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b-lämp i. Die geistliche! ihren Wohnsitz, jed7ch e7haL» Setter 7'?obig°Ä
Schulau! sicht in der Stadt ist noch weniger al8 auf dem Land. ®tr sollten gemeinsam den Kampf gegen Unglaube und Umsturz führen. «Beifall im Zentrum) Abg. Schepp (tip.i; Die fachmännische KreiSfchul- aufsicht setzt ihren Stegeszug fort. Trennung von Kirche und Staat verlangen wir nicht, wir wollen nur, daß den Uebergriffen der Kirche vorgebeugt wird. Einen Fortschritt im Schulwesen erkennen wir an. Aber er muß beschleunigt werden. (Beifall links.)
Abg. Kloppenborg «Däne» fordert, daß der Reli« gtonsunterricht in den dänischen Bezirken auch in der dänischen Sprache erteilt wird.
Ein Schlußantrag wird angenommen, der Titel .Ministergehall" bewilligt, ebenso noch einige weitere Titel.
Greifen den Vorzug. Die Bermittlum ' einen zustande gekommenen Arbeitsnach_________ö_
1,50 Mark, Porto und Telephongebühren sind in jedem Fall zu zahlen. Angebote bezw. Gesuche sind an den Kreisarbeitsnachweis Bebra zu richten. Es empfiehlt sich, die bei den Bürgermeistern erbält- lichen vom Arbeitsnachweis herausgegebenen Postkarten zu benutzen.
Au§ Gberhessen u den Hess. Aemtern.
* Marburg, 17. März 1912. Dem Rechtsanwal! 2r. Robert Krug, dessen Tckivester Fräulein Hedwig Krug hier und dem Rechtsanwalt Viktor Krug von den Höchster Farbwerken, in Frankfurt a. M. wohnhaft, die die Seitenlinie der hessischen Familie Krug von Nidda bilden und deren Vorfahren den Adel abgelegt hatten, ist vom König von Preußen das Recht verliehen worden, sich wieder Krug von Nidda zu nennen.
* Marbach (Kr. Marburg), 17. März 1912. Nachts wurden einem hiesigen Einwohner, welcher etwas abseits wohnt, Hühner aus seinem ver-
Aurland.
** Liberale Wahlmogeleien in Wien. Auf Antrag des R.-Adg. Tr. Ritter von Lodgcmann (Deutscher Nationalverband) wurden im Immuni- tälsausschuste der Auslieferung des R-Abg. Max Friedmann wegen des Vergehens nach § 7 des Wahlschutzgesetzes vom 26. Januar 1907 einstimmig stattgegeben. Als Begleiterscheinung der Kandidatur des Abg. Friedmann, eines typischen Manchesterliberalcn und Kartellschützers, wurden bei den letzten Reichsratswahlen, wo der christlichsoziale Gegenkandidat Bieiohlawek unterlag, ungeführ 250 Falschmel düngen anlgedeckt, welche dem Zwecke der Beeinflussung des Wahlglückes dienen sollten. In Zimmern verschiedener Hotels der inneren Stadt waren je 6—7 Personen gemeldet, um Wahlstimmen für Friedmann zu erschwindeln.
** Der Katholizismus in den Vereinigten Staaten. Kardinal F a x l e y, der neue E zbischof von New- Jork, hat sich auch bei den anderen Konfelsionen großes Ansehen erworben, und deren berufene Vertreter haben ihn bei seiner Rückkehr von Rom geehrt. Einer interkonfersianellen Veranstaltung zu seinen Ehren konnte Präsident 2aft, der ebenfalls eingeladen war, nicht beiwohnen, weshalb er au den Vorsitzenden ein Entschuldigsschreiben sandte, das gleichze tig eine Anerkennung des Wirkens der katholischen Kirche enthält. Taft schrieb:
„Alle Nichtkatholiken können mit Fug und Recht ihre hohe Würdigung des guten Einflusses der katholischen Kirche anssvrechen in ihrem selten Wl-erstande I ge:en anarchistische Doktrinen und in ihrer kräsligen Unterstützung von Gesetz und Ordnung und der bestellten Obrigkeit."
