Am Gderhssien u- den Hess. Remtern.
= Frankknbrrg, 21. Febr. 1912.
segelte.
die nächste Zukunft bestehen da keine Befürchtungen, solange der Unterricht an den Lehrerbildungsanstalten von gläubigen, christlich gesinnten Männern erteilt wird. Ob das aber immer so bleiben wird, wissen wir nicht. Beispiele auS deutschen Städten der Ge-
A«5 dem Nachbarqebiete.
* Mellrichstadt 20. Febr. 1912. Gestern abend fuhren auf der Disttiktssttatze Mellrichstadt-Sond- heirn i. Gr. der verheiratete Landwirt Eckert und der ledige Müller Brand von hier mit einem beladenen Wagen Langholz gegen Mellrichstadt zu. Plorntch wurden d i e B f e rd e ch e n. Brand wollte herabspringen. Dabei stürzte er so unglücklich, daß et außer Verletzungen am Kopfe einen Bembruch er-
Der^Koch, der Schiffsjunge und ein Matrose stellten sich neben ihm auf; auch der Mann am Steuer drehte den Kopf und sah hinaus aufs Meer.
In diesem Augenblick schlichen sich die Neger aus
2. Gründungsvertrag der Elektrizitätsgescllschaft. Nach einem Referate des Sw. Rang sind die Firmen. Deutsche Effekten- und Wechselbank-Frankfurt a. M. und Gobiet-Kassel. die am 6. Sept. 1911 den Vertrag betreffend das Elektrizitätswerk Fulda mit abschlossen, zu Gunsten der Firma Alsberg u. Loewenbaum-Kassel zurückgetreten. Der Errichtung der Gesellschaft stellten sich Hindernisse in den Weg, sodah am 2. ^an. 1912 die Gesellschaft noch nicht gegründet und damit die Kau- Hon von 20 000 Mark verfallen und Vie Konzession rechtlich erloschen war. Der Magistrat gab allerdings der vorbereitenden Gesellschaft noch eine H-rist für die Gründung bis zum 3. Febr. Die Kaution erklärte er ausdrücklich für verfallen. Gleichzeitig trat er mit einer anderen Elektrizitätsfirma in Verhandlungen ein Da erfolgte st doch am 2. Febr. in Berlin die Gründung der Aktiengesellschaft Elektrizitätswerk Fulda mit 600000 Mark Kapital. Eine Tochtergesell- schäft der Allg. Elektrizitätsgesellschaft, die Elektn- zitüts-LieferunaSgeiellschaft. batte die Sache in die Hand genommen. Die Elektrizitätswerkskommission hat ein- stimmig beschlossen, der Stadtverordnetenversammlung vorzuschlaaen, der nunmehr gegründeten Gesellschaft die Konzession endgültig zu erteilen, eine Bestimmung im Gesellschaftsstatut zu verlangen, wonach em Vertreter der Stadt Fulda Mitglied des Aufsichtsrates sein muß und schließlich die Interpretation einer miß- verständlichen Bestimmung in dem Konzessionierungs- vertrage herbeizuführen. Eine Eingabe der Vereinigung elektrotechnischer Spezialfabriken bezüglich Sicherung des freien Wettbewerbes der Instal- l a t e u r e hat für den Vertragsabschluß nicht mehr berücksichtigt werden können. Deren Forderungen ist ,e- doch von vornherein Rechnung getragen worden. ~>er Oberbürgermeister: Die Ausführung deS Vor- Vertrages war schwierig, weil es dem Konsortium nicht gelang, eine Elektrizitätsfirma zu finden, die auf unfern Vertrag mit seiner außergewöhnlichen Begünsti-
schauerliches Röcheln drang. Herr Harton ist gewiß sehr krankt
Der Doktor hörte schon die letzten Worte nicht mehr. Eiligst stieg er die Treppe hinab und begab sich nach dem Salon.
