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M 59.

Oienstaa den 12. IHsrj 1912 59 3a>>rtiang.

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2. Blatt.

druck und Verlag ttt Fuldaer Actiendruckerei in j$ni6a.

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Rolle, so daß der Bader alle Hände voll zu tun

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Mexiko

unkündbar, zirka 30 - 50 forderlich.

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Deren Lage ist peinlich genug. Sie haben rie­sengroße finanzielle Interessen int Lande, haben einen Großteil ihres wirtschaftlichen Zukunftsweges an den Panamakanal gehängt und mögen diesen nun nichc gefährden lassen. Andererseits brächte eine Einigung, wie gesagt, Tausende ihrer Unter­tanen in Gefahr.

Die Frage liegt nahe, was die Ursachen des neuerlichen Zusammenbruches der mexikanischen Staatsmaschine sein mögen. Mexiko hat doch Jahr­zehnte hindurch als ein geordnetes modernes Staatswesen gegolten, und die Tür inö politische wilde Mittelamerika fing erst an seinen Südgren- zen an. Nun scheint mit dem Versagen und Rück­zug eines einzigen Mannes, des alten Diaz, der Fluch der Pistolenpolitikasterei sich wieder auf das Land gesenkt zu haben. Liegt es wirklich nur an den Leuten von heute oder gestern, ist es wirklich nur der kleine Ehrgeiz von ein paar Herrchen leerer Börse, die sich bereichern wollen, oder ist es die po­litische Unreife, der träge und kindhafte CharaUer des ganzen Volkes, eines Volkes, das wie die Misch­völker Mittelamerikas nicht arbeiten kann, nicht ernst sein kann.

Der neue Präsident Madero, der Mann der vie­len Hoffnungen, hat völlig versagt. Das Verspre­chen, das ihm die Masse seiner Anhänger verschafft hat, die Auftcilnng der großen ungerecht erworbe­nen Latifundien, hat er nicht erfüllt. Auch das der Preßfreiheit nicht. So hat er es schon mit zwei sehr starken Schichten der Bevölkerung verdorben. Sodann hat er Wohl ein wenig ällzugemütlich in Familienpolitik gemacht. Die Familie Madero zählt ein paar hundert Köpfe. Trotz aller Wieder- gutniachung der Revolutionsschäden will es den Außenstehenden nicht einleuchten, daß der aus Diaz' Zeiten übernommene Staatsschatz in Höhe von sechzig Millionen Dollars rein wie weggeblasen ist. Madero hat allerdings u. a seinen leiblichen Bru­der, der nicht gerade viel vom Wirtschaften verstehen wird, zum Finanzminister gemacht. So sind da und dort neue Parteisührer aufgestanden. Zapata wütet im Süden, im Norden ist Orozko unbeschränkter Herr der Lage.

Wann endlich wird der Republik die Ruhe wiederkehren?

Spielen nut Streichhölzern ward der Näbe von Zieren berg tniv

Ausland

** Die traurige Lage des französischen Klerus schildert der „Univers" 'wie folgt: Der Pfarrer ist heute Mieter des nächstbesten Hauses oder Zimmers. Er ist heute hier und morgen dort. Das Pfarrhaus ist mit dem Konkordat verschwunden Der Pfarrer ist nur noch ein Einwohner wie irgendein anderer, untergebracht wie der nächste Beste, gleichviel wie. In zwei D ritt eil en aller Diözesen ist es so. Noch ärmer als seine Wohnung ist der Pfarrer selbst. Als Mfgr. de Turfort, Bischof von Langres, damit begann, seine Pfarrer zu besuchen, um sich von ihrer Lage zu überzeugen, fand er die Mehr­zahl in ärmlichen Wohnungen mehr untergebracht als eingemietet, ohne Bedienung, ohne Existenzmit­tel, Haushalt und Küche selbst besorgend, das nötigste entbehrend. Er versprach jedem Pfarrer 600 Fran­ken Jahresgehalt, ohne doch zu wissen, tvoher sie neh­men. Jährlich 600 Franken, davon sollen sie essen und sich kleiden! Der letzte Handlanger, der kleinste Beamte hat mehr! Und doch wäre das schon Hülfe, ja ein Vermögen für den armen Pfarrer! In vier­zig Diözesen haben die Pfarrer nicht mehr als 300 bis 400 Franken im Jahre, die sie vom Bischof er­halten.

