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59. Jayrguu-.

• fuldaer® Zeitung

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3. Blatt.

vr>« unb Verlag kt sxtiatt Xditftnrftrd in Zulda.

(—) Die Vogelsberger Kreisbahn.

Eine überaus wichtige, in ihrer Folg« für die wirtschaftliche Zukunft der Stadt und des volks. reiche» westlichen Telles de- Kreises Fulda hochbe» dentsame Angelegenheit hat der Kreistag auf di« Tagesordnung seiner am 3. April statlfindrnden Sitzung gesetzt: die Be>ch ußsaflung über den Bau einer normalspurigen, nebenbahnLhu» lichen Kleinbahn von Großenlüder nach Weidenau.

In Anbetracht der Bedeutung dieses Punktes hat der Vorsitzende des Kreisausschusses, Herr Landrat Springoruin, einen Bericht erscheinen lassen, der in interessanter Weise die Vorgeschichte dieses Bauplanes, die Erläuterung des von Knoch und Kallmeyer ausgeführten Bauentwurfes und Kostenanschlags und schließlich einen Vorschlag des Kreisausschusses für die endgiliwe Beschlußfassung des Kreistags am 3. April enthält. Dem Bericht 'ist ein Abdruck eines Aussatzes bcigelegt, den das >«rstorbene Krersiagsmitglied Rodert Krrcher am >. Febr. 1909 in der ,Fuldaer Zeitung' über die (.Vogelsberger Kreisbahn" erscheinen ließ und der jkundzüglich bereits der Plan zu dem Unternehmen owie eine erschöpfende Begründung des Baues Mthielt. Aus dem Inhalt des Berichtes sei-n folgende intereffanle Angaben über die Zwecke der Bahn Hervorgehoden:

»Die Bahn bezweckt die Aufschließung des west­lichen Teiles des Kreises Fulda, welcher zurzeit noch jeglicher Bahnverbindung entbehrt, während die üb­rigen teils durch die Hauptbahnen Frankfurt-Bebra und Fulda-Gießen sowie durch di« Nebenbahnen Fulda- Tann und Fulda-Gersfelt in günstiger Weise an das EisenbohnverkehrSnetz angcschlossen sind. Infolge dieses günstigen Umstandes haben auch diese Teile deS Kreises, insbesondere auch die Stadt Fulda, einen stets zunehmenden wirtsckmftlichen Aufschwung zu ver­zeichnen, während der westliche, gut bevölkerte und nicht minder entwicklungsfähige Teil deS Kreises in seinen wirtschaftlichen Verhältnis»-:; infolge der mangelhaften Transportverhältnisse zurückgeblieben ist. Nachdem sich die jahrlang getätigten Bestrebungen auf die Er­bauung einer Staatsbabn nicht verwirklichen ließen, hat der Kreis nunmehr beschlossen, die Bahn als Kleinbahn in eigener Regie unter Mitwirkung bed Se^irfSberbcinbcS und bcS Staates 511 erbauen und zu betreiben. Die Hauptorte des westlichen Teiles ks Fuldaer Kreises liegen in der Nähe der Linien­führung zur Erschließung des Landstriches parallel ber hessischen Grenze unter möglichst unmittelbarer Berohrung der in Frage kommenden Ortschaften. Als ote bedeutendsten Orte im preußischen Teile finb Hauswurz, Jossa, Hosenfcld und Hainzell zu Nennen. Zu diesen gesellen sich die kleineren Orte Uffhausen, Kleinlüder, Blankenau, Poppenrod, Pfaf» siairod, Brand los, Kauppen und Weidenau. Diese sämtlichen Orte werden von der neuen Bahn mehr oder weniger unmittelbar berührt. Neben diesen kommen aber noch die benachbarten hessischen Orte, so- tocit sie nach der bestehenden Nebenbahn Lauterbach- Grebenhain schlechte Verbindungen haben und nach der neuen Bahn bessere erhalten, in Frage. Es sind dies bie Orte Stockhausen, Schlechtenwegen, Heisters, Zahmen, Wünsch-Moos, Metzlos, Gchag, Nieder-MooS, ©ungenau, Reichlos und Freiensteinau. Weiterhin toetbeu die int Kreise Schlüchtern belegenen Orte Hin­tersteinau und Reinhardts der neuen Bahn zufallen, ba sie nach der künftigen Endstation Weiden- S u erheblich kürzere und bequemere Verbindung erhal­ten, als nach Schlüchtern, auf welche Station sie gegen­wärtig angewiesen sind. Die genannten Orte haben zusammen etwa 1 3000 Einwohner, und hieraus allein ist zu ersehen, daß der von der Dahn aufzuschlietzende Landstrich außerordentlich bevölkert ist und infolgedessen auch gut bewirtschaftet sein mutz, um eine so große Bevölkerung zu ernähren. Die Be­wohner finden ihren Erwerb fast ausschließlich in Land- und Forstwirtschaft; Industrie ist zurzeit nur in ge­ringem Umfange vorhanden, wie bei dem Mangel ge­eigneter Transportmittel nicht anders zu erwarten ist. AuS dem gleichen Grunde können die Bodenschätze, welche ebenso wie in dem benachbarten Vogelsberg in Bajalt und Sandstein bestehen, zurzeit nicht verwertet toeroen. Nach Erbauung der Bahn werden sich diese Verhältnisse in gleichem Maße verbessern, wie sie p® ui dem benachbarten Vogelsberg, in der Rhön, im HSdfertooib, und in bisher vernachlässigten Gebirgen na® Erbauung von Dahnen gehoben haben. Für "die POry\.unil Landwirtschaft kommt hauptsächlich die 'urm die Bahn ermöglichte Ausfuhr von Holz, Vieh und wndwirtschaftlichen Produkten, sowie die Einfuhr von Sohlen und Düngemitteln in Betracht. Außer dem