Jetzt wird der ähnliche Inhalt eines Schreibens des Präsidenten an Kardinal Faxley selbst betont. Tarin heißt cs:
. . . ., , . , a—Der
Infort herbeigeholte Polizeihund von hier vermochte den Täter nicht zu ermitteln.
* Kirchhain, 17. März 1912 In der gewerblichen Fortbildungsschule siel einem Schüler, dem Metzgerlehrling R., durch Unvorsichtigkeit eine Schulbank auf den Fuß. Die dadurch entstandene Wunde verschlimmerte sich derart, daß der Verletzte heute in die Marburger Klinik geschafft werden nrußte. — Ein auf dem Hochwasser in den Wiesen sich anfhaltender wilder Schwan ist, nachdem das Wasser sich verzogen hat, ebenfalls von hier wieder verschwunden. — Am Teufelskopf (Gemarkung Rüdigheim) wurden vorige Woche lvieder
„Die energische Opposition, die der Katholizismus unentwegt den anarch.stifchen und so;ia!demokratischen Bestrebungen entgegenbringt, verdient die Zustimmung und Anerkennung auch aller N:chlk..thoUken. Die katholische Kirche und Lehre ist die beste Schätzerin von Ordnung und Gesetz Mit Freuden begrüßen wir daher, daß Rom durch Vermehrung der amerikanischen Kardinäle die Tätigkeit .
seiner Bischöfe und unser Land geehrt hat. Die kakho- I.sigen Schlosse nehmen, ltsche Kirche kann bei ihren orenung- und gesetzerhalteiiden - " ~ "
Bestrebungen der Unterstützung und Sympathien aller Aichtkatholiken versichert sein."
* Oberkaufunge», 17. März 1912. Auf der Landstraße stoischen hier und Niederkausungen fand heute ein Zusammenstoß zwischen einem Lastwagen I einer Kasseler Firma und einem Autotnobil statt, das nur mit dem Chauffeur besetzt war. Einem I Pferde wurden beide Vorderbeine gebrochen. Men- j scheu wurden nicht verletzt.
* Hombressen, 17. März 1912. Vorgestern hat sich der 15jährige Herrn. W. erhängt. Er hat die Tat mit einem dünnen Faden an der Türangel ausgeführt, wahrscheinlich sogar in Gegenwart zweier Brüder von 3 und 5 Jahren. Was den Jungen in den Tod trieb, ist nicht bekannt.
Flieden, 17. März 1912. Bei der Ersatz- >v a h l z u r Gemeindevertretung wurden in der ersten Klasse die Herren Dr. alle und Gastwirt Müller, in der zweiten Klasse der Auszüger I Herrn. Bagus wiedergewählt, in der dritten Klasse wurde an Stelle des zum Bahndienst übergegangenen Weichenstellers Friedrich Mahr der Hüttner und Maurer Leonh. Röb ig von Weinberg gewählt. Die Wahlbeteiligung war schwach. Durch den Ausfall der Wahl ist die demnächstige Wiederwahl des hiesigen Bürgermeisters Herrn Neidert gesichert. Auch hat das Schulneubau-Projekt Töngesmühl einige Stimmen mehr in der Gemeindevertretung erhalten.
* Salmünster, 17. März 1912. Gerichtsassassor Harff bei dem Kgl. Amtsgericht in Treysa wurde zum Amtsrichter ernannt und von dort an das Amtsgericht zu Salmünster (Kreis Schlüchtern) ver- setzt.
_ * Aus Franken, 17. März 1912. Ein großes Sägewerk, und zwar vor allem zur Bearbeitung von amerikanischem und russischem Holze, soll demnächst neben dem Bahnhof Bergrheinfeld bei Neustadt tSaale) erstehen. — Auf dem Verfchubbahnhof Würzburg-Zell in A schaffenburg fuhr einem anssahrenden Guterzug? eine Güterzugsmaschine in die Flanke. Drei Wagen wurden total zertrüm- uiert, der Bremser Morhavl au§ Damm wurde blutüberströmt unter den Trümmern hcrvorgezogen.