„Sollte den vollblütigen Mann ein Schlagslutz getroffen haben?" dachte er bei sich. „Ein Wunder iüäre es nicht bei solcher Hitze."
Goring aber ballte seine gesunde Hand zur Faust und ging mit entschlossenem, grausamem Gcsichts- ausdrnck in das Logis der Leute im Zwischendeck, wo sich um diese Zeit alle Schwarzen aufhielten, weil Hehson mit der weißen Mannschaft die Wache bezogen hatte.
„Wären wir in der Nacht vor dem Pik vorber- gesegelt, wo niemand ihn wahrgenommen hätte", murmelte er vor sich hin, „so batte sich die Sache noch einige Tage verschieben lassen. Jetzt aber ist keine Zeit mehr zu verlieren. Ich habe ganz gut gemerkt, daß Hehson und der Dottor nicht recht an die Luftspiegelung glaubten. Sie haben Verdacht geschöpft, und derselbe wird sich noch verstärken, wenn der Doktor enldecken sollte, daß ich dem Su- percargo Laudanum unter das Wasser mischte, statt Magenbitter. Also — mache ich der Geschichte ein schnelles Ende und lasse losschlagen."
Nachdem Goring das Verdeck verlasien und das Logis der Mannschaften aufgesuckft hatte, stellte sich Hehson wieder an das Backbord und schaute nach dem Pik aus, der eine Fata Morgan« sein sollte.
„Der Hangeman (öcnfet) soll mich hängen an einem Strick um den Hals, bis ich tot bin", knurrte
ä»? säraE Stiebtet tat sich übrigens bewährt. Die Funktionen LLpL e ÄÄ1 ÖÄ sj&rs. asraf.’« Kren anzustellen. Mit unserem Willen fit» niemals annefteHt werden, höchste ns ffe" uns hinweg. We Eltern, die vor Gott für die Erziehung der Kinder die Verantwortung tragen, müssen die Garantie haben, daß eine christliche Erziehung den Kindern zuteil wird. Den Eltern und der Kirche mutz bei der Schulaussichtsfrage gegeben werden, was ihnen gehört. Damit wird auch dem Staate, dem in den Kindern gewissenhafte Burger erzogen werden sollen, gegeben, was dem Staate gehört. So kommt zur Geltung das Preutzenwort: -Jedem das Seine!" (Lebhaftes Bravo!) Dem Beschluß des Ma- - gistrats auf Ablehnung der Rektoren bitte ich beizu- treten. Bei der großen prinzipiellen Bedeutung der ln- aeleaenheit stelle ich den Antrag auf namentliche A b st i m m u n g. Der Antrag findet ausreichende | Unterstützung. Auf Wunsch macht Oberbürgermeister Dr. Antoni noch folgende JDiittet.ungen uber bte Angelegenheit: Die Sache wurde von der Schulbehörde in Fluh gebracht als Hauptlehrer Pabst und kurz darauf der bisherige Ortsschulinspektor Stadtpfarrer Rhiel in den Ruhestand traten Die Stadtverwaltung schlug die Bestellung emes Inspizienten vor, wie solche in Kassel und Hanau tätig sind. Der Nebenamt- lich mit der Inspektion zu betrauende Bemnte solltetm Saut>tarnte als Stadtschulrat an der Spitze des städtischen Schulwesens, spez. der FortbildungssMle stehen. An einer Audienz trug Oberbürgermeister Dr. Anw-n diese Absicht der Stadt dem Kultusminister vor. Der ' lehnte diese Regelung der Frage ab, weil. m dem Re- ' gierungsbezirk Kassel an den Konfcsswnsschuleit est- ■ gehalten werden solle und etn Ö^pwent tn oulda ’ gleichzeitig katholische und evangeliiche Schule beanfsich- : ffgen würde. Der Oberbürgermeister verwies auf Ka -! ' ce[, wo dies doch auch der Fall sm. Der Wmister ent-, gegnete, daß in einer großen Stadt ^'e Verhältnisse andersartig seien. In Eschwege und Hersfeld wo zur- zeit katholische Schulen evangelischen Jnspiziewim unterstellt seien, werde eine Aenderung angestrebt. Der abschlägige Bescheid deS Ministers ist der Stadtverwal. tung auch schriftlich mitgeteilt worden, ohne Angabe von Gründen. Gleichzeitig wurde die Umwandlung der Sauptlehrerstellen in Rektorenstellen aufs neue gefordert/ Der Magistrat hat einstimmig den Beschluß gefaßt, diese Um Wandlung, nicht vorzunehmen. In namentlicher Abstim- muiig wird dieser a g i st rat s beschlutz einstimmig auch von der Stadtverord netenversammlung angenommen.