Güterverkehr ist aber bei der großen Zahl von Ort­schaften und bet starken Bevölkerung auch auf einen regen Personenverkehr zu rechnen. Bedenkt man, daß von den zu erschließenden Ortschaften die nächste Bahn­station zurzeit mindesten» 10—12 Kilometer entfernt ist, so erhellt ohne weitere», welchem fühlbaren Mangel hinsichtlich de» Personenverkehr» die Bahn abhelfen würde. Ma» kann wohl sagen, daß es gegenwärtig in Mitteldeutschland keine gleich gut bevölkerte Gegend mit so mangelhaften PerkebrSverbältnissen gibt, wie der westlich« teil de» Kreise» Fulda."

Nach d«m Bericht ist tn dem Knoch u. Kall- mey «Aschen Projekt« folgende Linienführung vorgesehen:

Der allgemeine Lauf der Linie ist durch da» der hessischen Grenze parallel laufende Tal der Lüder und ba» anschließend« Tal der Jossa vorgezeichnet. Das Tal erreicht bei Großenlüder, woselbst die bisher nördlich« Richtung der Lüder nach Osten umbiegt, die Fulda-Gießener Hauptbahn und al» natürlicher AuS- gangSpunkt ergibt sich somit der Bahnhof Großenlüder. Die Bahn führt von hier im Lüdertal aufwärts bis Blankenau, dann in dem Tal der Jossa bis Holenfeld und Poppenrod. Dort überschreitet sie die nach Westen umbiegende Jossa, verbleibt am westlichen Hang deS anschließenden Seitental» und erreicht die Paßhöhe zwischen Brandlo» und Hauswurz. Von dort fällt die Bahn zunächst nach dem Kemmetal, In dessen oberem Gebiet der Ort Hauswurz liegt, hinab, um dann in einem Seitental dem Kemmete nach dem Endpunkt Weidenau wieder anzusteigen. Die Fortführung der Bahn bis Weidenau erfolgte im Interesse der dort be­nachbarten zahlreichen Ortschaften, von denen Freien­steinau und Hintersteinau die wichtigsten sind. Hier­durch wird der geplanten Bahn ein erheblich größerer Verkehr zugeführt, al» wenn die Bahn, wie früher geplant, bereit» in Hauswurz endigen würde.