'!) junge Burlchcn

aus dem benachbarten Ehrsten eine größere Fläche dürres Gras und Fichten - Anpflanzungen i h Brand gesetzt. Durch das talkräillge Eingreifen der Zierenberger Einwohner wurde das Feuer, welches größere Dimensionen anzunehmen drohte, in zwei Stunden gewicht.

* Aus Thüringen, 11. März 1912. Auf der Landstraße Weimar-Erfurt geriet ein Auto­mobil, in dem sich ein Weimarer Kaufmann mit einem anderen Weimarer und vier Damen befan­den, infolge Versagens der Steuerung zwischen zwei Bäume, von denen der eine umbrach und zwi­schen die Insassen fiel. Sämtliche Passagiere er­litten zumteil lebensgefährliche Verletzungen. — Der Architekt Hübner aus Weimar überfuhr mit sei­nem Automobil in der Nähe von Gelmerode das 13 Jahre alte Rädchen Hilde Scholle. Das Mäd­chen wurde sofort getötet. — Die Gasanstalt in Meiningen bittet ihre Abnehmer, größte Spar­samkeit im Gasverbrauch zu beachten, da der Koh­lenarbeiterstreik dazu nötigen dürfte, in den nächsten Tagen den Betrieb einzuschränken, wenn nicht ganz einzustellen. — Am Donnerstag starb in Ilmenau der Glasmacherlehrling Fensel. Vor der Beerdi­gung erhielt der Vater eine anonyme Zuschrift, nach der der Tod angeblich durch Mißhandlung herbeige- fuhrt wurde. Der Vater übergab die Zuschrift der Staatsanwaltschaft, auf deren Veranlassung darauf die Beerdigung untersagt und die Leiche' beschlag­nahmt wurde.

* Aus dem Rheingau, 11. März 1912. Die letzte Sitzung des Kreistages in Bingen sprach ge­legentlich der Beratung des Projektes einer Rhein­brücke zwischen Bingen und Rüdesheiin den Wunsch aus, daß die Eisenbahnbrücke, soweit es technisch möglich ist, näher nach Bingsn zu errichtet wird, und bezeichnete es als ein dringendes Be­dürfnis, daß direkt zwischen Bingen und Rüdes- heim eine Straßenbrücke gebaut wird.

* Aus Franken, 11 März 1912. Selbstmord durch Erschießen verübte in Schweinfurt in einem Abteil zweiter Klasse des gerade abgegange­nen Persorienzuges der Mitinhaber eines Kiuo- theaters, Johann Sorko. — Das in Frankfurt stationierte Luftschiff „Viktoria Luise" überflog am Sonntag auch Aschaffenburg. — In Hös­bach kam es anläßlich der Rekrutenmusternng zu schweren Ausschreitungen. Im Mittelpunkt des Kampfes stand eine Fahne, die sich die Rekruten angeschafft hatten und die von dem größten Teil für sich beansprucht wurde. Der Kampf pflanzte sich von Wirtschaft zu Wirtschaft fort, hageldicht fie­len die Hiebe und selbst das Messer spielte eine

Arg. Waü.nbor« iZlr.i bittet um nachdrücklicheren Schutz des rheinnchen Schiebers gegen die Konkurrenz des ü xemburgischen.

C tzließlrch wnd noch der von dec Kominhsion ge­strichene Pollen von 14 8)0 Mk. für den Umbau der Auszuc,scmlage im Abgeoron eien Hause gegen die Siim- »ien dcr.Komcrvativen beiuilhjit.

Der Bauern! wrrd genehmigt.

'!woch: ReU der heutige» Tagesordnung, kleinere

denhas Gegen! lustige fnc ui cher $i: konisch genug Diese g-gki!

Verein

Empfang der hl. Sakramente war sehr stark. Das „Te Tcum", das am Schluffe hundertstimmig er­klang, fani Wohl aus ebenso vielen dankerfüllten Herzen.