Einen „schweren" Diebstahl führten zwei Bur- . . 1 in Aschaffenburg aus, indem sie einen
Abg. Dr. Friedberg fntt.) meint, der Kultusminister habe 'ich in dem Streit zwilchen den Abgg. Ditlnch und Campe aus die Seite des letzteren stellen müssen, wenn er die Staatsgewalt gegenüber den Ansprüchen der Kirche ivahren wollte. Auch wir flehen auf dem Standpunkt, daß eine Trennung des Kultus von dem Nnterrichtsmimstkrinm erwünscht sei. Die Erklärungen des Ministers Über die Anstellung von katholischen Geistlichen als Oberlehrer hat mich nicht beruhigt. Redner klagt Über angebliche Maßregeln gegen Lehrer, die nationalttberal gewählt hätten.
Minister v. Trott zu Solz: Es ist den Beamten und auch den Lehrern unbenommen, sich einer politischen Partei anzuschließen und sich polrtrsch zu betätigen. Sie haben aber gewisse Rücksichten zu nehmen. Dafür be« laminte Normen seflzulegen, ist unmöglich.
_. . jlb9 Dr. Kaufmann Z.s: Der Mrdcrmsmns richtet I
* Ans Sinh tilgen, 17. März 1912. In M ühI - h auf en stürzte sitz der 79 Fahre alte Rentier ikle uschmidt in einen Lichtschacht und war so- sort ot. Ursache ist Gram um einen Brief, den ihm Mieter geschrieben haben mit der Drohung, sofort sämtlich ausznz eben, wenn er eine ihnen unliebsame Mietspartei nicht so'ort entfett c. — Bet einem Vorträge über „Frauen - Krankheiten , .... eine Dame in Eisenach abhielt, mnßlen nicht weniger als sechs Zuhörerinnen ohnmächtig vom Platze geira ten w'f en.
Aus dem Nachbargebiete.
— Nrnenberg, 15. März. Heute fanden hier die Gemeindewahlen statt. In der 3. K-lasse wählte man an Stelle eines verstorben.« Mitgliedes der Gemeindevertretung Johann Jahn I, für die ausscheidenden Mitglieder der 3. Klaffe wurden Jo-' Hohmann, Adam Schnell und Jos. Herzig I? gewählt. Bei der Wahl in der 2. Klasse ist Stichwahl zwischen Jos. Enaek und Gastwirt Edmund Kümmel ersorderttch. Wieder gewählt wurde Gastwirt Eduard Schultheis in der 1. Kl.
O Büdingen, 17. März 1912. In dem im Februar 1908 eröffneten Konkurse über das Vermögen der Bankfirma Max Wertheimer u Co. in Büdingen (Oberhessen), dessen Inhaber der verstorbene Bankier Hofrat Rothschild ist Büdingen war, kommen 6y2 Prozent zur Verteilung. Eng verknüpft mit dem Konkurse der Bankfirma Wertheimer u. Co. sind die Konkurse des Vorschuß- und Kreditvereins Ober-Mockstadt e. G. m. H. und des früheren Genchtsreferendars Burk in Gießen.
_ * Homburg v. d. H., 16. März 1912. Nach verläßlichen Informationen wird die Kaiserin weder im März noch im April Aufenthalt auf dem hie-
„Bielleicht!"
„So, so —! Hm —"
. Inzwischen hat sich das Gewitter mehr und mehr zufammengezogen. Blitz auf Blitz zuckt hernieder. Bereits fallen einzelne große Regentropfen.
„Geh zurück, alter Junge!" meint Lorenz mit einem bedenklichen Blick nach dem trübseligen Himmel. „Wirst sonst naß wie eine Katze. Ich hab' meinen Wettermantel mit. Aber du —«
„Meinethalben. Leb wohl denn! Und tu' was für deine Nerven. Tu gefällst mir nicht."
. Gin flüchtiger Händedruck — bann gehen beide '.nri.e'ügegengesetzter Richtung auseinander, jeder im .trllen froh, den anderen los zu sein.