läutert werden. .
3. Fortsetzung b-r Etatsberatung. H auH t -Et a t. Gelegentlich der Beratung der ordentlichen Verwaltung fragt Stv. Pros. Vollmer nach dem Stand des-Ob er. realschul-Neubaues. Di- Verhältnisse dran- gen zur Entscheidung. Die Sache darf nicht auf dem toten Punkt angelangt fein. Der Ob erb.it rger- meister: Der Bauausschutz beschäftigt stch fortgesetzt mit der Angelegenheit. Baurat Schaumann-Frankfurt hat den am Viehmarktplatze in Aussicht genommenen Platz besichtigt, auch den Schirnmyerschen Plan geprüft. Es sind in der Baukommission Meinungsverschiedenheiten darüber entstanden, ob der Bauplatz beibehalten werden solle oder nicht. Jedenfalls werde die nächste I Stadtverordnetensihung m,t der Frage befaßt werden. Angesichts des Darniederliegens des helmochen ^au- gewerbes sei auch aus so.stalvolitischen Rucksichten e'ne Beschleunigung der Neubauten erwünscht. Hoffentlich könne noch im Sommer mit dem Neubau der dompfarr- lichen Volksschule und im nächsten Jahre mit dem Neubau der Oberrealschule begonnen werden. — Der Beitrag für den Ausschuß für Errichtung einer V o l k s- Ile sehalle wird von 50 Mk. auf 100 Vkk. erhöht. I Die Einnahmen der städti sch e n Wag e sind infolge der Konkurrenz einer twn Privatseite am Bahnbof auf- gestellten Wage wesentlich herabgegangen. — BeMos- | fen tuirb die Real steuern tv ie irn Vorjahre festzusetzen auf 178 Prozent, die Einkommen, ft euer auf 162 Prozent. Der Vorschlag des Stv. Adam, abermals wegen Herabsetzung der Reallast auf Kosten der Besteuerung des Einkommens bei der Re- I gierung vorstellig zu werden, wird als ausiichtslos und hinderlich für die ordnunasmäßige Finnazverwal- tulig der Stadt abgelehnt. Die Etatsberatung wird abgebrochen und soll am Montag in einer autzerordent- I lichen Sitzung zu Ende geführt werden. (Die „trranlf. Ztg." ist aber mit ihrer gestrigen von uns verzeichneten Meldung, die bereits von der Genehmignng des Etats zu berichten wußte, infoMc allzu großer Fixigkeit er, I heblich hereingefallen. Schillers Wort gilt auch für die „Franks. Ztg.": Nichts Wahres läßt sich von der
IZukunst wissen. D. Red.)
I Schluß der öffentlichen Sitzung V->H Uhr.
das Deck. ., _
Sie hatten die Stiefel ausgezogen, um ihr Kommen durch kein Geräusch zu verraten, und innen Messer und Beile in den Händen. Gormg war mtt einem Revolver bewaffnet. __
Asz er bemerkte, daß die Aufmerkfamkett sämtlicher weißen Seeleute auf den in verschwimmender Ferne sich zeigenden Pik gerichtet war, rief er em Wort, — ein einziges Wort.