* Hüiffcld, 11. März 1912. In Molzbach tft am 8. ente Telegraphcndittssttlle eröffnet worden. Inhaber ist Bürgermeister Glotzbach.

X Eckwcisbach, 11. Mär; 1912 Hier ist in der vorigen Woche ent ackstwöchtger Koch- und Haus- Ha l tun gs für! it •’ eröffnet worden, an dem 19 Mädchen ans her V tuet teilnebmen.

* Hersfeld, 11. März 1912. In dem Schacht der Gewerkschaft Ransbach ereignete sich heute ein schwe­rer Unfall. Durch Lösen eines Ringes wurden ein Mann schwer, zwei leicht verletzt. Die Verletzten wurden dem Hersfelder Krankenhaus zugeführt. — Auf der Ge n e r a lv e rs am m l u n g d e r H e rs- felder Brunuengesellschaft wurde fest- gestellt, daß die Einnahmen gegen das Vorjahr um 12,5 Proz. gestiegen seien. Der von der Stadtver­waltung vorgeschlagene Vertrag, durch den die not­wendig gewordene Sanierung herbeigeführt werden soll, wurde einstiminig angenommen. Damit wird das Aktienkapital von 5:1 zusammengelegt und der Aufnahme einer von der Stadt Hersfeld garantierten Obligationsanleihe von 400 000 Mark zugestimmt. Es ist somit der Fortbestand der Brunnengesellschaft und des Bades für eine längere Reihe von Jahren gesichert.

* Schlüchtern, 11. März 1912. Praktischen Vogelschutz läßt soeben Landrat Balentiner in den Schulen des Kreises betreiben. Er läßt ein vom Vogelschutzverband der Kreise Hanau, Geln­hausen und Schlüchtern herausgegebenes Flugblatt abschnittweise in Zeitabständen von je acht Tagen von den Lehrern besprechen und dann unter die Kinder und deren Eltern verteilen. Das Flugblatt enthält treffliche Winke über Vogelschutz im Som­mer und Winter. — In Kürze wird hier der B a it eines neuen Kreiskran ken Hauses be­gonnen, dessen Baukosten allein aus einer von Frei­frau von Stumm zu Schloß Ramholz überwiesenen Stiftung bestritten werden können.

0 Wächtersbach, 10. März 1912. Die Betriebs­einnahmen der Wächtersbach-Birst einer Kleinbahn haben im Jahre 1911 99 334 Mk. (im Vorjahre 93 307 Mk.) betragen. Die hiervon von dem Kreise Gelnhausen an die Aktiengesellschaft Wächtersbach-Birsteiner Kleinbahn gezahlte Pacht beträgt 34 767 Mk. (im Vorjahre 32 658 Mk.) Gleich wie im Vorjahre wird auf die 253 000 Mk. Aktien A

Preußischer Laustag,

Abgeordnetenhaus.

Sitzung vom 11. März 1912.

Tis zweite Verölung des Baurtats w:id fortgesetzt Avg. Fiirbrbiger (luitt.) legt die großen Borteile einer Kanalverdwc-ima zwischen Rhein und Emden dar.

Die Abgg. Mattzatzn (tont.) und Färbringer (ntl. bringe:! Wünsche lut die pommepche Ostseekaste und für Norderney vor.

Aog. Triniborn (Zentr.) wünscht, daß die Wnsser- bauarbclter, die |d;o i seu Jahren eine Penstonsgewißheit bekommen wollen, nun endlich in den Genuß deriel'oen Wohltaten treten, wir die EtienbnhuaiVetter

Ilntcrftaalssekretär strhr Corls van der Brügghen erwidert, daß man den älteren strombauarbtitern eotl. aus dem llnterstätzungstoiids Helsen werde.

Tie Abgg. Lohmann ntl.i, r>. Borhlcndorff fünf.), Dr. Lied.'necht (eoj) und Modarz (Ztr.) bringen lokale Wünsche vor.

Adg. Graf Fprr jZentr.) legt noch nals die großen Borteils einer Kan.rloerbmtutng zwischen Rhein, Miß und Nordsee dar. Neuß habe bereits jetzt einen immer - mehr 'ich steigernden Bertehr mit ihmveipen, in noch höherem Maße Düiseldori, M.-Gladbach tönne durch einen Klickkaoal ver unden werden, ebenlo Aachen.