Die Gesamtkosten des Baurs sind ohne Grundrrwerb auf 2484000 Mark veranschlagt. Für den Betrieb werden in den ersten Ja Kren drei Züge in jeder Richtung täglich ausreichen. Bei 30 Kilometer Geschwindigkeit wird die Dauer einer Fahrt auf der 25 Kilometer langen Bahn einschließlich der Aufenthalte auf den Zwischen­stationen etwa P/i Stunden in Anspruch nehmen. Bahnböke sind vorgesehen in Großenlüder, Uffhausen, Kleinlüder, Hainzell, Blankenau, Schletzenhausen, Hosenfeld, Jaffa, HanSnmrz und Weidenau.

Der Kreisausschuß schlägt nun dem Kreistage vor, folgenden Beschluß in fassen:

a) Der Kreis Fulda beteiligt sich an dem Bau einer normalspurigen nebenbahnähnlichen Kleinbahn von Großenlüder über Hainzell nach Weidenau mit zwei Dritteln deS Baukapital» unter der Voraussetzung, daß der Staat ba» letzte Drittel deS Baukapitals über­nimmt unb bet BezirkSverbanb dem Kreise ein Drit­tel des Baukapitals unter den jetzt dafür geltenden Bedingungen darleiht, unb unter der weiteren Voraus­setzung, daß die beteiligten Gemeinden den Grunder- wcrb übernehmen, b) Zum Zwecke des Baues und Betriebes der Bahn wird eine A k t i e n g e se l l s chaf t gegründet, bei welcher der Staat ein Drittel und der fireiS zwei Drittel deS Aktienkapitals übernehmen, c) Der Bau wird von der zu gründenden Aktienge­sellschaft selbst auSgeführt und zwar nach dem von bett Ingenieuren Knoch unb Kallmeyer entworfenen Pro» jefte. d) Den Betrieb ber Bahn übernimmt bis auf weiteres bie Aktiengesellschaft selbst, e) Die Kosten des Grunderwerbs sollen, soweit nötig, aus Vorauslei­stungen der int Jnteressentengebiete der Bahn belege, neu Gemeinden aufgebracht werden, k) Der Kreistag ermächtigt den KreiSausscbuß, bei den zuständigen Stellen zu beantragen: 1. Die staatliche Genehmigung -um Baue und Betriebe ber Kleinbahn nach dem ge- dachten Projekte, 2. ein« Etaatsbeihülfe zu dem Baue der Kleinbahn in Gestalt einer Beteiligung beS Slaa- tes mit einem Drittel an bett Gesamtkosten beS Baues und der Beschaffung ber Betriebsmittel. 3. die Ge- Wahrung eine» Darlehn» in Höhe eines Drittels der vorbezeichneten Gesamtkosten aus Mitteln des Bezirks- verbcmdeS gu_ den üblichen Vergünstigungen, g) Der dehält sich die Beschlußfassung über die Er­mächtigung bei KreisausschusseS sür bie rechtsverbind­liche und rechtsgültige Vornahme der zur Ausführung des Kleinbahnunternehmens noch sonst erforderlichen Rechtshandlungen vor. Dies gilt insbesondere für die Aufnahme der zur Beschaffung deS letzten Drittels der Baukosten nötigen Anleihe, für die Annahme der endgültigen staatlichen Genehmigungsbedingungen, für die Vereinbarung über bie endgültigen Bedingun- gen der finanziellen Beteiligung des Staates, für den Erwerb deS zum Bahnbau notwendigen Grunderwerbs und für den Abschluß von Verträgen über den Bau der Bahn und di« Beschaffung des Betriebsmaterials.