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I"lnttten zuckender Blitze, dröhnender Sonnet« „ ^"^gepeitschter Flut lichtet der Damp- Itn von Trontsö die Anker. Gummiwänt^?eck, außer der in dichten -ich w steckenden Mannschaft. Alles hat
-b,e Kabinen verkrochen oder ins bebaalicke Rauchzimmer, um entweder das mit elemeiitarer welvalt hereingebrochene Getvitter zu verschlafen oder etwa mtssteigende Furcht durch Trinken und Kartenfpiel zu betäuben. un0
Auch Lorenz Jespersen hockt, dumpf vor sich hin- brutend auf dem kleinen Plüschfofa seiner Kabine. Bon Zeit zu Zett stretcht er sich über die Stirn, als wolle er quälende Gedanken verscheuchen.
Es gibt Menschen, die glauben, sie könnten die sie umgebenden Verhältnisse nach ihrem Willen ummodeln. Törichter Wahn! Die Erfahrung lehrt daß eine höhere Macht den Menschen bei all seinen Handlungen leitet. Und Lorenz Jespersen bildet keine Ausnahme von der Regel
Vier Umstände arbeiten in einander, um ihn zu dem zu machen, was er.schließlich wird:
Erstens besitzt er schon von Geburt an ein äußerst reizbares Nervensystem--
„„ seitens hat er durch übermäßiges Trinken diese ungttickselige Anlage noch gesteigert--
Drittens ist er Lebensversicherungsagent —- -l rettens sieht er Jngeborg Baletti in ihrem
ngsgebühr für, Ambos im Gewichte von 21tz Zentner aus einem chwerS betragt | Eisengeschäft entwendeten. Ehe sie die Beute bet« kaufen konnten, wurden sie aber erwischt.
* Alsfeld, 16. März 1912 Sie Tabak- und Zigarrenfabrik Th. Köster konnte vorgestern auf chr lOOjähriges Bestehen zurückblicken.
_ * Bebra, 16. März 1912. Mit dem gestrigen agc wurde in Bebra eine von den .Kreisen Homberg, Rotenburg, .Hersfeld, Eschwege und Melsungen t.” ---- - - -- x». «« ^«vuviiusniu» tiajiet I unterhaltene K r e i sa r b ei t s v e r m i t t l u n g s- Religion, also auch gegen die evangelische. Ü e l l e eröffnet. Siese vermittelt landwirckickait-
seltsamen, totenähnlichen Schlaf — —
Diese vier Umstände zusammen bilden Lorenz Iespersens Schicksal- —
Schon beim Diner auf Schloß Sandsgaard hatte <zngeborgs ersichtliche Nervosität, ihr zeitweise eigentümlich ftarrer Blick auf seine geschwächten Nerven irritierend gewirkt. . . .
Als er sie bald darauf bewegungslos, todesbleich zu den Füßen ihrer Tante liegen sah, nahm diese nervöse Reizbarkeit derart zu, daß fein Blick wie gebannt an dem starren Mädchenantlitz hing und er momentan vor Grauen kein Wort hervorzubringen vermochte.----
In dem Moment, als Jngeborg die Augen wieder aufschlug, als die nach Lorenzens Meinung Tote aufs neue zum Leben erwachte — da durch Zuckte sein Hirn wie der Blitz ein schrecklicher Ge danke. Ein Gedanke, der ihn urplötzlich zum Verbrecher machte.
Er erschrickt vor sich selbst. Er versucht, jenen fürchterlichen Gedanken zu bannen. Vergebens, derselbe ist stärker als er.
Auf dem Wege von Schloß Sandsgaard nach Tromsö befindet er sich in einem bejammernswerten Zustand: er fürchtet sich vor dem leisen Echo seiner Worte: er fürchtet sich vor den ihm folgenden Schritten des zerlumpten Bettlers: er fürchtet sich vor sich selbst. '
Bis jetzt hat er sich für einen ganz brauchbaren Kerl gehalten — jedenfalls nicht schlechter, als der größte Teil der Menschen. Nun erzittert er bei der Erkenntnis, daß nur Mangel an Gelegenheit ihn bisher vor dem Verbrechen bewahrte,' daß schon langst verbrecherische Gedanken in ihm schlummerten —
- Kopf in die Kissen des Sofas gewühlt, versucht er noch einmal, jene Gedanken zu bannen.
„Erik ha-t recht", murmelt er, verzweifelt gegen sich ankämpfend. „Die Weine waren zu schwer. Ich leide unter krankhaften Halluzinationen. Weg damit!"