„Sp§!" hieß das Kommando, das er mtt rauy- heiserer Stimme hinausschrie. ,
Da war das Unheil aucy schon tm Gange. Gleich wilden, nach Blut lechzenden Tieren stürzten die Weqer gegen die Weißen vor, und ehe sich dte letzteren wehren, ja ehe sie sich nur umwenden. und ibren Feinden entgegentreteu konnten, schmetterten die schweren Beile auf ihre Köpfe nieder, vergruben sich die scharfen Messer m ihren Leibern. Die vier Weißen waren niedergemetzelt und tn den Tod ge- funken, ohne einen Laut von sich gegeben, ohne einen Schrei ausgestoßen zu haben. Es war em trauriges, rühmloses Sterben. ,
Nur der Mann am Steuer befand sich noch am Leben Aber das Rad war seinen Händen entglitten; gelähmt von Furcht und Entsetzen starrte er auf die vier blutigen Leichname.
Goring hob den Revolver gegen ihn.
„Gncwe! Gnad«! Was habe ich Euch getan? wimmerte der Mattos«.
„Komm her da!" befahl ihm der Quarterone.
Der Matrose schwankte heran; sein Gesicht war sahl vor Angst und Schrecken.
1 „Nimm die Leichname Deiner Kameraden und wirf sie ins Meer!"
..O Herr!" begann der Matrose.
Er wollte Goring bitten, ihn doch^dieser enis^° lichen Arbeit zu entheben, vor der ihm schaudert^ Aber der Mischling ließ ihn gar nicht zu Worte kommen. '
er, „wenn das eine Luftspiegelung ist, wie uns der gelbe Bursche weis machen wollte. Wer hat je gehört, daß solche Spiegelungen sich Stunden und halbe Tage lang zeigen und stets auf der nämlichen Stelle bleiben? Ich kalkuliere, daß Gorings Berechnungen falsch waren und daß er uns ein X für ein U vormachen wollte, um sich nicht schämen zu müssen. Kommt einmal her, ihr Leute", rief er den anderen zu, „und schaut Euch den Berg dort an! .Haltet Ihr ihn für einen wirklichen Berg, oder für eine Täuschung, die Euch die Luft vorspiegelt?"
Ztadtverordneten-Versammlung.
A Siu Iba, 22. Februar 1912.
An der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung nahmen 26 Mitglieder des Koucgtum teil. Vom Magistrat waren anwesend O^und Arnd, fter Dr. Antoni, die Beigeordneten Halble 9tein, die Stadträte Goebel, Kramer, Muller, Hard, Schmitt. Ferner waren antoefenb Ctabtpio Woblaemuih, spater auch Stadtbaumeister Fuhrmann. Den Vorsitz führte der Stadtverordnetenvorsteher Ju-
dige Kinder betrauern ihren Ernährer.
* Hrrsseld, 21. Febr. 1912. Der Bau der beiden Strecken Alsfeld—Niederaula und Schlitz—Niederaula soll gleichzeitig beginnen. Die Verhandlungen bezüglich Linienführung und Geländeerwerb sind — »weit sie die Strecke Alsfeld—Riederaula betreffen, glücklich beendet. Bei der Strecke Schlitz—Niederaula ist das gleiche der Fall bis auf die Berhcmd- lunqen mit der Gemeinde Queck. die gescheitert ind sodaß das Enteignunasverfahren hier emtreten
Metten^ Bei dem hiesigen
Landes -Hospital stehen uu Lause des Wahres bedeutende bauliche Veränderungen bevor. Zur Aussührung der teils recht kostspieligen Arbeiten hat der Kommunallaudtag über den Voranschlag von 20 000 Mark Nachbewilligungen für Kuchen-Umbau und von 90 000 Mark für Neuanlage einer Schwemm-Kanalisation Beschluß zu
»"'Raboldshausen (Kr. Homberg), 21. gebr. 1912 Der Gutsbesitzer Konrad Strtpel dahier besitzt e t n Zuchtschwein, das im Juli vorigen Jahres Ick Ferkel zur Welt brachte. Dieser Tage warf das Tier abermals 17 lebendige Junge.