Abg. Caheusly Zentr? spricht für schnellere Förde­rung des La yn t au als. Es liegen Millionen Tons Erz in den Eeitemeldern der Lahn, Oie erst durch die Schiffahrt vorteilhaft m's Ruhrgebiet geschafft werden können. Aehnlich verhält es sich mit großen Mengen von Basalt und an Otten Mimrallen.

D-e Abgg. Ioltin (Zentr.) und Dr. Wagner (freit.) erörtern die Konturrenz des Schrfstrhrtsrveges Be.tin- ©tettui.

Berlehrsminiiier v. Breiteuüach stellt Ermittelungen in Au nicht, ob bte Zöge öes Großsch-ffahriswestns Berlin-2tettin tatiächltch weienlltche Berjchiedungen in der i:o.ikurrenztähtgkeit Schlesiens nut dem Auslande einhit.it werden.

Al g. Linz (Ztr.) bittet um Beschleunigung des Neubaues des .'liegt rungegebäuses in Wiesbaden

Em Regierungsvertrcter erkennt die in Wiesbaden bestehenden Mijmauü« an und ftihrt die Verzögerung des Neubaues auf anderweitige dringendere Äeditts- nisse zurück.

ren merifa die Dinge womöglich noch schlechter als vor Maderos, de8 neuen Präsidenten, Wahl, und die Ausblicke in die Zukunft sind so trüb wie nur ii.mer möglich. Wieder stehen alle gegen alle, ist die Illacht der Zentralregierung so kläglich schwach, daß sie jeden Räuberhauptmanu gewähren lassen muß, wie es ihm beliebt, daß ganze Provirt-

tng zu gewärtigen wäre, die oft vt-rden und auch wahrfchetnlich. 'N die stärkste Waffe Mexikos illacybrr im Norden, gegen die

Ans dem Nachbaruelüete.

Hattenhof, 10. März 1912. Unvergeßlich

Zum (Snrccb eines R n.cngules von Lllorgeu fi-»d 8—12,600 Vermögen er«

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schöne Tage bot die Woche vom 25. Februar his zum 3. März der hiesigen Gemeinde. Wurde ihr doch nach 11 Jahren wieder einmal das Glück einer Mi ssio n zuteil. Abgehalten wurde sie durch die hochw. Herren p. Provinzial, P. Mauritius und p. Petrus aus Der Thüringischen Franziskaner- Provinz. Die Beteiligung, insbesondere der Män­ner war außerordentlich rege. Die Prächtig ge­schmückte Kirche war in jeder Predigt bis auf den letzten Platz gefüllt. Auch die Beteiligung am

fikreubkrg, 11. Mär, 1912. Durch

wird immer deutlicher, daß die Hoffnung, in werde nach der Abdankung des Präsidenten Diaz der ersehnte Frieden und die Einigung der ll'stnt eintreten, sich als ein Wahn erwiesen hat. Heute liegen in der großen Republik des unttle-

fd)eiben würde, furchtbar. Daß ein sol- rud) nut dem ersten Tag einer itordameri-

N. Kassel, 10. März 1912. Heute fand im Elisa­beth-Kloster hier die 1. General-Versammlung des St. Vincenz-Vereines statt. Ter Vorsitzende des örtlichen Verwaltnngsrates, Rechnungs-Direktor B ö sch e n, begrüßte die zahlreich Erschienenen, wor­auf die Vorsitzenden der 6 Konferenzen den Jahres­bericht von 1911 erstatteten. Alle Berichte bewiesen eine vermehrte Tätigkeit auf dem Gebiete der Näch- steulicbe. Ans ihnen ist hervorzuheben, daß in den nach Stadt- und Gemeindebezirkrn getrennten 6 Konferenzen 88 Mitglieder tätig sind, die die Unter« stützung der Armen und Kranken ausüben, die Für­sorge für die Kinder und die Jugend übernehmen und 5 Volksbibliotheken verwalten. Verausgabt wur­den für diese Zwecke im abgrlaufenen Jahre 4887,36 Mark, die von den Mitgliedern und bcu Wohltätern des Vereins aufgebracht worden sind. Der Wohl­taten wurden 177 Familien zuteil, wöchentlich be­sucht wurden durchschnittlich 62 Familien. Tie Un­terstützung erfolgte größtente-ls in Naturalien, zum­teil auch durch Barzuschüsse zu der Miete. Nach Er­stattung des Jahresberichts hielt Kaplan Wehner einen beifällig aufgenommenen Vortrag über die Jugendpflege und die Teilnahme der Mitglieder des St. Vincenz-Vereins an dieser. An den Vortrag schloß sich eine Aussprache, die zu dem Beschluß führte, sich der Jugendpflege in erhöhtem Maße an­zunehmen.