Hastig wirft er die Kleider ab, dreht baS elektrische Ächt aus und legt sich ins Bett, um zu schla- •
*“*■. vergebens. Seine Schläfen hämmern. Sein Kops glüht.
Nun versucht er. aus Klugheit den unheimlichen Plan, den fein Hirn blitzschnell gefaßt, zu verwerfen:
„Es könnte entdeckt werden, und was dann^ __
Außerdem finde ich keine Komplizen. Und allein kann ich's nicht machen!"
. „Senf an den zerlumpten Bettler!" raunt ihm die Stimme des Bösen zu. „An den Bettler, der mal den ^aubftunimen spielt und mal den Idioten — gerade wie er es für nötig hält!"
Er schaudert. Das eine Hindernis ist bereits hinweggeraumt Und das andere — bah! Wer wird sich fürchten!
,, . aufzuckender Blitz, der die ganze
kleine. Kabme für eine Sekunde fast taghell erlcuch- ict, gleichzeitig mit einem furchtbaren Donner- lchlag--
Angstschweiß tritt dem Mann aus die Stirn, der
In ■I<$ zusammengekauert, schlaflos in den Kissen liegt--
Sa§ Gute und das Böse in ihm kämpfen einen verzweifelten Kampf —
llnb die Blitze zucken und der Donner rollt--
S>a hält er es nicht mehr ans allein in seiner Kabine. Er kleidet sich an und geht hinauf ins Rauchzimmer.
Hier greift tr zu seinem gewöhnlichen Beruhi- gungsmittel, dem Fluch seines Lebens. Er trinkt und trinkt — bis alle besseren Empsiudungen in ihm verstummen und die tierischen Instinkte triumphieren
Als die „Skandinavia" am nächsten Tage in einem kleinen norwegischen Hafen Anker wirft, verläßt Lorenz Jespersen den Dampfer und fährt mit dem nächsten Schiff wieder nach Tromsö.
Dort findet er mit wenig Mühe den zerlumpten Bettler Jakob, der als „Idiot" allgemein befinnt ist.
Jetzt erst, nach einer inhaltschweren Unterredung zwischen den beiden, begibt er sich aii die Ruckreise nach Christiania.
(Fortsetzung folgt.)
Amt Geisa und Umgebung.
J‘[ ®**f<*» SRärj 1912. Sicherem Vernehmen nach will nun auch Geisa den Nachbarorten folgen iind andieZusammenlegungderGrund- stncke Herangehen. Der Widerstand, den man früher dem Plan entgegenbrachte, scheint bedeutend nachgelassen zu haben. — Seit voriger Woche wird hier ein Kalibohrturm errichtet. Am Samstag wurden die Maschinen hingeschafft, was einen großen Kraftaufwand erforderte, da durch Regen aufgeweichte Wege und eine altersschwache Brücke über die Geisa yi passieren war, die besonders stark gestützt werden mußte. Mit Hilfe von 10 Pferden brachte man endlich die Maschinen an Ort und Stelle. Der Bohrturm im nahen Bremen ist abgerissen und das Material bereits mit der Bahn weiterverfandt
X Barsch b. Geisa, 16. März 1912. Am gestrigen Abend fand hier im Siebert'scheii Gasthaus eine gutbesuchte Versammlung des Volks ver- e i n s unter Leitung des Geschäftssührer Herrn Grösch statt In dieser hielt Herr Rechnungs-Direktor Böschen aus Kassel einen Vortrag über die Reichsversicherungsordnung. Er legte im speziellen die Erweiterungen der sozialen Gesetze (Kranken-, Unfall- und Invalidenversicherung) dar und empfahl jedermann, unter Hinweis auf die großen, durch die Sta. stik nachaewiesencn Erfolge, sich eingehend mit diesen Gesetzen zu befassen und sich die Vorteile und Ansprüche aus diesen Gesetzen zu sichern.
O Frankenheim-, 16. März ‘1912. Sie ersten Kurgäste sind am 15. d. M. auf Sophien höhe eingekehrt. Es herrscht hier schon frühlingsmäßiges Wetter.