* Fritzlar, 20. Febr. 1912. Die Frau Stehl m der Hmterqasse Hierselbst hatte am Samstag tue Straße gekehrt und den Kehricht auf die Kohlen geworfen. Am Sonntag srüh beiin Feueranmachen erfolgte eine Explosion ditrch die der Frau «r^ hebliche Brandwunden an der Hand, un Gesicht u am Bein zugesügt wurden, die ihre Verbrinqu^ gl das hiesige Krankenhaus notig machten., Jcdenfa^ bat zwischen dem Straßmkebrichi eine gesuMi Patrone oder ein sonstiger, Pulver enthalt Gegenstand gelegen, der bei der Berührung nn J» Feuer zur Explosion gekonimen ist.
Handel ntib ^nbnftrie.
* Berlin, 21. Febr. 1912. Aschermittwoch an der Börse! Die Stimmung ist unlustig undgedruckt. Montanwerte, anfangs um % Prozent rückgängig, holten später die Verluste wieder etn. Banken eben so später wieder befestigt. Schissahrtsaktlen wenig verändert; Elektrizitätswerke teilweise leicht gedruckt.
WÄ der ’
gellen an den Volksschnlen. Der erste Berichterstatter , Stv. Sanitätsrat Dr. Raabe erwähnt cin eitend den Vorschlag der Stadtverwaltung, einen Stadtschulni ; fbhient anstellen zu vollen, wenn in diesem yaue die Veru ung vou Rektoren unterbleibe. Der Kultusmm - ster ist auf diesen Vorschlag nicht emgegangen. Die Regierung hat die Umwandlung der Hauptlehrerstellen in Rektorenstellen an den Dolksfchu en vom 1. «pr l dieses Jahres angeregt. Wiederholt ickon habcn städtischen Körperschaften es abgelehnt, Rektoren anzu stellen. Unsere Schulen find heute ohne Rektoren aufs beste geleitet und organisiert. Da, ö» Gefurchten tst, daß bei dem Rektorensystem der wünschenswerte Sm flutz der Kirche auf den Geist der Schul« unterbunden wird, fo hat auch diesmal der Magistrat emsttmu g beschlossen, dem Er-suchen der Regierung Ltz/ Anstellung von Rektoren nicht rtack-zukommeit. Der Referent empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung, diesem Beschluß des Magistrats einmütig zuzustinmien. Der zweite Referent Stv. Breitenborn: Ich stehe auf dem Standpunkte deS Vorredners, daß cS nicht angebracht ist, Rektoren anzustellen. Ein Bedürfnis für eine solche Anstellung ist nicht vorhanden. Ist die Umwandlung der Stellen erfolgt, dann werden sich daraus starke finanzielle Anforderungen an die Stadt ergeben. Aus den verschiedenen Erwägungen heraus wollen wir dem Beispiele des Magistrats folgen und dem Regierungsantrag nicht zustimmen. Stv.. Professor Vollmer : Die Angelegenheit, die uns hier beschäftigt, hat eines ehr toettge- hende Bedeutung. Mit der Anstellung der Rektoren verschwindet der gei st11 dje O t ts« schnlinspektor. Der Geistliche hat nicht mehr die Möglichkeit, sich zu überzeugen, ob der Unterricht in dem christlichen Geiste, wie die Eltern c5 wünschen, erteilt wird. Viele Städte haben sich mit Rücksicht auf die Lehrer zur Einführung des Rektoren- fhstemS bestimmen lassen. Der Wunsch der Lehrer nach Einführung dieses Systems ist ja auch teilweise berechtigt. Sie erblicken darin die Fach- aufstcht, die in anderen Beamtenzweigen an der Tagesordnung ist. Allerdings wird auch in den geistlichen Schulinspeltoren diese Fachaufsicht in erheblichem Matze verkörpert. Besonders in der letzten Zeit wird der Geistliche in weitgehender Weise pädagogisch ausgebildet. Die Priester stehen theoretisch und praktisch mit der