Es ist zu hoffen, daß auf dieser Grundlage dir Ausführung eines schon so lange gehegten P anes

von

Ne-

Eis-

waltigen, ins Meer hinausklingenden Leitmotive die­ser grandiosen Felsensymphonie . . .

Ein tiefes Wehgefühl beschleicht den starken, le­bensfrohen Jüngling. Soll es das letzte Rial sein, daß er dieses Weihefestspiel der Natur auf sich wir­ken läßt? . . $

Unb jetzt tritt auch der Mond hinter einer bunt- len Wolke hervor nnb beleuchtet mit seinem magi­schen Licht bie in weiter Ferne gespenstisch zum Him- mcl aufbüfternbe Arenbal-Ruine — Sigrid Arnold- sens Lieblingsausenthalt.

Erik starrt und starrt — —

Plötzlich fährt er sich mit der Hand über bie äugen. Die Unruhe ist von ihm gewichen. Kl«r unb beutlich liegt sein ganzes Innere, sein verbor­genstes Denken unb Empfinden, vor ihm.

Er schließt das Fenster, stellt die Lampe auf den Schreibtisch, legt eine Anzahl Briefbogen zurecht uno beginnt zu schreiben — erst langsam, nachdenk» «d) - . dann immer schneller, fließender . . . Mit wdem dollgeschriebenen Bogen ist es ihm, als ob sein Herz leichter, sein Kopf freier würde.

", wohl eine halbe Stunde — ohne aufzubluken, ohne Pause ...

er die auf dem Tisch verstreuten 5^”- Sorgsam ordnet er sie, während sein Blick toU wehmütiger Zärtlichkeit auf den dichibeschrie- denen Seiten ruht ...

Jetzt nimmt er au8 einer Schublade ein schmale- blaufetbenel Band, ba« ernst Gerdas blonde Locken unb bin bet bie bösen Blatter zusammen

Sann steckt er da« kleine Paket in seinen lieber rod unb verlaßt das Zimmer, um sich von bei alten Die-rcrin den Schlussel zum Parktor geben zu lassen. -

In klarem Mondenglanz schreitet er dahin durch senp^hina?^ $iltau4 ium Tor, den steilen Fel-

Die Majestät de- Weltalls umschwebt den Ein- sam-Dahinwandelnben und webt sich in feine Ge­danken unb kühlt feine brennenden Schläfen.

A4, mit welch jugendlichem Uebermut blickte er nxx$ vor kurzem in bie Bufunft! Wie glaubte er, die ganz« Welt sei für «hn voll rosenroter Wölk­chen, hinter denen sich ihm ba« Paradies auf Erden erschließ«! „ . v -

'• wenn Dn am Montagabend den Bahn. M Hamar erreicht hast, so gncke Dich auf dem Perron um! Und wenn Du dann ein ÄS aufgeregtes kleines Persönchen dort erblickst unb. recht artig bist, so barfft Du in Begleitung bieses Persönchens nach Christiania weiterfahren Ein famoser Spaß, wie? . . . Die Cache ist näm- tich so: Montag ist mein Geschäft geschloffen, weil Oer Besitzer Hochzeit hält, und ich habe frei Wie kann ich nun diesen freien Tag besser ausuutzen,

.B ich meinem Herzensschatz entgegenfahre?" „Liebes kleines Mädchen!" murmelt Erik vor sich sn dem Ton fehlt die rechte Innigkeit. — bereit« früh am Abend sagt Erik ber Herrin von

• b^aarb ernst, fast feierlich „Lebewohl". * ^hrt

3t aebt eÄ11/' ii"huhe Hai sich feiner bemächtigt.

ez ssrmiu

-E ire hrnehme fein lauschenbes Ohr bie wildschäumend« Landung dort unten, als trinke seine Seele bie ge.

Helden der pflicht.

^lornan aus dem Lande ber Mitternachtssonne Erich Friesen.

