sie die ganzen Kosten ihres Wahlfeldzuges zu berechnen, s erklärlich, daß der Hansabund eine Wie-
derauffullung seiner Kassen als notig erachtet. Und da die reichen Quellen der Kohlen- und Eisenmaa- naten seit dem Austritt der Rätaer, Kirdorf usw "E mebr fließen muß es die Masse der «einen Geschäftsleute und Anaestellten bringen. Aber auch auf anderem Wege sucht der Hansabund Geld zu machen. Er versendet folgendes Rund sch re,- ben an Geschäftsleute:
cm Tchuttag ist heute für viele junge
Menschenkmder m unserer Stabt angebrochen. In u^ren VolkSschvle, fand h.ute die Entlassung statt. Zahlreiche Knaben und Mädchen treten, be» gleitet von ben besten Wünschen ihrer bisherigen Lehrer, in» Leben hinaus. Mögen sie alle durch die Stürme, die hmtigen Tage» gerade die schul- entlassene^ Jugend bedroh«, einen sickeren Weg finden , ge chützt durch die sachverständige Fünorge, die in ben beruf «en Jugendorgani« la.Ionen der jungen Schar bargeboten wird.
nicht nur für die zur Entlassung Kommenden ift der heutige Tag von besonderer Bedeutung. An unseren höheren Lehranstalten beginnen heute die tWfnten (an den Volksschulen erst am Dienstag naauter Woche), und die Jahresz ugnisse werden ansgeterlt. Schwarz auf weiß erhält damit jeder ^ernbepiffene die folgenschwere Mitteilung, ob da» Klafsenziel erreicht ist oder nicht. Ist die Versetzung erfolgt, welche Freude erfüllt das junge Herz! Bald ziert die neue Klassenmütze des Jünglings Haupt, das sich felbstbewnßt znm Riittelpunkt der Ereignisse aufwirft. Von ben trauernden Zurück- gebliebenen wollen mir Nicht reden. Nur ihren Eltern sei ein» gesagt: Gewiß ist es ein herrliches Gefühl, regelmäßig die Kinder mit guten Zensuren " heimtommen zu sehe», Ader erzwingen lassen sich ®üter Un9Itid> »erteilt wie die
des Leben» sind auch di« Gaben des Geistes
«Wnem Endziel vorteilhaft«^" Am Trost
dehnende Zulage nicht etwa auch noch eine Spitze gegen die fremdsprachige Bevölkerung trägt. Tie Gefahr tft jedenfalls nicht von vornherein cmsg- schlossen. DaS einfachste und beste Mittel fchentt uns eine allgemeine Aufbesserung der mittleren und unteren Beamten zu sein. Die Mittel dafür dürften bei der günstige.! Finanzlage des Reichs vorhanden sein.
♦♦ Der frühere Schatzsekretär Wermuth hat an die nationalliberale Fraktion, welche ihn anläßlich seines Ausscheidens aus dem Staatsdienst angedrahtet hatte, aus Harzburg folgendes Antwort- schreiben gerichtet:
Der nationaüiberal« Fraktion des Reichstages verfehle ich nicht, meinen wärmsten Dank für ihren febr gütigen ScheidegruH darzubringen. Ich werde auf die Zeit, in welcher ich als Organ deS Bundesrats mich mit dem Reichstage über die Grundfätze gesunder Finanzpolitik einig finden durfte, freudig zuruckbttcken und insbesondere ihre Ankeiinahme an dieser Finanz» polllik in lebhafter Erinnerung bewahren. In auf» richtiger Verehrung Wermmh, bisheriger Slaalsfekrelär.
Die Auieilnanme der nalionalliberalen Reichs» tagsfraktion an der Gesundung imferer Flnanz- pok'tik war doch vorwiegend negativer Art. Daß diese Anteilnahme an der Finanzpolitik der ehemalige Reichsschayfekretär „in aufrichtiger Verehrung* in lebha! teuer Erinnerung bewahren wtü, ist mehr al» merkwürdig.