sich üb-r 2500 dort Ware bei '

i lames Projekt ist nunmehr f- inet Verwirklichung nahegerückt. Mit Hilfe der König!. General-Kom­mission in Merseburg sollen auf dem Eichsfelde in der Nähe von Worbis und Leincfelde 10 Stenten» guter, jedes zirka 40 Morgen Land und Wiese in g ößeren $ Säuen enthaltend, errichtet werden. Der Ausbon der Höfe soll sckwu tu diesem Frühjahre und oie liron nähme im Herbst 1912 erfolgen. Um den Käufern den Erwerb eines solchen Rcnlengutt s nach Möglichkeit zu erleichtern, gewährt die König!. Renten­bank zu Magdeburg 3,11 des Taxwertes des zu über» nehmt nden Gutes als Darlehn. Dafür hat der Kält er eine Jahresrente von 4 Prozent zu bezahle»; von diesen 4 Prozent wird 1!a Prozent zur Kapi als-Ab- zahlimg benutzt und dieses dadurch in 60' n Jahren getilgt. Der nach der Taxe von der Renteirbank nicht belicticiK Teil des Kausprestes wird durch eine freier Vereinbarung unterliegende Bäranzahttma und soweit erforderlich durch eine vierprozentige Liest« Hypothek des Berläuiers gedeckt. Tiefe Rest-Hypothek (ytefircnie) ist seitens des Verkäufers 10 Jahre lang

2lm>: Geisa uno Umgebung.

* Vacha, 11. März 1912 Laut amtlicher Ve- kamiimachuug des Bczirlsdirektors in Dermbach ist die Maul- und Klauenseuche hier selbst er­losch e n.

Jen., im Süden wie im Norden von „Generalen" icr oi ; ct werden, und daß von dem aufgewühlten wirren Gefühlsfeuer der Massen der tägliche Aus- bnich einer Fremdenmetzelei zu befürchten ist. Die Anzahl der Ausländer, die in Unternehmungen der verschstsensten Art beschäftigt sind und in Bertre- milliarden hohen Geldinteressen einer gan- >e von Kuitttrstaaten über das ganze Land . wohnen, geht weit in über 50 G10, darunter allein n? 000 Nordamerikaner. Deutsche befinden si Das Schicksal all der Fremden * einem Ausbruch des allgemeinen Frem- si der nicht viel zwischen dem eigentlichen ind mertkamscher Wut, den unternehmungs- Amen wnos rind den anderen Nationalitä-

4 Prozent, auf die 254 000 Mk. Aktien B 1 sch Proz. Dividende verteilt werden können. — Die Aktienge­sellschaft Freigerichter Kleinbahn, die die, _____, ... _____ ..... =_____ ____ „.. _____

Kleinbahn Gelnhausen-Langenselbold betreibt, schlägt j hatte. In dem Bemühen, die Jungen zu trennen, die Verteilung einer Dividende von U/ö Proz. (im ! wurden auch die Alten in bett Kampf hineinge- Vorjahre 2P> Proz.) vor. Der Betricbsuderschuß be-! zogen.

trägt 24 155 Mk. (im Vorjahre 38 827 Mk.i. j * Dom EichL-feldr, 10. März 1912. Ein bedeut«

Yeröcll der pflicht.