11.

,, Jf05“ nordischer Herbsttag, ba feuchte

ftosteln unb em schneidender Wind vom «eei herab daherfegt.

wenig Stunden haben die Herrin von Schloß ^ V l,nb <Srtf Ni-ls ihren letzten gemein. SE ^Ämnqr «TS* r »ach der Arendal- ■ ei lang,. xL, ÜÄX'JÄ -|ol.

nunmehr herbeigefübrt werden wird. Dafür bürgt un« die emsig« Tätigkeit, bie Herr Landrat Evringorum und die übrigen Mitglieder der Kreis- Körperschaften, darunter Herr Reichstagsabg. Richard Müller (der für den Bahnbau bekanntlich 50000 Mk. gestiftet hat) auf diese Angelegenheit seit langem aerwenden.

Aus dem Nachbargebieie.

* Darmstadt, 21. Mär, 1912. Der Heilstat­tenverein für da« Großherzogtum Hessen be- schloß in seiner Hauptversammlung die Errichtung eines Lupusheims in Gießen, de« ersten in Deutschland.. Grunderwerb, Bau und Einrichtung des Heims erfordern 155 000 Mark, bie bei ber San» beSversicherungsanstalt für das Großherzogtum Hes­sen im Wege ber Aufnahme eines LiLprozentigen Darlehen« beschafft werden sollen.

* Aus Rheinhessen, 22. Mörz 1912. Die in der Nähe von Ober-Ingelheim auf ber Walbeck errichtete Rheinhessische Bismarcksäule ist vol- lenbct. Die Baukosten dieses massiven unb wuchtig wirkenden Denkmals belaufen sich auf 70 000 Mk. Das verwendete Cteinmaterial wurde der Berges- böhe, auf der die Säule steht, selbst abgenommen. Eine Höhe von 27 Metern hat die Säule, von deren Plattform aus der Besucher eine wunderbare Aus­sicht auf den herrlichen Rheinstrom von Mainz bis Bingen und in den gegenüberliegenden Rbeingau, vom Nationaldenkmal bis zu den hohen Taunus­gipfeln Feldberg und Altkönig genießt. Die Ein­weihung der Bismarcksäule finbet am 12. Mai b. I. s.att.

* Aschaffenburg, 22. März 1912. Der Prinz­regent wirb am Palmsonntag mit Prinzessin Therese in Aschaffenburg zu längerem Aufenthalt eintreffen. Die vorläufige Feststellung der Zählung bei hie­sigen Einwohner am 5. März ergab eine ortsan­wesende Bevölkerung von rund 30 400 Personen.

vermischtes.

* Im Thüringerwald hat seit mehr als 14 Tagen jeglrcherWintersport auf den Höhen auf­gehört. Das ist als ganz außergewöhn­lich zu bezeichnen, denn seit auf dem Thüringer Wald Wintersport in größerem Maße getrieben wird, war es selbstverständlich, daß gerade die beiden ersten Sonntage im März noch tüchtig ausgenützt wurden. Jetzt aber fahren z. B. schon wieder Wagen und Automobile von Oberhof nach der Schmücke, und Ende Februar ist man schon im Wagen von ber Schmücke nach Elgersburg gefahren. Die Schnee­lage ist selbst auf bei höchsten Höhe im Beerbergge­biet nur noch ganz gering, wenige Zentimeter, wäh­rend sie sonst gegen Mitte März oft noch über einen Meter betrug.

* Tod beim Turnen. Der Turnwart des Männer­turnvereins in Tondern (Schleswig-Holstein), ein Tischler, hatte bei einer Veranstaltung gerade eine schwere Reckübung vollendet und wollte unter Beifallsrufen der Zuschauer abtreten, als er infolge Herzschlages tot umfiel.

* Die ersten Kiebitzeier.sind in ber Berliner Zen­tralmarkthalle eingetrosfen. Die von bett städtischen Verkaufsvermittlern bei den Versteigerungen erziel­ten Preise belaufen sich auf 2,60 Mark für das Stück.