* Kassel, 17. März 1912. Am 15. d. M. war die Frist abgelaufen, in der die Bewerbungen um die freiwerdende Oberbürgermeister st eile eiuzureichen waren. Insgesamt haben sich 61 Bewerber gemeldet, darunter klangvolle Namen in der Montag: Interpellation zum Berg- kommunalpolitischen Welt. — Am Samstag stan-
eiterstreik. den nicht weniger als 39 Ehescheidungster-
- mine beim hiesigen Landgericht an.
Preußischer Landtag»
Abgeordnetenbails.
Sitzung vom 16. März 1912.
Fortsetzung der zweiten Beratung de» KuItnS-
Kultusminister ». Trott zu Solz: Bis zum April 1911 sind an den höheren staatlichen Schulen drei katholische Geistliche als Oberlehrer angestellt worden, und unter diesen befand sich einer, der den Unterricht In der Geschichte in der Sexta übernahm, (Heiterkeit im Zentrum.) Seitdem sind zehn katholische Geistliche als ^Oberlehrer angefteUt worden. Von diesen besitzen zwei die Befähigung für Deutsch, und von diesen erteilt einer deutschen Unterricht von der Quinta bis zur Untertertia. Vier besitzen die Lehrbefähigung für Geschichte, und einer von ihnen erteilt den Geschichts- unterricht in der Quarta. Auf die allgemeinen Ausführungen Über Staat, Kirche und Schute gehe ich jetzt nicht ein. Wenn auch die grundsätzlichen Anschauungen weit auseiandergehen, so sind doch die Dinge bei uns S geregelt, daß von keiner Seite mit Recht allgemeine eschwerden erhoben werden können. Auch ich würde es bedauern, wenn die Entwickelung zur reinen Staatsschule führen würde, und wie ich die Verstaatlichung des Bolkss chulwefens ablehne, würde sie auch in den Gemeinden auf starken Widerstand stoßen. Es ist wieder die Trennung der geistlichen An- gelegenhetten vom Umerrlchtsministerium gefordert. Unser Standpunkt in dieser Frage ist bekannt. Aus einer Ueberlafiung des Ministers kann ein Grund für die Trennung nicht gefolgert werden. Ich arbeite vom Morgen bis zum Abend, aber überlastet suhle ich mich nicht. Heiterkeit.) Der Vorwurf, daß es dem Ministerium an Initiative fehle, weise ich zurück. Ist nicht das Lehrerbeioldungs- gesetz und die Schulre'orm in den letzten Jahren aus der Initiative des Kultusministeriums hervorgegangen 'i I Die Jmmedratkommissiou hat in bezug auf die Regelung der Schulverwaltung Beschlüsse gefaßt die wir I jetzt prüfen. Dabei kommt es wesentlich darauf an, eine Kreisschulbehörde zu bilden, das Schulaussichls-1 wesen zu regeln und die ,ehlende Rechlskonlrolle auf I
verschiedenen Gebieten der Uitterrichtsverwallung zu schaffen. Der Vorwurf, daß ich die staatsbürgerlichen Rechte der Lehrer verkümmern wolle, ist unbegründet. Es ist selbstverständlich, daß ein Lehrer nicht Sozialdemokrat fein darf, (riebt). Zustimmung rechts und im Zentrum.) Es wird der Sozialdemokratie nicht gelingen, in unserer Lehrerschaft Boden zu finden. Es läßt sich nicht leugnen, daß auch in der Lehrerschaft gewisse Erscheinungen auflrelen, aber auf der anderen Seite haben wir herzeiguickende Erscheinungen. Dazu rechne ich die Bereitwilligkeit der Lehrerschast, sich an der Jugendpflege zu beteiligen. Das danke ich der Lehrerschaft und mein Vertrauen zu ihr ist dadurch gestärkt worden. (Lebh. Beifall rechts und im Zentrum.!
Abg. Stychek (Pole) klagt über Bevorzügung der tvangelischen Schulinspektoren gegenüber den katholischen im Osten. Auch bei Anstellung der Lehrer wird gar nicht berücksichtigt, daß in Polen zweidrittel Katholiken wohnen. An Bahnhöfen sei dec Verkauf von polnischen Zeitungen »erboten, und nur der Ver- irieb eines protestantischen Propagandablattes gestattet. (Beifall b. d Polen.)