Roma ■ ans dem Lande ver Mitternachtssonne von ttici ch Friesen.

liebeZ gleich >'mt scttnst cken lauft — „iri gn sehe i glatt-)eu ein Ti-r'? Cb Sie die Augen r „ch h kann n „Was können

•l ' versucht er zu trösten, ob« mt leichter. Schänder über den Rü- e sieht das Ding denn ans, das Sie ■ ; - Ist es ein Mensch? Oder ''PL",'? Wie? . . . Machen t und bei..lo eiben Sie e8 mir! tdii! Ick, kann nicht!"

Sie nicht?"

. "^:e Angelt ztmmche»! Es bannt meinen Blick tote d.c Blick einer Schlange!"

„Co beschreiben Sie es mir mit offenen Augen. Also - •'

»Es ist das Ejesicht eines Scheusals! Eines greulichen Mannes! Sehen Sie nur! Oh —!"

„Eines Mannes, sagen Sie?" unterbricht Erik sie, seme Stimme zur Festigkeit zwingend. „Ich versichere Sie, es ist niemand im Zimmer, außer Mem Heineti einjäthgett Mädchen und seinem Zei­chenlehrer. Und selbst, wenn jemand durchs Fenster yeremqekammen wäre, um Sie zu ängstigen —"

nickt doch nicht zu fürchten,

den ■ ' ??•' Hande liegen auf meinen Hän-

's? - Ja? - Sind es die b'nes freundes ober eines Feindes?"

1!Jj '^''geborg vom Stuhl, ohne die Angen vom .z-enstcr abzuwenden. 9

' flüstert sie kaum hörbar, um gleich daran- wild aufzuschreiem „Es kommt naher! Es kommt naher!! Barmherzigkeit!"

Auss neue macht Erik sich Vorwürfe, daß er nicht doch Fräulein Arnoldsen gerufen. Was tun, nm das zu Tode geängftigte Kind zu beruhigen? — Einem plötzlichen Impulse folgend, legt er sanft Arm um Jirgeborgs Taille, während er leise mit der Rechten über ihre Augen streicht.

So stehen beide still, fast bewegungslos da — wohl eine halbe Minute lang. Dann überfliegt ein Zittern ihre Glieder.

„Gott lohne es Ihnen!" seufzte sie ans vollem Herzen auf.

„Ist es fort?"

„Es ist fort!"

Erik hat die Empfindung, als atme er wieder frische, gesunde Luft, als sehe das Zimmer noch ein­mal so hell und freundlich ans, nachdem Jnaeborq erklärt hat, daß „es" fort ist.

Jngeborg ist in den Stuhl zurückgefuiiken und hat das Gesicht mit den Händen bedeckt. Als sie die Hände nach einiger Zeit sortzicht, zeigen ihre Huge keine Spur mehr von der auSgeftanbenen £0DeSangft. Rur ihre Wangen sind auffallenb auf Un“ °’c Nuterlippe weist eine kleine Wunde

„Ich fühle mich wieder ganz wohl", beantwortet Blick. „Sehen Sie nur, wie vernunsug ich bin!

Und mit triumphierender Miene greift sie in de» Fenstervorhang und schüttelt ihn hin und her.

„Zum achten Male hat mich heute dieses fürch­terliche Gesicht gequält", fährt sie in heiterem Tone, der seltsam mit ihrer soeben noch in Todesangst bebenden Stimme kontrastiert, fort. „Möchten Sie es einmal sehen?"

„Nein, ich danke sehr —", lächelt Erik gezwun-

„Jch hole es Ihnen!"

Und ehe er es hindern kann, hat sie die Biblio­thek verlaffen.

. Schon nach kaum einer Minute kehrt sie zurück, tn der Hand ein Blatt Papier.

. _ "Hier, Herr Niels! Ich habe es aus dem Ge­dächtnis gezeichnet. Sehen Sie es sich an und ver­brennen Sie es! Ich bin überzeugt, das es mich me mehr verfolgen wird. Sie haben es für immer verbannt'" *

Voll Interesse blickt Erik auf die Zeichnung. Es tft ein kühn entworfener lebensgroßer grotesker Kopf. Haar, Zähne und Ohren gehören einem

| wilden Tiere an; die übrigen Züge find die eines rauffallend häßlichen Mannes.