* Reform des Kinos. Das neue königliche Operntheater in Berlin ist an einen Kinematogra- phemmternehmer vermietet worden. Tie Films, die gezeigt werden sollen, sind farbige Aufnahmen nach der Natur, die erzieherischen und wis­senschaftlichen Wert besitzen.

* Ein« abfällig« Kritik über ein Fußballspiel des University College Ruby Team, die in einer Zei­tung in Aberystwyth erschien, ist für den Kritiker etwas unangenehm verlaufen. Nach Schluß der Borlesungen ergriffen die Studenten ihr Opfer und marschierten mit dem Unglücklichen nach den Schloß­ruinen, wo sie ihn banden und ihm eineKanne Syrup über den Kopf stülpten. Ungeheuere Diengen von Konfetti wurden bann nach ihm ge­worfen, bis ber Arme wie ein wandelndes Kaleidos­

~ Vorbei! Vorbei! .. . Ter Schatten eines harten Schicksals fiel auf fein Leben, wie jetzt große Wol­kenschatten herab auf die flimmernden Meereswo­gen fallen und für kurze Zeit das Helle Mondlicht verdüstern.

Und weiter unb weiter eilt er —• hin zu der Bucht, an welcher bas kleine Boot ber Herrin von Schloß Sanbsgaarb befestigt ist.

Er löst es vom Haken unb rubert hinüber zu der Arendal-Ruiite. •

Als er nach einer Stunde nach Schloß Sauds- gaard zurückkehrt, liegt ein seltsamer Glanz auf fei» nne Zugen. Oder ist es ber Reflex ber matten Mon­denstrahlen, der sich in feinen leuchtenden Augen widerspiegelt? . . .

Der Inhalt ber Aufzeichnungen, bie Eriks müde Seele so wundersam erquicken unb erleichtern, ist folgenber:

„In weniger beim zwölf Stunden sage ich Schloß Sandsgaard für immer Lebewohl; in weni­ger denn drei Tagen sehe ich das liebliche Geschöpf wieder, dem ich — nach schweren, heißen Kämpfen — solch bittres Unrecht antue--■

„Als ich vor wenig Monaten hierher kam, liebte ich meine kleine Gerda von ganzem Herzen. Ach, diese Neigung, von der ich glaubte, daß nur ber Tob sie enden könne, ist in wenig Nbonaten zerronnen--

„Meine Gerda, bas gute, harmlose Kind, soll nichts von meinen Kämpfen erfahren. Ich werde ihr ein treuer Gatte sein, werbe sie in bem Glau­ben lassen, daß sie mein ganzes Herz besitze--

_ „Mein Leben wird fortan eine einzige große Lüge sein. Gott wird sie mir verzeihen, sie geschieht um Gerda- willen. Du sollst nicht ahnen, mein liebe- kleines Mädchen, welch wetterwendischen Gefellen du dein Herz, dein ganze- Sein geschenkt. Mögest du niemals den Glauben an mich verlie­ren, so wie ich ihn heute an mich selbst verloren habe! In deinem kindlichen Frohsinn hast du dich oft scherzend meine zweite Vcutter genannt. Du erwärmtest mein freudlose« Dasein durch dein« Lieb«; ich will beinern Herzen al« Gegengeschenk nicht den Todesstoß verKnen —• t—•

kop aussah. Dann wurde er auf einen Karren ge­laden unb im Triumph durch bi« Stadt gefahren« Nachdem man noch allcrband Allotria mit ihm ge­trieben hatte, konnte er schließlich nach seiner Woh­nung abziehen. — ?' .cht bezeichnend für bie Studen­tenfitten Englands.