Pädagogik in engster Berührung. Müssen sie doch in Schule und Kirche den Religionsunterricht erteilen. Für das Rektorensystem spricht noch der berechtigte Wunsch der Lehrer, datz für die strebsamen Elemente in ihrem Stande die Wege geöffnet werden zu höheren Stellen, den Rektorenstellen. Nach diesen Erwägungen halte ich das Verlangen der Lehrer nach dem Rektorenshstem für berechtigt. Auch die Lurche würde diesem System zugestimmt haben, wenn cS gesetzlich möglich gemacht worden wäre, auch dabei den Pfarrern einen bestimmenden Einflutz auf den Unterricht zu sichern. DaS ist leider bei den jetzigen Zuständen nicht der Fall. Vielmehr wurden wir, wenn wir jetzt dem Rektorensystem zustimmteii, daS feit 1000 Jahren bestehende Band zwisch en K t r che und Schule trennen. Mit den wenigen Nelr- gionsstunden. die der Geistlickie künftighin noch überwachen soll, ist niätS getan. Die Erziehung der Kinder baut sich auf ave UnterricfitSgegenftänbe auf. DaS geben auch die Lehrer unumwunden zu. Auch in den Lehrer- kreisen unserer Stadt sind Stimmen laut geworden, wonach den Geistlichen als den Vertretern der Kirche ein Einfluß auf den Gesamtunterricht gewahrt werden müsse. Ein christlicher Geist mutz den Unterricht durchwehen. DaS gilt besonders von Geschichts- und Na- turunterrW. Auf diesen Unterricht mutz der Geist- liche Einfluß haben. Zwar hat er nach den Bestimmungen deS VokkSschuIuntertaltungSgefehcs Sih und Stimme in der Stadtsckwldeputation. Deren Befugnisse find aber nicht weittragend. Zur Verteidigung deS RektorenshstemS hat man schließlich darauf hinge- wiesen, tatz die Gesinnung unserer Lehrerschaft hie Gewähr für die Erhaltung eine» christlichen Geistes in der Schule biete. Und in der Tat! Unsere Lehrer stehen durchaus auf christlichem Boden, das wollen wir gern anerkenne». Auch für
(Fortsetzung folgt,)
* Frankfurt a. M., 20. Febr. 1912. - t« zur Deckuiig des Fehlbetrages von 750 000 Mark nu HaushaltSplan'beantragte Erhöhung des ivasierge.- des nnd die Einführung einer Steuer auf die Erlaubnis zum Betrieb der Gastwirtschaften^ lvurdc von der Stadtverordnete!,rversanimlurig cmstimmic abgelehiit.^;^^, 1912. Die städtischeu Kör
perschaften befassen sich zur Zeit mit einem Orts statut zum Schutze der Stadt Limburg gegen Verunstaltung.
$)as AmuLett.
12] Seeroman von Jos. Baierlein.
„Also doch!" schrie der Doktor entsetzt auf. „Heiliger Gott, wie weit sind wir von unserem Kurs verschlagen!"
„Trösten Sie sich", siel ihm Goring lächelnd ins Wort, „es ist bei Pik unb dennoch ist er's nicht!"
„Wie soll ich das verstehen?"
„Haben Sie noch nichts von der Fata Morgan« gehört, von jener wunderbaren Luftspiegelung, die weit entfernte Gegenstände scheinbar an ganz andere Orte versetzt? — Ja? Nun also, eine solche, in dielen Breiten durchaus nicht seltene Luftspiegelung haben wir jetzt vor Augen. Sie zaubert «ns den Pik von Tenerisfa vor, obwohl er sich wenigstens ein halbes Tausend Meilen von der Stelle weg befindet, wo wir ihn zu sehen wähnen. Das, Herr Dofior, ist die einfache Erklärung dessen, was Sie fo fehr zu beunruhigen scheint. Doch will tch bemerken, daß auch ich, obwohl ich schon oftmals eine Fata Morgana beobachtete, sie in solcher tauschenden Deutlichkeit noch niemals zu sehen bekam.