, — Finanznöte des Hansabundes. Der Hansa- bnnd hat ein Rundschreiben erlassen, das von unbekannter Seite dem „Westpr. Volksbl." zugestellt wurde. Das Blatt teilt den Inhalt des Rundschreibens wie folgt mit:
len an, in denen die Zentrumspartei, sowie einzelne Angehörige derselben von liberalen Abgeordneten und , der liberalen Presse in gemeiner Weise beschimpft worden sind. In einer Versammlung zu München hat Dr. Eassclmann unsere Partei als -Filserpartei" beschimpft und mich persönlich IS einen solchen Filser hingestellt. Abg. Kohl hat Dr. Pichler und mich mehrmals als Lugner bezeichnet. Das liberale Organ in Regensburg hat die Zentrums» pocici gewöhnlich eine „Eiterbeule" genannt, und der liberale Kandidat in Regensburg hat eine Wahl, rebe damit geschlossen, daß er erklärte, man müsse diese Kerle aus dem Landtag hinauswerfen. Ein liberales Schwandorfer Blatt hat geschrieben, men ntuife dieses U n g e z i e f e r aus dem Landtag hinaus» bringen, und das liberale Blatt in Regensburg hat die Zentrumspartei als „Lumpengesindel" bczeich- net. Mil meiner Aeußerung in Schwandorf war c3 nur fern gelegen, die persönliche Ehre von Mitgliedern der liberalen Fraktion anzutasten, und ich erkläre ganz offen, daß ich nach dem Wahlkampf, und nachdem sich dre Erregung gelegt hat, die Bemerkung in der Fafsung nicht mehr machen würde. Es wirkt aber außerordentlich verbitternd, wenn eine Partei fort» Fr U° mit Beleidigungen, Kränkungen und gründ» wsen Vorwürfen überhäuft wird, wie das seitens der Lwera.cn gegen die Zentrumspartei geschehen ist. — Hn: hatte der Abg. Held die Worte, die er in Schwan» gesprochen, verständlich genug zurückgenom.
wen. Von liberaler Seite ist das gleiche für so manche vri^zogenheit und Frechheit aus dem Wahlkampfe Nichtgeichehen.. Trotzdem besaß die liberale Fraktion srpuv tymatf, tn der heutigen Kaminersitzung ihr Mitalled Dr. Gunther, des an erster Stelle zu Worte tarn, eine Erklärung abgeben zu lassen, die befaße Abg. Held habe nicht so revoziert, wie sie eS wünschten, und deshalb existiere für sie Herr Held mr3Hsmer^toe?er parlameutarisch noch gesellschaftlich.
$ r t e r e r erklärte diese Anmaßung für un» Aulaf t0 fte gehe über das erlaubte Matz weit hinaus, so etwas sei noch nicht dagewesen. DaS ist richtig, aber dieser Sturm .m Wafserglase wird keine Welt er» schüitern. Unter fürchterlichem Lärm, der zum Teil durch r-ariikulierie Laute und zum Gebrüll ausge- S*c / Seite-gerufen wirb, erklärte Dr. Gün-
müsse heute eine ganz andere Rede hal.
™ . a!3-eL&!^ gestern vorgchabt, sa auch die aeftriae Kebe des Mtnisterpräsidenlen sich von feinen bisherigen
l fundamental unterschieden habe. Der Inhalt 1?L_ "»dcrS geworden, vor allem aber der Ton Wirk- bÄ bOn ?euien! Der Ministerpräsident Jat ben Leuten nicht das geringste getan. Trotzdem unVm ^ort feiner Berufung in Presse und Versammlung mit den brutalsten Ausdrücken mit ^urch-weitang« usw. empfangen, ba. den dann an feinem Programm m der kleinlichsten Weife ocnmkelt, weil sie n..,_ imstande waren, es wirklich -u kritisieren und -u miderkege«. Und jetzt, wo er tgneit sagt, wenn bte ode Stänkere! so weiter neben es auch so, gehen, tun sie gekränkt^ und m V, ?er Fortsetzung seiner Rede zeigte Dr
2« S™6'. bat ffm und die Seinen doch
tacht so sehr der Ton als vielmehr der Inhalt ärsert. q.r schlimmste ist, daß das terroristische Geschrei des Libetalismus nach Aeräerung des Wahlgesetzes auf die den'soll Eindruck macht und nicht erhört wer» Sen so». NE viel toenmer schlimm erscheint dem
‘ .daß Beamte nicht fozkaldemokratisch sollen ami n.^rfCn dnh Sozittldemokraten nicht Be. «Ä ift sr ter Bot sozialdemokratisch lüTS. .H .Überzeugt, daß „fein" Abgeordneter ein hTnt§mannTetoexbe’ als
«-■ frin qßchswann. Schließlich wiederholte der Rcd- datz sich Er babe bisher geglaubt,
la". f,Me M*8 e?- Einsamer Weg finden
Krach -:■■■ h’otIen- ÄIf0 Krach znm Anfang,
Natürlich, wenn eine Wahl a e g e n die Liberalen ausfällt, so taugt das Gesetz nicht und muß geändert werden; denn die erste und unerläßliche Pflicht eines Wahlgesetzes ist, den Liberalen zur Herrschaft zu verhelfen. Kurz und kühl hat nun das neue Ministerium das Ansinnen, schon jetzt das vor wenigen Jahren vereinbarte uttb allseitig begrüßte Wahlgesetz wieder zu ändern, rundweg abge wiesen.