** Ein durchgeqangenes Torpedo. Aus Ply» mouth wird berichtet: Im Sund von Plymouth fanden Torpedoschießübungen statt, allerdings mit blinden Geschaffen, bie ausgezeichnete Ergebnisse hat­ten. Dann sollte mit einem scharfen Schuß ein im Sunb befinblicher Felsen gesprengt werden. Zu die­sem Zweck eilten die in der Nähe befindlichen Kriegs­schiffe herbei, ba selten mit scharfen Geschossen gear­beitet wirb. Da« Geschoß ging lo« unb jeder wartete mit Spannung auf bie Detonation. Aber nick''s trat ein. Plötzlich sah man mitten unter den Schiffen bas scharfe Torpedo sich beweaen, unb mit ber größ­ten Geschwindigkeit aber noch größerer Vorsicht stoben bie Schiffe nach allen Richtungen auseinan­der. Höchstwahrscheinlich hatte das Torpedo sein Ziel verfehlt, beschrieb eine mächtige Kurve und kam von ber andern Seite auf die beobachtenden Schiffe zugesaust. Zur rechten Zeit jedoch war es bemerkt worden. Einen Augenblick später und er wäre viel­leicht in die Schiffe hineingekracht und hätte eine un­geheure Verwüstung verursacht.

— Ein armer Familienvater. »Bei Ihnen wird wohl ftbr viel musiziert, Herr Sänftüng?" — „Unb ob! Ich kann Ihnen Tagen, wenn eine von meinen Töchtern am Klavier sitzt, dann stehen schon zwei ander« hinter ihr und matten!*

Literarisches.

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, „Mer die Schwärmerei de« Jünglings ist bor- bet; bte ewige heilige Mannesliebe ist erstan-

»Welch ein Unterschied zwischen den beiden! 5lfl bte kleinen Reize, bie des Jünglings Herz be­zauberten, versinken in ein Nichts vor ber erhöbe, nen Größe be« Wesens, bas ich jetzt anbete---

„Gerda ist ein anmutiges, harmloses Kind, pe$— ein Weib ohne Fehler, bie Vollkommenheit

»Nach und nach erst bin ich zu ber Erkenntnis gekommen, daß ich sie liebe . .. Zuerst bewundert

.sie nur; aber jetzt liebe ich sie mit aller Kraft meiner Seele, mit jeder Faser meines Herzens —

.»Ihr Iiame klingt mir wie Musik; er weckt in meinem Herzen ein Echo. Er ist für mich tote der (Sefang himmlischer Heerscharen, nur für mich allem verständlich--

»Wie groß ist ihre Macht über mich! Ein Wort von ihr verwandelt meine Zweifel in Ge­wißheit; ein Blick von ihr zeigt mir den Weg zum Guten, bas in mir schlummerte, ohne daß ich es wußte. Sie hat neue Gedanken in mir geweckt, hat all meinen Sinnen eine andere Richtung ge­geben. Sie hat mich mir selbst offenbart---

„Mit ängstlichenBlicken habe ich bei ihr nach einem Zeichen bei Sympathie gespäht — sei es Mitleiben obet Dankbarkeit. Ich würde mein Le­ben lassen für eine um mich geweinte Träne--

„Obgleich meine Siebe hoffnungslos ist und ein Unrecht gegen Gerda, so schwelge ich doch in ihr. Der Gedanke, daß ich hatte sterben können, ohne sie zu kennen unb durch sir mich selbst, ist furchtbar---

„Meine Siebe zu ihr ist eine doppelte: ich liebe bie Liebe, bie ich für sie empfinbe--

„Wozu ich dies alles niebecschreibe? Nicht au« flüchtiger Saune. Ich weiß meine Worte sind schlecht gewählt, meine Gedanken überstürzen sich. Alles, was ich sagen könnte, würde nicht den hun­dertsten Teil ausdrücken von bem, was ich fühle —-

„Möge Gott mir meine grenzenlose Siebe ver- »eihen! Möge er seine Hand halten über seiner vollkommensten Schöpfung, über ^Sigrid Ar, «oIbsen!"

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