Nach Doktor Jephsons und b»5 Bootsmanns zweifelnden Mienen zu schließen, schienen dieselben von Borings Deutung der Erscheinung des Piks nicht ganz überzeugt zu sein. Allein es blieb dem Doktor keine Zeit, seine Bedenken geltend zu ntachen. Denn eben, als er den Mund zu einer Entgegnung offnen wollte, stürzte sein Sohn schreckensbleich und mit verstörten Mienen auf das Verdeck und rief schon von weitem:
„Papa' Vater! Komm schnell — schnell in den Salon! Dort liegt Herr Harton auf einem Sofa Und stöhnt und röchelt, als ob er sterben wollte. Auch ich hatte mich der großen Hitze halber in den Salon begeben und war eingeschlasen, als ich durch das laute Stöhnen des Supercargo geweckt wurde. 'Ich schlich mich leise zu seinem Sofa, und ba sah jid), daß er mit glanzlosen, gebrochenen Augen zur Decke hinaufsiarrte, während aus seiner Brust ein
^Widerspttch nicht!" hrcrschte er ihm^u. ,.Oder ist Dir eine Kugel, in Deinen dicken schadel geschossen, lieber?"
Der Mann beugte sich nieder und ergriff dte Leiche Hepsons; er hob sie über Bord und ließ sie fallen. Klatschend verschlangen dm Wellcn den toten Bootsmann. Noch dreimal klatschte das Meer und tat sich auf yim Empfange der gemordeten Seeleute.
„Nun fcheuere das Deck und mach' es rein von den Blutflecken!" befahl Goring.
Der Matrose zog mit einem an Stricken besesttg- ten Kübel Wasser aus dem Nieer, goß es über das Verdeck und bürstete letzteres mit dem Scheuerbesen. Bald war die letzte Spur des Blutbades vertilgt.
„So, mem Bursche, bist fertig?" fragte G^ ring mit grausamem Lächeln. „Dann bitte ich Dich schnell über Bord zu springen!"
„Um des Heilandes willen, übt Gnade!" flehte der weiße Mann; aber der Quarterone hob aufs neue den Revolver.
„Willst Du, oder wMst Du nicht?" knirschte er ihm zu.
Der Matrose sah in daS grimmige Antlitz Gorings, in die grinsenden, schadensrohen Gesichter der Neger. Da erkannte er, daß er bei diesem Teufel in Menschengestalt umsonst um Gnade und Barm- herzigkeft betteln würde.