^öenso entschieden ist der neue Ministerpräsident öen Versuchen entgegengetreten, gegen den Träger der Kron rechte und der Berutting dieses Ministeriums ein« Borwurf herzuieiten. Die liberalen Reden lief« im Grunde auf die anmaßliche Theorie hinaus: die Krone darf nur liberale Minister berufen; wenn sie christlich-konservative Männer zu Ministern ernennt, fo weicht sie von der gebührenden „Kontinuität des Herrscherwillens" ab! Demgegenüber führte Herr v. Hertling durchschlagend aus, daß die Kron« in der Wahl der Minister nach der jetoeiligen politischen Zweckmäßigkeit frei und unverantwortlich ist und daß die berufenen Minister ihrerseits die Verantwortlichkeit tragen für das, was sie tun, nicht aber für daS, was vor ihrer Berufung geschehen ist. ' a
„Die moralische Niederlage der Opposition ist gründlich und wohlverdient. Jetzt wird man hoffentlich an die Arbeit ach«, ohne sich durch die Demonstranten länger aufhakten zu lassen.
o „Die Ottmark«,zutage wird am 1. April für daS !91? E vt«PoIIbeamten gezahlt werden, da dte laufend« Ausgaben, zu denen auch dte Ott» mark«p.lag, gehött durch das Nothaushallsgefttz vom Me nL^ ,6t, iE erscheint foSar fragheb, 91086 überhaupt für das Rechnungs- itamal ,enti°9€R werd« kann, da die
Zutage innerhalb des Rechnungsiahres
Reichstag sir w Ä{ ?'« Hoffnung, vaß der Sängt? mack« m^ V6inennEntschluß rück» 3 a,f 8 6te will versuchen, bis zur
amt™* h,m ^rsi^digung zwischen dem Reich-post, ami und dem Zemiurn herbei ufübren «»r.i»ä „L Donnerstag sollen Aermittelungsvorfchläge tm Reichs.
» ^etthspoftbeamten m gemischtsprachigen ?^^en, also auch in Elsaß-Lothringen und 8in odjlesm^, SuXagm zu bemifligen, damit die jetzt ge” « Ä^Ä9'9“1 das Polentum «t, Endgültige Abmachungen werden aber erst nach Ottern getroffen werden.
. Die H altnngdesAentrumsinder Frage der Oftrnarkeazulage ist em für allemal gegeben. Es lehnt fte au» prinzipiellen Gründ« ab und die Hofs- nung, daß e» feiten Entschluß rückgängig machen wird, durfte trügerisch fein. Richtig ist, daß der Weg- der. Zulage für die in den östlichen Provinzen beschäftigten Beamten eine Härte sein wird. Aber die Postverwaktnng hat eS'ja ganz und gar in der Hand, dte Harte zu besettigen, indem sie den Wunsch der überwiegenden Mchrheit des Reichstags nach emer allgemeinenAufbesserung der mitt. , leren und unteren Beamten erfüllt. Ob ' '
Netentommer n«- ^bgeord-
dauregim« des ÄS ge^fi£IOb» bte einer staatstreuen uler »te Grenz«,
hinaus Es ist schon taDnswert^Ln ralen bte Einladung zur Mitarbeit in bi.^rrr^'
Ui$ biel flimmer is?dft ssbsichtktche nnd hartnäckige Auflehnung gegen die in alln zwiftsierten Staaten anerkannte parla- we nta rische Ordn ung sowie der Versuch Mehrerer ihrer Redner, die sie in d« letzten Tagen geschickt hat, die K r o n e in Sen Parteistreit^zu |re?at. Und wenn nun die liberale Fraktion die 9<tvMfrUnS e,neS Zentnmtsabgeordneten, die im des Hmftz' gefallen )ntrch eine versöhnliche Erklärung ihres L bers bereits ihre Schärfe verlor« hatte, zu t u -^N'lichen und feierlichen V e r r u f s e r k l a- so ist ^-r'b^s^bn 'betreffenden Abgeordneten benutzt, hä fts ft Örn®' Ure der F r i e d e n s- UsidGe-
-OitnifterbrÄr-x ?lar zn erkennen.
feine letzte «ÄHertling schloß Bemerkung: gftein‘ Rede nut der
fodus vivendi in praktischen aitf einen
dann müsse es a u ck a 9e“ betrogen habe, Wird in der Tat wohl nichts b/den. Es als daß in Bayern alle gegebenen Sw6119 bIeiBen' werden, um ohne und erförderDntall«9^^^ die liberalen Quertreiber im Parlament s-e 9m ” fchäste des Landes fortzufuhren ‘ * b,e ®e=
Auch die Zentrumspartei des Landtags mub r,A M Rechts der Mehrheit voll bewußt^ib« Kie konfervattv«" bei der Abivehr der X
, stellt Word« ift, verdankt man der Auslösung e des vorigen Abgeordnetenhauses, — jener Auslo- , ._______________su«g> die von ben halb- und ganzliberalen Mini-
rt die Liberalen erzürnt. ftcrn der Krone vorgeschlagen und von dem gesam- scharf und auch verletzend; ten Liberalismus mit so großer Freude begrüßt wor-
twr der Liberalen. Redner führt eine Reihe von Fäl. föt. f, L «ÄÄ E?