Abg. Borchardt (Soz.) behauptet, der Staat leiste nicht genug sür die Volksschulen und die Vo keschulen erfüllten nicht ihre Ausgabe.
Abg. Winckler (kons.s: Meine Freunde wünschen nicht die Beseitigung der geistlichen Ortsschulaussicht. Wir sind auch nicht der Ansicht des Abg. Kopsch, daß Kultus und llnlerricht sich gegenseitig hemmen. Der Abg. Ditlrich hat mir gestern aus dem Herzen gesprochen, als er sagte, daß dem Ministerium hohe ideale Güler anverlraut feien, und dazu rechne ich an erster Stelle die Unterstützung und Förderung der religiösen Er-1 ziehung. Die Errichtung einer Universität in Posen würden wir für eine schwere Schädigung des Deutschtums halten. I
Helden der pflicht.
Roman aus dem Lande der Btitternachlssonne von 16] Erich Friesen.
• „Nein, das ist cs nicht!" murmelt Lorenr. „Psf Horst du nicht--"
„Was denn schon wieder?"
„Es folgt uns jemand."
da '®SI6elt: Der Weg ist für jedermann , , T-rnn du uns wieder einmal mit deinem Be- fudje beehrst, werde ich einen Kinderwagen für dich besorgen!" ruft Erik, jetzt ernstlich böse ’
Unnatürlich laut lacht Lorenz auf; doch nimmt er s'ck> von jetzt an zusammen. Er versucht, das Gespräch auf glcichgiltige Dinge zu lenken, wobei er es jedoch nicht unterlassen kann, sich immer wieder über die Schulter hinweg ängstlich umzublicken.
Nach einer Weile bleibt er aufs neue stehen.
„Laß den Kerl Vorgehen! Ich kann niemand im Rucken haben."
Eriks Gehör ist nicht so scharf, wie das seines Freundes, dessen Sinne durch sein überreiztes Ner- vensvstem ■ bis zum Aeußersten zugespitzt sind. Erst jetzt vernimmt auch er leise, schlürfende Schritte hinter sich.
fiioul?? nu< brückt sich eine lange, dürre, zerlumpte
E an ben beiden vorbei, während die knöcher- 8er bic Yäbige Mütze ziehen.
vegt" ins Oh? Tam,t Lorenz dem Freund er- "®“ietirt“^ber de» Idioten spielt."
nold'sem Auck/'ich hälte^ibn"^^ -e§ Fräulein Ar- neu Schlingel. Bor Jahren "bettel ^^'geriebe- beim,- damals war er2bstunim ^ier in <?"”?• tarn er sowohl hören wie auch sprechen- hier svwlt er nur den Idioten Manchmal wagt'er Nck 2
- w f4."Ä?
. 'CS °,6, sich nicht irgend eine Gelegenheit findet zum Stehlen, was?" 1
* Martinroda, 16. März 1912. Nachdem am 14. d M. die Prüfung der Hochdruckwasser- l e i t u n g seitens des Herrn Bezirksbrandmeisters Groß-Vacha vorgenommen wurde, erfolgte am Tage darauf die behördliche Abnahme des Wasserleitungsbaues durch Vaurat Iänisch-Dermbach.
* Weilar, 17. März 1912 Im Laufe der kom- mendei. Woche wird hier die elektrische Zen- t r a l e zur Zwangsversteigerung gelangen. Sie gehört zu der Konkursmasse der Firma Görwitz u. Eo. Versteigert wird die elektrische Zentrale mit den eingebauten Maschinen, Turbinen und Schaltappa- raten, mit dem Recht auf Betrieb und den dazu gehörigen Berechtigungen aus den Konzessionsverträ- gen mit den Gemeinden Stadtlengsfeld und Weilar, owie das Recht die Ueberlandzentrale zu haben und zu betreiben und auch das Iiecht, sie vom Grundstücke zu entfernen.
* Oberwalluf (Nassau), 16. März 1912. Groß-
feuex legte hier die Dachpappenabteilung der ! schlossenen Stall'en'twe'ndH" Die deiHeren Vereinigten Schwarzfarben- und Ehemischen Werke abgerissenen Kopse hatte man zurückgelassen.