Er empsahl seine Seele Gott und sprang t d^Ksittschend nahm es auch dieses letzt« Opfer
'L «
k-en Mannschaft hatte keine Vlerttlf^we Zett m Ampruch genommen. Jetzt ftcmd etn Schwarzer am Ser tar „Marie Celeste" und steuerte die Brrgan-, tine, die noch immer den Kurs nach Ä«o-Sud-Ost
= Frank-nbrrg, 21. Fcbr. .1912. Im Monat November vorigen Jahres ist _ bi« cm katholischer Männerverein gegründet wordcn t r ist in kurzer Zeit recht erstarkt, denn er hat Wien eine Mitglicderrabl von 53 erreicht. Nm 18. Febr. feierte bet junge Verein sein erstes Vergnügen im Gasthaus „Zum Deutschen Haus" und zwar ein« Fcrmiiienabenv mit Theater und Vortragen. - tack ' dem Herr Kuratns Ramb die ^heyt) Erschienenen mit herzlichen Worten „begrüßt haJe, nahm das Fest seinen Programmatzjen Berlauß Zuerst ging der bekannte Schwank »Dcr Baiier als stönig Her ob cs" über die Bretter. Die Lachsalven von feiten des Publikums gaben Z-ugnis davon baß bie Spieler ihre Sache gut machien. Ra^^em weck selten Kouplcts mit Konzertstücken ab. Di« Kouplets würben ebenfalls mit wahrcr Meister scyafl uim Vorträge gebracht. . Zum Schlüsse wurde fleißig dem Tanze gehuldigt Ter sck öne ilbend tuirb jebem Teilnehmer noch lange tm Gedacklnnie
. , c, einaeüen wollte. Die Bestim-1 litt und sich die linke Kniescheibe zerschmetterte Ul,, üfct ben^Slnteil dw Stadt am Bruttogewinn terdessen stürzte der Wagen seitwärts die Böschung unb über ben Besitzübergang des Elektrizitätswerkes an hinab. Eckert wurde dabei vom Wagen geschleudert die Stadt wurd n von allen Elektrizitätsfirmen als ^d brach das Genicks Eine Witwe und 3 unmun- unaunehmbar bezeichnet, bis cs „dem Bankrer Kurt - - - .....- -----
Locwenbaum gelang, die A. E. G. flir das Unternehmen zu gewinnen. In sachlicher Hrnftcht hat sich cm den Grundlagen des Vertrages nichts geändert. Der Ver. trag ist so günstig für die Stadt, daß auch nach der persönlichen Veränderung die Annahme dringend rat- fam ist Bezüglich des Eintrittes eines Vertreters der Stadt Fulda in den Aufsichtsrat empfiehlt sich die Auf- natate einer diesbezüglichen Bestimmung m den Ge- tellickiaftSvertrag. Diesmal hat bie Gesellschaft auf eigene gauft ihre Wahl getroffen, künftig soll bie Stabt selbst ihren Vertreter bestimmen. Die Frage bes freien Wettbewerbes unter ben Installateuren ist in beut Vertrag von vornherein befriedigend gelost, bezüglich der verfallenen Kaution bon 20000 Marl besteht rechtlich kein Zweifel. Im Magistrat ist man je» doch der Auffassung gewesen, datz es nicht so ganz m der Ordnung sei, allzu scharf borzi.gehen, falls die Gesellschaft sonst ihre Pflichten gewissenhaft erfülle, ^.re Gesellschaft wird auf teilweisen ober gänzlichen Erlab bet Strafe zu rechnen haben, wenn sie in der Ausftch- rung ber Anlage guten Willen zeigt. Nach dem fetzigen Staub ber Sacke braucht bas Werk erst im F^ruar 1913 hergestellt zu fein. L'» Interesse unferes Mittel- I standcs liegt jedoch die alsbaldige Fertigstellung. Mehr als an der Kaution muß daher der Stadt daran liegen, die Anlage bis zum Oktober dieses Jahres ^gestellt zu sehen. Was schließlich die nunmehrige Art der I Stromerzeugung anlangt, so ist zunächst an den Dau der Zentrale in Fulda zu denken. Die ftub-r beabsichtigte Erzeugung bcS Stromes tn Ostheim würbe erst später in Frage kommen. Sollte die Station m Ostheim gebaut werden, so wurde die Station in Fulda als Reservestation zu dienen haben. Nach der Ansicht des Direktors der Gesellschaft kann nut d« Fertig- stellung der Anlage int w es e n t lich e n bi S zum Oktober 1912 gerechnet werden. Mch : diesen Erklärungen wird der Vertrag genehmigt. Die , Bestimmung über den Aufsichtsrat soll etngesugt und , I ber § 13, ber zu Mißberstanbnissen Anlaß gibt, er»
Jß 45.
»on»«sl«l 22. Setmat ,»12 39. Jahrgang.
Leitung
«Tuldaer
2. Blatt.
« vrack nnd Dtrlai to Snlbatr 3dt<ntrn<ftr<< ti 8»lda.