I Unwillkürlich streicht Erik sich -über die Stirn. Das Bild weckt dunkle Erinnerungen in ihm. Wem sieht dieser scheußlich verzerrte Kopf, halb Nkensch, halb Tier, gleich ähnlich?

Er sinnt und sinnt —

Und Plötzlich sieben sich seine Brauen finster zusammen, während seine gebe, sie Faust die kleine Zeichnung zerknittert

Mit großen, verwunderten Augen si.-zht Jnge­borg ihm zu.

Da zerreißt er hastig das Blatt und surft die Papierfetzen in die Kaminflamme, daß sie hell auf­lodert.

6.

Ein heiterer, sonniger Juli-Nachmittag.

Gerda Jespersen sitzt, wie asw.'hnüch Sträuße bindend und Kränze windend, hinter ihrem kleinen Ladentisch in der „Bcrlinske-gode".

Während ihre zierlichen Finger emsig herum­hantieren, flattern ihre Gedanken weit, weit fort, hinweg über die Häuser und Plätze Christianias, über Felder und Wälder, über Berge und Meere — hin nach dem Norden Norwegens, wo ihr Bräu­tigam weilt — hin nach „Schloß Sandsgaard".

In ihrem Köpfchen malt sich ein ganz eigenes „Schloß Sandsgaard". Wohl erwähnt Erik in fei­nen Briefen der drei Bewohnerinnen, aber mit so viel Zurückhaltung, daß Gerds sich kein rechtes Bild von ihnen machen kann, lieber Fräulein Arnoldsen berichtet er nur, daß sie eine „stolze, energische Frau", über Madame Worse, daß sie eine „unbe­deutende alte Dame" sei. Seine Schülerin Jnge­borg bezeichnet er als ein „eigentümliches, exzen­trisches Kind". Es widerstrebt ihm, andere in die internen Verhältnisse seiner neuen Hausgenossinnen einzuweiheu — und fei es auch seine gute kleine Gerda. Wie ein Beatrauensbruch würde es ihm erscheinen. ... , m ,,

Was er verschweigt, denkt sie pch in chrer Weise hinzu.

So hat sich Gerda Jespersen in ihrer Phantasie ein „Schloß Sandsgaard" zurecht gebaut, das zwar nicht ganz der Wirtlichkeit entspricht, W ihr jedoch lieb und wert ist, weil sie zu jeder Zeit den Geliebten dort aufsuchen kann.

So auch heute. —

Da wird sie jäh ans ihren Träumereien anfge- schrecki

Mit ziemt iw viel Geräusch eine lustige Operet­tenmelodie pfeifend, taucht ihr Bruder soeben tu der Dir des kleinen Ladens auf.

~ .„Enten Tag, Erik Niels!" ruft seine dröhnende Stimme neckend herein.

Gerda eilt ihm entgegen und schüttelt ihm kräf­tig die Hund.

„O Lorenz, wie tni mich erschreckt hast' — Aber warum nennst du mich Erik Niels?"

„Lsieil er in jedem deiner Gesichtszüge gekürte« ben fleht", lacht ec mit dein ihm eigenen breiten Lachen. „Sb er in Dingsda ist und du hier oder umgekehrt — hol mich der .--uckuck, stets seid ihr zwei bei einander. — Wie - .cht's der Mutter'?"

„Tanke, gut."

„Und was machst du — ober vielmehr, äh, hm. — Erik Niels? Hat er kürzlich wieder was von sich hören lassen?"

„Ja, heute. Vier Seiten. - „Alles in Ordnung?"

VSeiUa, Ul UtUl ! UUJjlXH - \'

Zwei unserer braven Agettteu hwen mtr- Bri>eyen fremder Leute Berfich.srungzptcumen sür d.e -brigcn gehalten. Tom s Vckerseu und ich, wir so len ihre Bücher revidie' • Dabei >.m ie ich auch : s hin­aus nach Tromsö!"

Mit einem Jubelruf hängt Gerda sich n seim n Arm.

„Hurra! Dann suchst du „Unsinn, Kleine!" „Wamm?"

Erik auf!"

(Fortschimz folgt.)